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Öffentliche Diskussion 2010 - Teil
2 - Legislaturperiode
2009-2014.
Hier geht es
zum Teil 1 der Öffentlichen Diskussion 2010
Hier geht es
zum Vorjahr (August bis Dezember 2009)
Das Blatt wendet sich.
"Pleiten, Pech und Pannen" könnte das
Motto der Familie Bad Doberan-Heiligendamm in den letzten Jahren
gewesen sein. Stadtvertreter, die zu sehr mit sich selbst
beschäftigt sind und Investoren, die ihre Hände gebunden und Steine
vor ihre Füße gelegt sehen. Heiligendamm strahlt und verfällt, das
Moorbad bröckelt auseinander und das Verkehrskonzept der Stadt
erhitzt die Gemüter. An allen Enden fehlt das Geld und ausgerechnet
der Bürgermeister soll mit vollen Händen unberechtigt viel davon
ausgegeben haben. Während auf der einen Seite Gelder fehlen, sollen
sie auf der anderen Seite eingespart werden. Nicht gerade zum
Vorteil der Bad Doberaner und der Gäste. Mittendrin gibt es
wenigstens eine frohe Botschaft:
Die Perle wird wieder aufgebaut!
Diesmal rollen tatsächlich die Bagger an. Diesmal geht es wirklich
los. So kann es, soll es und muss es auch weiter gehen. Die nächste
frohe Botschaft folgt bald nach dem ersten Spatenstich für Villa
"Perle-Großfürstin Marie":
Das alte Moorbad wird wieder aufgebaut!
Das war nicht weniger wichtig und nicht weniger ein Herzenswunsch
für die Bad Doberaner. Nur gab es hier keine Lobby, die eine
Bürgerinitiative nach der anderen aus dem Boden stampfte, um das
Moorbad vor der endgültigen Zerstörung einerseits und dem
denkmalschützerischen Fiasko andererseits zu bewahren. In der Sache
um Heiligendamm fanden sich einige Leute, die um jeden Preis und mit
allen Mitteln für ihre Sache kämpften und auf ihre Art Heiligendamm
retten wollten. Das Moorbad aber interessierte diese Leute nicht.
Auch die anderen Ruinen der Stadt, die Entwicklung des Klosterhofes
und der Innenstadt interessierte sie nicht. So blieben diese oft
prächtig gelegenen Bauten unbeachtet und unberührt dem Verfall
überlassen.
Das erste Halbjahr 2010 war sehr ereignisreich.
Sie können alles
hier nachlesen.
Für das zweite Halbjahr gibt es diese Seite. Und ein Bautagebuch für
die Villa "Perle-Großfürstin Marie".
Hier geht es weiter mit aktuellen Meldungen von Juli bis Dezember
2010:
Endlich: Das historische Bad Doberaner Moorbad
ist verkauft und wird saniert.
Das Moorbad zu Bad Doberan gehört zu den ältesten Funktionsgebäuden
der Stadt. 1820 wurde an dieser Stelle am Mühlenteich südlich des
damaligen Ortes Doberan eine Eisenquelle entdeckt und schnell ein
Haus mit vier Wannen für Eisenbäder errichtet. Damals wurden die
Bäder noch als "Stahlbäder" bezeichnet, sodass der erste
repräsentative Bau "Stahlbad" genannt wurde. Dieser Bau entstand
1823 in Form eines eingeschossigen Flachbaus. Geplant und errichtet
wurde das gelbe Gebäude im Angesicht der Stadt vom Bauconducteur
Carl Theodor Severin, der das Ortsbild Bad Doberans und
Heiligendamms maßgeblich prägte. Das Stahlbad erwies sich schon bald
als äußerst beliebt, sodass zwei Jahre später eine Aufstockung
vorgenommen wurde.
Es klingt unglaublich aber im Jahre 1900 wurde das Stahlbad noch ein
zweites Mal aufgestockt und erhielt sein endgültiges Gesicht.
Faszinierend an dieser Tatsache ist, dass man ohne dieses Wissen gar
nicht merken würde, dass dieses wie aus einem Guss wirkende Bauwerk
innerhalb eines halben Jahrhunderts dreimal aufgestockt wurde.
Sowohl Severin, als auch seine Nachfolger gingen behutsam vor und
orientierten sich bis ins kleinste Detail an den Grundbau von 1823.
Aus einem Flachbau wurde ein repräsentatives Erholungsheim, das bis
zuletzt auch so genutzt wurde.
Erst 1996 wurde der Komplex zu klein und zog in die neu errichtete
Dr.-Ebel-Klinik ein, die auch den Namen "Moorbad" tragen darf.
Seitdem ist das Haus im Besitz des Projektentwicklers Frank Thee,
der das sanierungsbedürftige Gemäuer wieder in altem Glanz
erstrahlen und gemäß der Geschichte ein Gesundheitszentrum in der
Art eines Erholungshotels darin unterbringen wollte. Doch es tat
sich nichts und während Thee und die Stadt sich gegenseitig den
Schwarzen Peter zuschoben, ging 2006 das Moorbad in Flammen auf. Die
Feuerwehren kämpften um das Gebäude und brauchten lange, um diesen
Kampf zu gewinnen.
Doch die Schäden sind enorm und die Forderung Thees nach einer
Abrissgenehmigung ließ die Vermutung aufkommen, dass es sich um
einen heißen Abriss handele. Zwar konnten die mutmaßlichen
Verursacher gefasst werden aber da es sich um Minderjährige handelt,
wurden sie nicht bestraft. Manche glauben gar nicht, dass sie die
Täter waren. Bis heute hält sich zudem wacker die Anschuldigung,
Thee würde mit dem Erwerb des Prestige-Objektes in Top-Lage zu einem
Schnäppchenpreis allein ein Geschäft betreiben und gar kein
Interesse an der Sanierung haben, sondern ganz im Gegenteil den
Abriss wollen, um das Bauland sauber gewinnbringend verkaufen zu
können. Aktuell spricht die folgende Kurzmeldung der Ostsee-Zeitung
dagegen:
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OSTSEE-ZEITUNG | 22.07.2010
Altes Moorbad verkauft
Das alte Moorbad ist verkauft. Der Berliner Investor Winter
erwarb es vom ehemaligen Besitzer Frank Thee, der das Gebäude
vor neun Jahren
kaufte. Seit 20 Jahren steht das Haus leer und verfällt immer
mehr. Der neue Investor will das Hauptgebäude erhalten und
sanieren, Nebengebäude aber abreißen.
Renate Peter
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Die Meldung ist erstaunlich kurz und dürftig. Aber ich bleibe
dran.
Die Strandversorgung in Heiligendamm ist in
Gefahr.
Heiligendamms erste Reihe ist mondän. Das Grand Hotel hat alle
erdenklichen Sterne und gilt als schönstes Hotel der Welt, das
Restaurant "Medinis" gehört dazu und hält natürlich mit. Das
Golfhaus bietet Kaffee, Kuchen und Snacks, Cocos Milchbar und zwei
Imbiss-Betriebe - einer am Kinderstrand und einer am Golfteich -
bieten eine Versorgung mit Essen und Trinken für den schmalen
Geldbeutel. Ergänzt wird das Angebot durch einen Eiswagen und eine
Fisch-Bude.
Wir haben also zwei Extreme: Luxus-Gastronomie und
Imbiss-Gastronomie. Über zu wenig Kundschaft können sich beide
Anbieter nicht beschweren. Was Heiligendamm fehlt, sind "richtige"
Angebote. Der Gast erwartet mehr, als zu essen, zu trinken und das
Ganze wieder ausscheiden zu können. Genau das ist aber schon alles,
was Heiligendamm zu bieten hat. Der Strand ist natürlich das, was
die Gäste anzieht und auch die Bauwerke sind Touristenattraktionen.
Die Seebrücke noch und natürlich die Natur - Wiesen und Wälder. Das
macht Heiligendamm aus und das war auch die Idee der Planer und
Erbauer: Ein Ort der Abgeschiedenheit und Ruhe. Von der Grundidee
her gesehen, sind alle Cafés und Imbissbetriebe in Heiligendamm
schon zu viel.
Aber die Zeiten haben sich geändert und heute möchten sich die
Stadtobersten nicht mehr in Heiligendamm erholen, sondern mit
Heiligendamm Geld verdienen. Nur: Wie verdient man Geld, wo es außer
Sand, Meer, Parkflächen, je zwei Imbissen und Cafés und eben den
Häusern gar nichts zu sehen gibt? Man kassiert Kurtaxe für jeden,
der die Promenade gen Strand verlassen will. So weit, so gut. Man
kassiert ja auch Gewerbesteuern aber so richtig betrifft das nur das
Grand Hotel. Man kann die Anzahl der Parkplätze erhöhen, damit mehr
Leute kommen und Kurtaxe bezahlen. Die zahlen dann Parkgebühren und
Kurtaxe, eine Currywurst mit Pommes und fahren wieder. Kommen sie
wieder? Oft nicht. "Nichts los außer Menschen" oder auch "Da gibt es
nicht einmal eine Gaststätte" und auch "Da gibt es ja gar keine
Souvenirs".
Und genau das ist der Punkt: Bis zur oder kurz nach der Wende konnte
man in Heiligendamm in der "Palette" essen gehen, in einer Drogerie
oder einem Konsum Waren des täglichen Bedarfs kaufen und auch
Souvenirs, in erster Linie Postkarten und Ansichtskarten. Auch
Strandartikel, wie Kosmetik, Textilien und Spielzeug gab es in
Heiligendamm zu kaufen. Darüber hinaus gab es dann eben die
Imbiss-Betriebe, Cafés und ein wenig mobilen Handel. Essen gehen
kann man heute mehr als damals aber die Restaurants des Grand Hotels
sprechen eine andere Klientel an. Lediglich der Herzogliche
Wartesaal im Molli-Bahnhof und das Jagdhaus können von sich
behaupten, ein Restaurant für die Nicht-Hotelgäste zu sein. Die
Frage ist eben, ob das für die Größe Heiligendamms nicht auch
reicht.
Zwei Imbiss-Betriebe jedenfalls sollten ausreichen, wenngleich im
Osten einer mehr auch nicht schaden und Herrn Butze nicht arm machen
würde. Der nämlich rotiert im Sommer regelrecht, um die Schlangen an
hungrigen Gästen bedienen zu können. Auch zwei Cafés auf einem Fleck
sind sicherlich nicht zu viel und selbst das Jagdhaus steht gleich
um die Ecke. Im Westen sieht es da schon schlechter aus: Zwischen
Bahnhof und Kinderstrand liegen ein paar Kilometer und dazwischen
ist nichts, was die Gäste versorgt. Das ist auch gar nicht
vorgesehen, denn der massentouristische Mittelpunkt soll im Osten
Heiligendamms sein - rund um den Golfteich. Dieses kaum sichtbare
Gewässer stellt einen Biotop dar. Zu was anderem ist das formlose
Schlamm-Brachwasser auch nicht zu gebrauchen. Gerade darum findet
man hier seltene Vogelarten, wie z.B. die Kraniche´, die ich in
einem Foto-Rundgang fotografiert habe. Auch das ist Heiligendamm und
auch das muss natürlich erhalten bleiben.
Trotzdem gibt es weder Bälle, noch Schaufeln und Eimer, weder
Bikinis und Badehosen, noch Postkarten in diesem massentouristischen
Zentrum Heiligendamms. Das macht den Ort aber nicht ruhiger, denn
die Leute kommen trotzdem. Die Parkplätze reichen nicht und das ist
Absicht. Doch statt dann einfach einen Parkschein zu lösen, Kurtaxe
zu bezahlen und baden zu gehen, macht der "Faktor" Mensch etwas
anderes: Er hat bezahlt und nun will er auch etwas erleben. Also
geht er gen Westen. Und landet derzeit in einer Sackgasse. Alles was
er dort sehen kann, ist das Grand Hotel und wenn ihm das Außen nicht
reicht, muss er den Eingang suchen. Immerhin gibt es dadurch nicht
mehr die Touristenscharen von 2003 auf dem Hotelgelände. Aber
befriedigend ist das alles trotzdem nicht.
Ein Ablassventil wird nun geöffnet, indem man gen Westen die
Packwerk-Überquerung verlängert und so den Leuten einen Rundweg
ermöglicht. Auf diesem Rundweg können die Touristen sich dann davon
überzeugen, dass Heiligendamm wirklich nichts weiter zu bieten hat,
als das oben aufgezählte. Für die Hotelgäste sieht es derzeit etwas
und in Zukunft vielleicht bedeutend anders aus, denn hier gibt es
hauseigene Angebote und weitere sind in Planung. Für den
Standard-Touristen ist das alles entweder zu teuer oder er begreift
nicht, dass er das auch nutzen darf. Das Grand Hotel bietet zwar
aktiv den SPA-Bereich, die Bars und Arrangements an aber um
Luxushotel zu bleiben, verlangt es dafür natürlich auch die Preise
eines Luxus-Hotels. Man kann ja auch schlecht Ausnahmen machen und
die Standard- den Luxustouristen vorziehen. Das Grand Hotel wird
eine Welt für sich bleiben und nur so kann es funktionieren.
Für den Standard-Touristen bedeutet dies, dass er dort willkommen
aber eher nicht daran interessiert ist. Frische Snacks vom Bäcker
würden ihn mehr interessieren und eine willkommene Abwechslung zum
Imbiss-Angebot sein. Alles, was zum Mitnehmen ist, ist für die
Standard-Touristen interessant. Alles, was sie versorgt, für ihren
kurzen Heiligendamm-Aufenthalt. Und hier soll eine Strandversorgung
ansetzen. Ein kleiner Pavillon, in dem Geschäfte, kleine
Gaststätten, wie eine Bäckerei und auch Butzes Imbiss unterkommen
können, wenn sein jetziger Standort der Thalasso-Schwimmhalle
weichen muss. Die ja selbst auch ein Angebot sein wird. Segel- und
Surfschule haben bewiesen, dass Heiligendamm attraktiv ist. Was
fehlt, sind Räumlichkeiten. Zugegeben: Angesichts der gähnenden
Leere in den Villen der Perlenkette und der Seedeichstraße klingt
das komisch. Aber wenn Sie da drinnen gewesen wären, würden Sie
davon nichts mieten wollen. Und Räume in von der ECH sanierten
Villen in 1A-Lage können sich die kleinen Gewerbetreibenden in einer
vom Wetter abhängigen Lokation nicht leisten. Bleibt nur ein Neubau
und der ist seit Jahren im Gespräch. Seit wenigen Monaten soll er
nun endlich präzisiert werden. Doch vielleicht kommt alles anders
und das Ventil bleibt zu, bis der Ball platzt. Sehen Sie selbst:
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OSTSEE-ZEITUNG | 22.07.2010
Geplantes
Versorgungszentrum am Strand in Gefahr
Bad Doberan. Sorge um den B-Plan 25, der die
Imbisseinrichtung, ein öffentliches WC und einen Spielplatz in
Heiligendamms Strandnähe vorsieht. Die Stadt hat die Träger
öffentlicher Belange befragt. In der Stellungnahme der
Unteren Naturschutzbehörde wird betont, dass die Belastung im
Bereich des Golfteiches, einem Biotop, bereits erschöpft sei.
Die Behörde untersagt weitere Ausnahmen und begründet das mit
„städtebaulicher Unordnung“ und Zerstückelung der Flächen.
„Wenn die Naturschutzbehörde bei ihrem Standpunkt bleibt,
können wir die Planung nicht weiterführen“, so Bauamtsleiter
Norbert Sass. Die Stadt wolle diese Absage aber nicht so
einfach hinnehmen, betont Sass, und auch
Ausschuss-Vorsitzender Joachim Seehaus möchte die
naturschutzrechtlichen Bedenken der Umweltbehörde erläutert
wissen.
Seit langem wird über das geplante und notwendige
Versorgungszentrum am Heiligendammer Strand diskutiert. R. P.
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Fakt ist: Es gibt keine Alternative zur Strandversorgung. Das
Sanitärhäuschen an der ehemaligen Führung der Professor-Vogel-Straße
wird dem Thalasso-Zentrum weichen und das Gebäude, das den Imbiss
und die Surfschule beherbergt und sich daneben befindet, fällt auch
den Plänen zum Opfer. So ist es vereinbart. Platz gibt es auf diesem
Areal keinen mehr, denn das Thalasso-Zentrum erstreckt sich über die
ganze Länge des Platzes und endet am neuen Verlauf der sich am
Waldrand befindlichen Professor-Vogel-Straße. Auch an die
Seedeichstraße grenzt die monumentale Meeresschwimmhalle. Südlich
des Golfteiches befindet sich nur Wald und in die verwucherte
Schneise der einstigen Tennisplätze möchte die ECH das
Ayurveda-Zentrum bauen und die bestehenden Villen der Seedeichstraße
(Eikboom und Seeadler) in das Areal integrieren. Die Forst hat
jeglichen Wald bereits von den Planungen ausgeschlossen, sodass dort
nichts gebaut werden kann.
Bleibt nur noch der ehemalige Golfplatz östlich des Golfteiches -
Trinkwasserschutzgebiet und selbst Teil eines Naturschutzgebietes.
Abgesehen davon, dass ein Bau dort das Versorgungszentrum
Heiligendamms außerhalb dessen Ortsschildes verlegen würde, ist dort
die Belastung und Nähe zum Golfteich nicht geringer, als auf der
anderen Seite, wo derzeit ein Parkplatz an den Teich grenzt. Der
würde bleiben. Kommt die Strandversorgung, wird er befestigt und
kommt sie nicht, bleibt es ein Schotterparkplatz, auf dem Öl, Benzin
und Kondensationsflüssigkeit ungehindert ins Erdreich dringen kann.
Die Realisierung der Strandversorgung wäre eine Chance, das durch
Befestigung zu verhindern und könnte sogar dazu genutzt werden, den
Golfteich wieder sichtbar und damit erlebbar zu machen und das
Verständnis für dieses Gewässer zu erhöhen. Momentan ist den meisten
Touristen dieses Modderloch - so sie es überhaupt registriert haben
- egal. Momentan schimpfen sie nur über zu wenig Parkplätze, lange
Wartezeiten am Imbiss, altmodische Sanitäranlagen und zu wenig
touristische Angebote. Die Naturschützer als Verteidiger der Natur
setzen natürlich alles auf eine Karte. Schaffen sie es, den Neubau
des Strandversorgungszentrums zu verhindern, gelingt ihnen
vielleicht auch die Beseitigung des Schotter-Parkplatzes z.B. zu
Gunsten einer Begrünung. Dann hätte der Biotop seine Ruhe und die
Stadt könnte sehen, wie sie mit - oder besser ohne - den Tourismus
der dazu nötigen Größenordnung Geld verdient.
Suspekt darf dem Beobachter sein, dass die Planungen zur
Strandversorgung schon 1997 bekannt waren und im Expertenkolloquim
keine Widersprüche gegen die Planungen kamen. Über ein Jahrzehnt
später und knapp vor der Realisierung der Strandversorgung fällt den
Mitarbeitern der Behörde nun ein, dass es doch nicht gut ist.
Geändert hat sich seit 1997 hier nichts: Der Schotterparkplatz
existierte schon zu DDR-Zeiten und er ist im Gegenteil sogar kleiner
geworden, die Seedeichstraße hat befestigte Parkplätze bekommen und
die Autos parken nicht mehr wild am Straßen- und Golfteichgraben.
Ein Regenwasserrückhaltebecken wurde errichtet, die Umgebung begrünt
und es wurden sogar Bauten am Golfteich abgerissen - das Klärwerk
zum Beispiel. Das macht das Ansinnen der Behörde schwer
vermittelbar.
Wird Bad Doberan den touristischen
Anforderungen gerecht?
Protokoll einer Podiumsdiskussion.
Der ruhende Verkehr in Bad Doberan und Heiligendamm ist ein Problem.
Das hat die Stadt erkannt und das erkennen auch ihre Bürger. Wie man
es nicht ändern sollte, wissen viele. Eine Podiumsdiskussion sollte
nun Anreize bringen, wie man es denn ändern könnte. Am Ende ging es
nur um Grundsatzfragen aber am Rande der Diskussion wurde auf
Nachfrage noch einmal betont, was teils vergessen und teils
bezweifelt wurde: Eine Umgehungsstraße zur Umgehung Bad Doberans -
wie sie die Gemüter seit Jahren erhitzte - ist vom Tisch. Definitiv.
So deutlich war das vorher gar nicht.
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OSTSEE-ZEITUNG | 22.07.2010
Der Weg zum Traumurlaub
Um Verkehrsinfrastruktur und ihre Bedeutung für den Tourismus
ging es bei einer Podiumsdiskussion in Bad Doberan.
Landrat Leuchert: Unterhaltungskosten nicht aus dem Auge
verlieren.
Von BURKHARD ZINGLER
Bad Doberan. Sie sind bei der gegenwärtigen Hitze besonders
unangenehm, aber dennoch allgegenwärtig: Blechkarawanen auf
der Suche nach Parkplätzen, und das zumeist in Urlaubsoasen.
Nicht umsonst ist der ruhende Verkehr für Bad Doberans
Vize-Landrat Wolfgang Kraatz, stellvertretender Vorsitzender
des Tourismusverbandes von MV, jener Bereich, in dem es den
größten Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur gibt. Kraatz
gehörte am Dienstag zu den Teilnehmern einer Podiumsdiskussion
im Doberaner Ratssaal, die sich dem Thema „Der Weg zum
Traumurlaub – Verkehrsinfrastruktur für den Tourismus stärken“
widmete (die OZ berichtete bereits).
„Die Urlauber wollen eine gut ausgebaute Infrastruktur“,
unterstrich der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker
und verriet damit nichts Neues. Auch für ihn sind Staus und
Parkplatzsuche „nicht tourismusfördernd“. Das sah auch Thilo
Schelling, Abteilungsleiter im Schweriner Verkehrsministerium,
so. Dennoch müsse genau überlegt werden, wann was gebaut
werde. Schelling beleuchtete die Infrastruktur auf Straße und
Schiene, aber auch zu Wasser. Immer wichtiger seien die
Fahrradtouristen, die eine Menge Geld in die Region brächten.
„In den vergangenen 20 Jahren ist in Sachen Infrastruktur jede
Menge passiert“, warf Landrat Thomas Leuchert ein. Er
erinnerte an den Bau der A 20 oder an den zu Wochenbeginn
eingeweihten Radweg zwischen Bad Doberan und Reddelich.
Leuchert gab aber auch zu bedenken, dass man überlegen müsse,
ob das Geld immer an der richtigen Stelle eingesetzt werde.
Die Unterhaltung des Geschaffenen bereite schon jetzt vielen
Kommunen Kopfzerbrechen, so der Landrat.
Thilo Schelling warnte in Bezug auf die Förderung von
Projekten durch Bund und Land vor künftigen überzogenen
Erwartungen. „Mecklenburg-Vorpommern ist keine Region, in der
sonderlich viel Geld verdient wird. Damit haben wir im härter
werdenden Verteilungskampf beim Bund schlechte Karten“, sagte
er. Lege man heutige Maßstäbe an, wäre die A 20 östlich von
Rostock nie gebaut worden, vermutete der Abteilungsleiter.
Nach der Umgehungsstraße für seine Stadt fragte Neubukows
Bürgermeister Roland Dethloff. Konkrete Versprechen konnte
Schelling nicht machen, verwies jedoch darauf, dass dieses
Vorhaben nach wie vor als dringlicher Bedarf im
Bundesverkehrswegeplan ausgewiesen ist. Anders sehe es bei der
Umgehungsstraße für Bad Doberan aus. Das Thema sei definitiv
vom Tisch.
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Umweltschutz hintenrum: Wie die Grünen
Allee-Bäume zu retten versuchen.
Die Goethestraße soll saniert werden. Das ist inzwischen bekannt. Es
liegen mehrere Pläne vor, von denen einige Fuß- und Radwege und
andere nur Fußwege berücksichtigen. Bei einigen dürfen die alten
Bäume stehen bleiben und bei anderen müssen sie durch
Neuanpflanzungen ersetzt werden. Diese Neuanpflanzungen sind einigen
Bürgern und Stadtvertretern ein Dorn im Auge. Dennoch wurde für den
Plan gestimmt, der die Goethestraße nach den Gesichtspunkten des
Städtebaus aufwertet: Molli-Trasse, zweispurige Fahrbahn, Fußweg und
Fuß-Radweg-Kombination. Dazu neue Bäume - diesmal gleich richtig
gepflanzt. Dass eine Sanierung der Goethestraße nötig ist, wissen
alle und dagegen hat keiner etwas einzuwenden. Doch städtebauliche
Überlegungen vor den Umweltschutz zu setzen, stößt gerade den Grünen
sauer auf. Da die Meinung der Stadtvertreter sich durch den einzigen
Grünen-Stadtvertreter aber nicht ändern lässt, versucht der es
einfach hinten herum. Lesen Sie selbst:
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OSTSEE-ZEITUNG | 23.07.2010
In der Goethestraße
Kosten sparen
Bad Doberan. Die Stadtvertretung Bad Doberan wird sich in
ihrer Sitzung am 9. August nochmals mit dem Vorhaben
Goethestraße befassen müssen. Eigentlich war das Bauvorhaben
klar. Die Stadtvertreter hatten es sich nicht leicht gemacht,
aber entschieden: Straßensanierung, Bau
von Rad- und Gehweg und in den sauren Apfel beißen – die Bäume
fällen. Die alten Linden haben Gehweg und Straße bereits
zerstört. Ausnahmsweise waren sich auch mal Stadtvertretung
und die meisten Anwohner einig: Ohne die Fällung der Bäume
könne die Straße nicht vernünftig neu gebaut werden.
Stadtvertreter Heinz Keuer (Grüne) stellt nun den Antrag, den
Beschluss über die Ausbauvarianten für die Goethestraße
aufzuheben und zu beschließen, die Straße mit Erhalt des
Baumbestandes auszubauen. Keuer begründet das mit der nötigen
Einsparung von Haushaltsmitteln. Damit würde die Stadt der
Kommunalaufsicht signalisieren, dass sie gewillt ist, zu
sparen, wo es nur möglich ist.
