Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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2005: Schon wieder neue Wege in Heiligendamm?

 

Die Meldungen der Ostsee-Zeitungen sind zum Jahresende immer positiv und zum Beginn des neuen Jahres komischerweise immer denen der Vorjahre ähnlich. 2003 wurden neue Wege gesucht und nun 2005 werden neue Wege vorgeschlagen. Vom Bürgerbund. Auch die Doberaner Mitte hat sich nun eingeschaltet.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 23. Februar 2005  |  Titelseite Bad Doberan
 

Neue Wege in Heiligendamm


Bad Doberan
Der Bürgerbund hat angeregt, vom neu entstehenden Waldparkplatz in Heiligendamm aus zusätzliche Wege anzulegen. Vor allem Kurwald und Kühlungsborner Straße sollten an den Parkplatz angeschlossen werden, so Fraktionschefin Heike Ohde am Montagabend in der jüngsten Sitzung der Stadtvertreter.

Bislang sind lediglich Fuß- und Radwege Richtung Norden zum geplanten Strandservice-Bereich vorgesehen. Peter Husar von der Doberaner Mitte gab zu bedenken, dass mit einer Anbindung des Parkplatzes an die Kühlungsborner Straße und den Kurwald der Große Wohld durchschnitten würde.

Ob neue Wege gebaut werden und wann der Parkplatz entstehen wird, steht noch nicht fest. Die Zahl der Stellflächen wurde von einer satten Mehrheit der Stadtvertretung auf „circa 175“ festgelegt. Ursprünglich waren einmal 200 angedacht, zwischendurch hatten die Planer 150 in Erwägung gezogen.

T. P.

 


 

/OZ vom 11.02.2005 00:00
 

Alte Bungalows könnten neuem Parkplatz weichen


Heiligendamm Neue Möglichkeiten für den Bau eines Parkplatzes in Heiligendamm ergeben sich jetzt. Der Bebauungsplan 27 sah vor, einen großen Parkplatz westlich des Schießstandes zu bauen. Von dort sollte ein Verbindungsweg zum künftigen Gebäude des Strand-Service führen. Sehr viel Buchenwald hätte gefällt werden müssen.

Jetzt ist eine neue Variante möglich geworden, weil der Eigentümer der alten Bungalowsiedlung am Schießstand bereit ist, das Grundstück zur Verfügung zu stellen. „Wir bräuchten nicht mehr 1500, sondern nur noch 960 Quadratmeter Wald umwandeln. Mit dem Abriss der alten Bungalows würde ein städtebaulicher Missstand beseitigt. Der Immissionsschutz wäre gewährleistet und die Flächenversiegelung würde minimiert“, zählt Doberans Bauamtsleiter Norbert Sass die Vorzüge der Variante auf. Die neu angedachte Parkfläche würde zudem größer. Die Zahl der Stellflächen erhöhte sich von 150 auf 175.

Der Bau eines Parkplatzes wird nötig, weil auf Grund der Neugestaltung von Heiligendamm die Flächen für Autos in der Deichstraße wegfallen. Mit der Verlagerung des Parkplatzes auf die jetzige Bungalow-Fläche würde allerdings der Weg zum Strandservice-Center etwas weiter sein.

Im Ausschuss für Stadtentwicklung empfahlen vier von sechs Mitgliedern, die Stadtvertretung möge dazu einen Aufstellungsbeschluss fassen.
 

RENATE PETER

 

 

Mit diesen Wegen würden die Touristenströme zur südlichen Seedeichstraße geführt, die sie dort überqueren müssten.
Viele Wegmöglichkeiten gibt es auch nicht, da in der nördlichen Seedeichstraße ab Villa "Seeadler" bereits das Hotelgelände wieder anfängt, wenn das Ayurveda-Zentrum fertig ist. Der Bürgerbund hat Kenntnis von den Plänen und weiß sehr genau, wo welche Neubauten geplant sind. Man könnte darin einen Versuch sehen, öffentliche Wege zu schaffen, um den Investor an einer Ausweitung zu hindern. Interessant ist auch, wie die Planer sich auf eine Zahl einigen: Vorschlag eins plus Vorschlag zwei geteilt durch zwei. Eigentlich plant man ja nach Bedarf und feilscht nicht.


 

Nicht nur der Bürgerbund kämpft für freie Wege in Heiligendamm:
Ein Stadtvertreter verklagt den Bürgermeister.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 20. Mai 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Klink klagt für freien Wanderweg

Gang vor das Verwaltungsgericht und Suche nach Verbündeten: Der Streit um den Küstenwanderweg geht in die nächste Runde.

Heiligendamm Wanderer und Radler, die aus Richtung Kühlungsborn entlang der Steilküste daherkommen, stoßen kurz vor Heiligendamm auf einen Holzzaun mitten im Küstenwald. Der Zaun markiert die Grundstücksgrenze des von der Fundus Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) 1996 erworbenen Areals, auf dem heute unter anderem das Kempinski Grand Hotel steht. Radler werden von dort aus weitläufig innerörtlich um das Fundus-Grundstück herumgeführt, Wanderer haben die Möglichkeit, über einen unbefestigten Abgang, der mehr einem halsbrecherischen Trampelpfad ähnelt, am Strand weiterzulaufen und überwinden die Steinpackung östlich des Kinderstrandes auf einem 80 Meter langen, hoch liegenden Steg. Bei heftigem Wellengang ist diese Passage problematisch.

Die ehemals der Öffentlichkeit zugänglichen Wege auf dem ECH-Grundstück – auch die Trasse am Hochufer – wurden durch einen knappen Mehrheitsbeschluss der Doberaner Stadtvertretung vom 10. Juni 2004 dichtgemacht – um die Privatsphäre der Hotel-Gäste zu schützen.

Seitdem gibt es deswegen böses Blut, Bürgerprotest gegen das Absperren der Wege und die Gerichte beschäftigen sich damit. Auch Stadtvertreter Harry Klink (FDP) klagt vor dem Verwaltungsgericht Schwerin gegen die Stadt Bad Doberan. „Ich kann verstehen, dass die Wege durch das Privatgrundstück zum Schutz der Hotel-Gäste gesperrt wurden. Der Wanderweg entlang des Hochufers ist jedoch seit Menschengedenken öffentlich, ist ein Stück Lebensqualität in unserer Küstenlandschaft, das allen Menschen weiter zugänglich sein muss“, so seine Argumentation. Er kritisiert den Beschluss der Stadtvertretung, der seiner Ansicht nach durch eine falsche Darlegung der Rechtslage durch Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) zustande gekommen sei. Der Wanderweg war schon immer öffentlich, und ein förmliches Einziehungsverfahren, das diesen Status rückgängig macht, habe es nie gegeben, so Klinks Argumentation. Er will Mittwoch um 20 Uhr im Bierkeller des Kamp-Theaters eine Initiativgruppe ins Leben rufen, um seiner Klage noch mehr Gewicht zu verleihen und lädt Interessierte dazu ein.

Der Bürgermeister vertritt eine völlig andere Rechtsauffassung: „Der Weg war nie in Trägerschaft der Stadt, sondern bis zu dessen Ende ein betriebsinterner, aber öffentlich genutzter Weg des ehemaligen Sanatoriums. Eine Klage wurde daher in erster Instanz bereits abgewiesen“, sieht er den Vorstoß Klinks gelassen. Und verweist auf ein Alternativprojekt der ECH, das jetzt erarbeitet wurde: behindertengerechter Ausbau des Strandabganges am Zaun, Verlängerung des Hochsteges am Strand auf 800 Meter in verbesserter Bauqualität.

LUTZ WERNER
 

 

Das kommt auch nicht alle Tage vor, dass ein Stadtvertreter den Bürgermeister verklagt. Aber es ist demokratisch möglich.

Recht haben die Streithähne beide nicht: Es geht um einen Weg von der Promenade zum Kinderstrand.

Die Professor-Dr.-Vogel-Straße endet am Alexandrinen-Cottage. Bis dort trifft zu, was Polzin sagt.

Dahinter existiert nur noch ein Pfad, der nie angelegt wurde, sondern einfach entstanden ist.

Den gibt es aber eigentlich nicht, auch wenn der Pfad seit Menschengedenken öffentlich war.

 

Viel wichtiger als die Klage an sich ist aber, dass die ECH längst eine Alternative in der Tasche hat, sie aber nicht umsetzen kann, solange sich die Stadtvertreter streiten. Die Alternative ist zwar auch noch nicht behindertengerecht aber das könnte man per Auflagen nachholen. Zur Not muss sich die Stadt oder das StAUN eben beteiligen.

 

Inzwischen flattern neue Bescheide ins Haus:

 

Noch mehr Empörung: Drei Perlen dürfen abgerissen werden!

 

Wie soll FUNDUS-Heiligendamm in den Köpfen der Menschen Akzeptanz finden, wenn immer mehr solcher Hiobsbotschaften kommen? Für die Bürger ist es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass die sechs großen Häuser aufwändig saniert werden konnten und das bei drei kleinen nicht funktionieren soll. Die Bürger sehen, dass es mit Korsetts gelungen ist, die originalen Fassaden zu erhalten und wünschen diese Methode nun auch für die drei kleinen Perlen der Perlenkette. "Neu aufgebaut" heißt ja genau das, was man nicht möchte: Plagiate, Nachbauten, Neubauten.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 04. Juni 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Villen in Heiligendamm werden neu aufgebaut

Bad Doberan Drei der sieben Strandvillen der so genannten Perlenkette an der Heiligendammer Promenade werden aller Voraussicht nach abgerissen und wieder neu aufgebaut.

