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Und Bad Doberan?
Die Moorbad-Pleite So ein Erfolg sollte auch das Moorbad werden. Es überstand die Wendewirren und blieb Sanatorium bis in die 90er hinein. Dann kam die Dr.-Marx-Gruppe, welche in Heiligendamm schon 1992 die MEDIAN-Klinik errichten wollte aber daran scheiterte, dass sie dafür Bäume fällen musste und die Bürger dagegen waren. Vier Jahre später war sie wieder da und mit ihr die MEDIAN-Klinik. Nun erwies sich aber die Klinik in Heiligendamm, das ja eigentlich ein Stadtteil Bad Doberans war als Konkurrent für das doch schon etwas in die Tage geratene Moorbad. Als dann noch eine gewisse Dr.-Ebel-Gruppe vorschlug, ein neues Moorbad zu bauen und diese tollen Pläne von einem dreiflügeligen Prachtbau in herrlicher Lage und mit Blick auf die Stadt präsentierte, war man hin und weg und stimmte dem Bau zu. Was denn nun mit dem alten Moorbad geschehen sollte, wusste man allerdings nicht. Und das wusste man auch nicht in den vielen Jahren, die es leer stand.
Man hätte vielleicht noch das Kreiskrankenhaus darin unterbringen können aber für dieses gab es schon Pläne außerhalb Bad Doberans in der Gemarkung Hohenfelde. Dort entstand dann fast zeitgleich eine moderne Klinik, die privat finanziert wird. Einmalig in Deutschland zu dieser Zeit. Die alte Ostseeklinik in Kühlungsborn musste dafür schließen und auch sie verfällt. Aber wir verstehen, dass man dort keine moderne Klinik hätte unterbringen können. Im Moorbad hingegen hätte es mit viel Aufwand gelingen können aber viel Aufwand kostet auch viel Geld und das hat eine private Investitionsgruppe eben nicht, weshalb ein Neubau billiger war.
Das Moorbad gehört einem Frank Thee, der eine Art Gesundheitszentrum in dem Gebäude plante. Da das Gebäude schlecht gesichert war, kam es immer wieder zu Brandstiftungen. Im Dezember 2006 blieb es nicht bei einem kleinen Feuer. Der Dachstuhl brannte ab und musste zur Hälfte abgetragen werden. Nun folgte ein Streit zwischen dem Investor, der das Gebäude nach Jagdfeld-Manier abreißen und originalgetreu wieder aufbauen will und der Stadt, die durchaus Möglichkeiten zum Wiederaufbau sieht. Und während die beiden sich streiten, kann sich das Moorbad nicht freuen, denn ohne Dach dauert es nur noch Monate, bis der Investor das Haus abreißen muss, weil es nicht mehr zu retten ist. Man könnte ihm unterstellen, dass er das bewusst zulässt, denn mit Planen könnte man das Durchnässen verhindern aber das tut er nicht.
Das Moorbad ist eine Pleite auf ganzer Linie, denn von den Versprechungen des Investors ist nur Zank und Streit und eine Ruine übrig geblieben. Man muss auch sagen, dass jeder für sein Haus selbst verantwortlich ist. Die Schuld allein den Brandstiftern in die Schuhe zu schieben, zählt nicht. Andere Häuser stehen auch leer und sind dennoch gut genug gesichert, um zumindest nicht abzubrennen. Siehe Heiligendamm. Jagdfeld könnte es sich gar nicht erlauben, das Risiko eines Brandes einzugehen, denn damit würden gleich die Vermutungen laut werden, dass es sich um einen heißen Abriss handelt.