Zwischen die alten Linden neue pflanzen und dann nach und nach
die alten Bäume fällen, schlug Heinz Keuer im Ausschuss für
Stadtentwicklung vor. Der konnte aber damit nicht mitgehen.
Die beschlossene Variante solle bleiben, die Kosten werden
nochmals durch das Planungsbüro überprüft.
R. PETER
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Nun hatte man gedacht, die ständigen Versuche, Beschlossenes
rückgängig zu machen, wären eine Bürgerbund- und FDP-Domäne und nach
dem Heiligendamm-Beschluss endlich überwunden. Da kommen die Grünen
und versuchen es auch. Kostenersparnis und Kommunalaufsicht sind
wirkungsvolle "Power Words", wie Marketing-Experten es nennen
würden.
Wer Keuer widerspricht, ist automatisch gegen Kostenersparnis und
guten Willen. Wie zur Verschleierung des eigentlichen Anliegens -
die Bäume zu retten - schlägt Keuer vor, die Linden nach und nach zu
fällen. Für jeden einzelnen Baum gibt es ein langes Verfahren und
nur wenn alle Bäume auf einmal gefällt werden sollen, kann im
Vorfeld eine Fällung aller Bäume beschlossen werden. So würde dann
der letzte Baum irgendwann in 10 Jahren gefällt werden und Keuer
könnte von sich sagen, die Lebenszeit dieses Baumes verlängert zu
haben.
Um welchen Preis, sei dahin gestellt: Die letzen Bäume sterben am
qualvollsten, denn die neue Trasse liegt ihnen nicht zu, sondern auf
den Füßen. Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit und des Nutzens ist es
fragwürdig, die Rettung der Bäume - so edel das Ansinnen auch ist -
den städtebaulichen Überlegungen vorzuziehen. Wohlgemerkt: Hier.
Anderswo trifft das nicht zu. Die Goethestraße hat die Mollitrasse
und das ist unabänderbar. Sie hat eine zweispurige Straße und wenn
man daraus eine schmalere Einbahnstraße machen wollte, müssten die
Gartenanlagen der Feldstraße dran glauben, weil irgendwo ja auch die
Gegenrichtung realisiert werden müsste. Ein Fußweg ist ein absolutes
Muss - schon allein wegen des Molli-Haltepunktes und der fehlenden
Alternativen zu einem Fußweg vor den Grundstücken. Auch ein Radweg
ist ein Muss, denn wenn der dort jetzt nicht kommt, bleibt die
Innenstadt radfahrerfeindlich. Es reicht eine einseitige
Konstruktion auf der Seite mit den geraden Hausnummern aber ganz auf
einen Radweg zu verzichten, wäre töricht. Genau dafür bleibt aber
kein Platz, wenn die alten Linden stehen bleiben sollen und deren
Erhalt ist offensichtlich das Ansinnen Heinz Keuers. Dabei sollten
gerade die Grünen ein Interesse daran haben, Bad Doberan
fahrradfreundlich zu gestalten.
Bautagebuch Villa "Perle/Großfürstin Marie"
21.07.2010: Die Baustelleneinrichtung.
Wie versprochen begleitet zeit-am-meer.de den Wiederaufbau der
Villa "Perle/Großfürstin Marie" Schritt für Schritt.
Der erste Schritt erfolgte mit dem ersten Spatenstich am 03.07.2010.
Seitdem liefen die Vorbereitungen für die Einrichtung der Baustelle,
welche nun Gestalt annehmen. Das Gelände zwischen Seebrückenplatz
und Haus "Bischofsstab" und zwischen Kurwald und Promenade wird
eingezäunt und eine Baustraße über den neuen Verlauf der
Prof.-Dr.-Vogel-Straße verlegt. Zäune werden aufgestellt, Wege
abgetragen, Schilder aufgestellt. Erste bildliche Eindrücke gibt es
hier.
Fotorundgang: Bautagebuch 21.07.2010: Die
Baustelleneinrichtung.
Fotos vom Spatenstich und der anschließenden Feier gibt es
hier:
Foto-Rundgang vom 03.07.2010 (Bilder vom ersten Spatenstich für
Villa Perle)
Ein kleines Bauwerk aber ein harter Brocken:
Amtshaus-Sanierung wird teurer.
Das einst zweite Wohnhaus des Großherzogs Friedrich Franz I von
Mecklenburg(-Schwerin) ist ein typischer mecklenburgischer
Fachwerkbau. Das idyllisch im Klostergarten gelegene Sommerhaus
wurde nach seinem Umzug in das Großherzogliche Palais am Kamp zum
Amtshaus umfunktioniert und blieb bis zu seiner Schließung in etwa
in dieser Funktion. Zu DDR-Zeiten war hier die Stadtbibliothek Bad
Doberans untergebracht und es gab immer noch Amtsstuben, in denen es
ganz typisch nach altem Holz und Bohnerwachs roch. Nach der Wende
zog das Arbeitsamt hier ein. Irgendwann zog die Bücherei in die neue
Mehrzweckhalle am Schulkomplex um und das Arbeitsamt siedelte in den
neu gebauten Bürokomplex am anderen Ende des Klosterareals auf dem
Kammerhof um. Rings um das Amtshaus herum entstanden Bürohäuser - in
der Severinstraße, in der Beethovenstraße und am Kammerhof. Auch die
Kreisverwaltung im Rosengarten entstand neu. Von den modernen neuen
Büros aus kann man das alte Amtshaus täglich mehr verfallen sehen.
Die Augen des altehrwürdigen Hauses sind leer - zugenagelt mit
Pappe. Das Gebälk biegt sich unter dem Gewicht der nach vorn heraus
biegenden Ziegelsteine, die Scheiben sind kaputt und die Wände
beschmiert. Wie Hohn liest sich die Werbung der Sicherheitsfirma,
die dieses Denkmal bewacht. Ein Wunder ist es schon, dass dem alten
Amtshaus nicht dasselbe Schicksal widerfahren ist, wie 2006 dem
Moorbad. Aber nun soll es doch eine Gemeinsamkeit zwischen den
beiden geben: Wie das Moorbad soll auch das Amtshaus saniert werden.
Die Planungen sind hier schon ein paar Phasen weiter. Die
evangelische Kirchgemeinde hat das Amtshaus mit Mitteln aus dem
Verkauf eines anderen Hauses erworben und will es zu einem
Gemeindezentrum umfunktionieren. Gerade richtig für dieses Haus in
dieser ambitionierten Lage. Doch die veranschlagten Kosten reichen
nicht, um dieses erste herzogliche Gebäude der Münsterstadt zu
retten. Wie werden die Stadtvertreter entscheiden? Außerdem: Zahlen
und Fakten zum Städtebau:
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OSTSEE-ZEITUNG | 27.07.2010
Amtshaus wird harter
Brocken
Bad Doberan. Die Stadtvertretung Bad Doberan wird auf ihrer
nächsten Sitzung auch über die städtebauliche Erneuerung
„Altstadt“ beraten und beschließen, speziell über das
Förderungsprogramm 2011 und die Maßnahmen, die noch in diesem
Jahr umgesetzt oder begonnen werden
sollen. „Die Beschlussvorlage ist schwer zu lesen und zu
verstehen“, musste selbst Bauamtsleiter Norbert Sass
eingestehen.
Wer als Laie auf das Papier schaut, sieht einen Wust von
Zahlen und Fakten. Auch der Vorsitzende des Ausschusses für
Stadtentwicklung und Umwelt, Joachim Seehaus, bittet um
Erläuterungen. Deshalb schlägt er vor, dass die Gesellschaft
für Stadtentwicklung und Ortserneuerung (GSOM) in der Sitzung
der Stadtvertretung noch einige Erläuterungen gibt.
Wichtig ist das Maßnahmeprogramm unbedingt – für die weitere
Sanierung der Altstadt, vor allem, um die nötigen Fördermittel
zu erhalten, ohne die eine Sanierung nicht möglich wäre. 1991
war die Stadt Bad Doberan in das Städtebauförderungsprogramm
des Landes aufgenommen worden. In den Jahren 1991 bis 2005
wurden immerhin 24,8 Millionen Euro Städtebaufördermittel
bewilligt, davon 19,6 Millionen Bundes- und Landesmittel. In
den Jahren 2006 bis 2009 waren es jährlich über eine Million.
In den Stadthaushalt 2011 sollen insgesamt 2,367 Millionen
Euro, davon 636 766 Euro Eigenmittel, aufgenommen werden.
Allein in die Goethestraße fließen viele Gelder. Für dieses
Jahr sind 36 000 Euro Fördergelder geplant, dann 223 000
(2011) und noch einmal 530 000 Euro (2012). Leider ergeben
sich derzeit Mehrkosten für die Stadt. Doch Molli GmbH,
Zweckverband und Stadt wollen das Projekt gemeinsam anpacken.
In die Kornhaus- Sanierung fließen dieses Jahr 416 000 und im
nächsten Jahr 429 000 Euro. Auch den zweiten Bauabschnitt des
Schulzentrums verliert die Stadt nicht aus den Augen.
„Das Amtshaus macht uns allerdings zu schaffen“, erklärt
Norbert Sass. Die Baugenehmigung ist erteilt. Aber die Kosten
sollen von 1,9 auf 2,6Millionen Euro erhöht werden. Die
evangelische Kirchgemeinde hatte das Amtshaus im
Klosterbereich vom Betrieb für Bau und Liegenschaften
erworben. Das historische Gebäude soll umfangreich saniert
werden. Gedacht ist an eine spätere Nutzung für kirchliche und
übergemeindliche Zwecke – als Gemeindezentrum der Kirche. Hier
könnten einst unter anderem kirchliche Seminare und
Fortbildungsveranstaltungen statt finden.
RENATE PETER
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Neue Wege in Heiligendamm? Stadtvertreter
sollen über neuen Strandabgang beschließen.
Der beste Weg zum Strand ist ein Strandabgang. Davon hat
Heiligendamm entlang der Promenade einige zu bieten. Über Treppen
und Rampen geht es zum Strand und wer die Promenade dorthin
verlässt, muss Kurtaxe bezahlen. Grund genug, den Leuten einiger
dieser Zugänge anzubieten. Einer der festen Strandzugänge ging für
die Öffentlichkeit 2009 verloren, weil das Westende der Promenade
dem Grand Hotel zugeordnet wurde. Nun soll eine Verbindung her, die
von der Seebrücke bis zum Strandaufgang Nummer zwei führt. Dieser
trägt den Namen "Liegnitzsteg" von Prinzessin Auguste von Liegnitz,
die an dieser Stelle einen kleinen Steg anlegen ließ. Davon ist
nichts übrig, außer der sandige Pfad - heute allerdings mit
eingerammten Bohlen zur Stufenbildung - und die Romantik dieses
Ortes. Ganz so romantisch soll es nicht bleiben, denn hier soll ein
fester Zugang her, der nach Möglichkeit auch noch das Befahren des
Strandes für die Fahrzeuge der Stadtreinigung ermöglicht. Der
vorhandene Steg soll entweder mit Fördermitteln oder auf Kosten der
ECH - die ihn als Ausgleich für den Wegfall des
Küstenoberkanten-Weges errichten musste - mit dem neuen alten
Strandabgang verbunden werden. So tituliert die Ostsee-Zeitung zwar
"Neuer Strandabgang für Heiligendamm vorgesehen", dürfte aber damit
den alten Strandabgang meinen. Es sei denn...
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OSTSEE-ZEITUNG | 27.07.2010
Neuer Strandabgang in
Heiligendamm vorgesehen
Bad Doberan. Ein neuer Strandabgang ist in Heiligendamm
zwischen Kinderstrand und der Burg Hohenzollern vorgesehen.
Seit fünf Jahren läuft der Antrag. Er ist inzwischen
genehmigt. Der Ausschuss für Stadtentwicklung empfiehlt der
Stadtvertretung, darüber in der nächsten Sitzung zu
beschließen.
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Zwischen Kinderstrand und Burg gibt es einen Küstenpfad, der im
Osten an einem Holzzaun endet. Dieser Holzzaun markiert ungefähr die
Grenze des Hotelparks, der in den kommenden Jahren dort entstehen
und der eingezäunt sein wird. An jenem Zaun befindet sich ein
Strandabgang. Für diesen existieren Karten, die ihn als Rampe
zeigen, die schräg zur Küstenlinie tief in die Steilküste
eingeschnitten ist und so die Zufahrt mit den Fahrzeugen der
Stadtreinigung ermöglicht. Höchstwahrscheinlich bezieht sich der
Artikel auf diesen Strandzugang, der damit eigentlich nicht neu ist.
Würde tatsächlich ein neuer Strandzugang entstehen sollen, müsste
die Steilküste irgendwo zwischen Kinderstrand und Liegnitz-Steg
eingeschnitten werden. Das kann eigentlich nicht gemeint sein. Es
kann natürlich auch ein neuer Strandzugang zwischen Liegnitzsteg und
Burg gemeint sein aber der würde mit der geplanten Verlängerung des
Steges in Berührung kommen und sich damit nicht realisieren lassen.
Außerdem macht ein Zugang für Hotelgäste dort keinen Sinn, weil der
Strand an der Stelle kaum nutzbar ist. Laut Hans Schlag soll der
Hotelpark eine Oase der Ruhe und Diskretion sein und daher umzäunt
werden und keine weiteren Ausgänge als die vorhandenen im Osten
ermöglichen. Also kann mit "neu" nur der alte Liegnitzsteg-Abgang
gemeint sein. Ich bleibe dran.
Ausgezeichnet: "gusto" gibt dem
Friedrich-Franz-Restaurant des Grand Hotels acht Pfannen.
Das klassizistische Ensemble macht Heiligendamm aus und das Grand
Hotel macht das klassizistische Ensemble aus. ZEIT-AM-MEER.DE wäre
also bei allem Bemühen um Freiheit von Werbung für die Beteiligten
nicht komplett, würden nicht auch Meldungen über das Grand Hotel
veröffentlicht werden. Eine erfreuliche Meldung gibt es heute in der
Bad Doberaner Lokalausgabe "Stadt und Land" der Ostsee-Zeitung: Das
Grand Hotel räumt große Auszeichnungen ab:
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OSTSEE-ZEITUNG | 27.07.2010
Acht Pfannen fürs Grand
Hotel
Heiligendamm. Statt mit Sternen, Hauben oder Kochlöffeln
zeichnet der in Süddeutschland etablierte Restaurantführer „gusto“
die besten Küchen traditionell mit Pfannen aus. Das
Gourmet-Restaurant „Friedrich Franz“ des Grand Hotels in
Heiligendammerreichte dabei acht von zehn möglichen Pfannen.
Damit steht das Hotel am heiligen Damm in einer Reihe mit
Häusern wie der Villa Rothschild in Königstein oder
dem Hotel Louis C. Jacob in Hamburg.
Als den „passenden Rahmen für die hochelegante, aber
schnörkellose Küche mit einem ambitionierten, ehrgeizigen
jungen Chef“ wird das Restaurant in Heiligendamm beschrieben.
Weiter heißt es: „Die französische Haute cuisine, modern
interpretiert, wird mit allerhand spannenden Akzenten dem
Gewöhnlichen entrückt.“
Wenn man die Kriterien des international agierenden
Michelin-Führers zu Grunde legt, liegt das Gourmet Restaurant
„Friedrich Franz“ laut „gusto“ zwischen „ein und zwei
Sternen“, somit deutlich über dem klassischen Ein-Sterne
Segment. Sternekoch Ronny Siewert und sein Team
freuen sich über die Auszeichnung. „Wir sind stolz auf die
sehr gute Bewertung. Es zeigt uns, dass wir bundesweit mit
sehr gut etablierten Restaurants auf einer Stufe stehen und
die Gastronomie in Mecklenburg-Vorpommern an Zuspruch
gewinnt“, sagt der 31-Jährige.
Die Bewertung des „gusto“ sei ein Beleg dafür, dass die
Gourmetküche des Grand Hotels Heiligendamm auf höchstem Niveau
arbeite.
Bereits im letzten Jahr hatte Ronny Siewert mit seinem Team
den Michelin-Stern verteidigt und sich von 16 auf 17
Gault-Millau-Punkte gesteigert. Darüber hinaus führt Siewert
die Rangliste der besten Köche in Mecklenburg-Vorpommern an.
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Kurze Pause auf dem Bau: Die Bauarbeiten für Villa "Perle" ruhen aus
Rücksicht auf die Gäste.
In Gedanken kann man schon die ewigen Kritiker
munkeln hören: An der Baugrube für Villa "Großfürstin Marie - Perle"
tut sich nichts mehr. Die ECH hat einen Baustopp angeordnet. Über
die Gründe kann man in Gedanken schon die Gerüchte-Küche brodeln
hören. Doch es gibt ganz einfache Gründe und damit die Gerüchteküche
zu bleibt, nennt die ECH diese lieber gleich:
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Aus Rücksicht auf Gäste in Heiligendamm:
Wiederaufbau der Villa Perle ruht bis zum Ende der Saison
Heiligendamm, den 18.08.2010. Aus Rücksicht auf Gäste des
Grand Hotels Heiligendamm und andere Urlauber in Heiligendamm
lässt die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) die
Arbeiten am Wiederaufbau der Villa Perle bis zum Ende dieser
Saison ruhen. „Der Lärm ist so erheblich, dass für die
Hotelgäste ein ungestörter Urlaub nicht möglich ist. Die
Bohrarbeiten zur Sicherung der Baugrube, mit denen wir in der
vergangenen Woche begonnen haben, tragen den Schall lautstark
zwischen den einzelnen Gebäuden des Grand Hotels hin und her.
Wir hatten uns im Vorfeld natürlich darüber Gedanken gemacht.
Aber mit so großem Lärm haben wir nicht gerechnet“, erläutert
ECH-
Geschäftsführer Heiner Zimmermann.
Mit Ende der Herbstferien in den meisten Bundesländern werden
die Arbeiten am 25. Oktober fortgesetzt.
Die weniger lärmintensiven Arbeiten am Haus Krone und am
Marien-Cottage werden indes nicht unterbrochen.
Holger König, Direktor des Grand Hotel Heiligendamm, begrüßt
die Entscheidung der ECH. „Der Juli war der beste Monat seit
Bestehen des Hotels, für August rechnen wir mit einem
ähnlichen Ergebnis, und der Ausblick in den Herbst ist
ebenfalls gut. Unser Haus ist ausgebucht. Da ist es wichtig,
dass unsere Gäste die Erholung finden, die sie bei uns suchen.
Bauarbeiten bringen immer Unannehmlichkeiten mit sich. Aber
wenn die ECH zum Start der Nebensaison weitermacht, können wir
damit leben“, so König.
Auch wenn die Pause für die ECH mit Mehrkosten verbunden ist,
so ist die Entscheidung für Zimmermann doch alternativlos:
„Wir freuen uns, dass das Grand Hotel Heiligendamm einen so
guten Lauf hat. Das ist auch eine gute Nachricht für die
Menschen in der Region. Darauf müssen wir jetzt vorrangig
Rücksicht nehmen.“
Quelle: ECH-Pressemitteilung vom 18.08.2010 von Christan
Plöger
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Das Bautagebuch geht damit auch erst im Oktober/November weiter. Ein paar
Bilder werden aber nächste Woche noch ergänzt.
Neuausrichtung geglückt: Grand Hotel mit
bester Auslastung seit der Eröffnung.
Vor etwas über einem Jahr trennte sich die Kempinski-Gruppe vom
Grand Hotel Heiligendamm. Der Ausstieg des Betreibers kam nicht
überraschend aber überstürzt. Das Grand Hotel musste von heute auf
morgen umgekrempelt werden: Neue Buchungssoftware, neue Webseiten,
Prospekte und Broschüren, neues Geschirr, neue Textilien und
Accessoires. Der Schriftzug "Kempinski" durfte nicht mehr in
Heiligendamm auftauchen und sollte auch nicht mehr mit Heiligendamm
in Verbindung gebracht werden. Erstes meisterte die eiligst
gegründete Betreibergesellschaft mit Hilfe von Krediten, für die das
Land Mecklenburg-Vorpommern auf Bitten Jagdfelds bürgte. Zweites
wird so schnell nicht gelingen, denn das "Kempinski" oder auch "Kempi"
hat sich eingebürgert und steht auch ohne gleichnamige Betreiber für
Heiligendamm. Immerhin: Das allein ist schon ein Erfolg für das
Grand Hotel. Doch für die ca. 200 Investoren des FUNDUS-Fonds 34
zählt nicht das Image, sondern das Geld. Dieses floss unter
Kempinski spärlich. Daran konnten auch Versuche, das Grand Hotel
anders auszurichten nichts ändern. 2008 hieß es, Heiligendamm wolle
einen Stern herunter gehen - ein übliches Verfahren. Im selben Jahr
fand man das Luxus-Hotel auf Tchibo vermarktet. Dem entsprechend
waren auch unsere Erfahrungen bei einem Test-Kaffee im
Kurhaus-Restaurant vernichtend für ein Luxus-Hotel.
Nach dem Weggang der Kempinski-Gruppe änderte sich einiges. Am
Haupttor wurde eine Klingel angebracht, am Hinterausgang ein
Mitarbeiter mit Schirm, Tisch und Angebotskarten positioniert und
bei den Mitarbeitern machten sich Veränderungen in der
Aufmerksamkeit und Freundlichkeit bemerkbar. Vielen kostete der
Betreiberwechsel der Job aber viele wurden (unter neuen Bedingungen)
übernommen und andere neu eingestellt. Neu war auch die Schaffung
einer Presseabteilung innerhalb der FUNDUS-Gruppe als Ergänzung zur
PR-Mitarbeiterin der ECH. Seitdem bekommt auch zeit-am-meer.de
Pressemitteilungen. Die nun folgende zeigt, dass die Neuausrichtung
des Grand Hotels nach dem Weggang Kempinskis erfolgreich war und
dass Abschied zwar ein scharfes Schwert sein kann aber Zeit alle
Wunden heilt. Es war meteorologisch nicht der heißeste oder beste
Sommer seit 2003 aber für das Grand Hotel war 2010 trotzdem der
beste Sommer seit der Eröffnung. Das - und einem unglücklichen
Bericht in Spiegel-TV (sh. Kommentar) - ist dem Hotel eine
Pressemitteilung wert:
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PRESSEMITTEILUNG
Grand
Hotel Heiligendamm mit bestem Sommer seit Bestehen/
Neue Angebote werden gut angenommen/
Instandhaltungsarbeiten und Schönheitsreparaturen im
November
Heiligendamm, den 24.08.2010. Das Grand Hotel Heiligendamm
verzeichnet in diesem Jahr den besten Sommer seit Bestehen des
Hotels im Jahr 2003. „Der Juli war der beste Monat, den wir je
hatten. Und auch für August erwarten wir ähnliches“, freut
sich Holger König, Direktor des Grand Hotel Heiligendamm. Im
Juli und August war bzw. ist das Grand Hotel praktisch
komplett ausgebucht. Auch die Vorausbuchungen für September
und Oktober sind gut.
Die im
vergangenen Jahr eingeleitete Neupositionierung beginnt sich
jetzt auszuzahlen. Zwar hat auch das Grand Hotel den
außergewöhnlich harten und langen Winter wie alle Hotels in
Mecklenburg-Vorpommern zu spüren bekommen. Das Haus liegt aber
dennoch im Plan und konnte sein Ergebnis gegenüber dem
Vorjahreszeitraum verbessern.
„Die Gäste
merken, dass sie bei uns gleichermaßen herzlich willkommen
sind und professionell umsorgt werden. Vor allem kommen immer
mehr Familien mit kleinen Kindern zu uns, weil sie wissen,
dass es tolle neue Angebote für Erwachsene wie für den
Nachwuchs gibt“, erläutert Hotel-Direktor König die Ursachen.
So bietet das Grand Hotel seit diesem Sommer großen wie
kleinen Gästen die Möglichkeit, in einer Segelschule und in
einer Surf- und Kiteschule unter fachkundiger Anleitung
Wassersport zu erlernen und zu betreiben – direkt am Strand
von Heiligendamm. Bald kommen auch noch Tennis und
Ballsportarten hinzu: Die beiden Tennisplätze sowie zwei
Multifunktionsplätze für Fußball und andere Ballsportarten
sind fast fertiggestellt. Künftig wird es zumindest an den
Wochenenden entsprechende Turniere geben.
Auch das
erweiterte kulturelle Programm – angefangen bei Konzerten mit
internationalen Künstlern im Rahmen der Musikfestspiele MV bis
hin zu Lesungen mit renommierten Größen wie Hellmuth Karasek
oder Joachim Gauck – lockt immer mehr Gäste in die Weiße Stadt
am Meer. „Wir haben zwar noch ein Stück des Weges zu gehen,
aber die Vorzeichen stimmen“, so König.
Daher verteilt das Grand Hotel die alljährlich notwendigen
Instandhaltungs- und Schönheitsreparaturen nicht über das
Jahr, sondern bündelt sie im November. In dem nasskalten Monat
mit vergleichsweise geringer Belegung ruht der Hotelbetrieb
deswegen vom 01. bis einschließlich 25. November, um
umfassende und lärmintensive Arbeiten u.a. im Wellness-Bereich
und im Wirtschaftsteil des Kurhauses durchzuführen. Pünktlich
mit Beginn der deutlich stärkeren Advents- und
Weihnachtssaison wird das Spa wieder in Betrieb genommen.
Lediglich der Sauna-Betrieb wird dann übergangsweise in einer
neuen exklusiven Sauna-Hütte auf der Dachterrasse des Severin
Palais untergebracht, bis das preisgekrönte Spa im April
wieder komplett in neuem Glanz erstrahlt. „So ist
gewährleistet, dass wir unseren Gästen auch in der attraktiven
Weihnachts- und Silvesterzeit die gewohnt gute Erholung im
Warmen anbieten können“, erläutert König.
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Spiegel-TV berichtete aus Heiligendamm und brachte Pressesprecher
Christian Plöger mit der Frage nach der Auslastung aus dem Konzept.