Laut einer BeschluSVVorlage aus dem Doberaner Rathaus haben die Denkmalschutz-Behörden nach erneuter Bewertung entschieden, dass die Häuser „Perle“, „Möwe“ und „Schwan“ keine Einzeldenkmale mehr sind und daher neu errichtet werden dürfen. Der investierenden Fundus-Gruppe kommt dies entgegen, da sich die drei Villen laut einem Sprecher der Investorengruppe in einem solch schlechten Zustand befanden, dass sie kaum mehr zu restaurieren gewesen wären. Die vier anderen Häuser der Perlenkette – „Greif“, „Seestern“, „Hirsch“ und „Anker“ – sind dagegen „denkmalgerecht zu sanieren.“

Die sieben Strandvillen sind dabei Bestandteil des Bebauungsplans 25, der auch das künftige Thalassozentrum, ein weiteres Hotel und den geplanten öffentlichen Servicebereich umfasst. Montag werden die Stadtvertreter erneut über den B-Plan 25 beraten. Zwar wurde dieser bereits am 10. Juni 2004 beschlossen, war aber bislang nicht in Kraft getreten.

T. P.
 

 

Dass ein Beschluss mal eben nicht rechtskräftig wird, ist auch nicht gerade gewöhnlich.
Es stellt sich die Frage, ob denn niemand ernsthaft an diesem Beschluss interessiert war.
Die ECH konnte ohne diesen Beschluss nicht weiter machen.
Warum hat sie nicht nachgehakt, warum der Beschluss nicht rechtskräftig gemacht wird?


Man kann nur mutmaßen: Im Juni 2004 war die Diskussion neu entflammt, Wahlen standen bevor und die Umsetzung dieses Beschlusses hätte möglicherweise sehr unangenehme Folgen für die Stadtvertreter gehabt. Da sich abzeichnete, dass der Widerstand der Bevölkerung ein politisches Gewicht bekommen könnte, wäre es möglich, dass die alte Stadtverwaltung und die ECH lieber erst einmal nicht noch weiter im Wespennest herum stochern wollten und sich da einig über ein Stillhalten waren.

 

Jetzt aber muss man entscheiden, denn es muss ja weiter gehen in Heiligendamm. Also beschloss die Stadtvertreterversammlung:


 

Der B-Plan 25 ist rechtskräftig. Bahn frei für Perlenkette, Stadtvillen, Thalasso-Zentrum und Adlon am Meer.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 08. Juni 2005  |  Mecklenburg-Vorpommern

Ausbau von Kempinski kann beginnen

Bad Doberan (OZ) Die Doberaner Stadtvertreter haben dem Ausbau des Kempinski-Hotels in Heiligendamm zugestimmt. Drei Stadtvillen, ein Hotel und ein Thalasso-Zentrum können nun in der Stadt neu entstehen. Vier andere Villen sollen denkmalgerecht restauriert werden. Neu in der Konzeption des Bebauungsplanes ist auch ein Ballsaal, der an der Rückseite des geplanten Hotelgebäudes angebaut werden soll.
 

 

Das Thalasso-Zentrum war ja schon lange geplant. Neu sind die drei Stadtvillen und die Vergrößerung des geplanten Hotelneubaus hinter der Perlenkette.

Damit droht der Neubau den Wald hinter der Perlenkette zu verkleinern. Genaueres über die Proportionen ist jedoch noch gar nicht geklärt.

 

Einen Monat später ist es amtlich:

 

Baugenehmigung für die Perlenkette erteilt. Fehlt nur noch das Geld.

 

Das war natürlich kein guter Schachzug. Die ECH beantragt die Genehmigungen für den Abriss und Neubau dreier Villen und die Sanierung der restlichen Perlen, die Baugenehmigungen für die Neubauten und hat gar kein Geld.

Das ist für die Bürger wieder nicht verständlich und macht nun auch einige Stadtvertreter misstrauisch.

Die ECH ringt um Einvernehmen aber ohne finanzielle Zusagen wird es schwierig.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 20. Juli 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Baugenehmigung für Villen der Perlenkette erteilt

Heiligendamm Die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) hat die ersten Baugenehmigungen für die weitere Gestaltung Heiligendamms sicher. Sieben Villen der so genannten Perlenkette, die Kolonnaden und die alte Post können demnach restauriert beziehungsweise neu errichtet werden. Noch nicht genehmigt sind der Bau eines Thalasso-Zentrums und eines geplanten Hotels. „Hier ist Einvernehmen mit der Kommune nötig“, sagt ECH-Geschäftsführer Hans Schlag. Morgen werden Vertreter der ECH mit Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin Einzelheiten beraten.

Allerdings kann auch der etwa 15 Monate in Anspruch nehmende Bau der genehmigten Häuser noch nicht beginnen, weil die Finanzierung nicht gesichert ist. „Die Banken sind sehr zurückhaltend“, sagt Johannes Beermann von der hinter der ECH stehenden Kölner Fundus-Gruppe. 100 Millionen Euro seien allein nötig, um die sieben Villen der Perlenkette herzurichten.
Die Weiterentwicklung Heiligendamms über Fonds zu finanzieren, sei ausgeschlossen.


THOMAS PULT

 

 

Die wichtigste Aussage steht wieder einmal im letzten Satz:

 

Heiligendamm kann nicht weiter über Fonds finanziert werden.

Um zu sehen, wie es dennoch geht, blättern Sie mal vor ins Jahr 2009.

 

Aber es kommt noch schlimmer:

 

Auch die Pläne für den Anlandepunkt und die Strandversorgung im Osten finden keinen Anklang mehr.

 

Die Ostsee-Zeitung brachte es auf den Punkt:

 

Stillstand in Heiligendamm: Die Pläne sind nicht vermittelbar.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 09. August 2005  |  Titelseite Bad Doberan
 

Vermittlung nötig


Mit dem geplanten Service-Center und einem neuen Waldparkplatz wird in Heiligendamm ein zweites Gäste-Zentrum geschaffen – ein ganzes Stück weg von den klassizistischen Bauten der Weißen Stadt am Meer. Den Betreibern des Kempinski Grand Hotels kommt dies zupass. Die Zweiteilung wird ihren Gästen mehr Ruhe bescheren. Es gilt jedoch, die Notwendigkeit des neuen Centers gut zu vermitteln: Sonst wird sich manch Doberaner ausgegrenzt fühlen.

T. P.

 

 

So sind dann auch die Stadtvertreter hin und her gerissen, was in Heiligendamm zum Chaos durch fehlende Parkplätze führt.

Man lässt sich Einnahmen entgehen.
 

OZ vom 17.08.2005 00:00
 

Investor darf Baugebiet in Heiligendamm erschließen


Bad Doberan Mit einem Beschluss der Bad Doberaner Stadtvertreter ist am Montagabend der Grundstein für die Erschließung eines Baugebiets in Heiligendamm gelegt worden. Mit dem Beschluss kann die Stadt mit der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) als Investor einen Vertrag abschließen. Dieser erlaubt es der ECH, eine Planstraße unter anderem für den Bau eines Thalassozentrums anzulegen. Die Planstraße soll von der Seedeichstraße aus bis zum Haus Bischofsstab reichen und dort in einer Wendeschleife enden.

Von dieser aus ist ein öffentlicher Fußweg bis hin zur Promenade vorgesehen. Die Gesamtkosten in Höhe von etwa 221 000 Euro trägt die ECH.

T. P.

 

 

Das Sommerloch wurde mit einer skurillen Meldung gefüllt, die eher für Gelächter, als Hoffnung sorgte:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 30. August 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Scheich will Heiligendamm nachbauen

Heiligendamm Scheich Khalid Bin Ahmed Al Hamed aus den Vereinigten Arabischen Emiraten hat nach einem Rundgang durch Heiligendamm Interesse gezeigt, solch eine weiße Stadt am Meer auch in seiner Heimatregion Abu Dhabi errichten zu lassen. „Wir wollen Geschäfte zusammen machen in den Emiraten. Ich sehe da gute Möglichkeiten mit Mister Jagdfeld“, sagte er mit Blick auf Anno August Jagdfeld, der als Chef der Fundus-Gruppe seit Jahren die Neugestaltung Heiligendamms zum Luxus-Seebad vorantreibt. „Der Scheich sagte mir, er würde Heiligendamm am liebsten entführen“, so Jagdfeld. „Wir sollen ihm so eine Stadt bauen.“ Konkret sei aber noch nichts.

An Geld dürfte es dem Scheich nicht mangeln. Anno August Jagdfeld braucht dagegen welches, um die Sanierung Heiligendamms voranzutreiben.
Er sagt, dass er die Restaurierung nicht eher fortführen wird, bis der Bebauungsplan 25 rechtskräftig ist. Die Stadtvertreter hatten dem B-Plan bereits zugestimmt.


T. P.

 

 

Jagdfeld meint also, die Fortführung würde vom rechtskräftigen B-Plan abhängen.

Kommt B-Plan, kommt Geld? Oder will er die 100 Millionen aus eigener Tasche zahlen? Oder kriegt er Kredit beim Scheich?

Der Scheich könnte doch sogar das Original haben - als Aktionär.

