Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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2003: Neues Jahr, neue Meldungen und endlich Eröffnung

 

(Quelle: FUNDUS.DE)

 

 

 

Dieses Jahr soll gelingen, was 2002 verwehrt blieb: Heiligendamm soll sein Grand Hotel eröffnen.

Das Jahr jedoch beginnt mit einer anderen Meldung: Ein Wachdienst beschützt Heiligendamm.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 30. Januar 2003  |  

Wachdienst hält die Augen offen

Fundus-Gruppe beschäftigt eigene Schutz-Mannschaft

Heiligendamm (OZ) Bernd Meyer schaut in viele Häuser. Am Gürtel des stämmigen Mannes klappert ein pralles Bund Schlüssel. Mit denen hat er Zugang zu den Häusern der Hotelanlage Heiligendamm. Bernd Meyer ist Chef des Objekt- und Wachschutzes der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Alle Gebäude und der Grund und Boden, den die Fundus-Gruppe seit 1997 übernommen hat, stehen unter dem Schutz des Rostockers.

„Wir haben vor gut sieben Jahren begonnen, den Wachdienst aufzubauen“, sagt Meyer. Zunächst mit zwei Mann. Wie viele Mitarbeiter heute für den Schutz des Fundus-Eigentums verantwortlich sind, will er nicht verraten. „Aus Sicherheitsgründen“, sagt er. „Im Gegensatz zu angemieteten Wachdiensten können wir auch Anzeigen aufgeben, weil wir das Hausrecht vertreten“, betont Meyer. Das könne im Ernstfall viel Zeit sparen.

Zu den Objekten, die der ehemalige Polizist unter seinen Fittichen hat, gehören die Fundus-Gebäude im Ostseebad von der Hotelanlage bis zur ehemaligen Kunstschule, der Komplex Vorder Bollhagen mitsamt den Stallungen sowie die Halbinsel Wustrow. Auch für die Gebäude des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur und die Baucontainer an der Jemnitzbrücke sind Meyers Männer verantwortlich.

Stets die Augen offen halten, das verlangt der Wach-Chef von seinen Leuten. „Wir sind immer im Dienst“, betont der 55-Jährige. Das ist der Alltag. Und so können die Wachleute auch der Polizei ab und an wichtige Hinweise geben. Ob alte Autos, die geklaut und im Wald angezündet wurden oder gestohlene Fahrräder, Meyers Männer melden solche Funde gleich an die Beamten in Bad Doberan weiter. Auch umgekehrt sei im Laufe der Jahre ein direkter Draht geknüpft worden: „Wenn wir mal Amtshilfe brauchen, weil beispielsweise irgendwelche Leute randalieren, sind die Polizisten schnell zur Stelle“, erklärt der verheiratete Vater einer erwachsenen Tochter.

Nicht alltäglich sind die großen Ereignisse, bei denen die Truppe zusätzliche Wachleute anmieten muss. Etwa der Spatenstich zur Sanierung von Heiligendamm vor gut drei Jahren. Da waren neben dem Ministerpräsidenten auch allerhand deutscher Adel und Prominenz geladen. Oder das Richtfest mit Besuch des Bundespräsidenten Johannes Rau vor eineinhalb Jahren. Dann herrscht höchste Sicherheitsstufe. „35 Wachleute hatten wir im Einsatz“, erinnert sich Meyer.

Ebenfalls jenseits täglicher Routine: die Bewachung von technischen Geräten und Requisiten der Filmemacher. So drehte das Team um Regisseur Berengar Pfahl etliche Szenen in Heiligendamm für die Fernsehserie „Tanja“. Beispielsweise im Haus Weimar. Auch für einige Spielfilme diente das Ostseebad als beeindruckende Kulisse. Und wenn das Filmteam am Strand oder auf der Straße die Schauspieler in Szene setzt, dann organisieren die Wachleute die Absperrungen.

AXEL MEYER
 

 

Bis März halten sich die Meldungen aus Heiligendamm in Grenzen.