Im folgendem Beitrag ging es dann nur noch um die als schlecht
dargestellte Auslastung und die als zu wenig bzw. nicht vorhandenen
dargestellten Angebote Heiligendamms. Abgerundet wurde der
einseitige Beitrag durch die üblichen Aussagen Heike Ohdes, dass
Heiligendamm nicht mehr erlebbar wäre. Höhepunkt der Subjektivität
war die Feststellung, dass das Bauschild für die Villa "Perle" keine
Daten zum Baubeginn- und ende trägt, was suggeriert, dass es ohne
Berechtigung dort stünde.
Den Beitrag können Sie bei Youtube einsehen:
http://www.youtube.com/watch?v=YM0vS3Ys4N0&feature=fvsr
Die Ausbesserungsarbeiten, von denen in der Pressemitteilung die
Rede ist, sind tatsächlich nötig geworden.
Bei einem Rundgang stieß eine ZDF-Reporterin schon auf einige
Schadstellen an den Sockeln des Kurhauses und des Hauses
"Mecklenburg". Aber es gibt noch anderen Reparaturbedarf und Ende
November werden die lauten Arbeiten an der Baugrube der Villa "Perle
- Großfürstin Marie" nach der Bau-Pause wieder aufgenommen. Außerdem
wird der Wellnessbereich umgebaut. Genehmigungen zur Vergrößerung
des SPA-Bereiches liegen ja schon seit über 2 Jahren vor.
Harsche Kritik: Stadtvertreter halten ihre
Versprechen nicht und lassen die Senioren im Stich.
Vor der Wahl ist alles anders. Probleme sind lösbar, Ärgernisse
eliminierbar und Demokratie ist schön. Man muss nur wählen gehen und
natürlich den richtigen wählen. Damit man auch den richtigen findet,
gehen die Kandidaten unter Leute, hören zu, reden, schreiben sich
Dinge auf, verteilen Zettelchen, Fähnchen, Luftballons oder gar
Brötchen. Vor der Wahl ist eben alles anders. Da gibt es Nähe und
Aufmerksamkeit und ganz viele Versprechungen. Das nennt sich
"Selbstinszenierung" und ist ein großes Problem in der Lokalpolitik.
Denn die erst einmal gewählten Kandidaten haben alle Hände voll
damit zu tun, sich in Szene zu setzen und den Wählern das Gefühl zu
geben, in ihrem Interesse zu handeln. Da muss man auch mal hart
durchgreifen und andere Stadtvertreter anschreien, sie beleidigen,
ihre Inkompetenz beweisen und mit Klage drohen. Wenn das nicht
hilft, versucht man es beim Bürgermeister und wenn auch der
resistent ist, wendet man sich anderen Dingen zu. Günstigstenfalls
der Sacharbeit, denn mit Resultaten lässt sich wirklich etwas bei
den Wählern erreichen. Leider haben das in Bad Doberan noch nicht
alle Stadtvertreter erkannt und wenn dann mal einer droht,
Ergebnisse zu erzielen, springt gleich die
Selbstinszenierungsmaschine einiger anderer wieder an. Dann reicht
es nicht für Mehrheiten und der Antrag geht unter, um dann Monate
später von seinen Gegnern leicht abgeändert medienwirksam wieder
hervor gebracht zu werden. Das ist Politik und durchaus
demokratisch.
Keiner beschwert sich, denn jeder weiß insgeheim, dass er es nicht
besser machen könnte. Doch wer sich noch an Zeiten erinnern kann,
als es auch anders ging, den mag dieses Tun ohne zu tun doch auf die
Nerven gehen. Besonders, wenn man auf die Unterstützung der
Stadtvertreter angewiesen ist und diese auch von ihnen zugesagt
wurde, sind Wortbrüche ärgerlich. Die Senioren des Seniorenbeirats
gehören zu den vergessenen Umgarnten. Und sie machen ihren Unmut
Luft, indem sie ungewöhnlich harsche Kritik an den Stadtvertretern
üben:
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OSTSEE-ZEITUNG | 27.08.2010
Senioren:
„Stadtvertreter unterstützten uns nie“
Mit einer deutlichen Kritik an Bad Doberans Stadtvertreter
aller Fraktionen
beendet der Seniorenbeirat der Stadt seine vierjährige
Amtsperiode. Neuwahlen stehen an.
Von KLAUSWALTER
Bad Doberan. Am 1. September werden die zehn Mitglieder des
Seniorenbeirates der Stadt Bad Doberan ihre vierjährige
Amtszeit beenden. Während der Auftaktveranstaltung zu den
Seniorenfesttagen (15 Uhr, Festsaal der Kreisverwaltung)
stehen die Neuwahlen des Gremiums an. Bislang haben neun
Seniorinnen und Senioren ihre Kandidatur angemeldet.
Die jetzige Beiratsvorsitzende, Marianne Böckenhauer, wird
ihren Rechenschaftsbericht mit einer deutlichen Kritik
beenden.
„Vermisst haben wir unsere Stadtvertreter, die uns in keinster
Weise unterstützt haben“, heißt es im Redemanuskript der
Beiratsvorsitzenden. – „Als ich die Damen und Herren vor der
Kommunalwahl im vergangenen Jahr fragte, was sie denn im Falle
ihrer Wahl für die Senioren tun würde, waren die regelrecht
außer Rand und Band“, erzählt Marianne Böckenhauer. „Alle
wollten sie meine Adresse haben, und alle haben sie
versprochen, sich gleich nach der Wahl zu melden. Gekommen ist
niemand.“
Um so höher ist die Arbeit des Gremiums zu bewerten. Denn in
den zurückliegenden vier Jahren haben die Beiratsmitglieder
nicht nur 1400 Geburtstagsgrüße „im Namen des Bürgermeisters“
an die 75-Jährigen und älteren Bad Doberaner überbracht. Sie
haben auch mit Nachdruck
versucht, eine Kummersprechstunde (jeden 1. Montag im Monat)
zu etablieren. „Leider wird dies noch zu wenig genutzt“, sagt
Marianne
Böckenhauer. Viele andere Veranstaltungen, wie das gemütliche
Beisammensein (wieder ab 12.Oktober jeden 2.Dienstag im
Monat),
die Informationsnachmittage zum altersgerechten Wohnen, die
Begehungen zur Gestaltung der Wegeverhältnisse, die
gemeinsamen
Ausflüge oder die Weihnachtsfeier, die im letzten Jahr
erstmals stattfand, wurden dagegen bestens besucht.
„Organisation und Vorbereitung kosten viel Kraft“, sagt
Marianne Böckenhauer. Nur 2000 Euro bekommt das Gremium – die
gehen für die Geburtstagsgrüße drauf. Für alle anderen
Veranstaltungen müssen mühsam Sponsoren geworben werden.
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Bad Doberan ist eine Stadt mit hohem Altersdurchschnitt. Schon seit
je her war die Ruhe, Überschaubarkeit und Nähe zur See und Natur
Anreiz, hier den Alterssitz her zu verlegen. Bad Doberan lebt von
den Senioren, besonders wenn diese gute Einkaufs- und
Unterhaltungsmöglichkeiten und eine gute Infrastruktur vorfinden.
Gerade die Märkte in den von Senioren stark besiedelten Wohngebieten
(Buchenberg und Kammerhof) existieren fast nur noch durch die
Unfähigkeit älterer Leute, die weiteren Wege zu den Discountern
zurück zu legen. Umso wichtiger ist es, den Leuten einerseits
Möglichkeiten zu geben, ihr Geld zu Gunsten der Stadt auszugeben und
andererseits den Lebensabend schon aus Achtung vor ihnen so angenehm
wie möglich zu gestalten. Für die Stadtvertreter sollte die enorme
Zahl der Senioren Grund genug sein, nicht nur zu reden, sondern auch
zu handeln, denn auch heute noch hören die Erstwähler auf den Rat
ihrer Eltern und Großeltern oder werden zumindest durch diese
beeinflusst.
Endlich schnell ins
Netz: Heiligendamm bekommt Internet über LTE (Long Term Evolution).
Aus der Luft präsentiert sich die Weiße Stadt am Meer als heller
Fleck in der grünen Landschaft. So soll es auch sein, denn das war
die Idee derer, die den Sandsteinfassaden weiße Farbe spendierten.
Damals kannte man wohl Netze: Fischernetze, Tennisnetze und auch
Spinnennetze. Heiligendamm hatte davon alles zu irgend einer Zeit zu
bieten. Nur mit dem Internet(z) war es schlecht bestellt. Auf den
Netzabdeckungskarten wurde die Weiße Stadt ihrem Namen gerecht und
erschien als weißer Fleck in einer grün-roten Landschaft. Sehr zum
Leidwesen der Einwohner und Gewerbetreibenden in Heiligendamm, die
weder selbst schnell über das Internet kommunizieren, noch es ihren
Kunden und Urlaubern anbieten konnten. Einzig das Grand Hotel und
die ECH hatten eine relativ schnelle Insellösung gefunden aber der
Rest der Heiligendammer schaute in die Röhre oder auf das
TFT-Display. Für viele Minuten pro Tag und für viele Jahre des
Jahrzehnts. Lokalpolitiker versprachen Abhilfe aber Lokalpolitiker
können kaum helfen. Das war auch gar nicht nötig, denn der
Mobilfunk-Riese Vodafone hatte längst eine Lösung gefunden. Nun wird
sie in Heiligendamm umgesetzt und der weiße Fleck auf der Landkarte
- nur auf der Netzabdeckungslandkarte natürlich - verschwindet:
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OSTSEE-ZEITUNG | 24.09.2010
Turboschnelles Surfen
in der weißen Stadt am Meer
Heiligendamm. Der Mobilfunkdienstleister Vodafone hat gestern
in Heiligendamm seinen deutschlandweit ersten Sendemast mit
dem neuen Mobilfunk-Standard LTE (Long Term Evolution) ans
Netzt gebracht. Mit dem neuen Standard, der nicht mehr
genutzte Radiofrequenzen im 800-MHz-Bereich nutzt, soll das
Surfen im Internet theoretisch bis zu achtmal schneller
funktionieren, als es mit dem DSL-Standard im Festnetz möglich
ist.
Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, drückte
gestern gemeinsam mit Vodafone-Chef Friedrich Joussen den
symbolischen roten Knopf im Grand Hotel Heiligendamm und gab
damit Sendebetrieb für die neue Breitbandtechnologie im
ländlichen Raum frei. „Aufgrund der höheren Reichweite dieser
Frequenzen werden wir schrittweise alle ,weißen Flecken’ im
Mobilfunknetz bedienen können“, kündigte Vodafone-Sprecher
Bernd Hoffmann an.
Dann werde es auch im ländlichen Bereich „Breitbandinternet
für alle“ geben. Bis aber Videos und Fernsehen ruckelfrei
laufen, große Dokumente blitzschnell geöffnet und Musik in
Sekundenschnelle per Mobilfunk auf den Laptop geladen werden
können, vergeht noch rund ein Vierteljahr. Ab Dezember, so
Hoffmann, werde die Hardware – der USB-Stick mit dem
LTE-Empfänger – im Handel sein. Diese könnten je nach
Hersteller ohne Vertrag ab ca. 80 Euro zu haben sein (nutzbar
auch für LTE-Dienste anderer Anbieter; T-Mobile, E-Plus und O2
haben ebenfalls 800-MHz-Frequenzen ersteigert). Vodafone will
den Dienst mit Stick und Vertag ab ca. 40 Euro monatlich
anbieten. Bis Dezember will Vodafone bundesweit 1000 Gemeinden
im ländlichen Raumempfangsbereit machen, im März sollen es
bereits 1500 sein. Bis Ende 2011 sollen laut Vodafone alle
„weißen Flecken“ abgedeckt sein. kw
INFO
Alte Radio-Frequenz
Der Mobilfunk-Standard LTE (Long Term Evolution) nutzt nicht
mehr benötigte Radiofrequenzen im 800-MHz-Bereich.
Aufgrund ihrer hohe Reichweite soll damit eine Abdeckung aller
„weißen Flecken“ im Mobilfunknetz erfolgen.
LTE bietet theoretisch eine achtmal höhere Datenrate als der
bislang schnellste Mobilfunk-Standard HSDPA,
der eine ähnlich hohe Datenrate ermöglicht hatte, wie der
DSL-Standard im Festnetz.
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Ausgangspunkt der Technologie ist der Mobilfunkmast in der
Gartenstraße, der seinerzeit schon den weißen Fleck auf der
Mobilfunk-Netzabdeckungskarte beseitigte und nun auch die
Hochgeschwindigkeitsinternet-Netzabdeckungskarte vervollständigt.
Auch in Bad Doberan gibt es nicht überall das schnelle VDSL in
voller Geschwindigkeit. Mit der neuen Technologie könnte
Heiligendamm seine Mutterstadt punkto Surfgeschwindigkeit überholen.
Der Nutzer wird davon jedoch kaum etwas merken, denn ein Video läuft
mit DSL-16000 schon flüssig und wird mit LTE nicht flüssiger. Es
bleibt zu befürchten, dass die Hardware den USB-Stick ausbremsen
wird, da die meisten Rechner noch USB 1.1 verwenden. Selbst USB 2.0
wird LTE ausbremsen, sodass nur eine Aufrüstung auf USB 3.0 (USB3)
die volle Geschwindigkeit ausreizen wird. Dann aber steht und fällt
die Geschwindigkeit mit der Bandbreite des Servers, von dem man die
Daten abruft. Anders gesagt: Läuft der Videoserver zu langsam,
ruckelt das Bild auch beim schnellsten Internetzugang noch. Da aber
auch Fernsehen schon mit einem DSL-16000 Angebot möglich ist
(allerdings nur bei der Telekom und Hansenet), dürfte die neue
Technologie auch als Ersatz für das Kabelnetz einmal interessant
werden.
Wer ist die Stadt? Wer hat das Sagen in Bad
Doberan? Und wer braucht eine 5 m breite Sackgasse?
Auf den Straßen der Noch-Kreisstadt tut sich etwas. Nein, es sind
nicht Demonstrationszüge wütender Bürger gemeint. Diese kennt die
Stadt nicht. Also: die Demonstrationszüge. Oder doch die wütenden
Bürger? Eigentlich sind die Bagger und Planierraupen, Lkws und
Walzen gemeint, die auf den Straßen der Stadt arbeiten. Zuerst
erfuhr die Seestraße eine Neugestaltung, dann die
Clara-Zetkin-Straße und nun ist der Stülower Weg samt seiner
Seitenstraßen dran. Versteht man noch, dass eine Kreisstraße breit
genug sein muss und gesteht man der scheidenden Kreisstadt auch zu,
zum Ende der Regentschaft noch einmal richtig zu klotzen, mutet die
Mutierung der Neben-Sackgassen zu Boulevards als pure
Geldverschwendung an. Dabei ist es zu 75% das Geld der Anwohner, das
da in den Sand gesetzt wird. Zu sagen haben diese Anwohner nichts
und wenn sie es doch versuchen, werden sie barsch abgewürgt. Lesen
Sie selbst:
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OSTSEE-ZEITUNG | 29.09.2010
Stadt ignoriert
Bürgerwillen
Obwohl ein Ausbau auf eine Straßenbreite von 3,5 Metern
genügen würde, will die Stadt Bad Doberan den
Seitenweg II des Stülower Weges auf 4,75 Meter ausbauen. Alle
Einwände der Bürger werden abgewiesen.
Von KLAUS WALTER
Bad Doberan. Waltraut Malchow, Dieter Weissbach, Frank Speer
und all die anderen Anwohner des Seitenweges II im Stülower
Weg in Bad Doberan sind sauer.„Stinksauer“, wie sie betonen,
auf den Bürgermeister ihrer Stadt und die Stadtverwaltung.
Grund: Seit Monaten wehren sie sich dagegen, dass die einst
2,50 Meter breite Zuwegung zu ihren Grundstücken auf
Kreisstraßen-Niveau ausgebaut werden soll. Gespräche,
Eingaben, Widersprüche, zwei Unterschriftensammlungen,
Ortsbegehungen, eine Dienstaufsichtsbeschwerde, – alles, was
die Anwohner bisher unternahmen, blieb ohne Erfolg. Zuletzt,
in der Bürgerfragestundewährend der Stadtvertreterversammlung
am 20. September, wurde sogar noch ihre Nachfrage nach drei
neuen Ausbauvarianten, die Bürgermeister Hartmut Polzin bei
einem Vor-Ort-Termin am 9. August in Aussicht gestellt hatte,
regelrecht abgewürgt. Ein Dialog sei nicht erwünscht,
herrschte Versammlungsleiter Guido Lex die Bürger an.
Nach demWillen der Stadt – die Stadtvertreter hatten den
Ausbau des Seitenweges am26.April praktisch „durchgewinkt“ –
soll die neue Fahrbahn 4,75 bis 5 Meter breit werden, dazu
kommen seitliche Befestigungsstreifen. Begründung: Der
Seitenweg II ist „eine Anliegerstraße mit Begegnungsverkehr,
in der sich Fußgänger, Radfahrer, Pkw, Lkw und
Arbeitsmaschinen einander begegnen“, wie Bad Doberans
Bürgermeister Hartmut Polzin am31.August in einem Brief an die
Anwohner des Seitenweges schrieb. „Der einzige Lkw, der hier
fährt, kommt alle zwei Wochen von der Müllabfuhr“, hält Frank
Speer dagegen. „Wenn sich wirklich mal zwei Pkw begegnen,
weicht man einander aus. Das hat 40 Jahre lang funktioniert.
“UndArbeitsmaschinen? Speer winkt verbittert ab: „Unsere
Rasenmäher vielleicht?“
Die 16 Familien, die im Seitenweg II in Einfamilien- und
Doppelhäusern wohnen, sind nicht gegen den Ausbau des Weges.
Regen-
und Schmutzwasserleitungen wurden verlegt, und dass der bis
dahin kaum befestigte Damm eine ordentlich Decke bekommt,
dagegen ist niemand. Obwohl die Anlieger dafür zahlen müssen:
laut Straßenbaubeitragssatzung der Stadt Bad Doberan 75
Prozent der Kosten. „Aber gerade deswegen fordern wir, dass
unser Geld mit Sinn und Verstand ausgegeben wird“, schimpft
Waltraut Malchow.
4,75 Meter plus Seitenstreifen bedeutet, dass etliche
Vorgärten weichen, uralte Hecken abgeholzt, Hanggrundstücke
abgefangen werden müssen, kurzum: dass viel zu teuer gebaut
wird. Immer wieder schob die Stadtverwaltung, zuletzt auch
Bürgermeister Polzin in der Stadtvertreterversammlung, ein
Argument vor: die Müllabfuhr fordere diese Breite, sonst werde
der Müll nicht abgeholt. – Doch das ist schlichtweg falsch: In
Wahrheit schreibt die Berufsgenossenschaft der
Entsorgungsbetriebe an keiner einzigen Stelle eine
Straßenbreite in
Metern vor. Lediglich das Rückwärtsfahren ist den Entsorgern
im Paragraf 16 ihrer Unfallverhütungsvorschrift untersagt.
Rückwärtsfahren müssen die Entsorger im Seitenweg II aber auch
nicht. Denn am Ende des Weges wird ein Wendehammer gebaut, der
überhaupt nur Sinn macht, wenn Müllfahrzeuge dort wenden
können. „Aber dann reicht eine Straßenbreite von 3,5 oder 3,6
Metern“, sagt Waltraut Malchow.
So jedenfalls befürworten es die Anwohner des Seitenweges: 3,6
Meter Fahrbahn, auf halbem Weg eine Ausweichbucht, am Ende der
Wendehammer. Auch Vertreter der Entsorgungsunternehmen hatten
beim Vor-Ort-Termin am9.August ihr Einverständnis dafür
signalisiert. „Und eben deshalb hatte der Bürgermeister die
Planungen für weitere Ausbauvarianten angekündigt“, erinnert
sich Waltraut Malchow. „Doch leider warten wir bis heute
vergeblich darauf.“
Anwohner Dieter Weissbach ist einfach nur noch verbittert.
„Was haben wir nicht alles unternommen, um diesen Wahnsinn zu
stoppen?“, sagt er. „Mit Demokratie hat das rein gar nichts zu
tun.“
KOMMENTIERT
Wer ist die Stadt?
Das Vorgehen von Stadtverwaltung und Stadtvertretern in Sachen
Seitenweg II ist grotesk.
Da wird anhand einer vollkommen fadenscheinigen Begründung
(„Der Müll wird nicht abgeholt.“) der unsinnig teure Ausbau
eines Stichweges zur Prachtstraße beschlossen. Und alle
Bemühungen der Bürger, eine vernünftige und sinnvolle Lösung
herbeizuführen,
werden ignoriert – bis hin zur kommunalpolitischen
Bockbeinigkeit. „Der Ausbau ist im Interesse der Stadt,“ sagt
Bürgermeister Polzin.
Die Frage aber ist: Wer ist die Stadt? – Die Verwaltung? Der
Bürgermeister? Oder ihre Bürger?
KLAUS WALTER
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Es sei angemerkt, dass der Straßenbau nicht ohne Normen auskommt. Es
gibt Bundesstraßen, Landesstraßen, Kreisstraßen und Gemeindestraßen
und sie alle haben verschiedene Maße. Der Stülower Weg ist eine
Kreisstraße und muss daher breiter sein, als eine Gemeindestraße.
Das ist verständlich. Was keiner weiß: Oft sind die Nebenstraßen
einer Kreissstraße Teile dieser und damit keine Gemeindestraße. Das
bedeutet, dass die Norm eine breite Straße verlangt, wo es
eigentlich keinen Sinn macht. Die Alternative ist nun, die
Kreisstraße als Gemeindestraße umzuwidmen. Das ist aufwändig und
teuer und kann bis zu 20 Jahre dauern. In dem Fall ist es dann
günstiger, aus einer kleinen Nebenstraße einen unsinnig-breiten
Boulevard zu machen. Oft will der Kreis oder das Land auch gar nicht
Kreis- oder Landstraßen zu Gemeindestraßen umwandeln. Noch öfters
kommt diese Situation vor: Eine Straße zwischen zwei Ortsteilen
einer Gemeinde ist eigentlich zu schmal. Wenn es Traktor und ein
Auto sich begegnen, wird es eng. Platz für eine breitere Straße wäre
genug und auch die Grundstücksfragen wären lösbar. Also stellt die
Gemeinde den Antrag, die Gemeindestraße in eine Kreisstraße
umwandeln zu dürfen. Das bedeutet für den Kreis aber, dass er eine
Straße mehr im Plan hat, die gewartet, geräumt und gepflegt werden
muss. Der Kreis kann also die Umwandlung aus guten Gründen ablehnen.
So viel zum Verständnis.
Im Falle des Seitenweg II ist es etwas anders: Wenn die Stadt dem
Bau zugestimmt hat, muss sie dafür beschlussfähig gewesen sein, denn
sie kann ja nur über Straßen beschließen, die ihr auch gehören. In
dem Fall muss die Seitenstraße II also eine Gemeindestraße sein. Es
sei denn, die Gemeinde hat Mitspracherecht bei der Sanierung der
Kreisstraße, weil diese durch die Gemeinde verläuft und weil die
Gemeinde zugleich Kreisstadt ist. Wenn das so wäre, hätte der
Bürgermeister es aber sicherlich erklärt. Also dürfte die
Seitenstraße II eine Gemeindestraße sein und damit die Gemeinde für
die Planungen und Ausführungen zuständig. Dafür spricht die
Kostenaufteilung, die nur bei Gemeindestraßen im Verhältnis 75:25
sein dürfte.
Fazit: Die Stadt KANN im Sinne der Anwohner handeln. Sie WILL es nur
nicht. Sicherlich eine Kostenfrage und bestimmt fragt man sich auch,
seit wann die Anwohner die Fakten kennen, zumal eine Verbreiterung
der Straße ihnen Teile ihrer Grundstücke kostet und die Stadt diese
ganz sicher nicht enteignet hat, sondern kaufen musste - und zwar
schon vor einiger Zeit. In dem Moment musste klar sein, dass die
Straße breiter wird. Vielleicht haben die Anwohner erst zu spät
reagiert, als die Planungen schon liefen. Trotzdem ist das Verhalten
der Stadt merkwürdig:
Mehr Infos und Nachträge zum Thema weiter unten auf dieser Seite.
Klaus Walter bringt es auf den Punkt: Wer ist die Stadt?
Ist es die Verwaltung? Diese beschließt nur, was beschlossen werden
kann.
Gegen Misswirtschaft und Fehlentscheidungen in der Stadtverwaltung
gibt es Gesetze und so ist über Klagen und Verfahren diesem Teil der
Stadt gut beizukommen. Darum hütet sich die Stadtverwaltung schon
vor allzu großen Misstritten.
Ist der Bürgermeister die Stadt? Gewöhnlich ist er als Schnittstelle
zwischen Stadtverwaltung und Stadtvertretung ein ausführendes Glied,
das nur einen sehr engen Entscheidungsspielraum hat. Damit
Bürgermeister nicht zu Diktatoren werden, gibt es Gesetze,
Aufsichtsstellen und die Stadtvertreter.
Sind die Stadtvertreter - die Klaus Walter vergessen hat - denn die
Stadt? Nun: Die einen versuchen, vier Jahre im Voraus Wählerstimmen
zu bunkern, die anderen wollen durch die ökologische Hintertür
ökonomische Beschlüsse wieder rückgängig machen, wieder andere
vertreten nur ihre eigenen Interessen und der Rest ist irgendwie mit
sich selbst beschäftigt.
Damit sind sie zu einem großen Teil für das Geschehen in der Stadt
verantwortlich.