Wahrscheinlich wollte Jagdfeld aber nur die Gunst der Stunde nutzen und an den noch nicht beschlossenen B-Plan erinnern.

 

Der Stillstand geht weiter. Es dauert ganze sieben Monate, bevor der geplante Waldparkplatz endlich genehmigt wird:

 


OSTSEE-ZEITUNG |
Mittwoch, 19. Oktober 2005  |  Titelseite Bad Doberan

 

150 Stellflächen auf geplantem Waldparkplatz

Bad Doberan Einstimmig passierte am Montagabend ein wichtiges Papier die Stadtvertreterversammlung. Sie gab grünes Licht für den Bebauungsplan 27, dem Waldparkplatz für Heiligendamm im Großen Wohld. 19 Stellungnahmen und 42 Anregungen gaben Behörden und Anlieger im Vorfeld ab. Davon wurden 40 Hinweise in den neuen Auslegungsbeschluss eingearbeitet. Auf dem Waldparkplatz sollen 150 Stellflächen entstehen. Der Weg bis zum Strand beträgt rund 650 Meter. Hintergrund des Bauvorhabens, das nächstes Frühjahr starten könnte: Für Heiligendamm sind neue Stellplätze erforderlich, da Parkflächen mit dem avisierten Bau von Hotel, Thalasso-Zentrum und Servicebereich entlang der Seedeichstraße wegfallen.

JO
 

 

Nun doch nicht 175, sondern 150? Man gibt sich für den Zweitklässler mit dem zweitbesten zufrieden.

Mit gerade einmal so vielen Stellplätzen, wie in der Saison schon die ganze Seedeichstraße zwischen dem Golfhaus und der Kühlungsborner Straße fassen mussten. Dabei war doch klar, dass auch der Parkplatz in der Professor-Vogel-Straße in absehbarer Zeit verschwindet.

 

Es fehlen dann ganze 100 Parkplätze und darin könnte man einen Versuch sehen, die Touristenströme künstlich zu begrenzen.

Wer nicht parken kann, fährt weiter und wenn man erst einmal jenseits Heiligendamms ist, mag man vielleicht auch nicht zu Fuß Richtung Westen zurück laufen. Ob das der Hintergedanke war, kann man - wie bei den neuen Wegen des Bürgerbundes - nur vermuten.

 

 

Die alten Probleme sind wieder da...

 

Einen Monat nach diesem Beschluss gab es wieder etwas zu (be)schließen:

Die Professor-Dr.-Vogel-Straße. Sie wird dicht gemacht:

 


OSTSEE-ZEITUNG.DE | Mittwoch, 16. November 2005 | Titelseite
 
 
Zäune in weißer Stadt sollen bleiben
 

 Eineinhalb Jahre ruhte der Streit um das Wegerecht in Heiligendamm. Jetzt will die Stadt die Durchgänge endgültig sperren.
 
 Bad Doberan Es ist eine brisante BeschluSVVorlage, die Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin und Amtsleiter Norbert Sass in der nächsten Stadtvertreter-Versammlung am 5. Dezember verabschieden lassen wollen. Der Inhalt weckt einen Streit, der nach außen hin eineinhalb Jahre ruhte – den um die Öffentlichkeit der Wege in Heiligendamm.
 
 Inhalt des Papiers: Es sollen Straßen, Wege, Plätze in der weißen Stadt eingezogen oder gewidmet werden. Damit blieben die bereits im Frühjahr 2004 mit Zäunen versehenen Wege rund um das Kempinski Grand Hotel endgültig gesperrt. Zudem wäre die Prof.-Dr.-Vogel-Straße künftig für die Allgemeinheit tabu. Die Bürgerinitiative »Für Öffentlichkeit in Heiligendamm« sieht darin eine Bestätigung dessen, was sie »von Anfang an« vermutete: »Heiligendamm soll dicht gemacht werden«, sagt Heike Ohde, die sowohl in der Bürgerinitiative mitwirkt als auch Fraktionsvorsitzende des Bürgerbunds in der Stadtvertretung ist. In der BeschluSVVorlage sehen sie und ihr Mitstreiter Hannes Meyer ein Eingeständnis der Verwaltung. »Im Prinzip gibt der Bürgermeister zu, dass die Wege öffentlich sind«, sagt Ohde. Diese hätten damit niemals gesperrt werden dürfen und müssten sofort wieder geöffnet werden. »Der Bürgermeister beugt das Recht«, meint Hannes Meyer.
 
 Verwaltungschef Hartmut Polzin sieht das anders. Die gesperrten Wege seien ursprünglich Wirtschaftswege für das ehemalige Sanatorium in Heiligendamm gewesen, die entweder nicht öffentlich oder betrieblich-öffentlich waren. Ob Bürgerinitiative oder Polzin Recht haben, prüft derzeit nach einer Klage von fünf Bad Doberanern das Verwaltungsgericht Schwerin.
 Mit einer Verabschiedung der jetzt vorliegenden BeschluSVVorlage könnte sich der Fall jedoch von selbst lösen. Polzin sagt, ihm gehe es darum, »abschließende Klarheit zu schaffen« und die Rechtsunsicherheit zu beenden. Eine weitere BeschluSVVorlage geht indes noch ein Stück weiter. Mit ihr sollen die so genannten Flächen der Bebauungspläne 25 und 26 zu einem Kurgebiet zusammengefasst werden. Wird dies von den Stadtvertretern beschlossen, wäre das gesamte klassizistische Ensemble nur noch für Kurgäste, Patienten der Median-Klinik sowie Hotel- und Restaurantgäste zugänglich.

 
 Laut einem Sprecher der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm, der an der Ausarbeitung der neuen Pläne beteiligt war, gehe es im Ganzen darum, Ruhe in die weiße Stadt zu bekommen. »So wie Heiligendamm heute ist, geht es unter«, meint  er. Ob die Sperrung der Wege dem Hotel genutzt hat, ließ er offen. Dass das Kempinski Heiligendamm derzeit rote Zahlen schreibe, bezeichnete er als offenes Geheimnis.
 
 THOMAS PULT
 

 

Ab diesem Zeitpunkt verschwand die Zustimmung der Bürger zusehends.

 

Es entbrannte eine hitzige öffentliche Diskussion, die sich zunehmend auch gegen die Stadtverwaltung richtete.

Diese sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, käuflich zu sein, zumal die unerwarteten Zustimmungen nach einer Einladung der ECH ins Grand Hotel erfolgten, wo laut einem Stadtvertreter die ECH die Pläne noch einmal erklärte.

Der Stadtvertreter vermutete, dass der Abend eine dreistellige Summe gekostet hat, betonte aber auch, dass die Stadtvertreter sich der Reaktion der Öffentlichkeit bewusst waren und deshalb an diesem Abend keine Entscheidungen getroffen haben. Sie waren ja aber eingeladen und darum heftete man der Situation die Vermutung an, dass die Stadtvertreter zumindest ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Gastgeber haben könnten, wenn sie ihn enttäuschen. Da kam Polzins Argumentation gerade richtig, um Pro-ECH ausgelegt zu werden.

 

Die Argumentation Polzins sollte wirklich hinterfragt werden:

Heiligendamm verfügt über zwei Durchfahrtstraßen:

Kühlungsborner Straße und Seedeichstraße. Weiterhin gibt es eine Anliegerstraße, die Gartenstraße.

Darüber hinaus gibt es die Adolf-Kortüm-Straße und die Straße neben dem Forsthaus, sowie die Straße zum Kinderstrand als Zufahrtstraßen.

 

Schließlich gibt es dann noch die Professor-Dr.-Vogel-Straße.

Diese verläuft - oder verlief - vom Haus "Weimar" (Alexandrinen-Cottage) mit der Hausnummer 1 aus vorbei an den Häusern "Dresden" (Marien-Cottage) und "Magdeburg" (Kronen-Cottage) Richtung Osten. Fragen Sie mich nicht, warum man am Ende der Sackgasse mit der Nummerierung begonnen hat. Vermutlich richtete man die Hausnummern nach den Haus-Nummern - die Alexandrine war Haus 1. Sie verlief zwischen dem Haus "Glück auf" (Burg) und dem Konsum (Orangerie) hindurch und bog dann nach Norden ab, wo sie die Rückseite des Kurhauses flankierte und zwischen dem Kurhaus und dem Haus "Berlin" (Grand Hotel) das erste Mal nach Norden abzweigte und zwischen dem Haus "Berlin" und dem Sportplatz (heute Severin-Palais) das zweite mal. Während das erste nur eine Zufahrt darstellte, verlief die Professor-Dr.-Vogel-Straße ab dem Maxim-Gorki-Haus (Villa Perle/Großfürstin Marie) weiter nach Osten. Sie führte zwischen den Perlen und den Kolonnaden (Hausnummer 22) hindurch und mündete hinter dem Strand-Bistro in die Seedeichstraße. Die Ostsee-Klinik hatte die Hausnummer 6 und das Grand Hotel steht heute auch in der Professor-Dr.-Vogel-Straße (und nicht wie man vermuten würde in der Kühlungsborner Straße) und hat die Hausnummern 16-18.

