Über das Selbstverständnis dieser Seiten, ihren Verfasser und seinen Ansichten.

Außerdem: Eigene Vorschläge für ein erlebbares Heiligendamm.

 

Vier Monate und eine Menge Arbeit liegen hinter mir und viel Lesestoff und viele Bilder vor oder auch schon hinter Ihnen.

Eine Masse an Meinungen, Zitaten und Analysen spicken die Eingangsseite und auch die Kommentare zu den Bildern sind mal

mit Aussagen und mal mit ironischen Bemerkungen versehen. Sie haben längst gemerkt, dass dies nicht die Dokumentation eines

renommierten Chronisten ist, sondern viel eher das Werk einer Privatperson, die auch mal ihre eigene Meinung mit einbringt und hier

und dort versucht, zu vermitteln und zu moderieren aber an anderer Stelle auch Kritik äußert und das nicht nur einseitig an eine Adresse

gerichtet, sondern an mehrere Adressen. Das wirft natürlich die Frage auf, wo der Autor steht und wer er ist und was von der Dokumentation

Zitate sind und was die eigene Meinung. Das möchte ich mit dieser separaten Seite auflösen.

 

Worum geht es bei dieser Dokumentation?

 

Es geht um Architektur und Bauwerke, um Künstler und ihre Kunstwerke und um Ideen und ihre Verwirklichung. Diese Dokumentation

befasst sich mit den Bauwerken Heiligendamms, ihren Bauherren, Baumeistern und ihrer Nutzung und Perspektive. Es geht um den

Ort selbst, seine Geschichte und seine Zukunft und auch um seine Erlebbarkeit. Dabei geht es auch um die derzeitigen Ereignisse,

die Pläne des Investors und den Ist-Zustand. Es geht auch um eine Zusammenfassung aller Meinungen, Argumente, amtlichen

Dokumente und Gutachten.

 

Worum geht es bei der Dokumentation nicht?

 

Es geht nicht darum, sich auf eine Seite zu schlagen und den Investor zu beschimpfen oder zu behindern oder die Bürgerinitiative

zu beharken, dass sie den Investor behindern würde. Es geht auch nicht darum, die Lokalpolitiker zu verteidigen oder ihre

Vorgehensweise zu rechtfertigen und es geht auch nicht so sehr darum, zwischen den Parteien zu vermitteln. Das müssen

die Beteiligten schon selbst austragen. Und während sie das tun, wird auch dieses zum Teil der Dokumentation. Es geht auch

nicht um die letzten Meldungen aus Heiligendamm und wer was aktuell zu welchem Thema sagt und wer welche Gegenargumente bringt.

Was davon in die Dokumentation einfließt, das fließt oft erst nach Abschluss des Themas ein. Aber in der Dokumentation gibt es Links

zu Nachrichtenseiten.

 

Natürlich hat auch eine Dokumentation stets einige subjektive Tendenzen. Der Autor entscheidet, ob und wie er die Fakten präsentiert.

Unterschwellig wird der Leser vielleicht die eine oder andere Position des Autors erkenne können. Wenn das nicht so wäre,

müsste ich sagen, dass mir Heiligendamm egal wäre. Nur würde ich es dann nicht dokumentieren können.

Selbst Jesus von Nazareth - den die halbe Menschheit als Meister ansieht - war nicht objektiv.

Erhaben wohl aber nicht objektiv. Seinen Aussagen ist immer seine Position zu entnehmen.

Und wenn ein Chronist etwas festhält, dann tut auch er das im Kontext von Eindrücken.

 

Es geht auch nicht um G8 und seine Gegner, um Reichtum und Armut, Kapitalismus und Kapitalismuskritik oder um Ausgrenzung

und Einfriedung. Es geht um hässliche Zäune, die ich immer wieder ansprechen werde. Aber nicht der Zäune wegen, sondern der

Mittel wegen. Oft würde eine Hecke den Zaun auf angenehme Weise ersetzen, ohne dass jemand auf seine Einfriedung verzichten

müsste. Ich habe Verständnis für Einfriedungen. Aber nicht für Zäune.

 

Warum dann diese Dokumentation?

 

Der Besonderheit wegen. Der Ort Heiligendamm ist einmalig, die Architektur und das Ensemble sind einmalig und auch die Pläne des

Investors und die Schwierigkeiten bei der Kompromissfindung sind einmalig. Jedes einzelne Bauwerk der mondänen großherzoglichen

Baderesidenz ist einmalig und das gehört einfach dokumentiert. So wie Heiligendamm jetzt ist, wird es nie wieder sein. Ob es verfällt

oder wiederaufersteht - das Heiligendamm des jetzigen Zeitpunktes wird es nie wieder geben. Schon das Jahr 2007 hat gezeigt, wie

der Badeort täglich sein Gesicht verändern kann. An einem Tag wird ein Haus fotografiert und am anderen Tag steht es nur noch zur

Hälfte. Heute ist hier ein Haufen Schutt und in der nächsten Woche schon ziehen Bauarbeiter einen Zaun um die geharkte Leerfläche.

Heiligendamm verändert sich täglich, fast stündlich. Und wenn jetzt niemand damit anfängt, wird es zu spät sein. In Büchern haben

mehrere Autoren die Geschichte oder die Architektur Heiligendamms behandelt oder sie haben Bildbände heraus gebracht.

Aber eine umfangreiche bebilderte Geschichte mit Architektur- und Gebäudedatenbank, Rundgängen und einer Dokumentation

der Meinungen, Argumente und Planungen hat so noch niemand in Buchform verfasst. Im Internet befindet sich nicht einmal eine

umfangsreiche Chronik des ersten Seebades auf europäischen Festland. Nirgendwo steht zu lesen, dass hier eine Eliteschule

entstehen sollte und dass Adolf Hitler Ehrenbürger war, erfährt selbst die Stadtverwaltung zum Teil erst aus der Presse.

Das alles findet sich verstreut in Büchern von Wolf Karge und Joachim Skerl, von alten und neuen Autoren und Chronisten

und schließlich im Stadt- und Bädermuseum in Bad Doberan. Aber im Internet - dem Medium der Zukunft - dem Recherchewerkzeug

Nummer eins an Schulen und Universitäten, in heimischen Jugendzimmern und in Büchereien? Bisher nicht. Hier mal etwas über die

Burg, dort etwas über die Perlenkette, da etwas über den Herzog und dort etwas über die Baderegeln und immer mal wieder etwas

über die guten alten Zeiten und die rosige oder ungewisse Zukunft. Alles in einem gibt es derzeit nicht. Jeder buhlt um seine Meinung.

Die einen gegen das Hotel und die anderen dafür und einige wenige aber gewichtige für Öffentlichkeit in Heiligendamm.

Ganz andere wiederum verpassen dann gänzlich das Thema.

 

Wer ist der Verfasser dieser Dokumentation?

 

Ich. Mein Name ist Martin Dostal und ich wurde 1979 in Kühlungsborn geboren und

bin in Hohenfelde bei Bad Doberan aufgewachsen.

Als ich ein Kind war, waren wir am Kinderstrand baden oder haben Picknick an der

Jemnitz-Schleuse gemacht oder Eis im Schwanen-Café gegessen oder  wir sind die

Promenade entlang geschlendert oder haben in den Geschäften unter dem Dach der

Kolonnaden eingekauft oder einfach am Strand das schöne Wetter genossen.

Wir waren im Winter auf der zugefrorenen Ostsee und haben von den Buhnen riesige

Eiszapfen abgebrochen und wir fuhren mit dem Rad durch den Küstenwald oder mit

dem Molli nach Kühlungsborn in die Schwimmhalle. Dabei war Heiligendamm immer

etwas Besonderes. Das blendende Weiß, der Durchblick zur See, die imposante

Steilküste und die hohen Bauten. Nach der Wende war Heiligendamm grau und schäbig,

die Fahrt mit dem Molli wurde zu teuer und die Freizeit knapper. Heiligendamm geriet in

Vergessenheit. Erst Im neuen Jahrtausend erinnerte ich mich wieder an den Ort mit der

Steilküste und dem wunderbaren Strand und führte erst die eine und dann die andere

Freundin dort hin. Schwach erinnere ich mich, einmal auf der Veranda des Alexandrinen-

Cottage gestanden und auf die Ostsee geschaut zu haben. Später dann fuhren wir zum

Baden nach Heiligendamm und machten es dann wie einst der Herzog zu unserem Badeort.

Nur mussten wir immer erst 20 Kilometer fahren und mitunter im Stau am Ostseepark stehen.

