Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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2004: Neues Jahr... Neue Wege?

 

Das vierte - oder eigentlich ja schon siebte - Jahr in Heiligendamm.

 

Die Probleme sind die alten. Nur größer.

Die Lösungen sind auch die alten.

Nur werden sie jetzt durchgeboxt:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 11. Februar 2004  |  Mecklenburg-Vorpommern
 

Grand Hotel Heiligendamm sucht neue Wege


Das Grand Hotel Heiligendamm fordert eine andere Wegeplanung im Seebad. Nicht mehr quer durchs Hotel. Sonst seien Arbeitsplätze und weitere Investitionen gefährdet.


Heiligendamm (OZ) Am Strand spazieren? Ja! An der Straße entlang? Durchaus. Zu Fuß westlich und östlich des historischen Ensembles der weißen Stadt an den Strand? Gern. Aber bitte nicht mehr mitten durch. Das ist das Fazit, das ein Expertenkolloquium der ECH Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm gestern bekannt gab. Also exakt einen Tag, bevor das Expertenkolloquium der Stadt Bad Doberan ihr Ergebnis über die Bauplanung bekannt gibt.

Nicht so neu. Nun aber stellt ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann klar, dass die Existenz der Anlage gefährdet ist, wenn die Bauplanung nicht in die Richtung geht, die ECH sich vorstellt. Denn: Dem Grand Hotel bleiben die hochkarätigen Gäste fern, da die sich von Besuchermassen–5000 Menschen am Tag–belästigt fühlen. „Begafft wie im Zoo“, wie Zimmermann sagt. „Kein Resort-Hotel der Welt ist durchlässig wie ein Schweizer Käse. Nur Heiligendamm.“ So hätte das Grand Hotel keine Wettbewerbschance.

Zaun drum, fertig–das geht nun mal nicht. Erstens, weil das nicht der feinen englischen Art entspricht, die das Grand Hotel pflegt. Und zweitens, weil während der Verhandlungen mit der Fundus-Gruppe, die das Ensemble gekauft hat, festgelegt wurde: Die weiße Stadt bleibt öffentlich. Die Wege quer durch den Hotelkomplex sind städtisch.

Nun ist das Dilemma da. Zimmermann sagte deutlich, dass mit der jetzigen Lösung das Hotel in seiner Existenz gefährdet sei. Ohne andere Bauleitplanung werden weitere 250 Millionen Euro für Thalassoanlage, Ayurveda-Zentrum, Klinik für plastische Chirurgie und Ensemble-Palais nicht investiert. Damit würden die bis zu 700 Arbeitsplätze, die langfristig entstehen sollen und die 15 Ausbildungsplätze, die für 2004 geplant sind, ebenfalls wegfallen.

Johannes Beermann, Sprecher der Fundus-Gruppe, sagt. „Die Stadt muss abwägen, was wichtiger ist: Erhalt des Hotels und der Arbeitsplätze oder die Gewohnheiten von ein paar Einwohnern.“ Und zwar bald. Denn Fundus will schon für diese Saison eine andere Lösung. Die Planung solle bis Mai abgeschlossen sein, damit bis zum Sommer die neue Wegeführung realisiert werden kann, fordert ECH. Dann könnten auch weitere Bauprojekte angeschoben werden. Vorher nicht.

Ziel von Fundus ist es, neben der Beruhigung des Spaziergänger-Verkehrs auch eine Beruhigung des fahrenden Verkehrs zu erzielen, da im vergangenen Sommer Massen von Autos auf Sightseeing-Tour direkt am Hotel vorbeifuhren. Sehr zum Ärger der Gäste, die dort Ruhe und Erholung suchen. Daher sollen drei neue Parkplätze westlich und östlich des Seebades und im Zentrum südlich vom Molli-Bahnhof ein unterirdisches Parkhaus gebaut werden. 800 Stellplätze insgesamt. Außerdem ist ein Shuttle-Service vom Rennbahn-Parkplatz angedacht. Knapp einen Kilometer westlich der jetzigen Seebrücke soll eine zweite gebaut werden. Für Tagesgäste und Einwohner.

Im Gegenzug erwarten die Hotelbetreiber, die Wege über ihre Anlage den Hotelgästen vorbehalten zu dürfen und das mit „weichen“ Lenkungselementen wie Hecken, Mäuerchen und Stufen zu steuern.

MICHAEL MEYER
 

 

Es werden immer mehr Arbeitsplätze, die da gefährdet sind. FUNDUS erpresst im Prinzip die Stadt:

Entweder nach unserer Pfeife oder es passiert hier nichts mehr.

 

Die Entscheidung fällt schwer: Will FUNDUS investieren und kann nicht oder kann FUNDUS investieren aber will nicht?

 

Lesen Sie noch einmal:

 

"Johannes Beermann, Sprecher der Fundus-Gruppe, sagt.

„Die Stadt muss abwägen, was wichtiger ist: Erhalt des Hotels und der Arbeitsplätze oder die Gewohnheiten von ein paar Einwohnern.“

Und zwar bald. Denn Fundus will schon für diese Saison eine andere Lösung.

 

Die Planung solle bis Mai abgeschlossen sein, damit bis zum Sommer die neue Wegeführung realisiert werden kann, fordert ECH.

Dann könnten auch weitere Bauprojekte angeschoben werden. Vorher nicht."

 

 

Lässt die Stadt sich erpressen?

 

Es stimmt aber, dass viele Autofahrer nur zum Gucken durch Heiligendamm fuhren. Da könnte man aber verkehrstechnisch reagieren, indem man die Ortsdurchfahrt einfach sperrt und an die Enden Parkplätze errichtet, die aber weit genug vom Ensemble entfernt sind oder von denen aus man auf Grund eines Sichtschutzes nicht auf das Ensemble blicken kann. Durch die touristische Erschließungsstraße wäre Heiligendamm trotzdem von Osten und Süden aus erreichbar und auch die Verbindung nach Börgerende wäre problemlos möglich. Wobei man die ja gar nicht durch Heiligendamm führen muss, sondern den Durchgangsverkehr auch auf den Kreisel der Dammchaussee ziehen könnte. Wie man aber sieht, geht es gar nicht darum, die Tagestouristen zu integrieren, sondern darum, sie auszusperren. Das ist für die ECH der einfachste Weg - zumal die Stadt mit den Alternativen nicht voran kommt.

 

Kurz darauf passiert etwas ganz Bedeutendes:

Planer, Investoren, Stadtverwalter, Träger öffentlicher Belange und Anwohner treffen sich zum Expertenkolloquim:

 


OSTSEE-ZEITUNG |
Donnerstag, 12. Februar 2004  |  Titelseite Bad Doberan

Alle friedlich an einem Tisch

 

Expertenkolloquium geht in die zweite Runde

Planer, Investoren, Stadtverwalter, Träger öffentlicher Belange, Anwohner – sie alle kamen in der neuen Sporthalle zusammen und diskutierten, wie die Konflikte in Heiligendamm zu lösen sind.

Bad Doberan „Heute ging es vor allem für die Moderatoren darum zu fühlen, wie die Lage bei allen Beteiligten ist. Ich glaube, diese Veranstaltung bringt uns weiter“, urteilt Mathias Goldberg aus Bad Doberan. Fünfeinhalb Stunden stellten gestern Vertreter von vier Planungsbüros ihre ersten Entwürfe zur Lösung der Konflikte in Heiligendamm vor und hörten sich danach Anregungen aller betroffenen Parteien an.

Sehr ähnlich waren die Vorstellungen der zwei Büros, die die die Heiligendammer Investoren beauftragt hatten: Sie sehen den Bau einer zweiten Seebrücke nördlich des Golfteichs vor, an deren Fuß ein Zentrum für Tagesbesucher mit Café, Imbiss, Touristinformation steht. Um die „Weiße Stadt“ soll ein öffentlicher Rundweg führen. Das Areal innerhalb dieses Wegs soll den Hotelgästen vorbehalten bleiben. „Es kann nicht offen bleiben. Unsere Gäste akzeptieren das nicht“, appellierte Hoteldirektor Thomas Klippstein. Er versprach jedem Heiligendammer eine Chipkarte, die ihm und seinen Gästen ein Tor durch die Hotelanlage öffnet. „Aber dort können nicht ganze Busladungen durch.“

Auch der Entwurf des einen von der Stadt beauftragten Büros ähnelte stark den bisherigen Bebauungsplan-Vorentwürfen, ließ aber mehr öffentliche Wege zu. Ganz neue Ansätze brachte das zweite im Stadtauftrag arbeitende Büro ein: „Die Perlenkette ist ein stimmiges Kunstwerk, das im Haus Bischofsstab einen Endpunkt hat“, sagte Architekt Klaus Petersen. Er will das historische Ensemble allein stehen lassen, ohne neue Bauten und getrennt von dem Ort, der sich dahinter entwickelt hat. Als Übergangszone könnten parkähnlich in Bäume eingebettet, eine zweite Reihe von Neubauten für die Hotelversorgung eingefügt und dahinter Kleiner und Großer Wohld zu einem Waldgürtel verbunden werden. Thalasso- und Ayurvedazentrum sieht Petersen nah am Golfteich. Die Hauptstraße sollte ein Stück verlegt werden, weg von der „Weißen Stadt“ dicht an den Bahnhof. Wege- und Straßensperrungen durch Schilder wollen die Lübecker vermeiden: „Man kann es durch bauliche Gestaltung so hinbekommen, dass jemand weiß, wo er lang gehen kann und wo er Privatgelände betritt.“ Viel Lob erhielt der Entwurf, aber auch Kritik fürs Fehlen konkreter Details und Zweifel an seiner Machbarkeit. „Wir brauchen schnelle Lösungen. Die Saison geht in zwei Monaten los“, forderten Bürgermeister Hartmut Polzin und Klippstein. Nun müssen die Büros das gestern Gehörte in ihre Entwürfe einarbeiten, vor allem die Lübecker konkreter werden.

Moderator Volker Zahn sparte am Ende nicht mit Lob und Optimismus: „Im Vergleich zu ähnlichen Veranstaltungen waren sie erstaunlich diszipliniert. Das lässt hoffen, dass wir zu einer vernünftigen Lösung kommen.“ OZ informiert Sie über die nächsten Termine im Rahmen des Expertenkolloquiums.

RENATE SCHUMANN

 

 

Was die Ostsee-Zeitung nicht weiß:

Dieses Expertenkolloquim wurde von der Stadt gewünscht und nicht von der ECH.
Die Stadt möchte alternative Konzepte sehen, weil sie FUNDUS nicht glaubt, dass das Hotel nur wegen der öffentlichen Wege nicht läuft. Zumal die letzte Meldung aus dem Hause Kempinski ja auch positiv war.

 

Niemand glaubt, dass wenn jemand ein Projekt so perfekt plant, er diesen wichtigen Aspekt übersehen oder falsch eingeschätzt hat.

Im Klartext: Niemand glaubt FUNDUS, die Tagestouristen im Hotelkonzept einfach vergessen oder unterschätzt zu haben. Viel mehr glaubt man, dass FUNDUS' Konzept nicht ausgereift ist. Das Expertenkolloquim soll FUNDUS helfen, ein Konzept zu finden, bei dem sich Öffentlichkeit und Hotelbetrieb vereinbaren lassen.

 

Ob das klappt, weiß die Stadt auch noch nicht. Sie hat zwei unterschiedliche Planungsbüros beautragt und die ECH beauftragt ihrerseits zwei Planungsbüros. In der Expertenrunde soll es nicht darum gehen, sich gegenseitig zu beharken, sondern gemeinsam zusammen mit den vier Expertengruppen und den Einwohnern und Trägern öffentlicher Belange ein Konzept für Heiligendamm zu finden. Man will nachholen, was in der Euphorie versäumt wurde. Ein einmaliges Unterfangen.

 

 

Friede, Freude Eierkuchen?

 

FUNDUS versteht das Vorgehen der Stadt nicht als Angebot gemeinschaftlicher Arbeit, sondern als lästiges Unterfangen. Vielleicht fühlt man sich bei FUNDUS hintergangen oder man sieht im Vorstoß der Stadt ein Misstrauensvotum oder ein Zweifel an den Kompetenzen der FUNDUS-Planer oder vielleicht ist man bei FUNDUS einfach so stur, einmal gemachte Pläne (die ja auch Zeit und Geld gekostet haben) niemals verwerfen oder auch nur überdenken zu wollen.

Mit der Vorlage der Pläne am 11. Februar - also schon vor dem Expertenkolloquim - leitete FUNDUS jedenfalls den Bruch zwischen Stadt und Investor ein:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 12. Februar 2004  |  Mecklenburg-Vorpommern

 

Heiligendamm im Visier der Gestalter


Heiligendamm sucht Wege, um Interessen von Grand Hotel und Anwohnern unter einen Hut zu bringen. Gestern wurden vier Pläne vorgelegt.

Heiligendamm (OZ) Gestern stellten vier Büros die Pläne für die zukünftige Gestaltung des Seeheilbades Heiligendamm vor mehr als 200 Gästen in Bad Doberan vor. Die Atmosphäre war von gespannter Aufmerksamkeit geprägt.

Zwei der Architekturteams waren von der Fundus-Gruppe, dem Kölner Investor in Heiligendamm, beauftragt worden. Zwei weitere von der Kommune. Während sich der Bürgermeister von Bad Doberan, Harmut Polzin (SPD), und der Geschäftsführer der ECH Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm, Heiner Zimmermann, zufrieden zeigten, gingen die Meinungen der Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative auseinander.

Polzin sagte: „Es geht darum, dass ein Ort funktionieren muss und ein Gewerbebetrieb funktionieren muss.“ Seine Frage sei, wo das öffentliche Interesse liege. Und der Kern konzentriere sich auf die Benutzung der öffentlichen Wege durch den Hotelkomplex. ECH hatte gestern darauf hingewiesen, dass hier klare Forderungen vorliegen, wenn das Fünfsternehotel erhalten bleiben soll. Ein Rundweg, der es Besuchern, Tagesgästen und Anwohnern ermöglicht, zum Strand zu gelangen, aber nicht durch den Hotelkomplex zu gehen. Werde das nicht realisiert, sei die Existenz des Grand Hotels gefährdet.

