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Nein, das ist
nicht der 24. November. Das ist ein Rückblick auf einen erfolgreichen
Sommer. Die Sonne schien früh und oft und der Strand lud ein und war gut
gefüllt mit Badelustigen und Sonnenanbetern. Mitten drin die Weiße
Stadt, die nach einem schweren Start ins Jahr - Kempinski ist Hals über
Kopf abgehauen und hinterließ ein mittelschweres Chaos, sodass das Hotel
eine Bürgschaft brauchte - gute Zahlen schreiben konnte. Mittendrin aber
auch das übliche Gezänk der FUNDUS-Gegner.
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Der einst stolze Schwan musste weiter auf
Sanierung warten, weil die Abstimmung über die Bebauungspläne sich
verzögerte und schließlich den Plänen im Rathaus nicht zugestimmt wurde.
Dabei sollten im Dezember die Bagger rollen, sollte die Perle als erstes
Haus wieder aufgebaut werden. Die Bedingung der ECH war der Bau einer
Tiefgarage vor den Villen und unter der Promenade, weil die
Perlen-Bewohner schließlich auch Parkplätze brauchen. Einige Stadtväter
sahen das nicht ein.
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Gut besucht war auch Cocos Milchbar in
diesem heißen Sommer.
Mitunter musste man schon einmal anstehen und draußen einen Platz
suchen.
Wie die Hühner auf der Stange saßen die Waffeleisesser auf der
Promenadenmauer.
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Leer dagegen blieb der neue Wachturm der
Wasserwacht. Es wurde spekuliert, dass die Eröffnung einem Politiker als
Wahlkampfhilfe dienen sollte aber auch nach den Wahlen tat sich nichts.
Die Wasserwacht nutzte weiterhin ihren Raum am Bistro.
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Der neue Betreiber des Grand Hotels - eine
von FUNDUS extra dafür gegründete GmbH&Co KG. - nahm einige wichtige
Veränderungen im Konzept vor. Das Haupttor erhielt einen Klingelknopf
mit Gegensprechanlage und zu dem weißen Schirm dort vorn gehört ein sich
gerade auf das Tor zu bewegender Page, der die Speisekarten bereit hält
und jedem das Tor öffnet, der hinein möchte. Die Doberaner und ihre
Gäste sind endlich nicht nur aus dem Munde des Hoteldirektors
willkommen, sondern werden mit handfesten Zeichen dazu eingeladen, das
Grand Hotel zu besuchen.
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Ich war diesmal allein unterwegs, weil ich
nur ein paar bestimmte Bilder machen wollte und kam auf dieses Aufgebot
an Fahrzeugen aus ganz Deutschland zu.
Bühnentechnik wurde abgeladen, Tontechnik justiert, Männer mit
Funkgeräten liefen umher, auffallend außergewöhnlich anders gekleidete
Frauen schlenderten vorbei, hier wurde englisch gesprochen, dort deutsch
- es wurde gelacht, Musik spielte und was auch immer hier geschah, war
ganz bestimmt nicht alltäglich. Der gut informierte Page konnte mir dann
auch prompt sagen, was hier für ein Ding läuft. |
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Nämlich ein Film. "Zum Hochzeitstag alles
Böse" heißt der neue Krimi von Regisseur und Hauptdarsteller Fritz
Wepper, der mit seiner Tochter in Heiligendamm Szenen für den Film
dreht. TV-Premiere: 14.01.2010 um 20:15 Uhr im Ersten (ARD).
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Auch der gehört zum Sommer in Heiligendamm
einfach dazu:
Der Eiswagen am Strandaufgang gegenüber den Parkplätzen in der
Seedeichstraße.
Der Schein trügt: Ich musste fast 5 Minuten warten, bis alle Menschen
weg waren.
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Auch das Café im Golfhaus dürfte eine gute
Saison gehabt haben.
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Cocos Milchbar ja sowieso und Medini's
bestimmt auch.
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Der Parkplatz des Grand Hotels war -
obgleich mitten in der Woche - gut belegt und die Autos verraten, dass
es sich hier mehr um Hotelgäste handelt, als um Mitarbeiter.
Die würden eher am Fürstenhof parken, nachdem sie innerorts nichts mehr
finden.
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Vier Monate später: Es ist der 24. November.