 

2003 waren wir dann auch beim Tag der Offenen Tür dabei und ließen uns auf festgelegten Pfaden durch das Ensemble

führen. Die Öffentlichkeit in Heiligendamm war stets so selbstverständlich und natürlich - man ging am Kurhaus vorbei zum Strand,

durch den Wald zum Kinderstrand und zur Steilküste. Das Auto stand kostenlos und später zum Tagespreis sicher auf einem der

vielen Parkplätze und es ging stets zu Fuß kilometerweit zum Beispiel zum "Fidelen Hahn". Heute wohne ich in der Hansestadt

Rostock aber dem überfüllten Strand in Warnemünde ziehe ich den Heiligendammer Strand vor. Hier ist das Wasser sauber und

der Strand bleibt beschaulich.

 

Und meine Meinung zu Heiligendamm?

 

Okay, jetzt darf ich. Und danach werden Sie wissen, dass meine Meinung in der Dokumentation selbst nur sehr stark unterdrückt vorkommt.

 

Heiligendamm ist eine Besonderheit, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Der Herzog hätte das kleine Dorf Börgerende nehmen

und unter fast gleichen Voraussetzungen ausbauen können oder er hätte einen der drei Orte zum Bad ausbauen können, die heute

Kühlungsborn sind oder er hätte Graal oder Müritz zum Ostseebad machen können. Einer seiner Nachfahren baute dort später ein

Jagdschloss und die Herzogin war gern dort und ritt mit ihren Freundinnen oft von Gelbensande nach Müritz, um dort ein wenig

frische Ostseeluft zu schnappen.

 

Aber der Herzog entschied sich für einen neuen Ort. Die flache Lichtung im Buchenwald sollte es sein. Sechs Kilometer entfernt von

seiner Sommerresidenz und mit der Kutsche schnell zu erreichen. Und er beließ es nicht bei einem kleinen Badehaus, sondern ließ

einen Ballsaal errichten und ein Gästehaus und schließlich Logierhäuser, Kaufhallen und einen Bahnhof nebst Bahnanbindung nach

Doberan. Dazu gesellten sich eine Rennbahn, Tennis- und Golfplätze, ein Schießplatz ein Anlegesteg für Dampfschiffe und eine

lindenumsäumte Prachtstraße. Mit Weitsicht und Visionen plante und verwirklichte er und er war sich nie zu fein, zusätzliche

Gelder zur Verfügung zu stellen oder nach schweren Sturmfluten auf einen schnellen Wiederaufbau zu drängen. Nach seinem

Abdanken bekam er sein Bad wieder und es überstand die Revolution und den ersten Weltkrieg, die Reparationen und die Inflation

und den zweiten Weltkrieg. Es kam mit einem blauen Auge davon, als es 1945 hätte gesprengt werden müssen und ohne lange

Überlegungen ging es zwei Jahre später in die Hände des Volkes und wurde in Rekordzeit wiederaufgebaut. Es überstand

Materialmangel, sozialistische Architekturanpassungen, Verfall und Leerstand und es fand letztlich einen Visionär, der es

wieder in Weiß erstrahlen lassen und zu einem Bad nach aristokratischer Manier machen wollte.

Heiligendamm ist etwas Besonderes. Es ist nicht nur das erste deutsche und kontinental-europäische Seebad, sondern ein Mythos.

 

Meine Meinung ist, dass Heiligendamm 1996 nichts besseres passieren konnte, als die Übernahme durch einen finanzstarken

Investor, der mit einem Hotelkonzept den Ort und das Ensemble aufwertet und hier - wo sonst? - 5-Sterne-Hotelerie ansiedelt.

Was außer den Kaiserbädern auf Usedom ist denn an der Ostseeküste besser geeignet für 5 Sterne, als das Bad der

mecklenburgischen Herzöge? Ein Hotel dieser Art mit dem Namen Kempinski ist gerade angemessen für Heiligendamm

und ich wünsche mir, dass dieses Hotel endlich schwarze Zahlen schreiben und zur Goldgrube unserer Region werden möge.

 

Aber: Ich beneide den Gast zumindest im Moment nicht um seinen Aufenthalt in Heiligendamm. Baulärm, Staub, Abriss und Verfall,

Neugierige und Kapitalismuskritiker, Zäune, Tore, Reisigwälle, Sicherheitsdienste und Polizeikonvois - ich möchte dafür nicht 300 €

ausgeben. Ruhe ist nicht käuflich und das wird die FUNDUS-Gruppe irgendwann merken. Wer Ruhe kauft, kriegt Lärm und Stress

mit dazu. Heiligendamm funktioniert nur als erlebbarer Ort und nur ein erlebbares Heiligendamm bringt den Bürger auf die Seite der

Investoren. Noch ist Heiligendamm erlebbar, denn noch kann man durch die Professor-Vogel-Straße laufen, die Promenade entlang

und vor das Kurhaus schlendern. Aber seit der letzten Einziehung ist es schon etwas schlechter bestellt um die Erlebbarkeit.

Die Hochzeit des Poseidon am Kurhaus (die blauen Tafeln an der Wand hinter den Säulen) sind mit bloßem Auge kaum noch

zu erkennen und selbst mit einer guten Kamera sind sie sehr schlecht zu fotografieren. Die Burg hat für den Besucher nur zwei

Seiten und die Cottages im Westen sind überhaupt nicht mehr erlebbar.

 

Die Promenade ist eine Sackgasse und die Verbindung über den Strand einerseits viel zu weit und andererseits für Kinderwagenlenker,

Radfahrer und Rollstuhlfahrer ein Hohn. Die Ausschilderung der Seebrücke ist lächerlich und kommt einer Veralberung gleich und die

Perlenkette ist kein Schmuckstück mehr. Wer mit der MS Europa anlandet, tut sich Spott an, weil er in Boote umsteigen und sich zur

Seebrücke bringen lassen muss und die MS Baltica tuckert an Heiligendamm vorbei, weil kein Schiff an der Seebrücke anlegen kann.

Heiligendamm strahlt und verfällt - man könnte sagen, es lacht und sinkt.

 

Auf der anderen Seite lädt unsere Bundeskanzlerin den mächtigsten Minderbegabten der Welt ein und zeigt ihm stolz das grau

angelaufene Schmuckstück. Und nicht genug darf nun auch noch die ganze Welt sehen, wie grau der Osten Deutschlands ist

und wie wahr in Heiligendamm dieses Klischee ist. Das alles ist aber letztlich Sache der Verantwortlichen. Wenn sie damit leben

können, unser Image zu versaubeuteln, dann sollen sie dies tun.

Ich als Gast des Hotels im Jahre 2007 würde jedenfalls vor 2017 nicht wiederkommen.

Und wenn das alle so sehen, dann ist 2017 auch Schluss mit 5 Sternen.

 

Was mich wirklich stört sind hässliche bauzaunähnliche grüne Drahtkonstruktionen rechts und links von den Wegen, vor und hinter

den Hecken, in verschiedenen Höhen und Längen. Und Holzstäbe mit grünen verbogenen Drahtkonstruktionen, verziert mit einer grünen

Matte am unteren Ende. Mir ist durchaus bewusst, dass man das Severin-Palais und Haus Mecklenburg, sowie die Burg Hohenzollern

und die Orangerie einzäunen muss, damit niemand über das Gelände latscht. Ich verstehe auch, dass vor der Kurhausterrasse eine

Pufferzone geschaffen werden muss, die bis an die Ecke des Hauses Mecklenburg reicht, wenngleich ich eine Einzäunung darüber

hinaus nicht gutheiße.

 

Ich habe nichts gegen diese Einfriedungen und solange der Weg zwischen Waldkapelle und Severin-Palais bestehen bleibt, habe

ich auch nichts gegen die Teileinziehung der Professor-Vogel-Straße. Ich hätte nicht einmal ein Problem damit, wenn ich auf Grund

einer Sperre zwischen der Perlenkette und dem Grand Hotel um die Perlenkette herum zur Seebrücke laufen müsste, wie es die

Wegweiser von mir verlangen. Solange ich dabei weiterhin die Professor-Vogel-Straße benutzen kann. Ich habe etwas gegen Zäune.

Versprochen war ein kniehoher weißer Zaun. Gekriegt haben wir hässliche Konstruktionen, die zum Teil schief und krumm sind.

Ich wünsche mir mehr Feingefühl von den Investoren. Weiße Zäune, grüne Hecken und blumenbepflanzte Steinwälle sehen viel

besser aus als hässliche grüne Baumarkt-Sonderangebots-Gartenzäune. Jeder Kleingärtner hat schönere Zäune als Deutschlands

erstes 5-Sterne-Ressort-Hotel. Das ist nicht nur lächerlich, sondern beschämend und eigentlich schon traurig. Über so viel

Einfallslosigkeit kann ich nur den Kopf schütteln. Die Masse an Zäunen, Schildern, Toren und Leitplanken ist einfach nur peinlich.

Hinzu kommt, dass die Fußwege plötzlich irgendwo zu Ende sind und man nicht über die Straße kommt, sondern zurück laufen muss.

