10 Jahre nach dem
Deal: FUNDUS hat schon wieder ein Problem.
Meistens beginnt das
Jahr mit Negativschlagzeilen zum Thema "Heiligendamm".
2006 betrifft es
direkt die FUNDUS-Gruppe. Diese hat nämlich
wieder einmal die Gerichte am Hals.
Das alles macht es nicht einfacher,
das angeschlagene Vertrauen zu kitten.
|
OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 28. Januar 2006 | Titelseite
Ex-Manager von Fundus angeklagt
Im Zusammenhang mit den Hotelplanungen in
Heiligendamm deckten Ermittler Fälle von Betrug, Geldwäsche und
Bestechlichkeit auf.
Rostock (OZ) Gegen zwei ehemalige Geschäftsführer der
Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH) hat die Rostocker
Staatsanwaltschaft nach mehrjährigen Ermittlungen Anklage erhoben. Dem
Hauptbeschuldigten Claus W. wird im Zusammenhang mit der Bauplanung
des Grand Hotel Heiligendamm bandenmäßiger Betrug,
Steuerhinterziehung, Bestechlichkeit, Urkundenfälschung und Geldwäsche
vorgeworfen.
Der zur Kölner Fundus-Gruppe gehörenden Gesellschaft
soll dadurch ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von damals 17,5
Millionen Mark entstanden sein, bestätigte gestern der Rostocker
Staatsanwalt Peter Lückemann. Durch Finanzmanipulationen wurden auch
Anleger des Fundus-Fonds 34 geschädigt.
Die beiden Manager Claus W. und Volker D. sollen in
der Zeit von Februar 1996 bis Juni 1998 ohne Wissen von Fundus-Chef
Anno August Jagdfeld Verträge mit dem früheren Generalplaner der
Fundus-Gruppe, dem Architekturbüro KSH Düsseldorf, abgeschlossen
haben. KSH und Claus W. hätten damit einen unrechtmäßigen Gewinn
erzielt. Der ECH-Manager habe auch Schmiergeldzahlungen von etwa fünf
Prozent des jeweiligen Auftragsvolumens von KSH erhalten.
In der über 700 Seiten umfassenden Anklage wird
Mitarbeitern des Architekturbüros außerdem vorgeworfen, weit überhöhte
Zahlungen für Leistungen angenommen zu haben. In Folge inkompetenter
Planungen mussten nicht fachgerechte Arbeiten in Heiligendamm mit
erheblichem finanziellen Aufwand erneuert werden.
Die ECH hatte bereits 2001 gegen einen der beiden
Ex-Geschäftsführer geklagt und die Herausgabe von 343 000 Euro
verlangt, die der Mann als Schmiergeld von der KSH erhalten habe. Um
den wirtschaftlichen Schaden durch die Manipulationen zu begrenzen,
hatte das Landeskriminalamt MV bereits im November 2002 in Düsseldorf
Gemälde und Grafiken in großer Anzahl bei KSH beschlagnahmt.
Die Fundus-Gruppe hatte 1996 in Heiligendamm
insgesamt 26 baufällige Häuser und Grundstücke mit einer Gesamtfläche
von 40 000 Quadratmeter für rund 7,5 Millionen Euro erworben. Mit dem
Fonds 34 ist der Aufbau des aus sechs Gebäuden bestehenden
Hotelensembles finanziert worden. Bislang sammelte der Fonds von
privaten Anlegern rund 191 Millionen Euro ein. Land, Bund und EU gaben
Investitionszuschüsse von über 63 Millionen Euro.
MANUELA PFOHL
|
Zwischendurch müssen
ein paar positive Nachrichten her und für die sorgte dann wieder der
Bürgermeister persönlich:
|
OSTSEE-ZEITUNG |
Dienstag, 07. Februar 2006 | Stadt und Land
Vor dem G
8-Gipfel wird kräftig gebaut
Bad Doberan Aus Sicht von Bürgermeister Hartmut Polzin gibt es
in Sachen Vorbereitung des Weltwirtschaftsgipfels im kommenden Jahr in
Heiligendamm keine Neuigkeiten. Den aktuellen Stand der Vorbereitungen
bei der Bundesregierung kenne er nicht. Während der jüngsten Sitzung
der Stadtvertreter wurde während der Bürgerfragestunde die Befürchtung
geäußert, Heiligendamm müsse evakuiert werden. Bemängelt wurde zudem
ein zu geringer Informationsfluss. Private Gastgeber wüssten nicht, ob
sie ihre Quartiere während des G 8-Gipfels vermieten könnten. Das
Stadtoberhaupt betonte: „Die Bewohner von Heiligendamm werden während
des Gipfels in Heiligendamm sein.“
Mit einer kurzen Auflistung skizzierte Hartmut Polzin die
Bautätigkeiten im Zusammenhang mit dem Treffen der Politiker. So solle
der Ausbau der Kühlungborner Straße in Heiligendamm bis Mitte Mai
dieses Jahren vollendet werden. Der zweite Bauabschnitt für die
Kühlungsborner Straße befinde sich zurzeit im Genehmigungsverfahren.
Dort wird mit einer Bauzeit vom September an gerechnet, die bis ins
kommende Jahr hineinreicht.
Von April bis zum Ende dieses Jahres wird nach Auskunft Hartmut
Polzins die Bauzeit für zwei Bauabschnitte des Ausbaus der
Seedeichstraße dauern. Zu diesem Projekt zählen auch
Leitungsverlegungen für das geplante Thalasso-Zentrum. Norbert Sass,
Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, betonte, dass der
Zuwendungsbescheid für Fördermittel noch nicht vorliege.
Haushaltsrechtlich seien noch einige Hürden zu nehmen. Der
Waldparkplatz für Heiligendamm im Großen Wohld werde noch in diesem
Jahr entstehen, sagte der Bürgermeister. Noch bis ins nächste Jahr
werde dagegen die Errichtung eines neuen Abganges zum Kinderstrand
dauern. Beginn der Arbeiten werde im September, das Ende im Februar
2007 sein.
TRI
|
Heiligendamm soll auf
dem Rücken des G8-Gipfels eine Menge Investitionen erfahren. Zugleich
sollen dann Maßnahmen für die späteren Erschließungsarbeiten für das Thalasso-Zentrum erfolgen. Das also steht schon einmal fest. Auch der
Waldparkplatz steht fest. Die Straßen sollen neu gemacht und am Strand
einiges saniert werden.
Es ist noch nicht
vorbei.
Nach den positiven
Nachrichten durch den Bürgermeister erinnert der Bürgerbund prompt an die
eigentliche - noch nicht ausgesessene - Diskussion:
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Mittwoch, 08. März 2006 | Titelseite Bad Doberan
Aus für offenes
Kurgebiet befürchtet
Mit der vorgesehenen Trennung zweier B-Pläne in
Heiligendamm fürchtet der Bürgerbund das Aus für die öffentliche
Zugänglichkeit.
Bad Doberan Dass der Beschluss der Doberaner Stadtvertreter für
ein „offenes Kurgebiet“ in Heiligendamm während der nächsten Sitzung
des Gremiums gekippt werden könne, fürchtet Heike Ohde,
Fraktionsvorsitzende des Bürgerbundes und in der Bürgerinitiative
„Öffentlichkeit für Heiligendamm“ aktiv. Was die Stadtvertreterin
wurmt, wird unter Tagesordnungspunkt 15 abgehandelt.
Zum Beschluss
steht eine Verwaltungsvorlage zur „Modifizierung des Beschlusses der
Stadtvertreterversammlung vom 5. Dezember 2005“.
Demnach sollen die damals zusammengeschlossenen
Bebauungspläne 25 und 26 wieder als eigenständige Pläne im jeweiligen
Geltungsbereich Bestand haben. Für den Bereich westlich des
Plangebietes Hotel, Thalasso-Zentrum und öffentlicher Service-Bereich
– das ist B-Plan 25 – soll nach Vorschlag der Verwaltung ein neuer
B-Plan aufgestellt werden.
Begründet wird das Vorhaben damit, dass der
Zusammenschluss der beiden B-Pläne und der gleichzeitigen Ausweitung
des Geltungsbereiches auf die Gebiete des Grand-Hotels und der Klinik
„schwerwiegende Nachteile mit sich bringt“. Die abgeschlossen
Planverfahren müssten vollkommen neu aufgerollt werden. Zudem sei
aufgrund zwischenzeitlich neu in Kraft getretener Regelungen für die
Bereiche der B-Pläne 25 und 26 ein aufwändiger Umweltbericht zu
erstellen. „Den damit verbundenen zeitlichen und finanziellen
Verlusten stehen keinerlei Vorteile gegenüber“, begründet
Bürgermeister Hartmut Polzin das Ansinnen. Die Planungsziele der Stadt
seien auch mit den einzelnen in Verbindung mit dem neu aufzustellenden
B-Plan erreicht werden.
Heike Ohde wertet den im Dezember des Vorjahres als
einmalige Chance, einen Interessenausgleich zu finden. Dass der
Beschluss 1:1 umgesetzt worden würde, habe sie sowieso nicht erwartet.
Doch jetzt sehe es anders aus. „Geht es nach Vorstellungen von ECH (Entwicklungscompagnie
Heiligendamm) und Bürgermeister Hartmut Polzin ist der Beschluss
Schnee von gestern.“
Unbeeindruckt vom Votum der Stadtvertretung gehe
Polzin sogar noch einen Schritt weiter, indem er nun die „Entwidmung
aller Wege im historischen Ensemble Heiligendamms einschließlich eines
Teils der Promenade“ anstrebe, so Heike Ohde. Durch die Entwidmung des
Promenadenabschnitts werde eine Unterbrechung des Küstenwanderweges
besiegelt. Ob „eine Konfliktlösung mit der Brechstange“ wieder
Fröhlichkeit und Toleranz nach Heiligendamm bringe, sei fraglich.
Während der Sitzung erhofft sich Hartmut Polzin die
Zustimmung für die Einziehung von gut 1000 Quadratmetern
Verkehrsfläche der Prof. Dr. Vogel-Straße. Im Gegenzug werde die ECH
den Stichweg zwischen dem Severin-Palais und den Kolonaden bis zum
Saisonbeginn herstellen und für den Fußgängerverkehr öffnen. Das habe
die ECH verbindlich zugesagt, so Polzin in der Begründung der Vorlage
.
TIMO RICHTER
|
Nun ist es ja nicht
nachvollziehbar, ob Heike Ohde zur Ostsee-Zeitung läuft oder Timo Richter
sie um ein Interview bittet.
Es kann also auch sein, dass die
Ostsee-Zeitung selbst den Diskussionsfaden wieder aufgenommen hat. Wichtig
ist der Inhalt.
Die Bebauungspläne 25 und 26 (man kann grob sagen: B-Plan
25 regelt alles westlich der Seedeichstraße und 26 alles östlich davon)
sollen - nachdem sie ein paar Monate zuvor zu einem Plan zusammen gelegt
wurden - wieder auseinander genommen werden.
Die letzten Änderungen
betrafen den Gesamtplan (B25+B26) und mit dem Zerteilen in zwei Pläne
könnte genau das zur Schnittmenge werden. Auf jeden Fall will die ECH nach
der Einziehung der Professor-Dr.-Vogel-Straße den Stichweg bauen.
Die Befürchtungen
des Bürgerbundes bewahrheiteten sich nicht:
Zwei Jahre nach dem
Beschluss werden die B-Pläne rechtskräftig.
Nun kann es los gehen.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Donnerstag, 09. März 2006 | Titelseite Bad Doberan
B-Pläne für
Heiligendamm wurden rechtskräftig
Bad Doberan Nägel mit Köpfen hat jetzt
Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin gemacht.
Gestern wurden die
Bebauungspläne 25 (Sondergebiete Hotel, Thalasso-Zentrum und
öffentlicher Service-Bereich in Heiligendamm) und 26 (Sondergebiete
Ayurveda-Zentrum und Klinik für Plastische Chirurgie in Heiligendamm)
öffentlich bekannt gemacht. Damit sind die beiden B-Pläne jeder für
sich rechtskräftig geworden.
Im Juni des vergangenen Jahres hatten die Mitglieder
der Stadtvertreterversammlung die beiden Vorhabenpläne beschlossen. Im
Dezember erfolgte dann eine Zusammenlegung beider B-Pläne mit
gleichzeitiger Erweiterung des Geltungsbereiches (OZ berichtete).
Damit wurde für die Gäste des Grand-Hotels und der Median-Klinik ein
Kurgebiet geschaffen. Das seitens der Stadt verfolgte Planungsziel,
nämlich einen Bereich nur für Hotelgäste zu schaffen, wurde damit
nicht erreicht, da es in dem Plangebiet keine Abstufung des Zuganges
gab. Genau die wäre aber mit dem öffentlich nutzbaren Stichweg zu
erzielen. Der wird, wenn die Stadtvertreter zustimmen, bis zum
Saisonbeginn gebaut, wenn im Gegenzug ein Teil der Prof. Dr.
Vogel-Straße entwidmet wird. Um zu erreichen, dass ein für Hotelgäste
reservierter Bereich vorhanden ist, könnten die B-Pläne 25 und 26
jeder für sich Bestand haben, so der Bürgermeister.
Er sei mit der öffentlichen Bekanntmachung
letztendlich dem Beschluss der Stadtvertretung gefolgt. Zwischen
Beschluss und Bekanntmachung, erläuterte Hartmut Polzin, dürfe eine
nicht zu große Zeitspanne liegen. Ansonsten könne unterstellt werden,
dass das beabsichtigte Planungsziel möglicherweise doch nicht so
wichtig gewesen sei.
TRI
|
Laut Ostsee-Zeitung hat
der Bürgermeister allein über die Bebauungspläne entschieden.
Das ist
natürlich Unsinn und zum Glück erklärt das Lokalmedium den Vorgang gleich
darauf noch einmal.
Die Stadt will nun versuchen, die Schließung der
Professor-Vogel-Straße an einen Stichweg zu knüpfen.
Bemerkenswert ist der
letzte Absatz. Warum sagt man so etwas? Daraus kann man dem Bürgermeister
einen Strick drehen: Vielleicht hat er ausgesprochen, was alle planen.
Oder auch nicht.
Die Pläne sind durch
und der Stichweg ist amtlich. Die ECH hat momentan keine Einwände.
Alles scheint gut zu
sein. Da meldet sich erstmals Bad Doberans Handwerker- und Gewerbeverein
zu Wort:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 11. März
2006 | Titelseite Bad Doberan
Verständnis
für Absperrung
Die Entwicklung Heiligendamms sei Voraussetzung für die Entwicklung
Bad Doberans, sagt der Handwerker- und Gewerbeverein.
Heiligendamm Als klugen Schritt bezeichnete Herbert Baor die
öffentliche Bekanntmachung der Bebauungspläne 25 und 26 durch
Bürgermeister Hartmut Polzin. Baor, der den Handwerker- und
Gewerbeverein (HGV) in der Stadtvertretung vertritt, sagte, dass eine
Entwicklung von Heiligendamm die Voraussetzung für eine Entwicklung
Bad Doberans sei. Gemeinsam mit HGV-Geschäftsführerin Waltraud
Freiberg und Siegfried Eckhard Paap von der Initiative „Pro
Heiligendamm“ hofft er, dass sich die Mitglieder der Stadtvertretung
während ihres Treffens am Montag
von Störmanövern des Bürgerbundes
nicht beeinflussen lassen. Dessen Fraktionsvorsitzende Heike Ohde
hatte bei Trennung von früher zusammengefassten Bebauungsplänen die
Befürchtung geäußert, Heiligendamm könne öffentlich nicht mehr
zugänglich sein (OZ berichtete).
Wichtiger sei allerdings ein abgeschlossener Bereich für die
Hotelgäste, urteilte Herbert Baor. Nur dann könne die von der
Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) anvisierte Entwicklung
erfolgen. Schon jetzt hätten viele junge Menschen eine Arbeit in
Heiligendamm gefunden, sagte Waltraud Freiberg. Zustimmung erntete sie
mit der Aussage, es gebe keinen Handwerksbetrieb oder
Gewerbetreibenden, der für seine Arbeit nicht bezahlt worden sei. Es
gebe andere Beispiele, wo Handwerksbetriebe in die Pleite gerieten,
weil sie für ihre Arbeit von den Investoren nicht bezahlt worden
wären.
Mehr noch, so Siegfried Eckhard Paap, erst die ECH habe durch ihr
Sponsoring ein Überleben der Rennbahn gesichert. Inzwischen habe die
Investorin mehr als eine halbe Million Euro in Sport und soziale
Projekte in der Region gesteckt. Der Landkreis habe rund 55 Kilometer
Küstenlinie, da könne er das Geschrei um einen 200 Meter langen
Stichweg nicht verstehen.
Der neuerliche Vorstoß des Bürgerbundes habe jedenfall viele in
Heiligendamm verunsichert. Von einer Entwicklung – gemeint ist damit
die Fertigstellung der kompletten „Perlenkette“ – hätten nun auch die
Förderer der Sanierung der beiden Kirchen in dem Doberaner Stadtteil
ihr weiteres Engagement abhängig gemacht. Siegfried Eckhard Paap
hoffte, dass die geplante Entwicklung endlich in Gang komme, denn
davon profitiere in erster Linie Handwerk und Gewerbe dieser Region.
Das Grand-Hotel leiste als „größter Ausbilder im Land“ schon jetzt
Wesentliches in diesem Zusammenhang.
TIMO RICHTER
|
Jedem seine Meinung
aber die hier kommt zu einem Zeitpunkt, der ungünstiger nicht sein könnte.
Die Stadt hat das Kartenhaus gerade wieder aufgebaut, da reißen die
Vereinsmitglieder die Fenster auf und lassen den Wind herein.
Der erste Abschnitt ist schon makaber:
Heike Ohde ist ja nicht nur Vorsitzende des Bürgerbundes, sondern auch
Gründungsmitglied der Bürgerinitiative "Pro Heiligendamm". Bis auf Axel
Thiessenhusen sind komplett alle Führungspersönlichkeiten der
Bürgerinitiative 2004 für den Bürgerbund als dessen Mitglieder in den
Wahlkampf gezogen.
Das heißt, dass es sich bei den Mitgliedern der
Bürgerinitiative um genau dieselben Menschen handelt, wie bei den
Mitgliedern des Bürgerbundes. Nur, dass letzterer eben noch mehr
Mitglieder hat. Wenn man nun mit der Bürgerinitiative zusammen arbeitet,
kann man das schlecht aus einer Position heraus tun, die sich gegen den
Bürgerbund richtet. Genau das tut der HGV aber, indem er hofft, dass sich
die Stadtvertreter nicht durch Störmanöver des Bürgerbundes beeinflussen
lassen möge. Eckhard Paap greift den
Bürgerbund im letzten Absatz an und meint damit eigentlich Heike Ohde und
Hannes Meyer - die Gründungsmitglieder eben jener Bürgerinitiative, in der
er selbst organisiert ist. Das spricht nicht gerade für die
Bürgerinitiative.
Vergessen wir aber auch
nicht den Text zwischen dem ersten und dem letzten Absatz.
Da wird
moniert, dass es ein Geschrei um 200 Meter Stichweg gibt, obgleich doch 55
Kilometer Küstenlinie als Alternative bereit stehen.
Der Stichweg aber hat
rein gar nichts mit dem Wegfall eines Stückes Küstenlinie zu tun.
Es gibt einen gesperrten Kurwald und der bleibt auch gesperrt, wenn der Stichweg
kommt. Denn dieser soll ja nur die Kühlungsborner Straße mit dem
Seebrückenplatz verbinden und nicht die Promenade mit dem Kinderstrand.
Außerdem ist es ein bemerkenswert
dummes Argument, die Tagesgäste auf die restlichen 55 Kilometer
Küstenlinie verteilen zu wollen: Bad Doberan hat nur diese nicht
einmal 2 Kilometer Küstenlinie und nur daran kann die Stadt verdienen.
Nur auf diesem kleinen
Abschnitt kann die Stadt die Tagesgästen und Urlaubern animieren, ihr Geld
in der Stadt zu lassen.
An
keinem der anderen 55.000 Meter verdient Bad Doberan auch nur einen Cent.
Entweder nutzt Bad
Doberan die nicht einmal 2 Kilometer Küstenlinie optimal aus und erzielt
Einnahmen aus Hotelgästen und Tagestouristen und Urlaubern
und Kurgästen und Einheimischen oder sie verliert drei Einnahmequellen auf einmal.
Kann
das Hotel jemals mit seiner einen Klientel das ersetzen, was Bad Doberan
bei optimaler Ausnutzung (die freilich noch nicht gegeben ist) mit vier
Klientel zusammen erreichen könnte?
Kann ein einziges Hotel den
gesamten Tourismus einer Stadt ersetzen?
Und selbst wenn die Antwort "ja"
lauten sollte: Macht man sich damit nicht von der ECH abhängig? Als
einzige Einnahmequelle und Beansprucherin der ganzen Bad Doberaner
Küstenlinie gäbe es keine Alternativen zu dem und schon gar keine
Argumente mehr gegen das, was die ECH in Zukunft fordert. Was auch immer
es ist und wie auch immer es sich auf Bad Doberan auswirkt.