Polzin zeigte sich überrascht, dass Fundus und ECH einen Tag vor dem Kolloquium an die Öffentlichkeit gegangen sind und kurzfristige Lösungen forderten. „Alle Lösungen sind Investitionen von mehreren hundert Millionen Euro. Die sind nicht in drei Tagen und nicht bis zum Sommer zu machen“, sagte der Bürgermeister.

Von den Plänen sind die der ECH-Büros identisch: Abseitige Parkplätze, Verkehrsberuhigung, Lenkung der Besucherströme außerhalb des Hotels und Neubau einer weiteren Seebrücke östlich in Richtung Börgerende.

Der Vorschlag eines Lübecker Büros favorisiert die Einmaligkeit des historischen Ensembles, seinen Erhalt und Integration in die Natur. Eine Ansicht, die in Bad Doberan Zustimmung fand, da sie im Kern eine These hat: „Wenn der Raum stimmt, regeln sich die öffentlichen und private Wege von allein.“ Anke Bitter, PDS-Fraktionsvorsitzende, sagte: „Ausschlaggebend ist, welche öffentlichen Wege der historische Kern vertragen kann.“ Dafür müsse der Ort, so wie es das Lübecker Büro vorsieht, entrümpelt und zugleich ein Kompromiss gefunden werden, der die verständlichen Interessen des Investors berücksichtigt. Vollständige Ausgrenzung der Anwohner scheide jedoch aus.

Für Frank Pieplow (SPD) werde der Ort zu sehr nach „funktionalen Interessen des Investors strukturiert“. Der Neubau eines Thalassozentrums am Ende „Perlenkette“ scheide aus. „Das Gebäude gehört dort nicht hin.“

Zugleich gründete sich eine „Interessengruppe pro Seebad Heiligendamm“ mit 250 Unterschriften.
Ziel: Bebauung und Sanierung auf den Weg bringen, Investor unterstützen und Arbeitsplätze sichern.

Ein Kompromiss ist nicht in Sicht. Am 18. Februar wollen die Experten sich zu einem weiteren Workshop treffen.

RENATE SCHUMANN und MICHAEL MEYER
 

 

Beginnen wir mit dem zweiten Artikel: "Zeigte sich überrascht" ist Medien-Jargon und bedeutet so viel wie "war enttäuscht" oder "war sauer". Und er hat allen Grund dazu, denn FUNDUS und die ECH hatten versucht, die Pläne der teuer bezahlten Experten, die die Stadt beauftragt hatte durch die eigenen Pläne vorweg zu nehmen.

 

Hier dürfte der Bruch zwischen Stadt und ECH zu suchen sein.

 

 

Das Vertrauen in den Investor ist tief erschüttert und eine Bürgerinitiative gründet sich, um ihm Einhalt zu gebieten.

 

Kommen wir aber noch einmal zu den Inhalten zurück, denn darum geht es ja, wenn man ein Konzept entwickelt:

 

Gut verpackt wie in den Artikeln klingt es natürlich viel schöner aber die Fakten sind knallhart:

 

- Das FUNDUS-Areal soll vom Golfteich bis zum Kinderstrand und von der Promenade bis zur Umgehungsstraße reichen.

- Der normale Tourismus soll nach Osten verlagert und mit einer Seebrücke und Strandversorgung befriedigt werden.

- Die Bewohner bekommen Karten, damit sie das Hotelgelände benutzen können.

 

Dem liegt die Idee von Robert A. M. Stern zu Grunde, der Heiligendamm als geschlossenes Resort versteht. Sein Vorschlag:

 

 

Nach seiner Vorstellung soll Heiligendamm eine in sich geschlossene Anlage werden. Wir sehen am rechten unteren Bildrand den Kreisel, von dem nach links die Umgehungsstraße nach Kühlungsborn führt. Das neue Heiligendamm soll nicht nur aus dem Ensemble im Norden bestehen - dort, wo die Punkte sind, die entweder Vögel oder Schiffe darstellen sollen - sondern auch aus allerhand Neubauten. Dabei würde die von der ECH geplante Bebauung nördlich der Mollischienen auch so umgesetzt werden. Südlich der Bahntrasse würden dann ganze Wohnparks entstehen, die sich um einen großen Golfplatz und Parkanlagen legen. Einige dieser Komplexe sollen nach Sterns Vorstellungen Höfe innerhalb der Parkanlagen bilden. Generell ist vorgesehen, das Areal an den vorhandenen Golfplatz in Wittenbeck und das Gestüt anzuschließen - zumindest durch zum Hotelgelände gehörende Landwirtschaftsflächen. Die Versorgung soll nämlich auch innerhalb des Resorts durch das Gut Vorder Bollhagen erfolgen.

Die Gartenstraße, der Mollibahnhof und die Median-Klinik wären natürlich mitten drin in diesem nach außen abgeschlossenen Gelände.

 

Darum musste man Lösungen finden, um die Gartenstraße zu integrieren. Die Median-Klinik zu integrieren, wäre kein Problem, da die Kurpatienten in etwa dieselben Ansprüche an Heiligendamm hätten, wie die Hotelgäste. Eher noch wäre das dann der nobelste Kurort weit und breit. Eine Kur in einem Hotel ist schließlich auch einmalig und sowie die Patienten vor die Tür treten, würden sie sich auf dem Gelände eines 5-Sterne-Hotels befinden. Gegen Geld würden sie auch alle Angebote des Hotels beliebig nutzen können. Die Einwohner jedoch haben andere Interessen und können sich gar nicht vorstellen, mitten in einem Hotelgelände zu wohnen. Genau das bietet aber die ECH ihnen an. Wobei "Hotelgelände" auch das falsche Wort ist: "Resort-Areal" wäre passender.

Die Bürger haben dies entweder nicht verstanden oder sie wollen kein Leben mitten in einem 5-Sterne-Luxusparadies.

Auch das wäre einmalig in ganz Deutschland.

 

PS: Bitte nicht verwechseln: Die Gartenstraße ist die Straße, welche parallel zur Kühlungsborner Straße verlaüft und am Fürstenhof endet - die mit den Eigenheimen und Gartenanlagen aus DDR-Zeiten. Die Gartenstadt hingegen ist das neu geplante Villenquartier südlich Heiligendamms zwischen Heizkraftwerk und Umgehungsstraßenkreisel.

Und die Bebauungspläne "Thalasso-Zentrum" und "Ayurveda-Tempel" - Zerstören Sie das Aussehen Heiligendamms?


Die Perlenkette ist in der Tat ein stimmiges Gesamtkunstwerk.

Aber dieses Kunstwerk endet nicht an den Häusern "Bischofsstab" und "Prinzessin-von-Reuß-Palais", sondern es beginnt dort.

Das Haus "Bischofsstab" war die erste Perle und die Villa "Perle" - genau gesagt: ihr Anbau "Großfürstin Marie" war die letzte Perle, die gebaut wurde. Erst dieses letzte Bauwerk verlieh der Perlenkette ihren Namen.

 

Das bedeutet auch, dass das Gesamtkunstwerk stimmig bleibt, wenn man im Osten eine völlig andere Bebauung beginnt. Hauptsache ist, dass  man im Westen nichts dazu addiert oder verändert. Natürlich ist ein Wasserwerk im Osten keine gute Idee und die wurde ja auch aufgegeben.

 

Das Thalasso-Zentrum hat zwar keinen rein klassizistischen Baustil aber den hat die Burg auch nicht.

Selbst die Perlen der Perlenkette sind nur dem Stil des Klassizismus angepasst worden. Die Stile sind jedoch sehr unterschiedlich. Die "Möwe" zum Beispiel würden Sie im Original eher in den Alpen vermuten, als an der Ostsee.

Eine Baumreihe zwischen Perlenkette und Neubebauung würde das optische Problem schon vollkommen lösen.

 

Das Ayurveda-Zentrum hingegen steht so weit entfernt, dass es nicht wichtig ist, dass es einen völlig abweichenden Baustil hat.

Das seeseitig vorgelagerte Gebäude wird klassizistisch aussehen und straßenseitig überdecken die Villen "Sporn" und "Seeadler" samt Vegetation viel vom indischen Palast. Die Philosophie des Ayur Veda sieht ohnehin vor, solche Zentren in Parks und umgeben von Bäumen zu errichten. Ich frage mich eher, wie die Planer das Mückenschwarmproblem zwischen Golfteich und Großer Wohld lösen wollen. Ansonsten sind die Neubauten reine Geschmackssache.

 

Außerdem sollte man sich nicht an einzelnen Gebäuden aufhalten,
sondern zusehen, dass Heiligendamm als gesamtes ein Kunstwerk bleibt.

 

 

Statt Heiligendamm als Ganzes zu begreifen, konzentriert man sich also auf Kleinigkeiten:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 27. Februar 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Vieles muss und kann schnell gelöst werden.
Bürgerinitiative besprach auch Saisonvorbereitung


Darüber reden, wie sie das Grand Hotel unterstützen können, wollte die Bürgerinitiative „Pro Heiligendamm“.
Zur Sprache kamen auch Probleme für die anstehende Saison.


Wittenbeck „Eine Perle in einem Schweinestall“ beschrieb eine Kunsthandwerkerin aus Hinter Bollhagen bildlich ihren Eindruck von Heiligendamm. Neben allen Diskussionen um die mittel- und langfristige Zukunft der „Weißen Stadt“ müsse daran gedacht werden, dass die Saison vor der Tür stehe.

„Man kann doch Gehwege fegen und ausbessern, kaputte Schilder reparieren, Mülleimer aufstellen statt der Container mit blauen Säcken, eine blaue Heizleitung unauffälliger streichen, Graffiti entfernen“, unterstützte sie ein anderer Besucher, der am Mittwochabend der Einladung der Initiative „Pro Heiligendamm“ zu einem Treffen in Wittenbeck gefolgt war.

Ziel des Treffens: Handwerker und Kaufleute, die die Heiligendammer Investoren unterstützen möchten, wollten sich auf einen Standpunkt einigen, den sie bei der Präsentation des Expertenkolloquiums am 3. März vertreten. Sehr schnell waren sie sich einig, dass die Firmen der Region von der Ansiedlung des Grand Hotels profitieren und sie alle Steine aus dem Weg räumen wollen, die es gefährden könnten. Die Frage, welche Wege im Interesse des Hotels gesperrt werden müssten, beanwortete dessen Direktor Thomas Klippstein: „Ich brauche eine Hecke ums Hotel. Alle Wege zwischen den sechs Häusern müssten unseren Gästen und Angestellten vorbehalten sein.“ Wer im Kurhaus einen Kaffee trinken wolle, könne sie selbstverständlich nutzen. Auf die Frage „Warum hat man sich nicht gleich im Grundlagenvertrag darauf geeinigt?“ sagte er: „Wir hatten die imaginäre Vorstellung, dass Tagesbesucher die Hotelwege akzeptieren.“

Zu den Neubauten, die der Investor ECH plant, sagte Hans-Joachim Meier aus Heiligendamm: „Man muss dem Investor vertrauen, dass er nichts baut, was seine Gäste abschrecken könnte.“ Meier zeigte auch Unverständnis darüber, dass niemand auf Klippsteins Vorschlag einging, dass alle Doberaner auch die Hotelwege nutzen dürften. Die Initiative beschloss, am 3. März und bei allen Fraktionen der Stadtvertreter für die Interessen des Hotels zu sprechen.

Bauamtsleiter Norbert Sass–eingeladen, um die Planungen zu erklären–ging auf die Kritik an den Missständen ein: „Stadt und ECH sind deshalb im Kontakt. Wir arbeiten einen Maßnahmekatalog ab, damit es zur Saison klappt mit Strandbewachung, Begehbarkeit von Wegen, Promenadenbeleuchtung.“ Sass erzählte auch von Überlegungen, wie tobende Jugendliche vom Strand vorm Hotel weggelockt werden könnten: „Nach dem Buhnenbau ist der Strand in Richtung Börgerende viel besser geworden. Wir wollen dort eventuell eine Sportfläche mit Volleyballnetz einrichten, Fahrradständer, vielleicht einen Ponton wie in Kühlungsborn, von dem aus die Jugendlichen ins Wasser springen können.“ Das Hotel möchte laut Klippstein vor seinen Gebäuden Tafeln anbringen, die Passanten in Wort und Bild über die Geschichte des Gebäudes sowie seine heutige Nutzung informieren.

Im Juni will sich die Initiative wieder treffen.

RENATE SCHUMANN

 

 

Kann man den Entwicklern und Kempinski einen Vorwurf machen, weil sie nicht schon im Grundlagenvertrag Hecken und Zäune berücksichtigt haben? Eigentlich nicht, denn das Konzept "Resort mit Öffentlichkeit" ist in Deutschland einmalig.

Das gibt es nämlich nur in Heiligendamm. Allerdings ist das Konzept nicht weltweit einmalig und die Entwickler hätten andere Resorts unter die Lupe nehmen können. Wahrscheinlich wäre dann Heiligendamm aber immer noch einmalig und für "hätte" und "könnte" ist es ohnehin zu spät.

 

Dafür gibt es gute Ideen: Sport und Freizeit im Osten, Infotafeln am Hotel - eine Hecke um das Hotel.

Aber es stellt sich wirklich die Frage: Klippstein bot Hotel-Chipkarten für alle Heiligendammer an (woraus hier auch die Bad Doberaner gemacht wurden) - Warum geht niemand darauf ein? Natürlich spricht einiges dagegen aber wenn es der Hoteldirektor sagt, hat er sich das wohl überlegt.