An diesem Dienstag nahmen wir in Bad Doberan starken Wind wahr und
entschlossen und zu einem Strandspaziergang.
Das Bistro ist schon eingemottet...
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Das Eiscafé ist noch offen aber die mobile
Flutschutzwand umgibt die Terrasse.
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Sie zieht sich schier endlos von Ost nach
West - in voller Ausführung.
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Der Sturm ist hier deutlich spürbar und
hörbar und peitscht über den Strandhafer.
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Die Wellen wälzen sich an den Strand - die
schwere See rauscht und pfeift.
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Vom Strand ist nicht mehr viel zu sehen...
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Also eigentlich gar nichts.
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Ein Trupp baut die Flutschutzwand auf,
Touristen und Einheimische beobachten das Spektakel. Der Wind heult und
immer wieder will er uns mit heftigen Böen umwerfen.
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Die Gischt reicht bis an die Dünen heran.
Das ist aber kein Schaum vom Wasser, sondern Eiweiß-Schaum von toten
Meeresmikroorganismen, wie z. B. Algen.
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Wenn die Algen im Herbst absterben, setzen
sie große Eiweißmengen frei. Wegen ihres Eiweißgehaltes sind sie ja auch
als Nahrungsergänzung und Kosmetika so beliebt. Im SPA-Bereich des Grand
Hotels gibt es auch Algen-Snacks zum Essen.
Außerdem gibt es Algenpackungen, Algenwickel, Algenbäder und
Algengetränke.
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Dieses Eiweiß jedenfalls verflüchtigt sich
normalerweise. Nun hatten wir aber ein paar Tage steifen Südwind, der
das ganze Wasser vom Land weg drängte und nun haben wir steifen
Nordwind, der das wieder hinein drückt und ordentlich aufpeitscht.
Dadurch bildet sich Schaum. Die Konsistenz ist wie leichter Schnee - man
kann es formen.
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Und es stinkt wie verfaulter Fisch. Darum
nimmt das Grand Hotel auch keine einzige Alge von hier, sondern nur
speziell gezüchtete saubere und unbelastete Algen.
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Die Seebrücke erschüttert so schnell nichts.
Und die Leute auch nicht. Momentan ist die Gefahr, ins Wasser gestoßen
zu werden höher, als nasse Füße zu bekommen.
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Der hier hat es nicht mehr geschafft, an
Land zu kommen.
Ich sah ihn danach nie wieder. Bei der nächsten Saison achte ich mal
drauf.
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Obgleich mitten in der Woche und mitten im
Spätherbst ist Heiligendamm gut besucht. Ich habe selbst im Mai schon
weniger Leute auf der Promenade gesehen.
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Die Männer bauen die letzten Felder der
Mobilien Hochwasserschutzwand auf.
Noch hat kein Tropfen Wasser sie je erreicht aber sicher ist sicher.
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Die Promenade ist außerhalb ihrer Senke
versandet. Nach dem Bau der Tiefgarage wird die ganze Promenade das
Höhenniveau haben, wie der nicht versandete Teil. |
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Eigentlich ist da hinten Kühlungsborn. Es
sei denn...
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Doch, da ist sie. Voller Baukräne - wie
immer. Im Vordergrund der neue Jachthafen.
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Mag man über Zäune meckern aber der Sinn der
Hecken erschließt sich dem Kritiker spätestens bei einem
Sturm-Spaziergang. Ohne Zaun würde die Hecke überklettert werden und
könnte nicht wachsen - alles schon passiert. Das Grand Hotel startete
ohne Hecken und Zäune. Die Hecken wurden wegen des Sandes bald nötig und
die Zäune - tja, wegen den Menschen. In der DDR war die Promenade "eingeheckt"
- also seeseitig und teilweise auch ortsseitig mit zeitweise
zweireihigen Hecken umsäumt. |
Wie weit der Sand es schaffen würde, wenn da
keine Hecke wäre, zeigt uns dieses Bild. Schon in den 1920er Jahren hat
man deshalb vor der Kurhausterrasse eine Mauer errichtet, die zeitweise
mit Blumen, zeitweise mit Glasscheiben aufgestockt war. Jagdfeld legte
Wert darauf, dass das Kurhaus in ganzer Pracht sichtbar ist, wie Severin
es sich gedacht hatte. Darum baute die ECH eine versenkbare
durchsichtige Glaswand an Stelle der Mauer. Die Hecken schützen den
Rasen - nicht die Terrasse. |
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Der Sand ist ein regelmäßiges Problem. Es
bedarf keines Orkans, um solche Bilder machen zu können. Eine frische
Brise reicht, um die Promenade zu versanden.