Und was dann gemeldet wird, betrifft eher die Küstenschutzmaßnahmen.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 03. März 2003  |  

Heute beginnt Bau der Seepromenade

Ende April sind alle Arbeiten fertig

Der letzte Abschnitt der Küstenschutzarbeiten vor Heiligendamm beginnt heute mit dem Bau der neuen Seepromenade. Bis Ende April sollen dort alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Heiligendamm (OZ) Die Bauarbeiten an der Uferpromenade in Heiligendamm–zwischen Haus Bischofsstab und der Seebrücke sowie westlich der Seebrücke bis zur kleinen Treppe–beginnen am heutigen Montag. Damit startet der vierte Bauabschnitt in der komplexen Sturmflutschutzmaßnahme „Heiligendamm Ortslage“, so Hans-Joachim Meier, Leiter des zuständigen StAUN Rostock.

Bis Mitte April sind in Abstimmung mit der Denkmalbehörde und der Fundus-Gruppe die Errichtung der Promenade und die Komplettierung der Ufermauer vorgesehen. Die Bausumme beläuft sich auf rund 130 000 Euro. Bauen wird die ASA-Baugesellschaft Neubukow.

Die knapp 300 Meter lange Promenade erhält einen mit Landschaftsarchitekten abgestimmten Bitumenbelag, der auch später mehrfach auf den neu zu gestaltenden Heiligendammer Wegen zu finden sein wird. Man entschloss sich u. a. zu Bitumen, da bei den ständigen Sandverwehungen eine maschinelle Reinigung die rationellste Methode ist.

Der Platz zwischen Promenade und Villenreihe erhält eine Rasendecke, verbunden mit einer um 30 Zentimeter angehobenen Modellierung des Bodens. Die Vorbereitung des Bodens zur Rasenaussaat hat sich durch den Frost leicht verzögert, hat aber keinerlei Auswirkungen auf das Gesamtprojekt. In diesen Rasenflächen sind so gut wie unsichtbar dünne Stahlelemente eingebettet, die bei Sturmhochwasser die transportable und 70 Zentimeter hohe Schutzwand tragen müssen. Die Ausschreibung ist nach Meier noch nicht abgeschlossen. Die Wand muss in Heiligendamm gelagert werden und im Ernstfall von Hand in vier Stunden aufzubauen sein.

Wer vor einigen Wochen am Strand von Heiligendamm entlangwanderte, hatte seine Freude über den fast weißen und steinlosen Sand, der allerdings nunmehr schon wieder fast vom Winde verweht ist. Die Fachleute rechnen fest damit, dass durch die Buhnen erneut Sand auf natürlichem Weg angeschwemmt wird.

Vom 17. bis 22. März kommt es im Bereich Jemnitzschleuse zur letzten Steinanlieferung aus Norwegen. Ein größeres und dann auf Reede liegendes Schiff wird die Ladung von 10 000 Tonnen an Bord haben, die nach und nach auf kleine schwimmende Einheiten umgeladen und an den Strand gebracht werden. Von dort erfolgt die Weiterverteilung mit schweren Kippern. Diese Steine dienen wie die bisher gelieferten 44 000 Tonnen der Stabilisierung des Deckswerks im 1350 Meter langen Abschnitt Conventer Niederung bis zum östlichen Ende Heiligendamms. Die gesamten Arbeiten sollen bis Ende April abgeschlossen sein.

PETER GERDS
 

 

 

Kempinski weiß, was die Gäste wollen:
Alles das, was im Gegensatz zu dem steht, das die Einheimischen wollen.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 27. März 2003  |  

Grand Hotel startet mit Schnupperangeboten. Gäste wollen Ruhe und Luxus genießen.


Heiligendamm wird wieder Weiße Stadt. Ab Mitte Mai empfängt das noble Grand Hotel die ersten Gäste.
OZ sprach dazu mit den Geschäftsführenden Direktor Thomas Klippstein.


Bad Doberan (OZ) OSTSEE-ZEITUNG: Herr Klippstein, Mitte Mai soll etwas verspätet das Grand Hotel Heiligendamm die ersten Gäste empfangen. Haben Sie Ihre Mannschaft schon zusammen?