 

Man kann auch "Nein" sagen. Aber man schweigt.

 

...und entfernt sich so voneinander:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 4. März 2004  |  Titelseite Bad Doberan

Zweimal neue Ideen für Heiligendamm
Expertenkommission gibt heute Empfehlung bekannt

Ihre endgültigen Ergebnisse haben gestern die vier Planungsbüros vorgestellt, die am Expertenkolloquium zur weiteren Entwicklung Heiligendamms beteiligt waren.

Bad Doberan Stadtvertreter Ulrich Ludwig platzte gestern der Kragen: „Der Investor geht null Kompromisse ein. Seit fünf Jahren lässt er das Alexandrinen-Cottage leer stehen und keiner darf daran vorbei.“ Grund für die Klage: Alle vier Planungsbüros, die im Expertenkolloquium Kompromisse und Alternativen für die Entwicklung Heiligendamms finden sollten, hatten die Promenadenverlängerung nach Westen unterhalb der Steilküste fortgeführt.

„Natürlich wäre der Weg oberhalb besser, wenn es rechtlich machbar ist“, sagte der Lübecker Architekt Klaus Petersen. Offenbar mussten die Planer davon ausgehen, dass der frühere Rad- und Wanderweg hinterm Alexandrinen-Cottage privat sei. Weder Bürgermeister noch Investor korrigierten oder bestätigten diese Annahme bei der zweiten öffentlichen Vorstellung der Konzepte der Planungsbüros gestern in der neuen Sporthalle.

Die zwei Büros, die der Investor fürs Kolloquium ausgewählt hatte, haben an ihren früher vorgestellten Plänen nicht viel geändert. Mit einem Rundweg um die Weiße Stadt, Thalassozentrum am Ende der „Perlenkette“ und einem abgeschlossenen Hotelkomplex ähneln ihre Vorschläge weiter den bisherigen Bebauungsplan-Entwürfen. Kritik ernteten sie vor allem im Namen der Älteren und Gehbehinderten: Sie können keinen langen Rundweg bewältigen, um vom Bahnhof zu Seebrücke und Strand zu gelangen. „Aber auch wegen der Leute, die in der Nebensaison nur eine kleine Runde drehen wollen, ist das illusorisch“, so die Bad Doberanerin Monika Schneider.

Neue Vorschläge machten die Magdeburger Planer, die die Stadt beauftragte hatte. Kompromisse wie die Versetzung des Findlings vorm Grand Hotel dürften allerdings kaum Zustimmung finden. Auch der Bau von Stadtvillen und Angebote für Nicht-Hotelgäste in der Seedeichstraße fand gestern kein Echo. Ganz anders das Konzept der Lübecker Planer, die ebenfalls im Stadtauftrag arbeiteten: Sie beharren darauf, dass sich das Thalassozentrum nicht ans historische Ensemble anfügen lässt. Sie versetzen es ans Nordwest-Ufer des Golfteichs, wo es mit Ayurveda-Zentrum und Klinik für Plastische Chirurgie ein „Gesund- und Schönheitszentrum“ bildet. Zwei Baumreihen und ein Platz sollen die historischen Villen vom Thalassozentrum trennen. Ein Weg zwischen Kempinski- und Adlon-Hotel ermöglicht den Zugang vom Bahnhof zur Seebrücke. Ganz anders als ihre Kollegen gehen die Lübecker mit dem Areal zwischen Bahnhof und Klinik um, das ihre Kollegen mit dem Wohnviertel „Demmlerpark“ und „-palais“ beplant haben: Sie wollen dort „lustgartenähnlich“ die Verbindung zwischen Kleinem und Großem Wohld wiederherstellen. Die Wohnbauten versetzen sie auf die Fläche südlich der Molli-Schienen.

Auf wie viele Kompromisse sich die Expertenkommission–sie besteht aus den zwei Moderatoren des Kolloquiums sowie je einem Vertreter aller Stadtvertreter-Fraktionen, des Investors und der Stadtverwaltung–gestern Abend für ihre Empfehlung einigen konnte, lesen Sie morgen in Ihrer OZ.

RENATE SCHUMANN
 

 

Beide haben je zwei Planungsbüros beauftragt und während die Planungsbüros im Auftrag der Stadt immer neue Vorschläge ausarbeitet, um die Probleme zu lösen, halten die beiden Büros, die für die ECH arbeiten an den Planungen der Entwicklungs- Compagnie fest. Logisch, denn diese wissen ja, was die ECH erreichen will, während die der Stadt nur wissen, was die Stadt erreichen möchte.

 

Den Planern wurden von beiden Seiten wichtige Informationen vorenthalten. Ihnen war nicht klar, ob der Küstenwald öffentlich oder privat ist. Das Schweigen beider Parteien kann so gedeutet werden, dass sie es beide nicht wissen, weil die Entscheidung dafür in Schwerin gefällt werden muss oder dass beide eine Vereinbarung getroffen und Stillschweigen vereinbart haben. Mit dem "Adlon-Hotel" ist übrigens das Residenz-Hotel (Prinzessin-von-Reuß-Palais / Max-Planck-Haus) gemeint. Den Namen "Adlon am Meer" durfte es nicht lange tragen, weil das Berliner Adlon etwas dagegen einzuwenden hatte.

 

...und findet wieder zusammen:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 11. März 2004  |  Blickpunkt

Die Wogen glätten sich

Weiße Stadt – wie weiter?“, hieß es Dienstag Abend in Bad Doberan. 200 Gäste kamen zum großen OZ-Leserforum und diskutierten die Zukunft von Heiligendamm.

Heiligendamm (OZ) Immer, wenn Welten aufeinander treffen, wird es spannend. Es kann krachen oder neue Horizonte öffnen. Zum Beispiel im altehrwürdigen Gymnasium Bad Doberan. Das Haus wurde mit einem Architekturpreis geehrt. Für die glänzende Verbindung des Gründerzeitgebäudes mit dem modernen in Glas gehaltenen Anbau. Jahrhunderte geben sich die Hand.

   Derartiges gelingt nicht immer reibungslos. Wie das Leserforum der OSTSEE-ZEITUNG mit 200 Gästen zeigt. Es geht um das älteste deutsche Seebad: Heiligendamm. Es geht um Ängste, Hoffnungen, nostalgische Empfindungen. Manchmal um Neid, manchmal um Toleranz. Um berechtigte Interessen des Bauherrn, der 232 Millionen Euro investiert hat, sowie die Anforderungen eines in weltweiter Konkurrenz agierenden Hotels mit 200 Mitarbeitern. Um berechtigte Interessen von Anwohnern, die befürchten, sich nicht mehr frei bewegen zu dürfen. Um Partikularinteressen von Imbissbuden-Besitzern und BMW-Autohändlern.

All das trifft im Gymnasium aufeinander. Man redet, diskutiert, streitet–moderiert von Jan Emendörfer, stellvertretender OZ-Chefredakteur. „Ich bin froh, dass der Prozess des miteinander Sprechens in Gang gesetzt ist“, sagt Hannes Meyer von der Bürgerinitiative „Öffentlichkeit in Heiligendamm“. Er sieht drei Probleme: Die geplante Schließung der Wege durch den Hotelkomplex. Die erfolgte Schließung des Rad- und Wanderweges, der westlich von Heiligendamm auf das Seebad stößt. Den Neubau eines Ayurverdazentrums, eines Thalassokomplexes und einer Klinik für plastische Chirurgie östlich des klassizistischen Gebäudeensembles, für das 1793 der Grundstein gelegt wurde.

Im Mai 2003 eröffnete die Nobel-Hotelkette „Kempinski“ das Grand Hotel als deutsche Edeladresse mit sechs Hotel-Bauten. Die Erfolgsstory begann. Die Probleme begannen auch.

Fast täglich wurden Busladungen von Tagesausflüglern aus ganz Deutschland von findigen Reisebüros nach Heiligendamm gekarrt. Motto: Reichtum gucken. Anno August Jagdfeld (57), Chef der Kölner Fundus-Gruppe, die das Ensemble erworben und wieder aufgebaut hat, spricht von 5000 Leuten täglich: „Die 100 Doberaner, die zu uns kommen, sind doch kein Thema. Das sind zwei Prozent.“ Das Problem seien die Massen von Auswärts.

In Heiligendamm badet ein Investor, der Edel-Hotellerie will, das aus, wovon M-V so gern lebt: Massentourismus.   Nils Jeske (29) aus dem Ort sagt: „Der Gaffer-Tourismus ist uns auch peinlich.“ Für das Hotel hat das massive wirtschaftliche Folgen, sagt Jagdfeld. 30 Prozent Umsatzeinbußen. Gut betuchte Gäste bleiben weg, weil ihnen Neugierige ins Schlafzimmer gucken. Deshalb will Jagdfeld den Hotel-Komplex abschirmen. Anwohner protestieren. „Das Seebad lebt von einer Vielzahl von Spaziermöglichkeiten. Das ist dann nicht mehr gegeben“, sagt Angela Schulze (44) aus Bad Doberan.

Jagdfeld dazu: „Außerhalb von Bad Doberan versteht man nicht, warum hier so kleinmütig gedacht wird. Eine Blamage für die Region.“ Der Grandseigneur der Immobilienbranche kann nicht verstehen, dass „jeder Meter Strand, Wald, Weg“ öffentlich sein muss.

Fundus will neue Lösungen. Sonst seien die nächsten Bauschritte mit Gesundheitskomplex, Hotel „Adlon am Meer“ und Demmler-Palais im Ortskern gefährdet. 200 Millionen Investitionen und weitere 250 Arbeitsplätze ebenso.

Aber es gibt Hoffnung. Eine Expertenkommission hat einen Kompromiss vorgelegt: Vom Ortskern zum Strand soll nur noch ein Weg durch den Hotelbereich führen. Von außen soll das Ensemble durch Rundwege erlebbar, aber innen nicht mehr begehbar sein. Reisebusse sollen vor dem Ort gestoppt, ein Shuttle-Verkehr eingerichtet werden.

Die Anwohner, von denen viele Verständnis für den Investor aufbringen, müssen einige Kröten schlucken. Angela Schulze spricht aus, was viele denken: „Es wird enormer Schaden für Bad Doberan entstehen, wenn die Wegerechte an den Investor abgegeben werden.“ Die Menschen befürchten, dass sie Stück für Stück aus dem Ort gedrängt werden.

Diese Ängste–nicht jeder teilt sie. Heinz Kopp (53), Chef des Einzelhandelsverbandes M-V, hat dafür gar kein Verständnis: „Sie sollten sich schämen, Ihre Kinder in den Westen zum Arbeiten zu schicken, während sich eine derartige Chance ergibt. Zugleich fliegen Sie nach Ägypten und fordern dort, was Sie hier den Gästen nicht gönnen. Ruhe!“

Die öffentliche Debatte läuft. Ein Kompromiss liegt vor. Am 28. Mai sollen Doberans Stadtvertreter zwei Bebauungspläne zu den neuen Vorhaben der Fundus-Gruppe beschließen. Der Lübecker Stadtplaner Volker Zahn, der den Prozess als neutraler Beobachter begleitet hat, sagt: „Ich wünsche mir, dass die Doberaner den gefundenen, wenn auch ungeliebten Kompromiss akzeptieren. Sie sollten das aufkeimende Pflänzchen an öffentlicher Diskussion pflegen.“

MICHAEL MEYER
 

 

Was hier wirklich aufeinander trifft, sind zwei verschiedene Glaubensvorstellungen,

die ihre Wurzeln in 50 Jahre unterschiedlicher deutscher Geschichte haben.

Jagdfeld versteht nicht, warum jeder Meter Strand, Wald, Weg öffentlich sein muss. Die größte Errungenschaft der DDR war, dass sich alles in Volkes Hand befand.

Das brachte mit sich, dass auch alles was nicht explizit eingezäunt war öffentlich zugänglich war. Jagdfeld kann das nicht verstehen, denn da wo er her kommt ist es normal, dass das Land irgend jemand gehört und er bestimmt, was damit gemacht wird. Im Einvernehmen mit den Kommunen und Gesetzen natürlich. In Heiligendamm trifft Jagdfeld auf ein Phänomen, das den Generationen der bis mindestens 1990 geborenen anhaftet: Die Menschen glauben noch immer an Volkseigentum. Das macht die Sache so schwierig. Die zweite Komponente ist die Angst: Jagdfeld verkörpert in den Augen vieler Einheimischer und Gäste aus dem Osten genau das, was nach 1990 zum Klischee des "dünkelhaften Wessis" wurde: Er hat Geld und stellt Forderungen. Er ist schlechthin "der Finanzhai aus dem Westen", der gekommen ist, um "uns" alles wegzunehmen.

Was er Heiligendamm bis dato gebracht hat, wird außer Acht gelassen. Noch aber ist ja auch vieles grau und trist und lässt darüber hinweg blicken, dass sich etwas getan hat.

 

 


Analyse: Die Ideen der Planer

Weitere Informationen folgen in Kürze (Stand: 17.07.2009)

 

 

 

Unbewusste Schützenhilfe aus Frankreich: Das Grand Hotel bekommt einen Oscar.

 

Natürlich weiß man in Frankreich nichts von den Problemen in Heiligendamm.

Die Jury hat das Hotel getestet und es als schönstes Hotel der Welt befunden.

Das sind Argumente, die die ECH bzw. FUNDUS gern in ihren Bestand aufnehmen und zu Recht dürfen sie sich diesen Erfolg selbst zuschreiben.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 12. März 2004  |  Titelseite Grevesmühlen
 

Oscar für Grand Hotel Heiligendamm

Cannes (OZ) Dem Kempinski Grand Hotel Heiligendamm ist gestern Abend auf der weltgrößten Immobilienmesse im französischen Cannes der begehrten Mipim-Awards verliehen worden. Der Newcomer des Jahres setzte sich im Rennen um den Immobilien-Oscar gegen das Intercontinental Le Grand Hotel Paris und das Tokioter Grand Hyatt durch. „Ein großer Tag für Heiligendamm und Bad Doberan. Wir haben das schönste Hotel der Welt, schwärmte Johannes Beermann, Sprecher der Kölner Fundus-Gruppe, die das Hotel wiedererrichtet hatte.
 