Die Moorbad-Pleite ist eigentlich gleich eine doppelte Pleite. Bei der Planung des neuen Moorbades hat man nämlich erst einmal vergessen, dass es nun nicht mehr zu Fuß vom Bahnhof aus erreichbar ist und außerdem, dass es sich an einem zukünftigen Autobahnzubringer befindet. Statt es weit genug nach hinten zu setzen, begnügte man sich mit dem Platz, den die Kohlenlagerfläche der Kohlehandlung sozusagen vorgab und baute einen der Flügen direkt an die Straße. Nach der Fertigstellung der A20 stellte sich dann heraus, dass da doch ganz schön Verkehr nach und von Bad Doberan weg fließt und die schlechte Straße sorgte ordentlich für Laufgeräusche. Man bemühte sich um eine 30-Zone, bekam sie und setzte sie auch fleißig mit Radarfallen durch. Im Jahre 2006 wurde dann die Straße von Grund auf neu gebaut - wieder an der alten Stelle, weil inzwischen die Grundstücke östlich von ihr verkauft waren und man die Straße so nicht um ein paar Meter verschieben konnte. Auch die 30-Schilder kamen wieder.
Ende 2007 waren diese dann auf einmal abgedeckt, weil das Moorbad vergessen hatte, eine Fristverlängerung zu beantragen. Nun begann eine öffentliche Diskussion um das Ärgernis 30-Zone (die wohl mit einem Leserbrief von mir begann), in deren Folge man über einen Wall sprach, der aber für die Klinikleitung aus nachvollziehbaren Gründen inakzeptabel ist. Auch eine durchsichtige Schallschutzwand wurde vorgeschlagen - sogar auf Kosten der Stadt. Aber die Klinikleitung besteht weiterhin auf ihre 30-Zone und legt ein Lärmgutachten aus der Zeit vor der Straßensanierung vor und pocht auf sein Recht, obwohl der ADAC längst belegt hat, dass die Geräuschunterschiede zwischen 30 km/h und 50 km/h so marginal sind, dass nur einige Tiere - und scheinbar eben die Klinikleitung - sie hören kann. Die mehrheitlich alten Leutchen sollen sich beschwert haben über den Lärm. In Bad Doberans gepflasterter Innenstadt hat sich offenbar noch kein Gast über Lärm beschwert. Interessant ist hier auch wieder der Verweis auf die Arbeitsplätze durch die Klinikleitung. Das kannte man von Jagdfeld ja schon.
Der letzte Stand ist nun, dass 2009 die 30-Zone ausläuft und man eine Lösung finden muss. Bürgermeister Polzin hat da auch schon eine im Auge: Eine dauerhafte 30-Zone.
Der City-Hotel-Erfolg. Manchmal sind es die kleinen Dinge, die die größte Wirkung haben. So ein kleines Ding steht zum Beispiel am Alexandrinenplatz. Die Zone zwischen dem Haus "Gottesfrieden" und dem Kaufhaus "Magnet" war zu DDR-Zeiten recht heruntergekommen. Das Einzige, was gut aussah, war ein baumgesäumter Eingang zu einer Gaststätte, an deren Seite ein Elektrogeschäft angesiedelt war. In jenem Kleinod war eine Wohnung und hinter der linken Tür verbarg sich ein Verkaufsstand für Backwaren, dessen Raum gerade breit genug war, um aneinander vorbei zu kommen. Meistens standen die Leute noch draußen in der Warteschlange. Nicht, weil es zu wenig Backwaren gab, sondern weil es eben zu eng darin war. Vom Bäcker ging es meistens ein paar Häuser weiter nach rechts - neben dem Magnet - zum Gemüseladen. Und wer etwas westlicher wohnte, verband den Bäckereibesuch mit dem Besuch des Gemüseladen der Familie Vick.
Nun kam es, dass eine Bad Doberaner Familie in Heiligendamm das Haus "Bischofsstab" rettete und sich dann wieder der Stadt selbst widmete und ein kleines aber feines Hotel für Gäste aller Art baute. Das Kleinod ist schön anzusehen und auch ein Blick auf den Hinterhof lohnt sich. Kein Zweifel: Das ist wieder eine Erfolgsstory.
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