Zeit am Meer

Rundgang 19. April 2009. Neue Wege.

 

Was ist eigentlich los in Heiligendamm?

Diese Frage stellte sich gleich zum Jahresbeginn. Kempinski wirft das Handtuch, steigt im Grand Hotel aus, kündigt den Managementvertrag mit sofortiger Wirkung und verlässt Heiligendamm. FUNDUS mit seiner ECH poltert los, dass die Kempinski-Gruppe gar nicht zur Kündigung berechtigt ist und die Kempinski-AG schießt zurück, dass eine weitere Zusammenarbeit unmöglich sei, da FUNDUS-Chef Anno August Jagdfeld sich dauernd einmischt und die ständigen Einmischungen sogar Personalfragen betreffen. Der letzte Hotelchef wurde von FUNDUS gestellt, nachdem alle Kempinski-Kandidaten abgelehnt wurden. Die Kempinski-Gruppe behauptete zudem, noch 1,1 Mio. Euro an Managementgebühren von FUNDUS zu bekommen, die wiederum konterte, dass Kempinski in fast dieser Höhe Schäden durch falsche Reinigung der Teppiche angerichtet hätte. Es folgte ein Rosenkrieg, in dessen Folge die Internetseite des Grand Hotels vorübergehend nicht erreichbar war und in den Folgetagen das Wort "Kempinski" überall in Heiligendamm verschwand.

Aus Angst vor Imageschäden klagte die Kempinski-Gruppe mit Adlon-Erbe Percy Adlon im Schlepptau gegen die Verwendung des Namens "Adlon" außerhalb von Berlin. Sie will damit erreichen, dass es kein "Adlon am Meer" und auch keine Adlon-Suiten oder ähnliches gibt.

 

Kurz nach dem Ausstieg Kempinskis musste die Stadtverwaltung über die Bebauungspläne entscheiden. Die ECH wollte eine Tiefgarage vor der Perlenkette errichten, wozu die Promenade abgetragen und leicht erhöht neu gebaut werden müsste. Nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs durch Arbeiten an der U-Bahn-Trasse waren sich die Stadtvertreter nicht mehr so sicher, ob das eine gute Idee ist und da die ECH auch nicht vertraglich dafür gerade stehen konnte, dass sie die Perlenkette tatsächlich zeitnah saniert und dafür auch genug Geld zur Verfügung hat, lehnten die Stadtvertreter mit knapper Mehrheit die Änderungen im B-Plan ab.

 

Daraufhin entbrannte eine Diskussion, die bis heute anhält und auch diese Internetseite erreichte.

Ich setzte mich hin und recherchierte, schrieb die ganze "Kontroverse"-Seite neu, veränderte die Technik und etwas vom Design der Seite und bin heute (21.04.2009) noch mitten drin in der Arbeit. Die Dokumentation wurde angenommen und jetzt wollen die Leute nicht mehr nur lesen, sondern auch schreiben. Ich will ihnen das ermöglichen und daran arbeite ich.

 

Darum ist es auch schon April geworden, bevor wir unseren ersten Rundgang starten konnten.

 

Wir wollten es wissen: Was ist los in Heiligendamm?

 

Damit die Bilder für Sie erkennbar bleiben, ist diese Seite und sind die Rundgang-Seiten breiter, als die anderen.

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19.04.2009 - Was ist los in Heiligendamm?

 

Es ist Mittagszeit. Die Sonne wärmt schon ganz gut, ich habe wohl eine Bronchitis und huste stark und da verbinde ich die "Pflicht" mit dem Angenehmen und fahre mit Frau und Fotoapparat nach Heiligendamm. Wir waren im Februar schon einmal für ganz gezielte Bilder da aber es reichte nicht für einen Foto-Rundgang aber wir wurden von Bauschildern neugierig gemacht. Nun wollten wir sehen, wie weit die Bauarbeiten sind und ob sich südlich der Mollischienen auch etwas getan hat.

Wir beginnen daher in der Gartenstraße, welche eine interessante Beruhigung erfahren hat, wie wir hier sehen. Es geht auch freundlich mit Blumen.