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Hier hinten befindet sich sonst ein schöner
breiter Sandstrand.
Dort baden wir im Sommer immer. Sehen Sie irgendwo Buhnen?
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Die Buhnen - diese Holzpfahlreihen im Wasser
- schauen sonst immer so einen halben bis einen Meter aus der
Wasseroberfläche heraus. Sie hier nicht zu sehen bedeutet, dass der
Wasserspiegel gut einen Meter über Normalnull (üNN) ist.
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Trotzdem: Heiligendamm ist gut besucht an
diesem stürmischen Herbsttag.
Vielleicht aber nicht trotz, sondern gerade wegen des Naturschauspiels.
Eine Woche zuvor - haben wir verpasst - gab es das gegenteilige
Schauspiel.
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Da war nämlich das Wasser weg. So wie hier
die Autos auf dem Hotelparkplatz.
Nur ein einsamer kleiner grüner Vogel - bin da nicht so der Kenner -
Schwalbe oder Star (ich tippe auf die Schwalbe) - wartet verlassen auf
seinen holden Reiter.
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Dafür reihen sich die Autos wie an einer
Schnur entlang der Straße zum Kinderstrand auf. Leute gehen spazieren
aber was hier zu Fuß unterwegs ist, passt in bedeutend weniger Autos.
Keine Ahnung, woher die Autos immer kommen, also wer sie fährt.
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Nach etwa einem halben Kilometer durch den
rauschenden aber dafür schützenden Wald - vorbei an der durch die Bäume
schimmernden Alexandrine und vorbei am zukünftigen privaten Hotelpark
gelangen wir zum Strandabgang mit de Nummer zwei. |
Der Abgang heißt "Liegnitzsteg", weil hier
einmal ein Holzsteg existierte, auf dem sich die Frau des Großherzogs -
Auguste von Liegnitz - gern aufhielt. Normalerweise hat man hier einen
etwa 5-6 Meter breiten Strand mit Hundestrand-Abschnitt.
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Heute schaffen es
einzelne Wellen sogar bis an die Steilküste heran und der Schaum reicht
bis zur letzten Stufe des Zugangs - ist also ca. einen halben Meter
aufgestaut. |
Hier kommt man
erstmals wieder nach oben, wenn man über den Steg auf dem Packwerk
unterhalb der Alexandrine entlang läuft. Heute absolut unmöglich.
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Da rechts im Bilde
ist der Steg nämlich. Irrtümlicherweise wird der oft "Liegnitzsteg"
genannt. Er hat keinen Namen. Und er soll verlängert werden und eine
Anbindung an den Liegnitzsteg und die Promenade bekommen - ich nehme das
mal vorweg.
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Die Entscheidung dazu
fällt nämlich erst drei Wochen später im Rathaus.
Von hier sieht man die Seebrücke und sogar den Windpark von Nienhagen.
Die Häuser davor dürften aber zu Börgerende gehören.
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Weiter geht es nach
einem netten Plausch mit einem Fremden aber vom Gesicht her doch
bekannten in Richtung Westen. Der Gespensterwald macht seinem Namen alle
Ehre. Aber auf mich wirkt das helle warme Sonnenlicht eher freundlich,
als gruselig.
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Gerade sind wir am
Wegesrand über einen Bombenkrater gestolpert. Davon gibt es in diesem
Wald so an die 100 Stück und alle mannstief. Also: Auf dem Weg bleiben!
Ganz besonders Richtung Norden - da stehen nicht umsonst Holzzäune.
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Okay, hier hat der
Zaun eine Lücke, um den Besuchern das schönste Motiv des Kleinen Wohldes
zu ermöglichen: Die krummen Buchen auf der Steilküste im
Sonnenuntergang. Dieser Teil des Waldes bleibt öffentlich - was will man
mehr?
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Ein Grund, warum die
Stadt nicht wie Rerik einen Streifen Küstenkante gekauft hat:
In meiner Kindheit ging dieser Weg noch mitten durch den Wald. Von hier
aus hatte man zu seiner Rechten eine gut drei Mal so breite Baumreihe,
wie heute.
