2003: Neues Jahr, neue
Meldungen und endlich Eröffnung

(Quelle:
FUNDUS.DE)
Dieses Jahr soll
gelingen, was 2002 verwehrt blieb: Heiligendamm soll sein Grand Hotel
eröffnen.
Das Jahr jedoch beginnt
mit einer anderen Meldung: Ein Wachdienst beschützt Heiligendamm.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 30. Januar 2003 |
Wachdienst hält die Augen offen
Fundus-Gruppe beschäftigt eigene Schutz-Mannschaft
Heiligendamm (OZ) Bernd Meyer schaut in viele
Häuser. Am Gürtel des stämmigen Mannes klappert ein pralles Bund
Schlüssel. Mit denen hat er Zugang zu den Häusern der Hotelanlage
Heiligendamm. Bernd Meyer ist Chef des Objekt- und Wachschutzes der
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Alle Gebäude und der Grund
und Boden, den die Fundus-Gruppe seit 1997 übernommen hat, stehen
unter dem Schutz des Rostockers.
„Wir haben vor gut sieben Jahren begonnen, den
Wachdienst aufzubauen“, sagt Meyer. Zunächst mit zwei Mann. Wie viele
Mitarbeiter heute für den Schutz des Fundus-Eigentums verantwortlich
sind, will er nicht verraten. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt er. „Im
Gegensatz zu angemieteten Wachdiensten können wir auch Anzeigen
aufgeben, weil wir das Hausrecht vertreten“, betont Meyer. Das könne
im Ernstfall viel Zeit sparen.
Zu den Objekten, die der ehemalige Polizist unter
seinen Fittichen hat, gehören die Fundus-Gebäude im Ostseebad von der
Hotelanlage bis zur ehemaligen Kunstschule, der Komplex Vorder
Bollhagen mitsamt den Stallungen sowie die Halbinsel Wustrow. Auch für
die Gebäude des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur und die
Baucontainer an der Jemnitzbrücke sind Meyers Männer verantwortlich.
Stets die Augen offen halten, das verlangt der
Wach-Chef von seinen Leuten. „Wir sind immer im Dienst“, betont der
55-Jährige. Das ist der Alltag. Und so können die Wachleute auch der
Polizei ab und an wichtige Hinweise geben. Ob alte Autos, die geklaut
und im Wald angezündet wurden oder gestohlene Fahrräder, Meyers Männer
melden solche Funde gleich an die Beamten in Bad Doberan weiter. Auch
umgekehrt sei im Laufe der Jahre ein direkter Draht geknüpft worden:
„Wenn wir mal Amtshilfe brauchen, weil beispielsweise irgendwelche
Leute randalieren, sind die Polizisten schnell zur Stelle“, erklärt
der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter.
Nicht alltäglich sind die großen Ereignisse, bei
denen die Truppe zusätzliche Wachleute anmieten muss. Etwa der
Spatenstich zur Sanierung von Heiligendamm vor gut drei Jahren. Da
waren neben dem Ministerpräsidenten auch allerhand deutscher Adel und
Prominenz geladen. Oder das Richtfest mit Besuch des Bundespräsidenten
Johannes Rau vor eineinhalb Jahren. Dann herrscht höchste
Sicherheitsstufe. „35 Wachleute hatten wir im Einsatz“, erinnert sich
Meyer.
Ebenfalls jenseits täglicher Routine: die Bewachung
von technischen Geräten und Requisiten der Filmemacher. So drehte das
Team um Regisseur Berengar Pfahl etliche Szenen in Heiligendamm für
die Fernsehserie „Tanja“. Beispielsweise im Haus Weimar. Auch für
einige Spielfilme diente das Ostseebad als beeindruckende Kulisse. Und
wenn das Filmteam am Strand oder auf der Straße die Schauspieler in
Szene setzt, dann organisieren die Wachleute die Absperrungen.
AXEL MEYER
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Bis März halten sich
die Meldungen aus Heiligendamm in Grenzen.
Und was dann gemeldet
wird, betrifft eher die Küstenschutzmaßnahmen.
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OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 03. März 2003 |
Heute beginnt Bau der Seepromenade
Ende April sind alle Arbeiten fertig
Der letzte Abschnitt der Küstenschutzarbeiten vor
Heiligendamm beginnt heute mit dem Bau der neuen Seepromenade. Bis
Ende April sollen dort alle Arbeiten abgeschlossen sein.
Heiligendamm (OZ) Die Bauarbeiten an der Uferpromenade in
Heiligendamm–zwischen Haus Bischofsstab und der Seebrücke sowie
westlich der Seebrücke bis zur kleinen Treppe–beginnen am heutigen
Montag. Damit startet der vierte Bauabschnitt in der komplexen
Sturmflutschutzmaßnahme „Heiligendamm Ortslage“, so Hans-Joachim
Meier, Leiter des zuständigen StAUN Rostock.
Bis Mitte April sind in Abstimmung mit der
Denkmalbehörde und der Fundus-Gruppe die Errichtung der Promenade und
die Komplettierung der Ufermauer vorgesehen. Die Bausumme beläuft sich
auf rund 130 000 Euro. Bauen wird die ASA-Baugesellschaft Neubukow.
Die knapp 300 Meter lange Promenade erhält einen mit
Landschaftsarchitekten abgestimmten Bitumenbelag, der auch später
mehrfach auf den neu zu gestaltenden Heiligendammer Wegen zu finden
sein wird. Man entschloss sich u. a. zu Bitumen, da bei den ständigen
Sandverwehungen eine maschinelle Reinigung die rationellste Methode
ist.
Der Platz zwischen Promenade und Villenreihe erhält
eine Rasendecke, verbunden mit einer um 30 Zentimeter angehobenen
Modellierung des Bodens. Die Vorbereitung des Bodens zur Rasenaussaat
hat sich durch den Frost leicht verzögert, hat aber keinerlei
Auswirkungen auf das Gesamtprojekt. In diesen Rasenflächen sind so gut
wie unsichtbar dünne Stahlelemente eingebettet, die bei
Sturmhochwasser die transportable und 70 Zentimeter hohe Schutzwand
tragen müssen. Die Ausschreibung ist nach Meier noch nicht
abgeschlossen. Die Wand muss in Heiligendamm gelagert werden und im
Ernstfall von Hand in vier Stunden aufzubauen sein.
Wer vor einigen Wochen am Strand von Heiligendamm
entlangwanderte, hatte seine Freude über den fast weißen und
steinlosen Sand, der allerdings nunmehr schon wieder fast vom Winde
verweht ist. Die Fachleute rechnen fest damit, dass durch die Buhnen
erneut Sand auf natürlichem Weg angeschwemmt wird.
Vom 17. bis 22. März kommt es im Bereich
Jemnitzschleuse zur letzten Steinanlieferung aus Norwegen. Ein
größeres und dann auf Reede liegendes Schiff wird die Ladung von
10 000 Tonnen an Bord haben, die nach und nach auf kleine schwimmende
Einheiten umgeladen und an den Strand gebracht werden. Von dort
erfolgt die Weiterverteilung mit schweren Kippern. Diese Steine dienen
wie die bisher gelieferten 44 000 Tonnen der Stabilisierung des
Deckswerks im 1350 Meter langen Abschnitt Conventer Niederung bis zum
östlichen Ende Heiligendamms. Die gesamten Arbeiten sollen bis Ende
April abgeschlossen sein.
PETER GERDS
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Kempinski weiß, was
die Gäste wollen:
Alles das, was im Gegensatz zu dem steht, das die
Einheimischen wollen.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 27. März 2003 |
Grand
Hotel startet mit Schnupperangeboten. Gäste
wollen Ruhe und Luxus genießen.
Heiligendamm wird
wieder Weiße Stadt. Ab Mitte Mai empfängt das noble Grand Hotel die
ersten Gäste.
OZ sprach dazu mit den Geschäftsführenden Direktor
Thomas Klippstein.
Bad Doberan (OZ) OSTSEE-ZEITUNG: Herr Klippstein, Mitte
Mai soll etwas verspätet das Grand Hotel Heiligendamm die ersten Gäste
empfangen. Haben Sie Ihre Mannschaft schon zusammen?
Thomas Klippstein: Unsere Mannschaft steht
weitestgehend fest. Für über 200 geeignete Mitarbeiter sind die
Verträge bereits vorbereitet. Die Einstellung der Köche, Kellner,
Zimmermädchen, Empfangsmitarbeiter, Techniker, Spa-Mitarbeiter,
Kosmetikerinnen, Kinderbetreuer und Verwaltungsangestellten werden
demnächst vorgenommen.
OZ: Sie hatten wohl 3000 Bewerbungen.
Haben Sie Wert darauf gelegt, Mitarbeiter aus der Region zu bekommen?
T. Klippstein: Heiligendamm ist innerhalb der
Kempinski-Gruppe so attraktiv, dass uns sehr viele Bewerbungen aus
anderen Kempinski Hotels erreichten. Trotzdem setzt sich unsere
Mannschaft zum überwiegenden Teil aus Mitarbeitern der Region
zusammen, worüber ich mich besonders freue.
OZ: Und in den Schlüsselpositionen sind
Kempinski-Leute.
T. Klippstein: Nicht nur.
Für unseren Spa-Bereich konnten wir mit einer Rostockerin die beste Spezialistin
auf diesem Gebiet gewinnen. Die PR-Chefin, der Chef Concierge, die
Hausdame und die Chefsekretärin kommen aus der Umgebung. Selbst der
Direktor ist gebürtiger Rostocker mit nunmehr fast zehnjähriger
Kempinski Erfahrung. Dazu kommen erfahrene Führungskräfte aus dem
besten deutschen Stadthotel, dem Hotel Adlon Kempinski Berlin.
OZ: Erwartet die ersten Gäste ein besonderes
Angebot?
T. Klippstein: Vom 15. bis 31. Mai machen wir
Schnupperangebote, dann kostet das Zimmer für eine Person 150 Euro und
das Doppel 175 Euro, inklusive Frühstück.
OZ: Gibt es für Schaulustige einen Tag der
offenen Tür?
T. Klippstein: Ja, das soll noch vor dem
15. Mai geschehen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.
OZ: Doch Nicht-Hotelgäste können ja auch
danach noch zu Besuch kommen.
T. Klippstein: Das ist selbstverständlich.
Wir sind ein Hotel, das für alle Gäste offen steht. Im
Kurhausrestaurant, im Café, auf der Terrasse kann sich jeder schöne
Stunden in exklusivem Ambiente gönnen. Es wird Veranstaltungen geben,
Cafékonzerte mit historischem Flair. Wir sind aber kein Museum, die Einrichtungen im
Hotel stehen den Gästen zur Verfügung. Alle Gäste möchten Ruhe und
Luxus genießen.
OZ: Sie sagen, Sie wollen das Hotel schnell
auf zwei gesunde Beine stellen–exzellenten Service in erstklassigem
Hotel und gepflegte Speisen. Woher holen Sie die Zutaten?
T. Klippstein: Die Küche wird ausschließlich
auf frische Produkte setzen, die gut schmecken und die höchste
Ansprüche erfüllen. Wir setzen auf regionale Spezialitäten–eine
Doberanerin hat mir schon ein altes Mecklenburger Kochbuch von 1883
gebracht. Soweit es die Region hergibt, holen wir die Zutaten von
hier. Wir sind auf der Suche. Fleisch–Rind, Schwein, Lamm, Ziege,
Geflügel–kommen vom Gut Vorder Bollhagen.
OZ: Haben sich schon Doberaner Händler
angemeldet?
T. Klippstein: Viele Doberaner Unternehmer
haben bereits ihre Dienstleistungen angeboten, und wir werden auch mit
vielen zusammen arbeiten. Schmuckdesigner, Fahrradhändler,
Busunternehmen und eine Parfümerie haben den Kontakt gesucht.
OZ: Haben Sie Tipps für die Doberaner
Händler?
T. Klippstein: Die Doberaner haben durch die
neue Bäderregelung eine Riesenchance. Unsere Gäste erwarten Luxus im
Hotel und im Umfeld. Darauf sollten sich die Händler einstellen, auf
höhere Qualität setzen, ausgesuchte Stücke anbieten. Auch die
Gastwirte sollten sich etwas Besonderes einfallen lassen.
Interview: I. SPILLER
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Der Hotelchef lässt
keinen Zweifel:
Tagestouristen sind willkommen, ihr Geld da zu lassen aber
"gucken kostet nichts" gibt es in Heiligendamm nicht.
Die Bad Doberaner
Einzelhändler wittern inzwischen ihre Chance und suchen die Zusammenarbeit
mit dem Luxus-Resort.
Jagdfeld erkennt das
Interesse der Händler und ermuntert sie. Und schwärmt:
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 2. April 2003 |
Jagdfeld:
Heiligendamm wird wie Baden-Baden
Fundus-Chef ermunterte Händler der Münsterstadt
Ende Mai sollen die
ersten Gäste in das noble Grand Hotel Heiligendamm kommen. Bleiben
dort Doberaner Händler außen vor oder können sie von diesen Gästen
profitieren?
Bad Doberan (OZ) Heiligendamm wird das Baden-Baden der
Ostseeküste. Die hochwertigsten Arbeitsplätze Mecklenburgs entstehen
in Heiligendamm.
Heiligendamm nimmt niemandem etwas weg. Das Land hat
keinen Mangel an Ferienhotels, wohl aber an Häusern oberhalb von fünf
Sternen für Leute mit Kaufkraft.
In fünf bis sechs Jahren wird die
Region die geringste Arbeitslosenzahl aufweisen. Wenn es gelingt,
Heiligendamm das ästhetisch-optisch hohe Niveau zurück zu geben.
Worte mit Gewicht. Ausgesprochen von Fundus-Chef
Anno August Jagdfeld. Der war Montag Abend Gast des Doberaner
Händlertisches. Volker Thüne hatte eingeladen; und nie zuvor sah ein
solcher Treff so viele Interessierte. 120 Stühle musste die
Gymnasiums-Mannschaft in das Foyer des neuen Schulhauses stellen,
damit alle Platz finden konnten.
Man wollte Jagdfeld hören und befragen. Zu den
Auswirkungen, die die Eröffnung des Grand Hotels Heiligendamm auf die
Wirtschaft in der Stadt und der Region haben werden.
„Wird
Heiligendamm nur etwas für die Reichen und Schönen und für die
Doberaner fällt nichts ab?“ Vor dem Hintergrund dieser Frage schwärmte
der Fundus-Mann nicht nur von der „prachtvollen, wunderbaren Stadt Bad
Doberan und dem schönsten Platz der Welt Heiligendamm“.
Er forderte
die Händler der Münsterstadt vor allem auf, sich mit ihren
Dienstleistungen der hohen Kaufkraft, die Heiligendamm bringen wird,
zu stellen. Nicht mit Jil-Sander- oder Louis-Vitton-Geschäften. Wohl
aber den Urlaubern mit viel Zeit und Geld, das „im Urlaub locker
sitzt“.
Was also sollte dem zu erwartenden Publikum mit
seinen hohen Ansprüchen geboten werden? Was wird es von Bad Doberan in
Anspruch nehmen? Beispielsweise Autopflegedienst; zwei Autohändler
haben schon ihren Vertrag in der Tasche. Beispiel Fahrradausleih.
Blumen. Zahnarzt. Gartenpflege. Änderungsschneiderei. Vielleicht
Crashkurse, um in zwei Wochen den Führerschein zu erwerben. Auch das
Angebot, eine Segeljacht auszuleihen–oder einen Kurs zu belegen. Oder
fischen zu gehen. Und alles per Internet anzubieten.
„Es wird alles funktionieren, was man hier gut
macht“, konstatiert Jagdfeld und setzt, befragt nach erforderlichen
Öffnungszeiten, nach:
„Dienstleister müssen selbstverständlich rund um
die Uhr da sein.“
Ende Mai wird das Grand Hotel die ersten Gäste
haben. In der zweiten Stufe folgen zwei weitere Hotels und die
Ferienhäuser.
„In fünf Jahren werden 1000 Leute in den Hotels und 1000
in den Eigentumswohnungen sein. Alle werden Geld hier lassen“, sagt
Jagdfeld. 60 bis 70 Prozent werden auch in anderen Restaurants essen
gehen. „Heiligendamm wird auch den Doberaner Pensionen Gäste bringen.
Man wird sich einmieten, um Heiligendamm anzusehen. Die Weiße Stadt
ist heute das bekannteste Ferienhotel noch vor der Eröffnung“, fügt
der Fundus-Chef hinzu.