Das betrifft ja nicht nur die Tagesgäste, sondern auch die Hotelgäste, denn auch die werden früher oder später einmal ans Tageslicht wollen.

 

Zur Erlebbarkeit gehört für mich, dass ich die erlebbaren Gebäude von allen vier Seiten aus sehen und fotografieren kann und

zwar auch ohne 10fach-Zoom. Das ist im Moment noch bis auf die westlichen Cottages überall gegeben und das muss bleiben,

sonst ist Heiligendamm kein Kulturgut mehr, sondern ein privates Ausstellungsstück für Betuchte, das keinen Cent Kulturfördermittel

mehr zu kriegen hat, da es als Kulturgut nicht mehr öffentlich ist. Dann sollen bitteschön die zahlenden Gäste für die Erhaltung ihres

Privatmuseums aufkommen. Die Perlenkette muss von allen Seiten aus erlebbar bleiben - ohne Bäume dazwischen. Es muss einen

Weg vom Bahnhof geradeaus durch den Wald und von dort in die Professor-Vogel-Straße geben, die dann meinetwegen im Westen

durch einen dekorativen Steinwall abgetrennt wird. Wenn es nicht anders geht ist es ja nicht problematisch, neben dem Haus

Bischofsstab auf die Promenade zu gelangen.

 

Aber gerade da tut sich ja das nächste Problem in Form eines großen Tempels auf.

Das Thalasso-Zentrum ist zugegebenermaßen formschön. Genauso wie das Severin-Palais, auch wenn das ein wenig zu hoch

und breit geraten ist. Andererseits hatte die FUNDUS-Gruppe gerade in den Prospekten betont, dass niemand es wagte, am Ensemble

Hand anzulegen und dass beim Bau des Prinzessin-Reuss-Palais und des Bischoffstab sehr vorsichtig und dezent vorgegangen wurde.

Und nun kommt eben diese FUNDUS-Gruppe daher und setzt einen dritten Kubus in das Ensemble und einen römischen und einen

indischen Palast links daneben. Letzter unterscheidet sich nicht großartig von Hitlers geplanten Eliteschule. Das ist dann schon wieder

scheinheilig. Verständnis habe ich aber dafür, dass das Thalasso-Zentrum dem Meer zugewandt sein muss.

 

Das sind einfache Dinge, die sich in den fernöstlichen Lehren nachlesen lassen und die einfach hinzunehmen sind.

Das Design dieses Tempels ist für meinen Geschmack auch gar nicht so übel, wenngleich ich es vor der 10%igen Verkleinerung auch

etwas zu übertrieben fand. Mit den neuen Plänen ist es da schon besser. Auch Ayurveda gehört in Küstennähe und in Waldnähe.

Allerdings da von einer Lichtung zu sprechen, wo erst Bäume gefällt werden müssen, ist schon etwas heikel. Hinzu kommt, dass

zur Wiederauferstehung des Mythos auch gehört hätte, den Golfplatz samt Golfteich zu rekultivieren und zu betreiben.

Andererseits wäre gerade das ein Argument, den Tagesgast noch weiter nach Osten zu vertreiben. Also vielleicht lieber nicht.

 

Der Tagesgast ist für die Stadt Bad Doberan die zahlende Klientel.

Die Stadt Bad Doberan hat nichts vom zahlenden Hotelgast, denn bis auf dessen Kurtaxe fließt sein Geld in die Kassen von

Kempinski, Fundus und Jagdfeld. Die Stadt täte gut daran, dem Tagesgast neben dem Golfteich ein Service-Zentrum zu errichten,

mit Information, Gastronomie, Gewerbe und sanitären Einrichtungen. Das war auch alles im Gespräch aber die Stadtväter haben

sich so sehr dem Investor und seinen Gästen verschrieben, dass sie ihre eigenen Gäste und damit die eigenen Finanzen aus den

Augen verloren haben. Ich sage es als Ex-Fast-Doberaner ganz ehrlich: Bad Doberan hat nichts zu bieten. Absolut nichts.

Es gibt Kneipen, Bars, Gaststätten, Geschäfte für den täglichen Bedarf und billige Läden mit einer großen Auswahl an Klamotten

für Leute über 40. Das ist alles schön für die Einheimischen, die trotzdem lieber nach Rostock oder wenigstens an den östlichen

Stadtrand fahren aber der Gast - der zahlende Gast mit Geld in der Tasche - braucht das alles nicht. Das kriegt er auch zu Hause.

Und das ist der Knackpunkt: Alles was Bad Doberan "zu bieten" hat, kriegt der Gast auch zuhause.

Es gibt keinen Grund, außer einem Münsterbesuch oder einer Mollifahrt, Bad Doberan zu besuchen. Und wohin fährt der Molli?

Im weitesten Sinne fährt er nach Kühlungsborn. Kühlungsborn ist ein richtiger Ferienort mit allem drum und dran. Ein Konzertgarten,

Hotels, Kaufhäuser und Boutiquen auch mit exklusiven Angeboten. Kühlungsborn ist wie Warnemünde, bloß mit 10% Preisaufschlag.

Wenn der Gast nach Kühlungsborn fährt, kann er auch gleich da bleiben.

 

In Bad Doberan hingegen verfallen Gebäude mitten in bester innenstädtischer Lage, sogar direkt am Markt und am Kamp.

Bad Doberan ist ein schöner Wohnort aber kein Ferienort. Es hat Zimmer und Pensionen zu bieten und auch einige Hotels.

Aber das macht Bad Doberan eher noch zur Schlafstadt als zum Kurort. Selbst das Moorbad steht hinter dem

Ortsausgangsschild. Bad Doberan hat nicht einmal ein Kaufhaus in der Art wie das STOLZ in Kühlungsborn.

Das Dobra ist in bester Lage nicht mehr als Gesamtkaufhaus vermittelt worden und auch das Prinzenpalais stand

lange leer, bevor sich mal jemand erbarmt hat. Im Prinzip müsste Bad Doberan potenzielle Investoren erst einmal

dafür bezahlen, das sie überhaupt investieren. Um diesen Umstand und das damit einher gehende mangelnde

Selbstbewusstsein der Stadtverwaltung plus der schlechten Finanz- und Arbeitsmarktlage hat es jeder Investor

leicht, die Stadtväter zu erpressen. Nichts anderes ist es, wenn die ECH mit der Arbeitsplatzkeule um sich schlägt.

Und die Stadtväter kuschen und winseln verängstigt und tun mehrheitlich gegen den Willen der Bürger und damit auch

der Wähler alles, was der Investor verlangt. Als einzige Alternative zu sich selbst hat der Bürgermeister ja auch freie Hand.

 

Aber der oder die Molli hält nicht nur in Kühlungsborn, sondern auch in Heiligendamm. Und dieses hatte zwar nie das

zu bieten, was Kühlungsborn je zu bieten hatte aber es hatte stets das zu bieten, was man benötigte. Heiligendamm war ein Kurort,

dessen Gebäude ohnehin nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war. Damit können die Einheimischen heute sicherlich auch leben.

Hätte man die Häuser zu Wohnungen umgebaut, hätte sie sich auch kaum jemand leisten können und in dieser Komplexgröße

auch gar nicht leisten wollen. Nein, es geht nicht um die Gebäude. Es geht um die Wege. Und ganz besonders um eine wirtschaftlich

sinnvolle Nutzung und AUSnutzung der einmaligen Lage.

 

Heiligendamm ist eine Goldgrube für den Landkreis, wenn es denn erst einmal läuft.

Aber der es zum Laufen bringen soll und will, beansprucht die ganze Goldgrube lückenlos von einer Ecke bis zur anderen für sich.

Wenn es nach ihm ginge, würden die lästigen Kleingeldtouristen den Steinstrand östlich der Jemnitz-Schleuse und und den schmalen

Strand ab der Haltestelle "Steilküste" nutzen und dabei Heiligendamm großzügig umfahren und von ihrer Anwesenheit verschonen.

Ausnahmen inbegriffen: Wer es sich leisten kann, darf ja ruhig die Restaurants, Cafés, Wellness- und SPA-Angebote nutzen.

Aber gerade diese Angebote bringen der Stadt kein Geld. Nicht einmal Parkgebühren, denn wer Gast des Hotels ist - egal

ob Stunden oder Tage - darf die Parkangebote des Hotels nutzen. Außer den Steuern ist am Grand Hotel nichts zu verdienen

und außer vielen steuerbegünstigten geringfügigen Beschäftigungen und wenigen Vollzeitjobs bringt Heiligendamm auch nicht

die versprochenen Arbeitsplätze. Heute nicht und auch in Zukunft nicht, denn ein saisonabhängiges Gewerbe arbeitet nicht mit

Vollzeitangeboten.

 

Die Stadt hat immense Kosten für den Bau und Ausbau von Straßen und Nebenanlagen, Parks und Parkplätzen

und sogar für die pflegerische Erhaltung von Häusern, die sich quasi auf einem Privatgrundstück befinden.

