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Und Bad Doberan?
Die Rathaus-Pleite. Stellen Sie sich vor, es gibt ein Rathaus aber keiner geht hin. So geschehen in Bad Doberan. Ursprünglich wurde ja mit der Stadtgründung ein Rathaus im Salon eingerichtet. Später baute man dann ein kleines Rathaus am Markt, wo ein Rathaus nun einmal hin gehört. Das kleine Rathaus wurde auch lange als Verwaltung genutzt. Unten war ein Fahrzeuggeschäft und oben waren Verwaltungen, wie z.B. das Wohnungsamt.
Die Kreisleitung saß im Palais und die Stadt im Rathaus. Das war ja auch angemessen. Mit der Wende kam dann die Kreisgebietsreform und Bad Doberan wurde Kreisstadt eines größeren Kreises. Also musste auch ein größeres Gebäude für den Kreis her. Das realisierte man durch den Bau eines Glaskastens im Rosengarten. Nicht schön und auch nicht passend aber nützlich.
Bad Doberan war auch Verwaltungssitz des Amtes Bad Doberan Land. Wie wir schon erfahren haben, wurde für dieses auf dem Kammerhof (genau genommen auf dem Hof der Kämmerei - also dem Kämmereihof) ein neues Gebäude errichtet. Auch der Landrat wollte in Bad Doberan residieren und so nahm er sich das gerade vom Kreistag verlassene Salon-Gebäude. Da Teile der Stadt auch in diesem Haus gesessen hatten, mussten sie nun näher im Rathaus zusammen rücken. Das aber fiel ihnen gar nicht ein. Sie wollten ein neues Rathaus direkt am Kamp.
Von außen erscheint dieses aber nicht gerade größer, als das alte Rathaus. Doch man wusste sich ja zu helfen und klebte an das altehrwürdige Gebäude einen Glaskasten. Sieht lustig aus und zum Glück verirrt sich da hinten keiner hin. Bleibt nur die Frage: Hätte man das nicht auch beim alten Rathaus geschafft? Da wäre Platz für einen Anbau gewesen, der die dreifache Größe dieses Hauses gehabt hätte. Stattdessen verfällt das alte Rathaus nun als graue Plakatierfläche in bester Lage direkt am Markt.
Natürlich sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das neue Rathaus sich in keinem geringeren Gebäude befindet, als dem ehemaligen Lindenhof. Wir erinnern uns: Gasthaus und erstes Quartier der herzoglichen Gesellschaft, später Silberbank. Es wäre auch nicht besser gewesen, dieses Haus verfallen zu lassen aber es ist eben auch nicht besser, das alte Rathaus verfallen zu lassen. Nach Gasthaus und Silberbank wurde der Lindenhof übrigens zum "Haus der Freundschaft" (kurz: HdF), in dem getanzt, musiziert und getagt wurde. Das Haus gehörte damit der Stadt.
Der Erbprinz-Erfolg. Beinahe drohte die Lessing-Oberschule zum Misserfolg zu werden. Der rechte Torflügel Bad Doberans verfiel im auffälligen gelb-grau in allerbester Stadtlage direkt an der Bundesstraße, dem Alexandrinenplatz und den Mollischienen. Der Herzog hatte sich um dieses Haus gerissen und die Stadt wusste nichts besseres damit anzufangen, als zuerst eine Schule darin unterzubringen, dann einen Jugendtreff und schließlich gar nichts mehr. Gäbe es da nicht das Duo Kross / Kross Jonsson, das sich schon einmal um ein ehrenwertes Haus der Münsterstadt verdient gemacht hat, würde das Haus auch heute noch verfallen und verwuchern. Das Kurhaus war schon ein hartes Stück aber hier handelte es sich um ein Gebäude in sehr schlechtem Zustand. Das hielt die beiden - man möchte sagen "Helden" - nicht davon ab, das Unmögliche möglich zu machen. Sie bauten dieses Haus in kurzer Zeit wieder auf und schufen ein ebenso modernes und nobles Hotel, wie ihr erstes. Das Hotel "Prinzenpalais" ist wieder ein Vorzeigeobjekt in Bad Doberan und zweifellos ein voller Erfolg.
Übrigens ist das Duo Kross / Kross Jonsson sehr engagiert und setzt sich für den Tourismus und den Kurbetrieb in Bad Doberan ein. Nur tut es das nicht wie FUNDUS und Dr. Ebel mit der Arbeitsplatzkeule, sondern mit guten Vorschlägen und vielen Beteiligungen. Das Schachspiel auf dem Kamp - Die Figuren gibt es kostenlos gegen 20 Euro Pfand im Friedrich-Franz-Palais - verdanken wir Axel Kross. Man wünscht sich fast, sie mögen auch noch weitere Gebäude retten. Das Moorbad z.B., das Frank Thee im nächsten Kapitel verfallen lässt.
Lesen Sie hier weiter: Die Moorbad-Pleite und der Cityhotel-Erfolg
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