Fundus wird ein Publikum mit hohen Ansprüchen
anlocken. Gäste aus den USA, die mit einem der 60 Kreuzfahrtschiffe
kommen.
„Ein Publikum mit genug Kaufkraft“, so Jagdfeld.
INGELINDE SPILLER
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Ein wenig komisch ist
es schon: Heiligendamm ist laut FUNDUS einmalig und Jagdfeld vergleicht es
mit Baden-Baden.
Die Frage ist hier,
wie ein in sich geschlossenes Heiligendamm den Händlern die Vorteile
bringen soll, die Jagdfeld verspricht.
Sollen die Händler in
das Hotel einziehen oder werden sie bei Bedarf geholt oder kommen die
Hotelgäste auch dann zu ihnen, wenn sie in Bad Doberan bleiben?
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 9. April 2003 |
Fundus-Manager beim Kühlungsborner HGV:
Grand Hotel bietet der Geschäftswelt Chancen
Die Eröffnung des Grand Hotels in Heiligendamm
bietet dem Einzelhandel und der Gastronomie im gehobenen Segment auch
in Kühlungsborn neue Chancen.
Kühlungsborn (OZ) Die ganz großen Umsatzzuwächse wird die
Eröffnung des Grand Hotels in Heiligendamm Kühlungsborn sicher nicht
bringen. Wohl aber Möglichkeiten und Chancen, die zu einer deutlichen
Belebung in der Geschäftswelt des Ostseebades beitragen können. So das
Resultat einer Diskussion von Mitgliedern des Handwerker- und
Gewerbevereins mit Fundus-Geschäftsführer Heiner Zimmermann am
Montagabend im Polarstern.
Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Mahr, Vorsitzende
des Tourismusausschusses im Landtag, rief die Kühlungsborner
Geschäftsleute eingangs auf, den Mut zu haben, noch mehr exklusive
Markenware in das Sortiment ihrer Boutiquen aufzunehmen und
Dienstleistungen–wenn notwendig–rund um die Uhr anzubieten. Was
zumindest hinsichtlich der Ladenöffnungszeiten–übrigens im deutlichen
Unterschied zu Bad Doberan–in Kühlungsborn schon weitgehend der Fall
ist, merkte ein Geschäftsinhaber an. Denn die Geschäfte in den
Einkaufsmeilen, der unteren Strandstraße mit dem Brückenvorplatz und
in der unteren Hermannstraße, machen bereits jetzt den größten Teil
ihres Umsatzes an den Wochenenden. Diese konsequente Nutzung der
Bäderregelung dürfte auch im Hinblick auf die Gäste-Klientel aus
Heiligendamm unbestreitbar ein Plus sein.
Zimmermann stellte dem HGV das Kempinski Grand Hotel
und die von Fundus geplanten Baumaßnahmen in Wittenbeck und auf
Wustrow vor und eröffnete dabei eine interessante mittelfristige
Perspektive für Kühlungsborn. Fundus hat im vergangenen Jahr den
Golfplatz in Wittenbeck gekauft, wird demnächst auf dem Areal mit dem
Bau eines zweiten Platzes beginnen.
Geplant sind weitere Plätze in
Heiligendamm und auf Wustrow. Für das Management wurden bereits Profis
aus dem deutschen Golf-Mekka in Bad Griesbach in Süddeutschland
gewonnen. „Hier ist in landschaftlich reizvollster Lage und mit großen
topographischen Herausforderungen für die Spieler eine in
Norddeutschland einmalige Golf-Landschaft im Entstehen. Das wird
Golfer in Größenordnungen anziehen–auch eine lukrative Zielgruppe für
die Kühlungsborner Hotels“, sagte Zimmermann, der diese Szene sehr gut
kennt.
Heiligendamm wird zwar–vom Sterne-Restaurant bis hin
zur Gartenwirtschaft–den Gästen alles bieten, was kulinarisch möglich
ist. „Aber auch die Grand-Hotel-Gäste werden die Region erkunden und
in Kühlungsborn gute Restaurants aufsuchen. Die dann aber auf eine
sehr anspruchsvolle Klientel eingestellt sein sollten“, so der
Fundus-Manager. Ein weiterer großer Pluspunkt für Kühlungsborn sei der
Sportboothafen, denn die Wasserlinie vor Heiligendamm ist als Teil des
historischen Bauensembles denkmalgeschützt. Dort darf nicht gebaut
werden. Abschließend gab es für die Kühlungsborner Geschäftsleute noch
einen wichtigen Hinweis: Wer Dienstleistungen für das Grand Hotel
anbieten möchte, sollte sich jetzt schnell mit dem Voreröffnungsbüro
im Residenz-Hotel in Verbindung setzen.
LUTZ WERNER
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Wir merken uns: Die Wasserlinie in
Heiligendamm ist denkmalgeschützt und darf nicht bebaut werden.
Und noch einmal:
Ruhe bitte!
Die Leute von FUNDUS,
der ECH und Kempinski lassen keine Gelegenheit aus, um klar zu machen,
dass die Gäste - die noch gar nicht da sind - Ruhe brauchen werden. Nur, damit das schon
einmal gesagt ist, wenn dann die Ruhe-Konzepte kommen und die Bürger
dagegen protestieren, wie es sich bereits jetzt abzeichnet.
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OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 19./ 20. April 2003 |
Der Luxus der absoluten Ruhe
Am 1. Juni öffnet mit dem Komplex Grand Hotel in
Heiligendamm die nobelste Herberge an der Ostsee
Heiligendamm (OZ) Strich für Strich, ganz fein, ganz vorsichtig
mit einem weichen Pinsel. Ornamentmalerei. Petra Gorholt (41),
Designerin aus Bielefeld, tastet sich voran auf einer
Spiegelumrandung. Von denen gibt's eine ganze Menge im 3000
Quadratmeter großen Beautybereich des Severin Palais. Sie malt direkt
auf den weißen Putz. Tagelang. Handarbeit. Wertvoll und nicht gerade
billig.
Doch für den Komplex Grand Hotel Heiligendamm ist ja
nichts zu teuer. Marmor und Granit, Eiche und Buche, Gold und Messing.
Hochwertige Materialien, herbeigeschafft aus der ganzen Welt, werden
im neuen Zentrum von Deutschlands ältestem Seebad (1793 gegründet)
verbaut. „Wir wollen doch, dass sich unsere Gäste wohlfühlen“, sagt
Peter Sähn (66). Der Bevollmächtigte der Entwicklungs-Compagnie
Heiligendamm (ECH) betreut das Projekt schon seit 1996, als die Kölner
Fundus Gruppe Heiligendamm von der Treuhand kaufte und eigens die
Tochtergesellschaft ECH gründete.
Seither sind 232 Millionen Euro in den aus sechs
Häusern bestehenden Komplex Grand Hotel geflossen. Dazu gehört der
fünfgeschossige Neubau Severin Palais sowie die vollsanierten
historischen Gebäude Haus Grand Hotel, Haus Mecklenburg, Kurhaus,
Orangerie und Burg Hohenzollern.
Die Burg ist ein besonderes Schmäckerchen in dem
ansonsten klassizistisch geprägten Ensemble. Hofbaumeister Georg
Adolph Demmler, der das Bauwerk 1848 vollendete, ließ sich vom
englischen Tudorstil inspirieren. Üppige Schmuckformen, Erker und
Zinnen. „Das romantische Element im Komplex Grand Hotel“, sagt
Bauleiter Klaus Klinger (44). Auch innen geht's romantisch zu:
Badewanne aus geschliffenem schwarzem Granit, Fliesen aus Carrarer
Marmor, 35 Zentimeter hohe Fußleisten aus Massivholz, 12,5 Zentimeter
dicke Buchenholztüren. Preis für eine 70 Quadratmeter große Vollsuite
pro Nacht: ab 480 Euro.
Mitte Mai erwartet die von der Edel-Hotel-Gruppe
Kempinski betriebene Anlage zum zweiwöchigen „Soft Opening“ die ersten
„Schnuppergäste“. In einer Art Versuchsphase, wo das Doppelzimmer noch
für 175 Euro zu bekommen ist, sollen die 200 Bediensteten eine
Hotellerie der Superlative unter realen Bedingungen betreiben.
Hotel-Direktor Thomas Klippstein (41): „Das Team muss sich einspielen,
muss erleben, wie das ist, plötzlich 100 Gäste auf einmal zu
bedienen.“
Richtig los geht's dann am 1. Juni zur offiziellen
Eröffnung von 225 eleganten Zimmern und Suiten.
Was erwartet die
Gäste? Klippstein: „Alles. Zu erst einmal der Luxus der absoluten
Ruhe, den Heiligendamm durch seine einmalige Lage am Meer mit viel
Wald und gesundem Klima bietet.“ Und dann? Wellness, Beauty, Massagen,
Dampfbäder, Sauna, Schwimmbad, Segeln (ab Hafen Kühlungsborn),
Golfspielen (in Wittenbeck), klassische Musik im Ballsaal (Festspiele
M-V), Tanz in der Lobby-Lounge, uralter Whiskey in der
eichenholzfunierten Nelson-Bar. Pagen tragen die Koffer aufs Zimmer
und morgens stehen die Schuhe geputzt vor der Tür. Das Leben ist
schön. Man muss es sich nur leisten können. Ein
Familien-Tages-Szenario: Tochter–Reiten auf dem nahegelegenen Gut
Vorder Bollhagen. Papa–Golfspielen. Mama–Wellness, Sohnemann–Amüsieren
im Kidsclub bei Piratenschatzsuche, Sandburgen-Wettbewerb oder
Eisenbahn-Fahrt (Molli). „Ja, wir machen Entertainment“, sagt
Klippstein. Alles, was Gäste wollen, sollen sie haben: Jagen, Segeln,
Tauchen . . . Und natürlich Gourmet-Küche. Dafür sorgt Sterne-Koch
Tillmann Hahn (33), der in den letzten Jahren diverse Titel für
renommierte Restaurants holte und jetzt in der Weißen Stadt am Meer
mit kulinarischen Künsten aufwartet. „Ein Zugpferd“, schwärmt
Klippstein.
Doch bevor die ersten Köstlichkeiten auf
Edelporzellan kredenzt werden, ist noch viel zu tun: In allen Häusern
sind Fliesenleger, Elektriker, Treppenbauer, Stuckateure und
Innenarchitekten am Werk. 16 Kilometer Stuck wollen verlegt sein. In
Spitzenzeiten tummeln sich immer noch 500 Bauleute im Komplex,
darunter allein 120 Landschaftsgärtner, die die Außenanlagen mit
Rasen, Rabatten, Sträuchern und Bäumen verzieren.
Wer in 17 Metern
Höhe auf dem 500 Quadratmeter großen Sonnendach des Severin Palais
steht, spürt vom Bautumult unten so gut wie nichts mehr, kann den
Blick schier endlos weit in Richtung Dänemark übers Wasser schweifen
lassen. Und mit etwas Phantasie sieht der Romantiker dann am Horizont
Deutschlands ältestes Seebäderschiff, die 1910 erbaute „Kronprinz“ auf
die Küste zu steuern, um gut betuchte Gäste an Bord zu nehmen. Noch
liegt das Schiff als Wrack in Rostock, doch Peter Sähn versichert: „Es
gibt ernsthafte Überlegungen . . .“
JAN EMENDÖRFER
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Analyse: Investor: Heiligendamm
soll den zahlenden Gästen Ruhe und Entspannung bieten.
Wenn dies das Konzept der
Gruppe ist, muss man ihr dieses Konzept lassen. Tatsache ist, dass
Heiligendamm durch die andauernden und sich noch einige Jahre hinziehenden
Bauarbeiten lauter als jede Stadt Mecklenburg-Vorpommerns ist.
Es ist eine
große Dauerbaustelle, an der Dreck und Staub, Matsch und Bauschutt das Bild
beherrschen. Hinzu kommt eine gewisse Unruhe für das Auge, die beim Anblick
verfallener und unansehnlich gewordener Häuser aufkommen will.
Selbstverständlich:
Diese
Dinge sind nur vorübergehend und in frühestens 2 Jahren sind alle Arbeiten
abgeschlossen und es kehrt Ruhe ein.
Wenn 2 Jahre reichen.
(Nachtrag 2009: Reichten nicht - es wird zwar nicht mehr so viel gebaut aber
dafür entstand auch seit 2003 nichts neues mehr.)
Ayurveda-Zentrum,
Thalasso-Zentrum, Apartmentwohnungen, Villenviertel, Umbau des
Fürstenhofes, Sanierung der Perlenkette - ziemlich ehrgeizig, das in 2
Jahren fertig haben zu wollen.
Man relativiert inzwischen schon. Drei, vier, vielleicht auch sieben Jahre -
wenn es denn bis dahin läuft. Bis dahin jedenfalls muss der Gast sich auf der Suche nach der in
den Prospekten versprochenen Ruhe mit einer Baustelle vergnügen.
(Nachtrag 2009: Für den
Masterplan wurde kein Zeitrahmen genannt. Herr Schlag von der ECH schrieb
mir in 2007, dass die ECH das Projekt Heiligendamm entwickelt und sich dabei
immer am Markt orientiert. Der Masterplan ist also ein Plan der
Möglichkeiten, der jederzeit so geändert werden kann, wie es nötig und
möglich ist. Er schrieb weiterhin, dass alles nördlich der Molli-Trasse
oberste Priorität und selbst hier das Hotel noch einmal oberste Priorität
hat. Er stellte in Aussicht, dass einige Dinge südlich der Bahntrasse erst
von unseren Kindern und Enkeln entwickelt werden können. Die ECH bleibt
demnach Entwickler aber sie entwickelt nicht binnen zwei Jahren den ganzen
Ort, sondern nur das Ensemble. Alles andere wird so entwickelt, wie der
Markt es gerade benötigt. Das ist enorm wichtig, erwähnt zu werden.)
Aber wenn man den Gästen
Ruhe und Entspannung bieten will, warum lädt man sich dann 8 Staatschefs
mitsamt Gefolge ein und mit ihnen auch hunderttausende Demonstranten, viele
Gegner und Unmengen an Polizisten, Soldaten und Wachmannschaften? Warum
zieht man das Risiko eines Terroranschlages auf sich, wenn man mit Ruhe (es
wird ja sicherlich nicht die ewige Ruhe gemeint sein) wirbt? Und warum nimmt
man in Kauf, dass Heiligendamm eingezäunt und hermetisch abgeriegelt werden
muss, dass Kriegsgerät auffahren und die Armee in Bereitschaft gehen,
Jagdflugzeuge und Hubschrauber über den Ort kreisen und Kriegsschiffe vor
der Küste patrouillieren muss? Das passt nicht zusammen und es wird doch
wohl nicht so sein, dass diese ersten und vorhandenen Gäste weniger Wert
sind, als die durch den G8-Gipfel erhofften neuen Gäste.
Offenbar wird hier
nach dem Front-Prinzip gearbeitet: Die ersten sind die Opfer. In dieser
Branche allerdings ist der Kunde nicht Gefreiter, sondern König und von den
Urteilen der ersten Kunden hängt die weitere Auslastung ab. 30% Storno -
angeblich ja wegen der Tagesgäste - sind tödlich für das Hotel. Wenn jeder
"Storno-Gast" auch nur 2 Personen von seinen Beweggründen erzählt, dann
fehlen bereits 60% potenzielle Gäste. Die Tagesgäste indes hat sich
Kempinski selbst eingeladen, denn erst mit der Gipfel-Entscheidung ging es
richtig los mit dem Besucheransturm. Aber einmal etwas anderes:
Wer Ansehen haben
will, muss gesehen werden.
Jeder der etwas auf sich hält und es sich
leisten kann, hat einen PR-Berater. PR steht für Public Relations und bedeutet nichts anderes
als "Öffentlichkeitsberatung". In einem abgeschlossenen Resort gibt es aber
keine Öffentlichkeit. Dort gibt es nur Sein und Schein. Man tauscht seine Visitenkarten aus
und man redet oberflächlich miteinander. In der High Society geht es darum,
zum richtigen Zeitpunkt vor den richtigen Zuhörern das richtige zu sagen.
Es geht um Sehen
und Gesehen werden. Und gesehen werden wollte schon der mecklenburgische
Hochadel.
Er fuhr in Kutschen von Schwerin nach Doberan und in meist offenen
Kutschen von Doberan nach Heiligendamm.
Gebadet wurde unter Ausschluss der
Öffentlichkeit.
Das hatte etwas mit dem damaligen Verständnis von Anstand und Sitte zu
tun.
Danach aber wurde gegessen. Wann immer es ging auf der Terrasse und
nach dem Essen flanierte man durch Heiligendamm.