Wir haben uns schon so oft verarschen lassen. Mit Leuna fing es an und mit Heiligendamm hört es noch lange nicht auf.

Letztlich könnte es Jagdfeld - wäre er nicht so engagiert - egal sein, ob Heiligendamm eine Erfolgsgeschichte wird oder nicht.

Die Fonds 27 (Büropyramide in Berlin-Marzahn) und 29 (Gutenberg-Galerie in Leipzig) waren auch Flops und dennoch sind

wir in Heiligendamm schon 5 Fons weiter. Bezahlt haben die bankrotten Fonds die Anleger. Diese werden wegen den vielen

negativen Meldungen über die FUNDUS-Gruppe und in Hinblick auf die roten Zahlen in Heiligendamm nicht in Massen freiwillig

in den Fonds 34 investieren und damit Geld in die Kassen der ECH fließen lassen.

 

Die Stadt sollte sich also nicht allein auf Kempinski und Fundus verlassen, denn das Hotel läuft nicht und die Pläne

Jagdfelds sind nicht ohne den Widerstand der Bürger umsetzbar. Und diese entscheiden letztlich, ob bei der nächsten Wahl

noch einmal eine investorenfreundliche Mehrheit unter Leitung von Alleinherrscher Polzin in der Stadtverwaltung sitzt oder

eine linke oder rechte Mehrheit, die gegen den Investor arbeitet. Denn auch das dürfen wir nicht vergessen: Bad Doberan

war die erste deutsche Stadt, die Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde verlieh. Und zwar unmittelbar nach seiner Machtübernahme.

Da passt es ganz gut, dass im mecklenburgischen Landtag sechs Abgeordnete der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands

sitzen. Schwerin ist nicht weit und für Bad Doberan war Schwerin immer sehr nah, denn die Schweriner Herzöge liegen im Doberaner

Münster gebettet. Und würden sich vermutlich im Grabe umdrehen wenn sie sehen könnten, wie ihre einstigen Cottages verfallen.

Als ärmstes Land der Republik bleibt uns nichts anderes übrig, als den Mächtigen in den Arsch zu kriechen. Aber FUNDUS gehört nicht

zu den Mächtigen. FUNDUS ist nur so mächtig, wie die Masse seiner Anleger bereitwillig Geld zahlt. Und das werden immer weniger

Leute und es wird immer weniger Geld. So sehr wir es uns auch wünschen müssen, ist FUNDUS kein Garant dafür, dass das Hotel in

Heiligendamm läuft. Auch und gerade dann nicht, wenn man den einfachen Bürger mit Zäunen und Wachen ausschließt.

 

Die Stadt muss endlich begreifen, dass der Tagesgast das Tagesgeschäft ausmacht.

Der mit dem Kleingeld, das er in den Parkautomaten steckt, auf den Tresen legt, dem Verkäufer in die Hand drückt und dem

Kellner auf den Tisch legt. Dieser Gast, der eine Menge von mehreren tausend Menschen pro Jahr ausmacht, bringt der Stadt Geld.

Wenn dieser Gast in Heiligendamm die Möglichkeit hätte, Geld auszugeben, dann bräuchten die Politessen nicht im Winter auf

Jagd nach parkenden Autos am Kinderstrand gehen, deren Fahrer mangels einer richtigen Ausschilderung nicht wissen, dass sie

zwei Kilometer vorher an der Zufahrt zum Parkplatz einen Parkschein hätten lösen müssen. Was Heiligendamm hat, lässt sich an

einer Hand aufzählen, selbst wenn man sich den Daumen abgehackt hat. Zwei Imbissbetriebe, zwei Cafés und ein Restaurant.

Tendenz sinkend. Kein Einzelhandelsgeschäft ist mehr in Heiligendamm vorzufinden. Keine Drogerie, keine Post, kein Lokal

mit Festbetrieb, keine Apotheke und scheinbar nicht einmal ein Arzt oder Friseur, abgesehen von einem Star-Friseur, der für

ein einheimisches Monats-Netto Sterne frisiert. Vielleicht gibt es irgendwo in der Gartenstraße jemanden, der einem in seinen

eigenen vier Wänden die Haare macht aber zu finden ist der dann eher nicht. Kein Kindergarten ist mehr im Ort und auch keine

Schule. Es lohnt sich nicht, denn Heiligendamm ist selbst zum Wohnen nicht mehr attraktiv und die hier wohnten und wohnen

bleiben wollten, wurden vor 10 Jahren rausgeworfen, damit die Häuser frei für den Verfall sind.

 

Und eben dieser ist mein größter Kritikpunkt. 1997 sollte mit der Sanierung der Perlenkette begonnen werden aber da

fing Jagdfeld erst an, Geld zu sammeln. Geschlagene fünf Jahre später wurde endlich mit dem Bau begonnen und dann

musste es plötzlich ganz schnell gehen und die Bauarbeiter tummelten sich wie Ameisen vollgepackt mit Überstunden und

schwer koordinierbar auf der Baustelle. Die gleich den nächsten Kritikpunkt hervorruft. Alles musste raus und so blieben pro

Haus nur vier Wände, die mit Ach und Krach durch Gerüste gehalten wurden. Aber selbst diese Wände wurden ausgeschabt

und zugespachtelt, übermalt und übermauert. Die Häuser sehen nun zwar aus, wie damals aber sie sind nicht alt.

Im Mittelmeerraum darf Altes auch grau und rissig sein aber hier strahlt alles, wie gestern erst gebaut.

 

Und so ist es auch. Es wurde ja alles erst gestern gebaut.

Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Severin-Palais und dem Grand Hotel? Six Feet Under -

Einen Meter unter der Erde. Die Fundamente des Grand Hotels sind teilweise alt und irgend etwas zwischen Tapete und Außenfarbe.

Mehr nicht. Kein Fenster, keine Tür, keine Treppe - nicht einmal das Dach. Kein Treppengeländer wurde je von Friedrich Franz I berührt

und über keine Treppe glitt die Herzogin Alexandrine. Auf keinem Stuhl ließ sich Miechen erschöpft nieder und an keinem Schreibtisch

hat Felix Mendelssohn Bartholdy je gesessen. Keine Badewanne wurde je von einer Prinzessin benutzt und kein Bild je von einem

Prinzen bewundert. Aus keinem Fenster hat je der Kaiser auf die Ostsee geschaut und auf keiner Terrasse ein Fürst gespeist.

Durch keine Tür ist je ein König geschritten und in keinem Raum befindet sich der Hauch einer zärtlichen Liebesnacht eines

jungen Fürstenpaares. Nichts ist mehr geschichtsträchtig. Entschuldigung, liebe Hotelgäste, dass ich Sie desillusioniere.

 

Alles ist neu im Grand Hotel, im Kurhaus, der Burg, der Orangerie, dem Haus Mecklenburg und natürlich dem Severin-Palais.

Die wahre Geschichte - der wahre Hauch vergangener Tage - liegt in den muffigen Räumen des Alexandrinencottage, in der die

fröhliche Herzogin ihren Sommerurlaub verbrachte oder im Residenz-Hotel, in dem die Prinzessin von Reuss residierte oder im

Eikboom, in dem der deutsche Luftfahrtpionier und Rüstungswerkbesitzer Ernst Heinkel laue Sommerabende auf der Veranda

verbrachte. Oder in den Kolonnaden, in dem die Aristokraten teuere Waren aus Übersee einkauften oder in den Cottages der

Perlenkette, in denen Fürsten des mecklenburgischen Hofes residierten. Der Hauch der Geschichte lag in der Villa "Perle",

in der der Sohn des russischen Zaren die Tochter des mecklenburgischen Herzogs ehelichte und in der vielleicht Sohn Kyrill

gezeugt aber zumindest die eine oder andere romantische Nacht verbracht wurde. Darüber redet man und darüber spinnt man.

Das ist der Stoff für Mythen und Legenden. Und nicht weiß getünchte Stahlbetonbauten mit Stuck und Klinkern aus dem

Jahre 2002, in denen sich Neureiche, Papasöhnchen und Möchtegern-Aristokraten vergnügen, die gar keiner kennt oder deren

Namen man nur mal aus der BILD-Zeitung oder einem anderen Klatschblatt gehört hat.

 

Mit dem Mord an der Perle - denn auch Materie ist Leben - ist die Geschichte dieses Hauses ausgelöscht und nicht mehr erlebbar.

Egal, wie originalgetreu das Plagiat - so es denn eines geben wird - aussehen wird - es wird nicht mehr die Perle sein.

Eigentlich darf es sich nicht einmal mehr so nennen, denn nichts - absolut gar nichts - ist davon noch die Villa Perle.