 

 

In der Gartenstraße soll ein Tante-Emma-Laden eröffnet haben. Den wollten wir nun finden aber wir fanden nur Ferienwohnungen, einen Gravurbetrieb und ein zum Verkauf stehendes Haus mit Grundstück. Nebenbei bemerkten wir, dass es in der Gartenstraße ja gar nicht nur die in der DDR gebauten Häuser gibt, sondern auch nach der Wende entstandene Einfamilienhäuser und sogar Villengrundstücke.

Da wir von hinten in Heiligendamm hinein gefahren sind wissen wir, dass sich dort nichts verändert hat und gehen daher nach rechts Richtung Norden. Hier hat sich etwas verändert: Vor der Seehospiz an der Straße wurden Sitzmöglichkeiten gebaut.

 

 

Heute haben wir mal beide Mollis auf dem Bild. Der beste Beweis: DIE (oder DEN) Molli gibt es nicht. Es handelt sich um einen ganzen Fuhrpark an identischen Dampfloks. Die nächste macht auch schon in Sachsen Probefahrt und kommt bald.

 

 

Wir gehen weiter nach Norden. Auf der Fläche der ehemaligen Palette hat sich nichts verändert. Hier entsteht irgendwann einmal das "Demmler-Palais", ein klassizistischer Apartment-Park, der zum Hotel gehören soll.

 

 

ECH-Geschäftsführer Hans Schlag schrieb mir 2007, dass alles nördlich der Bahnschienen oberste Priorität hat und der Rest nach Bedarf (also nach Marktlage) entwickelt wird. Damit hält die ECH sich etwas Platz offen, um neue Bedürfnisse durch Neubauten befriedigen zu können. Er wies darauf hin, dass das auch in die Zeit unserer Nachkommen fallen kann, bei der Größe des Projekts.

Hier sehen wir das Haus "Magdeburg", also Villa "Krone".

 

 

Das Kronen-Cottage wurde vor einigen Wochen an ein Familienmitglied der Gründer und Eigentümer des Hamburger-OTTO-Versand verkauft. Die Ostsee-Zeitung war zunächst um ein Haus verrutscht und meinte, "Brahn", wäre verkauft worden, korrigierte sich aber. Nun gut - besser als Verfall. Hoffen wir, dass die Krone dann auch sehr bald in neuem Glanz erstrahlt, wie hier das Kurhaus.

 

 

Der Zaun, der uns von der Straße trennt, wurde im Einvernehmen mit der Stadt errichtet und von der ECH bezahlt. Vielleicht sollten wir uns das Design merken: Bleibende Zäune bestehen aus hochwertigem Material und sind kunstvoll verziert.

Das gibt Hoffnung: Solche Zäune finden sich zur Seeseite hin nämlich nicht.

 

 

Wer sich schon immer gewundert hat: Das hier ist ein ehemaliger Eisbunker der Gaststätte "Palette" (da wurde m. W. das Eis für die Getränke und Speiseeis etc. gelagert) und stellt jetzt ein Fledermausquartier da. Also bitte keine Briefe in den Schlitz schieben und auch sonst Finger weg von dieser Behausung!

 

 

Es gibt noch weitere Fledermausquartiere in Heiligendamm. Der NaBu hatte nach dem Abriss der "Perle" geklagt, weil da Fledermäuse drin wohnten. Hier nun wohnen dann wieder Menschen. Nur das "Kempinski" ist aus dem Schriftzug verschwunden.

 

 

Wir befinden uns auf einem kombinierten Fuß- und Radweg. Und ihr? Das größte Problem für die Fußgänger sind in Heiligendamm die Radfahrer. Aber anders herum ist es genauso. Die E9-Radweg-Diskussion ist gerade erst neu entbrannt.

 

 

Auch auf dem Weg zum Bahnhof, den wir hier kreuzen, wurden hochwertige Bänke aufgestellt. Langsam aber sicher mausert sich Heiligendamm. Aber immer nur da, wo man sich sicher ist, dass dieser Fleck auch so und öffentlich bleibt.

 

 

Die Stadt zahlt ja nicht für Dinge, die später sowieso auf dem Hotelgelände stehen.