Man vergnügte sich beim
Pferderennen und trug seine edelsten Kleider auf. Oft ging es in der offenen
Kutsche nach Doberan zur Table d'hôte, dem Festschmaus der Großherzoglichen Familie
im Palais in Doberan.
Das Volk erwartete den Tross bereits und begleitete
es.
Unter Jubelrufen wurde der Großherzog empfangen, für ihn wurden spontan Volksfeste
gefeiert.
Friedrich Franz I war ein Mann der Nähe zum Volk.
Er spielte in
der Spielbank nicht nur mit Adeligen, sondern auch mit Unternehmern.
Wobei auch ein Töpfer mit
eigener Manufaktur ein Unternehmer sein konnte oder der Chef eines
Fuhrbetriebes.
Der Hochadel war sich durchaus bewusst, dass er nur das "Oben sein" genießen
konnte, wenn um ihn herum alle "unten seienden" dafür arbeiten.
Er war sich
klar, dass nur zu ihm herauf schauen kann, wer "kleiner" ist.
Er wusste, dass der Reichtum mit der
arbeitenden Bevölkerung steht und fällt.
Das Wort "Promenade" kommt von
"promenieren" und dieses Wort ist auch die Quelle für das Wort "Prominenz".
Promenaden
wurde gebaut, um drauf lang zu laufen und gesehen zu werden.
Niemand kann
Ansehen erhalten oder Aufsehen erregen, wenn er nicht gesehen wird.
Und Entschuldigung
- die Prominenz unter sich sieht nur auf andere, damit sie sich selbst
verbessern kann.
Das hat nichts mit Ansehen zu tun, sondern mit einem ständigen Feilen an sich
selbst.
Ruhe und Entspannung würden die Gäste auch in Groß Daberkow, dem
kleinsten Ort des Bundeslandes finden.
Und da gebe es dann auch keine
Öffentlichkeit, denn diese 50 Seelen hätten nicht so einen "Aufstand"
gemacht.
ABER: Ich distanziere mich von jenen, die bei jeder
Gelegenheit das "Friedrich-Franz-Argument" anführen, um damit zu erreichen,
dass Hotelgelände öffentlich wird.
Meine Ausführungen stehen ausschließlich in dem Kontext, dass Jagdfeld sagt,
dass Heiligendamm wieder so werden solle, wie es zu aristokratischen Zeiten
war.
Nur hier zählt das Geschriebene.
Ich weise darauf hin, dass Friedrich
Franz andere Interessen hatte, als die 2000 Anleger des Fonds 34.
Friedrich Franz wollte Geld mit gesellschaftlichen Events und den
Badebetrieb einnehmen und dazu musste er die Leute anziehen.
Das Konzept der ECH ist aber ein Ort der Ruhe und Erholung und dazu muss
alles weg, was nicht selbst nach Ruhe und Erholung sucht.
Die Kritik richtet sich also eher an Jagdfelds Vision einer
Wiederauferstehung Heiligendamms.
Jagdfeld kann den Körper
Heiligendamms mit seinem Charakter und Charme wiederauferstehen lassen aber
niemals seine Seele von vor 200 Jahren. Die Zeiten haben sich geändert und
mit ihnen die Menschen und ihre Bedürfnisse.
Das Heiligendamm der Gegenwart und
Zukunft ist eine Fortentwicklung und keine Fortsetzung.
Nachtrag 2009:
Natürlich muss auch hier erwähnt werden, dass die ECH das Ruhe-Konzept schon
1997 publiziert hat und Stadt, Land und Bund sich darauf eingelassen haben.
Sicherlich gibt es Gäste, die einen Ort der Ruhe suchen. Nur war
Heiligendamm nie einer und es ist schwierig, ihn ohne Spannungen zu einem zu
machen.
Analyse: Bürger:
Heiligendamm war immer öffentlich zugänglich und es war möglich, mit
dem Rad durch das Gelände zu fahren.
Richtig ist, dass Heiligendamm
während der DDR-Zeit öffentlich zugänglich war.
Ein formales
Problem ist, dass das Ensemble selbst einer Aktiengesellschaft
gehörte, die es 1939 an die Reichsmarine verkaufte, wobei es
formaljuristisch durch die Kriegswirren nie zu einer Liquidation
gekommen ist. Die SMAD wiederum hat das Ensemble ebenso wenig
übernommen, sondern nur besetzt und wieder verlassen. Daraufhin hat
die Sozialversicherung Mecklenburg das Ensemble übernommen und
wiederaufgebaut.
Das war 1947
und da gab es noch keine DDR. Besagte Sozialversicherung wurde nach
der Gründung der DDR umgewandelt und das Ensemble wurde genutzt. Der
Einzige, der noch Anrecht auf das Ensemble hatte, war Herzog Christian
Ludwig und dem verweigerte man dies. Das Ensemble wurde mit der
Auflösung der DDR-Organe Eigentum des Bundes und erstaunlicherweise
meldete sich kein Nachfahre des Herzogs mehr zu Wort. Die Bundeswehr
wäre rechtmäßiger Nachfolger der Reichsmarine aber die hat ja
formaljuristisch nie das Ensemble besessen. Bliebe höchstens noch die
AG, deren Verkauf nicht zu Stande kam.
Nachtrag 11.06.2007:
Die Jewish Claim Conference prüft, ob sich aus dem Erbe Baron
Rosenbergs Ansprüche ergeben.
Die Welt am
Sonntag berichtete am 03.06.2007 in ihrem Artikel "Die heikle
Geschichte Heiligendamms - Wem gehört das berühmte Bad an der Ostsee?"
darüber, dass die Jewish Claim, Conference prüft, ob sich Ansprüche
aus dem Erbe des Baron Rosenberg ergeben. Dabei wird es auch um die
Frage gehen, ob die Reichsmarine jemals rechtlich richtig Eigentümer
Heiligendamms geworden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, war evtl.
auch die DDR nie rechtlich richtiger Eigentümer und damit wären die
Erben Rosenbergs von der BRD zu entschädigen, weil die DDR sie
enteignet hätte. Der Verkehrswert Heiligendamms lag damals bei etwa
500 Mio. Mark und die Bundesvermögensverwaltung verkaufte es an FUNDUS
für gerade einmal 18 Mio. DM. Die Entschädigung müsste aber der Bund
leisten und nicht die FUNDUS-Gruppe.
Sie werden auf
dem Laufenden gehalten.
Link:
Wem gehört Heiligendamm (Die Welt am Sonntag, 03.06.2007)
Das nur am
Rande.
Die Sache ist
auch die, dass die in der DDR aufgewachsenen Bürger den Begriff
"Volkseigentum" kennen und darunter verstehen durften, dass alles, was
niemanden direkt gehörte allen gehörte. Zu DDR-Zeiten konnten Wiesen,
Wald und Felder frei betreten werden und wenn das nicht so sein
sollte, war ein Zaun drum und wenn es absolut nicht sein sollte, war
ein Hochsicherheitszaun drum. Nun ist aber Bundeseigentum nicht mit
Volkseigentum gleichzusetzen. Das Volk ist nicht gleich der Bund und
der Bund nicht gleich das Volk. Der Bund darf also mit seinen Flächen
so ziemlich machen, was er will und was den Gesetzen entspricht, auch
wenn es das Volk in zumutbarer Weise beeinträchtigt. Andererseits war
auch die DDR-Regierung so frei, Wälder für NVA-Objekte abzuholzen und
einzuzäunen.
Fakt ist aber, dass jeder nach
Herzenslust über das Gelände des Sanatoriums spazieren konnte, durch
die Fenster schauen, auch mal ins Innere gehen, Bekannte besuchen und
über die Promenade schlendern konnte.
Diese war zweigeteilt und
ein Teil war als Radweg nutzbar und der andere sollte für Fußgänger
sein.
Es war nicht erlaubt, mit dem
Rad zwischen den Häusern hindurch über das Gelände zu fahren aber es
wurde auch nicht sonderlich kontrolliert.
Vorgesehen war, mit dem Rad die Seedeichstraße und die Promenade zu
nutzen und durch den Küstenwald zu fahren.
Auch die Prof.-Vogel-Straße
konnte durch Radfahrer benutzt werden.
Die Gebäude selbst aber waren
Einrichtungen des Sanatoriums. Man brauchte eine Einweisung, um dort
eine Kur oder eine Heilbehandlung mitmachen zu können und man brauchte
zumindest jemanden, den man dort besuchen konnte, um ohne Einweisung
hinein zu kommen. Nicht davon betroffen waren die westlichen
Cottages und alles, was nicht als Unterbringung für Patienten diente,
also Behandlungsräume, Praxen und bestimmte Bereiche, in denen sich
Hautkranke aufhielten. Dazu gehörte auch ein Stück Strand, der mit
einem Sichtschutz umgeben war, um allen Beteiligten den Anblick
schlimmer Hauterkrankungen zu ersparen. Man konnte weiterhin als
Besucher und als Gast die Gastronomie nutzen und die gewerblichen
Angebote. Nur die Kantine war natürlich den Patienten und Mitarbeitern
vorbehalten.
Mit dem Rad
darf heutzutage auf keiner Promenade mehr gefahren werden und wenn,
dann nur zu festgelegten Zeiten.
Die Strafen
für Zuwiderhandlungen sind relativ hoch und es werden teilweise eigens
dafür Überwachungsposten eingesetzt.
Eine
Einfriedung eines vorgegebenen Hotelgeländes ist gutes Recht des
Betreibers, allerdings muss er sich in diesem Fall an Vorgaben durch
die Stadt halten. Eine Einfriedung mit Hecken ist sogar sinnvoll, um
den Rasen vor Austrocknung und Versandung zu schützen.
Dass man in den Gebäuden nicht
ein- und ausgehen kann, ist selbstverständlich.
Selbst wenn aus dem Ensemble
ein Museum geworden wäre, hätte man dafür Eintrittsgelder verlangt.
Ausnahmen bilden eben Gebäude,
die der Öffentlichkeit wegen der Art ihrer Nutzung zur Verfügung
stehen, wie Gastronomie- und Gewerbebetriebe.
Auch die
Reduzierung der Durchgangswege ist nachvollziehbar, gerade im Bereich
des Hoteleinganges und neben dem Kurhaus.
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Die
Weiße Stadt ist wieder schön.
Von Konzepten ist
nicht viel zu sehen - das Meiste sind Versprechen. Dennoch resümiert
die Ostsee-Zeitung zu Recht:
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 14. Mai 2003 |
Weiße
Stadt am Meer ist wieder schön
Heiligendamm
(OZ) Ununterbrochen schlendern Menschen zur
Seebrücke und zurück. Sie genießen den Blick aufs Meer und auf das
strahlend weiße Areal an Land: Heiligendamm ist wieder vorzeigbar. Das
Grand Hotel lässt den Glanz des historischen Seebades wieder
erstrahlen.
Am 1. Juni ist die offizielle Eröffnung, und am 25.
Mai können Interessierte bei einem Tag der offenen Tür das
Luxus-Resort besuchen. Nicht jeder wie er will–aber jeder kann sich
einer Gruppe anschließen, denn Mitarbeiter des Hotels führen von 10
bis 18 Uhr durch die Anlage und stellen den Besuchern das neue Hotel
vor. Heiligendamm selbst wird an diesem Tag für den Autoverkehr
gesperrt sein. Ab Parkplatz Ostsee-Rennbahn richtet das Grand Hotel
einen kostenlosen Zubringer ein. Empfohlen wird jedoch, bereits in Bad
Doberan das Auto stehen zu lassen und mit dem Molli bis vor die Tür
des Kempinski Grand Hotels zu fahren.
T. S.
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Rechtzeitig zum Tag
der Offenen Tür ist auch die Ortsumgehung fertig:
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OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 17./ 18. Mai
2003 |
Umgehung
entlastet Ostseebad
Neue
Straße – Gewinn für touristische Infrastruktur in Bad Doberan
Millionen Euro hat
die neue Erschließungsstraße für das touristische Entwicklungsgebiet
um Heiligendamm gekostet. Mit ihr gibt es seit gestern eine Umgehung
für das alte neue Seebad.
Bad Doberan (OZ) Großer Bahnhof in Bad Doberan. Eine Straße
wurde übergeben. Nicht irgendeine, sondern die Erschließungsstraße für
das B-Plan-Gebiet 19.
Die Kosten für diese Straße ist die höchste
Investition in Bad Doberan nach der Wende. „Es ist für unseren Ort,
besonders aber für Vorder Bollhagen und für Heiligendamm, eine ganz
wichtige Erschließungsstraße“, sagte gestern Bürgermeister Hartmut Polzin, bevor er gemeinsam mit Staatssekretär Reinhard Meyer aus dem
Wirtschaftsministerium Schwerin die Straße freigab.
Die Straße wird nicht nur ein touristisches
Gewerbegebiet mit einer geplanten 18-Loch-Golfanlage, Golfschule und
Hotel erschließen. Sie ist auch gleichzeitig die Umgehungsstraße für
Heiligendamm. Insgesamt 3,3 Kilometer lang, über sechs Meter breit,
und auf der südlichen Seite wurde gleich ein Radweg mitgebaut.
Die Straße wurde von Merkel Ingenieur Consult
(Projektleitung) und von Alpen Bau Mecklenburg und der Firma Anton
Müsing in Rekordzeit gebaut. Doberans Bauamtsleiter Norbert Sass
erinnerte daran, dass am 2. Juli 2002 die Auftragsvergabe und schon am
15. August dann der Baubeginn waren. Seit gestern– vier Wochen
vorfristig –rollt schon der Verkehr auf dem Millionenobjekt.
Das Gute für Bad Doberan: Die Stadt hat nicht einen
Pfennig dazu bezahlt. 80 Prozent der Investitionssumme flossen als
Fördergelder aus dem Wirtschaftsministerium; es zahlte für Straße und
dazugehörigen Radweg 8,6 Millionen Euro. Die restlichen 20 Prozent
finanzierte die Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH). Wie wichtig
für ECH und das Kempinski Grand Hotel und Investor Kölner
Fundus-Gruppe diese Umgehung und Erschließung ist, zeigte sich auch
daran, dass Fundus-Chef Anno August Jagdfeld zur Einweihung gekommen
war. Ihre erste Feuertaufe wird die Straße am 25. Mai bestehen müssen,
wenn eine Flut von Schaulustigen zum Tag der offenen Tür im Grand
Hotel Heiligendamm erwartet wird. Die offizielle Hoteleröffnung am 1.
Juni „können wir alle kaum noch abwarten“, so Staatssekretär Reinhard
Meyer.
Für die Autofahrer, die von Bad Doberan aus nach
Kühlungsborn fahren, ist die Strecke durch die Umgehung Heiligendamms
deutlich angenehmer geworden. Wer Heiligendamm direkt ansteuern will,
fährt kurz auf die Umgehungsstraße, um dann wieder auf die alte
Chaussee zurückzufahren.
THOMAS STERNBERG
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Eigentlich ist es ja
eine Erschließungsstraße und keine Umgehungsstraße.
Der Wortgebrauch
zeigt, was die Verfasser von ihr halten. Später wird man sie ohnehin nur
noch Umgehungsstraße nennen, weil das besser passt. Korrekt ist aber:
Touristische Erschließungsstraße. Denn ihr Zweck ist, Heiligendamm vom
Durchgangsverkehr zu befreien und von Süden und Osten her separat
anzubinden (zu erschließen). Durch diese Straße wird es möglich sein, die
Straßen innerhalb des Ortes beliebig zu verlegen. Hauptsache ist, dass sie
wieder an den Kreiseln in die Erschließungsstraße münden. Hier sieht man
allerdings auch, dass vom "Golfplatz im Bau" nicht die Rede sein kann.
Ein paar Tage später
öffnete das Grand Hotel für die Öffentlichkeit
Zum Tag der offenen
Tür, versteht sich.
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OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 26. Mai 2003 |
Grand
Hotel besticht mit Flair
20 000
Gäste statteten der Weißen Stadt am Meer Besuch ab
Das Kempinski Grand Hotel als Gesamtensemble in der Weißen Stadt am
Meer lud zum Tag der offenen Tür ein. 20 000 Besucher kamen, um hinter
die Kulissen der Nobelherbergen zu blicken.
Heiligendamm (OZ) Tausende Besucher strömten gestern nach
Heiligendamm, um das Kempinski Grand Hotel zu besichtigen.
Bis 13 Uhr
zählte die Hotelleitung bereits 10 000 Besucher, am Ende waren es gar
20 000, die sich von dem beeindruckenden Ambiente verzaubern ließen.