Macht man sich
von der ECH abhängig, ist Heiligendamm wieder Privatdorf mit allen seinen
Konsequenzen - nur diesmal zum Leidwesen der Bevölkerung und all jener,
die von den drei anderen Klienteln leben.
Was auch immer
der HGV mit seinem Vorstoß sagen wollte - durch unfundierte Äußerungen ist
das nicht durch gekommen. Eher noch trat er in
ein Fettnäpfchen, wie zuvor schon der Bürgermeister. Auch hier lassen sich
Stricke drehen.
Inzwischen hatte
auch die Ostsee-Zeitung mit dem Strick-Drehen zu kämpfen:
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Wochenendausgabe, 11. März 2006 | Titelseite Bad Doberan
Meinungsstreit ist
lebendige Demokratie
Den Bürgerbund totschweigen – das wäre vielen
Befürwortern der geplanten Entwicklung in Heiligendamm am liebsten.
Das jedenfalls legen viele Leserzuschriften nahe.
Teilweise
beleidigend wird in diesem Zusammenhang auch gleich die OZ mit
angegriffen. Fakt ist: Die Lokalredaktion bezieht dadurch, dass sie
eine demokratisch gewählte Gruppierung der Stadtvertretung zu Wort
kommen lässt, nicht deren Position. Zumal im selben Artikel auch die
„Gegenseite“ zu Wort kam. Journalistische Aufgabe ist es, die
unterschiedlichen Ansichten widerzuspiegeln. Politik machen andere.
TRI
|
Dieser Beitrag
zeigt, wie unsachlich die Diskussion inzwischen geworden ist.
Und zum anderen,
dass das Ansehen des Bürgerbundes in der Öffentlichkeit schwindet.
Kurz darauf kam es im
Rathaus zum Stillstand:
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Dienstag, 14. März 2006 | Titelseite Bad Doberan
Heiligendamm weiter
in der Warteschleife
Keine Einigkeit bei Beschlüssen zu Heiligendamm.
Die Stadtvertretung kam nach vierstündiger Diskussion nicht einen
Schritt weiter.
Bad Doberan Keinen Schritt weiter kamen die Stadtvertreter
gestern Abend in Sachen Heiligendamm. Den Wunsch, dass die beiden
wesentlichen Bebauungspläne jetzt jeder für sich behandelt werden
sollen – und nicht wie im Dezember mehrheitlich beschlossen als ein
Ganzes – verwiesen die Mitglieder des Gremiums zurück in die
Ausschüsse.
Ein Teilerschließungsvertrag zur Herstellung des so
genannten Stichweges lehnte das Gremium nach länger Diskussion über
zahlreiche Änderungsanträge letztendlich ab. Über die Einziehung eines
Teils der Prof. -Dr.-Vogel-Straße zur Beruhigung des An- und
Abreiseverkehrs zum Grand-Hotel soll bis Anfang April dieses Jahres
während einer Sondersitzung zu einem anderen Themenkomplex entschieden
werden.
Vor allem der Teilerschließungsvertrag für den
Stichweg erwies sich als unüberwindliche Hürde. Obwohl ein
Geschäftsführer der Entwicklungscompagnie Heiligendamm konstatierte
mit dem Vorschlag Horst Gühlers (CDU) mitgehen zu können, Anfang April
zu einer Entscheidung zu kommen, rang das Gremium um ein Votum noch
gestern Abend. Vor allem Heike Ohde (Bürgerbund) wollte Details zur
Anbindung oder Sicherheitsleistungen in dem Kontrakt festgeschrieben
wissen. Nach quälend langer Diskussion, Einzelabstimmungen zu
Detailfragen lehnten die Stadtvertreter das Gesamtpaket ab.
In der Folge wurde die Verwaltungsvorlage zur
Einziehung einer Teilfläche der Hotelzufahrt in die Sondersitzung
verwiesen. Für einen Beschluss, so Bürgermeister Hartmut Polzin nach
der unterbrochenen Sitzung, sei allerdings der zuvor abgelehnte
Teilerschließungsvertrag notwendig.
Kritik von den Stadtvertretern, Applaus von den
zahlreich gekommenen Beobachtern erntete der Bürgermeister für die
Trennung der B-Pläne 25 und 26 (Sondergebiete Hotel sowie Ayurveda-
und Klinik-Zentrum). Nur so, sagte Polzin, sei eine „Störanfälligkeit
des Gesamtbereiches zu vermindern“. Anke Bitter (PDS.Die Linke)
beklagte dagegen unfairen Umgang mit dem Gremium.
Einzelkandidat
Jochen Arenz fürchtete eine Änderung des Mehrheitsbeschlusses vom 5.
Dezember durch die Hintertür. Zustimmung erhielt Horst Gühler für
seinen Vorschlag, im Zweifelsfall den Grundlagenvertrag zu Rate zu
ziehen. Da seien alle wesentlichen Auflagen und Zugeständnisse
geregelt. Joachim Morawietz (CDU) warnte davor, wieder alles zu
zerreden, um am Ende vor einem Scherbenhaufen zu stehen.
Nach vierstündiger Auseinandersetzung beendete Heinz
Paape (PDS. Die Linke), dem die Übersicht mehrfach verloren ging, die
Zusammenkunft. Weiter geht es am Montag um 18.15 Uhr.
TIMO RICHTER
|
Die Trennung der
B-Pläne erwies sich als Problem, da Heiligendamm nun einmal als Ganzes
entwickelt und daher auch als Ganzes zu betrachten ist.
Die Stadtvertreter
verloren den Durchblick, verzettelten sich in den Details und konnten
zuletzt zu keiner einvernehmlichen Position finden. Das Paket wurde
abgelehnt.
Die Ostsee-Zeitung
sieht es schon kommen: Mit maroden Villen zum Gipfel.
Der G8-Gipfel ist schon
fast in Vergessenheit geraten.
Die Ostsee-Zeitung kramt ihn wieder hervor.
Der Artikel wirkt wie eine Mahnung:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 18. März 2006 | Titelseite Grimmen
Mit maroden Villen zum Gipfel
Deutschlands ältestes Seebad Heiligendamm wird
sich zum G 8-Gipfel im Mai 2007 nicht als vollständig saniertes
Ensemble präsentieren.
Berlin/Rostock (OZ) Die als Perlenkette bekannten sieben
denkmalgeschützten Strandvillen in Heiligendamm bleiben bis zum
Treffen der Regierungsschefs der acht größten Industrienationen der
Welt in einem baufälligen Zustand. Für den Wiederaufbau der Häuser
wären rund 70,5 Millionen Euro nötig, die der Besitzer der Immobilien,
die Kölner Fundus-Gruppe, derzeit offenbar nicht aufbringen kann.
Außerdem denkt Fundus in seinen Planungen in viel größeren Zeiträumen.
Fundus-Sprecher Johannes Beermann: „Wir wollen die Villen herrichten
und bis 2011 als Eigentumsvillen verkaufen. Was zum G 8-Gipfel
geschieht, ist Sache der Bundesrepublik Deutschland. Die ist
Gastgeber.“
Gerüchte, dass Fundus mit Landesbürgschaften bei der
Sanierung unterstützt werden soll, werden von allen Beteiligten
zurückgewiesen. Beermann: „Wir haben keine Bürgschaft beantragt, weil
wir wissen, dass wir keine erhalten können.“ Ein Sprecher des
Wirtschaftsministeriums bestätigt: „Immobilienfinanzierungen können
nicht mit Landesbürgschaften abgesichert werden.“
In Schweriner Regierungskreisen war die Stuttgarter
Aareal-Bank als möglicher Finanzier für das Sanierungsprojekt genannt
worden. Aareal-Sprecherin Anke Thomas meint nur: „Jeder Kredit wird
nach internen und externen Risikoklassen geprüft.“
Ein Kernbereich Heiligendamms, der aus sechs großen
Häusern bestehende Komplex Grand Hotel, war 2003 nach umfassender
Sanierung wiedereröffnet worden. Die benachbarten Strandvillen aus dem
19. Jahrhundert blieben unangetastet und befinden sich nach vielen
Jahren des Verfalls in einem sehr schlechten baulichen Zustand.
Mit dem beeinträchtigten Gesamtbild will sich der
Bund offenbar doch nicht abfinden. „Wir arbeiten an einem Konzept zur
Gestaltung des Umfelds des Grand Hotels“, sagt ein Berliner
Regierungssprecher. Es gehe um alternative Konzepte für die
Perlenkette, die noch unklar seien. Auch die Frage, wer dabei was
finanziert, sei noch offen. Alle Beteiligten seien miteinander im
Gespräch.
Was unter alternativen Konzepten zu verstehen ist,
darüber kursieren in Schwerin vage Gerüchte: teilweise Verkleidung der
Villen oder Teilrestaurierungen, die „einen plastischen Eindruck des
Aufbaus als Prozess“ vermitteln.
|
Der Gipfel treibt seltsame Blüten.
Da die ECH ihr Versprechen, die Villen vor
dem Gipfel saniert zu haben, nicht einhalten kann, denkt man in Berlin darüber nach, die Villen zu
verkleiden. Berlin schämt sich für Heiligendamm. Denkbar schlechte
Voraussetzungen für den G8-Gipfel. Die Bürger werden sich bedanken. Und da
FUNDUS es versäumt hat zu sagen, dass die Stadtvertreter Schuld sind,
bleibt es an der ECH selbst hängen.
Übrigens:
Bundeskanzlerin Merkel war es letztlich, die veranlasste, dass die Villen
nicht geschminkt werden.
Ihre Meinung: "Dann sieht man wenigstens, dass der Aufbau Ost noch etwas
länger als gedacht dauert."
Vielleicht bedurfte es
dieser Erinnerung durch die Ostsee-Zeitung, sich zu besinnen.
Jedenfalls mussten die
Stadtvertreter nun etwas beschließen und so beschlossen sie:
Die Wege werden
gesperrt und ein Stichweg gebaut.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Dienstag, 04. April 2006 | Titelseite Bad Doberan
Stadtvertreter ebnen
Weg für Heiligendamm
Für die Sperrung von bislang öffentlich
zugänglichen Wegen in Heiligendamm stimmten gestern Abend die
Doberaner Stadtvertreter.
Bad Doberan Mit großer Mehrheit beschlossen die Mitglieder der
Doberaner Stadtvertretung gestern Abend die Einziehung von zurzeit
öffentlichen Verkehrsflächen in Heiligendamm. Der Bürgerbund
scheiterte mit seinen Anträgen, ein Teilstück der Promenade als
einzigen Zugang für das geplante Bebauungsgebiet westlich des
Hotelbereiches ebenso wie mit der Forderung, die Professor Dr.
Vogel-Straße erst dann für die Öffentlichkeit zu sperren, wenn die Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) die Villen saniert habe, so
Heike Ohde.
Bevor sich erneut eine langwierige Diskussion pro
und contra der Vorlage entspann, drängte Anke Bitter (Linke.PDS) auf
Abstimmung. Ohne längere Debatten entschieden die Stadtvertreter zudem
eine Aktualisierung des Grundlagenvertrages und einen
Erschließungsvertrag für den so genannten Stichweg. Sichtliche
Erleichterung herrschte nach den Abstimmungen bei vielen
Stadtvertretern, dass dieser Themenkomplex gestern so reibungslos über
die Bühne ging.
Während einer Unterbrechung freute sich Heiner
Zimmermann, Geschäftsführer der ECH, dass nun ein Schlusspunkt
erreicht worden sei. Die Beschlüsse, so Bürgermeister Hartmut Polzin,
eröffneten der Investorin die Möglichkeit, ihre Vorhaben in Angriff zu
nehmen. Noch während der Sitzung hatte das Stadtoberhaupt die Vorlage
über die Einziehung von Verkehrsflächen als „Paketvorschlag“
bezeichnet, den die ECH als Richtungsbeschluss anerkenne.
Weitgehend allein auf weiter Flur argumentierte
Heike Ohde, die die Vogel-Straße bis kurz vor Fertigstellung der
geplanten Hotelanlagen für die Öffentlichkeit geöffnet wissen wollte.
Schließlich gebe es dort ein Café und öffentliche Toiletten.
Vehement kritisierte Gebhard Zeug (SPD) diese
Sichtweise. „Die Änderungsanträge des Bürgerbundes schaden der Stadt
und der Entwicklung Heiligendamms.“
Frank Pieplow (SPD) meinte, es sei
für Diskussionen Zeit genug gewesen.
Die Befürchtung, die Strandvillen seien mit den
zuvor gefassten Beschlüssen dem Verfall preisgegeben, wurde in der
Bürgerfragestunde geäußert. Der Bürgermeister stellte klar, dass drei
der Villen abgerissen werden dürften, da sie nicht mehr erhaltenswert
seien. Die restlichen Gebäude sollen nach denkmalpflegerischen
Aspekten saniert werden.
TIMO RICHTER
|
Inzwischen vermied man
lange Diskussionen, wie sie durch die Einwürfe des Bürgerbundes immer
wieder entstanden.
So blieb auch die
eigentlich sinnvolle Idee Heike Ohdes ungehört, den Zugang zum Imbiss und
den öffentlichen Toiletten nicht sinnlos vorher zu versperren, solange
noch nicht gebaut wird. Sie hätte vielleicht mit dran hängen sollen "und
es keine Alternative gibt." damit es nicht wieder wie ein
Verhinderungsversuch aussieht.
Bemerkenswert ist wohl auch der
letzte Abschnitt:
Seitens der Stadt und der Denkmalpflege steht einer
Sanierung der Perlenkette nichts im Wege.
Der folgende Artikel
soll zeigen, dass in Heiligendamm mit zweierlei Messlatte gemessen wird.
Die Gegner von 1992
kämpften gegen die Dr.-Marx-Gruppe um jeden Baum, der gefällt werden
sollte.
Dasselbe versuchten sie bei FUNDUS. Wenn aber die Stadt
Bäume fällt - und das nur zu Gunsten einer Straße - also des
Umweltschützers schlimmsten Feindes - gibt es keinen Protest.
|
OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 12. April 2006 | Titelseite
Bad Doberan
Bäume wichen
Leitungen
Um Ver- und Entsorgungsleitungen in Verbindung mit der Sanierung
der Seedeichstraße verlegen zu können, wurde in Heiligendamm eine rund
1500 Quadratmeter große Fläche gerodet.
Heiligendamm Für einen Bypass mussten jetzt in Heiligendamm
Bäume und Sträucher weichen. Rund 1500 Quadratmeter wurden gerodet, um
Baufreiheit zu schaffen für die Sanierung der Seedeichstraße sowie die
Verlegung von unterirdisch verlaufenden Ver- und Entsorgungsleitungen,
eben dem Bypass.
Die von der Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) durchgeführten
Arbeiten seien Teil des rechtskräftigen Bebauungsplanes 25, sagt
Norbert Sass. Der Leiter des Amtes für Stadtentwicklung im Doberaner
Rathaus sieht diese Maßnahme als Teil der Sanierung der öffentlichen
Seedeichstraße. Die alten Leitungen unter der Prof.-Dr.-Vogel-Straße
müssen verlegt werden, da die Straße teilweise mit dem neuen
Thalasso-Zentrum überbaut würde.
Die gerodete Fläche entspreche in etwa dem Vorplatz vor dem
Haupteingang des Thalasso-Zentrums. Entlang des Waldrandes, ergänzt
der technische Geschäftsführer der ECH, Hans Schlag, werde später die
Zufahrt für das noch zu bauende Residenz-Hotel entstehen. Da die neuen
Leitungen im Zusammenhang mit der Straßensanierung an die unter der
Seedeichstraße angeschlossen würden, sei mit der Rodung Baufreiheit
hergestellt worden.
Ob dies auch der Startschuss für den Bau von Residenz-Hotel und
Thalasso-Zentrum sei, wollte Hans Schlag nicht bestätigen, „das
entscheiden andere“. Fundus-Chef Anno August Jagdfeld: „Diese Arbeiten
betreffen nur die Verlegung der Leitungen.“ Aussagen über den
Baubeginn von Residenz-Hotel und Thalasso-zentrum mochte Jagdfeld noch
nicht treffen.
Das Thalasso-Zentrum soll den Gästen später einen beheizbaren
Meerwasser-Außenpool bieten. Zusätzlich sehen die Planungen weitere
Schwimmbecken im Inneren vor. Die sollen gezielt um
medizinisch-therapeutische Angebote ergänzt werden. Die Angebote
werden mit denen des Grand-Hotels kombinierbar sein.
TRI
|
Vielleicht haben die
Gegner aber auch nur übersehen oder nicht gewusst, was die Ostsee-Zeitung
weiß: Mit der Rodung der Fläche wird Baufreiheit für das Thalasso-Zentrum
und die Zufahrt zum Ensemble-Palais geschaffen. Sie
dient also nicht einmal nur der Straßenführung, sondern auch dem Investor.
Hier haben die Gegner also einmal eine Chance ausgelassen, mit dem
Argument des Umweltschutzes dem Investor zu schaden.
Vielleicht nur ein
Versäumnis - vielleicht aber auch ein Indiz, dass es doch gar nicht wie
oft vorgeworfen darum geht, dem Investor zu schaden.
Schlag auf Schlag:
Küstenwald entwidmet. Prof.-Dr.-Vogel-Straße gesperrt.
Nachdem die
Stadtvertreter nun also gewagt haben, den Weg für die ECH zu ebnen und
damit kaum auf Widerstand gestoßen sind, werden sie mutig und schieben die
nächste unangenehme Entscheidung hinterher. Auch wenn die Überschrift und
die Einleitung des nachfolgenden Artikels es nicht erahnen lassen aber:
Schlag auf Schlag,
die erste: Die Sperrung des Küstenwaldes wird amtlich.
Die Gäste, von denen
die Ostsee-Zeitung da schreibt, sind natürlich nicht Tages- oder Kurgäste.
Der Park wird den Hotelgästen vorenthalten. Zu denen natürlich auch
Tagesgäste zählen können - sie müssen dazu nur in eines der Restaurants
oder Cafés einkehren. Wenn sie denn hinein kommen. Das gerade beschlossene
Kurgebiet - welches ja unter anderem den Küstenwald beinhalten sollte -
ist damit wieder vom Tisch.
|
OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 24.
Juni 2006 | Titelseite Bad Doberan
Kleiner
Wohld soll Hotelpark werden
Ein Waldstück westlich des Grand-Hotels soll als Park für die Gäste
dienen. Die Stadtvertreter stimmen am Montag darüber ab.
Bad Doberan Der Kleine Wohld in Heiligendamm soll Hotelpark
werden. Dabei handelt es sich um Flächen westlich der Villa
Alexandrine. Dieses Haus steht bereits auf dem Gelände der
Entwicklungscompagnie Heiligendamm. Mit der Aufstellung eines neuen
Bebauungsplanes, der das Gebiet westlich des Grandhotels bis zum
Abgang zum Hundestrand umfasst, soll der Investorin die Möglichkeit
gegeben werden, für die Hotelgäste eine Ruhezone zu schaffen. Über die
Aufstellung des vollkommen neuen Plans wird während der Sitzung der
Stadtvertretung am kommenden Montag abgestimmt.
Was genau geplant ist, erfuhren die Stadtvertreter bereits im
Vorfeld der Sitzung während eines internen Informationstreffens Anfang
der Woche. Das rund 13 Hektar große Waldstück zwischen Villa
Alexandrine und dem Strandabgang West befindet sich noch im Besitz des
Landes.
Mit der Entwicklungscompagnie gebe es einen unterschriftsreifen
Tauschvertrag, sagte ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann.
Erhalte
die ECH das Waldstück, erhalte das Land im Gegenzug eine bereits
aufgeforstete Fläche aus den Beständen der Entwicklungscompagnie.
Diese befindet sich an der Heiligendammer Umgehungsstraße. Seitens der
Stadtverwaltung wird eingeschätzt, dass die Investorin das Waldstück
erst dann erhalte, wenn sich die Stadtvertreter für die geplante
Entwicklung positionieren, also der Aufstellung des neuen
Bebauungsplanes zustimmen. Der Zugang zu Kinderstrand und Hundestrand
bleibt gewährleistet.
Im Zusammenhang mit diesem Vorhaben steht auch eine Änderung des
Flächennutzungsplanes. Der bisherige Erholungswald wird demnach in
eine Grünfläche mit der Zweckbestimmung „private Parkanlage“
umgewandelt. Die betroffene Fläche verbleibt im
Landschaftsschutzgebiet Kühlung.
Diesen Abstimmungen geht die Aufhebung des Beschlusses zur Bildung
des Kurgebietes Heiligendamm voraus. Der während einer überaus
turbulenten Sitzung Anfang Dezember des Vorjahres gefasste Beschluss
soll nach Vorstellungen der Verwaltung gekippt werden. Die seinerzeit
zusammengeführten Pläne werden einzeln weiterverfolgt.