Hier hat sie zusammen mit der ECH eine Stange Geld ausgegeben: Der Kleine Wohld wird zum Kurpark. Das Schild hatten wir im Februar schon hier gesehen.

 

 

Mal sehen, ob sich das Geld gelohnt hat. Das ist der Weg, der bisher vom Bahnhof zur Professor-Vogel-Straße führte und neben den Kolonnaden in sie mündete.

 

 

Der Weg wurde auf das Bürgersteig-Niveau angehoben. Unsere Befürchtung, dass der Kleine Wohld vertikutiert worden sein könnte, bestätigt sich zum Glück nicht.

 

 

Hier endet der Weg später einmal. Wenn Sie noch einmal nach oben gehen und auf den Plan schauen, entfällt die direkte Verbindung zur Perlenkette und wird durch Wasserläufe und vermutlich auch Zäune unüberwindbar gemacht. Das war eine wichtige Bedingung der ECH. Auch die Professor-Vogel-Straße dient nicht mehr als Direktverbindung nach Norden. Erst einmal für 5 Jahre - also bis 2010.

 

 

Wir gehen neue Wege. Das ist auch das Motto des Jahres in unseren Rundgängen.

Das kann man sehen, wie man will. Wir möchten natürlich wissen, wie der neue Kurpark aussieht und wenden uns nach rechts. Es geht ja auch nur nach rechts. Hier geht es dann aber nach rechts und links. Wir entscheiden uns für rechts und sind gespannt, wohin uns die neuen Wege führen.

 

 

Zunächst einmal geht es hier schier endlos geradeaus. Aber so endlos kann es nicht sein, denn irgendwann kommt ja die Seedeichstraße. Der Weg ist schon mit einem Streifen Rollrasen eingefasst und bietet eine Vorstellung, wie es mal aussehen wird.

 

 

Hoffen wir, dass die Stadt die Grünflächen dann auch pflegt. In den letzten Jahren war das hier nur eine Modderwüste mit Wildwuchs und tiefen Spurrinnen.

Hier wird gerade der Bachlauf aufgestaut, um dann unter uns hindurch zu fließen.

 

 

Auf der anderen Seite fließt er weiter und geht dann nach rechts Richtung Golfteich.

 

 

Aha, der Weg geht nicht nur geradeaus. Hier gabelt er sich noch einmal.

 

 

An der Gabelung angekommen entfährt mir ein "Oh!". Das ist wirklich gut gelungen.

Die Kapelle war ja mitten im Wald verwachsen und kaum noch zu finden.

 

 

Neben der Kapelle entsteht ein Park mit Sitz-Rondell, Blumen und viel grün.

Das hier ist jetzt schon ein meditativer und sehr angenehmer Ort, wie der Rest auch.

 

 

Das habe ich noch nie getan. Warum, weiß ich auch nicht.  Die Kapelle wurde für 60 Jahre von der ECH gepachtet und hier sollen Konzerte und Trauungen stattfinden.

Zuvor braucht sie aber Geld für eine Sanierung und hofft auf Spenden.

 

 

Hinter der Kapelle fließt dann wieder ein Bach, sodass die Waldkapelle quasi auf einer Insel steht. So wie es aussieht, soll neben der Kapelle - also hinter uns - ein kleiner Teich entstehen. Die Senke sieht jedenfalls sehr künstlich aus.

 

 

Hier reichte das Geld nicht mehr. Nein, ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Vielleicht ist das auch der Untergrund für den Splitt oder es geht dort wegen des Bodens nicht anders. Nur dieser kleine Abschnitt wurde mit Hackschnitzeln gemacht.

 

 

Am Ende dieses dafür recht angenehm zu gehenden Weges gelangen wir wieder an einen bekannten Weg. Hier können wir nach links gehen und kommen wieder auf den Weg, den wir verließen, als wir zur Kapelle gingen oder wir gehen nach rechts.