Die Schaulustigen kamen von überall her. Vor allem Einheimische
nutzten die Chance, um hinter die Kulissen der 1886 erbauten und in
neuem Glanz erstrahlten Nobelherberge zu blicken. Das Grand Hotel mit
seinen 50 Zimmern und Suiten, Terrasse, Nelson Bar, Bibliothek,
Bridge-Salon und Lobby Lounge besticht mit gediegener Eleganz. Davon
war auch das Ehepaar Rose aus Ahrensburg bei Hamburg hin und her
gerissen. Michael Rose (31), gebürtiger Reriker, nutzte eigens die
Stippvisite bei Verwandten, um in der Weißen Stadt vorbeizuschauen.
„Als ich meiner Frau 1994 Heiligendamm zeigte, wie es mehr und mehr
verfiel, das stimmte schon traurig. Umso mehr imponiert jetzt das
Ergebnis. Dass die Preise für Kost und Logis entsprechend hoch liegen,
war zu erwarten. Trotzdem werden wir bei unseren nächsten Tour
hierher, einen Kaffee auf der Kurhaus-Terrasse trinken.“
Hoteldirektor Thomas Klippstein, der mit seiner Crew
der offiziellen Eröffnung am 1. Juni entgegen fiebert, unterstreicht
dieses Ansinnen: „Wir freuen uns über jeden Gast, der bei uns ein paar
schöne Stunden genießen, sich kulinarisch verwöhnen lassen möchte.“
Ausdrücklich lobte er die große Unterstützung von Stadt, Feuerwehr und
Polizei bei der Vorbereitung und Gestaltung des gestrigen Tages.
Den gut organisierten Shuttle-Service vom Parkplatz
an der Ostsee-Rennbahn nahmen viele in Anspruch, denn Heiligendamm war
gestern für den Autoverkehr gesperrt. Punkt 9 Uhr startete der erste
Bus, dem viele folgten. Angekommen im ältesten deutschen Seebad, dass
1793 von Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin begründet
wurde, konnten sich Jung und Alt vom einzigartigen Flair überzeugen.
Man ließ sich in die Zeit zurück versetzen, als Heiligendamm zum
gesellschaftlichen Mittelpunkt avancierte.
Die Prominenz ging hier ein
und aus, unter ihnen solche Persönlichkeiten wie Zar Nikolaus I. oder
Dichter Rainer Maria Rilke.
Begeistert waren die Gäste heute und wie damals vom
Kurhaus, erbaut 1816 mit Restaurant und Säulenterrasse, Ballsaal und
jetzt neun Räumen für Konferenzen, Empfänge und Bankette. In gehobenem
Stil präsentiert sich auch Haus Mecklenburg, 1796 als Badehaus erbaut,
vollendet 1870, mit 52 Zimmern, Suiten, Baltic Bar und Terrassen. Im
Hintergrund befinden sich die Orangerie und Burg Hohenzollern, erbaut
1845 bis 1848 als Residenz der herzoglichen Familie.
Der einzige Neubau des Ensembles ist das Severin
Palais mit 75 Zimmern und Suiten, Schwimmbad, Lounge,
Sonnendachterrasse mit Panorama-Blick, das sich neben dem Grand Hotel
befindet.
Nach dem Rundgang verweilten viele Gäste bei
herrlichem Sonnenwetter auf der Seepromenade. Rosemarie Bauch (68) und
Erika Westendorff (86) aus Bad Doberan zeigten sich von der
Erhabenheit und Schlichtheit des wieder erstandenen Ensembles erfreut.
„Nichts ist übertüncht, man hat sich innen wie außen sehr am Original
gehalten. Das gefällt uns.“
ANETT JONUSCHAT
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Die 20.000 Besucher
sorgten für einen Zusammenbruch der Heiligendammer Infrastruktur.
Ich war auch dabei und
kann Ihnen daher genau sagen, wie die Besichtigung ablief:
Zuerst hieß es warten
in der Kühlungsborner Straße hinter einem Bauzaun. Dieser wurde dann
geöffnet und in Bahnen, welche durch Absperrbänder vorgegeben waren, ging
es in das Foyer des Grand Hotel (also ehem. Haus "Berlin). Dort ging es
dann gleich nach links durch eine große Tür. Man konnte nur zu zweit
nebeneinander gehen, denn auch im Gebäude wurde die Absperrung - hier aber
mit hauseigenen Bändern - fortgesetzt. Angestellte flankierten beidseitig
den Weg und achteten darauf, dass man nichts anfässt. Die Vorhänge waren
noch eingepackt und man lief auf einem extra aufgelegten Teppich. Durch
die Bar ging es nach draußen und gerade rüber zum Kurhaus, wo dann der
Saal in einer ebenso festgelegten Route besichtigt werden konnte.
An den Arkaden ging es
dann nach draußen, sodass man zu seiner linken die Burg und Orangerie
sehen aber - wie auch das Severin-Palais - nicht erreichen konnte. Der
festgelegte Weg führte schnurstracks auf die Promenade, wo sich die
endlose Schlange dann verteilte.
Durch das Tempo
wurde man innerhalb von 10 Minuten durch die Route gedrückt und erhielt
nur einen Einblick in glänzende Nüchternheit.
Noch etwas: Zar Nikolaus I hat nie einen Fuß auf
Heiligendammer Boden gesetzt.
Das Märchen wird nicht wahrer, nur weil es oft
wiederholt wird.
Der Hotelbetrieb
beginnt.
Unbeachtet von den
Medien beginnt einige Tage nach dem Tag der Offenen Tür der Hotelbetrieb
im Grand Hotel.
Die Ostsee-Zeitung
interessiert sich eher für Hintergrundinformationen, denn diese sind
gefragter, als Schlagzeilen.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 26. Juni 2003 | Titelseite Bad Doberan
Vorder Bollhagen beliefert auch die anspruchsvolle Küche von
Kempinski
Gut ist ein Pferde-Hotel
Vorder Bollhagen (OZ) Das Gut Vorder
Bollhagen, seit vier Jahren im Besitz der Kölner Fundus-Gruppe, wird
auch in diesem Jahr Gastgeber der schnellen Rennpferde der nunmehr 10.
Doberaner Renntage sein. 85 feste sowie 150 fliegende Boxen stehen in
gewohnter Qualität zur Verfügung. Und das, obwohl es auf dem 950
Hektar großen Gut nahe der „weißen Stadt am Meer" seit der Eröffnung
des Kempinski Hotels in Heiligendamm weit lebhafter als in den
vergangenen Jahren zugeht.
Unter Federführung von Horst Schüssler wird
gegenwärtig eine Warmblutzucht aufgebaut, um genügend Reitpferde für
die Kempinski-Gäste in Heiligendamm zu haben. Auch an die jüngsten
Heiligendammer Gäste ist bereits gedacht. Eigens für sie werden im Gut
Vorder Bollhagen bereits Shetlandponys gezüchtet. Neben den
traditionellen Doberaner Renntagen soll es ab 2004 nahe des
Heiligendammer Strandes ein internationales Reitturnier geben.
In Vorder Bollhagen kümmert man sich auch um Rinder,
Schweine, Schafe, Ziegen, Pekingenten, Gänse und Kaninchen. Sie
gedeihen alle prächtig in dem einst fast vergessenen Bad Doberaner
Ortsteil. Mit diesen Köstlichkeiten beliefert man auf kürzestem Weg
die anspruchsvollen Gäste im Kempinski-Hotel.
J. MÜLLER
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Die Geister, die ich
rief... Heiligendamm kommt nicht zur Ruhe.
So ist es dann auch
nicht verwunderlich, dass die Leute mehr sehen wollen. Die Investoren und
die Medien hatten die Botschaft in die Welt hinaus getragen und nun
strömen die Touristen aus eben dieser in den kleinen Badeort und
überrennen ihn förmlich. Aus ist es mit der Ruhe, die Kempinski in der
Weißen Stadt am Meer zu finden verspricht.
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OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 4. Juli 2003 | Titelseite
Bad Doberan
Touristenströme nerven Hotelgäste im Kempinski
Hecken
und Tore sorgen für mehr Ruhe im Luxusresort
Das Grand Hotel
Kempinski hat einen tollen Start hingelegt. Doch manchem Gast ist es
zu unruhig im Luxusresort Heiligendamm . Darum werden jetzt die
Touristenströme umgelenkt.
Heiligendamm (OZ) Das Kempinski Grand Hotel in Heiligendamm
gehört nicht nur zu den elegantesten Hotelanlagen in Deutschland, ohne
Frage ist es eine der schönsten. Viele haben lange gezweifelt, ob denn
das Wunder von Heiligendamm, die Wiedergeburt der Weißen Stadt am
Meer, gelingen würde.
„Wir haben zurzeit eine Auslastung von etwa 60
Prozent und die Nachfrage ist ungebrochen“, ist Direktor Thomas
Klippstein mit dem Start zufrieden. Die Sorgen drücken an anderer
Stelle, wie Heiner Zimmermann, Geschäftsführer der Entwicklungs
Compagnie Heiligendamm und Anno August Jagdfeld, Geschäftsführer der
Fundus-Gruppe, die Investor im gesamten Areal ist, gestern an
Beispielen belegten. Die Flut von Tagesgästen, die nicht nur aus
Mecklenburg-Vorpommern nach Heiligendamm kommen, um dort das
Luxusareal zu bestaunen, stört die Ruhe der Hotelgäste und
Restaurantbesucher. Busunternehmen werben deutschlandweit mit
Tagesausflügen nach Heiligendamm. Die Schaulustigen bringen Unruhe.
„Ein Hotel ist eine Oase der Ruhe und kein
Museum. So wie wir ursprünglich den Betrieb vorgesehen hatten,
funktioniert er nicht“, fasst Heiner Zimmermann zusammen. Die
Konsequenz:
Mit Hecken, Absperrungen und kleinen Toren sollen die
Touristenströme um das Herz der Anlage herum geführt werden. Dies
geschieht in Absprache mit der Doberaner Stadtverwaltung, denn
Bürgermeister Hartmut Polzin betont, dass die Stadt prinzipiell daran
interessiert sei, in der ganzen Ortslage, speziell aber auf der
Promenade, den öffentlichen Wegen und im Strandbereich mehr Ordnung
durchzusetzen.
„Es werden viele Regeln missachtet“, weiß Hartmut Polzin, nennt
Radler und Kradfahrer auf der Promenade, Hunde am
Strand, das Baden von der Seebrücke aus, illegale Feuerstellen. Da die
Stadt keinen privaten Sicherheitsdienst beauftragen wird, stellt sie
zwei zusätzliche Mitarbeiter im Ordnungsamt ein, die am Strand und auf
der Promenade aktiv sein werden. Polzin bestätigt, dass es natürlich
ein Radfahrverbot im Bereich der Hotelanlage und auf der Promenade
gibt. Einschränkungen auf öffentlich gewidmeten Wegen, wie zurzeit
noch per Schild eingangs der Prof.-Vogel-Straße angezeigt, aber nicht
vorgesehen sind.
THOMAS STERNBERG
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Natürlich waren nicht
die Leute Schuld, die ohne Konzept die ganzen Menschen anziehen, sondern
die Menschen selbst.
Radler konnten die
Promenade zu DDR-Zeiten benutzen, da sie extra dafür zweigeteilt war.
Sie kamen mit den
Fußgängern nur an den Strandaufgängen in Berührung.
Nach der Wende wurde
die Teilung aufgehoben aber es wurde nicht überwacht, ob die Radfahrer
absteigen.
Der Radwanderweg führte
die Promenade entlang - man hätte also auch kaum Argumente gehabt.
Nun erweist sich diese
Nachlässigkeit als Problem, das jetzt Kosten verursacht.
Bevor man jetzt aber
auf die Hotelgäste schimpft, muss man auch klar stellen, dass die Wege
2003 quer über das Gelände verlaufen. Man kommt zwischen den Häusern
"Severin-Palais" und "Grand Hotel" hindurch zur Seebrücke und auch
zwischen dem Grand Hotel und dem Kurhaus und ebenso zwischen dem Kurhaus
und der Burg. Darüber hinaus dann
noch durch den Wald und die Seedeichstraße. Auch die
Professor-Vogel-Straße und der Küstenwald sind frei zugänglich.
Es ist nicht
bewiesen aber es ist denkbar, dass einige Besucher ihre Nasen an die
Fensterscheiben drückten, um einen Blick ins Innere zu erhaschen.
Es kracht: Polzin
hat sich verplappert.
"Bad Doberan ist
nicht vom Tourismus abhängig." - Wirklich nicht?
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 17. Juli
2003 | Titelseite Bad Doberan
Will die
Stadt Bad Doberan überhaupt Tourismus?
Bad Doberan (OZ)
Auf der vergangenen Sitzung des CDU-Ortsverbandes Bad Doberan
begrüßten die Mitglieder und Freunde der Union den Kustos des
Doberaner Münsters, Martin Heider. Er berichtete über die weiteren
Aktivitäten, die es in der nächsten Zeit gilt, in Angriff zu nehmen,
um die positive Entwicklung bezüglich der Besucherzahlen
beizubehalten. Davon profitiert die Stadt. Dabei schilderte Heider den
Anwesenden, dass bei der Einrichtung von weiteren Beschilderungen für
das Münster bzw. die Molli-Bäderbahn zwar Anträge an das
Wirtschaftsministerium gestellt worden seien, jedoch der öffentliche
Eigenanteil von beiden selbst getragen werden müssten. Auf Grund der
Haushaltssituation könne die Stadt dafür nicht aufkommen. „Es zeigt
sich mal wieder, dass die Stadt keine klaren Prioritäten setzt und den
wesentlichen Bereich Tourismus stark vernachlässigt", so Andreas
Unterfranz, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender. Das sei sogar
an Aussagen des Bürgermeisters belegbar, so Caroline Brandt, die auf
ein Fernsehinterview des Bürgermeisters bei der Eröffnung des
Grand-Hotels in Heiligendamm hinwies.
Polzin habe darin von der
Unabhängigkeit Doberans vom Tourismus gesprochen.
D.P.
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Vielleicht meinte
Polzin, dass die Stadtverwaltung nicht von den Touristikanbietern abhängig
ist und wollte damit dokumentieren, dass man sich von der ECH nichts
vorschreiben lässt. Vielleicht sollte das auch heißen, dass die
Stadtvertreter sich nicht von der Kritik der Touristen in Heiligendamm
beirren lassen will. Vielleicht hatte er auch vergessen, dass auch
Hotelgäste Touristen sind und meinte, dass man mit dem Grand Hotel vor der
Tür nun auf alle Standard-Touristen verzichten könne.
Was auch immer er damit
sagen wollte - er trat ins Fettnäpfchen.
Die Stadtverwaltung
hatte sich in den letzten Jahren sehr auf Heiligendamm konzentriert und
die Touristenattraktionen in Bad Doberan selbst vernachlässigt. Prompt
bringen diese sich in Erinnerung. Und der Schwarze Peter geht an den
Bürgermeister.
Es kracht noch mehr:
Kempinski macht sich Feinde.
Gesperrte Wege,
nächtliche Feuerwerke, Wachen, Mafiamethoden und Busladungen
mit Touristen - Heiligendamm versinkt im Chaos.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 24. Juli 2003 |
Zoff in
der Weißen Stadt
Gesperrte Wege,
nächtliche Feuerwerke, Bodyguards: Einheimische sind sauer auf das
Grand Hotel Heiligendamm. Gäste dagegen fühlen sich durch Gaffer
genervt.
Heiligendamm (OZ) So hatten sich die zahlungskräftigen Gäste
des noblen Grand Hotels Heiligendamm ihren Urlaub nicht vorgestellt:
Busladungen von Schaulustigen, die sich die Nase an den Scheiben plattdrücken. . .
„Reiseunternehmen werben deutschlandweit für
Tagesausflüge nach Heiligendamm“, stellte Fundus-Chef Anno August
Jagdfeld jetzt beunruhigt fest.
„Die Flut von Tagesgästen stört die
Ruhe der Hotelgäste und Restaurantbesucher.“ Fast wie im Zoo gehe es
zu, schrieb Urlaubsgast Marcus Terbach aus Bochum in einem Leserbrief
an die OSTSEE-ZEITUNG.
„Es stimmt, man fühlt sich beglotzt“, urteilt ein
Chirurg aus Berlin, der sich mit seiner Frau für drei Tage in
Heiligendamm erholen will. „Im Moment ist das hier wohl eine
Attraktion“, meint Hotelgast Silke Hofmann (34), Steuerberaterin aus
Erlangen, achselzuckend.