Ohne jeden einzelnen Stadtvertreter dafür verantwortlich machen
zu wollen,
so ist die Stadtvertreterversammlung Schuld daran, dass:
- trotz mehrerer Versuche kein Ferienpark auf dem Kammerhof
entstehen konnte
- der Kammerhof sich als unfertiges verwildertes Baugebiet
präsentiert
- die Stadt verkehrstechnisch chaotisch und touristenunfreundlich
ist
- Heiligendamm sich nicht wie gewünscht und geplant entwickelt hat
- die Perlenkette bislang noch nicht saniert werden konnte
- das Moorbad dem Verfall preisgegeben ist
- Bad Doberan nicht mehr Kreisstadt wird
Der letzte Punkt bringt uns gleich zum nächsten Thema:
Gedanken über die Zwangsvereinigung der Kreise
Bad Doberan und Güstrow.
Ab nächstes Jahr würde die Barlachstadt Güstrow Kreisstadt des
anonymen Großkreises "Mittleres Mecklenburg" sein.
Dieser Beschluss kam aus Schwerin und wenn man sich die beiden
Städte einmal vergleichend anschaut, wird nicht sofort
offensichtlich, warum gerade Güstrow Kreisstadt des neuen
Großkreises werden soll:
Beide Städte sind etwa gleich groß und haben etwa gleich viele
Einwohner in der Stadt und der Peripherie. Beide Städte sind für die
Randanwohner des Großkreises gleich schlecht zu erreichen und beide
waren bereits Kreisstädte ungefähr gleich großer Kreise. Beide
Kreisverwaltungen sorgen für Lohn und Brot, nicht nur bei den
Angestellten, sondern auch in der ganzen Logistik, Kommunikation und
Versorgung, bis hin zum Bistro um die Ecke. Soweit die
Gemeinsamkeiten, die für beide Städte als Kreisstadt sprechen.
Nun die Unterschiede: Der Kreis Bad Doberan ist wirtschaftlich
stärker als der Kreis Güstrow, hat eine geringere Arbeitslosenquote
und ein größeres Wirtschaftswachstum. Lediglich hat der Kreis
Güstrow mit dem Biocon Valley in Teterow einige Filetstücken, die
aber durch Bad Doberans Wirtschaftskraft im Rostocker Speckgürtel
wieder wett gemacht wird. Bad Doberan liegt an der Ostsee-Autobahn
und zugleich unweit des Drehkreuzes A19-A20 und dazu noch an der
Bahnstrecke Rostock-Wismar. Güstrow hingegen liegt nur an der A19,
weitab von der A20 und hat kaum Ost-West-Verbindungen. Auch die
Bahnstrecken enden in Rostock und Neubrandenburg und führen nicht
nach Osten und Westen. Bad Doberan hat ein großes
Kreisverwaltungsgebäude, während Güstrow dieses erst neu errichten
musste, um der neuen Kreisgröße gerecht zu werden. Das Bad Doberaner
Kreisverwaltungsgebäude wird damit überflüssig, muss aber wegen des
Finanzierungsmodells weiter betrieben werden.
Anschließend die Nachteile: Beide Kreise
haben Kreisverbände, Kreisvereine und Kreisorganisationen. Es gibt
in Bad Doberan und in Güstrow Kreismusikschulen,
Kreisvolkshochschulen, Kreisberúfsschulen, Kreissportvereine,
Kreisverbände der Parteien, des Deutschen Roten Kreuzes und vieler
anderer Organisationen. Die Verbände müssen entweder zusammen gehen
oder zusammen arbeiten und ihre Namen ändern oder einer muss sich
auflösen. Auch Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste werden
zusammen gelegt. Im anonymen Großkreis wird es keine Besonderheiten
mehr geben. Weder die Münsterstadt Bad Doberan, noch die
Barlachstadt Güstrow gehen aus dem Namen oder Nummernschild dieses
Großkreises hervor. Die Bad Doberaner fühlen sich nicht als
"Mittelmecklenburger", denn sie wohnen schließlich ganz im Norden.
Die Güstrower hingegen könnten sich zwar zur Mitte zählen aber ihre
"Mecklenburger Schweiz" verliert sich auch in der anonymen
Bezeichnung des gleichgeschalteten Zwangs-Großkreises.
Warum aber hat sich Schwerin trotz der offensichtlichen Vorteile Bad
Doberans für Güstrow entschieden?
Nun: In Güstrow gibt es eine völlig unspektakuläre Arbeit der Kreis-
und der Stadtverwaltung. Jeder tut seinen Teil so gut er kann und so
gut es eben geht. Keiner versucht, hinten herum den anderen zu
beeinflussen. Absprachen sind erlaubt, Druck nicht. So wächst der
Kreis Güstrow zwar weniger impulsiv aber stetig und sicher. Die
Investoren genießen Planungssicherheit und die Unterstützung oder
zumindest das Wohlwollen der Stadt und des Kreises Güstrow.
Natürlich kommt es dadurch auch zu Konflikten, wenn die Stadt
Investitionen genehmigt, die für Aufregung bei den Bürgern sorgen.
In einem landwirtschaftlich geprägten Kreis ist nicht jede
Investition, die der Stadt oder dem Kreis genehm ist auch bei den
Bürgern willkommen. Im Großen und Ganzen aber verhielt sich der
Kreis Güstrow ruhig. Ich selbst lese oft Zeitungen aus der
Mecklenburgischen Schweiz und finde dort bedeutend weniger
Negativ-Schlagzeilen über die Lokal- und Kommunalpolitik, als hier -
trotz teilweiser gleicher Verlagshäuser.
In Bad Doberan hingegen beschäftigen sich die Stadtvertreter schon
seit langer Zeit nur mit sich selbst. Mitglieder der Kreisfraktion
versuchten in der Vergangenheit, Einfluss auf Mitglieder der
Ortsverbände ihrer Partei zu nehmen. Immer wieder drohten
Stadtvertreter anderen Stadtvertretern oder dem Bürgermeister oder
auch der Stadtverwaltung, unter anderem mit Klagen,
Dienstaufsichtsbeschwerden, Anzeigen bei der Kommunalaufsicht,
Amtsenthebungsverfahren und sonstigen Aktionen.
Bedeutsame Investitionen, wie die Ansiedlung eines Ferienparks in
Bad Doberan scheiterten, auch die Ansiedlung des Coca-Cola-Konzerns
und der Kaufland-Stiftung in Bad Doberan endeten damit, dass beide
sich weit weg von der Kreisstadt ansiedelten. Der Verkauf und die
Sanierung Heiligendamms, sowie die Entwicklung des Ortes war ein
einziges Desaster und schlug Wogen bis nach Schwerin und Berlin.
Immer wieder wurden Planungen gefährdet und verzögert, was sich auch
auf die Investitionsbereitschaft anderer Unternehmen in der Region
negativ auswirkte. Bis heute hält sich das Thema "Heiligendamm" in
den Medien und immer wieder wird der Zwist zwischen Stadt, Bürgern
und Investor zur Schau gestellt. Der Streit um Wahllisten, die
Anfechtung der Wahlergebnisse und die Klagen der Bürger über Willkür
und mangelnde Demokratie tragen ihren Teil dazu bei, dass Bad
Doberan ein schlechteres Image hat, als Güstrow. Da ist es nur
logisch, dass die Stadt Kreisstadt wird, die das bessere Image nach
außen hin und auch nach innen hat. Auch darum fiel die Entscheidung
gegen Bad Doberan und für Güstrow.
Ich für meinen Teil glaube, dass durch die Zwangsgleichschaltung der
Bürger zweier unterschiedlicher Regionen nur die Identität verloren
geht, ökonomisch aber kein Nutzen entsteht. Bad Doberan hat seine
Wachstumschancen nach 1990 genutzt aber leider nicht ausgeschöpft.
Was jetzt nicht gewachsen ist oder sich um Wachstum befindet, wird
in Zukunft stagnieren. 1867 wurde Bad Doberans Entwicklung erstmals
empfindlich gestört und die Stadt hat sich davon nie erholt. Mit der
Erhebung zur Kreisstadt und dem jahrzehntelangen Status konnte Bad
Doberan aufgepäppelt werden aber mit dem Entzug dieses Medikaments
wird der Patient wieder in alte Zustände zurück fallen.
Für Bad Doberan ist die Zwangsvereinigung der Landkreise eine viel
größere Katastrophe, als für Güstrow, dessen blaues Auge irgendwann
geheilt sein wird. In meinen Augen wäre nur eine Vereinigung mit dem
Stadtgebiet Rostocks sinnvoll für Bad Doberan. Wenngleich die
Sinnhaftigkeit für Rostock hier abzuwägen wäre. Ich würde mir
wünschen, dass bei so viel Sinnfreiheit der Zwangsehe wenigstens die
Identität der Bürger aufrecht erhalten würde: Sei es durch die
Unterteilung der regionalen Bezeichnungen in "Mittleres Mecklenburg
- Doberan" und "Mittleres Mecklenburg - Rostock" oder eine
Einteilung in Nord und Süd entlang der alten Kreisgrenzen und durch
einen Hinweis im Kennzeichen (DBR und GÜ oder MMD und MMG oder MMN
und MMS) oder sei es durch eigenständige Verbände - also zwei
Musikschulen, Volkshochschulen, DRK-Verbände etc.
Andererseits glaube ich auch, dass die Zwangsvereinigungen weiter
gehen werden: Zunächst in die drei Großkreise Rostock, Schwerin und
Neubrandenburg und irgendwann vielleicht auch auf Länderebene mit
Schleswig-Holstein. Die Geschichte wiederholt sich, solange wir
nicht aus ihr lernen.
Umweltamt außer Rand und Band? Amt fordert
Tier- und Natur und große breitere Straßen.
Nichts geht in einer Kommune ohne das Umweltamt. Meistens stellt
diese Gesetzmäßigkeit kein Problem dar aber in Bad Doberan ist es
anders herum: Nichts geht durch das Umweltamt. Dieses nimmt seine
Aufgaben sehr ernst und ist schier unerbittlich, wenn es um das
Leben von Echsen und Vögeln oder die Erhaltung von "Biotopen"
genannten verwucherten Schlammlöchern geht. Die Menschen der Stadt
fühlen sich erdrückt von der Tier- und Pflanzenliebe des Amtes.
Ist das Umweltamt außer Kontrolle geraten? Angesichts der
Ankündigung, den Plänen für die Strandversorgung in Heiligendamm zu
widersprechen und dem aktuellen Bericht über den Widerspruch zur
Sommerrodelbahn am Stülower Weg mag mancher glauben, die
Umweltschützer schlügen über die Stränge. Doch ist Umweltschutz ja
ihre Aufgabe. Wozu dann aber der Ausbau einer Straße auf
Boulevard-Niveau so gar nicht passt. Hier soll nämlich das Umweltamt
die Straßenbreite fordern, wie der Bauamts-Chef Norbert Sass bekannt
gibt:
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OSTSEE-ZEITUNG | 30.09.2010
Stülower Weg: Stadt
verweist auf Umweltamt
Bad Doberan. Die Verwaltung der Stadt Bad Doberan hat reagiert:
Zum Bericht über den geplanten Ausbau des Seitenweges II im
Stülower Weg in Bad Doberan (OZ von gestern) meldete sich der
Leiter des Amtes für Bau und Stadtentwicklung, Norbert Sass,
zugleich stellvertretender Bürgermeister, zu Wort. Er verwies
auf die Zwangslage, in der sich die Stadt Bad Doberan befinde.
„Wir sind bei unserer Entscheidung an die Genehmigungsbehörde
– in diesem Fall der Landkreis und dort die Umweltbehörde –
gebunden“, sagte Sass. Sie war im Genehmigungsverfahren zum
Ausbau des Weges anzuhören und habe die Vorgabe zur
Fahrbahnbreite vom 4,75Metern gemacht.
Handele die Stadt dieser Vorgabe zuwider, sei sie im Falle
eines Unfalls verantwortlich und haftbar, erläuterte Sass. Für
eine mögliche Änderung der Vorgabe sei in jedem Fall ein
Beschluss der Bad Doberaner Stadtvertreter nötig. Der steht
jetzt zumindest in Aussicht: Der Ortsverband der FDP reagierte
nämlich ebenfalls. „Hier ist im Sinne der Bürger eine
Entscheidung zu korrigieren“, kündigte der FDP-Ortsvorsitzende
Harry Klink an. Seine Fraktion werde einen Änderungsantrag
vorbereiten und dafür Verbündete in den anderen Fraktionen
suchen.
Die Anwohner des Stülower Wegs in Bad Doberan versuchen seit
Monaten, den ihrer Ansicht nach unnötigen und zu teuren Ausbau
ihres Seitenwegs II auf eine Breite von 4,75 Meter zu stoppen.
3,50 Meter Breite seien genug. Dagegen steht die Drohung
seitens der Umweltbehörde des Kreises, die Müllabfuhr
würde ihre Arbeit einstellen, falls der Weg nicht auf 4,75
Meter ausgebaut wird. Offiziell beruft sich die Behörde auf
die Berufsgenossenschaft der Entsorgungsbetriebe, die diese
Straßenbreite angeblich vorschreibe.
Tatsächlich nennt die Unfallverhütungsvorschrift keine
konkreten Straßenbreiten, verbietet Müllfahrzeugen jedoch das
Rückwärtsfahren.
Das wäre im Seitenweg II allerdings gar nicht nötig, wenn die
geplante Wendeschleife am Ende des Weges gebaut wird. kw
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Ich hatte es bereits vermutet: Die Stadt hat Auflagen bekommen. Dass
gerade das Umweltamt Hänge abtragen, Hecken abreißen und Grünflächen
zerstören lassen will, hätte ich natürlich nicht erwartet. Hat doch
dasselbe Amt gerade erst in Heiligendamm gegen die Pflasterung eines
Sandparkplatzes und den Bau einer Strandversorgung protestiert, um
den verwucherten Golfteich als Biotop zu schützen. Während das
Umweltamt im Seitenweg des Stülower Weges die Vergrößerung
versiegelter Flächen fordert, sorgt es sich ein paar Meter weiter um
den Lebensraum von Echsen und die Berührung von Biotopen. Das passt
nicht zusammen.
Nachtrag 30.09.2010, 17:30 Uhr:
Gerade habe ich die Information erhalten, dass die Müllfahrzeuge zu
den in der OZ erwähnten Arbeitsmaschinen zählen.
Man müsste also statt in der Unfallverhütungsvorschrift der BG der
Entsorgungsbetriebe mal bei anderen Behörden nach Maßangaben für die
Straßen suchen. Mir liegt die Info vor, dass die Breiten "gesetzlich
gefordert" sind.
Weiterhin wurde mir mitgeteilt, dass die Hecken der Bürger sich vor
ihren Grundstücken - also im öffentlichen Raum - befinden.
Das passt sehr gut mit meinem Denkanstoß zusammen, warum die Bürger
erst jetzt von der Verbreiterung der Straße erfahren haben, zumal ja
jemand erst Teile ihrer Grundstücke hätte kaufen müssen, bevor er
sie bebauen darf. So verhält es sich dann so, dass den Anwohnern
keine Grundstückteile abgekauft werden mussten, da die betroffenen
Teile bereits im Besitz der Stadt sind. Somit darf die Stadt damit
auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Befugnisse machen, was sie
will. So wird die Verbreiterung der versiegelten Fläche zu Lasten
von Hecken und Grünflächen und zu Lasten der Bürger von einem
vermeintlich aber irrtümlich rechtlichen Problem zu einem
moralischen Problem: Es bleibt ja zu 75% das Geld der Bürger, das da
ohne ihren Einfluss verplant wird. Das ist vielleicht das Problem
der Demokratie: Man kann alles sagen aber man kann nicht alles
haben. Immerhin.
NNN | 30. September 2010
| von Rebekka Poesch
Umweltamt bremst Rodelbahn aus
BAD DOBERAN - Christian Dirkners Kinder können es kaum
erwarten. Lieber heute als morgen würden sie auf der geplante
Sommerrodelbahn ihres Vaters am südlichen Stadtrand Bad
Doberans hinunterrutschen. "Wenn alles super läuft, können im
Frühjahr die Bauarbeiten beginnen", sagte der private Investor
aus Bargeshagen noch vor wenigen Tagen. Eine
artenschutzrechtliche Genehmigung und die Zustimmung der Bad
Doberaner Stadtvertreter zu seinem Vorentwurf gaben ihm Grund,
optimistisch zu sein. Doch nun hat das Umweltamt des
Landkreises Klärungsbedarf angemeldet.
Neben den Zauneidechsen, die auf dem Berg leben und
umgesiedelt werden müssen, sind am Auslauf der geplanten Bahn
auch noch geschützte Biotope vorhanden, die nicht angetastet
werden dürfen. "Jetzt muss der Investor versuchen, die Bahn so
zu ändern, dass die Biotope nicht berührt werden", sagt
Norbert Sass, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Bad
Doberan. Ein weiteres Gutachten ist notwendig. "Das nimmt Zeit
in Anspruch", sagt Dirkner, für den der Baubeginn damit in
nicht absehbare Ferne rückt. Es gehe jedoch nicht darum, das
Projekt zu verhindern, sondern umweltschutzrechtliche Belange
zu berücksichtigen, so Sass.
30 000 Kubikmeter Erde fehlen noch
Auch wenn Dirkner von der Verzögerung nicht begeistert ist -
er ist das Warten gewöhnt. Den Traum von einer eigenen
Sommerrodelbahn träumt der 39-Jährige bereits seit fünf
Jahren. Im Urlaub mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem
Sohn testete er Bahnen im Thüringer Wald, in Malchow, auf
Rügen und im Harz und sagte sich: "Was meinen Kindern Spaß
macht, macht anderen Kindern auch Spaß." Die Idee war geboren.
Bei der Stadt Bad Doberan sei das Projekt von Anfang an auf
Interesse gestoßen, sagt Dirkner. Und so sei die Idee von Jahr
zu Jahr konkreter geworden. 700 Meter lang soll die Bahn nun
werden. Die Höhe des Bergs, der von den älteren Doberanern "Stülower
Alpen" genannt wird, mit seinen 27 Metern aber eher ein Hügel
ist, lässt keine längere Strecke zu. Dirkner muss sogar noch
zwölf Meter aufschütten - 30 000 Kubikmeter Erde sind dafür
notwendig. Als Höhepunkt ist ein Kreisel oben auf dem Berg
geplant, von dem aus auch das Doberaner Münster zu sehen ist.
Am Fuß soll ein Bahnhof mit einem Kassenhäuschen, sanitären
Anlagen und einem Kioskbetrieb entstehen. Und mittelfristig
will der Bargeshäger auch noch einen Streichelzoo, einen
Lehrpfad und einen Spielplatz schaffen.
"Erlebnisberg am Münster" könnte die Attraktion heißen, findet
Kristina Dirkner, die das Marketing übernehmen will.
Zielgruppe der Sommerrodelbahn sind sowohl Kinder und
Jugendliche als auch Erwachsene. Christian Dirkner hofft, dass
er von den vielen Touristen profitieren wird, die ihren Urlaub
an der Ostseeküste verbringen.
Aber auch Schulklassen will er mit seinem Angebot erreichen.
Konkurrenz durch andere Bahnen gibt es im Landkreis keine. Die
anderen drei in Mecklenburg-Vorpommern befinden sich in
Malchow, Burg Stargard und auf Rügen.
Ob die Kinder der Dirkners die neue Sommerrodelbahn in den "Stülower
Alpen" schon im kommenden Jahr einweihen können, ist derzeit
allerdings noch unklar. "Der Naturschutz wird im Landkreis
groß geschrieben", sagt der Investor, der nun ein weiteres
Gutachten in Auftrag gibt.
|
Wie es weiter geht, erfahren Sie dann hier.
Gerüchte um das
Friedrich-Franz-Palais: Steht das älteste Hotel der Ostseeküste vor
dem Aus?
1793 wurde das erste Hotel an der deutschen Ostseeküste im
Auftrag des Großherzogs Friedrich Franz I. von Mecklenburg in
Doberan direkt am Kamp errichtet. Das historische
Zopfstil-Fachwerkhaus diente als Logierhaus und blieb durchweg trotz
wechselnder Bezeichnungen (Kurhotel, Kurhaus) ein Hotel. 2005 stand
das Haus vor der Versteigerung. Axel Kross und Marie Kross-Jonsson
retteten es durch einen Pachtvertrag vor dem Besitzerwechsel und
hofften, einst selbst das geschichtsträchtige Haus kaufen zu können.
Nun endet ihr Pachtvertrag und damit die Arbeit vieler Angestellter.
Das Haus braucht eine Sanierung und die kann der Eigentümer sich
scheinbar nicht leisten.
Trotzdem soll das Haus ein Hotel bleiben: Quo vadis, Friedrich Franz
- wohin geht das Traditionshotel?
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OSTSEE-ZEITUNG | 05.10.2010
Betreiberwechsel im Friedrich-Franz-Palais
Gerüchte, wonach das älteste Hotel an der Ostsee schließen
muss, sind offenbar falsch. Lediglich der Vertrag der Pächter,
Axel Kross und Marie Kross Jonsson, läuft aus. Der Eigentümer,
die Germania Epe AG, will das Haus auch weiter als Hotel
betreiben.
Von KLAUSWALTER
Bad Doberan. Gestern Morgen machte ein Gerücht die Runde: Das
älteste Hotel an der deutschen Ostseeküste, das 1795 als
„Herzogliches Logirhaus“ eröffnete Friedrich-Franz-Palais,
müsse zum 31. Oktober für immer schließen. Das
Betreiberehepaar, Axel Kross und Marie Kross Jonsson,
bestätigten: Ihr Pachtvertrag mit dem Eigentümer des Hauses,
die Germania Epe AG aus Gronau in Westfalen, laufe aus.
Deshalb habe man den meisten der 20Mitarbeiter kündigen
müssen.
Am Nachmittag dann gab der Vorstand der Epe, Reinhard Meinke,
zumindest teilweise Entwarnung: Das Friedrich-Franz-Palais
werde als Hotel weitergeführt. In wenigen Wochen werde man
einen neuen Betreiber präsentieren, versicherte Meinke.
Lediglich über die Höhe der Pacht
habe man sich mit Familie Kross Jonsson nicht einigen können.
Die Stimmung im Friedrich-Franz-Palais ist gedrückt. Die 20
Mitarbeiter dort sind Angestellte der GmbH von Axel Kross und
Marie Kross Jonsson. Sie haben ihre Kündigungsschreiben in der
Tasche. Lediglich zwei der Mitarbeiter und drei der vier
Auszubildenden können ihre Arbeit oder Ausbildung im
benachbarten Prinzen Palais fortsetzen, für das Familie Kross
Jonsson einen Managementvertrag hat. „Auch die Übernahme der
wenigen Mitarbeiter geht nicht schmerzfrei“, sagt Axel Kross.
„Denn dafür werden wir die Verträge mit dem
Service-Unternehmen, das dort die Zimmer reinigt, anpassen
müssen.“
Ihrer Ansicht nach wird die Epe AG wirtschaftlich nicht in der
Lage sein, das Geld zur notwendigen Sanierung und zum weiteren
Betrieb des Friedrich-Franz-Palais’ aufzubringen. Schon einmal
habe das Haus zur Zwangsversteigerung gestanden, und als sie
es 2005 als Pächter übernahmen – den Pachtvertrag hatten sie
mit dem Zwangsverwalter geschlossen – geschah dies in der
Hoffnung, das Hotel bald zu kaufen.
Epe-Vorstand Reinhard Meinke bestätigt die Schwierigkeiten
seiner Gesellschaft. „Wir sind eine Aktiengesellschaft,
unterliegen der Berichtspflicht und daher ist bei uns nichts
geheim“, sagte Meinke. Seit der Pleite der bundesweit tätigen
Babcock AG (tätig im Energie-,
Industrieanlagen- und Schiffbausektor) im Jahr 2002 streite
man mit den Insolvenzverwaltern um einen erheblichen
Geldbetrag, und weitere Mieteinnahmen in beträchtlicher Höhe
habe man durch einen Großbrand eines Gebäudes 2009 verloren.
Dennoch habe die auf Immobilien-Betreuung spezialisierte
Gesellschaft weitere Gebäude um das Friedrich-Franz-Palais
gekauft, um diese zu einem Logier-Ensemble auszubauen, dessen
Kernstück das Hotel bleibe.
Axel Kross und Marie Kross Jonsson:
Ihr Pachtvertrag für das Friedrich-Franz-Palais läuft aus.
Gespräche zu einem neuen Projekt gebe es, doch den
Mitarbeitern habe man noch keine Zusagen machen können.
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Für Bad Doberan könnte der Betreiberwechsel gut sein. Die Epe
hat die beiden flankierenden Fachwerkbauten erworben und will sie
mit in das Ensemble einbeziehen. Das ist historisch korrekt, denn
die beiden Häuser gehörten zum Logierhaus und dienten der
Unterbringung der Fuhrwerke, also Pferde und Kutschen, sowie der
Bediensteten der Gäste und der Angestellten des Logierhauses.
Zugleich bedeutet die Einbeziehung der beiden Gebäude eine Sanierung
der unansehnlichen Häuser.
Es bleibt bei 4,75 Metern: Das letzte Wort im
Stülower Weg - Seitenweg II ist wohl gesprochen.
Ein Beschluss ist demokratisch, wenn die Beschließenden demokratisch
gewählt wurden. So machte es jüngst der Bahnchef in Bezug auf den
Beschluss zu Stuttgart 21 deutlich. In Stuttgart gingen tausende
Bürger auf die Straße, um gegen den Beschluss und S21 zu
demonstrieren, zu protestieren und zu agieren. Es kam zu
Ausschreitungen, deren Gewaltexesse an den G8-Gipfel und den
02.06.2007 in Rostock erinnerten. In Bad Doberan gibt es eine
ähnliche Situation, die aber bei weitem nicht so geladen ist. Hier
geht es nicht um Bäume im Schlosspark, sondern um Hecken in einer
Seitenstraße, die auch keiner Bahnhoftieferlegung, sondern einer
Straßenverbreiterung weichen sollen. Die Geschichte ist dieselbe:
Demokratisch gewählte Stadtvertreter erhalten eine Vorlage, über die
sie positiv beschließen, Bagger rollen an und mit ihnen kommen die
Proteste. Hier nur im sehr kleinen Rahmen von ein paar Anwohnern
aber die Gefühle sind dieselben: Unverständnis, Hilflosigkeit und
Zorn. Am Ende ändert sich nichts und zurück bleibt Resignation und
ein leiser Hass auf diesen Staat und seine Gesellschaftsform.