 

 

Wir gehen zunächst nach rechts und stehen in der Seedeichstraße, sehen dann aber eine Abbiegung nach links und folgen dieser. Dabei passieren wir diesen ehemaligen Weg zum Hof des Residenz-Hotel. Der bleibt aber nicht und wie alle Wege die nicht bleiben, wurde er umgepflügt oder zumindest aufgelockert.

 

 

Der Weg war aber in den letzten Jahren kaum noch in Benutzung, da er am Ende verwildert war und wohl auch an einem nachträglich gesetzten Zaun endet. Oder er scheitert am Bachlauf, den wir vorhin gesehen haben. Wir folgen dem Weg erst einmal in Richtung Westen - also zurück zum Weg, der zum Bahnhof führt.

 

 

Hier folgt dann ein weiterer Wasserlauf. Zum einen bedingt die Vegetation hier einen immer feuchten Boden und zum anderen verhindert das Abkürzungs-Trampelpfade.

 

 

Da sind wir wieder und haben bis auf drei alle Wege durchschritten.

Die hätten uns zur Kühlungsborner Straße zurück und zur Seedeichstraße gebracht.

 

 

In Kürze werden wir entweder dort zur Kühlungsborner Straße gehen oder dahin umkehren müssen, wo wir diesen Weganschnitt betreten haben.

 

 

Denn hier wird man vielleicht die Ostsee so schön wie heute sehen können aber man kommt über diesen Weg nicht hin. Der Weg verlängert sich um ganze 1,02 km.

 

 

Aber das ist wohl das kleinere Übel, solange man überhaupt noch hinter die Perlen gelangt. Denn auch das wird langfristig nur noch mit Chipkarte möglich sein. Zuvor aber wird dieses Haus - der stolze Schwan - weichen. Er macht schon mal den Anfang und wirft mit Steinen um sich.

 

 

Riskant, denn die ECH hindert nicht am Zugang der Terrasse und weist auch nicht auf Einsturzgefahr hin. Damit würde sie freilich DAS Fotomotiv schaffen und ganz Heiligendamm würde nur noch auf dieses tiefgründige Schild reduziert werden.

Hier folgen nun die leer stehenden Kolonnaden neben der unsanierten Straße.

 

 

Noch geht es hier lang. Noch können wir die Öffnung des Ensembles mit eigenen Augen erleben. Hier ist der letzte Punkt vor der Öffnung.

 

 

Voilá! Es macht immer wieder Spaß, das Ensemble vor sich öffnen zu sehen.

Haus "Mecklenburg" ist heute malerisch, wie lange nicht mehr. Traumhaft!

 

 

Hier sähe man nun eigentlich von hinten durch die Balkonpfeiler der "Perle" oder genauer gesagt des Anbaus "Großfürstin Marie", so sie denn da wäre. Was auch immer hier entsteht und so original es aussehen möge - die Perle ist für immer weg.

 

 

Davon sollte es hingegen mal zwei geben: Diese Seebrücke hier mit Soda-Funktion (Sie ist "nur so da") und eine weitere östlich von Heiligendamm. Kann sich aber kein Mensch leisten und damit war sie dann vom Tisch. Wie wäre es mit Verlängern?

 

 

Die Ligusterhecke ist inzwischen auch angewachsen und schirmt die Hotelgäste in ihrem hauseigenen Hotelpark ab. Der Traum vom Küstenwanderweg durch das Ensemble hat sich damit für immer ausgeträumt. Dafür wird man jetzt aber nicht angefahren oder aus dem Weg geklingelt. Radfahrer sollten lieber absteigen und schieben. Sie machen es nur noch schlimmer und geben noch mehr Sperr-Gründe.

 

 

Die Burg "Hohenzollern" ist ja nur noch von der Seebrücke aus zu sehen und hierfür musste ich ordentlich zoomen. Der "Hotelpark" hinter der Mauer ist eigentlich nur ein Rasen mit ein paar Sandwegen und etwas Pflasterung, Hecken und Strandkörben. Und wildem Verkehr. Dafür musste man die Promenade einziehen? Was mich bei den Bildern immer wieder ärgert, sind diese Vogelnest-UFOs mitten im Bild.