Das Hotel reagierte–sehr zur Unzufriedenheit der
Neugierigen. „Da werden nette kleine Schilder und sonnenbebrillte
Bodyguards zur Abschreckung positioniert“, ereifert sich OZ-Leser
Harry Klink aus Bad Doberan. „Man wird angesprochen, dass man doch
außen herum gehen sollte.“ Mit derlei „Ungehobeltheiten“ mache das
Kempinski sich Feinde.
„Ja, wir haben die Wachleute engagiert“, bestätigt
Pressesprecherin Beatrice Schwarz vom Grand Hotel. „Sie sollen dafür
sorgen, dass kleine Kinder und ältere Leute nicht von Radlern
umgefahren werden.“
Die Emotionen kochen hoch in der Weißen Stadt.
Auch
die Radler sind sauer. Grund: Der Ostseeküsten-Radwanderweg führt laut
Karte mitten durch das Hotelensemble. Jetzt aber kommen die Radler
nicht mehr durch. Schilder versperren ihnen den Weg: Radfahren
verboten. Auf der Strandpromenade, und vor dem Kurhaus sowieso.
Die Stadt ist mit der derzeitigen Situation nicht
zufrieden. Klaus Fricke vom Ordnungsamt der Stadt Bad Doberan: „Im
Moment ist es einfach so, dass der Rad-Wanderweg unterbrochen ist.
Wir
arbeiten mit dem Investor an einer Lösung.“
In Absprache mit der Stadt werde man den Radweg
verlegen, führt Peter Sähn, Pressesprecher der Entwicklungscompanie
Heiligendamm (ECH) aus. Vermutlich auf die andere Seite des Ortes.
Radfahrer also raus aus der Weißen Stadt? „Das
Seebad Heiligendamm bleibt in seiner einzigartigen Ensemblewirkung für
die Öffentlichkeit erlebbar“, zitiert OZ-Leser Hannes Meyer aus Bad
Doberan die Präambel des zwischen Stadt und Investor geschlossenen
Vertrages. „Die Realität sieht anders aus“, so Meyer. „Bauzäune,
Verbotsschilder, Erdwälle.“
Doch der Volkszorn köchelt noch an anderer Stelle:
Bei den Stammgästen des Schwanencafés, das sich in einem der noch
unrestaurierten Gebäude abseits des Grand Hotels befindet. „Was die
mit mir machen, ist nicht in Ordnung“, klagt Café-Betreiber Bernd
Walter. Schon zu DDR-Zeiten führte er das Schwanencafé, damals ein
HO-Betrieb. Er hat einen Pachtvertrag bis 2010. Noch. „Die wollen mich
hier raushaben“, glaubt der Wirt.
Da ist die Bretterwand, die Fundus als neuer
Hauseigentümer um den Schwanen-Pavillon gezogen hat. Vor einigen Tagen
nun schraubten Fundus-Leute auch ihm die Firmenschilder aus DDR-Zeiten
von der Wand. „Selbst die Bierwerbung auf den Lampen haben sie
entfernt.“ Frustriert stellt der Pächter fest: „Von außen sieht es
jetzt aus, als ob hier nichts mehr ist.“
„Mafiamethoden“, meinen seine Gäste. Fundus und die
ECH schweigen. Walter: „Ich habe mir einen Rechtsanwalt genommen.“
Damit nicht genug.
Lärmempfindliche Anwohner fühlen
sich durch nächtliche Feuerwerke gestört. Rollstuhlfahrer und Eltern
mit Kinderwagen kommen von der Strandpromenade nicht mehr in den
Kurpark, der jetzt Privateigentum von Fundus-Chef Jagdfeld ist.
Der Fußweg führt nun auf den Strand, und dort über
eine kleine Brücke. „Nicht behindertengerecht“, tadelt Nicole Bergeest
aus Oldendorf. „Ein Problem, dessen Lösung bevorsteht“, so
ECH-Sprecher Sähn. Viele Einheimische sind noch aus anderem Grund
sauer. „Wanderer mit Hunden, Schulklassen, Radfahrer und viele
andere“, vergällen Kurt Schwarz aus Heiligendamm das Badevergnügen an
der Brücke. „Mit Ruhe und Erholung ist es vorbei.“
20 Einwohner von Heiligendamm und Bad Doberan
gründeten inzwischen eine Bürgerinitiative. Das Vorgehen der
Fundusgruppe sei „rechtlich zu beanstanden“, meint die Doberaner
Architektin Heike Ohde. „Die können nicht einfach öffentliche Wege
sperren.“ „Die haben Häuser gekauft, aber keinen Ort.“
Edgar Schmidt, stellvertretender Bürgermeister der
Stadt Bad Doberan, spricht von einem Interessenkonflikt. „Es besteht
Klärungsbedarf. Möglich, dass wir den Grundlagenvertrag mit Fundus in
einigen Monaten noch einmal überdenken müssen.“ Unterdessen mahnt das
Vize-Stadtoberhaupt zu gegenseitiger Rücksichtnahme.
Das aber scheint nicht so einfach. „Ich finde das
alles so kleinkariert“, gibt sich ein Rentner in Badehose souverän. Um
gleich darauf kopfschüttelnd einem jungen Paar mit Hund
hinterherzublicken. „Sie da! Hunde müssen hier angeleint werden!“
Seine Gelassenheit ist dahin. „Unerhört so was. Wo sind wir denn
hier?“
MARCUS STÖCKLIN
|
Der Artikel ist
selbstredend.
Die Stadt hätte die Touristenströme nutzen können, wenn all
das was 1997 festgeschrieben wurde schon erfüllt wäre.
Mit einer separaten
Strandversorgung im Osten Heiligendamms hätte man viel Geld in die Kassen
Bad Doberan spülen können.
Die Stadt hat diese Chance vertan.
Die Berichterstattung zum
Thema "Kleiner Wohld beginnt im August 2003 - ein paar Monate nach der
Eröffnung des Grand Hotel, mit der auch die Sperrung des Küstenwaldes
durch einen weißen Lattenzaun erfolgte. Zunächst glaubte man an ein
Provisorium bis zur Eröffnung des Hotels aber als de Zaun Monate nach der
Eröffnung noch immer dort stand, entfachte dies eine Diskussion unter den
Einheimischen und zunehmend - da inzwischen die Saison begann - auch unter
den Gästen von außerhalb.
Die Ostsee-Zeitung
wollte es wissen und fragte in Schwerin nach:
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 14. August
2003 | Titelseite Bad Doberan
Kleiner Wohld in Heiligendamm
bleibt öffentlich
Verkauf ist noch nicht
entschieden
Der eventuelle Verkauf von Randflächen in der Ortslage Heiligendamm
des Kleinen Wohldes sorgt für Diskussionen über den öffentlichen
Charakter dieses Waldbereiches.
Heiligendamm „Ja, es gibt Anfragen über den Verkauf von
Waldflächen bei Heiligendamm“, bestätigte gestern Iris Uellendahl,
Pressesprecherin im Landwirtschaftministerium. Noch gibt es keine
Ergebnisse. „Die Gespräche laufen noch.“
Nicht nur diese Flächen sondern
den gesamten Landeswald „Kleiner Wohld“ in Heiligendamm verwaltet das
Forstamt Bad Doberan. Dort ist man sich der komplizierten Aufgabe
bewusst, den Wald zu pflegen, ihn für die Öffentlichkeit zugänglich zu
lassen und gleichzeitig den veränderten Verhältnissen in und um
Heiligendamm anzupassen. Dieser Wald grenzt eben an ein
Privatgrundstück.
„Vom Wald aus gibt es keinen Zugang mehr nach Heiligendamm“,
stellt Forstamtsleiter Harald Runze klar. Um dort keine umherirrenden
Leute zu haben, wird versucht, den Publikumsverkehr zu lenken, ihn
erst gar nicht in eine Sackgasse laufen zu lassen. „Wir wollen
verhindern, dass unnötig Wald zertreten wird“, sagt Harald Runze. Er
betont, dass es in diesem Bereich auch nie offiziell gewidmete Wege
gegeben hat. „Es sind alles getretene Wege, die auch von Radfahrern
benutzt wurden, doch es gibt keinen offiziellen Rad- oder Wanderweg im
Wald östlich der Strandoase“, so Runze. Der führt nämlich über die
Straße vom Kinderstrand nach Heiligendamm.
Grundlage aller Veränderungen regelt der Städtebauliche Vertrag
zwischen Investor und Stadt. Maßnahmen der Forst werden mit der Stadt
abgestimmt. So wurden eingangs des früheren getretenen Weges in
Richtung Heiligendamm Heckenrosen und Sanddorn gepflanzt, um die
Besucher „rechtzeitig auf nutzbare Wege hinzuweisen“, sie so nicht in
eine Sackgasse zu schicken. Harald Runze stellt klar, dass der Wald
natürlich nach wie vor öffentlich ist:
„Jeder, der will, kann dort
seine Pilze sammeln. Das öffentliche Betretungsrecht bleibt.“
Das sei im Waldgesetz des Landes klar geregelt, unterstreicht
auch Iris Uellendahl. Auch ein eventueller Verkauf würde daran nichts
ändern.
Harald Runze ist klar, dass in Heiligendamm für die Waldnutzung,
die Wegeführung neue Strategien gefragt sind. Dabei werde man aber
stets das öffentliche Interesse berücksichtigen.
THOMAS STERNBERG
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Hier wird zunächst
einmal klar gestellt, dass es Interessenten gibt, die in Heiligendamm Wald
kaufen möchten.
Auch wenn kein Name genannt wird ist klar, dass es sich
dabei um die ECH handelt, die damit das Hotelgelände mit einem Waldstück
bereichern möchte. Verständlich, da das ganze Hotelgelände nur aus
Rasenflächen besteht und eine Aufforstung nirgendwo in Frage kommt.
Hier
wäre nun die Stadt gefragt, dem Kauf der ganzen Waldfläche durch den Kauf
eines Streifens zuvor zu kommen, um eine stadteigene Fläche für einen
Wanderweg zu sichern. So geschehen in Rerik, wo die Stadt 10 Meter ab der
Küstenkante kaufte und dort einen Wanderweg errichtete. Rerik hatte den
besonderen Reiz der Steilküste für den Tourismus entdeckt und wollte sich
die Gäste nicht entgehen lassen. In Bad Doberan dachte man daran nicht.
Es ist völlig richtig,
dass es im ganzen Wald nur einen befestigten Weg zum Kinderstrand gab und
einen, der hinter der Median-Klinik zu den Cottages führte. Alle anderen
Wege wurden getrampelt, was dann zweifellos auch zu Beschädigungen des
Wurzelwerks geführt hat. In den vergangenen Jahren gab es viele
Entwurzelungen durch Stürme, die wiederum Einstürze der Steilküste
verursachten. Das war ein allgemeines Problem der intensiv besuchten
Steilküsten der Ostsee und führte im Laufe der Jahrzehnte dazu, dass die
Ostsee irgendwann bis kurz vor das Alexandrinen-Cottage reichte und dieses
zu unterspülen drohte.
Das Haus der
Großherzogin stand stets hinter einem Küstenvorsprung, von dem ein Weg
parallel zur Küste zum Strand herunter führte. Durch die ständigen
Abbrüche sah man sich gezwungen, zum Schutz des Cottages eine Mauer zu
errichten und dieser ein Packwerk als Wellenbrecher vorzulagern. Das
geschah im Prinzip im letzten Moment.
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Bevor wir zur
eigentlichen Diskussion um diesen Wald kommen, sollten wir uns daher in
der Geschichte des Waldes umsehen.
An Hand alter Bilder
können wir uns ein Bild von der Entwicklung des Kleinen Wohld machen.
Der
war nämlich nicht immer so, wie jetzt.
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Auf dem
linken Bild wird deutlich, dass es sich beim Kleinen Wohld um einen
Park handelt.
Der Wald begann erst westlich der Cottages. (rechtes
Bild)
Später entstand
dann unter Herzog Paul Friedrich ein Park mit meditativem Charakter.
Der Park hatte
keinen klaren Anfangspunkt. Schon ab dem Haus "Mecklenburg" gab es
Sandwege und Rasenflächen, welche nach Westen führten. Es erfolgte
nicht einfach eine Aufforstung, sondern es wurde ein Park angelegt.
Was wir heute als große Buchen wahrnehmen, waren damals Bäumchen.
Kein geringerer als der Landschaftsarchitekt Lenné, der auch den
Schweriner Schlossgarten und Parks in Berlin und Potsdam entwickelte,
schuf in Heiligendamm den Kleinen Wohld. Ein Wald war das aber
zunächst gar nicht. Lenné schuf einen Pavillon, um den er Linden
anpflanzen ließ. Diese Linden bildeten ein Rondell - das
Lindenrondell. Von diesem Rondell aus verliefen strahlenförmig
Baumreihen in alle Himmelsrichtungen.
Die Wege waren so angeordnet,
dass man durch die Baumreihen hindurch zum Meer und zu den Bauwerken
blicken konnte.
Das nennt sich "Sichtachsen" und ist heute noch eine
beliebte Komponente moderner Landschaftsarchitektur.
Diese Sichtachsen
finden Sie in jedem Park.
In
der DDR-Zeit wurde der Parkcharakter noch deutlicher
hervor gehoben.
Allerdings erfolgte das nicht im Sinne der Idee Lennés:
Man holzte ein ganzes Stück Bäume und Büsche
einfach ab und schuf eine Wiese mit Blumenrabatten.
Dadurch verschwanden die Sichtachsen und die beiden
Häuser "Magdeburg" und "Dresden" hatten Meerblick.
Ausschlaggebend dürfte aber gewesen sein, dass das Haus
"Weimar" besser zur Geltung kommen sollte und durch die
Freifläche in einer traumhaften hellen und sanften
Umgebung zwischen Wald und Meer in Szene gesetzt werden
sollte.
Die bunten Blumen trugen ihren Teil dazu bei.
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Es war fast 5 vor 12, als man sich entschied, das Haus
"Weimar" vor dem sicheren Absturz zu retten. Eine
Flutschutzmauer und ein Packwerk wurden errichtet und
das sich ergebende Plateau wurde für Touristen attraktiv
gestaltet. Wenn man in Heiligendamm war, war dieses
Plateau ein Muss. Erst seit 1996 die Seebrücke konnte
dem Plateau den Rang ablaufen.
Wie man sieht, war der Tourismus auf dem Gelände des
Sanatoriums kein Problem. Das Kurbad der Werktätigen war
eine Errungenschaft des Sozialismus und wie jede
sozialistische Errungenschaft, wurde auch diese
öffentlich herum gezeigt. Sehen und über den Sozialismus
staunen - das war die Devise. Darum gab es hier stets
Öffentlichkeit. |
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Auf dem linken Bild
sehen wir das Alexandrinencottage nach 1990.
Inzwischen gab es die einrichtungseigenen Landschaftspfleger nicht
mehr und der Eigentümer war für die Grünpflege verantwortlich. Genau
genommen war das die TLG und die pflegte das Gelände mehr schlecht als
recht.
Erst durch die Nichtnutzung kam es zur Verwilderung.
Das zweite Bild
muss auch sein, wenn man über den Küstenwald spricht.
Wo Häuser waren,
waren auch Autos und so findet sich hier eben auch ein Trabi am
Cottage.
Haus "Weimar"
beherbergte zuletzt Studenten der FAK.
Ganze 17 Mietverträge gab es im
Alexandrinen-Cottage.
Also wohnten hier mindestens 17 Studenten.

Das letzte Bild
zeigt den Zaun, von dem in der Diskussion seit 2003 die Rede ist. Das
Tor lässt sich nur vom Wachpersonal des Grand Hotels öffnen.
Eine rechtliche
Grundlage für die Absperrung gab es wohl nicht aber sie erfolgte im
Einvernehmen mit dem Forstamt.
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Polzin sagt, wo es
für die Öffentlichkeit in Heiligendamm lang geht.
Der Bürgermeister sieht
sich zu Erklärungen verpflichtet, um die Diskussion um die Öffentlichkeit
und den Privatbesitz in Heiligendamm einzudämmen. Er sagt, was Fakt ist
und appelliert an den Respekt der Bürger vor Eigentum und Verfügungen.
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OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 22. August 2003 | Titelseite Bad Doberan
Öffentliche Wege sind klar definiert
Heiligendamm Immer wieder fragen Urlauber,
Tagesgäste und auch Doberaner, welche Wege nach den umfangreichen
Verkäufen von Grundstücken und Immobilien in Heiligendamm an einen
privaten Investor, die Kölner Fundus-Gruppe, denn noch öffentlich
sind.