Kein Stein, kein Stück Holz und kein Glassplitter. Es wird eine billige Imitation sein, in der nicht Schweiß und karger

Lohn, sondern Baumaschinen und karger Lohn stecken. Die Perle ist tot und damit ist die Sache gegessen. Ihr Mörder

hat einen Namen und er setzt an zum Schlag auf die nächsten Perlen. Während ich dies schreibe, stehen "Möwe" und

"Schwan" noch aber ihr Schicksal ist besiegelt.

 

Vor 820 Jahren war es Fürst Borwin, der mit der Ermordung eines Schwans die Geschichte Doberans begann und

jetzt ist es ein Mann mit fürstlich anmutenden Namen, der sich die mondäne Tochter Doberans auserkoren hat, um auf diesem

Jagdfeld einen Schwan zu ermorden. Und weil seine Losung stets ist, dass man sich nicht mit zu wenig zufrieden geben sollte,

schießt er auch noch eine Möwe mit dazu ab. Der Grund ist seitens der Denkmalschützer schnell gefunden. Die fehlenden Keller

und damit verbundenen logistischen Probleme. Aber das ist natürlich alles nicht wahr. Nein, die bösen bösen Ossis haben in ihrer

Schlampigkeit während der DDR-Zeit die Häuser arg verunstaltet und böse verkommen lassen. Das sehen auch Denkmalschützer

so und stimmen der Vernichtung deutscher Kulturgüter zu.

 

Nur sind es wohl nicht die Denkmalschützer vom Dienst, denn die fühlen sich übergangen, waren von Anfang an dagegen und sind

empört. Scheinbar darf "in der Zone" also jeder tun, was er gerade will. Und da gebe ich doch denen Recht die zu Bedenken geben,

dass doch erst der Leerstand der Häuser über ein ganzes Jahrzehnt das geschafft hat, was 40 Jahre DDR nicht geschafft haben. Damals kam alle zwei Jahre Putz und Farbe rauf und was heraus fiel, wurde durch Massenartikel ersetzt und wenn die nicht passen,

wurde das Haus eben passend gemacht. Und nun kommt FUNDUS, die in zwei Jahren drei Häuser entkernt und völlig neu errichtet

hat und behauptet prompt, dass es unmöglich wäre, an die Möwe zwei läppische Türme anzubauen, Stuck und Holzverkleidung

anzubringen und das Haus von innen zu entkernen und zu sanieren und anders herum bei der Perle die kleinen baulichen

Veränderungen wieder geradezubiegen?

 

Die Burg hatte keine Türme mehr und war völlig verunstaltet und sieht jetzt wieder aus, wie vor 200 Jahren aber drei kleine Häuser

in der Größe eines Zweifamilienhauses sind nicht sanierungsfähig? Dann sollte FUNDUS vielleicht mal statt der Firmen auf der

Klüngel-Liste jemanden beauftragen, der Ahnung von Restaurationen hat. In Dresden musste man eine ganze Kirche wieder

aufbauen und das hat auch geklappt. Vielleicht sollte man die bösen bösen Ossis mal fragen, wie man so etwas macht.

Aber leichter ist es doch, wenn man einen hässlichen Zaun drum zieht und den Mist einfach verfallen lässt. Zeit heilt alle Wunden

und den krustigen grauen Schlitz auf der weißen Haut heilt die Zeit auch von selbst.

 

Was mich außerdem stört, sind postmoderne anthrazite Stablampen mit zwei Lichtkammern und Bushaltestellen im Großstadt-Design.

Diese Dinge passen nicht in ein Konzept das von sich behauptet, einen 250 Jahre alten Mythos wiederauferstehen zu lassen. Mir ist klar,

dass diese Dinge nicht auf dem Mist der ECH gewachsen, sondern von der Stadt und dem Land geplant wurden. Aber ich glaube fast,

dass die Planer noch nie in Heiligendamm waren. Hier gehören nun einmal traditionelle Lampen hin. Und zwar alle im gleichen

Design und nicht vier verschiedene Designs je eines vom gerade preisgünstigsten Modell. Genauso lächerlich finde ich die Pflasterung

des Platzes zwischen Seebrücke und Kurhaus. In ganz Ostdeutschland reißt man graue Platten raus und ersetzt sie gegen Pflaster und

in Heiligendamm setzt man graue Platten ein, die überdies bei Nässe glatt sind. Und dann wird auch nur der Platz gepflastert. Das sieht

aus, als hätte das Geld nicht gereicht. Hecken wachsen nicht, wenn man sie andauernd versetzt. Gerade dies aber tut man im

Bereich des Kurhauses. Auf der Promenade gab es früher auch eine Hecke zum Strand hin, die vor Versandung der Promenade schützte.

Die wurde nun wieder entfernt und prompt versandet die Promenade wieder. Das physikalische Gesetz von Ursache und Wirkung

(Kausalitätsgesetz) ist auch im Alltag anwendbar. Scheinbar hatten die Planer aber außer ihren Berufsschule- oder Studienjahren

nichts mehr vom dem im Kopf.

 

Ebenso kausal verhält es sich auch, wenn man eine kurtaxenpflichtige Promenade an ihrer schmalsten Stelle zur Sackgasse

macht. Die Gäste haben bezahlt, also möchten sie auch etwas sehen. Und so staut sich ständig der Besucherverkehr

zwischen "Mecklenburg" und der Burg. Inzwischen wurden zwei schöne breite Treppen gebaut, an denen man zu Fuß neben

der Seebrücke den Strand passieren kann. Rollstühle und Kinderwagen sind herunterzuwerfen. Der Sand ist ja weich.

Heiligendamm gehört zu Bad Doberan und Bad Doberan pfeift auf Behinderte. Bad Doberan hat schmale Bürgersteige,

die von Radfahrern und Fußgängern zugleich benutzt werden müssen, die Ampeln haben keine Signaleinrichtungen für

Blinde und die Bürgersteige selbst auch keine Orientierungshilfen für Blinde und die Bordsteine sind hoch und lang und

viel zu selten abgesenkt. Selbst einige Ämter, Ärzte und Krankenkassen lassen sich mit dem Rollstuhl nicht erreichen

und auch die wenigsten Schulen sind rollstuhlgerecht. Bad Doberan ist behindertenfeindlich, denn wer bei Planungen

Behinderte einfach nicht beachtet, ist nicht behindertenUNFREUNDLICH, sondern behindertenFEINDLICH.

 

Aber zurück zu Heiligendamm. Da sieht es nicht anders aus. Auch ein Rollstuhlfahrer möchte mal Ostseewasser spüren.

In Warnemünde ist das auch kein Problem, denn dort reicht ein ebenerdiger Holzsteg bis an das Wasser ran und der ist gerade

breit genug für einen Rollstuhl. In Heiligendamm gibt es geschlagene zwei Abfahren, die mit ganzen und runden Steinen gepflastert

sind und 20 Meter vor dem Wasser enden.Einer davon befindet sich administrativ gar nicht mehr in Heiligendamm.

 

Bei den Umwegen möchte ich auch bleiben. Denn der größte Mangel und das was die Menschen am meisten aufregt ist und

bleibt der Küstenwald. Es wäre alles so einfach gewesen. Ein befestigter Weg entlang der Küste bis kurz vor das Alexandrinencottage,

ein Schwenk nach links und hinter dem Versorgungsgebäude eine Verbindung mit der Straße zum Kinderstrand und die Sache wäre

gut gewesen. Der Wald braucht nach den vielen Jahren Ruhe und die Steilküste sollte nicht betreten werden. Das sehe ich ein und

das befürworte ich auch. Man kann den Wald einfrieden und dann wäre es gut gewesen. Das Alexandrinencottage gehört zum Hotel,

ob nun Jagdfeld privat oder auch nicht. Aber zwischen Thalassozentrum und Ayurveda-Zentrum wird auch eine Straße liegen und

zwischen Hotelgelände und Demmler-Palais ebenso. Zwei Tore oder eine Überführung würden das Problem lösen und außerdem

wird so etwas großartiges nicht im Alexandrinen-Cottage unterzubringen sein, dass man da eine logistische Direktanbindung

zum Hotelgelände braucht. Der Besucherstrom würde zwischen zwei (hoffentlich dann dekorativen) Zäunen hindurch zum

Kinderstrand oder auch hinter das Ensemble geleitet werden und die Patienten der MEDIAN-Klinik hätten auch einen

kürzeren Weg und bräuchten trotzdem nicht über das Hotelgelände laufen. Hier ist purer Starrsinn am Werk.

Es wäre so einfach, die Promenade im Westen zu entlasten und eine Schleuse zu schaffen, damit sich keine Staus bilden müssen.

Aber hier will einfach jemand nicht und es wird gegen die Bürger gearbeitet. Damit gibt es keine Toleranz und damit gibt es kein

Verständnis und damit gewinnt man die Bürger nicht für seine Pläne. Damit fährt man sich fest und ist selbst Schuld.