Von der Initiative „Öffentlichkeit für Heiligendamm“ wird die
Umwandlung des Waldstückes in einen Hotelpark als „sehr ungewöhnlich“
bezeichnet. In Rerik habe die Gemeinde den Küstenrandstreifen selbst
erworben.
TIMO RICHTER
|
Da nützen auch
Tausch-Begehren der FDP nichts: Der Küstenwald bleibt zu.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Dienstag, 27. Juni 2006 | Titelseite Bad Doberan
Stadtvertreter
votieren für Hotelpark
Mehrheitlich positionierten sich die Doberaner
Stadtvertreter gestern Abend für die Einrichtung eines Hotelparks.
Bad Doberan Wenig Diskussionsbedarf hatten die Stadtvertreter
gestern Abend zu einem ganzen Paket von BeschluSVVorlagen rund um
Heiligendamm. Der Ende vergangenen Jahres gefasste Beschluss zur
Zusammenlegung zweier Bebauungspläne wurde ebenso aufgehoben wie denen
zur Aufstellung dieser Vorhaben als Einzelpläne zugestimmt wurde. Auch
die Neuaufstellung eines Bebauungsplanes zur Umwidmung eines
Waldstückes zwischen der Villa Alexandrine und dem Kinderstrand (OZ
berichtete) wurde mehrheitlich beschlossen. Bürgerbund und FDP
scheiterten mit Anträgen in dem betroffenen Bereich den
Küstenwanderweg öffentlich zu belassen.
Mit klarer Mehrheit lehnten die Stadtvertreter zudem
einen Antrag von Harry Klink ab, der zugunsten einer Öffnung der
westlichen Promenade einen Wegfall des so genannten Stichweges
befürwortete. So sollten die „Gaffer-Touristen“ vom Grand-Hotel fern
gehalten werden. Dies sei während eines Info-Treffens der
Stadtvertreter mit der Stadtverwaltung so verabredet worden.
Bürgermeister Polzin bemühte den Grundlagenvertrag mit der
Entwicklungscompagnie, wonach die Investorin den darin festgehaltenen
Forderungen nach einer Wandermöglichkeit mit dem Bau des Steges auf
der Steinpackung in vollkommen ausreichender Weise nachgekommen sei.
Ohne langwierige Diskussion kamen die Stadtvertreter
dennoch nicht aus. Beim Widerspruch des Bürgermeisters gegen das
Bauprogramm für die Dammchaussee in Bad Doberan taten sich für einen
Teil des Gremiums erhebliche Verständnisschwierigkeiten auf. Selbst
Verwaltungsrechtsexperten kamen bei der Erläuterung des
Abstimmungsprozederes nicht auf den Punkt, was zusätzliche Verwirrung
stiftete. Ohne die CDU-Fraktion hoben die Stadtvertreter schließlich
einen früher gefassten Beschluss auf, um gleich danach ein neues,
deutlich abgespecktes Programm zu beschließen. Dieses solle, so der
Wunsch des Bürgerbundes, mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz – der
Verband hatte gegen das erste Programm geklagt – abgestimmt werden.
TIMO RICHTER
|
Schlag auf Schlag, die
zweite: Die Professor-Dr.-Vogel-Straße wird gesperrt.
Per
Sondernutzungsregelung wird die Professor-Dr.-Vogel-Straße zwischen den
Hotelbauten für 2 Monate gesperrt.
Es ist zu befürchten, dass es dabei
bleibt. Denn "wegnehmen können" heißt nicht "wegnehmen müssen".
|
OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 18. Juli 2006 | Titelseite
Bad Doberan
Hotel darf
Straßenteil sperren
Zwischen der Einfahrt des Grand Hotels und dem so genannten
Stichweg zum Seebrückenvorplatz kann die Prof.-Dr.-Vogel-Straße
befristet bis zum 15. September gesperrt werden.
Heiligendamm Einen – wenn auch kleinen – Schritt in Richtung
Beruhigung des Hotelbereichs des Kempinskis in Heiligendamm konnten
die Betreiber nun hinter sich bringen.
Der erste Teil der Professor-Dr.-Vogel-Straße kann für den Besucherverkehr gesperrt
werden. Möglich macht das eine Sondernutzungsregelung, die seitens des
Hotels beantragt wurde.
Nach intensiver Prüfung innerhalb der
Stadtverwaltung, sagt Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin, sei dem
Antrag stattgegeben worden – befristet bis zum 15. September.
Damit kann der erste Teil der Prof.-Dr.-Vogel-Straße, das ist der
Abschnitt zwischen der Hoteleinfahrt bis zum so genannten öffentlichen
Stichweg zum Seebrückenvorplatz, dichtgemacht werden. Begründet wurde
der Antrag unter anderem mit Außenveranstaltungen des Hotels, die
durch den Besucherverkehr von Nichthotelgästen gestört würden, so das
Stadtoberhaupt. Seitens des Hotels könne der Wegabschnitt gesperrt
werden. Auflage sei, dass die Sperren nach Ablauf der Frist wieder
wegenommen werden können.
Mit einer durch die Besucherströme ausgelösten Unruhe auf dem
Hotelareal wird die nicht ausreichende Auslastung des Grand Hotels
begründet.
Gemeinsam mit der Uni Rostock soll ein Konzept erarbeitet
werden, wie das Hotel rentabel betrieben werden könne, so Polzin.
Der Besucherverkehr wird nun auf den Weg durch den Kurpark gelenkt.
Von dort können die Nichthotelgäste über den bestehenden Teil des
Stichweges zum Seebrückenvorplatz oder am Parkplatz Seedeichstraße zur
Promenade gelangen.
TRI
|
Zwei Entscheidungen
sind nicht genug. Jagdfeld möchte einen Zaun um das Ganze.
Die
Stadtvertreterversammlung hat die Beschlüsse gefasst und der erwartete
Widerstand der Bürger blieb aus.
Womit sie nicht
gerechnet hat: Jagdfeld baut wieder "Luftschlösser":
|
OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 19. Juli 2006 | Titelseite
Bad Doberan
Fundus-Chef
will Hotel einzäunen
Weil in Heiligendamm noch viele gefährdete Gäste nächtigen werden,
wünscht sich der Fundus-Chef einen dauerhaften Zaun.
Heiligendamm Anno August Jagdfeld ist kein Freund übertriebener
Aktivitäten. Dass für den amerikanischen Präsidenten während des
Besuchs im Grand Hotel in Heiligendamm eigens ein Sicherheitszaun
gezogen und gleich nach der Abreise wieder abgebaut wurde, ist dem
Chef der Fundus-Gruppe ein Dorn im Auge. Auch sei der
stacheldrahtbewehrte BauZaun nicht gerade eine Augenweide gewesen.
„Das gibt ein schlechtes Bild ab.“
Anno August Jagdfeld möchte einen dauerhaften Zaun, um die
Sicherheit der staatstragenden Hotelgäste gewährleisten zu können.
Heute Bush, morgen die Teilnehmer des G-8-Gipfels und dann jährlich
mindestens einmal ein Besucher, der ähnlich aufwändig geschützt werden
müsse, so die Prognose Jagdfelds.
Denn in ganz Deutschland gebe es
keinen anderen Platz von der Klasse Heiligendamms.
„Warum also soll jedes Mal so ein hässlicher Zaun errichtet
werden“, fragt der Fonds-Initiator.
Ein fester Zaun, vergleichbar mit
denen rund um den Hyde-Park oder den Buckingham-Palace in London,
sorge für ausreichende Sicherheit bei besonderen Besuchen. So ein Zaun
sehe nicht nur viel schöner aus, sondern spare auch noch jede Menge
Geld. Auf- und Abbau entfielen, auch werde in der Folge weniger
Personal benötigt, um beispielsweise Staatsgäste zu schützen.
Dass Anno August Jagdfeld mit solchen Vorstellungen die Kritiker
einer weiteren Beruhigung des Hotelareals auf den Plan ruft, sieht der
Fundus-Chef nicht.
Der feste Zaun werde selbstverständlich Tore und
Durchlässe besitzen. Geschlossen würden die nur während der
Anwesenheit von solchen Hotelgästen, die solch einen Schutz
benötigten.
Überhaupt versteht er die Aufregung um das Hotel nicht.
Mit einer
weiteren Beruhigung des Areals sollen „nicht die 100 Doberaner
getroffen werden, die zum Baden kommen“. Wohl aber möchte Anno August
Jagdfeld die 4900 Radler und Busgäste ausgesperrt wissen, die die
nötige Ruhe der Hotelgäste so empfindlich stören – und damit den
Erfolg des Hotels insgesamt beeinträchtigten.
Die aktuelle
Wegesituation werde auch nach Aufbau eines Dauerzauns rund um das
Hotel genauso aussehen wie davor.
Die Frage eines permanenten dastehenden Zaun müsse nun von Politik
und Sicherheitsbehörden aktiv angegangen werden. Die Vor- und
Nachteile müssten sachlich gegeneinander abgewogen werden. Überzeugt
zeigt sich Anno August Jagdfeld, dass diese Frage nach dem Besuch von
George W. Bush entspannter beantwortet werden könne als vor dem
Ereignis. Im Klartext: Befürworter und Gegner werden sich nicht gleich
zerfleischen.
Außerdem: So ein fester Zaun gebe doch gleich ein ganz anderes, vor
allem besseres Bild ab. Jetzt seien die Bilder einer
Baustellenabsperrung durch die Medien gegangen. Dabei könne von
Heiligendamm ein völlig anderes Bild dargestellt werden. Mehr noch:
Diese guten Bilder seien dann auch noch unbezahlbare Werbung nicht nur
für Bad Doberan, sondern gleich für ganz Mecklenburg-Vorpommern.
TIMO RICHTER
|
Hintergrund ist der
Besuch von George W. Bush jr. in Heiligendamm. Zu seiner Sicherheit wird
ein dreifacher Zaun vom Wasser aus auf die Promenade gezogen, der am
Imbiss auf die Seedeichstraße, von dort auf die Kühlungsborner Straße und
durch den Küstenwald wieder zum Strand gezogen wird. Die Gäste der
Median-Klinik dürfen nicht ans Fenster treten. Der Zaun ist wirklich keine
Lösung aber jeder andere Zaun wäre durchdringbar. Was Jagdfeld plant,
würde auf einen Hochsicherheitszaun hinaus laufen, der den Hotel-Gästen
eher Insassen-Gefühl, als Urlaubsfeeling verspricht. Die von ihm genannten
Beispiel-Zäune sind freilich recht normale Zaunkonstruktionen aber sie
geben auch keinerlei Sicherheit. Die Sicherheit der Palastbewohner kommt
erst durch die Kombination Zaun-Überwachungskamera-Wachmannschaft zu
Stande. Dort sitzen aber auch königliche Häupter, die geschützt werden
wollen und nicht Hotelgäste, die sich entspannen wollen.
Urlaub hinter
Gittern? Merkwürdige Vorstellung.
Natürlich: Der Zaun soll Tore haben und die Wachmänner sind nur da,
wenn Staatsgäste einchecken.
Aber der Zaun bleibt nun einmal
allgegenwärtig. Es muss auch andere Lösungen geben, als Zäune.
Der Sicherheitszaun von
Juli 2006 verlief vom Kinderstrand an der MEDIAN-Klinik und dem Bahnhof
vorbei zur Promenade und von dort aus in die Ostsee. Wir sprechen also nicht
vom 13-Kilometer-Zaun des Jahres 2007.
Allerdings stellt sich die Frage,
inwiefern man den Versprechen eines Herrn Jagdfeld trauen kann, der noch im
Jahr 2000 gegenüber der Zeit eine ganz andere Aussage abgab:
|
Sieben Villen reihen sich als weiße
Perlenkette neben dem künftigen Grand Hotel am Strand. Sie werden als
Ferienwohnungen verkauft, 15 000 Mark der Quadratmeter.
»Wir haben noch nicht mal einen Prospekt
gedruckt und haben schon 300 Interessenten für die 40 Wohnungen.
« Das
solle aber kein abgeschottetes Luxusghetto werden. Jagdfeld steht auf dem Rasen vor Haus
Schwan, bückt sich ein wenig und hält seine linke Hand auf Kniehöhe. »So
hoch wird der weiße Zaun, der hier hinkommt.
Die Promenade davor bleibt öffentlich, und
der Strand gehört der Bundesrepublik Deutschland.« (Quelle:
Die Zeit 42/2000).
|
Zur Information: Drei
Jahre später wurde eine Reihe Holzstäbe in den Boden gerammt, die mit einem
grünen Drahtgeflecht verbunden wurden und es wurde eine Hecke gepflanzt. Das
Provisorium macht den Eindruck, nach dem Anwachsen der Hecke weggenommen
werden zu sollen aber die Hecke macht nicht den Eindruck, aus baumschulischen
Gründen angepflanzt geworden zu sein. Wenngleich eine kleine Hecke nicht nur
schöner als ein Zaun aussieht, sondern auch das Überklettern besser verhindert und dem
Rasen einen gewissen Schutz vor aufgewehten Seesand und Austrocknung durch
direkte Sonneneinstrahlung bietet. Dennoch hinterlässt der
Beitrag einen schalen Nachgeschmack. Die Medien erinnern sarkastisch an "Niemand
hat die Absicht, eine Mauer zu errichten".
Aber auch das sei erwähnt: Im Jahre 2000 interessierten sich weniger
Tagesgäste für Heiligendamm, als es schon drei, besonders aber sieben Jahre
später der Fall war. Jagdfeld hat im Jahr 2000 wirklich geglaubt, er könne
ein Hotel auf die grüne Wiese setzen und einen kniehohen Lattenzaun darum
ziehen und die Leute würden sich daran halten.
Jagdfeld glaubt immer, was er sagt. Nur bewahrheitet es sich nicht immer...
Auch der
Einzelhandel steht hinter den Abschottungs-Plänen.
Wie schon zuvor der HGV
Bad Doberan verspricht sich auch der Einzelhandelsverband Nord-Ost ein
großes Stück vom Heiligendamm-Kuchen. Natürlich sind es rein
wirtschaftliche Interessen, die ihn dazu bewegen, der ECH den Rücken zu
stärken aber dazu ist er ja ein Wirtschaftsverband.
|
OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 25. Juli 2006 | Stadt und
Land
Einzelhandel: Umdenken für Heiligendamm
Heiligendamm Unternehmen des Einzelhandelsverbandes Nord-Ost
haben sich an Geschäftsführer Heinz Kopp gewandt, um auf die Situation
des Grand Hotels in Heiligendamm aufmerksam zu machen. Es gehe um den
Erhalt und die Entwicklung des kleinen Ortes, um das
Nachfragepotenzial für den Einzelhandel. Der Verband hat sich nicht
nur vor Ort umgesehen, sondern auch auf der Basis eines
Einzelhandelsgutachtens für Bad Doberan vom Dezember 2005 Berechnungen
vorgenommen.
„Derzeit beträgt das einzelhandelsrelevante Volumen trotz der noch
unbefriedigenden Auslastung bereits 1,4 Millionen Euro, bezogen auf
Beschäftigte, Gäste und Eigenbedarf. Nach Abschluss des
Gesamtvorhabens wird sich das Nachfragevolumen für den Einzelhandel
auf etwa 4,18 Millionen Euro erhöhen“, macht Heinz Kopp deutlich.
Theoretisch könne damit allein Heiligendamm gegenwärtig 8,5
Beschäftigte im Einzelhandel Bad Doberan „ernähren“, rechnet er vor.
In der Praxis verteile sich das Potenzial auf viele
Einzelhandelsunternehmen und sichere damit deren Existenz und
Arbeitsplätze, so Kopp. Beachtet man alle Branchen, die mit oder von
Heiligendamm leben, so dürfte das Volumen ganz andere Größenordnungen
erreichen. Kopp rechnet mit 700 Arbeitsplätzen künftig (derzeit 250),
einer Million Euro Gewerbesteuer, 100 000 Euro Kurtaxe. Dazu kämen ein
beachtliches Bauvolumen, Handwerkerleistungen und Dienstleistungen.
Neben den Zahlen kommt der Imagegewinn für die Region und die Stadt
Bad Doberan hinzu.
Angesichts der angesprochenen Dimensionen zeigt sich der
Einzelhandelsverband enttäuscht, dass nicht alles getan wird, für die
Entwicklung Heiligendamms die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen.
„Die derzeitige Wegediskussion um den Stichweg mag durchaus historisch
vereinbarte Hintergründe haben. Angesichts verheerender Folgen muss
endlich umgedacht werden“, fordert Geschäftsführer Kopp. Es sollte
abgewogen werden: entweder Öffentlichkeit und erneuter Verfall oder
marktwirtschaftlich geprägte Entwicklung mit Synergien für die
Menschen.
R. P.
|
Was die Einzelhändler
in ihrem Gutachten übersehen haben ist, dass das Grand Hotel nur im Moment
den Eigenbedarf außerhalb Heiligendamms einkauft. Langfristig will sich
das Hotel selbst versorgen und dazu hat FUNDUS ja das Gut Vorder Bollhagen
erworben und ausgebaut. Es gibt wohl Verträge mit Autohäusern,
Waschanlagen und Dienstleistern aber langfristig will FUNDUS in
Heiligendamm alles anbieten, wofür jetzt noch Leute von außerhalb kommen
oder zu ihnen gefahren werden muss.
FUNDUS selbst kann sich aussuchen, wer
in Heiligendamm wo was bietet und wird natürlich erst einmal einen
bestehenden Kontaktekreis bedienen, bevor dann Lücken durch hiesige
Unternehmen gefüllt werden. Aber auch diese müssen dort Miete zahlen und
die Preise in Heiligendamm unterscheiden sich erheblich von denen in Bad
Doberan. Zudem wird der Händler in Heiligendamm fast ausschließlich von
den Hotelgästen leben müssen, da Tagestouristen und Einheimische quasi
verlagert werden. Die Händler müssen also dauerhaft Ansprüche auf
höchstem Niveau erfüllen. Das alles können die Gutachter noch nicht
erkennen.
Man muss bei der Kritik
an den Stadtvertretern bedenken, dass bis jetzt nicht bewiesen werden
konnte, dass Tagestouristen die Hauptursache für die schlechten Zahlen
sind.
Die Stadtvertreter
gehen davon aus, dass auch das Fehlen eines ansprechenden Umfeldes - eben
wegen der verfallenen Villen und den noch nicht entstandenen
Freizeiteinrichtungen - einer der wichtigsten Gründe für die schlechte
Belegung ist.
Bevor sie die Bürger und die benötigten Tagesgäste
aussperren, wollen sie erst die anderen Hauptgründe beseitigt sehen.
Platz vor Seebrücke Heiligendamm wird umgestaltet
Heiligendamm (OZ/JO) - Die Finanzierung der neuen
Strandabgänge, der Gestaltung des Brückenvorplatzes und
der Promenade im Seeheilbad Heiligendamm ist gesichert.
Nach der Förderzusage aus dem Wirtschaftsministerium sind
die restlichen zehn Prozent jetzt über eine
Sonderbedarfszuweisung aus dem Innenministerium avisiert,
teilte das Doberaner Bauamt mit. In siebenmonatiger
Bauzeit könnte ab Mitte September der 830 Quadratmeter
große Vorplatz vor der 200 Meter langen Seebrücke mit
hochwertigen Granitplatten aufgewertet werden. Die
Promenade Börgerende erhält Beleuchtung und Bänke.
|
Und er bekommt dafür
Rückendeckung von der Universität Rostock, die sogar den Stichweg ablehnt.
Freilich hat er sich
diese Rückendeckung selbst bestellt. Aber Professor Benkenstein ist auch
Bad Doberaner und wenn es ihm darum gegangen wäre, irgend etwas zu
verhindern, hätte er jetzt die Chance gehabt. Er analysiert aber und kommt
zu einem Ergebnis, das die Hotelgäste abgeschirmt werden müssen.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Wochenendausgabe, 04. November 2006 | Titelseite Bad Doberan
Gutachter fordert Aus
für Publikumsverkehr
Um die Hotelanlagen in Heiligendamm erfolgreich
entwickeln zu können, wird in einem Gutachten u. a. die Sperrung von
Wegen gefordert.
Heiligendamm Das Gelände des Grand Hotels in Heiligendamm darf
nicht länger öffentlich zugänglich sein. Das Hotel erhält einen
eigenen Strandabschnitt westlich der Seebrücke.
Auch für den Besuch
der Promenade wird künftig die Kurtaxe fällig. Genauer wird
hingeguckt, ob auch bezahlt wurde. Diese Voraussetzungen werden in
einem Gutachten der Universität Rostock für eine erfolgreiche
Fortführung des Hotels sowie der Umsetzung der zahlreichen weiteren
Vorhaben wie Thalasso- und Ayurvedazentren genannt.
Professor Dr. Martin Benkenstein, Direktor des
Instituts für Marketing und Dienstleistungsforschung schlussfolgert,
dass bei Umsetzung dieser Maßnahmen ein Anstieg der Gästezahlen im
Grand Hotel zu erwarten sei. Dies werde in der Folge dazu führen, dass
weitere Investitionen erfolgten, so der Autor der von der
Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) in Auftrag gegebenen Studie.