 

Nun hatte Bad Doberan das schönste Hotel der Welt vor der Haustür und die Stadtvertreter müssen zumindest höflich bleiben und können trotz aller Bedenken nicht einfach die B-Pläne abschmettern. Vielleicht bringt des Volkes Stimme hier mal eine Lösung ohne Schwarzen Peter...

 

 

Pro der Contra? Eine Entscheidung, die keiner fällen will.

 

Die Stadtvertreter entschlossen sich, die Bebauungspläne auszulegen und den Betroffenen somit die Möglichkeit zu geben, Einwände zu erheben: 

 


OSTSEE-ZEITUNG |
Donnerstag, 18. März 2004  |  Titelseite Bad Doberan

Findling und Strandtreppe künftig privat

Heiligendamm-Pläne werden ausgelegt

Die Stadtvertreter haben die Auslegung der umstrittenen Bebauungspläne für Heiligendamm beschlossen. Vor dem endgültigen Beschluss können Betroffene Einwände erheben.

Bad Doberan Die Stadtvertreter haben bei ihrer Sondersitzung am Dienstagabend die Auslegung des geänderten Flächennutzungsplans (F-Plan) für Heiligendamm und der Bebauungspläne 25 und 26 beschlossen. Vom 5. April bis 6. Mai können die Doberaner den geänderten F-Plan in der Stadtverwaltung ansehen und Anmerkungen machen. Die beiden B-Pläne, die unter anderem Hotel Adlon am Meer, Thalasso- und Ayurvedazentrum sowie Strandservice einschließen, werden vom 1. April bis 3. Mai ausgelegt.

Vor der Sondersitzung wurde bei einer gemeinsamen Sitzung aller Ausschüsse nochmals diskutiert.
Klar wurde dabei unter anderem, dass der Findling vorm Grand-Hotel künftig nicht mehr einfach so zu betrachten sein wird. Auf die Frage eines Abgeordneten, wie man künftig von der Seebrücke zum Stein kommt–die Promenade endet nach aktuellem Planungsstand an der Seebrücke, Besucher werden über den Weg zwischen Kempinski- und Adlonhotel auf einem Rundweg zurück zum Großen Wohld geführt–sagte der mit den Planungen beauftragte Architekt Dr. Frank Mohr: „Am Strandservice und im Bahnhof beginnen künftig Führungen durch die Hotelanlage und somit auch zum Findling.“ Auf Nachfrage hieß es: „Es führt kein öffentlicher Weg zum Stein, nur daran vorbei.“

Durch die Verkürzung der Promenade fällt auch die neue Treppe zum Strand, die das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (Staun) vor einem Jahr hat bauen lassen, in den Hotelbereich. „Seit wann finanziert das Staun mit öffentlichen Geldern private Strandaufgänge?“, fragte ein Ausschuss-Mitglied. Staun-Chef Hans-Joachim Meier sagte zur OZ: „Wir haben vor längerer Zeit mit dem Investor Fundus eine mündliche Vereinbarung getroffen, dass er in diesem Fall die Kosten für die Treppe refinanziert.“ Wie hoch diese waren und wie viel der Investor für die im Rahmen des von Land und Bund finanzierten Küstenschutzes erfolgte Maßnahme erstatten muss, solle der zuständige Mitarbeiter dem Staun-Chef bis Monatsende vorlegen.

Auf die Frage, wie Gäste und Lieferanten zum Schwanen-, zum Eiscafé und zum Imbiss kommen, wenn die Prof.-Dr.-Vogel-Straße entwidmet ist, antwortete Bürgermeister Hartmut Polzin: „
Die Straße wird zunächst nur am Hotel Kempinski geschlossen. Der Rest bleibt öffentlich, bis für die Gastronomen eine andere Lösung gefunden wird.“ Er informierte auch über Kosten, die im Zusammenhang mit den B-Plänen für die Stadt anfallen: 4 bis 4,5 Millionen Euro dürfte der Ausbau der Seedeichstraße mit Parkplätzen, die Herrichtung der Promenade inklusive Lampen, Bänken und Papierkörben, neue Treppen rechts und links der Seebrücke und ähnliche Maßnahmen kosten. 80 Prozent davon seien förderfähig, die Anträge gestellt. Für den Eigenanteil der Stadt von 800- bis 900 000 Euro habe das Innenministerium die Bereitschaft zu einer Sonderbedarfszuwendung erklärt. Nun müssten die konkreten Pläne eingereicht werden.

RENATE SCHUMANN

 

 

In der Diskussion geht es nun also um weitere Einschränkungen. Die Promenade soll vor der Seebrücke enden.

Wenn man das von Osten her betrachtet (Wer sich mit der Geschichte auskennt, betrachtet Heiligendamm immer von Osten zur Mitte und dann nach Westen) , ist die Seebrücke damit nicht mehr zugänglich. Das würde bedeuten, dass nicht nur der vom StAUN finanzierte Strandaufgang dem Hotel zugeordnet wird, sondern auch die von Bund, Land und Stadt finanzierte Seebrücke.

Von Westen aus betrachtet würde die Grenze des Hotelgeländes so verlaufen, dass der Seebrückenplatz samt Seebrücke öffentlich bleiben und ab dem Haus "Mecklenburg" westwärts das Hotelgelände verläuft. Aber blättern Sie mal nach 2009 vor, dann werden Sie sehen, was eingezogen wurde und dass der Gedanke dahinter gar nicht so dumm war.

 

Die weitere Diskussion bezieht sich auf den Gedenkstein. Diesen zu versetzen würde heißen, die Geschichte Heiligendamms mit Füßen zu treten. Die Versetzung eines vor 100 Jahren zu Ehren des Gründers aufgestellten Gedenksteines würde nicht nur negative Assoziationen zum willkürlichen Umgang mit Denkmälern in der DDR (Sprengung des Berliner Schlosses, Sprengung der Katholischen Kirche in Rostock etc.) hervor rufen, sondern auch ein schlechtes Omen für Heiligendamm darstellen.

Wer philosophiert und chinesische Medizin anbietet, sollte auch für solche Gedanken offen sein.

Der Stein ist in Heiligendamm das einzige, das nie verrückt, verändert oder verunstaltet wurde.

 

Darum ist der Stein auch so wichtig und natürlich muss er irgendwie öffentlich sichtbar bleiben. Durch einen Rundweg soll dies möglich gemacht werden. Wie genau dieser verlaufen soll, steht dabei in den Sternen, denn die Professor-Vogel-Straße kann er nicht nutzen. Bleibt höchstens, statt eines Rundweges ein Rondell zu bauen und die Touristen auf dem Weg wieder zurück zu führen, auf dem sie gekommen sind. Oder direkt vor den Perlen lang, was dann aber etwas zu laut für die Bewohner werden dürfte.

 

Die Professor-Vogel-Straße ist dann auch gleich der nächste Knackpunkt. Sie soll verschwinden und teilweise überbaut werden durch das Ensemble-Palais, einem Neubau zwischen dem Residenz-Hotel und den Kolonnaden. Der Rest wird zur Verbindung des Ensembles mit den Neubauten im Osten genutzt: Sandwege als Fußwege und für die Hotellogistik. Logisch, dass da nicht noch Besucherströme hindurch passen. Zumal es ja eine Sackgasse werden soll. Als Problem stellt sich hier die Gastronomie in der Professor-Vogel-Straße heraus. Die besteht aus dem Schwanen-Café in den Kolonnaden und eigentlich auch aus dem Imbiss an der Promenade. Die Gaststätten im Residenz-Hotel und im Haus "Bischofsstab" würden zusammen mit dem Hotel beliefert werden.

Für die beiden anderen Gastronomen ist der Strandversorgungs-Pavillon im Osten angedacht. Solange dieser aber nicht gebaut wird, müssen sie dort bleiben. Und so lange sie dort bleiben können, gibt es keinen Grund, umzuziehen. Das bedeutet, dass solange die Professor-Vogel-Straße öffentlich ist kein Bedarf an einem Strandversorgungspavillon besteht. Noch ist auch gar nicht sicher, wo genau der hin soll: Vor den Golfteich oder dahinter. Also hieß es: Abwarten und erst einmal alles so lassen, wie es ist.

Die Stadtvertreter beschließen darum, die Pläne erst einmal auszulegen und abzuwarten, was die Betroffenen dazu zu sagen haben. Das Ganze ist ein langwieriges Verfahren, das Monate dauert. Bis nach der Sommerpause hat die Stadt damit Ruhe.

Lediglich ein Leserbrief aus dem fernen Berlin flattert in diesen Tagen in Bad Doberan ein:
 


OZ/LESERBRIEF vom 22.03.2004 19:04
 

Boykott der Fundusgruppe


Es ist erschütternd sehen zu müssen, dass Heiligendamm für immer weniger Menschen vollständig zugänglich sein wird! Die Nachricht von der bevorstehenden rein privaten Nutzung der Strandtreppe sowie des Findlings macht mich wütend! Ebenso ist die Verkürzung der Promenade ein großer Verlust. Heiligendamm gehört insgesamt zum Kulturerbe Deutschlands und sollte als solches auch allgemein und kostenlos zugänglich sein. Als häufiger Gast und ehemaliger Student in Heiligendamm werde ich gemeinsam mit weiteren meiner Bekannten sowie Studienkollegen sämtliche von der Fundusgruppe finanzierten Gebäude und Einrichtungen boykottieren. Und dies nicht nur in Heiligendamm sondern auch in Berlin.

 

Philippe Fontaine, Berlin

 


Der Leser hat dabei offenbar übersehen, dass der Entscheidung ein Expertenkolloquim voraus ging - Stadt und Investor also gemeinsam den Tausch der beiden Promenadenflächen und den damit einher gehenden Wegfall der letzten Strandtreppe vor dem Kleinen Wohld beschlossen. Ein Projekt der FUNDUS-Gruppe befindet sich direkt in der Nähe Herrn Fontaines: Das Park-Center in Pankow. Möglicherweise ist Heiligendamm also nur ein vorgeschobenes Argument für Probleme, die es in Pankow gibt.

Zwischendurch gibt es auch positive Meldungen aus Heiligendamm.
 


OZ vom 10.04.2004 00:00


Residenz-Hotel Heiligendamm wieder geöffnet

 

Heiligendamm Das Residenz-Hotel in Heiligendamm hat seit gestern wieder geöffnet. Das zum Ensemble der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) gehördende Gebäude war vier Wochen lang umgebaut worden. Die Kosten beliefen sich auf „schätzungsweise 150 000 Euro“, so Betriebsleiter Christian Bordzio.
 

Das Hotel hat 25 Zimmer mit 45 Betten und ein neu gestaltetes Restaurant, dessen Küche laut Chefkoch Markus Schrage (32) „vom Stil her ins Mediterrane geht.“ Über Leerstand kann sich das direkt am Meer gelegene Hotel nicht beklagen. Die Auslastung im vergangenen Sommer lag laut Christian Bordzio bei mehr als 90 Prozent.

T. P.

 


Das Residenz-Hotel befindet sich im ehemaligen Prinzessin-von-Reuß-Palais, das später Max-Planck-Haus hieß.

Heiligendamm ertrinkt im Touristenstrom. FUNDUS will Wege sperren.
 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 13. Mai 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Wege in Heiligendamm bald gesperrt
Eigentümer will moderat vorgehen


Busladungen voller Touristen kamen im vergangenen Sommer in die weiße Stadt. Hotelgäste fühlten sich gestört. Die Stadt will die Menschen jetzt mit Hinweisschildern lenken.


Heiligendamm Die Wege im unmittelbaren Bereich des Kempinski Grand Hotels Heiligendamm werden voraussichtlich bald für Unbefugte gesperrt. „Die Vorbereitungen laufen, wir sind noch dabei, alles abzustimmen“, sagt Peter Sähn von der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Eine Gewaltaktion werde es aber nicht geben, so Sähn weiter. „Oder um es medizinisch auszudrücken: Wir gehen minimal invasiv vor.“

Im Klartext heißt das: Nur die Wege, die unmittelbar das Hotel betreffen, werden mit Zäunen, Bepflanzungen, Toren oder Schranken unzugänglich gemacht.
Der größte Teil der weißen Stadt am Meer bleibt dagegen für jeden offen.

Rechtlich verhält sich die Entwicklungs-Compagnie dabei absolut korrekt. Die Stadt Bad Doberan hatte den renommierten Verwaltungsjuristen Prof. Dr. Albert von Mutius von der Universität Kiel damit beauftragt, die Rechtslage eingehend zu prüfen. Mutius kam laut einem Schreiben der Stadtverwaltung zu folgendem Ergebnis: „Die Wege zwischen dem Kurhaus und dem Grand Hotel sowie unmittelbar hinter dem Haus Mecklenburg, das Rondell und der kurze Stichweg vom Rondell in westliche Richtung sind für den uneingeschränkten Gemeingebrauch nicht zugänglich.“ Es handele sich um so genannte betrieblich-öffentliche Wege mit begrenzter Nutzbarkeit.

Wie Bürgermeister Hartmut Polzin erklärt, soll die Öffentlichkeit durch entsprechende Hinweisschilder auf diese rechtlichen Verhältnisse aufmerksam gemacht werden.
Wann die Schilder aufgestellt werden, wisse er noch nicht. „Sie sind bestellt. Sobald sie da sind, werden sie errichtet“, so Polzin.

Um auch eine Verkehrsberuhigung in der Prof.-Dr.-Vogel-Straße zu erreichen, fordert die Stadt vom Investor schnellstmöglich die bauliche Umsetzung des im Bebauungsplan 25 vorgesehenen Fußweges zwischen Kolonnaden und Severin-Palais. Wann alles umgesetzt wird, konnte gestern niemand sagen.