Demokratie könnte volksnäher sein und Lokalpolitik und
Kommunalverwaltung könnten enger zusammenarbeiten. Das ist das Fazit
nach 20 Jahren vereintem Deutschland hier in Bad Doberan. Denn ob
Seestraße, Dammchaussee, Goethestraße oder Seitenweg: Die
Geschichten sind immer dieselben:
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OSTSEE-ZEITUNG | 07.10.2010
Kaum Hoffnung für den
Stülower Weg
Beim Ausbau des Stülower Weges wird es wohl bei der nach
Ansicht der Einwohner unnötigen Breite von 4,75 Metern
bleiben.
Billiger wird’s auch nicht. Die Stadt hat bereits die
günstigste Satzung angewendet.
Von KLAUSWALTER
Bad Doberan. Für den geplanten Ausbau des Stichweges II im
Stülower Weg in Bad Doberan sind offenbar alle Messen
gesungen.
Obwohl sich in den vergangenen Tagen ein Teil der
Stadtvertreter nochmals für die Anwohner eingesetzt hat, wird
es aller Voraussicht
nach sowohl bei der Breite von 4,75 Metern für die
Anliegerstraße bleiben, als auch bei dem Kostenanteil der
Bürger für deren Bau in Höhe von 75 Prozent.
Einerseits beharrt das Umweltamt des Landkreises auch
weiterhin auf der sehr engen Auslegung der
Unfallverhütungsvorschrift der Entsorgungsbetriebe. Danach sei
die Ausbaubreite von 4,75 Metern „Grundlage einer zukünftigen
grundstücksbezogenen Abfallentsorgung“, wie es Amtsleiterin
Ingetraut Godemann formuliert. Gerade das hatten die Einwohner
des Stülower Weges angezweifelt. Denn tatsächlich nennt die
Unfallverhütungsvorschrift an keiner einzigen Stelle eine
Straßenbreite in Metern. Lediglich das Rückwärtsfahren mit den
tonnenschweren Müllautos ist den Abfallentsorgern verboten.
„Rückwärtsfahren soll hier auch keiner“, sagte Anwohnerin
Waltraut Malchow. Denn am Ende des Weges werde ein Wendehammer
gebaut. Dort könne das Müllfahrzeug völlig gefahrlos im
„Vorwärtsgang“ umdrehen. Waltraut Malchow: „Dann ist aber auch
eine Straßenbreite von 3,55 Metern ausreichend.“ Was nicht nur
für die Bürger kostengünstiger wäre, sondern auch für die
Stadt und die Steuerzahler.
Das sieht auch der FDP-Ortsverband so, der nach der ersten
Veröffentlichung in der Sache (OZ vom 29. September) aktiv
geworden war. Ortsverbandschef Harry Klink ist aber dennoch
nicht mehr überzeugt davon, hier eine Änderung herbeiführen zu
können. Grund: Die Stadtvertreter haben bereits im April dem
Ausbau des früher nur 2,50 Meter breiten Weges auf 4,75 Meter
zugestimmt. „Obwohl die Stadt die Bürger offenbar nicht
rechtzeitig über den konkreten Baubeginn und die Höhe der
Kosten informiert hat, sind die Stadtvertreter bei ihrem Votum
davon ausgegangen, dass alles in Ordnung war“, sagt Klink.
„Hier fühle ich mich als Abgeordneter von der Stadtverwaltung
hintergangen.“ Jetzt aber eine Mehrheit unter den
Stadtvertretern für einen Baustopp zu erhalten, hält Klink
angesichts des Kräfteverhältnisses im Parlament kaum für
möglich.
Klink hofft daher auf eine andere Chance. Nach seinen
Recherchen gibt es zwei Satzungen, die über die Höhe der
Kostenbeteiligung der Bürger bestimmen. Eine Satzung, über die
der Neubau einer Straße abgerechnet wird, einer zweite, nach
der die Bürgerbeiträge für die Sanierung vorhandener Straßen
berechnet werden. Klinks Verdacht: „Möglicherweise wurde hier
zuungunsten der Bürger gerechnet.“
Doch laut Bauamtsleiter Norbert Sass hat die Stadt schon die
günstigste Variante gewählt. „Hätten wir die Straße als
,erstmalige Herstellung’ berechnet, hätten die Anwohner 90
Prozent der Kosten zahlen müssen“, sagte Sass. Doch habe die
Stadt nicht nach der „Erschließungsbeitragssatzung“, sondern
nach der „Straßenbaubeitragssatzung gerechnet, erläuterte der
Bauamtsleiter.
Danach würden die Bürger mit 15 Prozent weniger, also mit 75
Prozent der Kosten, zur Mitfinanizerung herangezogen.
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Langsam dürfte klar sein, worum es in der Seitenstraße II wirklich
geht: Bürger wurden "möglicherweise" nicht rechtzeitig informiert
und fühlen sich nun übergangen. Stadtvertreter greifen das
öffentlich diskutierte Thema auf und versprechen, sich darum zu
kümmern. Am Ende scheitert dann alles an fehlenden Mehrheiten und
daran, dass die Stadtvertreter nicht genau wissen, ob ihr Beschluss
zu einer von der Stadtverwaltung vorgelegten Sache richtig ist.
Stadtvertreter sind Laien und sollen es auch sein, denn so will es
die Demokratie. Da aber immer weniger Leute Stadtvertreter werden
wollen, sitzen seit langem schon immer dieselben Laien in der
Stadtvertretung und da immer weniger Bürger überhaupt wählen gehen,
gibt es kaum Veränderungen in der Struktur und den
Mehrheitsverhältnissen. Das ist dann der Punkt, an dem immer alles
beim alten bleibt und Demokratie zum Stillstand führt.
Da weiterhin auf der Unfallverhütungsvorschrift herum gehackt wird,
werde ich mich jetzt einmal einschalten. Ergebnisse dann hier.
Auf ihn mit Gebrüll die Zweite: Wieder eine
Anzeige gegen den Bürgermeister vom Nachbarn.
Im April entsorgte Bad Doberans Bürgermeister Hartmut
Polzin seinen Tannenbaum hinter seinem Grundstück in der Nähe des
Althöfer Baches und erregte damit seinen Nachbarn Marvin Berg, der
ihn prompt anzeigte. Das Stadtoberhaupt konnte belegen, nicht ganz
unrecht gehandelt zu haben und so durften Baum und Grünschnitt
liegen bleiben.
Nun wollte der Bürgermeister endlich den von Berg monierten Haufen
beseitigen und prompt zeigt der ihn wieder an. Damit beginnt Teil 2
des skurrilen Nachbarschaftsstreits auf der Pfarrkoppel:
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OSTSEE-ZEITUNG | 12.10.2010
Bürgermeisters
Tannenbaum raucht zum nächsten Ärger
Bad Doberan. Vielleicht erinnern Sie sich? Am 13. April hieß
es in der OZ „Bürgermeisters Tannenbaum ruht jetzt am Bach“.
Marvin Berg aus der Schillerstraße 6 in Bad Doberan war sehr
verärgert, weil sein prominenter Nachbar – Bürgermeister
Hartmut Polzin – seinen Grünschnitt samt Tannenbaum direkt am
Ufer des Althöfer Baches gelagert hatte. Berg sah darin eine
Ordnungswidrigkeit, soll doch laut Vorschrift ein Abstand bis
zum Ufer freibleiben. Der Wasser- und Bodenverband bestätigte
das zunächst.
In der Folgezeit konnte der in Paragrafen sehr versierte
Bürgermeister belegen, dass er doch nicht so richtig doll
gegen gültige Vorschriften verstoßen hatte, und so ruhten
Grünschnitt und Tannenbaum weiter unmittelbar am Bach. Bis
Freitag. Da löste sich das Ärgernis in Rauch auf – und der
führt nun zum nächsten Krach. Laut Landesverordnung (GVOBl.
M-V 2001, S. 281) ist das Verbrennen pflanzlicher Abfälle
derzeit zwar erlaubt, aber nur unter bestimmten Bedingungen.
Eine lautet: „Werktags von 8 Uhr bis 18 Uhr.“
Laut Nachbarschafts-Protokoll hat der Bürgermeister seinen
Tannenbaum aber erst um 17.30 Uhr entzündet, die letzte Lage
Gartenabfälle um 18.56 Uhr aufs Feuer geschichtet, und den
Brand erst um 19.17 Uhr gelöscht. Nun hat der Bürgermeister
schon wieder eine Anzeige am Hals – beim Umweltamt des
Landkreises. kw
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Bürgermeister sind also "Prominente", deren Privatleben in der
Öffentlichkeit breitgetreten werden darf. Hunderte Städter lagern
ihren Grünschnitt nicht richtig und verstoßen gegen Verordnungen,
weil sie arbeiten und ihren Grünschnitt erst zu spät am Tage oder
nur am Wochenende verbrennen können. Hunderte Tonnen Grünschnitt,
Bauschutt und Müll werden unbehelligt in Wäldern, auf Wiesen oder
auf unbewohnten Grundstücken (Moorbad, Aldo-Komplex, Ruine am
Maxim-Gorki-Platz, ehem. Jugendherberge, ehem. Haus der
Freundschaft) abgeladen ohne dass sich ein Bürger oder eine Behörde
daran stört und aktiv wird. Wenn aber Hartmut Polzin seinen
Tannenbaum zu nah an den Bach legt oder seinen Grünschnitt eine
Stunde nach der erlaubten Zeit noch verbrennt, dann muss es gleich
die ganze Öffentlichkeit wissen.
Wie schon im April geht der Bürgermeister aus der Berichterstattung
als jemand hervor, der zwar nicht ganz unschuldig aber dennoch in
der Opferrolle ist. Das penible "Nachbarschaftsprotokoll" und der
Streitwert von 77 Minuten tragen natürlich dazu bei, Marvin Berg
lächerlich da stehen zu lassen. So sind dann auch die Reaktionen der
Leser zu Lasten Bergs: Er sei "nur neidisch auf den Bürgermeister
wegen seiner Position oder seines großen Grundstücks und neuen
Hauses" oder auch, er sei "ein Stänkerer" oder eben, er sei "einfach
frustriert" und ihn würde "es befriedigen, anderen mit
"Stasi-Methoden" zu "zersetzen"". Zum Glück für Herrn Berg hat sich
noch niemand öffentlich derart dazu geäußert. Vielen "ist es das
nicht wert" oder auch "zu niveaulos".
Ich persönlich frage mich, woher die Ostsee-Zeitung ihre
Informationen bekommt.
Anzeige zu erstatten, ist richtig und wichtig, wenn es richtig und
wichtig ist. Aber läuft danach jemand (ein Umweltamtmitarbeiter oder
Herr Berg selbst - oder der Bürgermeister?) - zur Ostsee-Zeitung, um
davon zu berichten und es in die Öffentlichkeit zu bringen?
Wer hätte denn daran Interesse: Ein Umweltamtmitarbeiter? Der
Bürgermeister? Herr Berg?
M-irgendwas oder lieber DBR? Was soll auf den
Kfz-Kennzeichen der Doberaner stehen?
Die Kreisgebietsreform ist beschlossene Sache und im September
nächsten Jahres gibt es die Kreise Bad Doberan und Güstrow nicht
mehr. Beide Kreise gehen in einem neuen Kreis auf (oder unter?),
dessen Name noch nicht feststeht aber irgendwie auf "Mittleres
Mecklenburg" lauten soll. Dieser neue anonyme Großkreis schaltet die
Bürger der beiden ehemaligen Kreise gleich und das soll bis hin zum
Nummernschild am Auto reichen. Da "MM" schon Memmingen gehört und
"ME" von Mettmann belegt wird,
bleibt nur noch "MME" übrig. Doch wollen die Küstenbewohner
überhaupt als "Mittelmecklenburger" abgestempelt werden? Oder
möchten sie Doberaner bleiben und ihr "DBR" behalten? Möglich ist
es, dass der neue Kreis mit zwei oder drei verschiedenen
Kfz-Kennzeichen fährt. Eine Umfrage soll nun Klarheit bringen:
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OSTSEE-ZEITUNG | 12.10.2010
Umfrage: Soll das DBR
im Kennzeichen bleiben?
Bad Doberan. Viele deutsche Städte haben in den vergangenen
Jahren durch Um- und Neustruktuierungen der Landkreise ihre
Kfz-Kennzeichen verloren. Jetzt könnte das mit der
bevorstehenden Gebietsreform erneut passieren. Was wird aus
dem DBR auf den Kennzeichen für den Landkreis Bad Doberan?
Wollen die Bürger ihr DBR behalten?
Die Heilbronner Initiative – ein Forschungsprojekt der
Hochschule Heilbronn – untersucht in vielen Städten das
Interesse der Bürger am „Alt-Kennzeichen“ und dessen Erhalt.
Am Donnerstag, dem 14. Oktober, ab 9 Uhr werden in Bad Doberan
in der Mollistraße Mitarbeiter des Forschungsprojektes Bürger
befragen, ob sie das DBR-Kennzeichen behalten möchten, auch
wenn der Landkreis nach der Fusion mit dem Kreis Güstrow einen
anderen Namen trägt.
„Die Abschaffung des Kennzeichens bedeutet, dass die
Wahrnehmung der Stadt geringer wird“, sagte der Initiator des
Forschungsprojektes, Prof. Dr. Ralf Bochert, gestern am
OZ-Telefon. Städte wie Stralsund, Wismar, Neubrandenburg und
Rostock hätten einen Sonderstatus und dürften ihre Kennzeichen
behalten. Doch auch für andere Orte gäbe es die Möglichkeit,
wies er hin. Eine Aktion dafür habe aber nur Sinn, wenn die
Bevölkerung es denn auch will, machte der Studiendekan an der
Hochschule Heilbronn deutlich. Denn eine Kennzeichenumstellung
finanziere nicht die Stadt, sondern müssten die Bürger
bezahlen. Es sei deshalb wichtig, dass neutrale Unternehmen
solch eine Umfrage machten.
Nach Ansicht von Prof. Dr. Ralf Bochert würden Landkreise mit
dem Wegfall ihrer Kennzeichen auf ein wichtiges
Identitätsmerkmal verzichten. Selbst die wirtschaftliche und
touristische Vermarktung gestaltet sich seiner Meinung nach
wesentlich schwieriger. „Städte verlieren mit dem eigenen
Kfz-Kennzeichen ein Stück ihrer Außenwirkung. Auch wenn es
sich nur um zwei oder drei Buchstaben handelt. Das
Kulturobjekt Automobil erhöht die Bedeutung von Kennzeichen um
ein Vielfaches,“ meint Bochert.
Bereits im April und Mai wurden mehr als 11 000 Personen in 51
deutschen Städten, die ihre Kennzeichen bereits verloren
haben, im Rahmen
des Projekts befragt. Die Mehrheit von gut 73 Prozent äußerte
den Wunsch zur Rückkehr zu ihrem Altkennzeichen, zwölf Prozent
sprechen sich für die Beibehaltung der aktuellen Situation
aus. „Fällt das Votum der Bürger für die Erhaltung des
bisherigen Kennzeichens positiv aus, wird damit nicht die
Aufgabenverteilung und die verwaltungsbezogene Einheit der
Landkreise infrage gestellt,“ unterstreicht Bochert.
R. PETER
Verwaltungsspitzen
berieten
Bad Doberan. Gestern berieten die Landräte und ihre
Stellvertreter der Landkreise Bad Doberan und Güstrow in Bad
Doberan zur Umsetzung der Kreisgebietsreform zum 4. September
2011. Solche Beratungen finden inzwischen monatlich statt,
teilte Doberans Landrat Thomas Leuchert mit. Auch Güstrows
Landrat Lutz da Cunha befürworte den direkten Kontakt. „Fragen
und Probleme werden auf kurzem Wege geklärt, klare Absprachen
getroffen“, sagte er. So seien in den letzten Wochen und
Monaten „einvernehmliche Lösungen für gemeinsame Amtsleitungen
gefunden worden“, hieß es. Einzelheiten teilten die Landräte
der Öffentlichkeit nicht mit.
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Erstes Umfrageergebnis liegt vor: DBR soll
bleiben!
Die Ostsee-Zeitung begleitete die Umfrage der Hochschule
Heilbronn zum Interesse der Bürger an eigenen Kfz-Kennzeichen und
veröffentlicht schon heute das erste Ergebnis. Dieses spricht eine
klare Sprache: Die Bad Doberaner Bürger wollen ihr DBR-Nummernschild
behalten. MIM und damit auch der Möglichkeit MME erteilen sie eine
klare Abfuhr. Nicht so klar sind die Begründungen, die von
Gewohnheit über Schönheit bis hin zu Abneigung gegenüber den neuen
Varianten reichen. Plötzlich fällt da der Satz "Wir wollen kein GÜ"
und entblößt die Ahnungslosigkeit der Bürger und Bürgerinnen.
Untermauert wird dies durch weitere Äußerungen wie "Der alte Kreis
soll bleiben". Das sehen auch viele Bürger in anderen Kreisen so:
Sie wollen ihren Kreis, ihr Nummernschild und ihre Identität
behalten. Nur: Was haben diese Bürger in den letzten sieben Jahren
eigentlich gemacht? Warum haben sie das Kind erst in den Brunnen
fallen lassen? Wie funktioniert Demokratie? Die Berichterstattung
und ein persönlicher Kommentar - lesen Sie selbst:
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OSTSEE-ZEITUNG | 15.10.2010
Klare Ansage: „DBR“
soll bleiben
Studenten der Hochschule Heilbronn fragten gestern, ob das Bad
Doberaner Kfz-Kennzeichen
nach Zusammenschluss mit dem Landkreis Güstrow erhalten
bleiben soll. Die Antwort war eindeutig.
Von KLAUS WALTER
Bad Doberan. „DBR soll bleiben“ – das ist die klare Aussage zu
einer Umfrage, die Annika Boy und Christina Reichert,
Studentinnen
der Hochschule Heilbronn, gestern in Bad Doberan führten.
Hintergrund ist ein Forschungsprojekt, das die Hochschule
derzeit in vielen deutschen Städten führt. Die Studenten
wollen herausfinden, wie groß das Interesse der Bürger am
Erhalt ihrer Kfz-Kennzeichen ist. „150 Städte, die ehemals
oder noch durch ein eigenes Kfz-Kennzeichen auf den Straßen
repräsentiert wurden, zeigen Interesse an der Möglichkeit, ihr
Alt-Kennzeichen zurückzubekommen oder zu erhalten“, sagt Prof.
Ralf Bochert, Initiator der Umfrage und Studiendekan der
Hochschule Heilbronn. Und obwohl die wissenschaftliche
Auswertung der gestrigen Umfrage in Bad Doberan noch einige
Wochen dauern wird, dürfte sich das Ergebnis, das
Bürgermeister Hartmut Polzin erhalten soll, kaum ändern.
Wichtig zu wissen für die Lokalpolitik, denn in Bad Doberan
und dem Landkreis könnte sich das Kfz-Kennzeichen zum
September 2011 ändern. „Mittleres Mecklenburg“ soll nach
Vorstellungen der Landesregierung der Großkreis heißen, der zu
diesem Zeitpunkt aus den Landkreisen Güstrow und Bad Doberan
gebildet werden soll. Daraus könnten die Schweriner
Kreisgebiets-Reformer möglicherweise sogar ein Kfz-Kennzeichen
wie „MIM“ entwickeln.
Margitta Hilgers, eine der Befragten, bringt es auf den Punkt:
„DBR muss bleiben, damit die
Stadt bekannt bleibt.“ Münster, Molli und G8 – all das habe
Bad Doberan bekannt gemacht, das könne man nicht einfach für „GÜ“
wie Güstrow oder „MIM“ wie Mittleres Mecklenburg opfern. „DBR
gehört zu uns,“ sagt Anja Schlichting. „Es gibt keinen Grund,
das zu ändern.“ Und Wolfgang Voß sagt: „Der ganze Kreis muss
bleiben, und natürlich auch das DBR. Alles andere ist
Etikettenschwindel. Güstrow, das sind nicht wir.“
Auch über die Stadtgrenzen hinaus ist das Interesse am
DBR-Kennzeichen offenbar groß. Schon am Vorabend der Umfrage
rief Familie Smentek aus Rerik in der OZ-Redaktion an: „Wir
sind vier Personen, haben vier Autos und wollen unbedingt alle
das DBR behalten.“ Da sie nicht an der Umfrage teilnehmen
könne, bat die Familie, die Meinung an die Interviewer
weiterzugeben.
Dass mit der Kreisgebietsreform, die in knapp elf Monaten in
Mecklenburg-Vorpommern in Kraft treten soll, unbedingt ein
neues Kfz-Kennzeichen vergeben werden muss, ist keineswegs
sicher. Offenbar wissen die Reformer in Schwerin, dass
Kfz-Kennzeichen durchaus Identitätskriterium für die Bürger
sind und dass bei einer Änderung erheblicher Widerstand droht.
Nach OZ-Informationen hat das Schweriner Innenministerium aus
diesem Grund schon von sich aus vier Städten, die ihren
Kreisstadt-
status verlieren sollen, angeboten, die Kfz-Kennzeichen zu
behalten: Greifswald (HGW), Stralsund (HST), Neubrandenburg
(NB) und
Wismar (HWI). Und auch die Insel Rügen, die sich vehement
gegen die Fusion zu einen Großkreis Nordvorpommern wehrt, soll
angeblich ihr „RÜG“ behalten dürfen – wenn sie den Widerstand
gegen die Reform aufgibt.
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Ich habe mir angesichts der Aussagen erlaubt, einen Leserbrief zu
verfassen, der wohl nicht in ganzer Länge veröffentlicht werden kann
und den ich deshalb hier einstelle:
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Kommentar des Autors:
Da ist bei einigen Leuten wohl ein falscher Eindruck
entstanden.
Der Kreis Bad Doberan soll nicht wie die DDR an die BRD dem
Kreis Güstrow angegliedert werden.
Es soll ein neuer Kreis entstehen, indem Güstrow und Bad
Doberan gleichermaßen untergehen.
Mit dem neuen Kfz.-Kennzeichen wird man weder die
Barlachstadt,
noch die Münsterstadt in Verbindung bringen können, denn wie
das DBR soll auch das GÜ wegfallen.
Lediglich darf sich Güstrow Kreisstadt des
gleichgeschalteten anonymen Großkreises nennen.
Wirtschaftlich ist Bad Doberan stärker und auch
infrastrukturell spricht nichts für die eine Stadt mehr,
als für die andere. Vielleicht hat man sich für Güstrow
entschieden, weil die Güstrower in der Vergangenheit weniger
auffällig waren, sich nicht so viel, lange und öffentlich
gestritten und wichtige Sachen blockiert haben.
Ich möchte auch lieber DBR und den Kreis Bad Doberan erhalten
sehen, da ich mich nicht als Mittelmecklenburger sehe und ich
hätte auch damit leben können, dass Rostock Kreisstadt ist.
Das wollte zwar der Kreis Bad Doberan aber das wollte die
Stadt Bad Doberan nicht. Logisch, denn es macht ja keinen
Unterschied für Bad Doberan, welche andere Stadt Kreisstadt
werden würde, wenn Bad Doberan dadurch seinen Status verliert.
Das große ABER: Die Kreisgebietsreform wurde 2003 - also
vor sieben Jahren - begonnen.
Man las davon in den Medien, Amtsblättern und Einladungen zu
den Sitzungen diverser Gremien und Vertretungen. In den sieben
Jahren hat sich kaum Widerstand aus der Bevölkerung formiert,
es gab kaum Widersprüche, Klagen oder Mitarbeit der Bürger.
Der Widerstand beschränkte sich fast ausschließlich auf
Leute in Positionen, die sie in Gefahr sahen:
Landräte, Kreistagsabgeordnete usw.. Eben wegen dieser
Hintergründe wurden ihre Widersprüche zwar angehört aber nicht
ernst genommen, denn solange die Bürger keine massiven
Einwände hatten, konnte man gewähren.
So beschloss man im siebten Jahr die Reform, die
Kreisgrenzen und die Kreissitze.
Und siehe da: Jetzt gibt es Widerstand und Unmut. Jetzt ist es
aber zu spät.
Vielleicht lernen wir aus dem Verlust unseres Kreises und
vielleicht unseres Nummernschildes und damit unserer Identität
endlich, dass Demokratie bedeutet, stets auf dem Laufenden zu
sein, stets die Informationsangebote anzunehmen und stets die
Möglichkeiten der Einflussnahme auszunutzen.
Demokratie ist nicht, dass man uns fragt, was wir möchten.
Demokratie ist, dass wir sagen, was wir wollen.
Und zwar immer gleich und nicht erst hinterher.
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Es geht weiter: Wiederaufbau der Villen Perle
und Großfürstin Marie wird jetzt fortgesetzt.
Die Baukräne in Heiligendamm wurden aufgestellt, Bagger rollten
an und es wurde laut in Deutschland ältestem Seebad. Doch es dauerte
nicht lange, da rückten die Bagger wieder ab und die Kräne hörten
auf, sich zu drehen.
Nicht ohne Bange vernahmen die Doberaner und Heiligendammer eine
gewisse Ruhe und Untätigkeit auf der seit 2003 größten Baustelle der
Weißen Stadt am Meer. ECH-Chefplaner Hans Schlag konnte die Leute
beruhigen: Man macht eine Zwangspause aus Rücksicht auf die
Hotelgäste, die nach langer Zeit wieder so richtig das Hotel an
seine Belegungs-Grenzen brachten. Das darf man natürlich nicht
kaputt machen und so ruhte der Wiederaufbau der "Perle" - und immer
auch der "Großfürstin Marie", da es sich um ein Doppelhaus handelt -
bis zum Saisonende. Das ist jetzt erreicht und nun geht es weiter
auf Heiligendamms von allen Bürgern, Politikern, Investoren und
Planern lang ersehnter Großbaustelle:
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OSTSEE-ZEITUNG | 19.0.2010
Bau der
Villa „Perle" wird fortgesetzt
Heiligendamm. Der im
August unterbrochene Wiederaufbau der Villa „Perle" in
Heiligendamm wird am kommenden Montag fortgesetzt.