 

An der Professor-Dr.-Vogel-Straße befanden sich also: Ein Ärztehaus, zwei Behandlungshäuser, ein Verwaltungsgebäude und ein Erholungsheim des Sanatoriums, eine Verkaufsstelle mit Dienstleistungstrakt, drei Häuser des Sanatoriums, darunter eine öffentliche Gaststätte (Kurhaus), ein Sportplatz, sieben Bettenhäuser des Sanatoriums, ein Café, eine weitere Verkaufsstelle, eine Post, ein Garagenkomplex, zwei FDGB-Heime, ein Strandimbiss, die Wasserwacht und ein Parkplatz. In den Häusern der Professor-Dr.-Vogel-Straße wohnten weiterhin dauerhaft Leute.  

 

Die Patienten, welche in den Häusern der Perlenkette wohnten, waren dort nur zum Schlafen untergebracht.

Gegessen wurde im Haus "Berlin" (Hausnummer 6) und die medizinischen Anwendungen erfolgten in den anderen Gebäuden des Sanatoriums. Auch das gesellschaftliche Leben spielte sich in den Häusern "Berlin" und "Kurhaus" ab.

Eine Versorgung der einzelnen Häuser mit Textilien und Verbrauchsmaterial, sowie die Reinigung erfolgten stets vom Haus "Berlin" aus, wo auch die Lieferungen angenommen wurden. Alle Häuser wurden zu Fuß versorgt. Direkte Anlieferungen erfolgten nicht.

Das macht es schon zum Betriebsweg - aber nuzr den Bürgersteig. Lediglich das Schwanen-Café in den Kolonnaden, das neben stehende Geschäft und die Post, sowie der Imbiss und die beiden FDGB-Heime wurden separat beliefert. Gerade das macht ja eine öffentliche Straße aus. Die quasi einzige Straße Heiligendamms als Betriebsweg zu deklarieren, ist sehr fragwürdig. Allein die Tatsache, dass in der Professor-Dr.-Vogel-Straße ganz normal Leute wohnten (die erst 1997 - als es die Ostseeklinik schon nicht mehr gab - ihre Häuser gegen ihren Willen verlassen mussten), spricht gegen einen Betriebsweg. Auch ein betrieblich-öffentlicher Weg kommt nicht in Frage, da die Mehrzahl der Bewohner in keiner Weise etwas mit dem Sanatorium zu tun hatte.

Die Leute wohnten in Heiligendamm, wie man es halt in einem Wohnort tut.

Polzins Aussage stimmt also nicht. Lediglich heute - 2005 - könnte man sagen, dass es sich um einen Betriebsweg des Grand Hotel handelt. Das aber wird von der Kühlungsborner Straße aus beliefert und der Rest geht direkt ins Wirtschaftsgebäude.

Die Hotels und Restaurants in den Häusern "Bischofsstab" und "Residenz-Hotel" befinden sich an der Professor-Dr.-Vogel-Straße und auch die Kolonnaden mit dem Café und der Imbiss, sowie das Sanitärhäuschen befinden sich in dieser Straße.

Das macht sie auch heute noch zu einer doch eher öffentlichen Straße, als zu einer betrieblichen oder betrieblich-öffentlichen.

 

Die Ostsee-Zeitung kommentiert:

 


OSTSEE-ZEITUNG.DE | Mittwoch, 16. November 2005 | Titelseite

 

Kein Nutzen durch Sperrung

 

Heiligendamm ist schön, das klassizistische Ensemble toll, das Kempinski Grand Hotel famos. Dennoch kommen nicht genug Gäste, damit das Fünf-Sterne-Haus Gewinn erzielt. Das mag am Umfeld liegen, das Gästen für einen langen Aufenthalt zu wenig bietet. Das mag damit zu tun haben, dass Hotels in den ersten Jahren oft Anlaufschwierigkeiten haben. Das mag 2004 auch an der langwierigen Havarie im Wellness-Bereich gelegen haben. Kaum einen Einfluss auf die Gästezahl hat es aber offenbar, ob die Wege im Hotelbereich offen sind. Vor eineinhalb Jahren wurden Zäune aufgestellt. An der wirtschaftlichen Situation des Hotels hat das nichts geändert. Die Sperrung der Wege hat daher keinen Nutzen.

 

T. P.
 

 


Analyse: ECH
: Der Besucherverkehr auf der Promenade (bzw. der Tagesgast) stört den Hotelbetrieb und die Ruhe der Hotel-Gäste.

 

Das müsste erst einmal belegt werden. Durch eine Umfrage zum Beispiel. Nehmen wir mal eine Statistik vorweg, die das Brandeins-Magazin ausführt. Der Rekordsommer des Jahres 2003 hat dem Hotel eine Belegung beschert, die 50 EUR pro belegtes Zimmer mehr einbrachte, als rechnerisch erwartet. Die Leute waren also 2003 da und das Hotel super belegt. Die ECH argumentiert nun, dass 10% nicht wiederkommen wollten, weil sie sich von den Zaungästen gestört fühlen würden.

Das wären bei 225 Zimmern 22 Belegungen weniger. 2006 aber wurden ca. 110 Zimmer weniger belegt und der Sommer 2006 war verregnet. Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist vom Wetter abhängig. Warum sollte das in Heiligendamm anders sein? Tatsache ist doch, dass Heiligendamm außer Wellness und SPA, Bars und Bücher an Schietwettertagen rein gar nichts zu bieten hat. Der Gast, der dies 2003 wahrgenommen hat, kommt nicht wieder.

 

Und selbst wenn dann 10% wegen ihrer Eitelkeit gegenüber den Gästen des Seebades nicht mehr wieder kamen, so waren es immerhin 40%, die es aus anderen Gründen nicht taten. Gründe, die man eben nicht den Zaungästen anhaften kann, sondern die ein Versäumnis sind. Was würden Sie sagen, wenn Sie auf Grund eines Prospektes in ein Hotel fahren von dem Sie erwartet haben, dass es rundum fertig ist und alles bietet und dann feststellen, dass das alles nur eine riesige Baustelle ist?

Wenn Sie überhaupt bleiben möchten würden Sie doch auf die Frage nach der Wiederkehr im nächsten Jahr antworten:

"Nein, vielleicht in zehn Jahren wieder."

 

Und so ist es auch hier: Die Gäste von 2003 wurden ge- und enttäuscht und sie kehren erst wieder, wenn alles fertig ist.

Denn 300-900 EUR pro Nacht sind für diese Gäste zwar bezahlbar und vielleicht sogar ein Pappenstiel aber sie werfen dieses Geld nicht raus, um nichts dafür zu bekommen, als höchstens schlechte Laune. Auch reiche Menschen verdienen ihr Geld nicht im Schlaf - nicht wenn sie Gäste in einem 5-Sterne-Hotel sind. Ein superreicher Scheich tut sich ein Hotel nicht an, sondern kauft sich ein Stück Land und baut selbst ein Ferienhaus ganz nach seinen Vorstellungen.

 

Aber betrachten wir einmal die Tagesgäste:

Der Besucherverkehr ergießt sich von Osten auf die Promenade und staut sich vor dem Zaun zum Küstenwald.

Die ratlosen Tagesgäste, die für die 400 Meter mindestens einen Euro bezahlt haben, suchen nun nach Möglichkeiten, wenigstens etwas für das Geld zu sehen. Sie sehen sich die Burg an, das Kurhaus und die drei Bauwerke und natürlich den Stein.

Sie gehen auf die Seebrücke, gehen wieder herunter und überlegen, wie sie denn nun weiter verfahren.

Das Problem der großen Menschenansammlung ist der Tatsache geschuldet, dass es im Westen einfach nicht in einer attraktiven Weise weitergeht.

 

Ein öffentlicher Park mit Durchgang zum Kinderstrand oder nur ein Durchgang zum Kinderstrand und zu dessen Zufahrt würde dazu führen, dass sich die Massen zügig verteilen und sogar nach Westen verlieren. Die Menschen kommen von irgendwo her und haben gehört, dass es hier eine Steilküste gibt aber sie haben keine Ahnung, was das ist. Sie können es unten sehen aber sie möchten auch mal oben drauf stehen, wo das Land plötzlich zu Ende ist und es 10 Meter in die Tiefe geht. Wenn denn selbst das Grand Hotel mit solchen Fotos wirbt, dann möchte man das auch einmal  live erleben.

 

Natürlich: Auch Nienhagen und Kühlungsborn haben eine Steilküste.

Aber deren Kurtaxen-Einnahmen fließen nicht in die Bad Doberaner Stadtkasse.

 

Schwer vorstellbar, dass die Doberaner diese Steilküsten-Begeisterten dorthin abschieben wollen könnte.

Die Stadt kann es sich gar nicht leisten, auf die Tagesgäste zu verzichten und selbst noch so reiche Hotelgäste können den Ausfall der Einnahmen nicht durch ihren Konsum kompensieren. Denn die Stadtkasse hat nichts davon, dass diese Leute in den Restaurants der gehobenen Gastronomie speisen oder in Boutiquen einkaufen, statt im Discounter. Davon profitiert bestenfalls der Handel aber ein Tagesgast, der alles auf dem Rücken tragen muss, geht hier Mittag essen, kauft dort etwas zu trinken, dort ein Eis, dort vielleicht noch spontan Strandausrüstung, geht als Gast einer Pension auch mal in einen Discounter und kauft für eine Woche ein. Er verteilt sein Geld also und bringt auch mehr Geld in den Handel im Gegensatz zum Gast des Hotels, der sein Frühstück im Hotel einnimmt, den Vormittag mit Wellness und SPA verbringt, mittags nach Bad Doberan fährt und dort vielleicht etwas Geld für das Mittag ausgibt, durch die Geschäfte schlendert und dort nicht allzu viel vorfindet, was er bräuchte oder nicht eh schon hätte und dann nach Rostock fährt und dort sein Geld ausgibt. Außerdem ist von einem Resorthotel die Rede und das heißt, dass der Gast Frühstück, Mittag und Abendbrot, Kaffee, Cocktails, Drinks und Bier innerhalb dieses Resorts bekommen kann, sich dort auch die Kleidung reinigen und die Haare schneiden lassen kann und auch das ganze Wellness- und SPA-Angebot des Hotels nutzen wird. Ein Resort hat auch Ladenflächen, in denen sich dann zumindest ein Reformhaus, eine Apotheke, Boutiquen und Kunsthändler niederlassen werden und in denen es auch Souvenirs geben wird und das Rüstzeug für alle Sportarten, die im Resort angeboten werden.