 

 

Bemerkenswert finde ich ja immer wieder, dass die Mehrzahl der Strandkörbe zum Park hin ausgerichtet wird. Die Gäste wollen die Ostsee gar nicht sehen.

Warum also hat man dann die Promenade nicht einfach da gelassen?

Die Touristenströme würden sich hinter dem Rücken der Gäste ergießen und wenn sie nicht durch die Sperrung des Kurwaldes (Großer Wohld) gestaut werden würden, dann würden sie sich auch wieder verteilen. Die Wiese vor der Burg ist jedenfalls groß genug, um weit ab der Touristenströme in Ruhe und auch in der Sonne mit dem Rücken zum Meer zu sitzen.

 

Während ich so darüber sinniere und mich ärgere, entfällt mir zunächst das Bild im Hintergrund.  Seit wann sieht man denn das Marien-Cottage? Und Haus Krone auch!

Mir fehlen noch die Vorderseiten für die Gebäudedatenbank, weil die beiden bisher wie Dornröschenschlösser verrankt und verwuchert waren. Hier hat man endlich einmal die Häuser vom Unrat befreit. Wohl auch vor dem Hintergrund, dass die Villa "Krone" an das besagte Familienmitglied aus dem Hause OTTO verkauft wurde und der natürlich auch gern mal aus dem Fenster auf die Ostsee hinaus schauen möchte.

 

Es sei denn, er steht da auch nicht drauf. Trotz Wind und Kälte gehen wir weiter auf die Seebrücke. Schauen Sie mal, wie weit es jetzt in den Kurwald ist: Sie verlassen die Promenade gleich neben der Seebrücke. Bisher verließen Sie sie gar nicht, sondern wanderten direkt in den Großen Wohld und später dann wichen Sie am weißen Rettungsturm in der Bildmitte  auf den Strand aus. Das waren dann 130 Meter durch den Seesand, die Sie vorher auf der Promenade entlang laufen konnten.

Schade ist eigentlich, dass das Ensemble auf Bildern hinter der Mauer verschwindet.

 

Dann ging und geht es hier rüber. Von der Seebrücke bis hier sind es etwa 330 Meter.

Wenn Sie die Brücke passiert haben, waren es noch ca. 630 m bis zum Kinderstrand.

Dort geht es erst wieder hoch in den Wald. Der Steg ist der Ausgleich für die Sperrung des Kurwaldes. Die ECH hat damit ihre Schuldigkeit getan. Alles andere haben die Stadtvertreter verbockt. Nun, die Brücke ist eng und entgegen kommende Radfahrer haben ein Problem, sie ist bei mäßigem Wellengang gar nicht zu betreten und behindertengerecht ist sie auch nicht. Aber hier kommt eh kein Rollstuhl hin.

 

So, ab dem Ende der Brücke sind es dann noch 630 Meter bis zum Kinderstrand.

Der befindet sich nämlich am rechten Bildrand in der Krümmung der Küstenlinie.

Dort geht dann eine Treppe hoch und von dort kommen Sie nach Wittenbeck.

Früher verlief der Küstenradwanderweg E9 oben auf der Kante entlang und war durchgehend befahrbar. Nun ist Schieben durch den Sand und Tragen samt Treppensteigen angesagt. Da tun einem die Radfahrer schon Leid.

 

 

Aber so rüpelhaft, wie sich einige Radfahrer hier benehmen und bei den Massen an Fahrrädern, die Heiligendamm täglich passieren, ist zumindest eine Verlagerung des Radweges nicht so schlecht. Wenngleich das hier wieder in einem Extrem endete.

Ich hätte die Radfahrer hinter dem Ensemble lang zum Kinderstrand geführt.

Wer das Ensemble sehen will, muss eben schieben. Den Radweg an Heiligendamm vorbei zu führen, ist nicht gerade eine Einladung an den Radwandertourismus.

 

 

Ich möchte von der Treppe des Hoteleingangs aus ein paar Bilder von den nun ja gut zu sehenden Cottages "Marie" und "Krone" machen und gehe durch den Sand.

Zwei uralte musikalische Ohrwürmer begleiten mich:

"Brennend heißer Wüstensand..." und "Immer an der Wand lang...".