THOMAS PULT
 

 

Die vermeintlich nette Geste, moderat vorzugehen, ist alternativlos.

Ohne Zustimmung der Stadtvertreter darf die ECH nämlich nichts absperren.

Von daher ist es gar keine nette Geste, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit.

 

Hier fallen wieder die Bezeichnungen "betriebliche oder betrieblich-öffentliche Wege".

Inzwischen ist das richtig, denn da das Hotel diese Wege logistisch nutzt und nutzen muss, sind sie betrieblich bzw. betrieblich-öffentlich. Bezieht man dies aber auf das Sanatorium, das sich vorher in den Gebäuden befand, stimmt das nicht mehr.

 

Aber gerade darum soll ja. z.B. nur ein Teil der Professor-Dr.-Vogel-Straße eingezogen werden und nicht die ganze Straße:

Nur der Teil zwischen den Hotelbauten ist betrieblich-öffentlich. Der Rest ist - da sich an ihm Gastronomie befindet - öffentlich.

Dass die Stadt einen Professor befragte zeigt, vor welchen Problemen man beim Übergang vom DDR-Recht zum BRD-Recht steht. Es ist eben nicht alles geregelt worden.

 

Wir merken uns: Zwischen Severin-Palais und Kolonnaden soll ein öffentlicher Fußweg entstehen.

 

 

800 Unterschriften für Heiligendamm. Ohne Positionen.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 9. Juni 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

800 Unterschriften für Heiligendamm
Initiative übergab Mappe an Bürgermeister


Bad Doberan
Vertreter der Bürgerinitiative „Pro Seebad Heiligendamm“ haben Bürgermeister Hartmut Polzin gestern einen Ordner mit knapp 800 Unterschriften überreicht. Darin bekunden die Unterzeichnenden ihren Willen, die Initiative bei ihren Zielen zu unterstützen. Diese sind neben der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen vor allem die Unterstützung des Kempinski Grand Hotels Heiligendamm und der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm.

„Wir mussten für die Unterschriften nicht von Haus zu Haus gehen, sondern haben sie bei Händlern, Gewerbetreibenden und Ärzten ausgelegt“, sagte Herbert Baor von der Bürgerinitiative. 95 Prozent der Unterzeichnenden seien Doberaner. Bürgermeister Polzin nahm die Unterschriften entgegen und will morgen die Stadtvertretung informieren.

THOMAS PULT

 

 

Wohl gemerkt:

Die Bürgerinitiative hat den Leuten ihre Arbeit vorgestellt und diese unterschrieben dann, dass sie die Initiative unterstützen.

Es geht also nicht darum, dass 800 Bürger für oder gegen irgend etwas gestimmt haben,

sondern nur, dass sie die Bürgerinitiative anerkennen.

Diese bekommt damit ein gewisses Gewicht und nur darum geht es bei der Unterschriftensammlung auch.

Es geht noch nicht um Positionen. Es ist also zunächst nicht klar, wie sich die Initiative verhalten wird und mit wem sie zusammen arbeiten will. Obgleich aus den Gründungsumständen heraus erahnt werden kann, dass sie sich gegen die Vorhaben der FUNDUS-Gruppe richten wird.

 

 

Sommerpause. Heiligendamm glänzt und verfällt.

 

In der Sommerpause wird keine Politik gemacht und vielleicht da Saison ist oder auch aus anderen Gründen geht es baulich in Heiligendamm nicht weiter.

Zwischendurch sorgt die Stadt mit ein paar positiven Meldungen für gute Laune:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 15. Juli 2004  |  Stadt und Land

Arbeiten am neuen Wanderweg abgeschlossen
 

Bad Doberan Fünf ABM-Kräfte vom Doberaner Verein Perspektive ließen einen alten Trampelpfad vom Fischersteig im Großen Wohld (Heiligendamm) zum Waldradweg wieder aufleben. Dieser Pfad ist nun als offizieller Wanderweg nach intensiven Schönheitsreparaturen freigegeben worden. Um den Spaziergang mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu erleichtern, wurde extra eine kleine Holzbrücke gebaut und die neuen Bänke lassen erholsame Pausen im kühlen Schutz der Buchen zu.

   „Geplant war eigentlich ein Weg parallel zur Dammchaussee “, erklärt Ann-Christina Giering. Das fand die Försterin jedoch unpassend. „Wer möchte schon an einer Landesstraße spazieren gehen.“ Sie fand Gehör bei Rita Lage, Projektleiterin des Vereins, die sich von der Umleitung des 1,2 Kilometer langen Weges durch den Wald überzeugen ließ. Dieser mit Holzschredder geebnete Erholungspfad führt nun mitten durch Flora und Fauna, vorbei an unzähligen Hügelgräbern aus der jüngeren Bronzezeit. Schilder geben Aufschluss über Geschichtliches sowie verschiede Gehölze des Waldes. Dank Frank Vökler vom Umweltamt konnten gestern endlich die großen Infotafeln im Kellerswald aufgestellt werden, die sich die Försterin schon lange im Revier gewünscht hat.

D. W.
 

 

Die Rede ist hier wohl gemerkt vom Großen Wohld - also dem Wald zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. Dieser Wald wurde mit Wanderwegen durchzogen.

Nur zwei von ihnen enden auf der Seedeichstraße in Heiligendamm. Alle anderen führen schon vorher auf die Dammchaussee, welche in Heiligendamm zur Kühlungsborner Straße wird. Es gibt noch einen dritten Durchgang von der Seedeichstraße zum ehemaligen Jagdhaus zwischen Golfhaus und "Sporn" (Eikboom) vorbei am Golfteich aber dieser entfällt mit dem Bau des Ayurveda-Zentrums und der Plastischen Chirurgie.

 

 

Sommer, Sonne und Wirtschaftsgipfel...

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, den 21. August 2004  |  Mecklenburg-Vorpommern

Heiligendamm wirbt um die großen Acht

Heiligendamm (OZ/kw) Mecklenburg-Vorpommern hat mit seinem Ostseebad Heiligendamm beste Chancen, Austragungsort des Gipfeltreffens der G8-Staaten im Juni 2007 zu werden. Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) äußerte sich nach ersten Gesprächen mit Vertretern der Bundesregierung optimistisch. „Wir haben das beste Angebot“, sagte Ebnet.

Nicht nur, was die Qualität des Veranstaltungsortes mit dem Kempinski-Hotel betreffe, sondern auch bezüglich der Sicherheit und des Umfeldes. Heiligendamm sei ein geschlossenes Ensemble, was dem Sicherheitsaspekt entgegenkomme, sagte Ebnet. Die zu den jährlichen Gipfeltreffen erwarteten 2500 Delegierten, Wirtschaftsexperten, Übersetzer und Journalisten könnten in Rostock, Warnemünde und Kühlungsborn untergebracht werden und würden der Hotelbranche während der Gipfeltage mindestens 10 000 Übernachtungen bescheren. Als Pressezentrum sei die Messehalle auf dem IGA-Gelände in Rostock vorgesehen.

Das letzte Treffen der führenden Industrienationen und Russlands (G8) fand im Juni auf Sea Island im US-Bundesstaat Georgia statt. Der letzte Gipfel in Deutschland führte die Industrienationen 1999 nach Köln.

Bis zum nächsten Treffen in Deutschland 2007 könnten nach Auskunft der Fundus-Gruppe, Eigentümer der Hotelanlagen, die noch unsanierten Logierhäuser in Heiligendamm fertiggestellt sein. „Eine Herausforderung, aber machbar“, sagt Fundussprecher Johannes Beermann. Auch der Direktor des Kempinski Grand Hotels Heiligendamm, Thomas Klippstein, versichert: „Fallen die Würfel für unser Haus, werden wir bestens vorbereitet sein.“ Bisherige politische Treffen, sei es das der Verteidigungsminister Deutschlands, Frankreichs und Groß Britanniens oder das der Finanzminister Deutschlands und Chinas hätten die Eignung Heiligendamms bereits bestätigt.

Die G7/G8 Wirtschaftsgipfel waren 1975 vom französischen Präsidenten Giscard d`Estaing und dem früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ins Leben gerufen worden. Auf der Veranstaltung sollten die führenden Wirtschaftsnationen der Welt globale Probleme erörtern sowie globale Initiativen ins Leben rufen können.

Das erste Offizielle Treffen begann mit fünf Ländern. Heute gehören der Gruppe der G8 Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, die USA (G7-Staaten) und Russland an, Teilnehmer ist seit 1977 auch der Präsident der Europäischen Kommission.

Neben den 2500 Teilnehmern des Gipfels findet sich zu den G8-Treffen regelmäßig eine große Zahl von Gipfel-Gegnern ein. In Köln standen sich 1999 rund 10 000 Globalisierungsgegner und 12 000 Polizisten gegenüber. 2005 soll der Gipfel in Groß Britannien stattfinden.
 

 

Während die Stadtvertreter für gute Stimmung sorgen, sorgt sich die Ostsee-Zeitung um Heiligendamm und fragt den, der es wissen muss:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, den 02. Oktober 2004  |  Titelseite Bad Doberan

 

Aussicht auf 500 Jobs


Wann und wie geht es weiter in der Weißen Stadt am Meer? OZ sprach über diese Fragen mit Fundus-Chef Anno August Jagdfeld (57).

OZ: Die Weiße Stadt am Meer ist noch zu einem guten Teil grau. Wann ändert sich das?

Jagdfeld: Die Wiedererstehung von Heiligendamm ist mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 500 Millionen Euro eine riesige Aufgabe, die uns noch Jahre beschäftigen wird. Damit es weitergeht, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen gilt es, den Erwartungen der finanzierenden Banken und Investoren gerecht zu werden und zum anderen müssen die Baugenehmigungen vorliegen. Von der Erteilung bis zum Baubeginn benötigen wir etwa zwölf Monate.

OZ: Was passiert als nächstes in Heiligendamm?

Jagdfeld: Zunächst geht es um die Steigerung der Attraktivität des Grand Hotels. Mehr Sportangebote durch Golfplatz und Tennisplätze gilt es zu erschließen. Der Fürstenhof soll wiedererstehen, ein Konferenzangebot geschaffen werden. Daneben kommt die große Aufgabe der Wiedererstellung der Häuser der Perlenkette und die Nutzung als weitere Hotelanlage Adlon am Meer.

OZ: Die Fundus-Gruppe hat mehrere hundert Millionen Euro in Heiligendamm investiert. Lohnt sich der Kraftakt?

Jagdfeld: Er lohnt sich, wenn die Bedingungen für die Urlaubsgäste optimal sind. Es tut uns weh, dass sich der finanzielle Kraftakt 2004 noch nicht gelohnt hat.
Das Hotel wird sich weiter positiv entwickeln, auch wenn Hotel-Gäste weggeblieben sind, weil sie sich von Tagestouristen aus ganz Deutschland und Radfahrern auf dem Hotelgelände und auf der Seepromenade gestört fühlten.
Zu den Anlaufschwierigkeiten gehörte sicher auch der Wasserschaden im Wellnessbereich des Severinpalais. Die Anleger sehen Heiligendamm aber als langfristige Investition in eine solide Zukunft.

OZ: Wieviel Geld ist nötig, um Heiligendamm so zu gestalten, wie es Ihrer Vision entspricht?

Jagdfeld: Die weitere Entwicklung Alt-Heiligendamms wird noch 250 Millionen Euro kosten.

OZ: Welche Finanzquellen können Sie anzapfen, um die Weiße Stadt weiter zu restaurieren? Wird es erneut einen Fonds geben?

Jagdfeld: Für das Grand Hotel Heiligendamm war die Auflage eines geschlossenen Immobilienfonds genau das richtige Instrument und ohne Alternative. Für die weitere Entwicklung der Weißen Stadt am Meer müssen auch andere Finanzquellen erschlossen werden, zum Beispiel Bankfinanzierung. Wir denken an den Verkauf von Ferienwohnungen an private Investoren. Sobald die Baugenehmigungen vorliegen, wird das Finanzkonzept folgen. Alles hängt vom wirtschaftlichen Erfolg des Grand Hotels Heiligendamm ab. Das ist die Bezugsgröße für diejenigen, die in Heiligendamm investieren. Sie wollen schließlich Geld verdienen.

OZ: Bei den Debatten um Heiligendamm fiel immer wieder das Argument, dass durch den Hotelbetrieb Arbeitsplätze geschaffen werden. Wieviele Jobs sind entstanden und wieviele können noch entstehen?

Jagdfeld: Im engeren Bereich sind bis heute etwa 300 Arbeitsplätze entstanden. Während der nächsten Bauphase werden weitere 300 Arbeitsplätze entstehen. Nach der Fertigstellung wird es zusätzlich 500 Möglichkeiten für Menschen aus der Region geben, dauerhaft sichere Arbeit zu finden. Saisonarbeitsplätze können dann in Ganzjahresarbeitsplätze umgewandelt werden.

OZ: Werden diese neuen Arbeitsplätze mit Menschen der Doberaner Region besetzt?

Jagdfeld: Dies ist bereits in der Vergangenheit der Fall gewesen und wird so bleiben. Im Dienstleistungsbereich, insbesondere im Hotel, gibt es Angebote für junge Menschen aus der Region. Im Kempinski Grand Hotel Heiligendamm werden derzeit 28 junge Leute ausgebildet. Weitere 15 Ausbildungsplätze kommen im nächsten Jahr dazu. Damit gehört das Hotel schon jetzt zu den größten Ausbildungsbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern.

OZ: Nicht alle sind froh über die Entwicklung in Heiligendamm. Vor allem gegen die Sperrung von Wegen wenden sich viele.
Ist es wirklich notwendig, ehemals öffentliche Straßen mit Toren zu versehen?