Dies wiederum führe zu weiter steigenden Gästezahlen, sodass dann auch
die Investitionen ins Gut Vorder Bollhagen, das Golfodrom sowie in die
Gartenstadt tatsächlich realisiert werden könnten.
Beim Beibehalten der aktuellen Entwicklungen, so das
zweite entworfene Szenario, sei mit sinkenden Gästezahlen zu rechnen,
so der Gutachter. „Ohne wirtschaftlichen Erfolg des Grand Hotels wird
die ECH keine Banken oder Investoren finden, die in Folgeprojekte
investieren“, heißt es in dem Gutachten. Stagnierende oder rückläufige
Gästezahlen würden die jetzt schon negative wirtschaftliche Situation
des Hotels weiter verschlechtern. So sehr, dass die
Betreibergesellschaft das Haus schließen werde – mit dramatischen
Folgen für die gesamte Region: Arbeitsplatzverlust, geringere
Steuereinnahmen und Imageverlust, ausbleibende Entwicklung des
Doberaner Stadtzentrums, um nur einige zu nennen.
Besondere Bedeutung misst der Autor der
Geschlossenheit der Anlage zu. Öffentliche Wege durch die Anlage
müssen geschlossen oder gar nicht erst gebaut werden. „Weder darf der
geplante Stichweg tatsächlich gebaut werden noch darf die
Prof.-Dr.-Vogel-Straße für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Die
„klare und uneingeschränkte Schließung der Hotelanlagen betrifft
sowohl den Tagestouristen als auch die Bewohner Bad Doberans und die
Patienten der Median-Klinik“. Lediglich für bestimmte Patienten, etwa
mit Gehbehinderung, solle eine Ausnahmeregelung für einen direkten
Strandzugang getroffen werden.
In zahlreichen Gesprächsprotokollen im Anhang wird
immer wieder auf mangelnde Kooperationsbereitschaft seitens der ECH
verwiesen, die letztendlich die Stadt für Probleme beim Betrieb des
Hotels verantwortlich machen würde.
TIMO RICHTER
|
Sein Szenario hinkt ein
wenig. Kempinski kann das Grand Hotel nicht schließen.
Es kann höchstens
den Managementvertrag kündigen.
Dann hat das Hotel keinen Betreiber mehr.
Aber in dem Moment würde die ECH selbst den Betrieb sichern.
(So ist es
2009 dann auch geschehen.)
Auch das Bad
Doberaner Stadtzentrum hat nicht viel mit Heiligendamm zu tun.
Als
Resort-Hotel will die ECH den Hotelgästen ja in Heiligendamm alles bieten,
was sie begehren.
Sie werden also nicht so viele Gründe finden, ihr Geld
in Bad Doberan zu lassen.
Gerade das spricht wieder eher dafür, dass Bad
Doberan sich lieber auf die Tagesgäste konzentrieren sollte und nicht auf
die Hotelgäste.
Wenngleich das natürlich auch realisierbar wäre, indem man
die Hotelgäste in ihrem Bereich ungestört sein lässt und die Tagesgäste in
einem anderen Bereich unterbringt.
Ein paar Statisten entlang der
Promenade braucht aber auch FUNDUS-Heiligendamm, sonst wirkt es tot.
Die
Hotelgäste allein können das bunte Treiben - die Lebendigkeit
Heiligendamms - nicht kompensieren.
Was aber stimmt ist,
dass eine weitere Stagnation zu weniger Arbeitsplätzen und vielleicht auch
Stellenabbau führen würde und dass ein Rückzug der Betreibergesellschaft
ein großer Imageschaden bedeuten würde. Ja und sein Gutachten selbst wird
wohl auch stimmen. Es ist nicht davon auszugehen, dass die ECH sich
Gutachten erkauft. Sie hat es nur in Auftrag gegeben und bezahlt.
Die ersten Zäune
kommen.
Die Meldung bezieht
sich zwar auf den Bau eines Geh- und Radweges aber aus dem Text geht auch
eine Sperrung hervor:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 17. Oktober
2006 | Titelseite Bad Doberan
Rad- und
Gehweg wird weiter gebaut
Heiligendamm Ein Stück Gehweg in Heiligendamm – unmittelbar vor
dem Grand Hotel – hat ein Geländer erhalten. Auf einer Länge von gut
150 Metern wurde es durch eine hiesige Fachfirma gesetzt. Die Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH) hat das Geländer bauen
lassen und bezahlt. In Abstimmung mit der Stadt Bad Doberan.
Das
Geländer wurde nötig, damit die Leute in der Kurve nicht die Straße
überqueren, erläutert Norbert Sass vom städtischen Bauamt. Im Juli
hatte dieser Wegabschnitt für Ärger gesorgt, da die ECH dort einen
Bauzaun ohne Genehmigung gesetzt hatte.
Vor der ehemaligen Fachschule mussten jetzt sieben Linden gefällt
werden. „Die naturschutzrechtliche Genehmigung liegt vor“, betont Sass.
Das Fällen der Bäume wurde nötig für den 2. Bauabschnitt der
Kühlungsborner Straße in Heiligendamm. Der Fuß- und Radweg wird weiter
gebaut bis zum Ortsausgang in Richtung Kühlungsborn – etwa 650 Meter.
Gestern Abend wurde der Auftrag durch die Stadtvertretung an die
Bietergemeinschaft Müsing/Dassel vergeben. Die von der Stadt zu
tragenden Kosten, gedeckt durch Fördermittel, betragen gut 622 000
Euro. Kritisiert wurde, dass die Fällaktion vor dem Beschluss zum
Bauprogramm erfolgt seien.
Ein Radweg wird sich bis zum geplanten Kreisverkehr anschließen.
Dafür zuständig ist das Straßenbauamt Güstrow. Die Stadt Bad Doberan
lässt diesen Weg gleich mitbauen. Innerhalb Heiligendamms wird auf der
anderen Straßenseite noch ein straßenbegleitender Fußweg gebaut und es
werden Straßenlampen aufgestellt.
RENATE PETER/TRI
|
Ich will nicht
kleinlich sein: Ein Geländer ist kein Zaun. Aber dieses Geländer kann
durch die Querstreben und die "Pickel" oben drauf nicht einfach
überstiegen oder unterklettert werden und das ist ja auch nicht Sinn der
Sache. Das Geländer beginnt in Höhe des Hauses "Severin-Palais" und endet
an der Orangerie. Auf der anderen Seite beginnt es in gleicher Höhe und
endet direkt am Tor zum Grand Hotel. Das nur mit Hotelkarte oder "Winken
und Warten" geöffnet
werden kann. Bisher ging der Bürgersteig rechts und links an der Straße
entlang und das hat man mit dieser neuen Wegführung unterbunden. Was
durchaus sinnvoll ist, denn zuletzt endete der Fußweg an der Einfahrt des
Hotels und zwang die Fußgänger zum Überqueren der Straße in der
uneinsehbaren Kurve. Die neue Wegführung jedoch dient nicht nur der
Sicherheit, sondern eindeutig auch der Fernhaltung der Fußgänger und
Radfahrer. Was gutes Recht der ECH und wie wir sehen auch durch die Stadt
bewilligt ist. Aber es kommt eben auch einer Absperrung gleich.
|
Hintergrund: Warum der Zaun in der Kühlungsborner Straße sein musste.
Die ECH geriet in die Kritik, als
sie eigenmächtig einen Bauzaun an den Rand des Bürgersteiges der
Kühlungsborner Straße aufstellte.
Da der Zaun nicht genehmigt war, musste er wieder abgebaut werden.
Jedoch hatte die Stadt Verständnis für die Argumente der ECH, die
diesen Zaun mit der Gefährdung des Straßenverkehrs durch Überquerungen
in der Kurve begründete.
Die Stadt genehmigte einen dekorativen Zaun,
der sich nicht so einfach überwinden lässt.
Die Kosten dafür trug
die ECH selbst.
Schauen wir uns an, welche Probleme der Zaun lösen soll und
welche er schafft:
|
|
 |
|
Bis 2006 gab es in der Kühlungsborner Straße einen beidseitigen
Fußweg.
Das Bild stammt von 2004 und zeigt von der MEDIAN-Klinik nach Norden.
|
|
 |
|
Zunächst wurde in 2006 nur ein Zaun auf der linken Seite errichtet.
Rechts gab es keinen Zaun und auch keinen Hinweis auf folgendes
Problem:
|
|
 |
|
Der Weg endete vor den Schranken des Grand
Hotels, dessen Gelände nicht betreten werden durfte.
Geradeaus ging es
nicht weiter und links versperrte der Zaun den Weg.
Es ging also nur
auf gleichem Wege wieder zurück und dann rüber über die Straße.
|
|
 |
|
Im Jahre 2004 führte der Bürgersteig noch
bis zur Orangerie, später noch bis zum Kurhaus.
Dort endete der
Spaziergang aber wieder vor einem Tor.
Denn der Durchgang von der
Kühlungsborner Straße zur Seebrücke wurde ja im Einvernehmen gesperrt.
|
|
 |
|
Ein Jahr später hatte man die Torkonstruktion befestigt und den
Bürgersteig entfernt.
Der hier abgebildete Bürgersteig ist keiner,
sondern nur ein Rest des alten Bürgersteiges.
Die Hotel-Logistik
benötigt diese schmale Ecke für die direkte und kurze Verbindung
Wirtschaftsgebäude - Hotel (Grand Hotel und Severin-Palais).
|
|
 |
|
Ein Jahr später - also Ende 2006 - war auch diese Freifläche
geschlossen, weil sich immer noch Menschen dort hin verirrten.
Die
Logistik konnte so ungestört hinter dem Zaun verkehren.
Nur das
Personal - auch nicht die Hotelgäste - können dieses Tor mit ihrer
Chipkarte öffnen.
Auch Hotelgäste kommen nicht überall hin und durch.
|
|
 |
|
Der linke Weg ist über eine lange Strecke eingezäunt.
|
|
 |
|
Der Zaun endet erst an der Orangerie.
|
|
 |
|
Rechts entstand ein weiterer Zaun und hier wurde zur Lösung des
Problems ein Schild aufgestellt.
Dieses ist allerdings nicht deutlich
genug.
Es müsste noch erkennbar gemacht werden, dass der
Nicht-Hotelgast hier in eine Sackgasse läuft.
|
|
 |
|
Der Weg ist für ihn umsonst, denn er endet
an diesem Tor, das nur mit Chipkarte zu öffnen geht.
Allerdings ist
das auch der Zugang für Restaurantgäste, die ja keine Chipkarte haben.
Momentan erweist sich dies noch als Hürde beim Besuch.
|
|
Fazit: Ich kann natürlich nur für mich sprechen aber ich finde
diesen Zaun sinnvoll.
Er nimmt keinem etwas weg und verhindert auch
nicht den Blick auf das Ensemble von hinten.
Natürlich taucht er auf
den Bildern mit auf aber das ist nun einmal das neue Heiligendamm.
Auch in der Vergangenheit gab es Zäune, die dann irgendwann wieder
verschwanden, weil sie nicht mehr benötigt wurden.
Für mich macht die
Zaunkonstruktion aber erst richtig Sinn, wenn dem Nicht-Hotelgast auch
am Anfang des rechten Zaunes eindeutig zu verstehen gegeben wird, dass
er sich in eine Sackgasse begibt, wenn er nicht tatsächlich in das
Hotel möchte.
Wiederum ist dies aber auch der Eingang, wenn man zu den
Restaurants möchte oder wenn man zu Fuß eincheckt.
Offenbar existiert
eine Gegensprechanlage, die aber auch nur den Mindestanforderungen
entspricht.
Hier wünscht man sich einfach eine komfortablere Lösung. Das Tor an
den Anfang des Zaunes zu versetzen, halte ich aber auch nicht für eine
gute Idee, da dann einige Perspektiven und damit ein wenig
Erlebbarkeit verloren gehen/geht.
Ich hätte das ganze ohnehin anders
gestaltet. Schauen Sie mal in den Menüpunkt "Selbstverständnis".
|
Der Stadt fehlt das
Geld. B-Plan muss warten.
Auch wenn viel von
Heiligendamm FUNDUS gehört: Für fast genauso viel ist die Stadt Bad
Doberan zuständig.
Während also FUNDUS in Häuser und Einfriedungen
investiert, muss die Stadt stets die Voraussetzungen dafür schaffen.
Einerseits durch Beschlüsse, andererseits aber auch durch Investitionen.
Fußwege, Straßen, Erschließungsarbeiten - das sind alles städtische
Angelegenheiten. Auf dem Kammerhof hat Bad Doberan eine riesige Fläche mit
Straßen, Fußwegen Ver- und Entsorgungsleitungen erschlossen und dafür viel
Geld bezahlt. Es sollten ein Wohngebiet und ein Ferienpark entstehen. Die
von der Stadt mit getragene Investitionsgesellschaft ging pleite, die
Stadt blieb auf den Kosten sitzen und heute präsentiert sich der Kammerhof
als mit Straßen und Fußwegen erschlossene Steppenlandschaft. Die Straßen
führen ins Nichts. Wenn man die
schwerfälligen Entscheidungen in Heiligendamm sieht, dann muss man sie
unter genau dem Gesichtspunkt sehen:
Die Stadt will kein Risiko
eingehen.
|
Freitag, 20. Oktober
2006 | Titelseite Bad Doberan
Kosten nicht
geklärt: B-Plan muss warten
Bad Doberan
Wegen der nicht eindeutigen Klärung der Kostenfrage
zog Bürgermeister Hartmut Polzin während der jüngsten Sitzung der
Stadtvertretung den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan
„Heiligendamm-Südwest“ zurück. Rund 100 000 Euro werden für diesen
B-Plan veranschlagt.
Auf dem rund 13 Hektar großen Areal sollten Parkplätze entstehen
sowie Flächen für Wohnungen ausgewiesen werden. Außerdem sollte mit
der Planung eine neue Verkehrsführung von der Kühlungborner Straße zum
Kinderstrand ermöglicht werden. Ziel des Vorhabens ist die
Verkehrsberuhigung an der Median-Klinik (OZ berichtete). Sollte dafür
eine Straße durch den Kleinen Wohld gebaut werden müssen, steht ein
teures Vorhaben ins Haus. Zahlreiche Auflagen sind zu beachten. Zudem
müssen die Molli-Gleise gequert werden. Heißt: Ein moderner
Bahnübergang muss her. Seitens des Bauamtes der Doberaner
Stadtverwaltung werden allein dafür rund 200 000 Euro fällig.
Diskutiert wird zurzeit, auch die Rehabilitiationsklinik an den
Kosten des neuen Bebauungsplanes zu beteiligen. Die Gespräche darüber
sind aber noch nicht abgeschlossen, eine prozentuale Verteilung der
Kosten auf die drei Partner noch nicht erfolgt.
Mit der Rücknahme der BerschluSVVorlage ist nicht das Gesamtprojekt vom Tisch, sondern
lediglich der Aufstellungsbeschluss.
TRI
|
Wenn die Stadt aber die
ECH und die MEDIAN-Klinik beteiligen kann, hat sie mehr Sicherheit. Zum
einen hat sie natürlich auch weniger Kosten aber zum anderen ist es so,
dass auch die ECH nicht in die Erschließung eines Gebietes investieren und
es dann nicht nutzen wird. Die MEDIAN-Klinik als dritter Investor ist
eigentlich nur der hilflose Versuch, die Kosten so gering wie möglich zu
halten. Immerhin kommt der MEDIAN-Klinik ja zumindest die
Straßenentflechtung zu Gute, sodass die Stadt argumentieren kann, dass sie
sich beteiligen soll. Aber ganz nebenbei wird die MEDIAN-Klinik auch
diejenige sein, die für ihre Investitionen Ergebnisse sehen will und der
ECH schon den Marsch blasen wird, wenn sie sich zu viel Zeit lässt. So
weit denken die Stadtvertreter natürlich bei solchen Abstimmungen nicht.
Das, worüber sie abzustimmen haben, wurde von ganz anderen Leuten aus der
Stadtverwaltung ausgearbeitet. Die klugen Köpfe agieren stets im
Hintergrund. Die Stadtvertreter sichern nur die demokratischen Grundsätze
bei den Entscheidungen. Schließlich arbeiten sie alle ehrenamtlich und
haben gar nicht die Zeit, solche Pläne zu erarbeiten.
Und die Kenntnisse
auch nicht. Und das ist auch gar nicht vorgesehen. Keiner verlangt das -
nicht einmal ein Gesetz.
Der Stichweg steht
auf der Kippe.
Mit dem Gutachten der
Uni Rostock hatten die Stadtvertreter nun endlich den Beweis, den sie
brauchten, um zumindest guten Gewissens handeln zu können.
Sie wollten bisher nicht das Risiko eingehen, die Tagesgäste auszusperren
und dann festzustellen, dass die Zahlen des Grand Hotels doch nicht besser
werden.
Für die Stadtvertreter
lag der Grund für die schlechte Auslastung eben nicht nur im Vorhandensein
der Tagestouristen, sondern auch im schlechten Umfeld, das sich aus den
maroden Villen und den fehlenden Freizeitangeboten ergibt. Bevor eine
Entscheidung gefällt werden konnte, musste die ECH erst einmal beweisen,
dass wirklich nur die Tagesgäste Schuld an der Misere sind. Das hat sie
mit ihren Gutachten der Uni Rostock getan und nun konnten die
Stadtvertreter auch zu Gunsten der ECH entscheiden:
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Wochenendausgabe, 04. November 2006 | Titelseite Bad Doberan
Neue Vereinbarung
befürwortet
Bad Doberan Eine Grundsatzdiskussion
entbrannte am Donnerstagabend in Reihen der Mitglieder des Ausschusses
für Wirtschaft und Tourismus. Einmal mehr wurde das Für und Wider des
Stichweges ausgetauscht. Bürgermeister Hartmut Polzin begründete den
vorgeschlagenen Verzicht des Wegebaus in den kommenden fünf Jahren mit
der immer wieder geforderten Beruhigung des Hotelgeländes. In diesem
Zeitraum könne das Hotel aus den wirtschaftlichen Schwierigkeiten
herauskommen und durch Erfolg zur Sicherung der anstehenden
Investitionen in Thalasso-Zentrum und zweiten Hotelkomplex beitragen.
Das solle in einer jetzt zu beschließenden Vereinbarung mit der
Hotelbetreiberin festgeschrieben werden.
So die Vorstellung des Stadtoberhaupts.
Doch der
hatte die Rechung ohne die Stadtvertreter gemacht. Der neue
Ausschusschef Andreas Unterfranz (CDU) wollte vor einer
Beschlussfassung den Grundlagenvertrag zwischen Stadt und
Entwicklungscompagnie Heiligendamm überarbeitet und vor allem
konkretisiert wissen. Zwei Entwürfe lägen schon vor, entgegnete Polzin.
Dennoch werde der Ausschuss-Vorsitzende darin nicht lesen, wann
beispielsweise das Versorgungs- und Service-Zentrum in
Heiligendamm-Ost entstehe.
Überhaupt, kehrte Sachkundige Einwohnerin Inge Meyer
zum Ausgang jeglicher Diskussionen über Heiligendamm zurück, seien die
Wege auf dem Hotelgelände ja eigentlich noch öffentlich. Dem
widersprach der Bürgermeister energisch. Die Öffentlichkeit der Wege
sei erst mit Inbetriebnahme des Hotels ins Spiel gebracht worden. Da
waren Flächen, die früher auch einmal Volkseigentum waren, aber schon
verkauft.
Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung empfahlen
die Mitglieder des Gremiums, der Vorlage während einer Sondersitzung
der Stadtvertreter Anfang kommenden Monats zuzustimmen.
TRI
|
Damit beginnt die
Diskussion wieder von vorn.
Natürlich würde dieser
Beschluss nicht ohne Kritik und Widerstand bleiben. Doch
erstaunlicherweise richtet sich die Kritik nicht gegen die Stadtvertreter,
sondern gegen die ECH, der inzwischen die Schuld allen Übels - auch bei
Objekten, die sie überhaupt nicht besitzt - zugeschoben wird. Wie sie
selbst einsieht, ist es ihr nicht gelungen, die Bürger zu begeistern.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Donnerstag, 09. November 2006 | Titelseite Bad Doberan
ECH kam bei Menschen
nicht an
Die Ergebnisse des Gutachtens versteht die
Entwicklungs-Compagnie als Aufgabe. Bewohner kritisieren die
Forderungen.
Heiligendamm Die Sperrung von Wegen in Heiligendamm werde immer
zu Ärger mit den Einwohnern führen. Peter Michel steht Aussagen des
von der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) in Auftrag gegebenen
Gutachtens skeptisch gegenüber.
„Wir haben immer mit Gästen gelebt.“
Und bei denen hätten die Bewohner nicht in die Fenster geguckt.
Zustimmung gibt der Bewohner eines Einfamilienhauses in der
Gartenstraße, dass Wege für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Nicht
aber, dass die Heiligendammer nicht einen Weg mehr gehen dürften. Es
sei ungezogen, wie die ECH mit den Bewohnern des ältesten deutschen
Seebades umgehe, ergänzt Elke Michel.