 

 

Da ist auch schon die Treppe. Offen? Ich schaue mich um und sehe nur entspannte oder beschäftigte Leute. Gehe ich da jetzt rein? Das Tor schließt eigentlich automatisch und wenn es das tut, wenn ich drin bin - komme ich dann wieder raus?

Raus kommt man immer. Ich wage es und bin ganz leise und stehe nicht im Weg.

 

 

Ein Bild von der Villa "Krone" oder auch "Haus Magdeburg".

 

 

Und hier Villa "Marie" oder "Haus Dresden". Sieht bemitleidenswert aus.

 

 

Aus der (Postkarten-)Perspektive habe ich die Burg noch gar nicht.

Inzwischen hat man Kurwald und Hotelgelände vereint und die Zäune entfernt.

 

 

Noch das Haus "Mecklenburg" samt UFO und den Strandkörben. Ein Argument gibt es: Vormittags kommt die Sonne von Süden. Aber die Körbe stehen fast immer so.

 

 

Wieder an der Wand lang - Frau wartet am Ende des Ganges.

 

 

Dann ein Blick auf die glanzlose Kette mit der verlorenen Perle.

 

 

Träumen darf man ja. Da Jagdfeld die Alexandrine schon hat, würden wir den Schwan nehmen. Hat alles, was man braucht: Erker, Wintergarten, Balkon, Terrasse... und wird abgerissen. Leider. Die ECH will übrigens die Häuser zwar optisch wieder so herstellen, wie sie ursprünglich waren aber die Maße fallen größer aus, weil pro Haus 6 Wohnungen realisiert werden sollen. Macht bei 7 Perlen 42 Wohnungen

 

 

 Das rechtfertigt schon den Bedarf an einer Tiefgarage. Nur kann die ja auch hinter die Perlenkette unter die Straße oder unter das Thalasso-Zentrum und außerdem lebt das Hotel ja nicht von den Wohnungen allein und sollte daher lieber etwas dafür tun, dass die eigenen Hotelgäste länger bleiben. Dazu muss der Ort attraktiver werden.

Hier das Residenz-Hotel an der Doppelspitze der Perlenkette.

 

 

Ich wollte mal schauen, ob das Residenz-Hotel gut läuft und fand es dann unter "Akzent Residenz-Hotel Heiligendamm". Allerdings fand ich keine eigene Internetseite und wollte darum mal anrufen. Ich bekam immer nur ein schnelles Besetztzeichen.

Es standen aber Autos auf dem Parkplatz und auch die Schilder waren alle noch vorhanden. Meines Wissens handelt es sich um einen Familienbetrieb und es ist denkbar, dass der neue Name bedeutet, dass es einen neuen Eigentümer gibt.

Und vielleicht eine neue Telefonnummer und Internetseite. Ich bleibe dran.

 

 

Die Tage zuvor hatte ich einen regen Gedankenaustausch mit einem Herrn aus Berlin, der die Qualität und das Aussehen des Bistros, sowie fehlende behindertengerechte Strandzugänge bemängelte. Auch die Hygiene des öffentlichen Toilette und deren veralteter Standard sprach er an. Ich habe ihm versprochen, beim nächsten Rundgang mal ein Auge drauf zu werfen. Dieses Gebäude hier war einmal Bistro, Wasserwacht und Öffentliche Toilette in einem. Bis auf die Öffentliche Toilette ist alles noch da und eben auch alles noch auf dem alten Stand, bis auf die Bistro-Ausstattung.

 

 

Bevor wir uns jedoch dem Bistro zuwenden, prüfen wir die Sache mit der Behindertenfreundlichkeit. An der Seebrücke haben wir auf der Tafel gesehen, dass Strandaufgang Nr. 2 ein Rollstuhl-Symbol hat. Das hier ist Nummer 1. Ohne Tafel.

Von der Promenade zum Wasser ist er inzwischen - das war voriges Jahr noch nicht so glatt oder es war versandet - rollstuhltauglich. Allerdings nur bis hinter die Düne. Mehr bieten die meisten anderen Strände aber auch nicht. Ich kenne Holzstege bis kurz vor das Wasser nur von Warnemünde und die sind nicht explizit für Rollstuhlfahrer und auch ziemlich eng und teilweise nur über eine Treppe zugänglich. Gesehen hat Heiligendamm so einen Steg auch schon: Zum G8-Gipfel.