Jagdfeld: Das ist leider der Fall. Ein Urlaubshotel verspricht per se dem zahlenden Gast Ruhe und Erholung. Wenn der Gast diese nicht findet, bleibt er weg. Dabei sind es nicht die Bad Doberaner, die die Unruhe hervorrufen. Sie gehen mit ihrem Kleinod Heiligendamm sorgsam und pfleglich um. Heiligendamm als Magnet für Bustouristen aus ganz Deutschland – das führt zu einem Zielkonflikt, weil auch diese die Schönheit des Gesamtensembles sehen wollen. Dies ist von der Seebrücke, der Promenade und von der Kühlungsborner Straße aus möglich.

OZ: Wie gehen Sie mit der Kritik um?

Jagdfeld: Wir nehmen die Kritik ernst und haben sie immer ernst genommen. Wir waren keine Verfechter des Kolloquiums, haben uns aber diesem Diskussionsprozess gestellt und werden dies auch künftig tun. Nur: Die Realität ist so, wie sie ist. Ohne Ruhe keine Gäste, ohne Gäste kein Hotel, ohne Hotel keine Arbeitsplätze und keine weiteren Investoren.

OZ: Wo sehen Sie Heiligendamm in fünf Jahren?

Jagdfeld: Wie sich die Stadt und wir uns das vorgenommen und in einer Vereinbarung niedergelegt haben: Heiligendamm wird zu einem exklusiven Seebad entwickelt.

Interview: THOMAS PULT

 

 

Machen wir es wieder wie oben:

Aussage 1: Die Stadtvertreter entscheiden, ob und wann es weiter geht.
(Wir ändern unsere Ansichten nicht.)

Aussage 2: Bevor das Hotel nicht so läuft, wie wir das wollen, geht es gar nicht weiter.
(Eigentlich fehlt uns Geld.
)

Aussage 3: Wenn die Genehmigung dann vorliegt, dauert es noch immer ein Jahr, bevor gebaut wird.
(Das stimmt wirklich: 12 Monate vergehen zwischen Genehmigung und Baubeginn bei solchen großen Sachen.)

Aussage 4: Wir konzentrieren uns erst einmal auf das Umfeld, bevor wir irgend etwas sanieren.
(Macht euch keine Hoffnungen auf eine schnelle Sanierung)

Aussage 5: Das Hotel läuft nicht und es gibt genug Schuldige dafür.
(Natürlich sind die Gaffer Schuld aber Schuld an den Gaffern sind die Stadtvertreter.)

Aussage 6: Wir haben alles richtig gemacht. Der Rest hängt vom Erfolg des Hotels ab.
(Der ja wiederum von der Stadt abhängt und davon, wie sie die Gaffer beseitigt.)

Aussage 7: Wir mögen keine Kritik an unseren Konzepten und stellen uns der nur, weil es nicht anders geht.
(Sonst könnte man uns daraus Stricke drehen.)

Aussage 8: Von uns hängt alles ab. Ohne uns seid ihr verloren.
(Wobei sich wieder die Frage stellt: Will er nun oder nicht?)

 

Der Rest der Argumentation ist wiederum nachvollziehbar aber langsam wirkt es doch wie Luftschlösser.

 

Inzwischen hat FUNDUS übrigens damit begonnen, das Steigenberger Strandhotel in Zingst auf dem Darß zu errichten.

Am 01. Oktober erfolgte der erste Spatenstich. Auch hier wird mit geschlossenen Fonds gearbeitet.

Der FUNDUS Fonds 36 finanziert das Projekt auf dem Darß mit 36,5 Mio. Euro.

Eröffnung soll in 2006 erfolgen. Dann stehen 121 Zimmer und Suiten, ein Restaurant,

ein Café, eine Bar und ein Wellnessbereich zur Verfügung.

 

 

Die Sommerpause ist zu Ende und der Streit geht mit neuen Kandidaten von vorn los.

 

Inzwischen ist es Oktober geworden und die inzwischen neu gewählte Stadtverwaltung kam richtig in Fahrt.

Der Bürgerbund hatte es mit zwei Sitzen in die Stadtvertretung geschafft und setzte die Vorsitzende und den Pressesprecher auf die Rathausstühle. Beide sind auch in der Bürgerinitiative "Pro Heiligendamm" organisiert.

 

Nun wollte man die neue Macht und die neuen Befugnisse nutzen, um demokratisch korrekt die Lage in Heiligendamm neu zu definieren. Für die ECH war der Wechsel der Mehrheitsverhältnisse in der Stadtverwaltung sicherlich schon so eine Hiobsbotschaft und jetzt sollten die letzten Beschlüsse wieder gekippt werden:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, den 15. Oktober 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Brisante Anträge geplant


FDP und Bürgerbund suchen Mehrheiten, um den gesperrten Küstenwanderweg in Heiligendamm wieder zu öffnen. Der Versuch scheint nicht chancenlos.


Heiligendamm Die Sache ist brisant: Seit Frühjahr 2003 ist der Weg zwischen der Heiligendammer Promenade und dem Kleinen Wohld gesperrt. „Zu Unrecht“, wie Heike Ohde findet.
Die Fraktionschefin des Bürgerbunds feilte bis gestern mit FDP-Mann Harry Klink und den Mitgliedern ihrer Wählergemeinschaft an zwei Anträgen. Sie sollen zum einen dafür sorgen, die Sperrung des Durchgangs aufzuheben und zum anderen die Promenade westlich der Seebrücke öffentlich zu lassen.

Behandeln sollen die Stadtvertreter die Anträge bereits in der nächsten Sitzung am 25. Oktober. Bis dahin wollen Bürgerbund und FDP eine Mehrheit organisiert haben. Chancenlos scheint ihr Vorhaben nicht. Als das Stadtparlament am 10. Juni über den Bebauungsplan (B-Plan) 25 in Heiligendamm befand, entschloss sich nur eine hauchdünne Mehrheit dafür, die Promenade westlich der Seebrücke zu sperren. Elf Ja-, neun Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gab es. Mittlerweile könnten sich die Mehrheitsverhältnisse – zu wessen Gunsten auch immer – verändert haben; zumal drei Tage nach der damaligen B-Plan-Entscheidung eine neue Stadtvertretung in anderer Besetzung gewählt wurde.

Heike Ohde geht von einer knappen Entscheidung aus. „Unsere Anträge sind eine große Chance, den Konflikt in Heiligendamm zu entschärfen“, meint die 32-Jährige. Sie und die Mitglieder ihrer Fraktion seien sehr dafür, dass sich Heiligendamm weiter entwickle und das Kempinski-Hotel viele Gäste anlocke. Recht aber müsse Recht bleiben. Ähnlich sieht es FDP-Stadtvertreter Harry Klink. „Für mich ist die Unterbrechung des Europäischen Küstenwanderwegs nicht nur unrecht, sondern auch kulturlos.“ Klink hat zum Thema einen Briefwechsel mit der Landesregierung geführt.

In einem Antwortschreiben des Innenministeriums wird festgestellt, dass es von Seiten der Stadt möglich ist, „gemeindliche Straßen zu entwidmen“, dass ein entsprechender Antrag aber noch nicht bei der Straßenaufsichtsbehörde eingegangen sei. „Laut Aussage der Stadt wird diese beantragt werden, nachdem das B-Plan-Verfahren abgeschlossen ist“, heißt es weiter.

Von der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), gegen die sich die von FDP und Bürgerbund geplanten Anträge richten, gab es gestern keine offizielle Stellungnahme.
Wie aus ECH-Kreisen verlautete, dürfte eine Veränderung der B-Pläne auch Konsequenzen für andere Verträge haben. Dies könnte zu erheblichen Schäden führen.

THOMAS PULT

 

 

 

Der Druck wächst: Öffnet den Küstenwald!

 

Der Bürgerbund - oder besser: Seine Akteure (den Bürgerbund gab es 1993 noch nicht) - setzte sich schon 1993 dafür ein, dass Heiligendamm als Staatsbad betrieben wird. Das Land und der Bund wollten dies aber nicht bezahlen und daher kam es zum Verkauf. Zunächst versuchte man, die Häuser einzeln zu verkaufen aber als das misslang, weil sich nur für die Villen, nicht aber für das Ensemble Interessenten fanden, schrieb man das Objekt als Gesamtobjekt aus.
Es meldete sich u. a. die Dr.-Marx-Gruppe, die das Ensemble als Sanatorium weiter führen aber zugleich auch einen Neubau errichten wollte. Für diesen Neubau mussten Bäume weichen und die oben genannten Akteure wollten dies verhindern. Letztlich platzte der Deal und die Dr.-Marx-Gruppe zog sich zurück. 1996 gelang es ihr dann mit Hilfe der Stadtvertreter ungeachtet des Widerstandes der o. g. Akteure, die MEDIAN-Klinik zu errichten und dafür Bäume zu fällen und ersatzweise aufzuforsten. Nun sind die Akteure wieder da und einige von ihnen haben es bis in die Stadtverwaltung geschafft. Die Frage dieser Tage ist, ob der Bürgerbund auch Bürgerinteressen vertritt oder ob es rein patriotische Interessen sind. Die Ostsee-Zeitung wollte es genau wissen:

 

Die Ostsee-Zeitung befragte die Bürger nach ihrer Meinung und fasste zusammen:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, den 19. Oktober 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Doberaner für Öffnung der Wege in Heiligendamm


Heiligendamm
Die Sperrung von Wegen in Heiligendamm erregt wieder die Gemüter. Seitdem FDP und Bürgerbund ankündigten, in der nächsten Stadtvertretersitzung am 25. Oktober einen Antrag zur Öffnung des Wanderwegs zwischen Promenade und Kleinem Wohld sowie des Wegestücks westlich der Promenade zu stellen, ist die Debatte neu angefacht. Und wie bei jedem Streit sind die Meinungen geteilt.

Eine knappe Mehrheit der Stadtvertreter hatte sich im Juni dieses Jahres dazu durchgerungen, das Stück westlich des Seebrückenvorplatzes für die Öffentlichkeit unzugänglich zu machen. Eine Umgehung über einen Holzsteg sorgt in Höhe des Hauses Weimar dafür, dass Spaziergänger von A nach B kommen. Sehr müßig, wie viele bei einer OZ-Umfrage meinen. Für Familien mit Kinderwagen sei bei starkem Verkehr kaum ein Durchkommen, heißt es von Bürgern auf den Straßen Bad Doberans und Heiligendamms.

R. K.
 

 

"R.K." ist übrigens Roland Kaiser. Aber nicht der ;-)

 

Es geht also in erster Linie um einen Holzsteg. Die Frage ist, wie die Ostsee-Zeitung seine Umfrage formuliert hat.

Nimmt man nämlich die Zusammenfassung, kann man daraus schließen, dass die Bürger gar nicht auf den Zugang zum Küstenwald bestehen, sondern lediglich mit dem Holzsteg unzufrieden sind, während sie ihn aber als Alternative akzeptieren.

Dieses Ergebnis sagt nichts aus, solange keiner weiß, was die Ostsee-Zeitung eigentlich gefragt hat.

 


Den Holzsteg schauen wir uns jetzt einmal an:

 

Im Grundlagenvertrag zwischen der Stadt und der ECH war festgelegt worden, dass die ECH auf eigene Kosten
einen Steg über das Packwerk als Ausgleich für die Sperrung des Küstenwaldes errichten muss.
Der Vertrag ist von 1997, wird aber bei Bedarf fortgeschrieben.

Ab dem Tag, an dem die ersten Bauarbeiter zur Errichtung dieses Steges angerückt sind,
sollte sich die Diskussion um Öffentlichkeit im Kleinen Wohld eigentlich erledigt haben,
denn mit der Genehmigung dieser Brücke über das Packwerk hat die Stadt
auch die Sperrung des Kurwaldes zumindest akzeptiert.
Außerdem muss klar sein, dass diese Brücke gebaut wurde, um die Sperrung zu bekräftigen.

Jegliche Diskussion um Öffentlichkeit im Kurwald ist also durch Vorhandensein dieser Brücke eigentlich sinnlos.



 

Die Stadt hat allerdings versäumt, für den Steg Auflagen zu machen.
Er befindet sich weit weg vom Strandabgang und zu ihm führt kein Weg, sondern eben nur der Sandstrand.

Das an sich wäre kein Problem, denn da auch der Strandabgang nicht behindertengerecht ist,
 erübrigt sich der Bedarf nach einem behindertengerechten Weg zum Steg.
Da es sich bei den bisherigen Wegen oben auf der Küste auch nur um Trampelpfade handelte,
die zwar mit Rollstühlen irgendwie befahrbar aber dafür nicht vorgesehen waren,
musste auch kein adäquater Ersatz geschaffen werden.

 

Allerdings ist der Steg so wie er ist auch kein Ersatz zu einem Weg oberhalb der Wasserlinie,
denn schon bei mäßigem Wind aus nördlicher Richtung versinkt der Pfad zum Steg im Wasser.
Wanderer klettern dann über das Packwerk und balancieren auf dem Sockel der Plattform entlang.

Zu der Plattform - von der aus ich 2008 das erste Bild gemacht habe - stellt sich auch die Frage,
ob sie in dieser Bauweise wirklich nur dem Küstenschutz dienen oder auch für den Tourismus attraktiv sein sollte.
Im zweiten Fall wäre die Investition umsonst gewesen angesichts dessen,
dass Jagdfeld die Plattform als Aussichtsterrasse seines privaten Hauses nutzen wird.

Wenn man von der ECH also verlangt, den Strandaufgang zu entschädigen,
müsste man das hier auch von Jagdfeld selbst fordern.

Der Steg wurde übrigens von der Stadt angenommen und zu der Zeit war das Wasser weit genug von ihm entfernt.
Die Küstenlinie verändert sich jährlich und das hätte berücksichtigt werden müssen.