Thomas Klippstein: Unsere Mannschaft steht weitestgehend fest. Für über 200 geeignete Mitarbeiter sind die Verträge bereits vorbereitet. Die Einstellung der Köche, Kellner, Zimmermädchen, Empfangsmitarbeiter, Techniker, Spa-Mitarbeiter, Kosmetikerinnen, Kinderbetreuer und Verwaltungsangestellten werden demnächst vorgenommen.

   OZ: Sie hatten wohl 3000 Bewerbungen. Haben Sie Wert darauf gelegt, Mitarbeiter aus der Region zu bekommen?

T. Klippstein: Heiligendamm ist innerhalb der Kempinski-Gruppe so attraktiv, dass uns sehr viele Bewerbungen aus anderen Kempinski Hotels erreichten. Trotzdem setzt sich unsere Mannschaft zum überwiegenden Teil aus Mitarbeitern der Region zusammen, worüber ich mich besonders freue.

OZ: Und in den Schlüsselpositionen sind Kempinski-Leute. 

T. Klippstein: Nicht nur. Für unseren Spa-Bereich konnten wir mit einer Rostockerin die beste Spezialistin auf diesem Gebiet gewinnen. Die PR-Chefin, der Chef Concierge, die Hausdame und die Chefsekretärin kommen aus der Umgebung. Selbst der Direktor ist gebürtiger Rostocker mit nunmehr fast zehnjähriger Kempinski Erfahrung. Dazu kommen erfahrene Führungskräfte aus dem besten deutschen Stadthotel, dem Hotel Adlon Kempinski Berlin.

OZ: Erwartet die ersten Gäste ein besonderes Angebot?

T. Klippstein: Vom 15. bis 31. Mai machen wir Schnupperangebote, dann kostet das Zimmer für eine Person 150 Euro und das Doppel 175 Euro, inklusive Frühstück.

OZ: Gibt es für Schaulustige einen Tag der offenen Tür?

T. Klippstein: Ja, das soll noch vor dem 15. Mai geschehen. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

OZ: Doch Nicht-Hotelgäste können ja auch danach noch zu Besuch kommen.

T. Klippstein: Das ist selbstverständlich. Wir sind ein Hotel, das für alle Gäste offen steht. Im Kurhausrestaurant, im Café, auf der Terrasse kann sich jeder schöne Stunden in exklusivem Ambiente gönnen. Es wird Veranstaltungen geben, Cafékonzerte mit historischem Flair. Wir sind aber kein Museum, die Einrichtungen im Hotel stehen den Gästen zur Verfügung. Alle Gäste möchten Ruhe und Luxus genießen.

OZ: Sie sagen, Sie wollen das Hotel schnell auf zwei gesunde Beine stellen–exzellenten Service in erstklassigem Hotel und gepflegte Speisen. Woher holen Sie die Zutaten?

T. Klippstein: Die Küche wird ausschließlich auf frische Produkte setzen, die gut schmecken und die höchste Ansprüche erfüllen. Wir setzen auf regionale Spezialitäten–eine Doberanerin hat mir schon ein altes Mecklenburger Kochbuch von 1883 gebracht. Soweit es die Region hergibt, holen wir die Zutaten von hier. Wir sind auf der Suche. Fleisch–Rind, Schwein, Lamm, Ziege, Geflügel–kommen vom Gut Vorder Bollhagen.

OZ: Haben sich schon Doberaner Händler angemeldet?

T. Klippstein: Viele Doberaner Unternehmer haben bereits ihre Dienstleistungen angeboten, und wir werden auch mit vielen zusammen arbeiten. Schmuckdesigner, Fahrradhändler, Busunternehmen und eine Parfümerie haben den Kontakt gesucht.

OZ: Haben Sie Tipps für die Doberaner Händler?