Die öffentlichen Wege und auch die Wege, die nach
Verkauf von Grundstücken öffentlich gewidmet geblieben sind, werden im
„Grundlagenvertrag über die städtebauliche Entwicklung der Ortsteile
Heiligendamm und Vorder Bollhagen“ zwischen der Stadt Bad Doberan und
der ECH, Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm, klar definiert. Dieser
Vertrag war die Basis für die Stadtverwaltung, das öffentliche
Wegenetz in Heiligendamm auf einer Übersichtskarte darzustellen und
der OSTSEE-ZEITUNG zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen.
Wobei Bürgermeister Hartmut Polzin unterstreicht, dass es aus seiner
Sicht selbstverständlich ist, dass auch alle Nutzer öffentlicher Wege
„alle dort geltenden Ge- und Verbote beachten müssen“.
Und dort, wo es
eben Privatwege gibt, ist dies ebenso zu respektieren.
T. S.
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Diese Meldung ist
wichtig, damit Sie später verstehen, was mit den Begriffen
"Kammerhof-Pleite" und "Kammerhof-Debakel" gemeint ist. Auf dem Kammerhof
sollen nämlich 320 Ferienhäuser für die "normalen" Touristen entstehen,
damit auch diese mal länger in Bad Doberan verweilen. Es gibt einen Investor
und ein Konzept aber Bad Doberan hat mit Investoren und Konzepten nicht
immer Glück... Wir machen aber weiter mit der ECH und dem Küstenwald.
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OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 22. August
2003 | Titelseite Bad Doberan
Doberan
will am Tourismusboom teilhaben
Bettenkapazität ist ausbaufähig
Im Vergleich zu
seiner Einwohnerzahl hat Bad Doberan eine relativ geringe
Bettenkapazität. Der geplante Ferienpark soll speziell die Zielgruppe
Familie ansprechen.
Bad Doberan Eva Schürmann, Leiterin der Doberaner
Tourist-Information ist froh, dass ihre Stadt so gefragt ist, denn es
ist schwer in diesen Tagen noch sein freies Wunschbett zu bekommen,
andererseits würde sie auch gern mehr Betten anbieten. Besonders eng
wird es in der Münsterstadt zu den großen Ereignissen wie dem
Ostsee-Meeting auf der Galopprennbahn, zur Zappanale oder auch jetzt
zur IGA-Zeit. Braucht Doberan eigentlich eine höhere Bettenkapazität?
Da ist eine Frage, die letztlich der Markt
entscheiden wird, meint Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin. Er
betont, dass die Erweiterung touristischer Angebote Zielstellung
städtischer Wirtschaftsförderung ist. „Auch, weil es in unserer Stadt
18 Prozent Arbeitslose gibt“, sagt Polzin. Doch die Entwicklung muss
aus seiner Sicht klar zielgruppenorientiert sein. Und genau das ist
der geplante Ferienpark zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. Er sei
auf die Zielgruppe Familie ausgerichtet. Der Bau von den 320 geplanten
Ferienhäusern wird genau so Arbeitsplätze schaffen oder erhalten wie
die Bewirtschaftung des Areals.
Verglichen mit den großen Ostseebädern ist die
Bettenzahl in Bad Doberan doch eher gering. Die Stadt hat 13 000
Einwohner und verfügt über knapp 2000 Gästebetten. Dazu gehören aber
schon die 500 Betten der Kurkliniken und die 225 Zimmer des Kempinski
Grand Hotel Heiligendamm. Im Vergleich dazu gibt es in Kühlungsborn
bei 7400 Einwohnern 13 500 (!) Urlauberbetten. Mit Blick auf die
Bettenexplosionen rund um Bad Doberan meint Hartmut Polzin: „Bad
Doberan sollte an dieser Entwicklung partizipieren.“
Auch darum stehen die Stadtverwaltung und die
Stadtvertretung ohne wenn und aber zu dem Projekt des Ferienparkes.
Der Investor ist zurzeit dabei, die Finanzierung für sein Vorhaben
abzusichern. Was allerdings länger dauert, als einige bei
Planungsbeginn dachten.
THOMAS STERNBERG
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Ein Hotel ist nicht
genug.
JagdfeldFundusECH
kleckert nicht, sondern klotzt. Das ist spätestens seit dem Kauf des
Forsthofes klar.
Wustrow sollte es noch
sein, in Heiligendamm noch dieses und jenes Haus und schließlich sogar ein
Schiff.
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OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 13./14. September 2003 | Titelseite
In den Tagen nach dem 18. August 1922 (Poststempel)
erhält ein Frl. Hete in der Berliner Firma Heinrich eine
Ansichtskarte. „Viele Grüße von Heiligendamm“ übermittelt ein Herr
Heinrich. Vorn erblickt sie die damalige Heiligendammer Seebrücke. Ein
Fahrgastschiff hat angelegt. Der Schiffsname ist nicht zu erkennen.
„Mit größter Wahrscheinlichkeit die \'Kronprinz\', spätere
\'Undine\'“, meint der Philatelie-Sammler Josef Buresch (69) aus
Rostock. Die Karte befindet sich heute in seinem Besitz.
Die hölzerne Seebrücke hat die Zeiten nicht
überstanden; die „Kronprinz“ nur schwer angeschlagen. Ausgeschlachtet
rostet sie auf der Rostocker Neptun-Werft vor sich hin (OZ
berichtete). Ein Förderverein müht sich bis jetzt vergeblich um ihre
Restaurierung als ein Denkmal an Land, wie Roland Methling vom
beteiligten Verein Hanse Sail versichert.
Doch die „Kronprinz“ könnte auf einem anderen Wege
wieder auferstehen. August Jagdfeld, Chef der Fundus-Gruppe, die
Heiligendamm wiedererstehen lässt, hat diese Vision. Und sie nimmt in
Bauzeichnungen bereits Gestalt an: Nachbau des ältesten
Fahrgastschiffes von Mecklenburg-Vorpommern. 60 Meter lang, statt
früher 35, aber die Silhouette schmuck wie einst. Bis zu zehn Kabinen
im noblen Schiffsinneren. Tauglich für Touren bis Dänemark.
„Vielleicht in zwei Jahren“, hofft Jagdfeld, der sein Faible für die
alte Lady freimütig gesteht.
GERD RICHARDT
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Wenn die Wege
bleiben, wie sie jetzt sind, reicht das, um alles zu zeigen.
In Heiligendamm gibt es
auch offizielle Touristenführer.
Diese stehen vor dem
Problem, keinerlei Sonderbehandlung zu erfahren.
Doch das stört sie
nicht all zu sehr:
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OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 15. September 2003 | Titelseite Bad Doberan
Ganz nah dran an Heiligendamm
Hermann Köhler führt seit vier Jahren durch die Weiße Stadt
Heiligendamm
„Auch wenn vieles nicht so
schnell geht, wie wir es uns wünschen–ohne Fundus wäre das, was bis
jetzt passiert ist, nicht möglich gewesen“, sagt Hermann Köhler den
etwa 20 Touristen, die ihn auf seiner Stadtführung durch Heiligendamm
begleiten. „Teilen Sie die Meinung, dass bald kein normaler Mensch
mehr hier durchkommt?“, fragt eine Zuhörerin. Diplomatisch antwortet
der Stadtführer der Tourist-Information:
„Sehen Sie die Radfahrer, die
da zwischen den Häusern fahren? Morgens stehen hier oft schon zwei,
drei Busse. Ich weiß nicht, ob so was in anderen Hotels möglich wäre.
Diese Touristen werden wohl herausgenommen müssen.“
Der 79-Jährige wird direkt mit allem konfrontiert,
was in der „Weißen Stadt“ passiert und was die Medien darüber
berichten. „Die Leute stellen oft verzwickte Fragen. Ich versuche,
alles zu beantworten, kann aber manchmal nur meine Meinung sagen“, so
der Einheimische. Vor vier Jahren begann er mit Führungen im
14-Tage-Rhythmus. „Ich sah, dass die Leute mit den Schildern vor den
Villen nicht viel anfangen konnten.“ Seit zwei Jahren führen er und
ein Kollege abwechselnd jeden Sonntag durch Heiligendamm.
Gern würde Köhler auch Führungen durchs Hotel
anbieten. Dass dies mit Rücksicht auf die Gäste in der Hochsaison
nicht geht, dafür hat er Verständnis. „Vielleicht wäre das im Winter
möglich . . .“ Auch mehr Bilder als die, die er aus Zeitungen
ausgeschnitten hat, würde er gern präsentieren. „Wenn man zeigen
könnte, wie es innen aussieht, würde das manchem vielleicht die
Neugier auf das Innere des Hotels nehmen“, sagt er.
Das, was er weiß, gibt er gerne weiter: Er schwärmt
von dem Schwimmbad im Severin-Palais, das er von Fernsehaufnahmen
kennt. Dass man eine 150 Quadratmeter große Suite inklusive Butler
mieten kann. Auch die Frage nach Zimmerpreisen beantwortet er. Er
erzählt auch, dass die Ehefrau des Fundus-Chefs für einen Großteil der
Innenarchitektur des Hotels verantwortlich sei. Woher er die
Informationen hat? „Hierher“, sagt er und holt einen Stapel bedruckter
Blätter aus seiner Umhängetasche. Darauf ist der Inhalt verschiedener
Bücher über Heiligendamm zusammengefasst, eins davon von Fundus selbst
herausgegeben. „Und ich sammle alle Zeitungsartikel“, ergänzt Köhler.
Auch mit unschönen Erlebnissen hält er nicht hinterm
Berg: „Eines Tages stand ich mit einer Gruppe vor einem Tor mit
Posten, das Tags zuvor nicht dagewesen war.“ Das Problem der
Wegesperrungen sei inzwischen geregelt worden.
„Wenn die Wege bleiben,
wie sie jetzt sind, reicht das, um alles zu zeigen.“
RENATE SCHUMANN
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Und immer wieder:
Nichts tut sich auf Wustrow.
Wir erinnern uns, dass
FUNDUS 1997 auch die Halbinsel Wustrow vor den Toren Reriks gekauft hatte.
Die letzte Meldung war, dass auf Wustrow etwas entstehen soll aber das
erst, wenn Heiligendamm gut entwickelt ist. Die Stadt Rerik will sich
nicht damit zufrieden geben, denn während FUNDUS wartet, verfällt Wustrow
und die Stadt kann den Wustrower Hals nicht planen, obwohl dieser
touristisch wunderbar entwickelt werden könnte.
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OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 23. September 2003 | Blickpunkt
Während in Heiligendamm eine weiße Welt neu
entsteht, bewegt sich auf Wustrow nichts.
Dabei wurde das Areal bei
Rerik auch von der Kölner Fundus-Gruppe mit anspruchsvollen Plänen
gekauft.
Jetzt eskaliert ein jahrelanger Streit zwischen Investor und
Rerik: Die Stadt macht die Zufahrt zur Halbinsel dicht.
Rerik (OZ) Hinter Rerik ist noch immer die Welt zu Ende.
Hoffnungen der Wende, dass sich die Halbinsel Wustrow endlich öffnet,
sind vor Ort längst zerstoben. Seit 1933 wurde die Halbinsel
militärisch genutzt–erst von der Wehrmacht, danach von der Roten
Armee. Auch nachdem die Soldaten 1993 abzogen, blieb das Tor nach
Wustrow verschlossen. Bis heute.
Dass die Kölner Fundus-Gruppe, bekannt durch ihr
Engagement im 20 Kilometer östlich gelegenen Heiligendamm, die
bebaubare Fläche Wustrows 1998 kaufte, hat den Status der Halbinsel
nicht geändert. Grund: Um die 300 Meter breite Landzunge, die Rerik
und Wustrow verbindet, tobt ein erbitterter Kleinkrieg zwischen
Investor und Stadt.
Im April beschloss die Stadtvertretung, die einzige
Zufahrt zur Halbinsel für den „motorisierten Individualverkehr“ zu
sperren. Als Alternative schlägt sie vor, dass die Fundus-Tochter
Entwicklungs-Compagnie-Wustrow (ECW) eine Fähre übers sensible
Salzhaff einrichten könne. Alle Pläne des Investors, der ohnehin schon
drei Jahre in Verzug ist, liegen nun auf Eis.
ECW will auf 99 Hektar der 967 Hektar großen
Halbinsel mit 150 Millionen Euro einen Sommertraum für den
pensionierten Beamten aus Süddeutschland schaffen: Wohnen im
Landhausstil, Tennisanlagen, Reitstall, Golfplatz und Marina.
„Wir wachsen schon jetzt ohne Bebauung Wustrows in
der Saison um das Drei- bis Vierfache unserer Einwohnerzahl von 2100“,
stöhnt Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD).
„In Spitzenzeiten
geht hier mit dem Auto gar nichts mehr.“ Prognosen sprechen sogar
davon, dass sich in der Hochsaison bei freier Fahrt über den so
genannten Wustrower Hals künftig alle zwölf Sekunden zwei Autos an der
Seebrücke begegnen.
Hier finden Besucher ostseeseitig den attraktiven
Strand. Gegenüber, am Haff, locken Läden, Imbiss und Cafès. In
Spitzenzeiten machen Parkplatzsucher die Überquerung der Straße
zwischen Haff und Ostsee zum Abenteuer. Ärgerlicher ist der Zustand
jedoch für Anwohner der beiden Straßen Reriks, die Richtung Wustrow
führen: Zugeparkte Einfahrten, Lärm und Abgase vergällen Einheimischen
wie Gästen in Pensionen den Urlaub.
„Der Verkehr überschreitet gesetzlich festgelegte
Grenzen, wir mussten jetzt einfach handeln“, unterstützt Andreas
Herrmann den Beschluss der Stadtvertreter. Herrmann ist nicht nur
Pensionsbesitzer in Rerik, er steht auch dem Tourismusausschuss vor.
„Die Gäste beschweren sich über den Verkehr. Wenn die nicht
wiederkommen, steht die Existenz manches Privatanbieters auf dem
Spiel.“
Nicht alle Reriker sehen die Sache so. Und
ausgerechnet die PDS–in Rerik mit der CDU in Minderheitsposition–sorgt
sich um die wirtschaftlichen Folgen, wenn die Stadt den Investor
Fundus vergrätzt. „Rerik braucht Wustrow zwar nicht“, meint PDS-Mann
Werner Blume, „als Tourismusmagnet wird Rerik aber in gehörigem Maße
von der Halbinsel profitieren.“ Blume fordert, den „unseligen
Sperr-Beschluss“ zu kippen. Ewald Krumbholz, der im extra
eingerichteten Arbeitskreis Verkehr der Stadt zusammen mit Experten
und ECW-Leuten saß, glaubt, es gebe „intelligentere Lösungen als die
rigorose Schließung“. Der Parteilose meint, jetzt jedenfalls halte
Rerik den Schwarzen Peter in der Hand.
Beim Investor ist man bockig. Alle Kontaktgesuche
der Stadt werden mit eisigem Schweigen quittiert. ECW-Geschäftsführer
Heiner Zimmermann spricht vom „Gipfel der Tätigkeit des Bürgermeisters
in Rerik“. Mit der Straßensperre hätten die Stadtvertreter „die
Geburtsschnur der Planungen“ zerschnitten, erregt sich Zimmermann.
Immerhin: Wenn die Kommune den Beschluss wieder kippe, lockt er,
„sitzen wir am nächsten Tag sofort wieder am Tisch“.
Dass der Compagnie der Planungsstopp in Rerik wegen
Problemen in Heiligendamm entgegenkomme, wie kolportiert wird,
bestreitet Zimmermann heftig. „Wir arbeiten an dem Projekt auf Wustrow
mit der selben Leidenschaft.“ Rerik trage die Verantwortung dafür,
dass sich seit vier Jahren nichts auf Wustrow bewege. Der Streit
vergiftet die Atmosphäre im Städtchen. Gerüchte machen die Runde.
Welche SPD-Stadtvertreter Vorteile aus dem Beschluss zögen, dass hier
alte Rechnungen mit Fundus beglichen würden, wer wen unter Druck setze
und dass es hier wohl schon um die Kommunalwahlen nächstes Jahr ginge.
Bürgermeister Gulbis räumt zwar ein, „ein
schwieriges Verhältnis zum Investor zu haben“. Er verweist aber
darauf, dass ECW seit 1999 vertraglich in der Bringepflicht für ein
Verkehrkonzept sei. „Was bis jetzt kam, verdient diesen Namen nicht
und verursacht ausschließlich kommunale Kosten.“ ECW verlange sogar,
dass die Stadt künftig Tagestouristen von Wustrow fernhalte. Gulbis
verärgert: „Ich spiel hier doch nicht den Gästekontrolleur für ECW.“
Während die Kontrahenten schmollen, hat Horst
Göpfert schon das erste ernst zu nehmende Problem. Noch, sagt der
Vereinschef des SV Steilküste Rerik, laufe die erste Männermannschaft
in der Bezirksklasse mit den ECW-Initialen auf der Brust auf. Doch aus
Verstimmung hat die Fundus-Tochter den abgelaufenen Sponsorenvertrag
bislang nicht verlängert.
