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Und Bad Doberan?
Die ALDOBERAN-Misere. Bad Doberan war wie gesagt ein Ort, dessen Bürger in den Bereichen Dienstleistung, Handel, Handwerk und Landwirtschaft arbeiteten. Die Leute konnten das Nötigste hier kaufen und für alles was es nicht hier gab, ging es nach Rostock oder Bützow. Es gab die Mollistraße, den Markt und die Severinstraße, sowie die Straße "Am Kamp" mit den Geschäften und Gewerberäumen und es gab das Kaufhaus MAGNET im Herzen der Stadt. Damit war für alle gesorgt. Mit der Wende kamen viele neue Produkte und diese waren zunächst in Bad Doberan nicht so einfach erhältlich. Die Konsum-Läden und Kaufhallen boten an, was der Platz hergab und versuchten zunächst, sich in einer neuen Konsumgesellschaft zu organisieren. Nach und nach schlossen sie sich dann den beiden Branchenriesen SPAR und EDEKA an. Multimedia, Hifi und Computer aber waren in Bad Doberan kaum zu kriegen. Auch Discounter siedelten sich hier nicht an. Wenn man zu ALDI wollte, musste man nach Lübeck fahren. Später eröffnete dann in Rostock-Schutow ein DIVI in einem Zelt auf dem Messegelände und bei Kröpelin ein NORMA in einem ehemaligen Stall. Noch später kam dann ein Penny-Markt in Kröpelin dazu. Bad Doberan aber wurde von den Branchenriesen vergessen. Darum wurde eine Kornhalle hergerichtet, um als Kaufhaus für Computer, Videorecorder, Fernsehgeräte und sonstigen Anfangsbedarf ehemaliger DDR-Bürger zu dienen. Der Markt nannte sich MEDIkomm!. Etwas weiter östlich wurde die Schuhfabrik als dreistöckiges Kaufhaus umfunktioniert und auf ALDO getauft. Beides lief sehr gut und man nannte diese neue Einkaufswelt "ALDOBERAN".
Irgendwann kam dann die METRO-Gruppe auf die Idee, einen Einkaufspark zu bauen. Dazu suchte sie sich eine Fläche am westlichen Rostocker Stadtrand direkt an der B105 aus. Bad Doberan als Kreisstadt hätte dies sicherlich verhindern können aber vermutlich sah sie nicht die Konsequenzen. Sie schrieb selbst ein Gewerbegebiet aus, das aber zu klein dafür gewesen wäre und dessen Erschließung eine alte slawische Siedlung zum Vorschein brachte und daher erst archäologisch untersucht werden musste, bevor es weitergehen konnte. Inzwischen hatte sich METRO aber schon entschieden und begann in Sievershagen mit dem Bau des Ostsee-Parks. Es entstanden ein Verbrauchermarkt (Real), ein Möbeldiscounter (Roller), ein Baumarkt (Praktiker), ein ALDI und ein Branchenmix. Auch ein MEDIA-MARKT wurde in das Gebäude integriert. Damit musste sich das kleine MEDIkomm! gegen einen Branchenführer durchsetzen und es stellte sich heraus, dass dieser fast immer günstiger war. Auch das ALDO verblasste angesichts der Konkurrenz aus Rostock. Später kam dann noch in Lütten Klein der Warnowpark hinzu. Da aber war es längst vorbei mit der "Einkaufswelt, die uns gefällt." ALDOBERAN ging pleite, die Insolvenz wurde verschleppt und übrig blieben Arbeitslose, ein schaler Nachgeschmack und diese zwei Erinnerungen.
10 Jahre nach ALDOBERAN: Relikte und neue Perspektiven. Heute sitzt seit einigen Monaten der Sonderpostenmarkt CORDES in der bis dahin ungenutzten Halle des MEDIkomm! und im ehemaligen ALDO ist ein Bildungszentrum und eine Kantine untergebracht. Ein Teil der Gewerbeflächen wird von Unternehmen und einem Baumarkt (EGN) benutzt. Dieser läuft auch nur gerade so, zumal sich zum Praktiker in Sievershagen später auch ein BAHR in Schutow gesellte und auch der Bauhandel Kröpelin in Hohenfelde in einem Hagebaumarkt in Stäbelow aufging.
Das Gebäude des ehemaligen ALDO steht zum Verkauf. Es ist teilweise durch eine Bildungseinrichtung und eine Kantine genutzt und bringt somit Mieteinnahmen. Große Teile des Gebäudes und Nebengelass stehen aber leer. Klicken Sie auf die Links, um die Immobilien- und Rendite-Angebote aus Bad Doberan zu sehen.
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