T. Klippstein: Die Doberaner haben durch die neue Bäderregelung eine Riesenchance. Unsere Gäste erwarten Luxus im Hotel und im Umfeld. Darauf sollten sich die Händler einstellen, auf höhere Qualität setzen, ausgesuchte Stücke anbieten. Auch die Gastwirte sollten sich etwas Besonderes einfallen lassen.

Interview: I. SPILLER
 

 

Der Hotelchef lässt keinen Zweifel:
Tagestouristen sind willkommen, ihr Geld da zu lassen aber "gucken kostet nichts" gibt es in Heiligendamm nicht.

Die Bad Doberaner Einzelhändler wittern inzwischen ihre Chance und suchen die Zusammenarbeit mit dem Luxus-Resort.

 

 

Jagdfeld erkennt das Interesse der Händler und ermuntert sie. Und schwärmt:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 2. April 2003  |  

Jagdfeld: Heiligendamm wird wie Baden-Baden

Fundus-Chef ermunterte Händler der Münsterstadt

Ende Mai sollen die ersten Gäste in das noble Grand Hotel Heiligendamm kommen. Bleiben dort Doberaner Händler außen vor oder können sie von diesen Gästen profitieren?

Bad Doberan (OZ) Heiligendamm wird das Baden-Baden der Ostseeküste. Die hochwertigsten Arbeitsplätze Mecklenburgs entstehen in Heiligendamm.
Heiligendamm nimmt niemandem etwas weg. Das Land hat keinen Mangel an Ferienhotels, wohl aber an Häusern oberhalb von fünf Sternen für Leute mit Kaufkraft.
In fünf bis sechs Jahren wird die Region die geringste Arbeitslosenzahl aufweisen. Wenn es gelingt, Heiligendamm das ästhetisch-optisch hohe Niveau zurück zu geben.

Worte mit Gewicht. Ausgesprochen von Fundus-Chef Anno August Jagdfeld. Der war Montag Abend Gast des Doberaner Händlertisches. Volker Thüne hatte eingeladen; und nie zuvor sah ein solcher Treff so viele Interessierte. 120 Stühle musste die Gymnasiums-Mannschaft in das Foyer des neuen Schulhauses stellen, damit alle Platz finden konnten.

Man wollte Jagdfeld hören und befragen. Zu den Auswirkungen, die die Eröffnung des Grand Hotels Heiligendamm auf die Wirtschaft in der Stadt und der Region haben werden.
„Wird Heiligendamm nur etwas für die Reichen und Schönen und für die Doberaner fällt nichts ab?“
Vor dem Hintergrund dieser Frage schwärmte der Fundus-Mann nicht nur von der „prachtvollen, wunderbaren Stadt Bad Doberan und dem schönsten Platz der Welt Heiligendamm“. Er forderte die Händler der Münsterstadt vor allem auf, sich mit ihren Dienstleistungen der hohen Kaufkraft, die Heiligendamm bringen wird, zu stellen. Nicht mit Jil-Sander- oder Louis-Vitton-Geschäften. Wohl aber den Urlaubern mit viel Zeit und Geld, das „im Urlaub locker sitzt“.

Was also sollte dem zu erwartenden Publikum mit seinen hohen Ansprüchen geboten werden? Was wird es von Bad Doberan in Anspruch nehmen? Beispielsweise Autopflegedienst; zwei Autohändler haben schon ihren Vertrag in der Tasche. Beispiel Fahrradausleih. Blumen. Zahnarzt. Gartenpflege. Änderungsschneiderei. Vielleicht Crashkurse, um in zwei Wochen den Führerschein zu erwerben. Auch das Angebot, eine Segeljacht auszuleihen–oder einen Kurs zu belegen. Oder fischen zu gehen. Und alles per Internet anzubieten.