In einem Plan ist darum auch gar nicht von einem Steg nur über das Packwerk die Rede, sondern von einem begehbaren Küstenschutzweg, also einer Mauer, auf der man entlang laufen kann und die die Promenade nach Westen hin verlängert.

Nur: Warum sollte die ECH diese Kosten auf sich nehmen, wenn niemand das ausdrücklich verlangt?
 

 

 

Hier hört der Spaß für die Bürger auf: Der Küstenwald.

 

Bürger: Der Küstenwald wurde widerrechtlich abgeriegelt.

 


Etwas in Deutschland widerrechtlich abzuriegeln, ist so nicht möglich.

Wenn eine Abriegelung erfolgt und dieser von den zuständigen Behörden nicht widersprochen wird, ist es bestenfalls eine "nicht genehmigte Abriegelung", die in ihrer Art zwar auch widerrechtlich bleibt aber nun eine gewisse Gewichtung bekommt, weil keiner der von Amts wegen Verantwortlichen dagegen zu sein scheint. Komische Rechtslage aber wenn jemand einen nicht genehmigten Zaun beschädigt, muss er den Schaden ersetzen. Wenn man sich die Pläne der ECH ansieht, gehört das Alexandrinencottage zum Kaufgegenstand. Damit ist es dann der ECH auch erlaubt, ihr eigenes Grundstück einzufrieden. Wenn sich dort also ein Weg auf diesem Grundstück befand und die Stadtverwaltung diesen nicht als zu erhalten eingestuft hat, dann hat sie entweder geschlafen oder kein Interesse mehr an diesem Weg.

Und tatsächlich wurde argumentiert, dass es hier Unfälle gegeben habe und dass das Fahren am Klippenrand küstenschutzmäßige Bedenken auslöst.

Durchaus nachvollziehbar, denn es handelte sich um einen so genannten "Trampelpfad", der von Vertiefungen, Erhöhungen und Baumwurzeln durchzogen war und den Bäumen Schaden zufügte. Allerdings wäre eine Alternative ein Schwenker nach links gewesen, um von der Küstenkante weg zu kommen und es hätte sich dort sogar angeboten, den Weg auf die Zufahrt zum Parkplatz des Kinderstrandes aufzuziehen und beides zusammen zu einer Straße mit kombinierten Rad-/Fußweg auszubauen.


Bild: Versperrter Zugang zum Küstenwald östlich des Alexandrinen-Cottages. (2007)

 

Statt dessen entschied man sich für die teuere Variante, eine Brücke über das Packwerk unterhalb der Steilküste zu bauen, welche nicht für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer passierbar ist und wo Radfahrer ihr Rad von der Promenade die Treppe herunter tragen, es weit durch den Seesand schieben, die Treppe an der Brücke wieder hinauf und am anderen Ende wieder hinunter tragen müssen. Anschließend müssen sie das Fahrrad mehrere hundert Meter durch den Seesand schieben, um es dann am Kinderstrand eine Treppe hoch zu tragen, weil erst dort wieder ein Weg hoch zum Küstenwald und Küstenwaldweg führt. Dazu ist die Brücke auch ziemlich eng, sodass entgegenkommende schiebende Radfahrer Probleme bei der Passage kriegen dürften. Der Europäische Küstenwanderweg E9 jedenfalls führt nun nicht mehr an der Küste entlang, sondern wird vor Heiligendamm am Kreisel abgezweigt und nach Süden und Westen um Heiligendamm herum geleitet und hinter Heiligendamm wieder auf die alte Route geführt. Heiligendamm liegt damit nicht mehr auf der Route des Europäischen Küstenwanderweges, welcher noch gar nicht ganz fertig ist.

 

Das Bild zeigt das Alexandrinen-Cottage (Haus Weimar) mit der Brücke über das Packwerk unterhalb der Küstenschutzmauer.

Das Gebäude ist von Osten her nicht mehr zu erreichen und von Westen und Süden her durch besucherlenkende zaunähnliche Holzkonstruktionen nur noch durch Über- oder Unterklettern dieser erreichbar.

 

Wieder einmal bringt es der Leserbrief-Schreiber Dieter Rotscheidt auf den Punkt:

 

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, den 23. Oktober 2004  |  Stadt und Land
 

Isolierstation für Luxustouristen

Zur wieder aufflammenden Diskussion über das Ostseebad Heiligendamm:

Herr Jagdfeld schließt das Residenzhotel und setzt nun auf den Erfolg des Grand Hotels. Angesichts eines gähnend leeren Hotelstrandes (und offenbar auch Hotels) in bester Jahreszeit kommen da erhebliche Beklemmungen auf. Hat Bad Doberan (wieder einmal) aufs falsche Pferd gesetzt? Das Hotel wird sicherlich gut geführt, aber das Umfeld dürfte weder für gut betuchte Snobs noch für Tui-Pauschaltouristen attraktiv sein. Als Isolierstation für Luxustouristen ist Heiligendamm nicht zukunftsfähig. Und eine abweisende Unkultur der Verbotschilder und Absperrungen erzeugt Spannungen und schadet der Ausstrahlung und Anziehungskraft.

Dieter Rotscheidt, Bad Doberan

 

 

 

Die Zeit ist noch nicht reif. FDP und Bürgerbund auf geordnetem Rückzug.

 

Wenige Tage nach dem Aufflammen der Diskussion treffen sich die Stadtvertreter zu ihrer Sitzung.

In diese wollen Bürgerbund und FDP ihren oben genannten Antrag einbringen. Dazu kam es nicht:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, den 26. Oktober 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Haushalt nahm letzte Hürde


Wie erwartet wurde der Entwurf für 2004 von den Doberaner Stadtvertretern abgesegnet. Andere Punkte flogen von der Tagesordnung.


Bad Doberan „Wir ziehen den Antrag für heute zurück“, sagte der FDP-Abgeordnete Harry Klink und kantete damit zwei Punkte von der Tagesordnung, wegen der so mancher Gast zur gestrigen Stadtvertreter-Sitzung in den Sitzungssaal der Verwaltung gekommen war. Es ging um ein brisantes Thema: Die Sperrung der Wege in Heiligendamm.

FDP und Bürgerbund hatten zusammen zwei BeschluSVVorschläge eingebracht – zum einen den Weg westlich der Seebrücke und zum anderen den Pfad zwischen der Promenade und dem Kleinen Wohld wieder für die Allgemeinheit zu öffnen. Dann kam der Rückzug: „Der Zeitpunkt ist einfach noch nicht reif“, sagte Harry Klink am Rande der Sitzung. Es dürfte ein Stück weit darum gehen, Zeit herauszuschlagen, um Mehrheiten zu organisieren und dann bei einem der nächsten Termine zu punkten.

Beschlossen wurde auf der Sitzung gestern Abend dafür ein Papier, das im Idealfall bereits ein knappes Jahr zuvor hätte rechtskräftig sein sollen: der Haushalt für 2004. Schon im Vorfeld hatte sich angedeutet, dass der Entwurf eine Mehrheit finden würde. Mit 19 Ja-, vier Neinstimmen, einer Enthaltung und drei Sperrvermerken wurde der Plan schließlich abgesegnet.

Die Sperrvermerke hatte die PDS-Fraktion um ihre Chefin Anke Bitter eingebracht. Nach dem Willen der Stadtvertretung dürfen demnach drei Positionen nicht ohne eine vorherige Prüfung und Genehmigung angetastet werden. Zum einen betrifft dies 38 300 Euro für Anwaltskosten der WIG aus dem Jahr 1993, zum anderen 10 000 Euro für die Planungen eines Kita-Gebäudes auf dem Drümpel und 239 000 Euro, die einen Flächentausch der Stadt mit der Kirche zum Inhalt haben.

Ebenfalls beschlossen wurde gestern Abend der so genannte Haushalts-Sicherungsplan – dies allerdings erst nach stundenlanger Diskussion. „Das Konzept ist nicht nur lückenhaft, sondern in seiner inhaltlichen Ausgestaltung nicht nachvollziehbar“, meinte der SPD-Abgeordnete Frank Pieplow. Große Teile des Vermögens-Haushalts seien ausgeblendet. Wie die von der Verwaltung vorgeschlagenen Einspar-Summen zu Stande kommen, sei nicht ersichtlich.

„Es gibt Positionen, die sind errechnet und welche, die pauschal gekürzt worden sind“, antwortete Bürgermeister Hartmut Polzin. Allerdings sei das vorliegende Konzept auch nicht das Ende der Fahnenstange. „Es ist fortzuschreiben“, so Polzin.

„Zerreden Sie bitte das Konsolidierungskonzept nicht“, mahnte SPD-Fraktionschef Christian Berner. Perspektivisch sei es gemacht worden – „damit die 12 000 Einwohner und Gäste trotz schwieriger Lage der Stadt einen Fortschritt in den nächsten Jahren erkennen können.“

„Das Konzept hat sicherlich Schwächen. Aber es ist konstruktiv an ihm gearbeitet worden und zum jetzigen Zeitpunkt die beste Variante“, meinte Einzelkandidat Jochen Arenz. Mit 13 Ja-, zehn Neinstimmen und einer Enthaltung passierte das Konzept schließlich knapp die vorerst letzte Hürde.

Änderungsvorschläge des Bürgerbunds und der SPD-Frakktion sollen in die Diskussionen um die Fortschreibungen des Konzepts einfließen. Sie betreffen Positionen wie die Reduzierung von Mitteln in Schulen, bei der Seniorenförderung, die Anhebung von Steuern sowie die Frage von Entleihgebühren in der Stadt- und Kreisbibliothek (OZ berichtete).

THOMAS PULT

 

 

Woher der plötzliche Sinneswandel kommt, ist nicht klar.

Vielleicht haben die beiden Parteien bemerkt, dass es keine Mehrheiten für ihren Antrag geben wird.

Immerhin wird so aber ein Zickzack-Kurs verhindert. Es spricht schließlich nicht für eine Stadt, dass demokratisch gemachte Beschlüsse in der nächsten Legislaturperiode einfach wieder rückgängig gemacht werden. Investoren brauchen auch eine gewisse Planungssicherheit.

 

 

Wer soll es richten?

 

Eine Woche später stehen die Bürgermeister Wahlen an. Die Ostsee-Zeitung befragt die Kandidaten zum heiklen Thema "Heiligendamm":

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, den 04. November 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Semrau: Begeistert von Heiligendamm


Am 7. November wählen die Bad Doberaner ihren neuen Bürgermeister.
Die OZ befragte die fünf Kandidaten vorab zu wichtigen Themen der Gemeinde. Hier lesen Sie die Antworten der Bewerber.


OZ: Der Ausbau der Weißen Stadt am Meer durch die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) wird in den kommenden Jahren eine gewichtige Rolle in der Stadt spielen. Welche Beziehungen haben Sie zur ECH, wie stehen Sie zu den Vorhaben und was halten Sie von der Sperrung ehemals öffentlicher Wege?

Hartmut Polzin (SPD): Ich arbeite seit fast sieben Jahren partnerschaftlich, konstruktiv und kritisch mit der ECH zusammen. Grundsätzlich stehe ich positiv zu den weiteren Vorhaben. An dieser Haltung wird sich auch nichts ändern. Was wir brauchen, sind Arbeitsplätze, damit unsere Menschen selbstbestimmt ihr Leben gestalten können. Zur Frage der Öffentlichkeit einiger Wege in Heiligendamm gibt es unterschiedliche Auffassungen und mittlerweile eine Klage. Hier werden Gerichte entscheiden. Ich selbst bin auch Doberaner und kann eigentlich alles in Heiligendamm haben, was ich will: Strand, Promenade, Natur, Gastronomie.

Thorsten Semrau (CDU): Wenn ich durch Heiligendamm gehe, bin ich begeistert von der Entwicklung. Eine Investition von solcher Dimension und Schönheit ist ein Glücksfall für die Stadt. Die ECH plant durch Rekonstruktion der Strandvillen und Neubauten für saisonverlängernde Maßnahmen weiter in den Ortsteil zu investieren. Stadtvertreter und Verwaltung haben die Aufgabe, nach bestem Wissen und Gewissen Lösungen zu finden, die für beide Seiten akzeptabel sind. Ich favorisiere immer Gespräche miteinander, nicht übereinander. Niemand hat Interesse, dem Projekt Heiligendamm zu schaden.

Peter Husar (Doberaner Mitte): Die ECH kennt meine Einschätzung zu Schmerzgrenzen der Stadt und ich deren, also ist das Verhältnis unverkrampft.
Das Vorhaben „Heiligendamm“ ist ein für das Wohl der Stadt Bad Doberan bedeutsames Vorhaben, das meine Unterstützung hat.
Die Stadt, die ECH und mittlerweile auch das Grand Hotel haben naturgemäß verschiedene Vorstellungen, die kontinuierlich über konstruktive Dialoge zu einem Ziel vereinigt werden müssen. Die „öffentlichen Wege“ wurden mit dem Expertenkolloquium tiefgreifend und in denkbar breitester Basis erörtert, zudem im Nachgang rechtlich bewertet. Zum erreichten Ergebnis stehe ich ohne Wenn und Aber.

Frank-Andreas Jütte (Einzelkandidat): Der Chef der ECH hat eine tolle Vision für Heiligendamm. Visionen brauchen Freiraum und viel Engagement, damit sie verwirklicht werden können. Heiligendamm hat mit der ECH einen Investor, den ich in der Vergangenheit unterstützt habe und das wird auch so bleiben. Wir haben einen „guten Draht“ zueinander. Wenn es für den Erfolg der ECH oder des Grand Hotels notwendig ist, sollte man der Sperrung von öffentlichen Wegen nicht negativ gegenüberstehen, denn ein leeres Kempinski sollten wir uns lieber nicht vorstellen.