 

 

Auf der Landseite sieht das Ganze allerdings anders aus.

Hier ist aus der einst geraden und glatten Sandrampe schon nach wenigen Monaten eine Schotterpiste geworden, die von den Besuchern auch noch nach links niedergetreten wird. Mit dem Rollstuhl ist das eine Zumutung aber das ist ja auch nicht der Rollstuhlfahrerzugang. Was es auch nicht besser macht:

Da hier die Toiletten sind, sollte hier der Rollstuhlzugang sein, denn der andere Weg ist länger und dazu noch schlechter. Hier befindet sich auch der Schotterparkplatz mit Behindertenparkplätzen aber mit dem Rollstuhl vom Auto zur Promenade selbst zu fahren, ist fast unmöglich.

 

 

Das Sanitärgebäude selbst stand ja auch in der Kritik. Das ist ein Standard-Haus, wie es nach 1990 in den meisten Ostseebädern gebaut wurde, Abwechselnd weiß verputzt oder rot geklinkert findet es sich auch in den Ostseebädern Kühlungsborn, Wustrow, und Graal Müritz. Und auch in anderen Orten, wo ich halt noch nicht die Toiletten benutzt habe. Knackpunkt ist wohl eher die Reinigung. Einige sind sauber und andere nicht. Das hier kostet dem Nutzer keinen Cent und der Stadt viele tausend Euro an Strom, Wasser, Hygieneartikeln, Reinigungsmitteln und Personal.

 

 

Ich habe beobachtet, dass kostenpflichtige Toilettenhäuschen meistens sauberer sind. Aber das sollte ich nicht zu laut sagen, sonst erkennt die Stadt hier noch versteckte Potenziale. Allerdings steht das Toilettenhäuschen ohnehin dem Thalasso-Zentrum im Weg und daher wird man weder in den Imbiss, noch in den Strandaufgang und erst recht nicht in das Toilettenhäuschen investieren. Es kommt eh alles weg und muss woanders neu gebaut werden. Kurzsichtig aber nachvollziehbar.

So, da ist Strandaufgang Nr. 2.

 

 

Irgend etwas läuft da. Auch hier fehlt das Schild. Ich behalte das mal im Auge.

Die Flutschutzmauer lässt sich an den Durchlässen schließen. Mit dem Bau der Tiefgarage würde Heiligendamm eine feste Mauer vor der Perlenkette bekommen. sodass die Füße auf der Promenade trotzdem nass werden. Die mobile Mauer, die 300.000 Euro gekostet hat, würde dann nach vielleicht an die Elbe wandern.

 

 

Man sollte nicht denken, dass man keine Kurtaxe zahlen muss, wenn man vor dieser Schleuse bleibt. Die Promenade ist kostenfrei aber der Strand kostet bis kurz vor der Schleuse Kurtaxe. Man kann auch beim Strandvogt nachlösen - wird 10 Ct. teurer.

Ich habe mich vorsichtshalber erkundigt: Für uns beide reicht der Personalausweis.

 

 

Mit etwas Zoom erhalten wir noch einmal eine schöne und vor allem lebendige Heiligendamm-Impression. Ich achte immer darauf, dass Menschen nicht zu erkennen oder nur von hinten zu sehen sind. Auffällig ist auch hier wieder das störende Grau zwischen dem strahlenden Weiß der Weißen Stadt am Meer.

 

 

An dieser Stelle würde der Versorgungspavillon entstehen und dahinter das Ayurveda-Zentrum. Ich habe aber letzteres auf Plänen und Modellen stets mit einem Platz gesehen, der keinen Hinweis darauf enthält, dass hier eine Strandversorgung entsteht. Vielleicht meint man auch den Platz links neben dem Golfteich - also dahinter?