Soche Einschätzungen offenbaren ein tiefes
Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Vorhaben der
Entwicklungs-Compagnie. Dass es die ECH versäumt habe, ihre Vorhaben
in besserem Licht erscheinen zu lassen, wird auch in dem Gutachten
formuliert. „Wir sind bei den Menschen nicht angekommen“, gibt denn
auch ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann selbstkritisch zu. Aber:
Unzählige Informationsveranstaltungen, Gespräche mit Bewohnern und
Kommunalpolitikern können doch nicht umsonst gewesen sein. Die
Wahrnehmung Heiligendamms sowohl in der Region als auch bundesweit
bezeichnete Zimmermann als katastrophal. Beim Beschreiben der
ökonomischen Bedeutung Heiligendamms sei offensichtlich nicht die
richtige Sprache gesprochen worden. Die Ergebnisse des Gutachtens
verstehe er als Aufgabe.
Von der ECH regelrecht verarscht fühlt sich
beispielsweise Kira Goedeke. Die Investorin habe nicht mit offenen
Karten gespielt. Nach und nach seien immer weiter Forderungen gemacht
worden. Doch passiert sei nicht viel. In Heiligendamm „gibt's nichts“.
Das Fehlen von Gewerbe und Gastronomie wird auch seitens des
Gutachters moniert. Von der „toten Stadt am Meer“ spricht gar Traude
Schwarz. Zäune und Geländer vermittelten das Gefühl, unerwünscht zu
sein. Dabei sei sie erst sehr für das Hotelprojekt gewesen. Die
Zuversicht von Traude Schwarz ist mittlerweile Resignation gewichen.
Beifall erhält das Gutachten dagegen von Andreas
Kreschlok. Der Betreiber des „Hauses am Meer“ und der „Villa
Rheingold“ in Kühlungsborn und Chef des dortigen
Fremdenverkehrsvereins begrüßt „eine völlige Abschottung“.
Gucker und
Gaffer seien ein echtes Problem und müssten demnach vom Hotel
ferngehalten werden. Die ECH sollte das so deutlich sagen, auch wenn
es die Mehrheit nicht hören wolle.Sein Hotel wirke von außen stets so,
als sei es geschlossen – zum Wohl der Gäste.
Ausgesperrt werde niemand, betont Heiner Zimmermann.
Das Hotel sei zugänglich, aber eben nur durch den Haupteingang. Auch
seien Hoteleinrichtungen öffentlich nutzbar.
TIMO RICHTER
|
Nun, diese Frage können
Sie sich selbst beantworten:
Warum schauen die Gäste durch die Fenster des
Grand Hotels und tun dies nicht bei den Michels in der Gartenstraße?
Die beiden anderen
Befragten sagen aus, was hier viele denken.
So gab es auch viele
Sympathien für das Hotelprojekt, die mit der Zeit verspielt wurden. Das
ist wirklich so.
Und Andreas Kreschlok? Andreas Krechlok - wie er
richtig heißt - musste 2008 aufgeben - Schulden und gesundheitliche
Probleme. Lief wohl nicht so gut mit der Abschottung.
Wenigstens für die Patienten
der MEDIAN-Klinik ist nun aber eine Lösung in Aussicht:
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Dienstag, 14. November 2006 | Titelseite Bad Doberan
Kurzer Weg für
Behinderte zum Strand
Bad Doberan „Wir sind uns im Großen und
Ganzen einig. Zwar ist die Vereinbarung noch nicht unterzeichnet, aber
die Parameter stehen fest“, betonte gestern Bürgermeister Hartmut
Polzin. Und meint damit die Verhandlungen zwischen der Stadt,
Median-Klinik und Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH) über den
Strandzugang für Patienten der am 7. April 1997 eröffneten
Einrichtung. Ende dieser, spätestens Anfang nächster Woche wollen sie
den Vertrag in „trockene Tücher bringen“.
Laut Aussagen des
Rathaus-Chefs soll für die gehbehinderten Patienten – sie machen
zurzeit etwa zehn bis 15 Prozent der Klientel aus – weiter die
Möglichkeit bestehen, auf direktem Wege zum Therapie-Strand zu
gelangen. Dieser etwa 200 Meter breite Abschnitt zwischen Rettungsturm
und Holzsteg am Packwerk werde kleiner ausfallen, konkrete
Größenordnungen aber noch festgelegt. Für alle anderen Patienten soll
ein Extra-Strandabschnitt neben der Hotelanlage in Richtung Börgerende
entstehen. „Dieser Bereich ist vor allem für unsere Klientel mit
Hautproblemen unabdingbar“, hob Hagen-Volker Bendig hervor. Wenn es
nach den Wünschen des Verwaltungsleiters ginge, dürften alle Besucher
des 241-Betten-Hauses ohne Umwege an den Strand gelangen. „Aber wir
mussten einen Kompromiss finden, da die direkte Route übers
Hotel-Gelände führt. Die Bedenken der Compagnie, dass zeitweise mehr
Patienten als Hotelgäste über das Areal wandern, waren darum ernst zu
nehmen.“ Eine andere Alternative: der Bau eines Tunnels von der Klinik
zum Strand. „Aber diese Variante fiel aufgrund der hohen Kosten und
des Küstenschutzes aus“, hob der Verwaltungschef hervor.
Für ihn und Chefärztin Dr. Kerstin Birke von
besonderer Wichtigkeit: Menschen mit Atemwegsproblemen, mit
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dermatologischen und psychosomatischen
Auffälligkeiten müssen weiterhin uneingeschränkt das Reizklima an der
Ostsee genießen können. „Deshalb wählen sie unser Haus aus, das mit 80
bis 90 Prozent gut ausgelastet ist“, weiß Bendig.
ANETT JONUSCHAT
|
Machte Jagdfeld im Jahr
2000 noch abfällige Bemerkungen über die Kassenpatienten der Median-Klinik,
kam die ECH diesen entgegen.
Allerdings auch erst,
nachdem alle anderen - teilweise sehr abenteuerlichen - Möglichkeiten
scheiterten.
|
Nachtrag 2009: Wie
das jetzt praktisch läuft, entzieht sich meinen Vorstellungen: Werden die
Patienten an der Burg oder den Cottages vorbei geschoben, endet die Fahrt an
einer Treppe, die zum Strand herunter führt. Die Alternative wäre, sie
direkt am Kurhaus vorbei zu schieben und dann die Rampen an der Seebrücke zu
nutzen.
Ich habe am 26.08.2008
einmal nachgefragt und erhielt folgende Antwort von der Median-Klinik:
|
Die Klinik verfügt über zwei Strandabschnitte.
Der Oststrand ist für die Hautpatienten (Abschirmung, Strandkörbe der
Klinik) Vorgesehen und im FKK-Bereich integriert.
Der Weststrand
(Strandkörbe der Klinik) ist vom westlich gelegenen Kinderstrand her
zu erreichen bzw. auf längerem Wege über den Strand von Osten.
Für die
Patienten, die eine längere Strecke aus Krankheitsgründen nicht
bewältigen können, verfügt die Klinik über ein Kontingent an
Torkarten, die eine Querung des Hotelgeländes auf direktem Wege zum
Strand ermöglichen.
|
Der Oststrand ist ein
blickgeschützter Strandabschnitt gleich hinter dem Ortsausgangsschild nach
Börgerende.
Der Weststrand mit Strandkörben - tja entweder ist der mit dem
Hotelstrand vermischt oder er existiert nicht mehr.
Zwischen Rettungsturm
und Kinderstrand gibt es weder Strandkörbe, noch irgendwelche Hinweise auf
einen gesonderten Strandabschnitt. Mehr zum Thema gibt es weiter unten.
|
Was sagt eigentlich
Schwerin zu den Absperrungen?
Das wollte eine Bad
Doberanerin wissen und wandte sich - eigentlich an die Bürgerbeauftragte.
Da diese keine Antwort
wusste, wandte sie sich an den Minister für Landwirtschaft, Umwelt und
Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus.
|
Mittwoch, 15. November
2006 | Titelseite Bad Doberan
Doberanerin
verwundert über Minister-Meinung
Bad Doberan Die Doberanerin Gerda von Hof hat sich an die
Bürgerbeauftragte des Landes, Heike Lorenz, gewandt. Anliegen:
Sperrung des „Kleinen Wohlds“in Heiligendamm.
Das Büro der
Bürgerbeauftragten hat Minister Backhaus, verantwortlich auch für
Forste, darauf aufmerksam gemacht, dass „jeglicher Wald im Sinne des
Landeswaldgesetzes unabhängig vom Eigentum zum Zwecke der Erholung
betreten werden darf“. Über die Antwort des Ministers ist Gerda von
Hof jedoch mehr als verwundert. Der bewerte die Einzäunung des Waldes
als eine Maßnahme zur „Besucherlenkung“.
Der geschaffene Zaun solle
keine Sperre darstellen, sondern lediglich „den Zugang zum Wald
erschweren“. Der Minister habe darauf verwiesen, dass die Beachtung
der Zäune im rechtlichen Sinne auf Freiwilligkeit beruhe.
Er habe dem
Bürgerbüro mitgeteilt, dass „nicht ordnungswidrig handelt, wer über
oder unter den Querstreben dieser Leiteinrichtung den Zaun passiert
und den Wald betritt“. Gerda von Hof möchte diese Meinung eines
Ministers der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Sie nennt das eine
sehr fragliche Meinung eines Ministers.
RENATE PETER
|
Der Minister ist der
Meinung, dass es sich nur um besucherlenkende Maßnahmen handelt, die
überstiegen und unterklettert werden dürfen.
|
Analyse: Darf der Kleine Wohld noch betreten werden?
|
Auszug aus dem Schreiben der
Bürgerbeauftragten des Landes Mecklenburg-Vorpommern
an Frau Von Hof von der
Bürgerinitiative "Öffentlichkeit in Heiligendamm e.V." vom
08.11.2006:
...
Ich möchte Sie nunmehr schriftlich
über die Antwort des Ministers für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten
und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern zurThematik "Sperrung Kleiner Wohld"
informieren.
In meinem Schreiben an den
Minister habe ich darauf hingewiesen, dass jeglicher Wald im Sinne des
Landeswaldgesetzes unabhängig vom Eigentum zum Zwecke der Erholung betreten werden darf (§28
Abs. 1 Landeswaldgesetz). Durch die Einzäunung des Waldes wird eine
faktische Sperrung vollzogen, die nach meinem Dafürhalten gegen das Landeswaldgesetz
verstößt.
Der Minister bewertet die
Einzäunung des Waldes als eine Maßnahme zur "Besucherlenkung". Der
beschaffene Zaun soll keine Sperre darstellen, sondern "lediglich den Zugang zum Wald erschweren".
Der Minister verweist darauf, dass die Beachtung der Zäune im
rechtlichen Sinne auf Freiwilligkeit beruht. Er teilt weiter mit, dass nicht ordnungswidrig handelt, wer
über oder unter den Querstreben dieser Leiteinrichtung den Zaun passiert
und den Wald betritt.
Trotz der erhobenen Forderung auf
Gewährung eines Zugangs zum Wald wurde durch den Minister nicht in
Aussicht gestellt, dass die Umzäunung beseitigt oder zumindest unterbrochen wird.
Zu weiteren aufgeworfenen Fragen
kann ich Ihnen mitteilen, dass der "Kleine Wohld" kein festgesetzter
Schutzwald im Sinne des Landeswaldgesetzes ist. Daher ist dieses Waldstück faktisch zu
behandeln, wie jeder andere Wald auch. Einschränkungen im Verkauf von
Waldflächen aufgrund einer Schutzwaldeigenschaft gibt es nicht.
...
|
Weiterhin zitiere ich den
angesprochenen Paragraphen des Landeswaldgesetzes Mecklenburg-Vorpommern:
Waldgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern
(Landeswaldgesetz - LWaldG) vom 8. Februar 1993
Abschnitt IV
Verhalten im Wald
§ 28
Betreten des Waldes
(1) Jedermann darf den Wald zum
Zwecke der Erholung betreten. Für das Betreten des Waldes darf kein
Entgelt erhoben werden.
(2) Nicht gestattet ist das
Betreten von
-
Forstkulturen und Jungwüchsen
bis zu einer Höhe von vier Metern,
-
Pflanzgärten und Wildäckern,
-
Waldflächen und Waldwegen, auf
denen Holz eingeschlagen, bearbeitet oder bewegt wird oder auf denen
sonstige Waldarbeiten durchgeführt werden,
-
sonstigen forstbetrieblichen,
jagdlichen oder fischereiwirtschaftlichen Einrichtungen,
-
forstbehördlich gesperrten
Waldflächen und Waldwegen.
(3) Das Betreten des Waldes
erfolgt auf eigene Gefahr. Wer den Wald betritt, hat sich so zu
verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald
und die
Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet,
beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht
beeinträchtigt wird.
(4) Das Fahren mit Kraftfahrzeugen
aller Art ist außerhalb der dem öffentlichen Verkehr gewidmeten Straßen
und Wege nur dem Waldbesitzer, seinen Beauftragten
und den
hierzu gesetzlich Befugten sowie den Jagdausübungsberechtigten und ihren
Beauftragten gestattet. Die Forstbehörde kann Dritten auf Antrag das
Befahren
von
Straßen und Wegen genehmigen. Dabei sind die schutzwürdigen Interessen
des Waldbesitzers zu wahren.
(5) Das Fahren mit
Krankenfahrstühlen und Fahrrädern ohne Motorantrieb ist nur auf
Waldwegen und privaten Straßen im Wald auf eigene Gefahr gestattet,
soweit
sie nicht behördlich bzw. ordnungsgemäß gesperrt sind.
(6) Das Reiten und Kutschfahren im
Wald ist auf besonders zur Verfügung gestellten und gekennzeichneten
Wegen und Plätzen gestattet und erfolgt auf eigene Gefahr.
Dafür
müssen die Landkreise und kreisfreien Städte im Einvernehmen mit der
Forstbehörde geeignete Wege ausweisen, die mit den Reitwegen außerhalb
des
Waldes
Verbindung haben. Die Interessen der Waldbesitzer und des Pferdesports
sowie der Pferdezucht sind dabei angemessen zu berücksichtigen.
Die
Bewirtschaftung der Wälder und die Erholung anderer Waldbesucher dürfen
durch das Reiten nicht erheblich beeinträchtigt werden.
Wanderwege und Wanderpfade sowie Sport- und Lehrpfade dürfen nicht als
Reitwege gekennzeichnet sein.
(7) Die individuelle Ausübung von
Sportarten ist unter Beachtung des Absatzes 3 auf Waldwegen gestattet.
Organisierte Sportveranstaltungen, auch reitsportliche
Veranstaltungen, bedürfen der vorherigen Genehmigung durch die
Forstbehörde im Einverständnis mit den Waldbesitzern. Motorsport ist im
Wald nicht gestattet.
(8) Anlage und Kennzeichnung von
besitzüberschreitenden Wanderwegen bedürfen der Genehmigung der
Forstbehörde im Zusammenwirken mit den Waldbesitzern.
|
Im Klartext:
Es
gibt keinen abgesperrten Küstenwald und wer es möchte, kann die
Leiteinrichtungen über- oder unterklettern und den Wald betreten. Offenbar
bezieht sich diese Aussage aber nur auf die Holzkonstruktion und nicht
auf den vom Hotel aufgestellten Zaun. Dieser wird mit keinem Wort erwähnt.
Es ist auch so, dass man beim Gang durch das Hotel-Tor im Westen der
Promenade lediglich in einen Park gelangt, der aber auch wieder umzäunt ist und einen Ausgang nach Süden neben dem Haus "Brahn"
(Kids Club) besitzt.
Das Alexandrinencottage steht also nicht auf einem eingezäunten Hotelgelände
und das Grundstück darf betreten werden. Allerdings empfiehlt es sich,
einmal bei der Bürgerinitiative anzufragen, ob diese das Schreiben der
Bürgerbeauftragten zur Verfügung stellen würde.
Der Sicherheitsdienst des
Hotels läuft nämlich auch außerhalb des Geländes Streife.
Eine Bitte dennoch:
Steigen Sie nicht über Metallzäune und zerstören Sie die hölzernen
Leitsysteme nicht.
Erstes wäre ein unbefugtes Betreten und das Zweite wäre
Sachbeschädigung.
Und benutzen Sie bitte möglichst dennoch die festen Pfade
im Wald, bzw. begeben Sie sich auf dem kürzesten Weg zu diesen Wegen. Werfen Sie keinen Müll in
den Wald und betreten Sie nicht das Alexandrinen-Cottage oder ihre Terrasse
und beschädigen Sie auch dort nichts. Bedenken Sie beim
Betreten des Küstenrandes, dass sich möglicherweise unter Ihren Füßen eine
Ausspülung befinden könnte. Halten Sie darum bitte
Abstand von der Küstenkante.
Und Vorsicht:
Seien Sie sich auch bewusst, dass bei einer umfangreichen Missachtung der
Leitsysteme rigorose Absperrungen drohen.
Das Land hat kein Interesse daran,
dieses Waldstück wieder öffentlich zugänglich zu machen und es interessiert
sich dabei nicht dafür, ob die Sperrung rechtmäßig war, sondern akzeptiert
diese. Der Minister verweist
weiterhin darauf, dass es sich nicht um einen Schutzwald handelt und dieses
Waldstück keine besondere Behandlung erfährt. Es wäre einfach, den Wald
aufgrund irgendwelcher forstamtlichen Beschlüsse zu sperren. Dazu könnte
z.B. beschlossen werden, dass die Bäume sich erst einmal 20 Jahre erholen
müssen und der Wald deshalb nicht betreten werden darf oder es könnte ein
Pflanzgarten angelegt werden oder es bräuchte auch nur festgestellt werden,
dass z.B. durch eine hohe Frequentierung des Waldes die Erholung nicht mehr
gewährleistet ist und schon ist der Wald wirklich abgesperrt. Übertreiben
Sie es also nicht!
Übrigens:
Da es
sich nicht um einen Schutzwald handelt, darf dieser auch verkauft und eine
Abholzung mit Ausgleichsanpflanzungen an anderer Stelle erlaubt werden. Auf der Hohen Düne in
Rostock wurde auch für den Bau der Yachthafenresidenz Wald abgeholzt und als
für den Bau der MEDIAN-Klinik Bäume fallen sollten, hätten die Behörden dem auch
zugestimmt, wenn sich die Bürger nicht so erfolgreich dagegen gewehrt
hätten.
Und noch etwas:
In dem Moment, wo ein Teil dieses Waldstückes rechtskräftig zum Hotelpark
wird, dürfen Sie keine Zäune mehr über- oder unterklettern, sondern müssen
sich wie jeder Hotelgast von Osten her über das Hotelgelände in den Park
begeben.
|
Gerda von Hof ist
übrigens nicht irgend eine Bad Doberanerin, sondern aktives Mitglied des
Bürgerbundes und eine von 15 Kandidaten, die 2004 zur Kommunalwahl
antraten.
Die
Professor-Dr.-Vogel-Straße bleibt bis zum 30.06.2007 geschlossen.
Hintergrund sind die
Vorbereitungen und dann die Durchführung des G8-Gipfels.
Allerdings befürchtet
man, dass der Zaun stehen bleibt. Wenn man ihn so sieht, bekräftigt das
die Befürchtung.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Freitag, 17. November 2006 | Stadt und Land
Straße bleibt
gesperrt
Heiligendamm Sondernutzung? „Ich habe von
einer gesonderten Nutzung noch nichts bemerkt“, äußert sich Rainer
Friedemann aus Heiligendamm. Bisher nutzte er den Weg durch die
Prof.-Vogel-Straße seines Wohnortes Heiligendamm, um seinen Vierbeiner
auszuführen. Doch am Ende der „Perlenketten“-Ruine in dieser Straße
ist Schluss. Dort zwingt ein Eisenzaun zum Umdrehen. Nichts Neues für
Rainer Friedemann und bisher konnte er mit den Einschränkungen auch
leben, denn der Wachdienst vor Ort ließ ihn meist durch. Doch mit dem
Sommerende verschwanden auch die greifbaren Wachmänner, die ihm nun
die Tore öffnen könnten. Dazu wurde die Sondernutzung, die Sperrung
bis zum 30. 6. 2007 verlängert. Warum?, fragt sich Friedemann.
Bürgermeister Hartmut Polzin begründet:
„Hauptgrund
sind die Vorbereitungen zum G8-Treffen“. Die innere Sicherheit für den
Hotelbereich bedarf besonderer Vorkehrungen, die keinen freien Zugang
für Nichtnutzer der Hotelanlage zulassen. Zudem gäbe es in Folge
verstärkt Veranstaltungen im Hotel, die einer gesonderten
Zugangseinschränkung bedürfen.
Also werden sich die Besucher der weißen Stadt auch
vorerst mit einem Blick aus der Ferne auf den historischen
Friedrich-Franz-Stein begnügen müssen. Denn auch dieser Weg bleibt bis
zum nächsten Sommer verwehrt.