Holger Tamm (Einzelkandidat): Ich habe zur ECH und zu Kempinski eine kritische Beziehung, denn sie agieren gegenüber den Bürgern undiplomatisch – eben nach Gutsherrenart. Bei ihnen ist keine Bereitschaft zu erkennen, auf die Empfindungen der Doberaner Rücksicht zu nehmen. Das Vorhaben an sich verfolge ich mit Faszination. Es ist unbestritten ein großartiges Projekt, das jedoch durch Sperranlagen und bedrohliche Wachmänner die Bevölkerung von Bad Doberan gegen sich aufgebracht hat. Hier haben die ECH und Kempinski einiges an zerschlagenem Porzellan zu kitten.

Interviews: THOMAS PULT
 

 

 

Polzin soll es richten!

 

Das Votum in Bad Doberan ist eindeutig: Hartmut Polzin bleibt Bürgermeister.

An das Votum war ja nichts gebunden. Man folgt dem, was er erreicht hat und dem, was er anstrebt.

Außerdem wird der Bürgermeister zu der Zeit nicht direkt gewählt.

Die SPD ist stärkste Kraft und stimmt natürlich geschlossen für ihren Kandidaten.

 

 

Und schon geht es ans Eingemachte:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, den 13. November 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Fundus kauft ein Stück Promenade

 

Die Stadt will Grundstücke in Heiligendamm veräußern.
Über Erbbaurechtsverträge. OZ liegen dazu interne Papiere vor.


Bad Doberan Die Stadt Bad Doberan will 875 Quadratmeter Grundstück in Heiligendamm an die Fundus-Gruppe veräußern. Davon betroffen wäre ein Stück Promenade bzw. Küstenwanderweg, kurz hinter der Seebrücke in westliche Richtung. Dazu liegen der OZ Vorlagen vor, die auf der Stadtvertreterversammlung einen Tag nach der Bürgermeisterwahl, im nicht öffentlichen Teil beschlossen werden sollen.

Das gewählte Gremium soll danach beschließen, dass für eine Teilfläche aus dem Flurstück 11/22 und für das Flurstück 11/18 ein Erbbaurechtsvertrag über 99 Jahre zwischen der Stadt und der Grand Hotel Gesellschaft abgeschlossen wird. Der Erbbauzins solle für den Grund und Boden eine Höhe von 8 Prozent jährlich betragen. Beide Flurstücke befinden sich noch im Eigentum der Stadt Bad Doberan.

„Die Angelegenheit wurde ausführlich im Kolloquium, in Stadtvertretersitzungen und Ausschusssitzungen öffentlich diskutiert“, so gestern dazu Bürgermeister Hartmut Polzin. Doch auf Grundlage der Hauptsatzung und der Kommunalverfassung wird die Öffentlichkeit ausgeschlossen, wenn es sich um Grundstücksangelegenheiten handelt“, erklärte Polzin, dass die Vorlagen im nicht öffentlichen Teil behandelt würden. Das sei üblich.

Alle vorbereitenden Beschlussfassungen für den anstehenden Erbbaurechtsvertrag wären öffentlich gewesen, machte Birgit Mersjann als Stadtvertretervorsteherin klar. Sie verweist auf den Beschluss des Bebauungsplanes 25 am 10. Juni.

„Die Vorlagen setzen eigentlich nur die vorhandenen Beschlüsse um“, sagt Hans Schlag, einer der Geschäftsführer der Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH). Und auch ECH-Geschäftsführer Heiner Zimmermann unterstreicht: „Es soll nur auf dem Verwaltungswege zu Ende gebracht werden, was die Stadtvertretung bereits beschlossen hat.“ Beide Chefs machen keinen Hehl daraus, dass sie enttäuscht sind, dass der Entwicklung Heiligendamms immer wieder Steine in den Weg gelegt werden, auch, weil ein demokratischer Prozess immer wieder in Frage gestellt werde.

Die Beschlüsse seien gefasst. Nur gehe es jetzt darum, zu welchen Konditionen, erklärt Birgit Mersjann. Die zweite OZ vorliegende Sitzungsvorlage beschäftigt sich mit 600 Quadratmetern Fläche, die für den Bau des Hotels „Adlon am Meer“ veräußert werden soll, ebenfalls über Erbbaurecht. Die Wege, um die es sich handelt, würden nach geplanter Bebauung in Sackgassen münden. Doch das Wegenetz im Kurpark werde neu gestaltet. „Wir werden uns auf Trassen beziehen, die vorhanden sind“, so Polzin.

Die Sitzungsvorlagen sind an alle Stadtvertreter raus. „Sie sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Ein Weitergeben kann sogar strafbar sein“, macht Mersjann aber auch deutlich.

RENATE PETER
 

 

Eigentlich ist es mehr ein Tausch, als ein Kauf aber da man nicht einfach Grundstücke gegeneinander tauschen kann, wird gegenseitig gekauft. Ein Teil des Seebrückenvorplatzes gehört der ECH und dieser Teil geht nun an die Stadt, die dafür die Promenade bis zum Küstenwald abtritt. Mehr Infos finden Sie vier Jahre nach dieser Info bei der Umsetzung - im März 2009.

Der Beschluss dazu wurde schon am 10.06. gefasst. Die Sperrung des Kleinen Wohld ist mit diesem Beschluss besiegelt. Allerdings sind nicht alle Stadtvertreter davon angetan. Der neue alte Bürgermeister zeigt mehr Elan, als den meisten lieb ist. Immerhin ist der Beschluss, Erbpachtverträge statt Kaufverträge zu nehmen aber positiv zu werten, denn er hält auf Jahre beiden Seiten neue Optionen offen. Auch das "Adlon am Meer" und der Kurpark nehmen auf dem Papier Gestalt an. Von Sperrungen redet man lieber nicht. Statt dessen sorgt man wieder für Stimmung:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, den 30. November 2004  |  Titelseite Bad Doberan
 

Sieben Villen auf einen Streich


Die Logierhäuser am Heiligendammer Strand sind noch immer graue Ruinen. Langsam kommt aber Schwung in den Wiederaufbau.


Heiligendamm Es wird ein wichtiger Termin für die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm. Mitte Dezember will das Unternehmen der Fundus-Gruppe bei einer Vor-Ort-Begehung entscheidende Weichen stellen für ein Projekt, das die Compagnie seit Jahren vorantreibt: den Wiederaufbau der klassizistischen Villen am Strand von Heiligendamm.

Die sieben kapriziösen Logierhäuser sollen – soweit möglich – auf einen Streich restauriert werden. Fertigstellung: frühestens 2007. „Wichtig ist, dass die Leute sehen, es geht weiter in Heiligendamm“, sagt ECH-Geschäftsführer Hans Schlag. Es ist beileibe keine leichte Aufgabe, die da auf ihn zukommt.

Mit am schwierigsten in dem Mammut-Vorhaben dürfte der Vor-Ort-Termin in der weißen Stadt am Meer werden. Für die ECH gilt es, an jenem Tag Leute zu überzeugen: Vertreter der Stadt, der unteren Denkmalschutzbehörde und des Schweriner Bauministeriums. Vermutlich kommen auch Gesandte des Landesamts für Denkmalpflege.

Was die ECH-Vertreter ihnen erzählen werden, dürfte für die meisten nicht neu sein: dass die Entwicklungs-Compagnie nach großherzoglichen Grundrissen 100 Zimmer mit Fünf-Sterne-Komfort einrichten will, dass drei der Villen („Perle“, „Möwe“ und „Schwan“) so marode sind, dass sie abgerissen und neu gebaut werden müssen. Ferner, dass von den restlichen vier Häusern nur die Fassaden stehen bleiben können.

Möglicher Reibungspunkt: die Entkernung der Villen „Greif“, „Seestern“, „Hirsch“ und „Anker“, gegen die sich Denkmalpfleger bereits aussprachen. Als die ECH unlängst die Entwürfe der Bauanträge bei der zuständigen Behörde einreichte, kam drei Wochen später die Antwort: Abriss mit anschließendem Wiederaufbau der Häuser „Perle“, „Möwe“ und „Schwan“ ja, Entkernung der vier anderen Villen nein. Zu befürchten steht, dass von der alten Bausubstanz nichts übrig bleibt.

Die ECH will einen Kahlschlag verhindern. Wird sie mit den Beteiligten einig, sollen die Bauanträge im Januar eingereicht werden.
Wenn diese genehmigt werden, könnte ein knappes Jahr später der erste Kran anrücken.

Die Arbeiten dürften dann etwa zwei Jahre dauern. Sind die Häuser fertig, sollen die Luxus-Zimmer und Edel-Wohnungen verkauft werden – zu einem Quadratmeterpreis im fünfstelligen Bereich. Nach dem zwischen ECH und Bad Doberan abgeschlossenen städtebaulichen Vertrag müssen sich die Käufer dabei verpflichten, die Villen mindestens sieben Monate im Jahr zur Vermietung bereitzustellen. Kauf-Interessenten gebe es trotz dieser Einschränkung bereits einige.

Wer die Villen betreiben wird, sei indes unklar. Denkbar wären sowohl ein Hotel Adlon am Meer als auch eine Erweiterung des Kempinski Grand Hotels.

THOMAS PULT

 

 

Im Gegensatz zu Jagdfeld nennt Schlag einen Termin. Zwar ist "frühestens 2007" auch ein weit gefasster Termin aber ab 2007 wird man verstärkt darauf achten, dass die ECH ihre Zusicherung einhält. Für die Villen selbst ist es alles andere als gut, noch zwei Jahre leer zu stehen. Zumal auch nie davon die Rede ist, sie zu sichern oder die undichten Stellen zu stopfen. Erstmals ruft das Vorhaben auch die Denkmalschützer öffentlich auf den Plan. Sie waren bei den anderen Bauten auch beteiligt aber das drang nicht so sehr an die Öffentlichkeit. Dass es noch kein Betreiberkonzept gibt, ist weniger zu beanstanden. Erstens müssen die Villen sowieso saniert werden und zweitens entwickelt die ECH Heiligendamm nur. Kempinski stieß auch erst später dazu.

 

 

Und wieder die obligatorische OZ-Positivschlagzeile zum Jahresende:

 

Irgendwie passt es immer wieder. Entweder befragt die Ostsee-Zeitung Jagfdeld oder die ECH nach den Plänen und filtert sich das Positive heraus oder es gibt einfach mal positive Meldungen. Wie hier die, dass der G8-Gipfel nach Heiligendamm kommt. Zumindest 2004 ist das eine positive Meldung, denn das verspricht Aufschwung für die ganze Region.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, den 29. Dezember 2004  |  Titelseite

Staatschefs zum Gipfel nach Heiligendamm

2007 ist das Ostseebad Gastgeber des Weltwirtschaftstreffens der G8-Staaten. Schwerin fördert dafür neue Millioneninvestitionen.

Heiligendamm (OZ) Die Entscheidung ist gefallen: Das Ostseebad Heiligendamm wird 2007 Austragungsort des Treffens der Regierungschefs der sieben führenden Wirtschaftsnationen und Russlands (G8) sein. Damit hat sich Mecklenburg-Vorpommern mit seiner Weißen Stadt am Meer und deren klassizistischer Hotelanlage aus der Fünf-Sterne-Plus-Kategorie gegen starke Bewerber aus vier Bundesländern durchgesetzt. Darunter sollen renommierte Tagungsstätten wie Baden-Baden oder Schloss Gottorf (Schleswig-Holstein) gewesen sein.

„Die Auswahl ist eine große Ehre und Herausforderung zugleich“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschef, Harald Ringstorff (SPD). Die gesamte Wirtschaft, nicht nur der Tourismus, würden von dem Treffen profitieren.

Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) sprach von der „besten Botschaft des Jahres“, der Gipfel im ältesten deutschen Seebad werde „Werbung für das Land auf Gipfelniveau“ sein. Jetzt gelte es, fristgerecht die bis dahin nötigen Baumaßnahmen zu erledigen. So sollen die noch unsanierten Logierhäuser in Heiligendamm hergerichtet, das bereits geplante Konferenzzentrum gebaut und die Landesstraße im Ostseebad saniert werden. Den Bauaufwand bezifferte Ebnet auf 70 bis 100 Millionen Euro, wobei sich das Land mit der üblichen Förderung beteiligen werde. Das hörte Johannes Beermann gern. Der Sprecher des Heiligendamm-Investors Fundus Gruppe, sagte, rund zwei Jahre Bauzeit würden reichen, um alles so weit herzustellen, dass der Gipfel stattfinden kann. „Wir schaffen das.“

Der Chef des Heiligendammer Kempinski-Hotels, Thomas Klippstein, war hocherfreut: „Einfach großartig. Das macht uns international bekannter.“ Zum Gipfel seien Tausende Gäste, Staatschefs, Tagungsteilnehmer, Journalisten und Sicherheitskräfte zu beherbergen. Davon würden auch die Hotels in der Nachbarschaft profitieren.

Das sieht auch Uwe Barsewitz, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes M-V, so. Er sprach von 10 000 Übernachtungen, die nicht nur in Heiligendamm, sondern auch in Kühlungsborn, Warnemünde und Rostock zu realisieren seien. Die Region werde im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit stehen. Aber auch internationales Niveau bieten müssen, so Barsewitz.

KLAUS WALTER
 

 

Noch immer ist nicht von den Wegen die Rede. Das Problem scheint totgeschwiegen zu werden.

Der Bürgerbund aber gibt nicht nach und brachte nun eigene Konzepte ein. Zur Zeit des Experten-Kolloquiums gab es den Bürgerbund ja noch nicht.


 


Fazit 2004: Neue Hoffnungen.

 

Experten treffen sich, man redet mit den Bürgern, einige von ihnen engagieren sich für Heiligendamm in einer Bürgerinitiative und am Ende steht sogar das Versprechen, die Perlenkette wieder aufzubauen.

Doch unvergessen sind auch die Absperr- und Abrisspläne. Ein ruhiges Jahr. Die Ruhe vor dem Sturm?



Hier geht es weiter:
 2005:Schon wieder neue Wege in Heiligendamm?