Aufgeben mag Göpfert die Hoffung noch nicht. „Vor
jedem Spiel ziehen wir die ECW-Fahnen hoch.“
THORALF CLEVEN
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Der Kurwald bleibt öffentlich und wird nicht an die ECH verkauft.
Einige Monate später
war dann über die Verkaufsanfragen in Heiligendamm entschieden und es fiel auch der Name
des Interessenten für den Kurwald.
Wie vermutet, handelte es sich um die ECH:
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OSTSEE-ZEITUNG |
Freitag, 7. November
2003 | OSTSEE-ZEITUNG | Titelseite
Kleiner Wohld bleibt als
Kurpark öffentlich
Heiligendamm
Der Kleine
Wohld westlich des Grand Hotels in Heiligendamm wird nicht an die
Entwicklungs- Compagnie Heiligendamm (ECH) verkauft. Wie Iris Uellendahl, Sprecherin im Schweriner Landwirtschaftsministerium,
gestern erklärte, soll der Küstenwald im kommenden Jahr als Kur- und
Erholungspark für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Geplant sei
unter anderem eine Neuordnung der Wege.
So soll der historische
Wanderweg, der bisher direkt am Steilufer entlang führte, vom Bereich
Haus Weimar ins Hinterland verlegt werden. Uellendahl: „Der Weg wird
eine Schleife machen und wieder auf der alten Route münden.“ Keinen
Zweifel ließ die Ministeriumssprecherin daran, dass die Bürger an der
Diskussion um die Gestaltung des Kurwaldes einbezogen werden. Sie
sollen, wenn die Planungen beginnen, zu Wort kommen können. Angela
Schulze und Heike Ohde, beide Mitglied der Bürgerinitiative
„Öffentlichkeit in Heiligendamm“, begrüßen die Entscheidung des
Landes, den Wald zu behalten. „Der Zaun um den Kleinen Wohld muss
sofort weg, die Wanderwege müssen endlich wieder zugänglich gemacht
werden. So wie es der Grundlagenvertrag zwischen Stadt und ECH
vorsieht“, fordert Schulze. „Wenn Heiligendamm zu erleben bleiben
soll, kann es nicht sein, dass um die Hotels eine Pufferzone angelegt
wird“, meint die 42-jährige Doberanerin. Nach Eröffnung des Grand
Hotels war der Kleine Wohld gesperrt worden. Auf Schildern am Holzzaun
warb das Forstamt mit Hinweis auf geplante Anpflanzungen bei Radlern
und Spaziergängern um Verständnis. Kritik gab es trotzdem. Denn außer
einigen Sanddornsträuchern und Hecken – quer über die alten Wege – ist
im Buchenwald bislang nichts angepflanzt worden.
CHRISTIAN LÜSCH
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Schwerin ist weit weg.
Das mussten auch die Bürger Bad Doberans und vor allem der Investor
feststellen.
Die ECH hatte das Alexandrinen-Cottage zusammen mit den
anderen Gebäuden des Ensembles erworben.
Der einzige Zugang zum
Alexandrinen-Cottage - womit ein fahrzeugtaulicher Zugang gemeint ist -
führte von Osten her zum Gebäude. Die ECH musste davon ausgehen, dass das
auch so bleibt.
Auch wenn Jagdfeld drei
Jahre nach dem Kauf des Ensembles sagte, dass er das Cottage als
Sommerhaus nutzen wird, war das 1997 noch nicht die vorgesehene
Zweckbestimmung. Es hätte also genauso gut ein Gebäude des Hotels werden
können und da ist es schon fraglich, dieses vom Hotelgelände abzuschneiden
und dann auch noch einen öffentlichen Weg hindurch zu führen. Wenngleich
rechtlich nichts dagegen spricht: Wegerecht hat der Waldeigentümer.
Die Verantwortlichen in
Schwerin konnten das nicht wissen, denn sie hatten kein Bild davon.
Es gibt ja nicht einmal
Wegekarten, da es offiziell gar keine Wege gibt.
Nun entschieden Sie
also, den Kleinen Wohld als Kurwald öffentlich zu machen - ungeachtet der
Tatsache, dass dies das Alexandrinen-Cottage vom Hotel abschneidet.
Zumindest kehrte
damit erst einmal Ruhe ein. Die Zäune blieben trotzdem.
Denn diese
waren ja mit dem Forstamt abgestimmt und als Verwalter des Waldes durfte
dieses darüber verfügen, dass der Wald geschont werden müsse. Die
Pflanzungen quer über die Wege haben auch ihren Sinn. Sie sollen
verhindern, dass die Fußgänger Wege benutzen, die in einer Sackgasse
enden. Durch die Beplanzungen direkt am Anfang der alten Wege kommen die
Leute gar nicht erst auf diese Wege.
Möglicherweise hat aber auch die
Ostsee-Zeitung die Beschlüsse missverstanden und Schwerin plant eine
Erschließung um das Hotelgelände herum - also ausschließlich den Cottages
und dem Park. Dafür spricht der Schlenker, den der neue Wanderweg nehmen
soll. Das würde dann bedeuten, dass der Wanderweg von der Kühlungsborner
Straße über die Straße zum Kinderstrand läuft, dann in den Wald abbiegt
und somit das Hotelgelände inklusive Park und Cottages großzügig umläuft
und das Hotelareal nicht tangiert.
Die Bebauungspläne
25 und 26 werden abgelehnt.
OSTSEE-ZEITUNG | Montag,21.November 2003 | Blickpunkt
Golfteich-Areal soll wieder erlebbar sein
Bebauungspläne noch umstritten
Die Bebauungspläne 25 und 26 für
Heiligendamm wurden von zwei Ausschüssen in der existierenden Form nicht
zum Beschluss empfohlen.
Thalasso-Zentrum und Parkplätze sind
umstritten.
Es wurde viel diskutiert – immer noch und
schon wieder um die geplanten Bauvorhaben in Heiligendamm. Die B-Pläne
25 und 26 standen in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Wirtschaftsförderung und
Tourismus sowie Stadtentwicklung auf der Tagesordnung.
Der Rostocker
Architekt Dr. Frank Mohr erklärte Vorhaben und Standorte.
Das Thalasso-Zentrum, das
ungefähr an der Stelle des einstigen gebührenpflichtigen Parkplatzes
entstehen soll, wird nun um zehn Prozent reduziert gebaut. Die Prof.-Vogel-Straße bleibt öffentlich,
wird aber verkehrsberuhigt. 200 Plätze für Pkw sollen angelegt
werden – dort, wo jetzt der unbefestigte Platz ist und in Richtung Börgerende auf einer kleineren Fläche.
Außerdem entstehen unterhalb des Thalasso-Zentrums Parkflächen. Doch 200
Stellflächen dürften damit aber immer noch nicht geschaffen werden. Der Golfteich soll
erhalten bleiben. Mehr noch. Er soll wieder stärker in das Blickfeld
gerückt werden. Zwischen den beiden öffentlichen Parkplätzen ist an ein Servicezentrum gedacht, mit
Strandversorgung und Toiletten. Der Bebauungsplan 26 umfasst eine
kleinere Fläche mit vier Nutzungen. Die neue Gaststätte wird integriert, eine zweigeschossige Klinik für
Plastische Chirurgie soll entstehen. Das Areal wird verkehrsberuhigt.
Eine Sackgasse mit Wendefläche ist vorgesehen. Der Plan 26 umfasst ein kleines Gebiet rechts neben
der Straße von der Chaussee in Richtung Ostsee. Die Mitglieder der
Ausschüsse vertraten in der teilweise heftigen Diskussion unterschiedliche Auffassungen. Hannes Meyer
beispielsweise nannte die Vorhaben zu sehr nach Investoren ausgerichtet.
Franz Berndt sah wertvolle Grünflächen in Gefahr. Karin Fourmont wünschte sich, dass in der
Planung die Gebäudeensembles und nicht die Parkplätze Vorrang erhalten,
obwohl diese notwendig seien. Kritisiert wurde der Standort für das Thalasso-Zentrum. Doch
Prof. Joachim Skerl begründete, dass eine Thalasso-Einrichtung der See
zugewandt sein müsse. Als besonders wertvoll bezeichnete Architektin Sabine Webersinke
den Golfteich. Den Doberanern solle dieses Areal erschlossen werden.
Uwe Schenk sprach den
Tourismus-Experten im Raum aus dem Herzen.
Wenn für Doberaner und ihre
Gäste nur ein bisschen Strand übrig bleibe, würden Touristen in der
Münsterstadt bald ausbleiben.
Doberaner und Gäste brauchten
genügend Strand und Parkplätze. Beide Bebauungspläne wurden in dieser
Form von den Mitgliedern beider Ausschüsse mehrheitlich abgelehnt.
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Golfteich, Thalasso und Ayurveda: Die Pläne der ECH.
Zu den
saisonverlängernden Maßnahmen der EntwicklungsCompagnie gehört der Aufbau
von Einrichtungen, die nicht von Sonne und hohen Temperaturen abhängig
sind. Der hauseigene SPA (Sanum per Aqua) Bereich ist dafür nur bedingt
geeignet, da er gegenüber anderen Hotels nichts besonderes ist.
Ein SPA-Bereich ist
Ausstattungsstandard ab 4 Michelin-Sternen. Das hat auch das Hotel
"Neptun" in Warnemünde erkannt und einen großen SPA-Bereich nachgerüstet.
Gerade deshalb - weil es in der Nachbarschaft ähnliche SPA-Angebote gibt -
muss sich die ECH für Heiligendamm etwas einfallen lassen, das einerseits
besonders ist und andererseits auch exklusiv, da es sich ja um ein
5-Sterne-Hotel handelt. Zugleich müssen diese Einrichtungen aber auch
rentabel sein, sodass man sie nicht den Hotelgästen vorenthalten kann,
sondern sie auch den Tagesgästen und Einwohnern anbieten muss. Preise
regeln die Nachfrage aber das Angebot muss auf jeden Fall da sein.
In
Heiligendamm gibt es nun zwei Konzepte für saisonverlängernde Maßnahmen:
Ein Thalasso-Zentrum und ein Ayurveda-Zentrum mit einer Klinik für
Plastische Chirurgie. Diese beiden Projekte schauen wir uns einmal an:
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Auf dieser Fläche wird das Thalasso-Zentrum entstehen.
Es flankiert
das Residenz-Hotel und Haus "Bischofsstab und steht parallel dazu.
Die
Professor-Vogel-Straße wird nach Süden verlegt und Privatweg des
Hotels. |
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So soll das Thalassozentrum aussehen.
Unter der öffentlichen
Meeresschwimmhalle befindet sich ein öffentliches Parkhaus.
Dem
Meer zugewandt ist ein beheiztes Außenbecken mit umlaufenden
Arkaden.
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An dieser Stelle wird das Ayurveda-Zentrum entstehen.
Der
Parkplatz wird durch einen Waldparkplatz südöstlich des Ayurveda-Zentrums ersetzt.
Weitere öffentliche Parkplätze gibt es
dann im Thalasso-Zentrum in der Tiefgarage.
Das Café im
Golfhaus bleibt öffentlich erreichbar.
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So soll das
Ayurveda-Zentrum aussehen.
Das Hauptgebäude kommt in Form eines
indischen Tempels daher,
während das vorgelagerte Gebäude im
klassizistischen Stil gehalten wird.
Die beiden bestehenden Villen
"Sporn" und "Seeadler" werden als Teil
der Plastischen Chirurgie
in das Gelände des Ayurvedakomplexes integriert.
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Bis jetzt sieht die Fläche zwischen Golfhaus und Golfteich jedoch
so aus.
Die Pläne sehen
vor, die Halbinsel und die Westkante des Golfteiches wieder
zugänglich
zu machen und in das Hotelgelände (den Ayurvedakomplex)
zu integrieren.
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Dies ist die Südkante des Golfteiches.
Obwohl er sehr verdreckt
ist, hat er auch jetzt noch seinen Reiz. Wir sehen hier nur eine
Bucht.
Der Teich zieht sich links entlang und bildet in seiner
Mitte eine Halbinsel, die vor 1945 über einen Weg zugänglich war.
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Thalasso und Ayurveda sind nicht einfach nur Anwendungen,
sondern auch Philosophien.
Thalasso ist das Baden im Meerwasser. Will man dieses außerhalb
des Meeres realisieren, muss man das Gebäude in die Nähe des
Wassers bauen, um das Wasser ohne lange Wege in das Gebäude
pumpen zu können.
Hinzu
kommt der philosophische Aspekt des Badens im Meerwasser:
Ein
Thalasso-Zentrum muss mit so vielen Beckenrändern wie möglich
dem Meer zugewandt sein.
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So sieht z.B. das ArkonaSPA im Neptun-Hotel Warnemünde aus.
Vom Becken aus sieht man nur den Himmel und die Ostsee und hat
daher das Gefühl, im Meer zu baden.
In Heiligendamm geht man noch einen Schritt weiter und baut ein
Außenbecken mit Meerblick, sodass man auch die frische Meeresluft
noch mit dazu hat.
Das Wasser im Außenbecken wird konstant auf einer bestimmten
Temperatur gehalten.
Bildquelle:
Wellness Hotels Deutschland
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Genauso verhält es sich beim Ayurveda. Die indische Lehre der
Medizin ist zugleich auch eine Philosophie.
Die Veden sind uralte überlieferte Schriften und Ayur Veda ist nur
eine der Veden.
Sie lehrt die Gesunderhaltung und Heilung des
Körpers, der in Indien auch immer im Einklang mit Geist und Seele
stehen muss.
Ayurveda-Zentren befinden sich stets in Parkanlagen,
sind lichtdurchflutet und umgeben von viel Grün.
Darum gibt es
kaum Alternativen zum Golfteich-Areal für den Bau eines solchen
Zentrums.
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Was wir hier sehen,
ist das Aman Resort in Neu Dehli. Genau danach richtet sich das
Ayurveda-Zentrum in Heiligendamm.
Schon die Architektur ist frappierend ähnlich. Heiligendamms
Ayurveda-Zentrum wird ein "Aman-Light", also eine abgespeckte
Version des indischen Vorbildes.
Wenn Sie mal einen Blick ins Innere dieses
Ayurveda-Mutterkomplexes werfen möchten, klicken Sie hier.
Bildquelle:
Aman
Resorts
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Übrigens: Diese beiden Projekte sind
auslastungsabhängig. Erst wenn der SPA-Bereich nicht mehr ausreicht, wird
das Thalasso-Zentrum gebaut und erst wenn dieses gut besucht ist, baut die
ECH das Ayurveda-Zentrum. Es macht ja keinen Sinn, so einen Palast zu
bauen, 20 Leute dort hinein zu setzen und diese dann warten zu lassen, bis
jemand kommt.
Bedingung, um dann
aber bei Bedarf diese Gebäude zu errichten, ist ein abgesegneter
Bebauungsplan.
Die Bebauungspläne
25 und 26 umfassen nicht nur das Areal zwischen Golfteich und Perlenkette,
sondern auch die Perlenkette selbst. Das bedeutet, dass die Summe beider
Bebauungspläne mehr als drei Viertel des FUNDUS-Eigentums umfasst. Da ist
es schon logisch, dass sich die Pläne am Investor ausrichten, denn drei
Viertel der bebauenden Fläche soll er ja entwickeln. Das restliche Viertel
bleibt zwar öffentlich aber es muss dennoch so entwickelt werden, das sich
ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Die Standardtouristen möchten ja nicht in
einem offensichtlichen Ghetto urlauben.
Die öffentliche
Diskussion geht nun - auch gelenkt durch Leute wie Hannes Meyer - dahin,
dass Heiligendamm um das Hotelgelände herum eigenständig entwickelt werden
soll. Das würde eine Spaltung bedeuten: Luxus-Touristen westlich der
Seedeichstraße und Standard-Touristen östlich von ihr. Andererseits sagen
dieselben Leute, dass sie genau das nicht wollen, sondern Heiligendamm
auch westlich der Seedeichstraße erlebbar bleiben soll. Die Pläne der ECH
sind zu groß, um als ganzes verstanden zu werden. Die Bürger verstehen nur
den kleinen Teil nördlich der Mollischienen.