 

Vorerst letztes Ärgernis ist das Alexandrinen-Cottage selbst. Vor 10 Jahren hat Jagdfeld großmundig verkündet, dass dies

sein Sommerhaus sein wird und er damit leben kann, wenn die Touristen sich in Knokke um die Liegestühle streiten und er es

lieber beschaulich mag. Und nun fallen schon die Fenster aus dem schönsten Cottage des Seebades. Eine Nutzung zum

Privatvergnügen wäre allemal besser, als der Verfall. Die Kommandanten der Wehrmacht und der Roten Armee haben sich

auch dieses Haus als erstes unter den Nagel gerissen und das waren Menschen wie Sie und ich und Herr Jagdfeld.

Aber nach 10 Jahren Verfall gönne ich ihm das Filetstückchen nicht mehr.

 

Dann soll er doch lieber auf seinem Dorf bei Bad Doberan bleiben und Bio-Gemüse anbauen, statt dort zu thronen,

wo einst Menschen lebten, denen ihr Haus noch etwas bedeutete. Das Alexandrinen-Cottage würde sich als

Café sehr gut eignen und ich wäre dafür, es auch öffentlich als Café zu betreiben. Für Hotelgäste und Touristen.

Der Ort bietet sich einfach an. Es ist die schönste Stelle Heiligendamms.

 

Bei aller Kritik möchte ich dennoch unterstellen, dass die Stadtväter ihr Bestes versuchen, sofern es mit leeren Kassen möglich

ist und dass die Leute im Amt ihrem Tagewerk so nachgehen, wie es die Gesetze und Verordnungen von ihnen verlangen und dass

niemand mit einer Einladung der ECH zum Buffet bestochen werden soll. Weiterhin möchte ich erwähnen, dass ich bei der ECH einen

netten Ansprechpartner hatte, der mit mit Daten weitergeholfen hat und mir darüber hinaus umfangreiche bezahlte Recherchen in seiner

Freizeit angeboten hat. Das erwähnte arrogante Auftreten sollte also nicht auf jeden Mitarbeiter bezogen werden. Auch möchte ich darauf

hinweisen, dass der Fonds 34 einer von vielen Fonds ist und andere - wie z.B. das Steigenberger Hotel Zingst-Darss oder auch das Hotel

Adlon in Berlin erfolgreich laufen, sodass ich mich nicht dazu hinreißen lassen werde, die FUNDUS-Gruppe als Finanzhai mit bösartigen

Absichten darzustellen. Bestenfalls ist Jagdfeld ein Finanzjongleur, der auf Risiko setzt und dem die Objekte mehr bedeuten, als die

Anleger aber wie man sieht, rächt sich das ganz von allein, indem immer weniger Anleger hinzu kommen und immer mehr Anleger

klagen. Das soll letztlich nicht unsere Sache sein. Die Stadt muss wissen, dass FUNDUS kein Erfolgsgarant ist und sich danach

richten. Ebenso erwähnenswert ist der schnelle und kompetente und vor allem persönliche Service des Hauses Kempinski, das

auf Anfragen per E-Mail zu Angeboten des Hotels stets in weniger als drei Tagen antwortete. An dieser Stelle danke ich auch

Herrn Behrens, dem Betreiber der Internetseite www.heiligendamm-urlaubserfahrungen.de für die vielen Informationen und die

Materialien und natürlich der Bürgerinitiative für Öffentlichkeit in Heiligendamm e.V. für die vielen Informationen auf

www.proheiligendamm.de. Zuletzt bedanke ich mich selbstverständlich auch bei den vielen unbekannten Sammlern

von Post- und Ansichtskarten und denen, die mir Bilder und Materialien zur Verfügung gestellt haben, bzw. der

Nutzung ihrer Materialien zustimmten.

 

 

Zu guter Letzt: Mein Alternativkonzept.

 

Meckern kann ja jeder. Ich mache mir aber die Mühe, ein Alternativkonzept vorzulegen. Freilich als einsamer Rufer in der Wüste

aber vielleicht ist eine Alternative schneller nötig, als man es momentan vermutet. Hier ist also mein Alternativkonzept:

 

Als erstes wäre es wichtig, in Heiligendamm den Straßenverkehr zu unterbinden. Dazu würde ich vom Kreisel auf der Straße

zwischen Bad Doberan und Heiligendamm ausgehend eine Tangente zur Jemnitz-Schleuse bauen lassen. Diese würde auch

gleich einen Radweg enthalten. Unmittelbar neben dem Golfteich würde ich in Richtung Börgerende einen großen Parkplatz

mit einer Bushaltestelle errichten lassen, wobei der Bus statt der Kühlungsborner Straße die neue Tangente benutzen und

über die Seedeichstraße nach Heiligendamm fahren würde. Für Autos aber sollte der Parkplatz das Ende vor Heiligendamm

sein und Heiligendamm sollte nur noch durch Anlieger und Hotelgäste und nur über die südliche und östliche Kühlungsborner

Straße befahren werden können. Zentraler Anlandepunkt sollte also die Seedeichstraße am Golfteich sein.

 

Dort sollte es ein Service-Center geben, in dem Gastronomie, Geschäfte, sanitäre Anlagen, Wickelräume, vielleicht auch eine

Ruheoase und ein Fahrradverleih angesiedelt sind. Letzteren könnte auch die Stadt selbst betreiben und damit noch ein paar

Nebeneinnahmen machen und etwas für die Umwelt tun. Die Seedeichstraße in Heiligendamm müsste auf diesem Parkplatz

enden und dort eine Wendeschleife bilden. Öffentliche Verkehrsmittel dürften dann die Zufahrt zur Kühlungsborner Straße durch

das Hotelgelände hindurch nutzen, z.B. mittels einer Schrankenanlage oder versenkbarer Poller. Die Hotelgäste könnten so

ohne Behinderungen vom Thalasso- zum Ayurveda-Zentrum wechseln.

 

Die Professor-Vogel-Straße würde ich öffentlich lassen aber ich würde sie etwas verschmälern. Und zwar würde ich die Perlen

der Perlenkette wie von der ECH geplant vermieten und um den Mietern die nötige Ruhe zu geben, würde ich die Perlenkette

zur Professor-Vogel-Straße hin in Parzellen einteilen lassen, indem ich für jedes Gebäude einen blumenbepflanzten Vorgarten

anlegen lassen würde. Dieser würde dort enden, wo jetzt die Mitte der Straße ist und durch einen etwa achselhohen weißen

Lattenzaun mit jeweils einem Tor pro Villa abgegrenzt werden. Dieses würde mit der üblichen Chipkarte zu öffnen sein,

die nur den jeweiligen Mieter und dem Personal Einlass gewährt. Die Kolonnaden würde ich auch wieder als Kaufhallen

oder als Café herrichten lassen. Das Service-Center daneben kann ja durch eine Verlängerung der Hecke des Residenz-

Hotels vom Besucherverkehr ausgenommen werden. Ich würde die Fußgängerzone nach Süden abknicken lassen und den

vorhandenen Weg zum Bahnhof befestigen lassen. Die Professor-Vogel-Straße würde ich nach Westen hin vielleicht durch

einen dekorativen Wall zur Sackgasse machen und auf dem Endstück dieser Sackgasse einen Springbrunnen aufstellen,

der vom Wasser der Ostsee gespeist wird. Wenn die Besucher das Ensemble von Süden sehen wollen, gehen sie durch

den Wald zur Kühlungsborner Straße und wenn sie es von Norden sehen wollen, gehen sie zurück bis zum Haus "Bischofsstab"

und dort auf die Promenade und über diese zum Ensemble.

 

Wichtig ist nur, dass die Professor-Vogel-Straße als Sackgasse eine Verbindung zur Kühlungsborner Straße und damit zum

Bahnhof hat. Ein Umweg über die Seedeichstraße ist unzumutbar. Diese würde ich gar nicht weiter integrieren, sondern nur für

Fußgänger und Radfahrer freigeben, damit diese nicht durch die Professor-Vogel-Straße fahren. Dort sollten Fahrräder nichts zu

suchen haben. Die Promenade würde ich im Küstenwald am Alexandrinencottage südseitig vorbei verlegen und auf die Straße

zum Kinderstrand münden lassen. Diese müsste dann allerdings auch für Radfahrer und Fußgänger ausgebaut werden, wobei

Radfahrer nur ab, bzw. bis hier fahren dürften und auf der Promenade schieben müssten. Das Alexandrinencottage selbst würde

ich wie gesagt gastronomisch nutzen oder Angebote in den Bereichen Wellness und Erholung unterbringen oder als

Ausstellungsgebäude ähnlich dem Pavillon. Wichtig ist auch, dass die Geschichte Heiligendamms irgendwo in Heiligendamm

öffentlich zugänglich dokumentiert ist und nicht erst im Museum in Bad Doberan.