Wie die Entwicklungs Comapanie Heiligendamm (ECH) mitteilte,
laufen am heutigen Dienstag letzte Detailabsprachen mit den
beauftragten Firmen. „Angesichts der nachts empflindlich
niedrigen Temeraturen wird es höchste Zeit, dass wir
vorankommen", sagte ECH-Geschäftsführer Hans Schlag. Die
Bauarbeiten zur Sicherung der Baugrube für die Villa „Perle"
waren am 18. August kurz nach dem feierlichen Baustart am 3.
Juli mit Rücksichtnahme auf die Gäste des Grand Hotels
unterbrochen worden. Mit so einer enormen Lärmentwicklung habe
man nicht gerechnet, hieß es.
Auch im Kleinen Wohld wird gebaut. Der rund 4,1 Hektar große
Abschnitt des Küstenwaldes, der ein privater Hotelpark werden
soll, wird eingezäunt. „Die ersten 60 Meter stehen", sagte
Schlag. In etwa drei bis vier Wochen werde der Zaun fertig
sein.
Der Umwandlung des öffentlichen Waldes in einen Privatpark
hatten Bad Doberans Stadtvertreter 2008 zugestimmt und das im
Juli 2010 bestätigt. Im Gegenzug hatte die ECH einen
öffentlichen Kurpark hergerichtet.
kw
Die ersten rund 60 Meter Zaun umeinen
4,1 Hektar großen Abschnitt des Kleinen Wohldes in
Heiligendamm stehen. Hier wird der Küstenschutzwald in einen
privaten Park für die Gäste des Grand Hotels umgewaldet.
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Abgesehen von einigen Tippfehlern - die mir ja auch passieren - und
einer lustigen Sinnentstellung fällt auf, dass die Berichterstattung
sich gemäßigt hat und nach langer Unterbrechung jetzt wieder mit
Fakten gearbeitet wird.
Seit 17.12.2009 ist die Verordnung in Kraft, gegen die sich die
Gegner der Waldumwandlung mit Hilfe der Ostsee-Zeitung so vehement
gewehrt haben.
Link:
Die Verordnung über den "Kur- und
Erholungswald Heiligendamm" kann hier eingesehen werden.
Schützen-Lärm vs. Schützen-Tradition. Wohin
geht der Heiligendammer Schützenplatz?
Die Tradition des Schießens gibt es in Heiligendamm schon seit
1828. Damals fand das erste Schießen auf der Rennbahn bei
Heiligendamm statt. Am 17. August 1828 beteiligten sich daran
hochrangige Persönlichkeiten der Doberaner Gäste, wie Prinz
Friedrich von Holstein, der Herzog von Lucca und die Grafen Hahn und
Voß, nachdem einige von ihnen bereits am 09. August im Schützenhaus
ihr Talent bewiesen. 1855 entstand der erste Schießstand in
Heiligendamm und 1882 wurde der Schützenverein von Doberan
gegründet. Bis 1897 schoss man auf lebende Tauben und ab 1898 auf
Tontauben. 1910 schaffte es der Schießplatz in die rühmende
Aufzählung der Annehmlichkeiten des Weltbades Heiligendamm und sogar
der spätere US-Präsident Ronald Reagan schoss in seiner Göttinger
Studienzeit in Heiligendamm. 1943 endet die ruhmreiche Geschichte
des Schießens in Heiligendamm, bis 1963 Forstmeister i. R. Willy
Bolland dem neuen Oberförster Helmut Mattke die Stellen zeigte und
dieser engagiert den völlig verwilderten und versumpften
Schützenplatz wieder herrichten ließ. Im selben Jahr errang die
Heiligendammer Mannschaft den Meistertitel des DDR-Schießsports und
seit 1968 präsentiert sich der Schützenplatz Heiligendamms in seiner
heutigen Form - abgesehen vom niedergebrannten und neu errichteten
Jagdhaus, das so erst in diesem Jahrzehnt hinzu kam.
Der Heiligendammer Schützenplatz gehört also zu Bad Doberan und
Heiligendamm, wie das mondäne Luxushotel.
Wie aber am Grand Hotel scheiden sich die Geister auch am
Schützenplatz. Hätten die einen lieber ein Staatsbad statt eines
Luxusresorts, wünschen sich die anderen auch den Schießplatz wegen
seiner Geräuschentwicklung weg. Erstmals stellte die Orts-FDP den
Schießplatz öffentlich in Frage, nahm sich dann aber zurück und
fordert nun - um nach der Intervention nicht ganz untätig zu sein -
ein Gutachten über die Belastung des Grundwassers. Dieses soll es
bereits geben und so muss die Stadtvertretung entscheiden, wie es
weiter geht auf dem Schützenplatz Heiligendamm.
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OSTSEE-ZEITUNG | 29.10.2010
Sechs
Tonnen Blei pro Jahr, aber keine Gefahr
Am Montag tagen Bad Doberans Stadtvertreter. Unter anderem
geht es darum, ob die Stadt Geld für eine eventuelle Sanierung
des Bodens auf dem Schießplatz bereithalten muss.
Von KLAUS
WALTER
Bad Doberan. Nur wenige Punkte stehen auf der Tagesordnung
der Stadtvertreterversammlung in Bad Doberan am 1. November
(18.15 Uhr, Rathaus, Severinstraße 6). Für die Öffentlichkeit
interessant dürfte die Debatte um den Schießplatz in
Heiligendamm werden. Das neue Parkraumbewirtschaftungskonzept,
das seit April diskutiert wird und unter anderem neue
Parkgebühren und des Ende des kostenlosen Parkens am
Wochenende in Doberan vorsieht, hat es nicht auf Tagesordnung
geschafft. 16 Änderungsvorschläge waren dazu eingegangen, die
meisten aus dem Tourismusausschuss. Sie müssen erst einmal
redaktionell in die Beschlussvorlage eingearbeitet werden.
Tagesordnungspunkt 9 der Sitzung, die um 19 Uhr zur
Einwohnerfragestunde unterbrochen werden soll, befasst sich
mit dem Schießplatz Heiligendamm. Die FDP hatte noch vor
einigen Wochen ein Gutachten zur Belastung des
Schießplatzbodens mit Blei gefordert, und den nicht ganz
geräuscharmen Betrieb des Platzes in einem Kurort generell in
Frage gestellt.
Die Liberalen ruderten zurück, wollen aber immerhin noch
wissen, ob infolge der Belastung durch das Blei aus der
Munition möglicherweise Sanierungskosten auf die Stadt
zukommen könnten, und falls ja, wie diese verringert werden
könnten. Abwegig ist die Forderung nicht.
Zwar wurden bereits 2004 laut einem Protokoll des Staatlichen
Amtes für Umwelt und Natur (StAUN) die Schießzeiten in
Heiligendamm auf Mittwoch, Freitag und Sonnabend beschränkt.
Die Zahl der erlaubten Schüsse wurden an diesen Tagen jedoch
auf je 1500 Schuss aus der Doppelbockflinte am Mittwoch und
Freitag, und auf 2000 Schuss Trap/ Skeet (Disziplinen des
Tontaubenschießens) am Sonnabend erhöht.
Damit ist laut Protokoll das Aufkommen von Blei aus der
Munition von zuvor 2,3 Tonnen im Jahr auf 6,2 Tonnen jährlich
gestiegen.
Trotzdem versicherte der Einzelabgeordnete Jochen Arenz in der
letzten Sitzung des Hauptausschusses am 20. Oktober, dass eine
Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen sei. Dies mündete
in der Empfehlung des Ausschusses an die Stadtvertreter, die
FDP-Forderung nicht zu unterstützen. – Was FDP-Fraktionschef
Harry Klink nicht gelten lassen will: „Wenn eine Gefährdung
des Grundwassers ausgeschlossen ist, wäre die Auflage der
Genehmigungsbehörde zu wiederkehrenden Messungen unlogisch."
Tatsächlich steht die Schützengilde in der Pflicht, alle fünf
Jahre Gutachten vorzulegen. Die letzte Untersuchung von 2007
belegt, dass die zulässigen Grenzwerte für Blei unterschritten
waren. Sie erreichten gerade ein Viertel des zulässigen
Grenzwertes von 80 Mikrogramm Blei je Liter Wasser. Das
Gleiche gilt auch für alle anderen problematischen
Verbindungen aus der Munition, insbesondere für Arsen und
Antimon, sowie für die umweltschädlichen Stoffe aus den
Tontauben, die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe,
sogenannte PAK.
Wie der Amtsleiter des jetzigen Staatlichen Amtes für
Landwirtschaft und Umwelt (StALU), Hans-Joachim Meier, sagt,
sei aufgrund dieser Werte auch künftig nicht mit einer
Sanierung des Schießplatzbodens in Heiligendamm zu rechnen.
„Die Grenzwerte werde ja nicht einmal annähernd erreicht",
sagte Meier. Dennoch werde das nächste Gutachten, das regulär
2012 erstellt werden müsse, die aktuellen Werte zeigen und für
Klarheit sorgen.
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Und hier das Ergebnis der Versammlung:
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OSTSEE-ZEITUNG | 03.11.2010
FDP fürchtet Blei im Schießplatz-Boden
Obwohl der Boden auf dem Schießplatz Heiligendamm überwacht
wird, will es die FDP genau wissen:
Wie gefährlich sind die jährlich sechs Tonnen Blei, Arsen und
Antimon, die dort verschossen werden?
Bad Doberan (OZ) - Nach kontroverser Debatte während der
Stadtvertretersitzung am Montagabend hatte die FDP-Fraktion
ihren Antrag zum Schießplatz Heiligendamm zurückgezogen. Die
Liberalen wollten wissen, ob aufgrund des Bleis in der
verschossenen Munition mit einer Sanierung des Bodens auf dem
Schießplatz zu rechnen sei, und ob die Stadt für diesen Fall
nicht finanziell vorsorgen müsse.
Einzelabgeordnete und Vertreter des Bürgerbundes machten den
FDP-Vertretern klar, dass für diese Auskunft eine einfache
„kleine Anfrage“ an den Bürgermeister genüge, ein Beschluss
der Stadtvertretung nicht nötig sei.
Trotzdem hatte der Abgeordnete Hannes Meyer (Bürgerbund)
erklärt, das Problem „keinesfalls kleinreden“ zu wollen.
„Schon als Kinder haben wir da jede Menge Blei zum Bleigießen
geholt“, sagte Meyer.
„Da liegt jede Menge davon rum.“ FDP-Fraktionschef Harry Klink
versuchte, genau diese Menge Blei zu veranschaulichen.
Ausgehend von der vom Staatlichen Amt für Umwelt und Natur (StAUN)
2004 genehmigten Anzahl von Schüssen (je 1500 mittwochs und
freitags, 2000 sonnabends, d. Red.) kämen pro Jahr 6,2 Tonnen
Blei auf das Schießplatzgelände hinzu. „Im Verlauf der jetzt
durch den Bürgermeister verlängerten Pachtdauer von 35 Jahren
sind das 402 Tonnen“, sagte Klink. „Eine Schlange von 80 Lkw
,W50‘.“ Klink machte auch auf die ebenfalls im Bleischrot
enthaltenen giftigen Bestandteile Arsen und Antimon
aufmerksam.
Klink betonte, es sei nicht Anliegen des Antrages, den
Schießplatz zu schließen, wie ihm oft unterstellt werde,
sondern auf die Umweltproblematik aufmerksam zu machen. „Mit
der Natur um Bad Doberan haben wir einen besonderen Schatz“,
sagte Klink.
„Den gilt es zu erhalten.“ Der Einzelabgeordnete Jochen Arenz
will sich dabei aber auf die reguläre Gutachtertätigkeit
verlassen.
„Das letzte Gutachten von 2007 zeigt, dass alle Grenzwerte
eingehalten werden. Das nächste Gutachten folgt 2012“, sagte
Arenz.
Tatsächlich ist die Schützengesellschaft verpflichtet, dem
Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU),
Nachfolgeeinrichtung des StAUN, alle fünf Jahre ein
Bodengutachten vorzulegen.
Dennoch, kündigte Klink nach der Versammlung an, sei die FDP
in Sorge und werde mit einem neu formulierten Antrag
Aufklärung einfordern. INFO Arsen und Antimon Arsen und
Antimon sind Halbmetalle und werden u.a. in der Produktion von
Bleischrot eingesetzt. Arsen macht Blei gießfähiger. Antimon
sorgt dafür, dass Bleikugeln beim Erkalten nach dem Guss nicht
schrumpfen. Arsenik (Arsen(III)-oxid) ist giftig.
Antimon-Verbindungen mit Chlor sind ätzend, alle anderen
Verbindungen mit Antimon sind gesundheitsschädlich,
umweltgiftig oder krebserregend.
KLAUS WALTER
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Streit und Klüngel um das letzte Stück der
Sahnetorte: Wer darf Heiligendamm-Gäste versorgen?
Die Natur eines Paketverkaufs bringt es mit sich, dass mit dem Paket
auch der ganze Inhalt den Eigentümer werchselt. Bei einem so kleinen
Ort wie Heiligendamm bleibt beim Verkauf eines 28 Häuser umfassenden
Paketes nicht viel beim bisherigen Eigentümer übrig. Da ist dann
jeder Quadratmeter Matschwüste plötzlich wertvoll und muss wohl
überlegt behandelt werden. In Heiligendamm will die Stadt den Fuß in
der Tür behalten, indem sie eines ihrer verbliebenen letzten
Grundstücke als Gewerbeland nutzt. Natürlich soll hier nicht irgend
ein Gewerbe entstehen, sondern ein lukratives, das der Stadt Geld
bringt, das die Leute gern bezahlen. Eine Strandversorgung ist so
eine Goldgrube, denn die Gäste Heiligendamms wollen und brauchen
etwas zu essen und trinken, Souvenirs und sanitäre Einrichtungen in
direkter Strandnähe und dem zukünftigen Betreiber ist eine
langfristige Existenz so gut wie sicher. Zumindest wenn er es
versteht, mit den vor Ort vorhandenen Angeboten zu harmonieren.
Zugleich würde eine Strandversorgung die Attraktivität des ersten
deutschen Seebades enorm steigern und damit mehr Touristen anlocken
und mehr Einnahmen sichern - auch mittelbar über Parkgebühren,
Kurtaxe oder Mollifahrten. Klar ist: Heiligendamm braucht eine
Strandversorgung und klar ist auch: Es gibt zwei Bewerber. Unklar
ist, wer den Zuschlag kriegt - und warum:
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OSTSEE-ZEITUNG | 01.12.2010
Strandversorgung wird
zum Streitfall im Hauptausschuss
Bad Doberans Stadtvertreter liegen im Clinch.
Sie können sich nicht darauf einigen, wer auf dem letzten
Zipfel Bauland in Heiligendamm einen Kiosk bauen darf.
Von Klaus Walter
Bad Doberan –DasThema„Strandversorgung in Heiligendamm“ löste
am Montag im Blauen Salon des Bad Doberaner Rathauses eine
turbulente Diskussion aus. Mitglieder des Hauptausschusses der
Stadtvertretung ermahnten sich wechselseitig zu
„Transparenz“und„Offenheit“, das Wort „Deppen“ fiel schon mal,
und das Wort „Kungelei“ lag ungesagt in der Luft.
Bei der Strandversorgung geht es nicht etwa allein um
Bockwurst und Brause für die Badegäste, sondern um den letzten
Zipfel Heiligendamms,
über den die Stadt Bad Doberan noch frei verfügen kann: die
derzeit – zwar als „wilder Parkplatz“ bezeichnete, dennoch von
der Stadt „bewirtschaftete“ – Fläche am östlichen Rand
Heiligendamms, wo die Seedeichstraße auf Deich und
Rettungsturm trifft.
Östlich der Straße, neben dem Golfteich, scheint sich die
Zukunft Heiligendamms zu entscheiden. Dort sollen – darin
besteht Einigkeit
– Kiosk, öffentliche Toilette und Spielplatz entstehen. Wer
sie aber bauen und betreiben darf, daran scheiden sich die
Geister. Bereits im Frühjahr berieten die Stadtvertreter die
„3. Änderung des B-Planes 25 (Sondergebiete Heiligendamm)“,
weil eine „Ingenieur Conzept Heiligendamm“ (ICH), auf der
Teilfläche des Flurstücks 23/17 (Seedeichstraße/Parkplatz) die
Strandversorgung bauen will.
Antragsteller sind Birgit Koch und Ralf Goedeke aus
Heilgendamm.
Wie Bauamtsleiter Norbert Sass damals begründete, müsse ein
städtebaulicher Vertrag zwischen ICH und Stadt geschlossen
werden, der die Kosten für B-Planänderung, Erschließung und
Grundstücksnutzung regelt. Bürgermeister Hartmut Polzin gab
seinerzeit zu bedenken, den Beschluss zurück in die Ausschüsse
zu geben, daein zweiter Antrag ähnlichen Inhalts
(AntragstellerTomWosar/Stephan Rolfs) bei der Verwaltung
eingegangen sei.
Letztlich aber stimmten die Stadtvertreter mit Mehrheit für
die Änderung des B-Planes, weil es sich,wie Bauamtsleiter Sass
bestätigte, nur um einen „Aufstellungsbeschluss“ handele –
notwendig, um fehlende Genehmigungen einzuholen. Wer den
Zuschlag für die Strandversorgung erhalte, würde dadurch nicht
beeinflusst.
Diese Interpretation scheint jetzt, wo der B-Plan erneut auf
die Tagesordnung soll, völlig vergessen zu sein. Die Mehrheit
im Hauptausschuss
(HannesMeyer, Bürgerbund; Jochen Arenz, fraktionslos; Gerlinde
Heimann, Linke) scheint der Überzeugung zu sein, bereits dem
Vorhaben der ICH zugestimmt zu haben.
Die Minderheit (Harry Klink, FDP) sieht das anders –und will
auch den zweiten Antragsteller berücksichtigt wissen. Und weil
dem einen Antragsteller eine Nähe zum Bürgerbund, dem anderen
zurFDP nachgesagt wird, gerieten sich die Ausschussmitglieder
derart in die Haare, dass man auf die öffentliche
Stadtvertretersitzung (13.Dezember, 18.15 Uhr, Rathaus)
gespannt sein darf.
Übrigens: Bockwurst und Brause soll es im nächsten Jahr
trotzdem geben. Nach Schließung des „Bistros am Strand“ von
Gerd Butze gibt es derzeit zwar gar keinen Kiosk am Strand.
Doch von Seiten der Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH),
Eigentümerin desBistro-Gebäudes, heißt es, dass der Kiosk 2011
„vom Hotel bewirtschaftet“ werde.
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Um den Kungelei-Vorwurf zu verstehen, folgende Erklärung:
Ralf Goedeke und Birgit Koch sind Gründungsmitglieder nicht nur
der Ingeniuer Concept Heiligendamm (ICH), sondern auch der
Interessengemeinschaft Heiligendammer Gastgeber (IHG). Sie sind
außerdem Mitglieder der Bürgerinitiative "Pro Heiligendamm", welche
sich öffentlich gegen die Pläne des Investors und der Stadt in
Heiligendamm richtet. Personell und ideell steht diese
Bürgerinitiative (nicht zu verwechseln mit "Pro Seebad
Heiligendamm") dem Bürgerbund sehr nahe. Der Bürgerbund ging als
politischer Arm aus der Bürgerinitiative hervor, während die IHG den
wirtschaftlichen Arm darstellt. Darum wirft man dem Bürgerbund vor,
die Interessen Goedekes und Kochs zu vertreten.
Nun die Gegenseite: Der zweite Antrag stammt von Tom Wosar, dessen
Verwandtschaft auch den beliebten Turbo-Schnellimbis
(Geschäftsführer Maik Wosar) und von Stefan Rolfs. Tom Wosar ist
aktives FDP-Mitglied und kandidierte 2009 für das Stadtparlament.
Stephan Rolfs ist Gastronom und steht auf derselben Liste. Logisch,
dass hier der Listenerste - Harry Klink - den Klüngelvorwurf
abbekommt.
Ursächlich ist das Verhalten der Stadtvertreter selbst:
In der Vergangenheit wurden Parteimitglieder oft zur Einigkeit mit
der Fraktion gezwungen. Wenn sie - satzungsgemäß völlig korrekt -
aus ihrem eigenen Gewissen heraus und gegen die Linie ihrer Fraktion
stimmten, gab es Kritik bis hin zu Ausschlüssen. Auch ein
parteiisches Gegeneinander gehört zum Rathaus-Alltag: Oft nutzten
Oppositionsparteien jede Gelegenheit, um Funktioäre der
Regierungsparteien zu diskretitieren. Jüngste Beispiele sind die
Absetzungsversuche gegen den Bürgermeister Hartmut Polzin und die
Abwahlanträge gegen den SV-Vorsteher Guido Lex. Aber auch in der
Vergangenheit gab es derartige Ereignisse: So wurde die
CDU-Vorsitzende Caroline Brandt aus der CDU ausgeschlossen, weil sie
mit Eigeninitiativen die Linie der CDU störte. Dasselbe geschah
einige Jahre zuvor mit Christoph Brandt, ebenfalls in der CDU. Aber
auch die Linke mobbte ihr Vorstandsmitglied Anke Bitter aus der
Partei und wieder die CDU war es, von der sich drei hochrangige
Mitglieder trennten, weil sie sich übergangen fühlten. Sie sitzen
heute in der CDG und Anke Bitter im BfBD. Der Bürgerbund verlor
Kandidaten, die Einzelbewerber wurden und die SPD verlor Frank
Pieplow an die Fraktionslosigkeit und schließlich an das von ihm
mitgegründete BfBD. Vorwürfe gegen den Bürgermeister, Parteifreunde
unterstützt zu haben, Diskrepanzen beim Abriss des am heutigen
Rathaus angebauten Hinterhauses und beim Bau der Mehrzweckhalle
runden das Bild ab, das die Bürger von ihren gewählten Vertretern
und Verwaltern haben.
Meine Meinung:
Den Zuschlag sollte der bekommen, der den Gästen Heiligendamms in
seiner Strandversorgung am Meisten bieten kann - und zwar nicht nur
Bockwurst und Brause, sondern auch Souvenirs und Strandartikel. Das
beste und überzeugendste Konzept sollte die Zukunft Heiligendamms
bestimmen und nicht die Nähe zu den Stadtvertretern. Man sollte
daher beide Anträge noch einmal prüfen und gegeneinander aufstellen.
Für Heiligendamm nur das Beste!
Ist denn alles schon entschieden und ein
Antragsteller einfach übergangen worden?
Zwei Antragsteller soll es für die letzte städtische Baufläche in
Heiligendamm geben. Einer davon hat es schon mehrmals in die
Zeitungen geschafft. Der anderer hingegen wurde erstmals jetzt erst
erwähnt. In der letzten Sitzung des Jahres sollen sich die
Stadtvertreter nun entscheiden. Laut Sitzungsvorlage haben sie sich
aber längst entschieden. Gerade davon wollen einige Stadtvertreter
aber gar nichts wissen - und zwar jene, die den Übergangenen nahe
stehen.
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OSTSEE-ZEITUNG | 07.12.2010
Kolonnadenhaus
statt Kiosk für Heiligendamm
Für das letzte Stück des Seebades, das bebaut werden kann,
gibt es zwei Vorschläge. Die Stadtvertretung kennt bislang nur
einen.
Von Klaus Walter
Bad Doberan – Seltsam: In der kommenden Wochen (13.
Dezember, 18.15 Uhr, Rathaus) sollen Bad Doberans
Stadtvertreter über die Bebauung
des letzten Stücks von Heiligendamm befinden, über das die
Stadt noch frei verfügen kann – eine Teilfläche des Flurstücks
23/17 (Seedeichstraße/Parkplatz), östlich der Seedeichstraße
gelegen, die derzeit als unbefestigter Parkplatz von der Stadt
bewirtschaftet wird.
Doch bisher kennt die Mehrheit der Abgeordneten nur einen von
zwei Bebauungsvorschlägen – den, der von den Heiligendammer
Vermietern Birgit Koch und Ralf Goedecke, die als „Ingenieur
Conzept Heiligendamm“ (ICH) firmieren, eingereicht wurde. Sie
wollen dort Imbisskiosk, Toilette und einen Spielplatz
errichten.
Der zweite Antrag ist den Stadtvertretern bislang unbekannt
geblieben, obwohl er der Stadtverwaltung seit dem 26. April
vorliegt.
Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin hatte in der
Stadtvertreterversammlung, die an jenem Tag stattfand, selbst
über den Eingang
des Antrages informiert, aber möglicherweise vergessen, ihn an
die Stadtvertreterweiterzureichen.
Antragsteller sind die Gastronomen Tom Wosar und Stephan Rolfs
aus Bad Doberan bzw. Heiligendamm. Der Kern ihres Antrags:
„Wir wollen so viele Parkflächen wie möglich erhalten und
trotzdem eine Strandversorgung und darüber hinaus wichtige
Angebote machen,
die zu einem Seebad gehören“, sagt Tom Wosar. Strandkiosk,
Badeutensilien, Imbiss, Souveniers, Postkarten, EC-Automat,
natürlich auch die notwendige Sanitäreinrichtung – alles sei
möglich.
„Und das Ganze vielleicht im Stil der Kolonnaden, die zu
Heiligendamm passen, aber jetzt nicht mehr öffentlich
zugänglich sind“, ergänzt Stephan Rolfs. Dabeisehen sich die
beiden Gastronomen gar nicht so sehr als Betreiber einer
solchen Einrichtung, eher als Investoren oder Impulsgeber, um
– wie sie es formulieren – „aus dem verbleibenden Platz das
Beste für die Allgemeinheit zu machen“. Klartext: Ob sie oder
andere eine solche Einrichtung betreiben, sei zweitrangig.