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Diese Kante gab es damals nicht - sie war
viel weiter weg. Und die Küste war damals unten ausgehöhlt und man
durfte oben nicht so dicht heran, wie ich es hier bin.
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Hier floss in meiner Kindheit ein Rinnsaal
in einer ganz sachten Schräge die Kliffkante herunter. Heute geht es
hinter den Bäumen steil herunter.
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Während ich mich so
an meine Kindheits-Spaziergänge- und Radtouren auf der Steilküste
entlang erinnere, überkommt mich doch ein gewisses Schaudern.
Viel Land ist dem Blanken Hans seither in die Hände gefallen.
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Das hier habe ich als
richtige Bucht in Erinnerung, eher wie der Buchstabe "C", als wie eine
halbe Null. Hier standen richtig viele alte Bäume und man konnte die
Bucht erst sehen, wenn man entweder an ihnen vorbei oder zum Imbiss
ging.
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Das letzte Mal war
ich hier, als das noch ein rechteckiger Kiosk ohne Dach war.
Ich glaube, da stand in Großbuchstaben "Zum Gespensterwald" drauf.
Gegessen wurde auf der Terrasse oder am Strand - an ein "Drinnen"
erinnere ich mich nicht.
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Die Treppe hinunter
ist auch neu. Das war damals mehr eine Rutsche, als eine Treppe - die
Stufen rund und abgewetzt. Ein Bach floss hier damals neben herunter.
Eiskaltes und kristallklares Quellwasser. Wir haben es immer aufgestaut.
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Regelmäßig ist dann
irgendwann der Damm gebrochen.
Die Macht des Wassers war für uns unbezwingbar.
Und wenn ich das so sehe... bleibt sie es.
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Ein breiter
Steinstrand war das. Ich habe es gehasst, barfuß über "brennende" Steine
laufen zu müssen. Nur ein schmaler Streifen war Sand, dann kam das
Wasser.
Mittendrin ein großer Fels in der Brandung - da sind wir drauf
geklettert.
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Schöne Erinnerungen
sind es, die ich mit dem Kinderstrand verbinde.
Einmal brachten mein Großcousin und ich unseren Vätern Bierflaschen vom
Felsen mit. Sie hatten immer ihr Bier dort im Wasser gekühlt. An diesem
Tag nicht. Über das Bier freuten sie sich trotzdem. Während ich meiner
Lebensgefährtin dies so erzähle, fällt mir noch ein Ort meiner Kindheit
ein: Die Schleuse bei Sturm!
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Gedacht, gefahren:
Die Schleuse bei Sturm. Noch immer so gewaltig und faszinierend wie
früher. Die Schotten klappern laut unter der Wucht des heran drückenden
Wassers. Die Wellen brechen unter Getöse, der Boden zittert leicht, die
Brecher klatschen, das Wasser spritzt bis hier herüber und der eisige
Wind raubt den Atem.
Es ist mir nicht möglich, ein Bild nach Osten zu machen - ich kriege
keine Luft.
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Später erfahren wir,
dass sich am selben Tag eine Robbendame in den Zulauf zum Conventer
See verirrt hat und den Sturm ausharren musste, weil die Schleusentore
geschlossen waren. Haben wir verpasst - schade. Wenn ein Bild nach Osten
schon auf Grund unzureichender Lungenkapazität nicht möglich ist, stemme
ich Rasmus eben meine Schultern entgegen und mache ein Bild nach Westen.
Ist sie nicht schön - die weiße Prinzessin?
Viele
Kindheitserinnerungen kamen bei diesem Rundgang wieder hoch.
Baden am Kinderstrand, Picknick an der Schleuse, Radtouren nach
Wittenbeck, Naturgewalten live vor Ort. |
Es ist schön, die
Orte wieder besucht zu haben und es ist gut zu wissen, dass ich sie auch
meinen Kindern einst zeigen können werde. Die schönsten Plätze bleiben
öffentlich und nur wenige werden nicht mehr uneingeschränkt zugänglich
sein.
Das Wenigste wird gar nicht mehr betreten werden können, weil neue
Eigentümer eben auch neue Verhältnisse bedeuten. Die Zeiten haben sich
geändert.
Ich bin erwachsen geworden. Sie auch?
In diesem Sinne - Ihnen ein frohes neues Jahr! |
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