Jagdfeld erkennt das
Problem und versucht es auf seine Weise:
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OSTSEE-ZEITUNG | Montag,15.Dezember 2003 | Blickpunkt
„Heiligendamm soll eine Erfolgsstory werden“
Die Fundus-Gruppe
hat große Pläne in Heiligendamm.
250 Millionen Euro sollen nochmals
investiert werden.
Es geht um gehobenen Tourismus übers ganze Jahr.
Heiligendamm (OZ) Ende Mai wurde der aus sechs Häusern
bestehende Komplex Grand Hotel Heiligendamm eröffnet. Die von der
Kempinski-Kette gemanagte Nobel-Anlage im klassizistischen Stil hat
ihre erste Saison hinter sich. Über die Bilanz und darüber, wie sich
Deutschlands ältestes Seebad (1793 gegründet) weiter entwickeln soll,
sprach OZ mit Anno August Jagdfeld (56), Chef der Kölner
Fundus-Gruppe. Das Unternehmen ist seit 1997 Eigentümer von allen
prägenden Immobilien in Heiligendamm und hat bislang rund 232
Millionen Euro in Restaurierung und Wiederaufbau investiert. 200
Arbeitsplätze sind entstanden.
OZ: Wieviele Gäste haben das Grand Hotel in
der ersten Saison besucht und sind Sie mit den Zahlen zufrieden?
Jagdfeld: Es liegt noch keine endgültige
Bilanz vor. Aber der Start war auf jeden Fall erfolgversprechend.
Dennoch, es könnten 30 Prozent mehr Gäste sein, wenn Heiligendamm nach
der grandiosen Wiedereröffnung nicht negativ in die Schlagzeilen
gekommen wäre. Presseberichte über gaffende Tagesausflügler haben
viele potenzielle Hotelgäste verschreckt.
OZ: Waren die Probleme nicht auch Ihrem
schlechten Situationsmanagement geschuldet, mit plötzlich eingezäunten
Waldabschnitten und abgesperrten Wegen?
Jagdfeld: Sicher macht man bei einer so
einzigartigen Projektentwicklung auch Fehler. Aber die Unzufriedenheit
der Gäste ist davon unabhängig.
Ich hatte geglaubt, dass man die
Hotelanlage mit einem völlig offenen Gastbereich erfolgreich führen
könnte. Aber im Sommer haben täglich bis zu 5000 Besucher–davon
übrigens höchstens zwei Prozent aus Doberan und Umgebung–im Ort
Station gemacht. 5000 Ausflügler täglich hinterlassen Spuren, die
nicht zu verkraften sind.
OZ: Sie wollen also doch ein geschlossenes
Areal, wie es von Kritikern befürchtet wird?
Jagdfeld: Das Gesamtensemble Heiligendamm
soll für jedermann künftig erlebbar bleiben–von der Promenade aus, von
der Hauptstraße aus. Aber eben nicht jedes einzelne Haus der
Hotel-Anlage. Nicht jedes Gästezimmer muss durch die Scheibe von
Neugierigen besichtigt werden können. Da muss sich etwas ändern. Wir
brauchen Einfriedungen.
OZ: Von dem historischen Villenbestand im Ort
ist noch mehr als ein halbes Dutzend in sehr schlechtem Zustand. Wann
beginnt die Sanierung?
Jagdfeld: Wir wollen die Perlenkette an der
Promenade zur Hotelanlage „Adlon am Meer“ entwickeln. Mit einem neu zu
bauenden Thalasso- und einem Ayurveda-Zentrum sowie einer Klinik für
plastische Chirurgie. Dazu gibt es Entwürfe für zwei Bebauungspläne.
OZ: Warum muss die Sanierung der alten Villen
an den Bau zweier riesiger Neubaukomplexe gebunden werden?
Jagdfeld: Die sind nicht riesig, und sie
passen sich sehr gut in das Gesamtensemble ein. Die Größe folgt der
notwendigen Funktion. Wir stehen im europäischen Wettbewerb. Standorte
am Mittelmeer haben uns klimatisch im Winter etwas voraus. Da müssen
wir ausgleichen. Ohne Thalasso und Ayurveda wird auch das Grand Hotel
nicht erfolgreich sein. Wir müssen auch in der kalten Jahreszeit Gäste
hierher locken. Solche Kur-Zentren können nur als Neubauten entstehen,
sind in die alten Häuser nicht integrierbar. Gleichwohl soll deren
Sanierung parallel erfolgen. Dafür kann das Bad Doberaner
Stadtparlament auf seiner heutigen Sitzung die Weichen stellen.
OZ: Es geht um die Erweiterung eines
historisch einmaligen Kerns durch Neubauten. Das will gut abgewogen
sein.
Jagdfeld: Am Grand Hotel kann doch jeder
sehen, wie wir mit dem Juwel Heiligendamm umgehen. Wir werden am
Strand keine Betonburgen bauen. Wir setzen auf Stil und guten
Geschmack, das sind wir Heiligendamm und seinen Gästen schuldig.
Für
das Ayurveda-Zentrum haben wir eine Architektur im Stile eines
indischen Palastes vorgesehen. Auch früher schon wurden in Parks
Funktionsgebäude besonders hervorgehoben, indem man sie als indische
oder chinesische Bauwerke konzipierte. Gerade Doberan ist dafür ein
markantes Beispiel mit seinen beiden chinesischen Pavillons am Kamp.
OZ: Abgeordnete beklagen dennoch, dass Sie zu
viel Druck erzeugen, dass alles viel zu schnell geht...
Jagdfeld: Zu schnell? Unsere Pläne sind seit
Mai bekannt. Außerdem geht es heute zunächst um die Genehmigung eines
Vorentwurfs für zwei Bebauungs-Pläne, die dann bis zur
Beschlussfassung noch drei Monate lang öffentlich diskutiert werden
können. Ich möchte aber daran erinnern, das es um weitere
Investitionen von 250 Millionen Euro geht, um weitere 300
Arbeitsplätze in Heiligendamm und 200 in der Umgebung!
OZ: Wenn jetzt alles nach Ihren Plänen
liefe–wann könnte Baubeginn sein?
Jagdfeld: Wenn jetzt zügig entschieden wird,
könnte es im Frühjahr 2005 losgehen. Wir rechnen mit drei Jahren
Bauzeit und 300 Jobs in hiesigen Handwerksbetrieben durch unsere
Aufträge. Für mich sind jetzt klare politische Signale wichtig, weil
wir auch auf eine Kofinanzierung durch EU-Mittel angewiesen sind. Die
müssen wir spätestens im Frühjahr 2004 auf Basis einer soliden Planung
beantragen. Mit dem Beitritt Polens zur EU im Mai wächst die Gefahr,
dass mehr Geld aus Brüssel in den Aufbau der dortigen Küstenregion
fließt. Ich möchte, dass Heiligendamm eine Erfolgsstory wird, deshalb
muss es jetzt hier weitergehen.
Interview: JAN EMENDÖRFER
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Wenn ich sage, dass
Jagdfeld das Problem auf die ihm eigene Weise lösen will, ist das nicht
abwertend gemeint.
Jagdfeld hat das
Erfolgsgeheimnis verstanden und nur darum ist er auch so erfolgreich.
Eine wichtige Regel
aller Menschen, die es im Leben zu Reichtum gebracht haben ist, sich
vorzustellen, schon am Ziel zu sein.
Wenn Jagdfeld rein
äußerlich den Menschen etwas vorschwärmt - man möchte sagen: Luftschlösser
baut - dann tut er das im festen Glauben daran, es auch zu erreichen.
Jagdfeld verdient
am Fonds nur, wenn das Projekt läuft.
Mit Träumerei und
leeren Versprechen verdient kein Mensch etwas.
Er hat also
keinen Grund, den Menschen etwas vorzumachen.
Es gibt Unternehmen,
die ihre Daseinsberechtigung darin haben, Fördergelder abzuschöpfen und
sich dann aufzulösen.
2003 hat FUNDUS aber
bereits so viel Geld investiert, dass die Fördergelder nicht einmal
dagegen gestellt werden können.
Schauen wir uns
seine Aussagen einmal genau an:
Aussage 1: Wir
wissen nicht, wie viele Gäste da waren aber es könnten 30% mehr sein.
(?!)
Aussage 2: Wir
wissen nicht, wie viele Gäste da waren aber die Gaffer sind Schuld, dass
es zu wenig sind. (?!)
Aussage 3: Die
Bad Doberaner sind gar nicht so sehr das Problem. Die Störung kommt von
außerhalb.
(Womit sie nicht greifbar ist.)
Aussage 4: Heiligendamm bleibt
erlebbar - von der Promenade
(die verkürzt werden soll)
und der Hauptstraße aus
(Wobei die ja in ferner Zukunft für Hotelgäste
sein soll)
Aussage 5: Wir
bestimmen das Tempo und weitere Investitionen hängen von den
Stadtvertretern ab.
(Will er nun Heiligendamm entwickeln oder nicht?)
Aussage 6:
Überlegt nicht zu lange - vertraut uns.
Nicht beantwortet
sind die wichtigsten Fragen:
Wann wird die
Perlenkette saniert?
(Die
Antwort war: Wenn..., dann..., wenn nicht, dann mal sehen)
und
Warum muss die
Sanierung der Perlenkette an die Neubauten gebunden werden?
(Die Frage
umschifft er geschickt und lässt sie unbeantwortet.)
Ansonsten sind
seine Aussagen natürlich nachvollziehbar.
Man muss ja davon
ausgehen, dass das Konzept professionell entwickelt wird - auch wenn man
nicht alles versteht.
Die Stadtvertreter
jedenfalls verstehen das Konzept nicht:
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch,17.Dezember
2003 | Titelseite Bad Doberan
Doberaner Stadtvertreter tagten
Heiligendamm: B-Plan-Entwürfe bestätigt
Vier Bauanfragen der
Heiligendammer Investoren passierten jetzt die Bad Doberaner
Stadtvertretersitzung.
Zum größten B-Plan-Gebiet wurde ein
Werkstattverfahren beschlossen.
Bad Doberan Viermal Ja antwortete die Mehrheit der Bad
Doberaner Stadtvertreter auf vier Bauvoranfragen der
Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH)–einige von ihnen mit
Bauchschmerzen und trotz 200 Unterschriften für ein Zurückstellen
dieser Beschlüsse, die die Bürgerinitiative beim Cityfest gesammelt
hatte.
„Wir befinden uns in dem Dilemma, ein Vorhaben in
drei- und mehrstelliger Millionenhöhe ehrenamtlich zu begleiten“,
brachte Christoph Brandt (CDU) das Problem auf den Punkt. Er hätte
sich gewünscht, dass Fachleute vom Schweriner Ministerium das Vorhaben
begleiten. Zumindest den Bebauungsplan 25, der zwischen Grandhotel,
Promenade, Parkplatz am Golfteich, Seedeichstraße und Landstraße gilt,
wird künftig ein Expertenteam begleiten: Die Abgeordneten beschlossen
dafür ein Werkstattverfahren.
„Bei einer moderierten Planungswerkstatt arbeiten
mehrere Stadtplaner und Architekten unter Leitung eines externen
Moderators zusammen, der Architekt oder Stadtplaner mit Erfahrungen in
Verwaltung und Politik sein sollte“, erklärte Architekturprofessor
Joachim Andreas Joedicke aus Schwerin. Unter Beteiligung der
„Planungsbetroffenen“ sollen sie parallel zum B-Plan-Verfahren
Vorschläge aller Beteiligten einarbeiten und Alternativen zum
B-Plan-Entwurf entwickeln, so Konflikte zwischen Investoren und
Betroffenen entschärfen. Funktioniert habe das zum Beispiel bei der
Gestaltung des neuen Stralsunder Meeresmuseums und des Kurgebiets von
Lübeck-Travemünde.
Für Anke Bitter (PDS) und Frank Pieplow ist unklar,
warum ein solches Verfahren nur für den B-Plan 25 helfen soll. „Wir
brauchen für ganz Heiligendamm ein Gesamtkonzept, auf dessen Grundlage
wir auch über alle künftigen Bauvorhaben entscheiden können.“ Frau
Bitters Antrag, auch den Entwurf des B-Plans 26 inklusive
Ayurveda-Zentrum an ein Werkstattverfahren zu koppeln, wurde
abgelehnt. Dem Entwurf des Plans stimmte die Mehrheit ebenso zu wie
den Bauvoranfragen zu Demmlerpark und -palais, einem Komplex aus
Wohngebäuden, der sich von der ehemaligen Gaststätte „Palette“ entlang
der Kühlungsborner Straße bis etwa Höhe Orangerie erstrecken soll.
Der B-Plan 25 enthält laut Stadtplanungs-Chef
Norbert Sass das größte Konfliktpotenzial in Heiligendamm. Er
beeinflusst etwa die Gestaltung von Thalassozentrum,
Prof.-Dr.-Vogel-Straße, den Villen der „Perlenkette“, Kurpark und der
Wege zwischen den einzelnen Häusern. Sass geht davon aus, dass mit der
Werkstatt im Februar begonnen werden könnte. Joedicke schätzt die
Dauer eines solchen Verfahrens auf zwei bis drei Monate, die Kosten
auf 50 000 Euro. Woher die kommen sollen, prüft die Stadt nun.
Die beiden B-Plan-Entwürfe müssen öffentlich
ausgelegt werden. Für Demmlerpark und -palais kann der Investor als
nächstes Bauanträge stellen, zu deren Beantwortung der Landkreis nur
noch die Träger öffentlicher Belange, nicht die Einwohner, anhören
muss. Die B-Plan-Entwürfe werden demnächst öffentlich vorgestellt.
RENATE SCHUMANN
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Das Werkstattverfahren
ist das Vernünftigste, was die Stadt in der Situation tun kann.
Auch dass
nur der B-Plan 25 im Werkstattverfahren bearbeitet wird, ist
nachvollziehbar.
Wenngleich hier wahrscheinlich die hohen Kosten eher das
Argument sein dürften.
Im Klartext bedeutet diese Verfahrensweise aber,
dass die Stadt Geld ausgeben muss, um sich eine Sache von Dritten erklären
zu lassen. Sie könnte sich auch die Pläne von der ECH erklären lassen und
darauf vertrauen, dass die Experten dort wissen, was sie tun.
In alter Manier:
Positivschlagzeilen zum Jahresende.
Wenn man so täglich
seine Ostsee-Zeitung liest, fällt das gar nicht so auf.
Wenn man aber die
Artikel auf einer Seite zusammen trägt, bemerkt man,
dass die
Ostsee-Zeitung zum Jahresende stets für gute Stimmung zu sorgen versucht.
Vielleicht hängt das damit zusammen, dass so die Menschen zur OZ-Spendenaktion animiert werden (mit guter Laune spendet es sich besser)
aber vielleicht liegt es auch einfach nur am Zauber von Weihnachten.
Hier
ist wieder die alljahresendliche Positivschlagzeile aus Heiligendamm:
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OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 29. Dezember 2003 | Mecklenburg-Vorpommern
Erwartungen für Kempinski Heiligendamm mehr als erfüllt
Heiligendamm (dpa) Die Erwartungen für das
erste Halbjahr im Kempinski Grand Hotel Heiligendamm sind laut
Direktor Thomas Klippstein mehr als erfüllt worden. „In der
Sommersaison hatten wir eine Auslastung von 70 Prozent, im Juli und
August waren wir nahezu ausgebucht“, sagte Klippstein.
Durchschnittlich blieben die Gäste sechs Tage, zehn Prozent seien
mehrfach zu Gast gewesen.
Das Grand Hotel war Ende Mai nach der Sanierung
eröffnet worden. Die Kölner Fundus-Gruppe investierte in zwei Jahren
232 Millionen Euro. Im Herbst seien im Schnitt 50 Prozent der Zimmer
belegt gewesen. „Unsere Gäste kamen vor allem aus Hamburg, Berlin und
Nordrhein-Westfalen. Gäste aus Bayern nutzten häufig die Fluglinie München-Rostock-Laage“, meinte Klippstein. Der Anteil ausländischer
Gäste lag bei sieben Prozent. Die Hälfte von ihnen kam aus der
Schweiz.
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Fazit 2003:
Alles wird gut (?).
Das Bauvorhaben ist gelungen, das Hotel
ist eröffnet, die Zweifel sind verflogen.
Dennoch ist man sich nicht ganz grün.
Die Frage des Jahres 2003 ist daher: Quo vadis, Heiligendamm?

Hier geht es weiter:
2004:Neues Jahr. Neue Wege?
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