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Und Bad Doberan?

 

Das Kammerhof-Debakel.

Übrig blieb ein angefangenes Wohngebiet, welches auch so wirkte. Man wollte die neue Situation nicht wahrhaben und versuchte, hier noch mehr Wohnraum zu schaffen. Einige Blöcke wurden so umgebaut, dass man den Plattenbaucharakter nicht mehr erkennen konnte und einige wurden neu gebaut. Das Gebiet wurde schon mal mit Straßen und Leitungen erschlossen und an die neue Umgehungsstraße angeknüpft.

 

Dafür wurde eine Gesellschaft gegründet, an der sich die Stadt beteiligte. Auf dem Kammerhof entstanden Seniorenwohnungen, Pflegeeinrichtungen und allerhand Eigentumswohnungen und Wohnungen mit gehobenen Komfort und dementsprechend hohen Mieten. Aber gleich nebenan standen und stehen die billigsten Wohnungen Bad Doberans, sodass auf kleinem Raum die Mittelschicht und die Unterschicht der Stadt nebst ihren eingesiedelten Ausländern zusammen wohnen. Der Kammerhof ist damit eine Art Ghetto geworden, das eben gerade nicht zu Investitionen einlädt. Auch der Versuch, den Dörfern das Ausschreiben von Bauflächen zu untersagen, um den Kammerhof mit Häusern zu füllen, scheiterte. Bis heute gibt es einige Eigenheime am nördlichen Rand des Kammerhofs - ganz in der Nähe der Eigentums- und Mietwohnungen für die Mittelklasse und der Einrichtungen für die Alten. Im Süden hingegen ging es erst weiter, als man sich auf den Bau altersgerechter Wohnungen spezialisierte. Da der Bedarf dafür in Bad Doberan sehr hoch ist, lassen diese Wohnungen sich in fast jeder Lage vermitteln. Man wollte Teile des unbebauten Kammerhofes auch als Ferienanlage ausbauen aber auch dazu kam es nicht. So präsentiert sich der Kammerhof heute als ziemlich buntes Mischgebiet mit vielen Löchern mit ganz viel Wildwuchs und Trampelpfaden und mit Straßen, die ins Nichts führen. Man sagt dazu auch "Millionengrab", denn die Gesellschaft ging pleite und die Stadt blieb auf den Kosten sitzen. Auch die Straßen ins Nichts müssen unterhalten werden.

 

 

Alle Gebäude mit dunklen Flachdächern und weißer Fassade und das graue H-ähnliche Gebäude gehören zur Erstbebauung.

Alles andere ist nach 1990 entstanden. Eine dritte Abzweigung der Umgehungsstraße führt etwas weiter nördlich ins Grüne.

 

Trotzdem nicht abgestempelt: Der Kammerhof heute.

Dennoch verfügt der Kammerhof über einen Discounter (Penny), eine Fleischerei mit Imbiss, einen Friseur, zwei Bäcker,

einen Getränkemarkt, einen Drogeriefachmarkt (Schlecker), sowie einen kleinen Imbiss und ein kleines Dienstleistungsgebäude.

 

Man hat es allerdings versäumt, einen brauchbaren Durchgang von der Seestraße zur Dammchaussee anzulegen, sodass der sich aus

dem Kammerhof ergießende Fußgänger- und Radfahrerstrom die schmale und durch das DRK viel befahrene Seestraße drängen und die

Nienhäger Chaussee am Kreisel überqueren muss. Diese Stelle ist sehr ungünstig, da Autofahrer hier oft durch den Verkehr im Kreisel abgelenkt sind. Von der Dammchaussee gibt es einen Fußweg zum Sportplatz, dessen Weg links zum Busbahnhof und rechts zur Goethestraße, Parkpalette und dem Einkaufszentrum und dort zum Kamp führt. Früher ging es über Trampelpfade quer über ein Grundstück aber verständlicherweise wurde dieses nun mit einem Zaun versehen. Die Schule auf dem Kammerhof wurde zur Münsterschule und hat eine besondere Unterrichtsform, der Kindergarten ist auch heute noch in Betrieb und die Kaufhalle ist zumindest zu drei Vierteln von Schlecker, Bäcker Kleinow und einem Asia-Imbiss genutzt, wenngleich ihr Zustand und der des nahen Umfeldes auch zu wünschen übrig lässt.