Bleibt zu hoffen, dass sich die Sondernutzung nicht
als Dauernutzung entpuppt, denn, so Rainer Friedemann: „ Die
Eisenzäune erwecken ja doch den Eindruck, als seien sie für die
Ewigkeit gebaut worden.“ Bürgermeister Hartmut Polzin beruhigt
allerdings: „Eine weitere Verlängerung der Sondernutzung in der
Prof.-Vogel-Straße wird es nach dem Juni 2007 nicht geben“. Wie wird
man dann die Hotelanlage vor neugierigen Blicken „schützen“? Denn
selbst ein Gutachter der Hotelanlage riet kürzlich zur gänzlichen
Sperrung der öffentlichen Wege um die Hotelanlage, als eine der
Maßnahmen zum Anstieg der Gästezahlen im Hotel.
Könnte es dann auch
Sonderregelungen für Sondernutzungen geben?
DORIT WEHMEYER
|
Vorwürfe statt
Lösungen.
Als ob die
aufgebrachten Bürger nicht schon genug sind, beginnen sich anno 2006 auch
Investor und Stadt gegenseitig zu beharken:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 25. November 2006 | Heimat
Dunkle Wolken über der weißen Stadt
Das Grand Hotel Heiligendamm, eines der Prestigeobjekte in
Mecklenburg-Vorpommern, fürchtet um seine Zukunft. Die Auslastung ist
zu gering.
Heiligendamm (OZ) Es ist ein alarmierender Lagebericht.
Heiligendamm, von der Kölner Immobiliengruppe Fundus als Hotel-Resort
geplant und von der Hotelkette Kempinski betrieben, schreibt rote
Zahlen. Mehr noch: Das Projekt könnte, bei weiterer negativer
Entwicklung, in absehbarer Zeit vor dem Aus stehen. Das geht aus einem
vom Investor selbst in Auftrag gegebenen Gutachten des Rostocker
Betriebswirtes Professor Martin Benkenstein hervor.
„Die wirtschaftliche Situation des Kempinski Grand Hotels
entwickelt sich seit der Eröffnung negativ“, heißt es gleich auf den
ersten Seiten des Gutachtens. Im Juni 2003 war die Nobelherberge mit
225 Zimmern und Suiten eröffnet worden.
„Auch nach der Anlaufphase und
Problemen im Spa-Bereich 2004 hat sich die Auslastung des Hotels in
den letzten Monaten nicht verbessert“, so der Wortlaut.
Die höchste
Belegung mit 80 Prozent erreichte das Hotel kurzzeitig im August 2004.
Die niedrigste, mit 15 Prozent, im Dezember 2003. „Die Zahlen
verdeutlichen die kritische Situation des Hotels“, schreibt der
Gutachter. Erst mit 50 bis 60 Prozent Auslastung würde der Betrieb
kostendeckend arbeiten. „Die schwierige Situation spiegelt sich auch
in der aktuellen Ertragssituation wider, denn das Kempinski Grand
Hotel arbeitet derzeit nicht kostendeckend. Es werden dauerhaft
negative Ergebnisse erwirtschaftet.“
Benkenstein entwickelt im folgenden Lösungsansätze, um das Resort
zu einer besseren Auslastung zu führen.
· Die Anlage soll künftig ausschließlich für Hotelgäste zugänglich
sein.
· Das Kempinski Grand Hotel soll einen eigenen Strandabschnitt
westlich der Seebrücke bewirtschaften, der allein von Hotelgästen
genutzt wird.
· Die Kurtaxenpflicht soll auf die Promenade ausgeweitet und
stärker überwacht werden, um auf diese Weise die große Zahl der
Tagestouristen besser steuern zu können.
Bei erfolgreicher Umsetzung der Maßnahmen, so Benkenstein, sei ein
Anstieg der Gästezahlen zu erwarten. Erst dies könne dazu führen, dass
weitere Investitionen getätigt werden, die das Resort noch attraktiver
machen. So ein Thalasso- und Ayurvedazentrum, eine Klinik für
Schönheitschirurgie und der Bau eines „Golfodroms“. Die noch leer
stehenden, teils stark verfallenen Villen der „Weißen Stadt am Meer“
würden endlich renoviert und in die Gesamtanlage einbezogen. Drei
dürfen abgerissen und neu aufgebaut werden.
Die Gäste, das ergibt sich aus einer der Studie angefügten
Befragung, finden das wichtig. An erster Stelle aber steht der Wunsch
nach größerer Ungestörtheit. Was nicht heißt, das die gut zahlenden
Besucher, die zum Großteil aus den alten Ländern stammen, eingesperrt
sein wollen: „Der Strand und die Ostsee gehören wohl allen“,
formulierte einer der Befragten.
Es muss also gehandelt werden. Bloß:
„Bevor das Hotel nicht
schwarze Zahlen schreibt, wird kein Euro fließen“, verdeutlicht
Benkenstein. Und Hotelchef Torsten Dressler stellt klar:
Wenn nicht in
den nächsten zwölf Monaten Maßnahmen ergriffen würden, sei „das
Scheitern des Vorhabens“ zu befürchten.
„Letztlich werden die negativen Entwicklungen ökonomisch nicht mehr
tragbar sein und die Betreibergesellschaft wird das Grand Hotel
schließen“, orakelt auch der Professor in seinem „Negativszenario“.
207 Millionen Euro, die bisher in die Anlage investiert wurden, davon
24 Prozent Fördermittel, wären in den Sand gesetzt. 250 vorerst
entstandene Arbeitsplätze futsch.
Ebenso dramatisch wären laut Gutachten die Folgen für die Region
und das Land: „Dies umfasst den resultierenden Imageschaden und die
Gefahr, dass Fünf-Sterne-Tourismus in MV als unmöglich eingestuft
wird.“ Schlecht für das selbst ernannte Tourismus- und
Gesundheitsland.
Das weiß auch das Schweriner Wirtschaftsministerium.
„Wir
unterstützen das Projekt mit aller Kraft“, versicherte
Ministeriumssprecher Gerd Lange der OZ. „Wir können aber jetzt auch
keinen Zehn-Punkte-Plan aus dem Ärmel schütteln.“ Dies betreffe
insbesondere die Entwicklung des Umfelds, zu dem auch das bislang
wenig attraktive Zentrum der benachbarten Kreisstadt Bad Doberan
gehört. Das Gutachten fordert mehr saisonverlängernde Maßnahmen. Mehr
Geschäfte, mehr Restaurants. „Das muss sich entwickeln“, mutmaßt
Lange. „Das dauert.“
Hoffentlich nicht zu lange für Fundus und Kempinski. Immerhin
sollte die Gesamtinvestition ursprünglich schon 2005 vollendet sein.
Um die bisherige Entwicklung in eine positive umzukehren, wäre fraglos
zunächst eins nötig: Dass alle Beteiligten, einschließlich der
Kommune, an einem Strang ziehen. Die Fronten indes sind verhärtet.
So vermisst Fundus-Chef Anno August Jagdfeld, wie im Gutachten
zitiert, bei den Doberaner Stadtvertretern die „Aufbruchstimmung“.
Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) dagegen wirft Fundus vor, die
Schuld für das bisherige Dilemma auf die Stadt zu schieben „und
insbesondere auf ausgewählte Personen“. Die Stadt sei „positiv
eingestellt“, beteuert er, die Situation jedoch „derzeit sehr
verfahren“.
Seines Erachtens steht einer positiven Entwicklung nichts im Wege.
Die Voraussetzungen für eine Beruhigung des Komplexes seien
geschaffen, die Weichen gestellt: Die bislang öffentliche, durch die
Hotelanlage führende Dr.-Vogel-Straße wird schrittweise eingezogen.
Ein geplanter „Stichweg“, der vom Strand durch das Hotelgelände führen
sollte, wird vorerst nicht gebaut. Das Versprechen gilt für fünf
Jahre, so Polzin. „Falls sie in zwei bis drei Jahren in einen
positiven Bereich kommen und weiter investieren, sehen wir von dem
Stichweg ganz ab.“ Mehr Beruhigung könne die Stadt nicht bieten.
Werde
zusätzlich ein Zaun gewünscht, sei der Bau Sache des Grand Hotels.
Wird also mit mehr Ruhe und Exklusivität des Hotelkomplexes bald
alles gut? Dann will die von Fundus zur Baubetreuung gegründete ECH (Entwicklungscompagnie
Heiligendamm) in den nächsten zehn Jahren weitere 800 Millionen Euro
verbauen, 700 weitere Stellen würden geschaffen.
Was aber, wenn die „Beruhigung“, sprich die Aussperrung der
Schaulustigen, nicht den gewünschten Effekt bringt?
Geht es den
Investoren bei dem Gutachten am Ende nur darum, für den Fall eines
denkbaren Scheiterns anderen die Schuld zuzuweisen? Der Bremer
Wirtschaftsprofessor Dr. Rudolf Hickel, Mitglied der Denkwerkstatt MV
2020, hält das nicht für ausgeschlossen. „Wenn das Management es in
drei Jahren nicht geschafft hat, für schwarze Zahlen zu sorgen,
vielleicht sollte es sich dann ernsthaft beraten lassen, also ein
Institut engagieren. Oder einen kompletten Führungswechsel vornehmen.“
Das aber wird mit Jagdfeld kaum zu machen sein. Er selbst wollte
keinen weiteren Kommentar zum Thema abgeben. „Durch ein neues
Management wäre das Problem nicht weg“, meint Fundus-Sprecher Johannes
Beermann. „Das ist keine Frage des Verhandlungsgeschicks.“
Dennoch
überlegt nicht nur Hickel, ob die mit dem öffentlichen Weg und den
Schaulustigen zusammenhängenden Probleme nicht vorhersehbar waren. Und
zwar bevor über 200 Millionen Euro investiert wurden. Beermann
bestreitet das. Er ist optimistisch: „Das Gutachten zeigt ja sehr
genau auf: Wenn dies passiert, passiert jenes.“
Das letzte Wort über die Zukunft von Heiligendamm, daran dürfte
kein Zweifel bestehen, hat letztlich nur einer: der Gast.
MARCUS STÖCKLIN
|
Zwei Sätze
bringen die Situation auf den Punkt:
"Seines Erachtens steht einer positiven Entwicklung nichts im Wege.
Die Voraussetzungen für eine Beruhigung des Komplexes seien
geschaffen, die Weichen gestellt:
Die bislang öffentliche, durch die
Hotelanlage führende Dr.-Vogel-Straße wird schrittweise eingezogen.
Ein geplanter „Stichweg“, der vom Strand durch das Hotelgelände führen
sollte, wird vorerst nicht gebaut.
Das Versprechen gilt für fünf
Jahre, so Polzin. „Falls sie in zwei bis drei Jahren in einen
positiven Bereich kommen und weiter investieren, sehen wir von dem
Stichweg ganz ab.“ Mehr Beruhigung könne die Stadt nicht bieten.
Werde
zusätzlich ein Zaun gewünscht, sei der Bau Sache des Grand Hotels."
Damit hat der
Bürgermeister alles gesagt.
Der noch nicht
abgesegnete B-Plan allein kann nicht Schuld sein, denn er betrifft ja gar
nicht das Ensemble, sondern das Gebiet südlich der Molli-Schienen. Zu diesem Zeitpunkt hat
die Stadt viele Zugeständnisse gemacht, viel Zorn auf sich gezogen.
Der zweite Absatz
ist ebenso wichtig:
"Dennoch überlegt nicht nur Hickel,
ob die mit dem öffentlichen Weg und den Schaulustigen zusammenhängenden
Probleme nicht vorhersehbar waren. Und zwar bevor über 200 Millionen
Euro investiert wurden. Beermann bestreitet das. Er ist optimistisch:
„Das
Gutachten zeigt ja sehr genau auf: Wenn dies passiert, passiert
jenes.“"
Der Überlegung gibt es
nichts hinzu zu fügen.
Beermans Aussage
bezüglich des Gutachtens ist nutzlos: Das Gutachten hat nichts damit zu
tun, dass FUNDUS die Situation vor der ersten Investition hätte
einschätzen müssen. Das Gutachten von 2006 - 10 Jahre nach
Vertragsabschluss und 3 Jahre nach Hoteleröffnung - ist bestenfalls
Schadensbegrenzung und schlechtenfalls Druckmittel.
Vielleicht war die Situation
mit den Tagesgästen einfach 2000 noch nicht abzusehen.
Das Jahr geht und
die Diskussion bleibt. Die Heiligendammer Vermieter schalten sich ein.
Auch wenn es immer
wieder gern vergessen wird: Heiligendamm lebt nicht nur von den
Hotelgästen.
Die Stadt selbst hat viel mehr Einnahmen aus den Tagesgästen
und den Urlaubern. Diese zahlen Kurtaxe und lassen Geld in Heiligendamm
und Bad Doberan, was den Umsätzen der Unternehmen zu Gute kommt und sich
letztlich auch auf die Steuereinnahmen der Kommune auswirkt. Heiligendamms
Einwohner lebten stets nicht nur von ihrer Arbeit, sondern auch von den
Betten, die sie zur Verfügung stellen konnten. Zuerst nahm das Sanatorium
dieses Angebot an und später waren es die Touristen, die in den Betten der
Heiligendammer Eigenheime übernachteten. Mit den neuen
Beschlüssen verliert Heiligendamm an Attraktivität für diese Klientel und
die Vermieter müssen um die Urlauber fürchten. Also schalten sie sich in
die Diskussion ein.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Dienstag, 05. Dezember 2006 | Titelseite Bad Doberan
Vermieter sind gegen weitere
Absperrungen
Privatvermieter warnen vor
weiteren Absperrungen in Heiligendamm. „Sonst wird eine ganze Region
kaputt gemacht“.
Heiligendamm Private Vermieter in Heiligendamm fühlen sich
seitens der Stadtvervaltung und der Mitglieder der Stadtvertretung
nicht aureichend beachtet. Erstmals haben sich die Privatanbieter von
Gästebetten dieser Tage zusammengefunden.
Mehr Beachtung entspreche der
wirtschaftlichen Bedeutung der Privatvermieter, sagte Birgit Koch.
Die
Sprecherin der Gruppe legte dazu eine Statistik vor, wonach der Konsum
durch privat untergebrachte Gäste um ein vielfaches höher sei als
beispielsweise der der Gäste des Grand Hotels. Während die Gäste des
Nobelhotels gerade einmal 20 Prozent des Gästeumsatzes ausmachten,
entfielen auf die Gäste der Privatvermieter der Löwenanteil von rund
80 Prozent. In der selbst aufgemachten Rechnung seien neben Kennzahlen
der Tourist-Information Bad Doberans auch Werte des Statistischen
Landesamtes verarbeitet worden, sagte Birgit Koch. Selbst wenn das
Kempinski Heiligendamm eine höhere als 25-prozentige Auslastung
aufweise, verschiebe sich das Verhältnis nicht wesentlich, so die
Pensionsbetreiberin.
An die Adresse der
Stadtvertreter gerichtet, warnte Birgit Koch davor, das Kempinski
Grand Hotel zu überschätzen. Weitere Absperrungen dürfe es nicht
geben, „sonst wird eine ganze Region kaputt gemacht“. Und davon seien
eben auch die Privatvermieter betroffen.
Schon jetzt erklärten nach
Aussage von Birgit Koch immer mehr Gäste, nicht wiederkommen zu
wollen. Grund: „Der furchtbar zerfallene Ort frustiert die Gäste und
bietet keine Urlaubskulisse mehr.“ Außerdem würden die vorhandenen und
geplanten Absperrungen den Erholungswert des Ortes nachhaltig
einschränken.
Aus Sicht der Privatvermieter
müsse die Prof.-Dr.-Vogel-Straße öffentlich bleiben, die bereits
genehmigte Teilsperrung aufgehoben werden. „Die derzeitigen Umwege
sind unmöglich und nicht zumutbar.“ Dem Hotel stehe es frei, sich
einzuzäunen. Es dürften aber nicht gleich ganze Straßenabschnitte und
Stadtteile abgesperrt werden.
Ausdrücklich verwiesen die
Teilnehmer des Treffens auf Kommentare von Gästen,
auch auf solche von
Kempinski-Gästen, die sich eingesperrt fühlten.
Nach Ansicht der
Privatvermieter sichere dem Kempinski nur ein gesundes Umfeld mit
Menschen ein Überleben. Darum wollten die Vemieter ausdrücklich nicht
gegen Hotel bezeihungsweise Betreibergesellschaft arbeiten, ließen sie
wissen.
TIMO RICHTER
|
Das Gästehaus der
Familie Koch ist eines der größten Heiligendamms und die Gäste dort
erwartet ein hohes Niveau an Ausstattung und Komfort. Das Gästehaus steht
quasi gegenüber der Seedeichstraße.
Die Gäste gelangen von hier aus noch
auf dem kürzesten Weg zum Strand. Alle anderen Gästehäuser und Pensionen
liegen dagegen ungünstiger und wenn schon die Gäste der Kochs sich über zu
lange beschweren, kann man sich die Reaktionen in den anderen Häusern
ausmalen. Allerdings gibt es für die Gäste Kochs gar keinen
kürzeren Weg zur Seebrücke, als über die Seedeichstraße. Auch ein Stichweg
würde da keine Vorteile bringen.
Besonders interessant
sind die Zahlen, die hier angeführt werden: 80% der Gäste sind normale
Touristen.
Die Auslastung des Hotels liegt bei 20%.
Prozent von was?
Wir reden hier ja von
zwei völlig unterschiedlichen Klientel: Die Gäste der Kochs werden eher
nicht ins Grand Hotel einkehren und die Gäste des Grand Hotel werden nicht
das Gästehaus der Kochs aufsuchen. Wir müssen in Heiligendamm mit zwei
verschiedenen Klienteln rechnen und wenn die Heiligendammer Vermieter 80%
des Gesamtumsatzes machen, dann sind das 0% Kempinski-Gäste und wenn das
Kempinski 20% Gesamtumsatzes macht, sind das 0% der Gäste der privaten
Vermieter.
Ich drücke es mal in
anderen Zahlen aus:
120 Touristen
kommen nach Heiligendamm: 100 Standardtouristen und 20 Luxus-Touristen.
Von 100
Standard-Touristen entscheiden sich 100 für Heiligendamm.
Von 20
Luxus-Touristen entscheiden sich 20 für Heiligendamm.
Verstehen Sie? -
Gemessen am Gesamtumsatz der Touristen haben beide Anbieter - private und
Hotel - den vollen Anteil ihrer Klientel. Es darf
gar keine Verschiebung geben. Ziel muss es sein, aus den 20
Luxus-Touristen auch 100 zu machen. Die Privatvermieter sollen 100%
Gesamtumsatz an ihrer Klientel bekommen und das Hotel 100% Gesamtumsatz an
seiner Klientel. Die Vermischung der Klientel ist so minimal, dass sie
nicht der Rede wert ist.
Trotz Widerstand:
Der Stichweg ist vom Tisch.
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Donnerstag, 07. Dezember 2006 | Titelseite Bad Doberan
Verzicht auf Stichweg
beschlossen
Die Bad Doberaner Stadtvertreter entschieden sich
gestern, den Stichweg in Heiligendamm vorerst fünf Jahre nicht zu
bauen.
Bad Doberan „Nun ist unser Heiligendamm vergeigt“, so ein
Anwohner gestern Abend während der Stadtvertretersitzung. Das war
seine Reaktion auf den Beschluss über das „Sondergebiet Hotel,
Thalasso-Zentrum, öffentlicher Sonderbereich in Heiligendamm“.
Danach
kann der Bürgermeister bei der Straßenaufsichtsbehörde jetzt den
Antrag auf Einziehung der Prof.-Dr.-Vogel-Straße stellen. Sie ist dann
nicht mehr öffentlich.
Zum anderen kann zwischen der Stadt Bad Doberan und
der Grand Hotel GmbH & Co. KG eine Vereinbarung geschlossen werden,
auf den sogenannten Stichweg zunächst für fünf Jahre zu verzichten.
Der Bebauungsplan Nr. 25 in Heiligendamm sieht zwei
geschlossene Hotelkomplexe vor. Die Prof.-Dr.-Vogel-Straße fällt in
diesen Bereich. Zwischen beiden Sondergebieten sollte ein öffentlicher
Weg, der Stichweg, gebaut werden. ECH und Grand Hotel GmbH hatten aber
deutlich gemacht, welche Auswirkungen der Bau des Weges für
Investitionsvorhaben hätte.
Das Kempinski Areal soll beruhigt werden.
Durch einen zeitlich befristeten Verzicht auf den öffentlichen Weg
solle „Sicherheit für eine erfolgreiche Betreibung des Hotels und die
damit in Verbindung stehende Sicherung der Finanzierung der
Investitionsvorhaben“ gegeben werden. Noch vor Ablauf der Vereinbarung
des Wege-Verzichts werden sich Stadt und Hotelgesellschaft
verständigen, ob ein positiver Effekt für das Hotel eingetreten ist.
Wenn ja, könnte der Verzicht auf den Weg dauerhaft sein.