„Es wird alles funktionieren, was man hier gut macht“, konstatiert Jagdfeld und setzt, befragt nach erforderlichen Öffnungszeiten, nach:
 „Dienstleister müssen selbstverständlich rund um die Uhr da sein.“

Ende Mai wird das Grand Hotel die ersten Gäste haben. In der zweiten Stufe folgen zwei weitere Hotels und die Ferienhäuser.
„In fünf Jahren werden 1000 Leute in den Hotels und 1000 in den Eigentumswohnungen sein. Alle werden Geld hier lassen“, sagt Jagdfeld. 60 bis 70 Prozent werden auch in anderen Restaurants essen gehen. „Heiligendamm wird auch den Doberaner Pensionen Gäste bringen. Man wird sich einmieten, um Heiligendamm anzusehen. Die Weiße Stadt ist heute das bekannteste Ferienhotel noch vor der Eröffnung“, fügt der Fundus-Chef hinzu.

Fundus wird ein Publikum mit hohen Ansprüchen anlocken. Gäste aus den USA, die mit einem der 60 Kreuzfahrtschiffe kommen.
„Ein Publikum mit genug Kaufkraft“
, so Jagdfeld.

INGELINDE SPILLER
 

 

Ein wenig komisch ist es schon: Heiligendamm ist laut FUNDUS einmalig und Jagdfeld vergleicht es mit Baden-Baden.

Die Frage ist hier, wie ein in sich geschlossenes Heiligendamm den Händlern die Vorteile bringen soll, die Jagdfeld verspricht. Sollen die Händler in das Hotel einziehen oder werden sie bei Bedarf geholt oder kommen die Hotelgäste auch dann zu ihnen, wenn sie in Bad Doberan bleiben?

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 9. April 2003  |  

Fundus-Manager beim Kühlungsborner HGV:

Grand Hotel bietet der Geschäftswelt Chancen

Die Eröffnung des Grand Hotels in Heiligendamm bietet dem Einzelhandel und der Gastronomie im gehobenen Segment auch in Kühlungsborn neue Chancen.

Kühlungsborn (OZ) Die ganz großen Umsatzzuwächse wird die Eröffnung des Grand Hotels in Heiligendamm Kühlungsborn sicher nicht bringen. Wohl aber Möglichkeiten und Chancen, die zu einer deutlichen Belebung in der Geschäftswelt des Ostseebades beitragen können. So das Resultat einer Diskussion von Mitgliedern des Handwerker- und Gewerbevereins mit Fundus-Geschäftsführer Heiner Zimmermann am Montagabend im Polarstern.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Beate Mahr, Vorsitzende des Tourismusausschusses im Landtag, rief die Kühlungsborner Geschäftsleute eingangs auf, den Mut zu haben, noch mehr exklusive Markenware in das Sortiment ihrer Boutiquen aufzunehmen und Dienstleistungen–wenn notwendig–rund um die Uhr anzubieten. Was zumindest hinsichtlich der Ladenöffnungszeiten–übrigens im deutlichen Unterschied zu Bad Doberan–in Kühlungsborn schon weitgehend der Fall ist, merkte ein Geschäftsinhaber an. Denn die Geschäfte in den Einkaufsmeilen, der unteren Strandstraße mit dem Brückenvorplatz und in der unteren Hermannstraße, machen bereits jetzt den größten Teil ihres Umsatzes an den Wochenenden. Diese konsequente Nutzung der Bäderregelung dürfte auch im Hinblick auf die Gäste-Klientel aus Heiligendamm unbestreitbar ein Plus sein.

Zimmermann stellte dem HGV das Kempinski Grand Hotel und die von Fundus geplanten Baumaßnahmen in Wittenbeck und auf Wustrow vor und eröffnete dabei eine interessante mittelfristige Perspektive für Kühlungsborn. Fundus hat im vergangenen Jahr den Golfplatz in Wittenbeck gekauft, wird demnächst auf dem Areal mit dem Bau eines zweiten Platzes beginnen. Geplant sind weitere Plätze in Heiligendamm und auf Wustrow. Für das Management wurden bereits Profis aus dem deutschen Golf-Mekka in Bad Griesbach in Süddeutschland gewonnen. „Hier ist in landschaftlich reizvollster Lage und mit großen topographischen Herausforderungen für die Spieler eine in Norddeutschland einmalige Golf-Landschaft im Entstehen. Das wird Golfer in Größenordnungen anziehen–auch eine lukrative Zielgruppe für die Kühlungsborner Hotels“, sagte Zimmermann, der diese Szene sehr gut kennt.