 

In einem richtigen Resort checkt der Gast ein, gibt sein Geld aus und checkt wieder aus.

Die Umgebung hat davon nichts und darum kann ein Resort selbst in der Wüste mit größtem Erfolg betrieben werden.

 

Geld fließt durch das Grand-Hotel bestenfalls in viele kleine Töpfe der Region - was erstrebenswert ist -
aber die Stadtkasse von Bad Doberan lebt vom Tages-Tourismus.

 

Ein Zimmermann lebt auch nicht von seinem besten Stammkunden, sondern nimmt alle Aufträge an.

Bad Doberan ist nicht in der Lage, sich seine Einnahmequellen auszuwählen.

Auch nicht mit einem millionenschweren Resort vor der Haustür.

Dann müsste sich dieses schon am Schuldenabbau der Stadt beteiligen.

Wenn also die ECH meint, Heiligendamm absperren zu müssen dann bedeutet das,

dass ihr die Belange und die Probleme der Stadt ihr ihrer Bürger egal sind.

 

Nachtrag 2009: Wobei man auch nicht vergessen darf, dass die Stadt, das Land und der Bund schon 1997 wussten, dass Heiligendamm zum Resort wird, wenn sie es an FUNDUS verkaufen. So gesehen kann man der ECH nicht vorwerfen, etwas unangekündigtes zu tun und muss die o. g. Aussage auch auf Stadt, Land und Bund ausweiten.

 

Der letzte Aspekt ist der, dass Heiligendamm ohne den Tagesgast eine leere Stadt am Meer ist.

Und das sehen sogar Hotelgäste so, wie uns die Meinung  von R.F. auf der Internetseite der Bürgerinitiative für Öffentlichkeit in Heiligendamm e.V. (www.proheiligendamm.de) unter dem Menüpunkt "Meinungen" zeigt:

 

 

R.F. via Mail | 17.08.2006

 

Ich bin gerade zu Gast im Kempinski Heiligendamm und ich muß sagen, ich finde diesen Wunsch nach Sperrung der Promenade unsinnig. Nur weil ich es mir leisten kann, hier ein paar Tage zu verbringen heißt das doch nicht, daß ich mit dem Rest der Welt nichts mehr zu tun haben möchte. Im Gegenteil: Aus dem Fenster dem Treiben zuzuschauen, macht Spaß. Ein anderes Lieblingshotel von mir ist in San Sebastian, direkt in der Innenstadt, direkt an der Promenade. Ich vermisse hier Leben, das ist Problem. Geschäfte, Cafes usw. Wenn man hier noch die Wege sperrt, wirds noch toter.

 

 

Dem gibt es wohl nichts hinzuzufügen. Es sei auch erwähnt, dass das Flaggschiff der Kempinski-Gruppe in Deutschland und das bisherige Meister-Projekt der Fundus-Gruppe - das Adlon in Berlin - direkt am Boulevard und dem berühmtesten Platz Deutschland steht, den täglich mehrere tausend Menschen benutzen. Auch das Neptun-Hotel und das Best Western Hanse Hotel sowie das Hotel Hübner und andere Hotels in Warnemünde, das RadissonSAS, das Courtyard by Mariott und das Steigenberger Hotel "Sonne" in der Rostocker Innenstadt stehen direkt am Boulevard. Und diese Hotels laufen gut, wenngleich sie natürlich schon eine andere Zielgruppe ansprechen. Dennoch ist die Luxus-Herberge Nummer Eins in der Region das Hotel Neptun in Warnemünde und solange Heiligendamm keine Alternative dazu bietet, wird sich daran nichts ändern.

 

Nachtrag 2009: Die Kempinski-Gruppe hat sich aus Heiligendamm zurück gezogen. Das ändert aber nichts an der Sachlage.

Jedoch gibt es auch ein Gegenbeispiel eines gut laufenden Hotels ohne Boulevard-Lage: Das IFA Grand Hotel in Graal Müritz. Jedoch handelt es sich hier nicht um ein abgesperrtes Hotelgelände. Wer möchte, kann auch als Nicht-Hotelgast das Gelände betreten und kostenpflichtig darauf parken. Die Abkürzung zwischen Stadt und Strand führt sogar direkt am Hoteleingang vorbei. Nur liegt es eben nicht am Boulevard, sondern im Wald. Es wurde von den DDR-Politgrößen als Erholungshotel im Wald in der Nähe zum Wasser errichtet. Erich Honecker verbrachte viele Urlaube dort und auch nach der Wende lief das Hotel gut.

Inzwischen wurde es aufwändig saniert und vergrößert.
 

 

 

Die Stadtvertreter sehen sich verpflichtet, dem Investor den Rücken zu stärken und die Infrastruktur Heiligendamms zu definieren:

 


OSTSEE-ZEITUNG  | Mittwoch, 23. November 2005 | Titelseite
 
 Ausschuss stimmt für Kurgebiet
 

 Nach dem klaren Ja des Ausschusses für Stadtentwicklung steigen die Chancen, dass Heiligendamm zu weiten Teilen gesperrt wird.
 

 Bad Doberan Fünf Ja-Stimmen, ein Nein: Die Entscheidung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt fiel gestern Abend deutlich aus. Mit ihrer Abstimmung empfahlen die Abgeordneten im Doberaner Rathaus, dass weite Flächen der weißen Stadt am Meer zu einem Kurgebiet zusammengefasst werden sollen.
 
 Darin enthalten sein sollen neben der Median-Klinik als Kureinrichtung auch das gesamte klassizistische Ensemble der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), einschließlich des Kempinski-Hotels und der geplanten Zentren für Thalasso, Ayurveda und Plastische Chirurgie.
 
 Für Einheimische und Urlauber hätte die Einrichtung eines Kurgebiets nach den derzeitigen Plänen zur Folge, dass sie ausgegrenzt wären.

Wie aus einer BeschluSVVorlage der Stadtverwaltung hervorgeht, sollen nicht nur die bereits gesperrten Wege unzugänglich bleiben, sondern auch die Prof.-Dr.-Vogel-Straße gesperrt werden und ein geplanter Stichweg entfallen.
 
 »Wenn das kommt, gäbe es keine direkte Verbindung mehr zum Seebrückenvorplatz«, sagte Hannes Meyer vom Bürgerbund.

Er betonte, dass er einen Stichweg auch im Hinblick auf die Weltkulturerbe-Bewerbung Doberans für nötig hält.

»Wir machen uns doch vor der Weltöffentlichkeit zum Löffel, wenn die Leute zwei Kilometer gehen müssen, um das klassizistische Ensemble zu sehen.«
 
 Meyer fühlt sich und die Bürger betrogen. »Der Stichweg durch die Hotelanlage zum Seebrückenvorplatz wurde als Kompromisslösung beim Kolloquium vereinbart«, so Meyer. Seiner Ansicht nach müsse die Einrichtung eines Kurgebiets auch nicht zwangsweise einhergehen mit einer Sperrung von Wegen.


 Der als Stadt-Berater fungierende Verwaltungsrechtler Albert von Mutius bestätigte dies, relativierte jedoch.

»Es gibt in Deutschland Kurgebiete mit totaler Öffentlichkeit, aber auch welche mit ganz erheblichen Einschränkungen der Zugänglichkeit«, sagte er. Derzeit sei Bad Doberan in der Planungsphase.


 Noch sei alles möglich, zumal es eine Bürgerbeteiligung geben wird. »Das Kurgebiet soll der Planung hinsichtlich des Grundlagenvertrags zwischen Stadt und ECH eine Ausrichtung geben«, so von Mutius.
 
 Der Wirtschafts- und Tourismusausschuss wollte gestern Abend mehrheitlich nicht über die Einrichtung eines Kurgebiets abstimmen, weil es noch Unstimmigkeiten zwischen Median-Klinik und der ECH gebe. Median-Patienten sollen im künftigen Kurgebiet überall freien Zugang haben – auch im Bereich des Kempinski-Hotels.
 Angeblich haben sich ECH und Median-Klinik darauf verständigt. »Ich hatte aber nicht den Eindruck, dass er eine Einigung vor Augen hat und sich nachhaltig Sorgen um einen Fußweg für seine Patienten macht«, sagte CDU-Stadtvertreter Andreas Unterfranz gestern und bezog sich dabei auf ein Telefonat mit Median-Verwaltungsleiter Hagen-Volker Bendig.
 Ob das Kurgebiet tatsächlich kommt, werden die Stadtvertreter entscheiden. Sie tagen das nächste Mal am 5. Dezember.
 