„Wir verzichten auf den letzten noch öffentlichen
Weg, auf das historische Heiligendamm für die Bürger. Wir sind
erbärmliche Verhandlungspartner“, äußerte sich Heike Ohde vom
Bürgerbund enttäuscht. Sie hatte den Antrag gestellt, den
BeschluSVVorschlag in die Ausschüsse zurückzugeben. Der Antrag wurde
ebenso mehrheitlich abgelehnt wie ihre drei Änderungsanträge zum
BeschluSVVorschlag.
Die namentliche Abstimmung dazu war sehr knapp: elf
Ja- und zehn Nein-Stimmen, eine Enthaltung. Das heißt: Einziehung der
Prof.-Vogel-Straße und vorläufiger Verzicht auf den Stichweg.
RENATE PETER
|
Mit nur einer Stimme
Mehrheit entscheiden sich die Stadtvertreter für einen Verzicht auf den
Stichweg.
Begünstigend dürfte die Festlegung auf fünf Jahre sein.
Polzin dürfte gewusst
haben, dass sein Plan ohne diese Klausel nicht durch kommt.
So ist denn
die Sperrung der Professor-Vogel-Straße zwischen dem Severin-Palais und
dem Grand Hotel rechtskräftig.
Bis 2011 muss das Hotel beweisen, dass
diese Sperrung ihm zum endgültigen Erfolg verhilft. Nur dann bleibt sie
bestehen.
Es ist aber zu befürchten, dass
das Hotel 2011 damit argumentieren wird, dass es bis 2009 noch einen
öffentlichen Weg durch den Kurwald zur Professor-Dr.-Vogel-Straße gab
(bzw. der Rest der Professor-Dr.-Vogel-Straße auch weiterhin öffentlich
zugänglich bleibt). Es steht also zu befürchten, dass das Hotel die fünf
Jahre erst ab frühestens 2009 - vielleicht aber auch erst nach dem
Aufstellen weiterer Zäune, die den Durchgang zwischen Perlenkette und
Grand Hotel verhindern, ansetzt. Damit verlängert sich dann die
"Grund-Sperrung", also zwischen den beiden Hotelbauten, auf mindestens 8
Jahre und fällt damit in eine Legislaturperiode, in der kaum noch einer
der jetzigen Stadtvertreter im Bad Doberaner Rathaus sitzt. Bis dahin
dürfte das Hotel es auf Grund anderer Maßnahmen geschafft haben,
erfolgreich zu laufen und das aber mit der Sperrung begründen. Nachvollziehen kann das letztlich
niemand, außer Professor Benkenstein, den diesmal aber die Stadt
beauftragen müsste, da sie ja die Straße wieder haben möchte.
Professor Benkenstein
bekräftigt noch einmal vor den Stadtvertretern die Richtigkeit ihrer
Entscheidung.
Falls sie es sich anders überlegen?
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Wochenendausgabe, 09. Dezember 2006 | Stadt und Land
Doberaner fährt
39-mal im Jahr nach Heiligendamm
Bad Doberan Vor der Stadtvertretung stellte
Prof. Dr. Martin Benkenstein sein Gutachten zur Entwicklung des
Kempinski Grand Hotels vor. Die Auslastung sei unbefriedigend, 30
Monate in drei Jahren unter 50 Prozent.
Das Fazit von 25
Gäste-Interviews, der Befragung von 300 Doberanern und
Expertengesprächen: Schließung der Hotelanlage, attraktives Umfeld,
Verkehrsberuhigung und vernünftige Strandbewirtschaftung. Für
Tagesgäste soll Heiligendamm erlebbar werden. An besucherstarken Tagen
sollen Führungen angeboten werden.
Interessant: Der Bad Doberaner fährt im Jahr
durchschnittlich 39-mal nach Heiligendamm.
R. P.
|
Nun, ich Bad Doberaner fahre
wahrscheinlich im Jahr öfters nach Heiligendamm. Darf ich jetzt auch
Gutachten erstellen? ;-)
Die Zeitung hätte schon
dazu schreiben müssen, was er da tut, damit es interessant wird: Baden,
sich sonnen, spazieren gehen,
Rad fahren, Eis oder
Kuchen essen, im Imbissgarten einkehren, Fotos machen? Oder ins Hotel
gehen? Ach ja: Oder an seinem Gutachten arbeiten?
Überlassen wir das also der ECH. Hier das Interview der Zeitung "Zukunft
Heiligendamm":
|
Die ganze Region
profitiert
VON THOMAS BOLTE
➔ INTERVIEW Prof. Dr. Martin Benkenstein über die
wirtschaftliche Bedeutung des Grand Hotels – und was die
weiteren ECH-Projekte der Region bringen.
Zukunft Heiligendamm:
Herr Professor Benkenstein, Sie haben die wirtschaftliche
Bedeutung des Grand Hotels Heiligendamm (GHH) unter die Lupe
genommen. Welche handfesten Vorteile ergeben sich durch das
Resort für Heiligendamm, Bad Doberan und die ganze Region?
Benkenstein:
Der wirtschaftliche Nutzen ist groß. An erster Stelle bietet
das GHH mehr als 300 Angestellten einen Arbeitsplatz.
Über 90 Prozent der Angestellten kommen aus dem näheren
Umland, also dem Landkreis Bad Doberan und aus der Hansestadt
Rostock.
Somit ist das GHH einer der größten touristischen Arbeitgeber
in der Region. Neben diesen Arbeitsplatzeffekten sind aber
auch Steuereffekte zu beachten. Die durch das Hotel
erwirtschafteten Umsatz- und Lohnsteueraufkommen kommen
zunächst dem Land Mecklenburg-Vorpommern zugute, fließen aber
– zumindest teilweise – über Verteilungsschlüssel wieder
zurück in die Gemeindekassen.
Von der zu zahlenden Grundsteuer und der erhobenen Kurabgabe
profitiert die Stadt Bad Doberan hingegen direkt.
Zukunft
Heiligendamm:
Seit einigen Jahren stockt der Ausbau in Heiligendamm. Welche
Folgen hätte eine Schließung der Hotelanlage?
Benkenstein:
Ein Scheitern des Projekts hätte schwerwiegende Folgen für die
Region und das gesamte Land Mecklenburg-Vorpommern.
Die von mir angesprochenen Arbeitsplätze würden wegfallen,
nicht unerhebliche Steuereinnahmen würden fehlen.
Und schließlich würden natürlich auch Aufträge des Hotels an
Unternehmen und Handwerkern in der Region wegbrechen.
Mindestens genauso schädlich wäre der Imageschaden. Denn die
Hotelschließung wäre ein Signal, dass der
Fünf-Sterne-Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern keine Zukunft
hat. Mit fatalen Folgen: Weitere Investitionen von
Wettbewerbern würden ausbleiben und zahlungskräftige Touristen
woanders urlauben.
„In der
Spitze sind bis zu 1000 Beschäftigungsverhältnisse in
Heiligendamm möglich.“
Zukunft Heiligendamm:
Umgekehrt gefragt: Welche Vorteile ergeben sich für die
Region, wenn die ECH ihre geplanten Projekte realisiert?
Benkenstein:
Vom Erfolg des gesamten Projekts würden die Region und
Mecklenburg-Vorpommern als Tourismusland profitieren. Durch
die Positionierung als Thalasso- und Ayurveda-Zentrum könnte
Heiligendamm den Anspruch Mecklenburg-Vorpommerns als
künftiges Gesundheitsland Nummer eins mit Leben füllen. Mit
den weiteren Investitionsvorhaben wie etwa dem Demmler-Palais,
dem Demmler-Park, der Klinik für plastische Chirurgie oder dem
Konferenzzentrum entstünden – über Jahre – rund 300
Arbeitsplätze im Bau- und Bauausbaugewerbe. Nach
Fertigstellung des Gesamtprojekts wären in der Spitze bis zu
1000 Beschäftigungsverhältnisse in Heiligendamm möglich.
Zukunft Heiligendamm:
Was bedeutet das konkret für die Stadt Bad Doberan?
Benkenstein:
Neben den direkt in den verschiedenen Einrichtungen
geschaffenen Arbeits- und Ausbildungsplätzen
würden
durch die wachsenden Gästezahlen auch bei den Zulieferern
sowie im Gastronomie- und Gewerbebereich neue Arbeitsplätze
entstehen. Durch all diese Entwicklungen würden sich positive
Effekte bei allen Steuerarten, bei den Pachteinnahmen und den
Kurabgabezahlungen für die Stadt Bad Doberan
ergeben. Langfristig
würden auf diese Weise nicht nur die Touristen und die im
Tourismus beschäftigten Arbeitskräfte,sondern ein Großteil der
ortsansässigen Bevölkerung von den Entwicklungen in
Heiligendamm profitieren.
Zukunft
Heiligendamm:
Welche Wirkung hätte eine erfolgreiche Umsetzung des Vorhabens
auf das allgemeine Wirtschaftsklima in der Region?
Benkenstein:
Eine erfolgreiche Realisierung des Gesamtprojekts würde das
Investitionsklima in der Region insgesamt positiv
beeinflussen. Und dies betrifft nicht nur direkt mit dem
Projekt verbundene Folgeinvestitionen. Darüber hinaus dürfte
sicherlich auch an anderen neuen Vorhaben in der Region ein
erhöhtes Interesse bestehen, so dass eine Vielzahl weiterer
Arbeitsplätze entstehen würde. So könnten das Thalasso- und
das Ayurveda-Zentrum beispielsweise als Leuchtturmprojekte
dazu beitragen, die Entwicklung der Region zu einem beliebten
Ziel für Gesundheitssuchende voranzutreiben.
Zukunft Heiligendamm:
Liegt die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns im Tourismus?
Benkenstein: Die Zukunft Mecklenburg-Vorpommerns
liegt in mehreren Branchen. Aber unter diesen Branchen ist der
Tourismus ein ganz wesentlicher Sektor, den wir in unserem
Lande in sämtlichen Spielarten und Marktsegmenten entwickeln
müssen. Und dazu zählt neben dem Campingplatz und der
Ferienwohnung auch die Vier- und Fünf-Stern-Hotellerie.
Prof. Dr. Martin
Benkenstein ist Direktor des Instituts für Marketing &
Dienstleistungsforschung an der Universität Rostock.
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der
Redaktion "Zukunft Heiligendamm" der EntwicklungsCompagnie
Heiligendamm GmbH & Co. KG (3. Ausgabe Juli 2009)
|
Verwirrung um den
Stichweg
Scheinbar weiß man nur
vor Ort, was eigentlich Sache ist. Die Ostsee-Zeitung meldet korrekt, was
beschlossen wurde aber beim Norddeutschen Rundfunk herrscht Verwirrung. Hier
die Meldungen des NDR zwischen 07. und 16.12.2006 zum Problem "Stichweg":
|
Meldung Nummer eins:
Deutschlands ältestes Seebad
Heiligendamm wird nicht für Tagestouristen gesperrt. In Bad
Doberan stimmte die zuständige Stadtvertreterversammlung gegen eine von der Kommune geplante
Schließung des Stichwegs vom Bahnhof zum Kempinski Grand Hotel.
Der historische Kern des Ortes wäre so nicht mehr frei zugänglich gewesen. Der Plan der
Verwaltung sah vor, dass gesamte Gebiet um das Luxushotel, das
Kurhaus und die angrenzende Klinik zum Kurgebiet zu erklären, das nur von Kur- und Hotelgästen betreten werden darf. Nach Angaben Polzins beginnt
jetzt der Planungsprozess unter neuen Bedingungen. Dazu gehöre nach dem Beschluss auch, dass die Straßen am geplanten Thalasso-Zentrum
offen gehalten werden sollen.
Bis Mitte 2006 müssten die Planungen abgeschlossen sein und
Regelungen gefunden werden, die alle Beteiligten zufrieden
stellten. Ein Antrag der Bürgerinitiative, einen Bürgerentscheid
durchzuführen, wurde von den
Stadtvertretern abgelehnt. Dass der Hotelbetreiber das Gelände
nun durch noch mehr Exklusivität aufwerten will, liegt auch an
der mangelnden Auslastung der Luxusanlage. Das Hotel arbeitet nach eigenen Angaben nicht
Kosten deckend. Ein Gutachten im Auftrag des Investors fordert sogar noch mehr: Das Hotel soll
einen exklusiven Strandabschnitt bekommen, für einen Besuch der Promenade sollen Gäste Kurtaxe zahlen.
Meldung Nummer zwei:
Die Bürgerinitiative "Für
Öffentlichkeit in Heiligendamm" hält dagegen: Mindestens eine
direkte öffentliche Verbindung zwischen Bahnsteig und
Seebrückenplatz müsse es geben.
Die dort
organisierten Anwohner beklagen eine schleichende Abschottung
Heiligendamms. Angrenzende Waldgebiete sind bereits mit Zäunen abgesperrt, ein Teil der Promenade soll ebenfalls nicht mehr der
Öffentlichkeit gehören. Der Stichweg zur Seebrücke war ein
Kompromiss, der vor drei Jahren auf einem Expertenkolloquium beschlossen wurde.
Meldung Nummer drei:
Die Bad Doberaner Stadtvertreter haben einen
öffentlichen Weg vom Bahnhof in Heiligendamm zur Seebrücke durch
das Gelände des Kempinski Grand Hotels vorerst abgelehnt.
Die Stadtvertreterversammlung
habe am Mittwoch mit knappster Mehrheit einen Aufschub von fünf
Jahren beschlossen, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Elf Abgeordnete hätten dafür
gestimmt, zehn dagegen, einer enthielt sich. Der Weg würde nach
Meinung der Hotelbetreiber die Ruhe der mondänen Gäste stören und damit die Entwicklung zum
exklusiven Seeheilbad Heiligendamm gefährden. Befürworter des
Weges kritisieren, das Seebad bleibe einer Minderheit der Gesellschaft vorbehalten.
|
Das Jahr geht zu
Ende. Ohne Positiv-Schlagzeile.
Möglicherweise gibt es
einfach nichts positives zu berichten. So versucht man sich in ein paar
Stilblüten:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 12. Dezember 2006 | Titelseite
Schweriner IHK-Chef verblüfft mit G8-Idee
Eine Villa für jedes Gastland
Hohe Kosten belasten das Land und den Investor
Fundus in Heiligendamm. Jetzt lässt ein unkonventioneller Vorschlag
aufhorchen.
Schwerin (OZ) Beschert der G8-Gipfel Heiligendamm doch noch
eine rosige Zukunft? Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und
Handelskammer (IHK) zu Schwerin, Klaus-Michael Rothe, sorgt mit einer
spektakulären Idee zur Sanierung der „Weißen Stadt am Meer“ für
Aufsehen.
Der Vorschlag: Die sieben als „Perlenkette“
bekannten, maroden klassizistischen Strandvillen in Heiligendamm
sollen jeweils an einen der sieben ausländischen Gipfel-Staaten
verkauft werden. „Das Weltwirtschaftstreffen bekäme tatsächlich eine
nachhaltige, positive Wirkung für unser Land“, wirbt Rothe in einem
Brief an die OZ für seinen unkonventionellen Vorstoß.
Der Besitzer der Villen, die Kölner Fundus-Gruppe
von Anno August Jagdfeld, müsse einsehen, mit dem bisher umgesetzten
Projekt im „Hinterhof“ des Kempinski Grand Hotels gescheitert zu sein,
schreibt Rothe. Das historische Ensemble, „eine der schmerzlichsten
architektonischen Wunden in Mecklenburg-Vorpommern“, sei für
ausländische Investoren von ungeheurem Reiz.
Es sei nach einer
Renovierung langfristig vielfältig nutzbar.
Diplomatische Vorauskommandos aller G8-Teilnehmer
machten sich in den vergangenen Wochen bereits ein umfangreiches Bild
von den Bauten im ältesten deutschen Ostseebad.
In Tokio zeigt man sich hellauf begeistert. Für den
japanischen Botschafter in Berlin, Tshiyuki Takano, wäre der Kauf
einer Immobilie in Heiligendamm „eine Überlegung wert“. Japan macht
Verhandlungen jedoch von konkreten Angeboten abhängig. Bevor kein
Exposé vorliege, könne seine Regierung keine Entscheidung treffen,
betonte die Botschaft in Berlin-Tiergarten.
Auch London zeigt sich von den klassizistischen
Bauten beeindruckt. Der britische Botschafter Sir Peter Tory verweist
allerdings auf die leere Staatskasse des Vereinten Königreichs: „Gut
gemeint, aber zurzeit nicht realisierbar. Für sanierungsbedürftige
Villen fehlt uns einfach das Geld.“ Ähnlich äußerte sich der
französische Botschafter Claude Martin. US-Konsul Greggory D. Crouch
antwortete kurz und knapp: „Wir planen nicht, Grundeigentum in MV zu
erwerben.“
Im Gegensatz zu zahlungskräftigen russischen
Konzernen, die offensiv und medienwirksam in ganz Europa auf
Einkaufstour gehen, verhält sich die russische Botschaft in Sachen
Heiligendamm bedeckt. Botschafter Wladimir W. Kotenew schweigt
hartnäckig – und nährt damit Gerüchte, nach denen Russlands Präsident
Wladimir Putin persönlich Interesse am Immobilienerwerb in
Heiligendamm bekundet habe. Italien lobt höflich „den symbolischen
Wert des Vorschlags“, so Botschafter Antonio Puri Purini diplomatisch.
Während sich Fundus-Sprecher Johannes Beermann auf
OZ-Anfrage zu einem möglichen Verkauf nicht äußern wollte, erklärte
eine Sprecherin von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD): „Ich
kann mir nicht vorstellen, dass es Interesse von Seiten des Investors
gibt, die Strandvillen in Heiligendamm zu verkaufen.“
JÖRG KÖPKE
|
Herr Rothe wollte auch
mal was sagen. Zumindest war es lustig. Wenn ausländische Investoren
tatsächlich "ungeheuer gereizt" wären, hätten sie sicherlich schon bei der
ECH angefragt und da diese eh noch kein endgültiges Konzept und inzwischen
auch kein Geld für die Sanierung hat, würde sue sicherlich
verhandlungsbereit sein. Letztlich läuft es 2009 ja auch auf einen
Einzelverkauf hinaus. Wenn auch nicht Haus für Haus, sondern Wohnung für
Wohnung.
Die ECH sagt Danke.
Gut, sagt sie nicht.
Aber sie begrüßt die Entscheidung und ist erleichtert, nach diesem
schweren Jahr.
Am Ende hat sie alles erreicht, was ihr unter den Nägeln
brannte und wurde nicht zu Dingen gezwungen, die sie nicht wollte. Die
Sanierung der Perlenkette erfolgte auch 2006 nicht -
trotz einiger positiver Beschlüsse der SVV.
Aber das kommt noch - ein paar Beschlüsse fehlen noch.
Verspricht die ECH und beruhigt auch die Vermieter und ihre Gäste, bevor
sie sich in die Weihnachtsferien verabschiedet. Doch eine
Positivschlagzeile?
|
OSTSEE-ZEITUNG
| Freitag, 15. Dezember 2006 | Stadt und Land
ECH wertet Absage an
Stichweg positiv
Heiligendamm
Die Entwicklungscompagnie
Heiligendamm begrüßt die Entscheidung der Doberaner Stadtvertreter,
den Stichweg vorerst nicht zu bauen. „Der knappe Ausgang ist ehrlich,
denn nicht jeder steht auch mit seinen Gefühlen dahinter, dass sich
der Charakter des ältesten deutschen Seebades verändern wird.
Die
historischen Gebäude werden wie das Grand Hotel in den kommenden
Jahren restauriert, es entstehen weitere Gastronomieangebote und
Gewerbeflächen.
Davon profitieren dann auch die privaten und
gewerblichen Vermieter und deren Gäste“, sagt ECH-Geschäftsführer
Heiner Zimmermann. Planungssicherheit für die nächsten Abschnitte
wirke sich positiv auf potenzielle Investoren aus.
|
Die Professor-Vogel-Straße ist
gesperrt und der Stichweg ist vom Tisch.
Die ECH hat ihre
wichtigsten Forderungen Dank eines Gutachtens durchgesetzt gekriegt: Der
Küstenwald wird zum Hotelpark. Der Küstenweg wird verlegt. Die Professor-Dr.-Vogel-Straße
ist gesperrt und wird Stück für Stück eingezogen und der Stichweg wird
zumindest die nächsten 5 Jahre nicht gebaut. Was genau bedeutet das
für den Tagesgast, den Standard-Touristen, den Kurgast oder den Einwohner?
Wir sehen uns das einmal ganz genau an:
|
Wo geht's denn hier zum Wasser? Schauen wir uns mal vor Ort um:
|
|
Einer der Wege
von der Kühlungsborner Straße zur Promenade führte am Kurhaus
vorbei.
Dieser Weg wurde kurz nach Eröffnung des Grand Hotels
geschlossen, weil er direkt an der Kurhausterrasse vorbei
führt und die Touristenströme sich dadurch direkt durch das
Hotelgelände ergossen. Nicht nachvollziehbar ist das Argument,
welches angeblich erbracht worden sein soll, wonach die
Hotelgäste sich durch die Touristen gestört fühlten. Es war
die Rede von halb nackten Menschen, lauten Scharen und sogar
von furzenden und rotzenden Anglern. Ob das so wahr ist, sei
dahin gestellt.