 

Das Zentrum des Kammerhofes mit der Kaufhalle und der Schule.

Der Kammerhof grenzt direkt an das Eigenheimgebiet in der Seestraße.

Plattenbauwohnungen und Komfort-Wohnanlagen nebeneinander.

Hier kam die Wende dazwischen. Das Ende der Thünenstraße.

Das Versorgungszentrum des Stadtteils ist noch fertig geworden.

Straßen, die ins Nichts führen.

Dies ist der neue Kammerhof. Eigentlich sollte er wie der Hasenberg dicht

besiedelt mit Eigenheimen werden aber trotz der guten Lage bleibt er leer.

Letztlich blieb nur der Umbau zu Komfortwohnungen und der Neubau

von Einrichtungen mit Betreuungs- und Pflegedienstleistungen übrig.

75% des Kammerhofes sind von Pfaden durchzogenes Brachland, das Baustellenstrukturen aufzeigt. Die Häuser stehen weit auseinander.

Die neuen Häuser werden mit Bedacht am Rande des Wohngebietes

und oft weit von den bestehenden Plattenbauten entfernt errichtet.

Kontraste: Plattenbauten hier...

...und Komfortwohnungen dort.

 

 

Der Berge-Erfolg.

Anders sieht es auf dem Buchenberg aus. Dort sind die meisten Wohnungen belegt und der Leerstand und die Fluktuation befinden sich in einem gesunden Rahmen. Der Buchenberg verfügt über einen Verbrauchermarkt (SPAR) mit Branchenmix und über Niederlassung mehrerer Ärzte und Gewerbetreibende und über eine Schule, einen Kindergarten und sogar eine Filiale der Ostseesparkasse. Der Spar-Markt profitiert von den älteren Einwohnern, die in der Überzahl sein dürfen und die jüngeren Einwohner kaufen nebenher auch im EKZ an der B105 ein.

Der Buchenberg ist aufwändiger saniert worden, was man den Fassaden der Blöcke auch ansieht. Der Unterschied hier ist auch, dass die meisten der Wohnungen der WIG gehören, während der industriell angefertigte Teil des Kammerhofes überwiegend der kleineren AWG gehört.

Während die Fassaden auf dem Kammerhof oft nur gedämmt, verputzt und gestrichen wurden, sind sie auf dem Buchenberg meistens verklinkert. Auch die Kriminalitätsrate ist auf dem Buchenberg etwas geringer. Dafür sind die Mieten dann etwas höher.

 

Auch auf dem Fuchsberg und dem Hasenberg ist die Situation ganz anders, als auf dem Kammerhof. Diese Wohngebiete sind recht grün und ländlich gelegen und bieten einen einmaligen Ausblick auf die Stadt. Hier wurden vor und nach der Wende viele Häuser gebaut, sodass eine recht homogene aber dennoch nicht langweilige Siedlung entstand. Es gibt nur wenige Lücken und die meisten davon sind gewollt.

Die beiden Wohngebiete funktionieren auch ohne Anbindung an die Einkaufsmöglichkeiten und selbst die zu wenigen Straßen dorthin sind kein Problem für die Besiedlung der Wohngebiete. Hier macht die Lage alles wett. Die Lage des Kammerhofes ist aber nicht viel schlechter.

 

Der Buchenberg zeigt sich besser saniert, als der Kammerhof. 

Der Fuchsberg ist ein beliebtes Wohngebiet, das eigene Feste feiert.

Der Hasenberg ist im Prinzip eine der gehobenen Adressen Bad Doberans.

Das EKZ an der B105 in direkter Nachbarschaft des Buchenberges.

 

 

Lesen Sie hier weiter: Die ALDOBERAN-Misere und Perspektiven

 

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