 

Ich würde die Zugänge zum Strand neben der Seebrücke bis an das Wasser ran befestigen, damit auch Rollstuhlfahrer bis an

das Wasser gelangen. Man könnte auch unter der Seebrücke eine Pflasterung vornehmen und damit einen befestigten Strand

extra für Gehbehinderte errichten. Scheinbar sind Hunde mehr Wert, als Rollstuhlfahrer, denn Hunde haben einen

Extra-Strandabschnitt. Einen Strandabschnitt für die Gäste des Hotels finde ich auch wichtig. Den würde ich zwischen

dem Strandaufgang am Haus "Mecklenburg" und dem Packwerk an des Alexandrinen-Cottage errichten und auch einzäunen.

Das bedingt aber, dass es hinter dem Alexandrinen-Cottage einen Abgang geben muss, der sanft an der Steilküste entlang zum

Strand hinunter geführt wird. Und zwar so sanft, dass auch Kinderwagen herunter geschoben und auch wieder nach oben befördert

werden können. Zugleich würde dieser Abgang direkt an der steilen Wand der Steilküste eine Attraktion sein und zur Sicherung dieses

Stückes Steilküste beitragen. Die Rede ist bei der Höhe von gut 50 Metern. Es gäbe also einen eigenen Strand für Hotelgäste, der von

den Tagesgästen nicht betreten werden muss. Die Gäste wären ganz für sich allein und der Besucherverkehr würde hinter ihnen in

5 Metern Höhe vorbeiziehen.

 

Das war es eigentlich auch schon. Hier noch einmal eine bildliche Erläuterung der Pläne:

 

Anlandepunkt mit Großparkplatz und Service-Center.

 

Dies wäre der besagte Zubringer nach Heiligendamm. Er wird problemlos direkt hinter dem westlichen Bahnübergang hinter dem Kreisel

der L12 abgezweigt und durch den Wald auf den vorhandenen Wanderweg gezogen. Dazu ist der Bau einer Brücke oder zumindest einer

Durchleitung nötig. Die neue Straße führt an einem Parkplatz für ca. 300-500 Autos und einige Busse vorbei und passiert dabei auch eine

Bushaltestelle. Auf dem Parkplatz - für den kein Baum geopfert werden müsste - befindet sich ein Servicecenter in Form eines runden

Pavillons, in dem es Fahrkartenschalter und fest installierte Bänke und Tische gibt. Die Hälfte des Pavillons ist außerdem mit Ladenflächen

ausgestattet. Am Pavillon befindet sich ein Anbau, der Toiletten, Wickelräume, einen Fahrradverleih und an der Ecke einen Imbiss mit einer

Süd-Terrasse beherbergt. Der Parkplatz ist außer für Fahrräder und Busse kostenpflichtig und die Einrichtungen haben zwischen der letzten

Abfahrtzeit und der ersten Ankunftszeit des Linienbusses geschlossen, sodass das Gebäude nicht missbraucht werden kann. Der Parkplatz

hat eine Ausfahrt im Süden und eine Ein- und Ausfahrt im Nordosten, die auf einem Kreisel endet. Dieser Kreisel ermöglicht es, nach

Börgerende, Bad Doberan und zum Parkplatz zu gelangen. Die Seedeichstraße jedoch wird ab diesem Kreisel durch versenkbare Poller

oder eine Schrankenanlage versperrt, sodass nur der Bus und zur Durchfahrt Berechtigte die Seedeichstraße passieren können.

Der Besucherverkehr kann über einen kombinierten Rad- und Fußweg zur Jemnitz-Schleuse und nach Börgerende gelangen, sowie

natürlich zum Kreisel auf der L12. Der reine Fußgängerverkehr wird im Norden nicht erst auf die Seedeichstraße, sondern auf die

Promenade geleitet und hat außerdem die Möglichkeit, am Ayurveda-Zentrum in sicherer Entfernung vorbei auf die Seedeichstraße

in Höhe der Waldkapelle zu gelangen und von dort aus in den Wald, zur Kühlungsborner Straße, zum Bahnhof und zur Perlenkette

und von dort aus auch auf die Promenade und zum Ensemble. Der Publikumsverkehr würde auch am Thalasso-Zentrum südlich durch

den Wald oder nördlich über die Promenade vorbei geführt werden und hätte ohne Chipkarte nicht die Möglichkeit, das Gelände zwischen

dem neuen Service-Center und dem Golfteich zu betreten. Die einzige Ausnahme bildet ein Fußweg, der am Golfhaus vorbei in den Wald

führt und nördlich und südlich von einem Zaun umgeben ist. Das Hotel hätte hier also ein zusammenhängendes Gelände, welches nur durch

einen Fußweg vor dem Haus "Bischofsstab" unterbrochen werden würde und dennoch würde Heiligendamm für die Tagesgäste erlebbar bleiben.

(weiße Linie: öffentliche Straße, rote Linie: Fuß-/Radweg, graue Linie: nur ÖPNV, Hotel-Logistik, Gastronomen, Feuerwehr und Polizei)

 

Alternative zur Einziehung der Professor-Vogel-Straße.

 

Und hier sieht man nun meine Idee von der erlebbaren Perlenkette. Der Fußgänger kommt vom Anlandepunkt über die Promenade oder

vom Bahnhof durch den vorhandenen Weg im Wald, der aber dann auszubessern wäre. Die Professor-Vogel-Straße wäre auf die Breite

eines Bürgersteiges verkleinert und würde in Höhe der Kolonnaden einen kleinen Platz bilden, der z.B. als Terrasse für eventuelle

Gastronomie in den Kolonnaden dienen kann. Jede Villa der Perlenkette besitzt einen kleinen Vorgarten, der bis dort reicht, wo heute

die Straßenmitte ist. Die Gärten sind durch einen achselhohen dekorativen weißen Zaun (schwarze Linie) von der Fußgängerzone

abgegrenzt und besitzen jeweils einen geraden Weg von der Tür durch den Vorgarten zu einem Tor, welches nur der Mieter und Angestellte

des Hotels öffnen können. Die Gebäude sind so sichtbar und erlebbar aber es ist eine Pufferzone zur Fußgängerzone vorhanden. Diese

könnte gärtnerisch anspruchsvoll gestaltet werden. Auch gegen kleine Hecken spricht nichts. Die Professor-Vogel-Straße jedenfalls bietet

die Möglichkeit, direkt neben dem neu zu errichtenden Service-Center (weißes Rechteck) zum Bahnhof zu gelangen. Die Straße selbst

endet in einer runden von einem Wall umgebenen Sitzecke, die nach Osten und Südwesten offen ist, in der Mitte einen Springbrunnen

hat, um den sich am Wall Bänke legen. Diese sind selbst rund. Der Wall ist etwa. 1,20 Meter hoch und innerhalb des Kreises steilwandig

und nach außen abfallend. Also wie ein Maulwurfshügel mit einem Loch drin. Die Bänke könnten einfach aus einem Innenring bestehen,

auf dem Holzlatten befestigt werden. Der Kreis ist zur alten Professor-Vogel-Straße offen, sodass die Logistik des Hotels hindurch fahren

kann und die Fußgängerzone auch nutzen kann, um das Thalasso- und das Ayurveda-Zentrum logistisch zu erschließen. Eine Alternative

dazu wäre ein Weg nördlich der Perlenkette, wie es ihn zu DDR-Zeiten auch schon gab. Erkennbar ist auch, dass die Professor-Vogel-Straße

nicht mehr auf die Seedeichstraße, sondern auf die Promenade gezogen wird. Wer zur Seedeichstraße möchte, benutzt den Weg im Wald an

der Kapelle vorbei. Das Gelände zwischen dem Haus "Bischofsstab" und dem Anlandepunkt und zwischen dem Residenz-Hotel und dem

Anlandepunkt und in Nord-Süd-Richtung von der Promenade bis zum Residenz-Hotel und im Osten bis hinter Haus "Seeadler" ist für die

Tagesgäste nicht mehr zu betreten. Anders laufen Thalasso und Ayurveda nicht. Das Café im Golfhaus ist dennoch erreichbar. Ein Fußweg

erlaubt es dem Gast, hinter dem Service-Center und dem Residenz-Hotel auf die Seedeichstraße und von dort zum Golfhaus zu gelangen.

Am Golfteich vorbei würde der Gast dann - notfalls zwischen Zäunen - zum Anlandepunkt gelangen oder die restliche Seedeichstraße entlang

zum Bahnhof.

 

Wenn Sie noch ein paar Ideen haben, die ich mit einfließen lassen kann, würde ich mich über die Zusendung dieser freuen.

Die Bilder stammen übrigens von MAP24 und sind scheinbar nur dort topaktuell. Ich habe das Logo bewusst drauf gelassen,

damit es keinen Ärger gibt. Hier ist auch noch der Link zu MAP24: http://www.map24.de.