Ein nachvollziehbares Argument wäre es
gewesen, wenn man gesagt hätte, dass der öffentliche Durchgang
die Logistik des Hotels behindert und eine Gefahr auf Grund
umherfahrender Elektromobile darstellt. Das erste Bild ist von
2005 und das zweite von 2008.
|
|
 |
|
Die Vorverlegung
des Zaunes erfolgte, damit die Hotellogistik besser zwischen
den Hauptgebäuden und dem westlichen Areal (Burg, Orangerie)
verkehren kann. Bisher musste sie neben dem Kurhaus auschecken
um gleich darauf dahinter wieder einzuchecken. Durch die
Vorverlegung des Zaunes bleibt auf der Breite des ehemaligen
Bürgersteiges Platz für eine Verbindung vom Grand Hotel zum
Westareal. So mussten die Elektroautos nicht mehr vor dem
Kurhaus entlang fahren, wozu sie ja auch erst am Findling
auschecken, im öffentlichen Bereich entlang fahren und dann am
Kleinen Wohld wieder einchecken mussten.
Um zu vermeiden, dass
Fußgänger versuchen, von der Kühlungsborner Straße zum
Ensemble zu gelangen und dabei die Straße in der Kurve
überqueren, wurde im Einvernehmen mit der Stadtverwaltung ein
durch die ECH bezahlter Zaun vom Parkplatz in der
Kühlungsborner Straße bis hin zur Orangerie gezogen.
Der Zaun
kann ist lückenlos und kann nicht so einfach unterkrochen oder
überklettert werden.
|
|
 |
|
Zwischen dem Grand Hotel
und dem Severin-Palais verläuft die Professor-Vogel-Straße.
Wie wir oben
gelesen haben, war diese zunächst öffentlich.
Da sie die einzige Straße
durch das Ensemble hindurch und die offensichtlichste Verbindung darstellte,
war sie stark frequentiert. Zunächst wurde mit Schildern versucht,
wenigstens Unfälle durch Radfahrer zu verhindern.
Das blaue Schild im linken
Bild ist eine Eigenkreation, die Radfahrer zum Absteigen auffordert.
Da das
Schild nach StVO nicht existiert, konnte man nur mit freundlichen Bitten
des
Wachdienstes die Radfahrer daran hindern, durch die Straße zu fahren. Der
Erfolg war nur mäßig.
An dieser Stelle gab es grundlegende Probleme:
Die
Hotelgäste verkehrten zwischen Grand Hotel und Severin Palais, überquerten
also die Straße.
Die Touristen hingegen verkehrten in genau entgegen
gesetzter Richtung und nutzten die Straße.
Ich rede hier nicht von ein paar
Leuten, die sich irgendwann mal zufällig über den Weg laufen,
sondern von
einer Frequentierung wie in Bad Doberaner Geschäftsstraßen.
Versuchen Sie
einmal, werktags vormittags vom Markt kommend
geradewegs ins Rossmann zu
gehen, ohne dabei das Tempo zu verändern.
Dann wissen Sie, was ich meine.
Hier in Heiligendamm kam nun noch erschwerend hinzu,
dass nicht nur
Fußgänger diesen Weg benutzten, sondern auch unbelehrbare Radfahrer.
Damit
nicht genug: Auch die Elektrofahrzeuge, die zwischen dem Versorgungstrakt an
der Median-Klinik
und dem Severin-Palais pendelten, nutzten diese Straße. Zu
allem Überfluss stellte die Straße dann noch ziemlich
alternativlos den
Haupteingang des Hotels dar, sodass auch noch Autos, Kutschen und
Lieferanten das Stück Straße benutzten.
Das ging lange gut aber mit
zunehmender Bekanntheit und abnehmender Qualität der Alternativ-Wege (die
wir uns gleich ansehen) wurde der Zustand unhaltbar.
|
|
 |
|
Die Stadt stimmte der
Teileinziehung der Professor-Vogel-Straße zu.
Danach wurden dann Tore
errichtet, sodass von der Perlenkette aus kein Zugang mehr möglich war.
Man konnte nur noch
zurück oder nach rechts, wobei der Weg rechts zum Kurhaus-Eingang führt,
welcher wie wir oben gesehen haben auch gesperrt ist.
|
|
 |
|

|
|
Zunächst ging der Zaun
nur bis zum hellen Kubus,
welchen Sie auf dem unteren Bild hinter dem Zaun
neben dem Weg sehen.
Später wurde ein Teil der Promenade abgetragen und die
Grünfläche verlängert.
So bekam man einen Durchgang vom Kurhaus zum Westteil
des Ensembles,
wofür man bisher durch das Gebäude hindurch oder aus- und
wieder einchecken musste.
Das erfolgte alles zu Gunsten der Hotelgäste und
Hotellogistik, ist
aber (für mich) durchaus nachvollziehbar.
|
|
 |
|
Nun ergibt sich
allerdings seit 2008 ein neues Problem für alle Nicht-Hotelgäste:
Dieser Zaun - der wie
gesagt durch die Stadt genehmigt und von der ECH bezahlt wurde -
beginnt dort, wo die (überflüssig gewordene) Zufahrt zum Severin-Palais
aufhört und ist schwer einsehbar.
Ein Schild weist seit Ende 2008 darauf hin, dass es sich um einen
Gästezugang handelt.
|
|
 |
|
Folgt man diesem Weg, gelangt man - bei unserem Besuch vorbei an Hundekot
auf dem Weg - zu diesem Tor.
|
|
 |
|
Das Problem: Das Tor
kann nur mit einer Chipkarte geöffnet werden.
Und zwar von beiden
Seiten.
Das bedeutet, dass Sie als Nicht-Hotelgast nicht nur nicht hinein
kommen, sondern auch nicht heraus.
Man gelangt von hier aus
nur hinein, wenn man eine Karte hat oder jemand mit Karte heraus kommt oder
hinein geht.
Mit etwas Glück erwischt
man auch einen Mitarbeiter - es werden i. d. R. keine Fragen gestellt, wenn
man sagt,
dass man hinein oder heraus will.
Wir haben das selbst
durch (siehe "16.08.2008
- Wir testen die Öffentlichkeit in Heiligendamm." - im neuen Fenster)
und daher kommt auch das Bild unten links. Es blieb uns nichts
anderes übrig, als dass wir uns allesamt von außen
auf einer fußbreiten
Kante am Zaun lang hangeln - den Straßenverkehr direkt neben uns.
|
|
 |
|
Das Hauptproblem ist
dabei aber, dass man nur eine Karte bekommt,
wenn man im Hotel irgend etwas
bucht.
Sei es ein Zimmer oder
auch nur eine SPA-Anwendung.
Als Gast der Bars, Cafés und Restaurants
bekommt man so eine Karte nicht und wenn man -
wie die meisten Leute, die so
etwas besuchen - das Hotelgelände von der Seeseite aus betritt
was auch
hier nur mit Karte oder durch geduldiges Warten auf Ein- oder Auschecker
möglich ist -
kommt man hier nicht problemlos wieder heraus.
|
|
 |
|
Kommen wir nun zu den
Alternativen.
Alternative Nummer eins ist die Seedeichstraße, welche sich in
517 Metern Entfernung ostwärts befindet.
Über diese Route ist man
nach 1,05 km am Parkplatz und kommt von hier aus wieder in die
Professor-Vogel-Straße.
Bis zum Zaun am Grand
Hotel sind es insgesamt 1,48 Kilometer.
Das bedeutet, man geht 1,48
Kilometer, um sich in 30 Metern Entfernung wieder zu finden.
Es gab aber bislang
eine kürzere Alternative:
|
|
147 Meter rechts neben
dem - also östlich der - Professor-Vogel-Straße ging seit je her ein Weg
durch den Großen Wohld. Der Weg beginnt am Bahnhof, führt am Parkplatz in
der Kühlungsborner Straße
und an der Bushaltestelle vorbei, überquerte die
Kühlungsborner Straße zunächst durch einen Fußgängerüberweg
(Zebrastreifen) und später durch eine Lichtsignalanlage (Ampel) und führt dann durch den
Großen Wohld.
Hier konnte man an zwei Kreuzungen jeweils einmal nach links
und einmal nach rechts abbiegen.
Die beiden Wege nach
links führten zum Sportplatz und entfielen mit dem Bau des Severin-Palais an
dieser Stelle.
Die beiden Wege nach rechts - zur Seedeichstraße und zur
Waldkapelle - blieben bestehen.
Geradeaus gelangte man neben dem Postgebäude
zwischen den Kolonnaden und
dem Residenz-Hotel auf die
Professor-Vogel-Straße in Höhe des Hauses "Schwan".
Von dort aus konnte man
rechts zur Seedeichstraße und Strandversorgung gelangen oder links
zur
Seebrücke und Promenade.
|
|
 |
|
Da die meisten Leute die Seebrücke zum Ziel hatten
und der Besucherstrom
sich direkt am Grand Hotel vorbei ergoss und zwischen
der Villa "Perle"
und dem Grand Hotel auf den Seebrückenplatz mündete,
erdachte man sich eine List:
Man stellte Schilder auf, welche die Seebrücke
und den Strand nach rechts auswiesen.
Die Schilder standen weit vor der
Perlenkette, sodass Ortsunkundige
den "Irrtum" nicht bemerkten und
tatsächlich zur Seedeichstraße liefen.
Auch die Radfahrer erhoffte man sich
so umzulenken. Zur Sicherheit stellte man dasselbe Schild
noch einmal direkt
an der Einmündung in die Professor-Vogel-Straße an der Villa "Schwan" auf.
Bis zum Abriss der Villa "Perle" verdeckte diese den Blick zur Ostsee und
Seebrücke,
sodass die Rechnung aufging und sich die Touristenströme ungefähr
gleichmäßig
in beide Richtungen ergossen. Diese Schilder wurden wohl gemerkt
von der Stadt Bad Doberan aufgestellt
und nicht von der ECH, die sie aber
begrüßt haben dürfte, da sie die Touristenströme vom
Hotel-Kerngelände fern hielten.
|
|
 |
|
Dieser Weg war hart
umkämpft und die Bürger und Bürgerinitiative wollten ihn unbedingt erhalten.
Immerhin gelangte man über diesen Weg schon nach 584 Metern an die Rückseite
des eingezogenen
Teilstücks der Professor-Vogel-Straße und ersparte sich
gegenüber der Seedeichstraße 464 Meter Fußweg.
Zumal die Seedeichstraße eine
schmale Gasse mit Parkreihe darstellte, die sich Fußgänger, Radfahrer
und
Autos teilen mussten. Sie wurde erst 2007 saniert und mit Rad- und Fußweg
versehen.
Die Maße sind übrigens
alle nur ungefähr - ich habe es mit einem Routenplaner ausgemessen.
2-4
Meter Unterschied sind da schon möglich.
|
|
Nun kommen wir zu unserer
obigen Diskussion zurück.
Der Kurwald wird so
gestaltet, dass der bisherige Weg vom Bahnhof zur Perlenkette verschwindet.
Auf dem folgenden Bild sehen wir den neuen Wegeplan.

Es entsteht ein
meditativer Park mit einem Zentrum rund um die Waldkapelle.
Bachläufe und
Zäune werden verhindern, dass man nach Norden in die
Professor-Dr.-Vogel-Straße gelangt.
Vom Bahnhof aus kommend gelangt man auf
ein Rondell, von wo aus es nur nach rechts in Richtung Osten geht.
Der Weg
gabelt sich in einen linken Teil, der zur Seedeichstraße in Höhe der Villen
"Eikboom" und "Seeadler"
führt und einen rechten Teil, der zur
Seedeichstraße führt und ab dort an einen vorhandenen Weg nach Osten
anknüpft.
Der rechte Weg verfügt außerdem über eine Abbiegung zur
Waldkapelle, von wo aus man dann wieder zur Kühlungsborner
Straße oder auf
den gerade verlassenen Weg gelangt.
Der kürzeste Weg von der Bushaltestelle Kühlungsborner Straße zur Seebrücke
betrug bisher 456 Meter.
Durch den Wegfall der Direktverbindung verlängert
sich der kürzeste Weg um 409 auf 865 Meter.
Das ist fast die doppelte
Strecke. Ich gehe dabei davon aus, dass man nicht quer über den Parkplatz
läuft,
sondern dem Bürgersteig der Seedeichstraße bis an die Einbiegung in
die Professor-Dr.-Vogel-Straße folgt.
Weiterhin gehe ich davon aus, dass man
ab dort nicht durch die Professor-Dr.-Vogel-Straße geht,
sondern die
Promenade benutzt. In Zukunft wird es durch
die Thalasso-Schwimmhalle und die Sperrung
der Professor-Dr.-Vogel-Straße
gar keine andere Möglichkeit geben.
Womit wir an einem
Punkt angelangt sind, wo wir uns die Entwicklung
der Wegesituation
Heiligendamms noch einmal auf der Landkarte ansehen sollten.
Dazu habe ich mich der
Karte des Masterplans der ECH bedient.
Zur Orientierung: Gebäude 1 ist das
Grand Hotel, 2 das Severin-Palais, 3 das Kurhaus,
4 das Haus Mecklenburg, 5
die Burg, 6 die Orangerie, 7 Haus Brahn (Kids Club),
8 ein noch zu bauendes
Konferenzzentrum und der noch zu sanierende Fürstenhof,
9 und 10 sind nicht
mit drauf (Forsthof und FAK) und 11 ist das Versorgungsgebäude.
A ist das Ayurveda-Zentrum, B ist nicht mit drauf, C sind die Cottages,
D ist das
Demmler-Palais, das an Stelle der Palette irgendwann gebaut wird,
E
beherbergt heute den Hotel-Parkplatz und wird quasi für spätere Bebauung
freigehalten,
F und G sind außerhalb der Karte, H steht für das
Residenz-Hotel und Haus Bischofsstab,
I und J sind nicht mit drauf, K sind
die Kolonnaden, L die Logierhäuser der Perlenkette,
M ist der Molli-Bahnhof,
N und O gibt es nicht, P ist ein dem Ayurveda-Zentrum vorgelagerter Neubau,
d
er plastische Chirurgie beherbergen soll (wozu auch "Eikboom" und
"Seeadler" gehören sollen).
Bleibt noch S und das ist die Median-Klinik.
Schwarz hervorgehoben habe ich hier das Hotelgelände, wie es
2003
eröffnet wurde.
Man sieht, dass es aus zwei Teilen besteht.

Seit 2006 war dann die
Professor-Dr.-Vogel-Straße eingezogen. Zuvor wurde der Kleine Wohld (oben
links) gesperrt.
Offiziell war da gar nichts gesperrt aber ich will hier
nicht zeigen, was zum Hotel gehört und was nicht,
sondern was man betreten
kann und was nicht. Durch Reisigwälle quer durch den Kurwald war dieser eben
nicht zu betreten.
Inzwischen war auch die Schleuse zwischen Median-Park und den Cottages
verschwunden.
Da hinderte bis dahin kein Zaun am Durchgang. Nach 2007 kam man dort nicht
mehr hindurch.
Auffällig ist außerdem, dass vor dem Kurhaus die Rasenfläche komplett dem
Hotel zugeordnet wurde.

Auf dem nächsten Bild
muss man genau hinsehen, um die Veränderungen zu erkennen.
Heiligendamm
2008: Vor dem Haus "Mecklenburg
wurden 60 Meter Promenade zum Hotelpark umgewandelt
und sind damit nicht mehr öffentlich zu betreten.

Genau genommen sind aber
alle, die solche Karten zeichnen einem Irrtum aufgesessen.
Genau genommen
gehört nämlich auch die Perlenkette selbst zum Hotel und darf nicht betreten
werden.
Auch die Kolonnaden und das Residenz-Hotel sind eingezäunte Gebiete
und ebenso der Streifen Brachland zwischen
dem Parkplatz und dem Wald an der
Seedeichstraße / Professor-Vogel-Straße. Ich habe das hier mal
eingezeichnet.
Selbst da habe ich aber noch Dinge außer Acht gelassen.
Auch
die Villen Eikboom und Seeadler sind eingezäunt, der Fürstenhof samt
Außenanlage
darf eigentlich nicht betreten werden, ja sogar die Grünfläche
vor der Median-Klinik wäre eigentlich tabu.
Der Park der Median-Klinik ist
den Patienten vorbehalten und auch die Grundstücke und Gärten der ganzen
Gartenstraße
sind ja privat. Eigentlich bleiben nur Wald und Straßen und
selbst hier darf oder kann man nicht überall hin.
Ich weise nur darauf hin,
weil sonst die nächste Karte Sie erschreckt.
Also Stand 2008 ist eigentlich
diese Karte:

Hier kommt nämlich Stand
2009 oder 2010 oder 2011... - also wenn es denn was wird.
Fakt ist, dass es keinen Weg mehr
durch den Großen Wohld zur Professor-Vogel-Straße gibt.
Mit der Sanierung
derselben würde natürlich auch die Straße eingezogen werden,
sodass der Weg
zur Seebrücke nur noch über die Seedeichstraße verlaufen würde.
Mit den
Bauvorhaben T (Thalasso-Zentrum) und dem Ensemble-Palais (die beiden
Neubauten zwischen
K (Kolonnaden) und H (Residenz-Hotel)) würde alles ab der
Seedeichstraße westwärts eingezäunt werden.
Ausnahme bildet der
Seebrückenvorplatz und natürlich bleiben auch die Promenade bis dorthin,
die
Seebrücke und der Strand frei. Wobei das Hotel die Möglichkeit hätte, einen
eigenen Strandabschnitt
zu definieren aber der Besucherverkehr muss davor
oder dahinter hindurch kommen.
Wenn nun das Ayurveda-Zentrum und die
Plastische Chirurgie irgendwann gebaut werden,
wird auch dieses Areal nicht
öffentlich zugänglich sein. Pläne sehen vor, den Golfteich als natürliche
Grenze zu nutzen,
um nicht alles einzäunen zu müssen. Nebenbei würde so die
kleine Halbinsel auch zum Hotelgelände gehören.
Das Café und der Parkplatz
bleiben ausgespart und hier würde ein Strandversorgungspavillon entstehen,
der die dann abgerissenen Öffentlichen Toiletten und die Gastronomie
beinhalten soll.
Von hier erfolgt auch der Zugang zur Promenade und zum
Strand.
Auf der Promenade kommen Sie dann nur nach Süden, wenn Sie ins Hotel
einkehren möchten.
Wie genau, steht noch in den Sternen. Im Moment ist so etwas
nur mit Hotelkarte möglich und die bekommen Sie nur,
wenn Sie ein Zimmer
oder eine Anwendung (SPA, später Thalasso, Ayurveda, Schönheits-OP) buchen.
Oder eben durch Warten auf Gäste mit Hotelkarte, die hinein oder heraus
wollen.

Auf kurz oder lang wird
das Hotel, wenn es ein Resort sein will, das Gelände defragmentieren müssen.
Denkbar sind also weitere Sperrungen. Da die Priorität der
Stadtverwaltung darin liegt,
Heiligendamm als Seeheilbad zu erhalten, muss
genau genommen der Hotelbetrieb
nur mit dem Kurbetrieb abgestimmt werden.
Praktisch gibt es in der
Bundesrepublik Deutschland Gesetze, die besagen, dass Strände öffentlich
sind.
Genau genommen könnte man also einen Zaun um Heiligendamm bauen, der
von den Dünen bis zu den Ortsschildern reicht. Solange die Bürger den Strand
noch benutzen und von wenigstens einer Seite aus (z.B. von Osten) erreichen
können,
wäre eine Einzäunung und Absperrung Heiligendamms theoretisch
möglich.
Lediglich müsste man die Gartenstraße aussparen oder eine
gemeinsame Lösung finden.
Hauptsache ist, dass es
eine Kurklinik, einen Kurpark und eine Promenade gibt, die für Kurgäste
zugänglich sind.
All das ist gegeben und wäre auch dann gegeben, wenn man
Heiligendamm einzäunt.
Alles außer Hotelgäste und Kurgäste könnte dann
völlig legal zurück gewiesen werden.
Natürlich ist diese Vision reine
Erfindung aber sie ist möglich, da rechtlich nichts dagegen spricht.
Immer
die Zustimmung der Stadt und des Landes voraus gesetzt, könnte die ECH jeden
Wald
und jede Straße entwidmen lassen und sperren.
Dann blieben dem
Tagesgast nur der Strand, die Gartenstraße,
ein bisschen Wald und Wege und
ein Blick von außen auf Heiligendamm.

Das alles wird nicht
passieren, wenn das Hotel läuft und die ECH Heiligendamm entwickeln kann.
|
Fazit 2006:
Schott' dich nicht ab, Heiligendamm!

Hier geht es weiter:
2006: Neues Jahr, neue Probleme und die ganze Welt schaut zu.
|