 THOMAS PULT
 

 

Die Schwierigkeit hier ist, dass man Heiligendamm als Kurort erhalten und entwickeln aber zugleich auch der ECH die nötigen Freiräume geben muss.

Spätestens hier rächt es sich, dass man sich nicht für die Dr.-Marx-Gruppe entschieden hatte.

Damit würde es keinen Konflikt zwischen den Anforderungen an einen Kurort und den Belangen eines Resort-Hotels geben.

Wenngleich die Frage natürlich ist, ob die Dr.-Marx-Gruppe auch so aufwändig saniert hätte und ob sie für ihre Patienten nicht genauso Zäune gezogen hätte. Man weiß es nicht und die Diskussion um den Hund, der einen Hasen gehabt hätte, ist sinnlos.

 

Fakt ist: Der ECH kann es relativ egal sein, ob Heiligendamm ein Kurort und Seeheilbad bleibt oder nicht, da das nicht die Kriterien der Hotelgäste sind. Die Interesse an der Erhaltung des Kurwesens und des Heilbadstatus sind also als reine Stadt-Interessen zu sehen und nicht als Interessen des Investors.

 

So entschied die Stadt sich für ein zusammenhängendes Kurgebiet inklusive des Hotelgeländes.

Nicht wissend, dass das praktisch nicht umsetzbar sein wird.

 

Hinzu kommt die Schwierigkeit, dass ein Kurgebiet nicht bedeutet, dass da jeder hinein kann.

Ganz im Gegenteil: Man legt Kurgebiete fest, damit die Kurgäste ungestört fernab der Touristenströme die natürlichen Gegebenheiten (in Heiligendamm ist das das Seeheilklima) für ihre Genesung nutzen können. Darum auch KURgebiet.

 

In Heiligendamm will man mit der Deklarierung eines Kurgebiets nicht erreichen, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, sondern dass die ECH einen Rahmen bekommt, innerhalb dessen sie agieren kann. Was nicht hundertprozentig Hotelgelände ist, soll als Kurgebiet öffentlich sein und wenn die ECH mehr geschlossene Flächen wünscht, muss sie sich diese außerhalb des Kurgebietes erstellen. Inzwischen gibt es aber auch Unstimmigkeiten zwischen der Median-Klinik und der ECH, da die Stadtvertreter sich vorstellen können, dass die Kurgäste freien Zugang zum Hotelgelände haben und die Median-Klinik das auch befürwortet aber die ECH (und das Grand Hotel) es ablehnen.

 

/OZ/LESERBRIEF vom 24.11.2005 16:11
 

heiligendamm


Ich, Harry Klink, bin gegen die in der Presse dargestellten Veränderungen in Heiligendamm. Durch bedingte Abwesenheit in der betreffenden Ausschussitzung konnte ich meine Ablehnung stimmlich nicht einbringen.

 

mfg

 

harry klink

schreibt annegrit klink aus bad doberan

 

 

...nur diesmal größer.

 

Den Bürgern wird klar, dass weitere Einschränkungen folgen werden und sie machen ihren Unmut Luft:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Bad Doberaner Zeitung | Wochenendausgabe, 26. November 2005 | Titelseite
 
 
Wellen in weißer Stadt schlagen höher
 

 Der neu entbrannte Streit um die Öffentlichkeit in Heiligendamm hat die nächste Ebene erreicht. Während die Investoren um Verständnis für Sperrungen werben, plant eine Initiative Protest-Aktionen.
 
 Bad Doberan Hans Schlag steht in einem Spielzimmer der Doberaner Awo-Kita »Uns Windroos« und tut, was er seit sieben Jahren tut: Wogen glätten. Im Raum sitzen 25 Leute; die Linkspartei lud zur öffentlichen Fraktionssitzung.
 
 Das Thema ist brisant: Es geht um das »Konzept Seeheilbad Heiligendamm.« Soeben hat Landtagsabgeordnete Birgit Schwebs drei Minuten lang mit vielen Worten gesagt, was sie von den neuesten Plänen der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm hält: gar nichts.
 
 Hans Schlag erwidert, er fühle sich »langsam als Delinquent.« Seit mehr als einer Stunde erklärt er, was die kurz ECH genannte Entwicklungs-Compagnie im Auftrag der Investoren in Deutschlands erstem Seebad vorhat. Ein Kurgebiet soll eingerichtet werden. Weite Teile der weißen Stadt wären dann für die Allgemeinheit gesperrt. Nur Kur- und Hotelgäste hätten noch freien Zutritt.
 
 Schlag wirbt um Zustimmung, um Verständnis und erhält bei der Linkspartei beides kaum. Er spricht von den berechtigten wirtschaftlichen Interessen des Investors, der mehr als 200 Millionen Euro in Heiligendamm steckte. Er nennt Gründe, warum er den Kurgebiets-Plan für vernünftig hält. »Das Kempinski Grand Hotel hat nicht den Erfolg, den es haben könnte«, sagt er, weil zwar die Zahl der Gäste ausreiche, aber die Verweildauer um zwei bis drei Tage zu kurz sei. Das liege auch daran, dass sich viele Hotelgäste noch immer belästigt fühlen von Tagestouristen, von »Gaffern«. Schlags Argumente sind die gleichen wie vor zwei Jahren. Damals handelte eine Expertenrunde einen Kompromiss aus. Die weiße Stadt könne weitgehend abgeschottet werden, wenn für die Allgemeinheit ein Weg vom Molli-Bahnhof über das Hotelgelände bis zur Seebrücke gebaut würde. »Von diesem Weg glauben wir heute, dass er tödlich sein könnte für das Hotel«, sagt Schlag.

 Hannes Meyer von der Bürgerinitative «Für Öffentlichkeit in Heiligendamm« sieht darin die »Aushebelung einer demokratischen Entscheidung«. Als Hans Schlag am Donnerstagabend in der Awo-Kita spricht, sitzt Meyer mit seinen Mitstreitern von der Bürgerinitiative zusammen und überlegt: Wie ist es zu verhindern, dass Einheimische und Touristen ein für allemal aus Heiligendamm verbannt werden.
 
 Die Zeichen für die Bürgerinitiative stehen schlecht: Im Moment scheint es, dass eine knappe Mehrheit der Stadtvertreter den Plänen für die Einrichtung eines Kurgebiets zustimmen wird. Meyer weiß das. Er ist selbst Stadtvertreter. Im Raum wird heftig diskutiert. Pläne werden ausgeheckt, ent- und verworfen. Im Gespräch ist auch ein Bürgerbegehren.
 Irgendwann entscheiden sich die Frauen und Männer: »Wir starten eine Handzettel-Aktion«. Auf den Flyern wollen Meyer und seine Mitstreiter die Doberaner aufklären und zum Protest aufrufen. »Wir streben an, die Zettel in sämtliche Haushalte zu geben«, sagt er. Zeit bleibt bis zum 5. Dezember. Dann fällt die Entscheidung im Rathaus. Es wird eine knallharte Woche bis dahin. Für den Fall einer Niederlage kündigt Meyer Folge-Aktionen an. »Wir werden weitermachen«.
 
 T. P.
 

 

Die ECH steht vor dem Problem, dass die Bürger sich betrogen fühlen und sie daher nicht unterstützen.

 

Als die FUNDUS-Gruppe 1996/1997 das Ensemble kaufte und die Verträge unterzeichnete, gab es einen Masterplan, der die Entwicklung eines Hotel-Resorts beinhaltete. Dieser Plan ist nichts als ein Rahmen, in dem Möglichkeiten aufgezeigt werden.

Er ist kein Bebauungsplan, kein Flächennutzungsplan und auch sonst nichts, das 1:1 umgesetzt werden müsste.

 

FUNDUS gründete die Entwicklungs- Compagnie Heiligendamm und diese ECH hatte nun die Aufgabe, Heiligendamm zum Resort-Hotel zu entwickeln. Das alles geschah vor Ort - die ECH sitzt in der ehemaligen FAK. Das erste Konzept der ECH, welche die Konzepte zusammen mit Fachleuten aus Deutschland aber auch aus den USA (da es in Deutschland ja keine Erfahrungen mit Hotel-Resorts gibt) sieht vor, ein Hotel aus den Häusern "Mecklenburg", "Grand Hotel", "Burg Hohenzollern", "Orangerie" und "Severin-Palais" zu entwickeln. Die Perlenkette soll Eigentumswohnungen beherbergen und es sollen eine ganze Reihe Neubebauungen östlich und südlich des Ensembles entstehen. Das alles wird nach und nach entwickelt und daraus ergibt sich, dass man keine festen Zusagen machen kann und dass einmal getroffene Entscheidungen rückgängig gemacht werden können.

Die Bürger jedoch legen jedes Versprechen auf die Goldwaage, weil die ECH es nicht schafft, ihre Position in Heiligendamm klar zu machen.

 

Die ECH handelt im Auftrag der 2000 Anleger, die diese Millionen für Heiligendamm zur Verfügung stellen.

Sie ist dafür verantwortlich, dass mit diesem Geld ein funktionierendes und vor allem renditestarkes Anlageobjekt entsteht.