Vorrang habe, dass die zur Verfügung stehende Fläche optimal
genutzt werde, um
Heiligendamm für Einheimische, Touristen und Kurgäste wieder
attraktiv zu machen und Angebote, die mit der Umzäunung des
Hotelkomplexes verschwunden sind, neu zu beleben. „Und vor
allem, nicht nur einen Imbisskiosk und eine Toilettenbude zu
bauen und weitere
Vorhaben damit unmöglich zu machen“, betont Tom Wosar.
Sehr entscheidend ist für beide die Parkplatzfrage. Der weit
entfernte „Waldparkplatz“ westlich des Hotelkomplexes wiege
den Verlust von Parkplätzen am östlichen Ende des Seebads, wie
jetzt offenbar mit dem Vorhaben der ICH einkalkuliert, nicht
auf. Insbesondere für Kurgäste aus Bad Doberan und die
Einheimischen sei der Waldparkplatz keine Alternative. Auch
das Argument, man müsse ja nicht immer mit dem Auto an den
Strand fahren, sei nicht real. Nach einem langen Arbeitstag
setze sich nicht jeder noch aufs Fahrrad, und mancher Tourist
nehme auch etwas mehr Gepäck mit an den Strand als nur das
Badetuch.
Das Kolonadengebäude, das direkt an der Seedeichstraße gebaut
werden könnte, würde sich optisch in die „Weiße Stadt am Meer“
eingliedern, der jetzt unbefestige Parkplatz könnte befestigt
und auch als Veranstaltungsfläche genutzt werden. Die
Möglichkeiten für ein solches Bauwerkhaben die beiden
Initiatoren schon bei den Umweltbehörden erfragt. Kämen – wie
jüngst im Gespräch und auf der Tagesordnung derselben Sitzung
– weitere Parkplätze auf dem ehemaligen
G8-Hubschrauberlandeplatz (Seedeichstraße weiter in Richtung
Börgerende, gleich hinter dem Golfteich) hinzu, wäre das eine
gute Ergänzung.
Tom Wosar: „Entscheidend ist der Wille der Stadtvertreter, das
Beste für die Stadt zu tun.“
Der Bebauungsplan 25
„Sondergebiete Heiligendamm“ soll am kommenden Montag in
der Stadtvertretung ein drittes Mal geändert werden.
Ziel ist die Durchführung eines Vorhabens der „Ingenieur
Conzept Heiligendamm“ (ICH), Antragsteller sind die
Gastronomen Birgit Koch und Ralf Goedecke aus Heiligendamm,
deren Gesellschaft namentlich in dem Änderungsantrag
(Sitzungsvorlage 108/10) für B-Plan 25 genannt wird.

FOTO: Antragsteller. QUELLE: Ostsee-Zeitung. |
Vorab: Es ist logisch und Harry Klink nicht zu verdenken, dass er
sich für seine Parteifreunde einsetzt. Dass ihr Konzept bei den
Stadtvertretern nicht bekannt ist, obwohl es schon lange bekannt
sein sollte, ist das eigentlich merkwürdige an dieser Sache.
Hier ist die Kopie der Sitzungsvorlage:
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Bad Doberan, den 25.11.201025.11.2010
Sitzungsvorlage
Stadtvertreterversammlung Bad Doberan
Einreicher: Amt für Stadtentwicklung / Bürgermeister
Sitzung/Gremium am:
Finanzausschuss 22.11.2010 öffentlich
Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt 23.11.2010
öffentlich
Ausschuss für Bildung, Soziales, Kultur, Sport, Jugend und
Senioren
24.11.2010 öffentlich
Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus 25.11.2010 öffentlich
Hauptausschuss 01.12.2010 öffentlich
Stadtvertreterversammlung Bad Doberan 13.12.2010 öffentlich
Beschlussvorlage Nr.
108/10
TOP:
B-Plan Nr. 25 der Stadt Bad Doberan, Sondergebiete in
Heiligendamm, -
Beschluß zur 3. Änderung (Strandversorgung und Spielplatz) der
B-Plan-
Satzung
Beschlussvorschlag:
Die Stadtvertreterversammlung beschließt:
1. Die am 10.03.2010 in Kraft gesetzte Satzung über die 2.
Änderung des B-Planes Nr. 25 ist erneut
zu ändern.
Mit der 3. Änderung des B-Planes Nr. 25 werden folgende
wesentliche Änderungsziele angestrebt:
a) Anpassung der Verkehrsflächen an den Bestand:
- Kurvenbereich der
Seedeichstraße, Verschiebung nach Nordwesten
- Fahrradfläche,
Verschiebung nach Westen
- Behinderten-Kfz-Fläche,
Verschiebung nach Westen
b) Anpassung der Versorgungsfläche an den Bestand:
- Verkleinerung der
Fläche
- Sandfangfläche in
gebauter Größe am neuen Standort
- Abwasserpumpwerk und
Trafostation am neuen Standort
c) Anpassung der Grünfläche Nr. 7 an den Bestand,
Verkleinerung auf ca. 1/3
d) Leitungsrecht für die Überlaufleitung, Freihaltetrasse
beidseitig 2 m ab Leitungsachse
e) Festsetzung der Sondergebietsfläche Nr. 6 für
Strandversorgung mit WC-Anlage, GRZ 0,8, I
Vollgeschoss, offene Bauweise
f) Festsetzung einer Spielplatzfläche in der bisherigen
Grünfläche Nr. 4 als neue Grünfläche Nr. 8
südlich der Versorgungsfläche
g) Darstellung der Treppenanlage zwischen Strandpromenade und
Seedeichstraße als
Verkehrsfläche, statt Grünfläche
h) Festsetzung der einreihigen (statt beidseitigen) Feldhecke
außen am Zaun der Versorgungsfläche
i) Keine Überplanung von Flächen des
Landschaftsschutzgebietes, Übernahme der LSG-Grenzen 108/10
Seite: 1 von 3
gemäß 6. ÄVO Kühlung
Der Plangeltungsbereich (Pgb.) der 3. Änderung hat eine Größe
von ca. 0,5 ha.
Der Plangeltungsbereich wird umgrenzt:
Norden/Nordosten: Seedeichstraße
Osten/Südosten: Treppenanlage, Grenze des LSG-„Kühlung“
Süden/Südwesten: Grundstücksgrenze/Grenze des
Plangeltungsbereiches
Westen/Nordwesten: Seedeichstraße
Im Plangeltungsbereich liegen folgende Flurstücke bzw. Teile
von Flurstücken der Flur 2
Gemarkung Heiligendamm: 23/11, 23/15, 44/6 (Seedeichstraße),
28 (Deich)
2. Die 3. Änderung der B-Plan-Satzung ist gemäß § 13a BauGB
(Innenentwicklung) im
beschleunigten Verfahren durchzuführen.
Im beschleunigten Verfahren wird von der Umweltprüfung, vom
Umweltbericht und der zusammenfassenden
Erklärung zu den Umweltbelangen abgesehen.
3. Die amtliche ortsübliche Bekanntmachung des Beschlusses zur
3. Änderung der B-Plan-Satzung
kann erfolgen, da der städtebauliche Vertrag,
inklusive
Gestaltungskonzept,
gemäß § 11 BauGB
zwischen der ICH und der Stadt Bad Doberan zur Klärung der
Kosten für die B-Plan-Änderung,
Erschließung und Grundstücksnutzung vorliegt.
4. Es sind die Öffentlichkeit in einer Bürgerversammlung über
die allgemeinen Ziele und
Auswirkungen der Planungen, die der 3. Änderung zugrunde
liegen, zu unterrichten und danach
die öffentliche Auslegung des Entwurfs zur 3. B-Plan-Änderung
vorzunehmen.
5. Die von der 3. Änderung betroffenen Behörden und Bürger
sind am Verfahren zu beteiligen.
6. Die Ausführung der Vorhaben, die der 3. Änderung zugrunde
liegen, regelt ein weiterer
Städtebaulicher Vertrag gemäß § 11 BauGB bzw. der
Erschließungsvertrag von ICH mit der Stadt Bad Doberan.
7. Mit der B-Plan-Änderung ist das Architektur- & Planungsbüro
Dr. Mohr (APM), Dorfstraße 18 B, 18107 Lichtenhagen, Tel. 0381
/ 77 68 455, Fax 0381 / 77 68 420 zu beauftragen.
8. Der Änderungsbeschluss (Beschlusspunkte 1 und 2) ist
ortsüblich bekannt zu machen.
Sach- und Rechtslage:
Der Bauausschuss hat am 01.02.2010 den Antrag der
Ingenieur-Concept-Heiligendamm GbR (ICH)
vom 25.11.2009 geprüft und die Einleitung der 3. Änderung der
B-Plan-Satzung empfohlen.
Nach Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde besteht
Aussicht auf eine erfolgreiche
3. Änderung der B-Plan-Satzung. Als erster Verfahrensschritt
ist der Plan-Änderungsbeschluss
erforderlich.
Polzin Sass
Bürgermeister Leiter des Amtes für Stadtentwicklung
Seite: 2 von 3
Finanzielle Auswirkungen
Einnahmen:
Keine haushaltsmäßige Berührung: ( X )
Mittel stehen zur Verfügung in Haushaltsstelle:
Deckungsvorschlag:
Mittel stehen nicht zur Verfügung ( )
Deckungsvorschlag:
Anlagen:
1. Übersicht zur Lage des 3. Änderungsbereiches
2. Rechtskräftige B-Plan-Satzung, Ausschnitt
3. Abgrenzungskarte LSG Kühlung, 6. ÄVO
4. Antrag mit Vorhabenbeschreibung, Skizzen
5. Bestandskarte und –analyse
6. Konzept zur 3. Änderung, Planzeichnung
7. Konzept zur 3. Änderung, Festsetzungen
8. Zeitplan
Abstimmungsergebnis:
Gesetzliche Anzahl der Mitglieder der SVV:
davon anwesend:
Ja-Stimmen:
Nein-Stimmen:
Enthaltungen:
Bemerkungen:
Aufgrund der Kommunalverfassung (KV M-V waren keine/folgende
Mitglieder der
Stadtvertretung von der Beratung und Abstimmung
ausgeschlossen.
Seite: 3 von 3
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Diese Sitzungsvorlage nun spricht ganz
speziell von der Umsetzung von Beschlüssen, die offenbar eine
Entscheidung zu Gunsten der von Koch und Goedeke geführten Ingenieur
Concept Heiligendamm (ICH) hervor brachten. Hier ist ganz speziell
davon die Rede, wie bereits geschlossene Verträge zwischen Stadt und
ICH umgesetzt werden müssen und welche Voraussetzungen von welchem
der Vertragspartner auf welche Weise bis wann geschaffen werden. Das
hier bedarf keiner Entscheidung mehr - die Stadt hat sich bereits
für das Konzept der ICH entschieden.
Und dieses Konzept ist nicht das abgebildete mit den Kolonnaden.
Diese würden sehr gut zu Heiligendamm passen, gehören aber
architektonisch absolut nicht an diese Stelle. Da das gewaltige
Thalasso-Zentrum einst den Abschluss bilden wird, würden die kleinen
Kolonnaden links daneben völlig deplatziert wirken. Außerdem würden
sie vor dem Ayurveda-Komplex das Bild brechen, denn sie stünden in
einer Sichtachse vor einem zweigeschossigen klassizistischen Bau.
Die Ausrichtung der Kolonnaden müsste dementsprechend genau anders
herum sein - mit den Säulen Richtung Süden. Das aber würde auch
nicht besser aussehen.
Das klassizistische Ensemble endet an der Seedeichstraße und darum
sollte man östlich davon einen anderen Baustil wählen. Jagdfeld
nutzt den Indio-Stil, welcher sich schlecht auf ein so kleines
Gebäude kopieren lässt. In Frage käme ein Stil, der dem
Hopfgartenschen Haus - das das Café am Golfteich beherbergt -
nachempfunden ist. Auch ein moderner Stil nach dem Wachturm der
Wasserwacht würde an diese Stelle passen, da es sich um eine völlig
andere und nichts in sich aufnehmende Architektur handelt.
Für die ECH wurde von den Architekten Hass und Briese aus Rostock
vor einigen Jahren dieses Konzept entworfen:

Quelle:
http://www.hass-briese.de/studien_wettbewerbe/Promenade_Heiligendamm/
Dieses Konzept wirkt sehr modern und
bisweilen unpassend aber dadurch, dass es keine der bestehenden
Formsprachen - außer der des Wachturms der Wasserwacht - aufnimmt,
passt es gut zu Heiligendamm. Dieser als Anlandepunkt mit zweiter
Seebrücke und Anlegesteg für den Schiffverkehr geplante Bereich
befindet sich allerdings weiter östlich neben dem Golfteich und wäre
wahrscheinlich zu groß für das zu bebauende Areal. Das Konzept zeigt
aber, was möglich wäre.
Passend wäre auch ein Fachwerkgebäude in hellen Farben mit betontem
Fachwerk, oder ein Gebäude, das sich an der Burg orientiert. Diese
steht städtebaulich auf einer separierten Fläche als geschlossene
und abschließende Einheit, was auch die Strandversorgung tun muss,
da sie ja weder zum Ensemble, noch zum Thalasso-Zentrum gehört. Sie
darf sich bestenfalls mit dem Café im Golfhaus baulich als Einheit
verbinden - jedoch schon nicht mehr mit den beiden als eigenständige
Einheit geltenden Häusern "Eikboom" (Sporn) und Seeadler in der
Seedeichstraße.
Katze aus dem Sack: Das alte Moorbad wird zum
Hotel-Komplex ausgebaut.
Zu lange schon stand das von Severin erbaute und seinen
Nachfolgern aufgestockte Stahlbad leer. Die Witterung, Vandalen und
Brandstifter setzten dem zuletzt als Moorbad genutzten historischen
Gebäude stark zu und machten es zu einem unübersehbaren Schandfleck
direkt an Bad Doberans Ortseingang. Jahrelang wurde das
Traditionshaus umher geschoben - die Preisvorstellungen waren hoch
und der Investitionsbedarf noch höher. Auch die Auflagen waren nicht
ohne, handelt es sich doch um eines der ältesten Gebäude der
klassizistischen großherzoglichen Sommerresidenz. Letztlich riss die
Zeit unheilbare Wunden und nagte ihr Zahn dermaßen an der Substanz,
dass fast nichts mehr zu retten und schützen war. Nur noch der
Fördermittel wegen machte es Sinn, die Fassaden stehen zu lassen.
Doch selbst die drohten schon, die nächsten Winter nicht mehr zu (über)stehen.
Nun ist Rettung in Aussicht: Zwei bisher unbekannte
Zwischeninvestoren stellten ihr Konzept vor. Dieses sieht die
Sanierung des klassizistischen Meisterwerkes vor aber auch die
Erweiterung durch neue und sehr verschiedenartige Gebäude direkt
daneben. Nicht ohne Folgen für das Moorbad:
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OSTSEE-ZEITUNG | 11.12.2010
14 Millionen Euro
für ein neues Moorbad-Hotel
Im Mai soll Baubeginn für ein Vier-Sterne-Hotel auf dem
Gelände des alten Moorbades sein. Das Stahlbad bleibt
erhalten.
Bad Doberan – Am alten Moorbad könnte sich nun endlich
etwas tun. Während der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für
Stadtentwicklung und Umwelt sowie für Wirtschaft und Tourismus
am Donnerstagabend stellten „Zwischeninvestoren“ ihr Projekt
vor.
„Wir treten das erste Mal an die Öffentlichkeit, haben uns
bisher bewusst bedeckt gehalten. Wir haben den Zerfall
beobachtet. Als ich das
erste Mal in Bad Doberan war, war das Moorbad noch ein fast
intaktes Haus, Krankenunterlagen waren noch vorhanden“,
erinnert sich Projektentwickler Reinhard Wiese. Er und
Architekt Michael Montua haben ein tragfähiges Konzept
aufgestellt, geprüft, Betreiber gesucht,
Finanzierungsmöglichkeiten abgewogen.
Herausgekommen ist ein Hotelprojekt im Vier-Sterne-Bereich.
Fast ein Jahr wurde mit dem Denkmalamt verhandelt.
Vier Gebäude werden zum geplanten Komplex gehören, in dem 130
Zimmer und zehn Suiten mit 280 Betten eingerichtet werden
sollen.
Weiterhin ein Restaurant, ein Tagungsbereich sowie ein
öffentlicher Spa-Bereich mit Schwimmhalle, Kosmetiksalon und
Massagen.
Mit einem Pächter, der bereits 28 Objekte international
betreibt, soll im Januar der Vertrag geschlossen werden. Ein
Förderantrag beim
Land soll nötige Gelder locker machen.
Ein Bauantrag ist eingereicht. Im Mai soll Baubeginn sein. Im
Oktober/November 2012 könnte das Hotel schlüsselfertig
übergeben werden,
erklärte Reinhard Wiese. Gespräche mit der Moorbad-Klinik über
eine Zusammenarbeit seien erfolgt, sagt Wiese. Das alte
Stahlbad, das derzeit
verfällt, soll zuerst von innen entkernt werden. „Und das
komplett, auch die Decken kommen raus“, erklärt Michael Montua.
Nur die Außenhülle bleibe stehen und solle originalgetreu
hergerichtet werden.
Neben Haupthaus und Nebengebäude des Altbaus entstehen ein
fünfgeschossiger Neubau und ein eingeschossiger
Wellnessbereich.
Im Altbau sind unten Restaurant und oben 17 Zimmer vorgesehen,
im Nebengebäude Zimmer und Konferenzräume, im Neubau
ausschließlich
Zimmer, unten Verwaltung und im Dachgeschoss Suiten. Das
Schwimmbecken soll 20-Meter-Bahnen bekommen und 1,20 Meter
tief werden. Zwischen den Gebäuden wird es eine Absenkung
geben, so der Architekt. Die vier Gebäudeteile sollen durch
ein Foyer verbunden werden.
60 bis 65 Mitarbeiter werden im Hotel eine Beschäftigung
erhalten. Auf einer Gesamtfläche von 20 000 Quadratmetern sind
10 000 als Bauland gedacht. „Der Neubau wird optisch ähnlich
dem Altbau gestaltet“, so Montua. Die beiden Planer rechnen
mit einer Gesamtinvestition von 14 Millionen Euro.
Probleme gibt es noch mit der Parkfläche. Derzeit sind nur 46
Stellplätze im Plan ausgewiesen. Zu wenig. Deshalb sollen
angrenzende Flächen geprüft werden, inwieweit sie dafür
genutzt werden können.
Renate Peter

Quelle: Renate Peter / Ostsee-Zeitung
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Die sprichwörtliche Katze in der Überschrift hat natürlich einen
Hintergrund: Obwohl ich sehr aufmerksam die Entwicklung der Stadt
verfolge, habe selbst ich noch nichts von den Zwischeninvestoren und
ihren Plänen gehört. Da kommt es für mich natürlich überraschend, da
nun ein Modell zu sehen, das schon nächstes Jahr im Mai umgesetzt
werden soll. Genauso überraschend dürfte der Blick in die
Ostsee-Zeitung heute für viele Bad Doberaner gewesen sein. Mein
erster Gedanke war "Wo in Kühlungsborn ist das denn?". Dann begriff
ich, dass das linke Gebäude das Moorbad sein sollte und mir schoss
"Oh mein Gott" durch den Kopf. Ging es Ihnen auch so? Dann wissen
Sie, warum die Zwischeninvestoren erst jetzt in Erscheinung treten
und so zu sagen "die Katze aus dem Sack lassen". Meine Meinung dazu?
Bitteschön:
Meine Meinung:
Es ist lobenswert, dass viel Geld in die Hand genommen werden soll,
um das Moorbad zu retten. Ebenso lobenswert ist das Tempo, mit dem
dieses jetzt geschieht und die Großzügigkeit. In Heiligendamm
kämpfte man quasi um jeden Balken und jedes Fenster - Neubauten in
einem anderen Design und auch nur in einer anderen Farbe waren gar
nicht denkbar. Bürgerinitiativen bildeten sich und beeinflussten die
Planungen und Ausführungen. Vielleicht wollte der Zwischeninvestor
und auch die Stadt genau das verhindern und schwieg deshalb so
lange. Wenn wieder alles zerredet worden wäre, dann wäre nichts mehr
zu retten gewesen.
Wie in der Einleitung schon gesagt: Historisch gesehen ist das zu
Erhaltende gering und kaum den Aufwand wert. Nur der Fördermittel
und der Seele des Hauses wegen macht es Sinn, überhaupt die Wände
stehen zu lassen und nicht einfach alles abzureißen und neu zu
bauen. Wobei sich über die Seele streiten lassen mag: Gebaut wurde
da ursprünglich eine klassizistische Badewannen-Baracke, die dann
aufgestockt und ausgebaut wurde, stets Stahl- und Moorbadeanstalt
blieb und dann einfach aufgegeben und dem Verfall überlassen wurde.
Dr. Ebels neuer Stern am Doberaner Südhimmel wird nie Severins
Moorbad sein und das alte Moorbad soll seine Funktion als Moorbad
verlieren. Damit schwebt die Seele dann irgendwo dazwischen im
Amerikagehölz umher.
Architektonisch hat man sich natürlich etwas gedacht: Dem hohen
Moorbad wird ein flachen Gebäude in der Art des hinter ihm stehenden
neben gesetzt und über Kreuz wird dann hinten rechts wieder ein
hohes Gebäude errichtet. Natürlich mit fünf Etagen plus Dachgeschoss
viel zu hoch gegenüber dem dadurch in den Schatten tretenden Star
des Ensembles. Man konnte das Moorbad nicht baulich einschließen,
weil es ja links am Rande der Straße und rücklings an den
Bahnschienen steht. Eine Erweiterung kam nur nach rechts und dort
auch nur bis zum Mühlenteich in Frage, denn natürlich konnte man das
Gebäude auch nicht von vorn verdecken. Nun wäre es freilich
intelligenter gewesen, dem Moorbad einfach zwischen Haupthaus und
Nebenhaus nach rechts ausgehend ein gläsernes Gebäude über eine oder
zwei Etagen anzuhängen, wie man es beim Friedrich-Franz-Gymnasium
und beim Rathaus tat. Aber man brauchte ja eine gewisse Zahl an
Zimmern und Räumen, wollte ein Restaurant, einen Wellnessbereich und
weitere Räumlichkeiten unterbringen. So viel Platz wäre nach rechts
nicht gewesen, weshalb man dann in die Höhe gehen musste. Es wäre ja
ein besonderes Gimmick gewesen, die Bahntrasse zu überbauen und das
Gebäude in den Fuß des Amerikagehölzes einzuschneiden. Aber das
hätte die Kleingärten und jede Menge Geld gekostet. Der Untergrund
ist so schon problematisch und die Kühnheit, ihn zu bebauen
beachtlich. Zu hoffen bleibt, dass die Moorwiesen und die Umgebung
des Mühlenteiches grün bleiben und nicht zu viel Fläche versiegelt
wird. Eine Tiefgarage ist in dieser Umgebung sehr problematisch aber
Großstellplätze wären auch nicht gerade angebracht.
Von der Architektur her hätte ich mir gewünscht, dass kein Gebäude
das Moorbad überragt und dass alle als eine Einheit sowohl
formsprachlich, als auch farblich wirken. So wie es jetzt geplant
ist, steht das Neue neben dem Alten und integriert es nicht. Das mag
Absicht sein, sieht aber halbherzig aus. Vielleicht ist es der
Respekt vor dem Ensemble, der den Architekten dazu veranlasste, es
durch eine breite Promenade vom Neuen zu trennen aber es wirkt eher
so, als wüsste der Architekt mit dem Alten nichts anzufangen,
saniere es und baue das Neue einfach daneben. Genau das hatte die
Dr.-Marx-Gruppe in Heiligendamm auch vor, als sie das Ensemble
kaufen und als Bettenhäuser nutzen aber eine moderne Klinik daneben
errichten wollte. Dagegen formierte sich der Widerstand und so steht
die Median-Klinik nun unglücklich und falsch außerhalb der
heilklimatisch relevanten Zone, passt aber dort optisch besser hin,
als hinter das Alexandrinencottage.
Der wohl als Innenhof konzipierte offene Teil der neuen Residenz
wirkt mit seinem gelben Pavillon wie ein Jahrmarkt. Es fehlen nur
noch Karussells, Buden und Gaukler und Doberan anno 1800 wäre
perfekt. Ich hoffe, dass der Investor die Höhe der Bauten überdenkt
und die oberste Etage des neuen Hauptgebäudes abnimmt und auf das
neue vorstehende Gebäude setzt. Und, dass er alle Gebäude in einer
gleichen Farbe entstehen lässt - gelb oder weiß.
Ansonsten ist dem Investor natürlich nur ein leichter Weg, viel
Kraft und Ausdauer, Glück und Erfolg zu wünschen, dem Betreiber
volle Zimmer, zufriedene Gäste und ein sattes Plus - eben alles das,
was Bad Doberan selbst auch benötigt. Ich für mich hoffe, nicht die
nächsten 7 Jahre damit zubringen zu müssen, den Wiederaufbau des
Moorbades dokumentieren zu müssen.
Mehr zum architektonischen Verständnis Heiligendamms und Bad
Doberans
gibt es in Kürze auf der in Überarbeitung befindlichen
Architektur-Seite auf zeit-am-meer.de.
Schiffe versenken im Rathaus: Stadtvertreter
schießen fast das eigene Parkkonzept ab.
Die Narren haben den Rathausschlüssel. Aber sie haben keine Macht im
Bad Doberaner Rathaus, können nichts bewirken und beschließen. Darum
ist es eine Tradition in Bad Doberan, dass die Stadtvertreter in der
fünften Jahreszeit besonders närrisch sind. Begonnen hat die
Stadtvertretersitzung mit einer langen Diskussion über die Anrede
der Stadtvertreter und Stadtvertreterinnen, wobei der
Grünen-Abgeordnete Heinz Keuer die Rechte der Frau so weit ins
rechte Licht rücken wollte, dass die Herren Stadtvertreter außen vor
bleiben oder sich mit der Anrede "Stadtvertreterin" zufrieden geben
musste. Richtig grün wurde es dann, als selbiger Stadtvertreter die
Sanierung der Goethestraße wieder kippen wollte, um die Bäume zu
schützen. Ob des so zu Stande gekommenen Zeitaufwandes flogen
sogleich die Punkte von der Tagesordnung, wegen denen die Bürger
zahlreich erschienen waren: Strandversorgung Heiligendamm und
Sondernutzung der öffentlichen Straßen. Übrig blieb dann die
Entscheidung, ob man die Goethestraße künftig ganz oder nur halb zur
kostenpflichtigen Parkzone machen will. Konzept A: abgelehnt.