 

 

Noch ist nicht einmal abzusehen, wann der indische Tempel kommt und Vorrang hat wohl auch die Thalasso-Schwimmhalle, Die würden wir jetzt in ihrer ganzen Länge vor uns sehen - womit das Residenz-Hotel dahinter verschwinden würde.

 

 

Dieses Grundstück und das Café dahinter würde ausgespart und somit öffentlich bleiben. Und fällt gerade auf, dass wir hier noch nie eingekehrt sind. Wir haben wie schon beim Kapellenfoto keine Ahnung, warum.

 

 

Da wir aber gerade in Cocos Milchbar ein Eisbecher gegessen haben, entscheiden wir uns, zunächst mal auf die Karte zu gucken. Hinter uns die Perlen-Doppelspitze.

 

 

Hier gibt es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Eis, Toasts und kleine Gerichte zum günstigen Preis. Wir beschließen, beim nächsten Mal einzukehren.

 

 

Damit einen schönen Gruß nach Berlin - Einfach hier einkehren, Kaffee trinken, Wald-See-Luft genießen, Toilette besuchen und nicht mehr über die Versäumnisse der Stadt (und vielleicht hier und da der ECH) ärgern. Das Beste für sich daraus machen.

 

 

Vorbei an Eikboom und Seeadler passieren wir auch die beiden Einmündungen des Kurparks und gelangen zur Gartenstraße. Fotoapparat hochkant -

Wieder diese schönen Blumen am... Das Fenster ist offen? Wohnt da jemand?

 

 

Ich gehe durch einen sauberen Vorgarten zur Haupteingangstür und tatsächlich:

Hier wohnt jemand. "Hupen, anrufen, danach etwas warten." Okay, hupen geht nicht, Telefonnummer haben wir nicht (steht aber im Telefonbuch) und stören wollen wir auch nicht. Aber bei Gelegenheit würde ich die Frau B. schon gern mal sprechen. Sie wohnt da, wo meine Oma zuletzt gewohnt hat und vielleicht weiß sie ja noch etwas...

 

Inzwischen weiß ich auch etwas. Nämlich, dass ich manchmal echt blind durch die Gegend laufe. Wir parken quasi neben dem Laden. Hier ist der Laden, der doch nicht "Tante-Emma-Laden,", sondern einfach nur "Der Laden" heißt. Heute ist ja Sonntag und damit geschlossen aber beim nächsten Mal geht es hier her.

Für heute war es das - nur einmal gehustet, ein wenig gefroren aber glücklich.

 

Auf dem Weg zum Auto gehen mir noch einige Gedanken durch den Kopf. Erinnerungen an die Eröffnung des Grand Hotels 2003 und den viel zu kurzen Rundgang. Ich muss das auch mal so sagen: Ich bin jedes Mal dankbar, wenn sich eine Möglichkeit ergibt, auf das Hotelgelände zu kommen und "meine" geliebten alten Häuser zu fotografieren. Ich habe Respekt vor dem Ruhebedürfnis der Gäste, die schließlich viel Geld dafür zahlen und ich achte auch die Arbeit jener, die den Gästen den größtmöglichen Komfort zu bieten versuchen. Darum bin ich still, mache meine Bilder, bleibe auf den Wegen, vermeide es, im Weg zu stehen und fotografiere möglichst keine Menschen und gaffe sie auch nicht an.

 

 

Ich hoffe, so ein wenig Verständnis für meine Arbeit an der Dokumentation zu erhalten und vielleicht auch mal Bilder an Orten in Heiligendamm machen zu können, wo ich eigentlich viel Geld für bezahlen müsste. Vom Dach des Hauses "Mecklenburg oder aus Obergeschossen oder sogar in den unsanierten und sanierten Gebäuden.

Mir geht es um die Häuser. Es ist mir nicht egal, was mit ihnen geschieht aber statt zu meckern, würde ich lieber zeigen, wie sie aussehen könnten, wenn sie saniert werden könnten. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass wir alle zusammen eine Lösung finden, um in Heiligendamm den Erstversuch "Resort-Hotel" mit diesen besonderen Bedingungen der Öffentlichkeit des Ortes erfolgreich abzuschließen.

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

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2012 -

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

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