 

Und G8?

Stimmt, da war doch noch etwas. Meine Meinung zum Gipfel der gierigen Acht ist gespalten. Kann eine Meinung gespalten sein? Eher nicht.

Ich begrüße es, wenn sich Regierungschefs und Gremien zusammensetzen und über Klimaschutz, Wirtschaft, Politik und Sozialwesen reden.

Aber unser Planet hat mindestens 193 Staaten und wenn man es richtig machen wollte, dann sollte es ein G-193-Gipfel sein und nicht eine

Zusammen- und Übereinkunft der 8 geldgierigsten Kriegstreiber. Wer so arbeitet, hat schnell viele Gegner und wer diesen Gipfel zu sich

einlädt, der lädt auch eben diese Gegner ein. Auch zwei Monate vor dem Gipfel und einen Monat vor Beginn der Demonstrationen haben

es die Verantwortlichen noch nicht geschafft, Unterkünfte für die Gegner und Demonstranten zu organisieren und das Sicherheitskonzept

scheint auch erst nach Zaunschließung zu greifen. Gerüchte über mögliche Standorte für Camps gehen durch die Medien aber Nachrichten

über zu erwartende Sperrungen der Straße von Doberan nach Kühlungsborn auf Grund von Bauarbeiten werden einfach vergessen. Fragt man

bei de Kavala nach, heißt es im April noch, dass zwei Camps sicher sind und über die anderen noch beraten wird. Drei Wochen später wollen

100.000 Menschen in Rostock demonstrieren und damit ist nicht die Hälfte der Einwohner der Hansestadt gemeint, sondern es handelt sich

um Leute, die erst einmal anreisen und irgendwo unterkommen müssen. Die Sache stinkt irgendwie. Man wird den Verdacht nicht los, dass

die Verantwortlichen das Problem sich von selbst lösen lassen wollen, z.B. durch fehlende Unterbringung. Aber diese Rechnung wird nicht

aufgehen. Im Gegenteil. Die Gegner und Demonstranten kommen und wenn sie nicht genügend Unterkünfte vorfinden, werden sie in Wäldern

und auf Wiesen und Feldern campen und damit der Umwelt und der Land- und Forstwirtschaft keinen Gefallen tun und auch nicht mehr so

leicht zu kontrollieren sein. Ich sehe G8 in Mecklenburg-Vorpommern so enden, wie es sich die Gegner immer gewünscht und die Macher

immer verdrängt haben. Wer mit 10.000 Polizisten eine Demonstration von 250 Neonazis abschirmen muss, der wird zu G8 wohl 10 Mio.

Polizisten brauchen. Die haben wir nicht - so viele Einwohner haben wir hier nicht einmal - und darum kann es nur schief gehen. Aber der

Sündenbock wäre schnell gefunden. Entweder geht der Innenminister oder Kempinski ist Schuld, weil es eingeladen hat. Wir als Bürger

haben nur den Stress und die Kosten. Aber diese hat m. E. der Gastgeber zu zahlen. Und der ist Kempinski in Heiligendamm.

 

Aber unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es ja vorgemacht, als sie den im und vom Land nicht willkommen geheißenen

minderbegabten US- und Kriegspräsidenten in ihre und unsere Heimat einlud und die Rechnung an den Gastgeber schickte.

Eben jenem, der beim Empfang am Liebsten gar nicht da gewesen wäre bzw. dessen Vertretung bei den Demonstranten anzutreffen war.

Und nun kommt jener George W. Bush wieder. Lustig ist es auf jeden Fall, was da durch G8 Vollendung findet. Gegner werden in Turnhallen,

Schulen und einen Schlachthof untergebracht, Rechtsanwälte schalten eine Hotline für Demonstranten, die in Schwierigkeiten geraten sind.

Umweltschützer sorgen sich um die Wale, die von den Sonarsonden der US-Kriegsschiffe angezogen werden könnte.

Weniger lustig sind dann Mobilgefängnisse und Schallwaffen.

 

Ob G-8 für unsere Region etwas anderes als horrende Rechnungen und nie endende Schulden bringt, muss sich zeigen. Wenn nicht,

muss Ringstorff eben mal in Holland nachfragen, ob man dort nicht noch 1000 mecklenburgische Landeskinder gebrauchen könnte.

Beim Herzog klappte es ja auch. Und wie man Tomaten gießt und Käse macht, wissen unsere Landeskinder auch.

 

 

Abschließend dann noch einige organisatorische Sachen.

Die Informationen stammen aus dem Stadt- und Bädermuseum, dem Buch "Heiligendamm - Erstes deutsches Seebad" von Wolf Karge,

dem Buch "Bäderarchitektur in Heiligendamm" von Judith Groschang, "Heiligendamm" von Prof. Joachim Skerl und Thomas Grundner,

von Einheimischen, aus Archiven und aus dem Internet. Alle Bilder, die nicht den Schriftzug dieser Internetseite tragen, sind von Postkarten,

Fotos oder Ansichtskarten abkopiert und durch den Eigentümer, der meistens nicht mehr ausfindig zu machen ist geschützt. Keines der

Bilder stammt aus Büchern. Vielmehr bedienen sich Bücher auch der Postkarten. Bitte kopieren Sie daher nur Bilder mit dem Schriftzug.

Wenn Sie Eigentümer eines Bildes sind, das belegen können und einen Hinweis oder Link unter dem Bild wünschen oder wenn Sie mir den

Gefallen nehmen und das Bild entfernt sehen wollen, dann wenden Sie sich einfach an mich.

 

Bitte bedenken Sie, dass ich hier unentgeltlich einen Beitrag für die Gesellschaft leiste und auf unentgeltliche Hilfsmittel angewiesen bin.

Klagen liegen nicht in meinem Sinne und würden auch nichts bringen. Zumindest nichts geldwertes. Mit ein paar Buchempfehlungen und

bezahlten Links kann ich die Kosten der Seite decken und darum habe ich den Nutzen für den Besucher mit dem Nutzen für mich verbunden.

Dennoch bleibt das im moderaten Rahmen. Mit dem Verkauf von Bildern biete ich einen Service für Interessierte an aber um überhaupt

das Geld für Kamera und Kraftstoff zu erwirtschaften, müsste ich schon zu Beginn über 100 solcher Bilder verkaufen und dann jährlich

mindestens 20. Kurzum kann also gesagt werden, dass diese Seite keinen kommerziellen Charakter hat und rein privat ist und alle

Einnahmen zur Deckung der Kosten und Investitionen verwendet werden. Wenn ich Geld damit verdienen wollte, könnte ich auch eine

Lobpreisungspräsenz daraus machen und einen Vertrag mit Kempinski abschließen. Will ich aber nicht.

 

Bitte kopieren Sie auch nicht einfach die Texte heraus, um sie dann woanders einzufügen. Ich habe nichts dagegen, möchte aber vorher

gefragt werden und eine Quellangabe sehen. Das gilt auch für eifrige Journalisten. Es hat eine Heidenarbeit gemacht und wochenlang

gedauert, eine so einmalig vollständige Chronik auszuarbeiten und wenn ich schon kein Geld für die Übernahme von Bildern und Texten

verlange, möchte ich zumindest, dass die Menschen, die die Inhalte von den Leuten lesen, die für diese Inhalte Geld kriegen, auch wissen,

 wer sich da so viel Mühe gemacht hat. Zuviel gesetzte Kommas können Sie behalten. Rechtschreibfehler dürfen Sie mir hingegen mitteilen.

Bitte beachten Sie dabei aber, dass ich selbst in der neuen deutschen Rechtschreibung schreibe, während die Zitate sich meistens auf Artikel

beziehen, die vor Inkrafttreten der Rechtschreibereform geschrieben wurde. Daher dürfen diese Zitate auch die bisherigen Schreibweisen

beinhalten.

 

Was ich aber wirklich am Liebsten bekommen möchte, sind weitere Infos und Berichtigungen, Bilder und Dokumente, gern auch Preislisten

oder Bücher über Heiligendamm. Ich kann mir leider nicht alle der hier präsentierten Bücher leisten und außer dem von Wolf Karge habe ich

keines davon. Was ich auch gern bekomme, ist eine nette Mail mit einer ehrlichen Meinung, ob nun Lob oder Kritik. Ich werde später auch

einen Blog zur Seite hinzufügen und hoffe auf einen regen Austausch. Ich freue mich auch über jeden neuen Link zu Seiten, die auch mit

dem Thema zu tun haben und über jeden Link, der von anderswo zu diesen Seiten führt. Bei so viel Möglichkeiten, mir eine Freude zu

bereiten, kann ich ja gar nicht die Freude an der Sache verlieren. Darum mach' ich jetzt weiter und wünsche Ihnen viel Freude - laetitia! 

 

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