Konzept B: Auch. Damit stand das ganze
Parkraumbewirtschaftungskonzept, das seit 2004 in Arbeit ist zur
Disposition. Und siehe da: Die Stadtvertreter stimmen in der ersten
Runde für ein sonderbares Weihnachtsgeschenk an die Doberaner und
ihre Gäste: Kostenloses Parken in der ganzen Stadt. Damit legten sie
die Schlinge um den Hals der mecklenburgischen Kleinstadt. Ziehen
sie sie zu?
Lesen Sie selbst:
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OSTSEE-ZEITUNG | 15.01.2010
Fast das eigene
Parkkonzept „versenkt“
Doberans Stadtvertreter benötigen drei Versuche bis zum
gewünschten Resultat.
Von Burkhard Ehlers
Bad Doberan – Zwei
brisante Themen abgesetzt, einen als sicher geltenden
Beschluss beinahe „versenkt“ – die Bad Doberaner
Stadtvertreter
wirkten in ihrer jüngsten öffentlichen Sitzung am Montagabend
keineswegs souverän. Den vor allem wegen der beiden vertagten
Entscheidungen gekommenen zahlreichen Zuhörern blieb letztlich
nur ein Kopfschütteln.
Zunächst stellte Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) den
Antrag, die 3.Änderung des Bebauungsplans 25 erneut in die
Ausschüsse zu verweisen. Dahinter verbirgt sich die Nutzung
des letzten kommunalen Grundstücks in Heiligendamm, u.a. für
die Strandversorgung (OZ vom
1.und 7.12.). Die Stadt solle sich darüber klar werden, was
sie eigentlich wolle und dann ihre Vorstellungen souverän
durchsetzen, forderte Polzin.
Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund), der keine
weiteren Verzögerungen wollte, sah es ebenso anders wie Hannes
Meyer (Bürgerbund), der mit Blick auf die nächste Saison zur
Eile mahnte. Die beiden potenziellen Investoren könnten ihre
Konzepte vorstellen,
eine Entscheidung sei möglich. Die Stadtvertreter entschieden
sich dennoch mit 17:4 Stimmen bei einer Enthaltung für die
Zurückweisung
in die Ausschüsse.
Ebenso ging es der Satzung für Sondernutzungen an öffentlichen
Straßen und Wegen in der Stadt, die bis zu zwanzigfache
Gebührenerhöhungen – z.B. für Gastronomen und Einzelhändler –
vorsieht (OZ vom 9.12.). In diesem Fall wurde die Thematik auf
Antrag von
Gerlinde Heimann (Linke) einstimmig an Wirtschafts- und
Finanzausschuss zurückverwiesen, um zunächst mit anderen
Kommunen zu
vergleichen, wie es hieß. Zwei Bürgerinnen forderten in der
Einwohnerfragestunde, die geplante Erhöhung der Gebühren „im
Interesse der Attrativität der Stadt zu überdenken“.
Zu einer Posse gestaltete sich die Abstimmung über das neue
Parkraum-Bewirtschaftungskonzept (OZ vom 9. Juni). Für
Verwirrung
sorgte der Zusatzantrag von Heinz Keuer (Grüne), der für das
Parken in der Goethestraße nicht nur Gebühren von der
Stadtmitte bis zum Bollhäger Fließ, sondern durchgängig
vorsah. Guido Lex ließ zunächst über diese beiden Varianten
abstimmen – keine fand eine Mehrheit.
Nach einer Pause stand das Gesamtkonzept zur Disposition – mit
beiden Varianten. Jetzt hielten sich Ja- und Nein- Stimmen die
Waage, was Ablehnung bedeutet hätte. Guido Lex rettete sich in
eine Absprache im Präsidium. Es folgten die nächste Pause und
die nächste Kurzberatung, bevor Lex eine nochmalige Abstimmung
„für möglich“ hielt. Und siehe da: Die Stadtvertreter
entschieden sich plötzlich mit 12:8 Stimmen (2 Enthaltungen)
für Parkgebühren in der kompletten Goethestraße.
Die Absegnung des Gesamtkonzepts war dann nur noch Formsache.
|
Die Entscheidung des Bürgermeisters war vorherzusehen, da
sie alternativlos war.
Ich zitiere aus einer E-Mail, die mich erreichte:
...Es besteht kaum eine genaue Vorstellung wie die Funktion
der von der "ICH" geplanten Strandversorgung ausgefüllt
werden kann.
Auch ein vorgeschobener
städtebaulicher Vertrag ändert dies nicht.
Nach meiner Ansicht könnte
der Vorgang in ein positives Licht gerückt werden wenn
1. Der Naturschutz eine definitive Stellungsnahme zur Nähe
es Landschaftsschutzgebietes gibt
2. eine klare Aussage über die Funktion des geplanten
Objektes gegeben wird
3. weitere Probleme, z.B.
Überweg vom Strand in der Kurve, geklärt werden
4. alle im B-Plan 25
festgelegten Auflagen noch erfüllt werden,
Verkehrsfläche der Straße, Sandfang sitzt nicht an
der Stelle wo er hinsollte,
die
Grünfläche ist noch immer nicht angelegt,
die Überlaufleitung ist zwar da, aber formal ohne Baurecht,
und die Feldhecke ist nicht angelegt worden.
Um nicht den ganzen B-Plan
zu ändern, genügt eine reine "vorhabensbezogene" Änderung,
die ebenso rechtskräftig ist und weniger
Interpretationsspielraum bietet.
Selbst wenn das Thalasso
schon ab nächstem Jahr gebaut werden sollte, was eher
unwahrscheinlich ist,
können temporäre Einrichtungen , wie fahrbare Toiletten und
Kioske, die Strandversorgung übernehmen.
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Endlich mehr Parkplätze: Heiligendamm bekommt
Saisonparkplatz.
Die leidige Parkplatzsituation in Heiligendamm könnte bald ein Ende
haben. Auf einem Teil des ehemaligen Golfplatzes soll ein
Saisonparkplatz entstehen. Der Westen Heiligendamms hat durch die
Abschneidung vom Ensemble sehr an Attraktivität verloren und während
dort die Parkplätze gerade gefüllt werden, gibt es im Osten
Heiligendamms Stau und sogar Prügelei um den letzten freien
Parkplatz. Die Stadt will reagieren und einen Parkplatz errichten:
Links vom Golfteich - im Schutzgebiet. Ob die Naturschützer damit
einverstanden sind?
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OSTSEE-ZEITUNG | 15.12.2010
Votum für
Saisonparkplatz
Wiese an der Seedeichstraße soll genutzt werden
Bad Doberan –
Während Bad Doberans Stadtvertreter ihren Streit, wer auf dem
letzten Zipfel Bauland in Heiligendamm einen Kiosk bauen darf,
am Montagabend durch die Vertagung der Entscheidung über die
3. Änderung des B-Planes 25 (Sondergebiete Heiligendamm)
vorerst aussetzten, setzten sie an anderer Stelle ein klares
Signal für die Heiligendammer Seedeichstraße.
Mit 20 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen befürworteten sie
einen Planaufstellungsbeschluss für einen Saisonparkplatz auf
der Wiese hinter dem Golfteich. „Die meisten Urlauber zieht es
in Heiligendamm mittlerweile nicht mehr zum ,Kinderstrand’,
sondern an den Abschnitt Richtung Börgerende“, hatte
Bürgermeister Hartmut Polzin den Handlungsbedarf in diesem
Bereich verdeutlicht. Die vorhandenen Parkplätze seien
hoffnungslos überlastet, ein angedachter Shuttle-Verkehr
zwischen Rennbahn und Strand wegen zu erwartender mangelnder
Akzeptanz ad acta gelegt worden. Schon vor Jahren habe man das
Areal als Parkplatz ins Auge gefasst, so das Stadtoberhaupt.
Im kurzen Verlauf der Beratung wurde die vorgesehene Fläche
von 5000 Quadratmetern auf einen Hektar verdoppelt. „Was nicht
heißt, dass wir diese Größe vollständig inAnspruch nehmen“, wie
Bauamtsleiter Norbert Sass einschränkte.
beh
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Zeit zum Luftholen und Investieren: Bad
Doberans Etat ist erstmals wieder ausgeglichen.
Seit dem Abdanken des Großherzogs hat Doberan - seit 1921 Bad
Doberan - ein Problem: Das Geld reicht selten für die Erfüllung der
Wünsche der einstigen Sommerresidenz und seit 1879 auf sich selbst
gestellten Stadt. Vieles wurde auf Pump finanziert, oft waren die
Finanzen eher vom Glück als von kalkulierbaren Faktoren abhängig und
zuletzt drohte Bad Doberan durch die "Kummerhof-Pleite" (den Ruin
der stadteigenen Kammerhof-Entwicklungsgesellschaft) gänzlich der
Zwangsverwaltung durch Schwerin unterstellt zu werden. Ein guter
Sommer 2003, der Bush-Besuch 2006 und der G8-Gipfel 2007 brachten
stets Geld in die Kassen und auch das Wohlwollen einzelner
Investoren - z. B. die Übernahme von Erschließungskosten durch die
FUNDUS-Gruppe - retteten die Stadt immer wieder vor dem Ruin. Nun
ist erstmals nach langer Zeit der Etat wieder ausgeglichen. Nicht
ganz von selbst aber immerhin. Da gibt Spielraum für Investitionen
und die Liste der nötigen Investitionen ist lang:
|
OSTSEE-ZEITUNG | 16.12.2010
Stadt will 2011 6,22
Millionen investieren
Überraschung in Bad Doberan: Entwurf des Haushalts ist
ausgeglichen.
Von Burkhard Ehlers
Bad Doberan – Noch vor der ersten Beratung der Doberaner
Stadtvertreter über den Haushalt 2011 ist dem Thema einiges an
Brisanz genommen worden. Bei der Einbringung der
Haushaltssatzung für das kommende Jahr wartete Bürgermeister
Hartmut Polzin (SPD) in der Stadtvertretersitzung am
Montagabend überraschend mit einem ausgeglichenen Etat für das
kommende Jahr auf.
Das Zahlenwerk schließt mit Einnahmen und Ausgaben von jeweils
rund 18,4 Millionen Euro. 12,22 Millionen entfallen auf den
Verwaltungs-, 6,2 Millionen auf den Vermögenshaushalt. „Damit
war vor wenigen Wochen noch nicht zu rechnen. Im Gegenteil:
Wir sind von einer Unterdeckung von 1,3 Millionen Euro
ausgegangen“, sagte Polzin, der auf unveränderte Hebesätze für
die Grundsteuern A (241 v.H.) und B
(340 v.H.) sowie die Gewerbesteuer (370 v.H.) verwies.
Auch mit Hilfe der geplanten Kredite in Höhe von 1,55
Millionen Euro sind im kommenden Jahr etliche Investitionen
geplant.
An erster Stelle steht die Stadtsanierung mit 2,15 Millionen
Euro. Es folgen die Sanierung der Goethestraße (inklusive 2012
mindestens
800 000 Euro) sowie u. a. der Ausbau des Mühlenwegs in Althof
(160 000) und der Mozartstraße in Bad Doberan (116 000), die
Modernisierung
des Bahnübergangs in Althof (115 000) und Arbeiten an der
Seebrücke in Heiligendamm (160 000).
Am 27. Januar werden die Stadtvertreter erstmals über den
Haushaltsentwurf debattieren. Die Grundlagen für die
erfreuliche finanzielle Entwicklung hat die Stadt bereits in
diesem Jahr gelegt. „Der Jahresabschluss 2010 wird weit besser
ausfallen als angenommen“, kündigte Bürgermeister Polzin an.
Hauptursächlich dafür wären 800 000 Euro Mehreinnahmen bei der
Gewerbesteuer, die allerdings hauptsächlich aus Nachzahlungen
resultierten, informierte Polzin die Stadtvertreter.
Gleichzeitig berichtete er von in Auftrag gegebenen
Tiefbauarbeiten, die durch die derzeitige Witterung „stark
behindert“ würden.
Für die weitere Sanierung des Kornhauses habe man zwar eine
Bauheizung installiert, doch mit einer Fertigstellung sei
frühestens Ende
März 2011 zu rechnen. Abschließend lobte das Stadtoberhaupt
die Arbeiter des Bauhofs, die angesichts des Wintereinbruchs
täglich in Bereitschaft seien. Polzin kritisierte jene wenigen
Grundstückseigentümer in der Stadt, die ihren Räumpflichten
von 8 bis 20 Uhr nicht nachkommen, und kündigte Bußgelder an.
|
Kommunalaufsicht stellt klar: Bürgermeister
Polzin und Parteifreund Baltzer haben nicht geklüngelt.
Dem Bürgermeister wurde vorgeworfen, bei einem Vergleich
zwischen der Stadt und dem mit der Sanierung einer städtischen
Schule beauftragten Ingenieurbüro auf mehrere hunderttausend Euro zu
Lasten der Stadt verzichtet zu haben. Das allein war gar nicht so
brisant. Der Chef des Büros jedoch ist ein Parteifreund des
SPD-Bürgermeisters und dieser Umstand sorgte für Erregung bei
einigen Stadtvertretern. Aus FDP und Bürgerbund kamen
Rücktrittsforderungen auf Hartmut Polzin zu. Dieser ließ die
Kommunalaufsicht den Fall überprüfen. Das Ergebnis liegt längst vor,
wurde aber vom Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund)
"einfach vergessen" vorzutragen. Eine SPD-Kollegin entlastet den
Bürgermeister. Ihre Mitteilung: Laut Kommunalaufsicht ist alles
legal und rechtlich einwandfrei abgelaufen.
|
OSTSEE-ZEITUNG | 18.12.2010
Bad Doberan: Umschuldung
statt Neuverschuldung
Bad Doberan –
Die Kreisstadt will im kommenden Jahr ohne Kredite auskommen.
Die am Montagabend in der Stadtvertretersitzung
eingebrachte Haushaltssatzung für 2011 sieht keine
Neuverschuldung von 1,55 Millionen Euro vor, wie die OZ
berichtet hatte. Vielmehr
werden 1,255 Millionen Euro für Umschuldungen verwendet, wie
Bürgermeister Hartmut Polzin richtig stellte. Das heißt,
bereits aufgenommene
Kredite, die beispielsweise zur Endfälligkeit anstehen, werden
nicht auf einen Schlag zurückgezahlt, sondern durch eine so
genannte Umschuldung „verlängert“.
Vom Tisch sind Gerüchte, dass es bei der Vergabe der
Ingenieurleistungen für die Sanierung der Buchenbergschule
nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Die Vergabe an das
Büro von Stadtvertreter Ulrich Baltzer (SPD) sei korrekt und
vergabekonform gelaufen, so die Kommunalaufsicht. Das gab
Birgit Mersjann (SPD) in der Stadtvertretersitzung bekannt,
wobei sie Stadtvertretervorsteher Guido Lex (Bürgerbund)
kritisierte, dessen Aufgabe diese Bekanntgabe eigentlich
gewesen wäre.
beh
|
Natürlich passt diese Entscheidung denen nicht, die Polzin zum
Rücktritt bewegen oder ihn abwählen wollten. Der Bürgermeister wird
alle sieben Jahre von den Bürgern gewählt und 2011 steht wieder eine
Bürgermeisterwahl an. Das Ansehen des Bürgermeisters bestimmte stets
auch den Wahlausgang der Kommunalwahlen. In Bad Doberan wurde fast
immer die Partei stärkste Kraft, die auch den Bürgermeister stellte.
Da liegt es auf der Hand, dass zuerst der angesehene und schließlich
auch verdiente SPD-Bürgermeister weg muss, um die SPD in Bad Doberan
zu schwächen. Da die CDU seit fast einem halben Jahrzehnt
Selbstdemontage betreibt, würde eine Schwächung der SPD nicht
traditionell die CDU stärken, sondern die Linke. Der Bürgerbund
zeigte sich in der jüngsten Vergangenheit der Linkspartei sehr nahe
stehend, sodass er von einer Linke-Bürgermeisterin (Fraktionschefin
ist derzeit Gerlinde Heimann, nach ihr steht Monika Schneider)
profitieren würde. Gerade für Heiligendamm würde eine Mehrheit von
Linkspartei, Bürgerbund und bei Bedarf FDP und Grüne reichen, um
Beschlüsse einzubringen, zu verändern oder versagen, die mit den
bisherigen Mehrheiten anders ausgefallen wären: Der Bürgerbund
strebt noch immer an, der FUNDUS-Gruppe bereits verkaufte Gebäude
wieder wegzunehmen und bereits gemachte Zusagen wieder zu
revidieren. Andere Beschlüsse, die in der jetzigen Konstellation als
relativ sicher gelten, würden in einer anderen Konstellation völlig
offen bleiben. Die Planungssicherheit der FUNDUS-Gruppe wäre damit
in Gefahr, was auch andere Investoren abschrecken würde. Die
nächsten Wochen werden uns bestimmt noch viele Versuche bringen,
Polzin vorzeitig vom Stuhl zu stürzen oder ihn zumindest so schlecht
da stehen zu lassen, dass er nicht wiedergewählt wird.
Neuer Betreiber macht das
Friedrich-Franz-Palais wieder zum echten Logierhaus.
Das Friedrich-Franz-Palais gilt als das erste vom Herzog Friedrich
Franz I. in Auftrag gegebene Bauwerk der Residenzstadt Bad Doberan.
Damals als Logierhaus für die Gäste der Sommerresidenz errichtet,
beherbergte das von C. H. von Seydewitz errichtete
Zopfstil-Fachwerkhaus stets Hotellerie. Auch als Kurhaus in der
DDR-Zeit erfüllte es diesen Zweck. Nach der Wende fand sich schnell
ein neuer Eigentümer und das Traditionshotel wurde als
"Friedrich-Franz-Palais" geführt. Zuerst vom Bad Doberaner
Unternehmer Metz und dann von der Unternehmerfamilie Kross und
Kross-Johnsson. Beide Betreiber haben sich in Bad Doberan sehr
verdient gemacht, Metz führte auch das Residenz-Hotel in
Heiligendamm und das City-Hotel in Bad Doberan und Kross und
Kross-Johnsson retteten das Prinzenpalais aus seinem traurigen
Dasein. Es überraschte, dass diese Erfolgsgeschichte nach der Saison
2010 endete und es schlug ein wie eine Bombe, als Axel Kross bekannt
gab, dass das Friedrich-Franz-Hotel schließt. Nicht lange blieben
die Türen des historischen Hauses geschlossen: Der Eigentümer stellt
einen neuen Betreiber vor. Er kommt aus der Nähe des letzten
Betreibers und hat große Pläne mit dem ersten Logierhaus an der
Ostsee:
|
OSTSEE-ZEITUNG | 22.12.2010
Dem Begriff vom „Logieren“
wieder eine Heimat geben
Das Friedrich-Franz-Palais, ältestes Hotel an der deutschen
Ostseeküste, will wieder „Erstes Haus am Platze“ werden. Doch
zunächst wird ein großer Silvesterball gefeiert.
Von Klaus Walter
Bad Doberan – Der Projektentwickler
Heinz-Jürgen Beuter holt
aus zum nächsten Streich: Das 1795 als „Herzogliches Logirhaus“
eröffnete
Friedrich-Franz-Palais in Bad Doberan soll wieder die erste
Adresse in der Münsterstadt werden. Was Beuter kann, hat er
bereits bewiesen.
Er war auch beim benachbarten Prinzenpalais als Projektmanager
und Entscheider tätig.
Gestern Nachmittag eröffnete das Friedrich-Franz-Palais nach
gut zweimonatiger Schließung mit dem Restaurantbetrieb. „Der
erste große Höhepunkt wird der ,Großherzogliche Mecklenburger
Weihnachtsschmaus’ sein“, sagt Hotelleiterin Marion Utes, die
das Haus und seine zunächst zehn Mitarbeiter künftig führen
wird. „Und zum Jahreswechsel gibt es dann den großen
Silvester-Ball im gesamten Palais, angelehnt an die
rauschenden Ballnächte der Prinzessin Marie von Mecklenburg im
Passower Schloss.“ Silvester soll dann auch der Hotelbetrieb
in „überarbeiteten Zimmern“, wie Beuter sagt, wieder
aufgenommen werden. Für etwa ein Jahr.
Dann nämlich, Ende2011, sollen die beiden Seitenflügel hinter
dem Haus komplett saniert sein, vorwiegend mit Suiten. „Wir
wollen dem Begriff vom, Logieren’ wieder eine Heimat geben“,
kündigt Beuter an. Gäste des Hauses sollen nicht nur ein Bett
für die Übernachtung bekommen, sondern einen komfortablen
Wohnbereich – wie einst die Gäste des Herzogs von Mecklenburg.
Und das alles auf Vier-Sterne-Niveau.
Während noch im Winter 2010/2011 die Seitenflügel entkernt und
später mit geplanten 30 luxuriösen Suiten ausgebaut werden,
solle der Hotelbetrieb im Haupthaus störungsfrei laufen,
verspricht Projektmanager Beutler. Im Jahr darauf, beginnend
wieder im Winter, soll dann ein Querflügel mit Schwimmbad und
Wellnessbereich entstehen, der mit den Seitenflügeln und dem
Hauptgebäude dann ein Karree bildet.
Zeitgleich wird dann das Palais modernisiert. "Zwischen allen
Gebäuden wird manin gläsernenGängen wandeln können“, schwärmt
Beuter. Auch das gehöre zum Logieren.
Seit 2005 bis Oktober wurde das Friedrich-Franz-Palais von
Axel Kross und Marie Kross Jonsson betrieben. Ihr Pachtvertrag
war ausgelaufen,
den meisten der 20 Mitarbeiter mussten sie kündigen. Der
Eigentümer des Palais, die Germania Epe AG aus Gronau in
Westfalen, hatte angekündigt, noch vor dem Jahreswechsel einen
neuen Betreiber zu präsentieren.
e
www.hotel-friedrich-franz-palais.de
1795 als „Herzogliches Logirhaus“ eröffnet – ältestes Hotel an
der Ostsee
Das Friedrich-Franz-Palais
in Bad Doberan
wurde 1795 als „Herzogliches Logirhaus“ eröffnet. Es gilt als
ältestes Hotel an der deutschen Ostseeküste: Gäste des Herzogs
sollten in Doberan standesgemäß wohnen können. Daher wurde das
Gebäude direkt als luxuriöser
Beherbergungsbetrieb gebaut. Heutiger Eigentümer ist die
Germania Epe AG aus Gronau inWestfalen. Das Unternehmen ist
auf die Immobilien-Betreuung spezialisiert. Es war 2002 mit
der Pleite der bundesweit tätigen Babcock AG (Energie- und
Industrieanlagen sowie Schiffbau) in Schwierigkeiten geraten,
weil von den Insolvenzverwaltern „ein erheblicher Geldbetrag“
nicht freigegeben wurde, und
2009 durch einen Großbrand weitere Mieteinnahmen wegbrachen.
Epe-Vorstand Reinhard Meinke hatte dennoch im Oktober
angekündigt, das Friedrich-Franz-Palais und weitere Gebäude
zum Logier-Ensemble auszubauen.
|
Selbstverständlich werde ich den Ist-Zustand und die Veränderungen
auch hier dokumentieren.
Demnächst geht es dann auch mit dem Bautagebuch weiter.
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Ausgetüftelt: Das
Parkraumbewirtschaftungskonzept Bad Doberans steht zur Abstimmung.
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Lex soll gehen. Dafür soll das Amt verteilt werden.
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Mit Gezeter und Gepolter: Stadtvertreter
Guido Lex bleibt am wackligen Stuhl kleben.
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nicht hinein.
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Bad Doberan den touristischen Anforderungen gerecht? Protokoll einer
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versuchen.
- Bautagebuch Villa Perle/Großfürstin Marie 21.07.2010: Die
Baustelleneinrichtung.
<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<TIPP!
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Brocken: Amtshaus-Sanierung wird teurer.
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beschließen.
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Friedrich-Franz-Restaurant des Grand Hotels acht Pfannen.
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Villa Perle ruhen aus Rücksicht auf die Gäste.
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bester Auslastung seit der Eröffnung.
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Versprechen nicht und lassen die Senioren im Stich.
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bekommt Internet über LTE (Long Term Evolution).
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- Gedanken über die Zwangsvereinigung der
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- Zeit zum Luftholen und Investieren: Bad
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Foto-Rundgang 26.01.2010 und 11.03.2010
Foto-Rundgang 17.04.2010
Foto-Rundgang vom 12.06.2010 (Bilder vom
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Foto-Rundgang vom 03.07.2010 (Bilder vom ersten Spatenstich für
Villa Perle)
Fotorundgang: Bautagebuch 21.07.2010: Die
Baustelleneinrichtung.
Das Selbstverständnis dieser Seiten wurde
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Zusatzinformationen:
Die IHG hat sich nicht zu meinen Fragen geäußert und schweigt sich
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Erika Wenzel hat nicht auf meine Fragen geantwortet. Nur eine
automatische Lesebestätigung ist erfolgt.
Die Ostsee-Zeitung hat sich nicht zu meinen Eingaben geäußert, warum
zwei meiner Leserbriefe kurz nach der Veröffentlichung im Leserforum
verschwunden sind, obwohl sie sich über die Suchfunktion finden
ließen, hier nur nicht zu öffnen waren.
Auch eine Behebung erfolgte nicht und eine erneute Anfrage blieb
gänzlich ohne Reaktion.
Das Amtshaus in Bad Doberan (ehem. Arbeitsamt und Bücherei - am
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Die nächsten Themen:
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Letzte Aktualisierung: 22.12.2010
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