Die ECH ist der Masse an Anlegern verpflichtet, die jeder viele tausend Euro in den Fonds investiert haben und nun Rendite sehen wollen. Gegenüber den Folgen für den Fonds und die ECH bei einem Misserfolg des Hotels sind alle anderen Probleme (mit den Bürgern und der Stadt) Peanuts. Darum erklärt die ECH zwar und wirbt um Verständnis, wird aber so weit es geht nicht von ihren Plänen abrücken. Von den Anlegern lebt sie - die Bürger muss sie nicht fürchten. Lediglich die Stadtvertreter könnten der ECH zum Problem werden, wenn sie ihre Pläne nicht verstehen. Darum nimmt die ECH Partei-Veranstaltungen auch an und versucht geduldig, sich zu erklären.

 

Die Bürger aber verstehen davon nicht viel und werden durch Aktionen wie die Handzettel-Aktion des Bürgerbunds verunsichert. Auch das ist Demokratie.

 

Einzig Bürgermeister Polzin scheint die Pläne der ECH zu verstehen (Es wäre ja auch traurig, wenn es nicht so wäre):

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 30. November 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Polzin hält Kurgebiet für notwendig

Heiligendamm soll zu weiten Teilen bald nur für Hotel- und Kurgäste zugänglich sein. Bürgermeister Hartmut Polzin sagt, warum dies nötig ist.

OZ: Weite Teile Heiligendamms sollen zum Kurgebiet werden und damit unzugänglich für die Allgemeinheit. Warum?

Polzin: Heiligendamm soll einem Beschluss der Stadtvertreter entsprechend zum exklusiven Kur- und Erholungsort ausgebaut werden. Wir als Stadt haben dafür Sorge zu tragen, dass ein Bereich für Kur- und Erholungssuchende entsteht. Es gilt zu erreichen, dass ein solches Areal möglichst wenigen Störungen ausgesetzt ist.

OZ: Es wurde immer behauptet, das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm laufe nicht, weil die Gäste keine Ruhe vor Gaffern hätten. Liegen die Ursachen für die roten Zahlen nicht woanders?

Polzin: Es gibt eine Reihe von Ursachen, warum das Geschäftsergebnis des Hotels nicht so ist wie erhofft. So ist zum Beispiel im Bereich der Freizeitmöglichkeiten nicht alles umgesetzt, was angedacht ist. Ich denke da an Tennisplätze oder den Golfplatz. Es muss aber auch unbedingt im baulichen Bereich etwas passieren. Ein Gast, der längere Zeit verweilt, wünscht ein intaktes Umfeld.

OZ: In einem Expertenkolloquium Anfang 2004 wurde ein Stichweg über das Hotel-Gelände ausgehandelt. Im geplanten Kurgebiet würde der wegfallen. Warum?

Polzin: Es gilt, dem Status des Seeheilbads gerecht zu werden, den wir vorläufig bis 2009 haben. Die Betonung liegt dabei auf „heilen.“ Der Gast braucht Ruhe. Im Übrigen bedeutet die Ausweisung des Kurgebiets eine Öffnung des Bereichs für Kurgäste. Bisher war das so nicht vorgesehen.

OZ: Künftig dürfen also mehr Menschen ins Areal als bisher?

Polzin: So ist es. Zugangsberechtigt sollen künftig ambulante und stationäre Kurgäste sein, die eine Kur in Heiligendamm oder Bad Doberan wahrnehmen. Natürlich wird der Kreis, der Zugang zum Gebiet hat, noch größer sein. Da sind die Hotelgäste und alle Besucher der Gastronomie und des Spa-Bereichs.

OZ: Aber die Doberaner dürfen die Wege nicht mehr nutzen. Welche Alternativen bieten Sie ihnen?

Polzin: Sie werden auch künftig hier spazieren können, eingeschränkt – wenn die Stadtvertreter im Verlaufe des Planänderungsverfahrens denn Veränderungen beschließen. Es werden nach wie vor Promenade und Seebrücke zur Verfügung stehen. Im öffentlichen Kurwald sind Wege, die benutzt werden können. Der Strand ist gesetzlich geschützt und für die Allgemeinheit zugänglich. Wir sind zudem dabei, die Infrastruktur auszubauen, zum Beispiel an der Seedeichstraße. Es gibt auch ein ausgewiesenes Terrainwegenetz.

OZ: Vermieter in Heiligendamm sehen sich durch die Zäune in ihrer Existenz bedroht, weil es kaum ein Gast in Kauf nimmt, kilometerweit zum Strand laufen zu müssen. Ein Kollateralschaden?

Polzin: Es gibt eine Reihe von Orten, wo es von vornherein so ist, dass man Wege in Kauf nehmen muss, um an den Strand zu kommen. Ich denke nicht, dass so etwas ausschlaggebend für eine Urlaubsentscheidung ist. Die Wege, die in Heiligendamm zurückzulegen sind, halte ich für zumutbar.

OZ: Hand aufs Herz: Werden irgendwann auch die Promenade und die Seebrücke gesperrt?

Polzin: Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Interview: THOMAS PULT

 

 

Allerdings wird hier deutlich, welche Interessen die Stadt eigentlich vertritt. Polzin redet von einem Kurgebiet und von einem exklusiven Kur- und Erholungsort.

Das ist mit den Plänen der ECH kaum vereinbar, denn wie schon gesagt geht es hier nicht um Kur, sondern um Hotellerie. Zwar sind die Interessen der Hotelgäste denen der Kurgäste nicht unähnlich aber den einen geht es um Genesung und den anderen um Erholung. Während die einen gesund werden wollen, wollen die anderen entweder einfach nur Ruhe oder aber Spaß haben. Eine Kur ist ein knallhartes Genesungsprogramm - ein Hotelaufenthalt nicht. Hotelgäste und Kurgäste sind nicht unter einen Hut zu bringen, denn während den Kurgästen die Nutzung des kleinen Gartens an der Median-Klinik durch Hotelgäste nicht stören wird, sind die Kurgäste Fremdkörper auf dem Hotelgelände.

 

Polzin konzentriert sich ganz auf die Kurgäste und den Status Heiligendamms als Seeheilbad. Denn davon lebt Bad Doberan. Das Grand Hotel vermag auch wenn es einmal optimal läuft nicht, den Status als Seeheilbad zu ersetzen. Schon allein die Kurtaxe würde nicht aus den Steuereinnahmen durch das Grand Hotel kompensiert werden können, wenn sie auch nur gesenkt werden müsste. Für die Stadt hat also der Status als Seeheilbad oberste Priorität. Das ist eine Reibepunkt zwischen Stadt und ECH.

 

 

Polzin macht klar, was für die Bad Doberaner von Heiligendamm übrig bleibt:

Der Strand, die Promenade, die Seebrücke und ein paar Wege im Kurwald.

 

Der Bürgerbund sieht sich in seiner Sache bestärkt, denn nun würde eintreten, wovor er die ganze Zeit gewarnt hat:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 03. Dezember 2005  |  Titelseite Bad Doberan
 

Für eine offene Stadt am Meer


Heike Ohde vom Bürgerbund:
Schon Prof. Dr. Vogel hat erkannt, dass das eigentliche Heilmittel Heiligendamms die Spaziergänge an frischer Luft sind. Die Entwicklung eines Kurgebiets in Heiligendamm sollte daher diesem Gedanken verpflichtet sein und ein solches Gebiet zum Spazieren einladen.

Statt dessen wird es in Heiligendamm noch mehr Zäune, frustrierende Umleitungen und Sackgassen geben. Die anstehenden Probleme wird man damit nicht lösen, sondern verschärfen.
 Denn was Investor und Bürgermeister da zusammen ausgeheckt haben, nennt sich zwar Kurgebiet, ist aber nichts weiter als das lang angestrebte Resorthotel, dessen größtenteils noch nicht mal existierende Wellnessangebote vorauseilend zu Kureinrichtungen hochgespielt werden. Damit würden wir uns die Nutzung und Vermarktung des ersten deutschen Seebads – neben Münster und Molli die wichtigste Sehenswürdigkeit unserer Stadt – aus der Hand nehmen lassen. Gäste aus den Pensionen und Tagestouristen, die Molli fahren, Ansichtskarten kaufen oder einen Kaffee trinken, werden in Heiligendamm in die Wüste geschickt. Durchschnittlich blieben pro Tagestourist und Tag im vergangenen Jahr 23,60 Euro in der Region.
Können wir es uns leisten, Heiligendamm so einseitig „exklusiv“ zu entwickeln, dass für diese Gäste kein Platz mehr ist?

Die kritischen Stimmen, sei es vom Tourismusförderverein oder von besorgten Bürgern, werden immer lauter. Auch die Bedeutung Heiligendamms als Naherholungsgebiet für viele Doberaner Bürger darf nicht verloren gehen.

Nutzen wir die B-Plan-Änderung doch, um ein offenes, verkehrsberuhigtes Kurgebiet mit einem intakten, vielfältigen Wegenetz zwischen Bahnhof und Seebrücke, Kurwald und historischem Ensemble, Promenade und Kleinem Wohld zu entwickeln. Das wäre eine Lösung, bei der alle gewinnen könnten.
 

 

Die Argumente sind handfest - Kann sich Bad Doberan leisten, auf die Tagesgäste zu verzichten?

Die Alternativangebote jedoch sind fernab von den Vorstellungen der ECH - in der immerhin Experten arbeiten.

Die es jedoch versäumen, auch dem Bürgerbund die Notwendigkeiten ihrer Planungen zu erklären - ein schwerer Fehler.

Allerdings sei dahin gestellt, ob der Bürgerbund bzw. die Bürgerinitiative überhaupt mit der ECH an einem Tisch sitzen will.

 

Die Bürger im Rücken musste von den Stadtvertretern eine Entscheidung getroffen werden:

 

 

Im Zweifel für die Bürger...

 

Zickzack im Rathaus: Das gerade erst beschlossene Kurgebiet wird wieder ausradiert.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 06. Dezember 2005  |  Titelseite Bad Doberan
 

Heiligendamm bleibt zugänglich


In der weißen Stadt soll ein Kurgebiet entstehen, in dem Wege offen bleiben. Das haben gestern die Stadtvertreter beschlossen.


Bad Doberan So rappelvoll wie gestern Abend war der Doberaner Rathaussaal noch nie. 150 Besucher waren zur Stadtvertreter-Versammlung gekommen. Viele wollten ihr Unverständnis loswerden über die Pläne der Verwaltung und der Investoren, weite Teile Heiligendamms zu einem Kurgebiet zu erklären und es für die Allgemeinheit zu sperren.

Eine Stunde lang ließen Gäste in der Bürgerfragestunde ihrem Unmut freien Lauf, trugen ihre Argumente emotional und nicht immer sachlich vor. „89 stürzten die Mauern und Zäune und hier in Doberan baut man sie wieder auf“, sagte Edda Pokriefke (68), die „seit Weihnachten 1945“ in Heiligendamm wohnt. „Es war sogar zur Zeit von Friedrich Franz so, dass sich die Leute frei bewegen konnten“, sagte der Doberaner Rudolf Bäßler.

Auch die Mehrheit der Stadtvertreter lehnte eine völlige Absperrung des klassizistischen Ensembles in Heiligendamm ab. Am Ende entschlossen sich die Abgeordneten zwar dafür, ein etwa 30 Hektar großes Areal zwischen Strand, Großem Wohld, Kühlungsborner Straße und Kleinem Wohld zu einem Kurgebiet zusammenzufassen. Allerdings wurde ein Änderungsantrag der Linkspartei.PDS mit einer überraschend deutlichen Mehrheit von 14 gegen acht Stimmen in den Beschluss eingearbeitet.

Nach diesem soll zum einen der Anfang 2003 bei einem Expertenkolloquium ausgehandelte Stichweg erhalten bleiben, der einmal über das Hotelgelände vom Molli-Bahnhof bis zur Seebrücke führen wird. Zum anderen soll das Kurgebiet laut Linkspartei-Fraktionschefin Anke Bitter „für alle offen“ sein. Wie und ob das Kempinski-Hotel ins Kurgebiet einbezogen wird, müssten die jetzt folgenden Planungen ergeben. Die sollen auch klären, welche weiteren Wege möglicherweise offen bleiben. Vorgesehen ist zu dem Thema auch eine Bürgerversammlung.

Von Seiten der ECH gab es gestern Abend keine Stellungnahme gegenüber der OZ. Die Hotel-Betreiber und die Investoren hatten in der Vergangenheit immer wieder betont, dass die Hotelgäste Ruhe wollen und brauchen. Die Zäune in Heiligendamm seien nötig, damit das Hotel wirtschaftlich arbeiten kann.

Die meisten Stadtvertreter sehen das anders. „Der Gaffer-Tourismus wird künstlich hochgespielt und ist eine Beleidigung für Tagesgäste“, sagte Friedrich Keding von der Linkspartei. „Da sind andere Faktoren entscheidend“, sagte Frank Pieplow (fraktionslos). René Orth vom Bürgerbund bezeichnete die Pläne der ECH als „übles Monopoly-Spiel.“

Ein Beschlussvorschlag des Bürgerbunds, einen Bürgerentscheid zum Thema Heiligendamm durchzuführen, wurde von den Stadtvertretern abgelehnt.

THOMAS PULT
 

 

Solche öffentlichen Stadtvertretersitzungen stehen immer vor dem Problem, dass die Bürger mit im Raum sind und die Stadtvertreter sich nicht blamieren wollen. So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass sie den Ausführungen des Bürgermeisters nicht folgen, die Argumentation der ECH bei Seite schieben und wieder den Stichweg ins Spiel bringen.

 

Auch wieder im Spiel ist das "Friedrich-Franz-Argument". Es ist noch nicht angekommen, dass Friedrich Franz andere Interessen hatte, als die 2000 Anleger des Fonds 34. Friedrich Franz wollte Geld mit gesellschaftlichen Events und den Badebetrieb einnehmen und dazu musste er die Leute anziehen. Das Konzept der ECH ist aber ein Ort der Ruhe und Erholung und dazu muss alles weg, was nicht selbst nach Ruhe und Erholung sucht. Das ist der Sprengstoff in Heiligendamm.

 

Die Ostsee-Zeitung resümiert frohlockend (es ist schließlich Dezember) - und falsch:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 07. Dezember 2005  |  Mecklenburg-Vorpommern

Heiligendamm bleibt für alle offen

Heiligendamm (dpa) Deutschlands ältestes Seebad Heiligendamm sollen weiterhin alle Gäste ohne Einschränkungen besuchen können.
Die Vertreterversammlung Bad Doberans, zu der das Ostseebad gehört, stimmte gegen eine von der Kommune angestrebte Schließung eines Weges vom Bahnhof zum Kempinski Grand Hotel. Die Verwaltung hatte das Gebiet um die Luxushotel-Anlage, das Kurhaus und die angrenzende Klinik zu einem Kurgebiet erklären wollen, das nur von Kur- und Hotelgästen betreten werden darf. Damit wäre praktisch der historische Kern des Ortes nicht mehr frei zugänglich gewesen.

In der Vergangenheit hatte es Klagen gegeben, weil sich Gäste des Hotels von „aufdringlichen Tagesgästen“ bedrängt fühlten. „Zu bestimmten Zeiten haben wir Nutzungskonflikte“, sagte Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin (SPD) gestern. Es fügte hinzu:
„Auch über Tagestouristen freuen wir uns in Heiligendamm.“

 

 

Die Stadtvertreter hatten lediglich beschlossen, dass Heiligendamm nicht zum Kurgebiet erklärt und dass ein Stichweg vom Bahnhof zur Seebrücke gefordert wird. So wie die Ostsee-Zeitung es formuliert, müsste die ECH alle Zäune abreißen und die Touristen beliebig über das Gelände laufen lassen. Sie relativiert das wieder mit der Beschreibung "rund um die Luxushotel-Anlage, das Kurhaus und die angrenzende Klinik" aber das beschreibt ja in keiner Weise das wahre Ausmaß des künftigen Hotel-Geländes, welches ja bis an den Golfteich im Osten und bis an die Umgehungsstraße - mindestens aber das Forsthaus - im Süden heran reichen soll.

 

Mit dem Artikel hat die Ostsee-Zeitung der Stadt und auch dem Investor keinen Gefallen getan, denn das nehmen die Bürger wieder für bare Münze.

 

 

...und gegen den Investor. Dieser zieht sich zu Beratungen zurück.

 

Die ECH hatte nun genug geredet. Jetzt will man die Lage noch einmal analysieren:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 08. Dezember 2005  |  Titelseite Bad Doberan

Fundus will Lage in Heiligendamm analysieren

Bad Doberan Nach der am Montag getroffenen Entscheidung der Stadtvertreter, ein zumindest teilweise zugängliches Kurgebiet in Heiligendamm entstehen zu lassen, wollen die Investoren der Fundus-Gruppe die Lage im Ort analysieren. „Wir werden uns zusammensetzen, warten aber erst einmal ab. Das Planungsverfahren läuft ja schließlich erst an“, sagte gestern Fundus-Sprecher Johannes Beermann.

Dass in diesem Monat noch eine Entscheidung über das weitere Vorgehen der Investoren fällt, ist nicht zu erwarten. „Wir lassen jetzt erst einmal Weihnachten kommen und dann sehen wir weiter.“ Die Fundus-Gruppe und die zu ihr gehörende Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm hatten stets betont, dass der wirtschaftliche Erfolg des Kempinski Grand Hotels in Heiligendamm auch davon abhänge, wie ungestört sich die Gäste fühlen. Die Entscheidung der Stadtvertreter, das den gesamten klassizistischen Teil umfassende Kurgebiet für alle zugänglich zu lassen, ist daher für sie als Rückschlag zu sehen.

T. P.

 

 

Der Investor muss sich zurück halten. In der jetzigen Lage hat die Stadtverwaltung im Interesse der Bürger entschieden und jede Kritik an der Entscheidung würden die Bürger nutzen, um die ECH anzugreifen. Das weiß der Investor und darum hält er sich bedeckt und stellt eine längere Auszeit in Aussicht. Die Diskussion muss erst abebben.

 


Fazit 2005: Heiligendamm? Zäune!

 

Wenn man in der Öffentlichkeit von Heiligendamm redet, dann spricht man entweder von strahlenden weißen Bauten oder von Zäunen. Der Ort wird inzwischen auf das Ensemble reduziert und die Probleme werden auf Zäune reduziert.

Es geht nur noch um Zäune. Zäune verärgern die Bürger, Zäune verhindern Beschlüsse und Zäune sind die Lösung aller Probleme, die sie selbst verursacht haben. Nennen wir dieses Phänomen doch einfach ZAUNIGENDAMM.



Hier geht es weiter:
 2006: 10 Jahre nach dem Deal: FUNDUS hat schon wieder ein Problem.