Heiligendamm wird zwar–vom Sterne-Restaurant bis hin zur Gartenwirtschaft–den Gästen alles bieten, was kulinarisch möglich ist. „Aber auch die Grand-Hotel-Gäste werden die Region erkunden und in Kühlungsborn gute Restaurants aufsuchen. Die dann aber auf eine sehr anspruchsvolle Klientel eingestellt sein sollten“, so der Fundus-Manager. Ein weiterer großer Pluspunkt für Kühlungsborn sei der Sportboothafen, denn die Wasserlinie vor Heiligendamm ist als Teil des historischen Bauensembles denkmalgeschützt. Dort darf nicht gebaut werden. Abschließend gab es für die Kühlungsborner Geschäftsleute noch einen wichtigen Hinweis: Wer Dienstleistungen für das Grand Hotel anbieten möchte, sollte sich jetzt schnell mit dem Voreröffnungsbüro im Residenz-Hotel in Verbindung setzen.

LUTZ WERNER
 


Wir merken uns: Die Wasserlinie in Heiligendamm ist denkmalgeschützt und darf nicht bebaut werden.
 

 

Und noch einmal: Ruhe bitte!

 

Die Leute von FUNDUS, der ECH und Kempinski lassen keine Gelegenheit aus, um klar zu machen, dass die Gäste - die noch gar nicht da sind - Ruhe brauchen werden. Nur, damit das schon einmal gesagt ist, wenn dann die Ruhe-Konzepte kommen und die Bürger dagegen protestieren, wie es sich bereits jetzt abzeichnet.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 19./ 20. April 2003  |  

Der Luxus der absoluten Ruhe

Am 1. Juni öffnet mit dem Komplex Grand Hotel in Heiligendamm die nobelste Herberge an der Ostsee

Heiligendamm (OZ) Strich für Strich, ganz fein, ganz vorsichtig mit einem weichen Pinsel. Ornamentmalerei. Petra Gorholt (41), Designerin aus Bielefeld, tastet sich voran auf einer Spiegelumrandung. Von denen gibt's eine ganze Menge im 3000 Quadratmeter großen Beautybereich des Severin Palais. Sie malt direkt auf den weißen Putz. Tagelang. Handarbeit. Wertvoll und nicht gerade billig.

Doch für den Komplex Grand Hotel Heiligendamm ist ja nichts zu teuer. Marmor und Granit, Eiche und Buche, Gold und Messing. Hochwertige Materialien, herbeigeschafft aus der ganzen Welt, werden im neuen Zentrum von Deutschlands ältestem Seebad (1793 gegründet) verbaut. „Wir wollen doch, dass sich unsere Gäste wohlfühlen“, sagt Peter Sähn (66). Der Bevollmächtigte der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) betreut das Projekt schon seit 1996, als die Kölner Fundus Gruppe Heiligendamm von der Treuhand kaufte und eigens die Tochtergesellschaft ECH gründete.

 Seither sind 232 Millionen Euro in den aus sechs Häusern bestehenden Komplex Grand Hotel geflossen. Dazu gehört der fünfgeschossige Neubau Severin Palais sowie die vollsanierten historischen Gebäude Haus Grand Hotel, Haus Mecklenburg, Kurhaus, Orangerie und Burg Hohenzollern.

Die Burg ist ein besonderes Schmäckerchen in dem ansonsten klassizistisch geprägten Ensemble. Hofbaumeister Georg Adolph Demmler, der das Bauwerk 1848 vollendete, ließ sich vom englischen Tudorstil inspirieren. Üppige Schmuckformen, Erker und Zinnen. „Das romantische Element im Komplex Grand Hotel“, sagt Bauleiter Klaus Klinger (44). Auch innen geht's romantisch zu: Badewanne aus geschliffenem schwarzem Granit, Fliesen aus Carrarer Marmor, 35 Zentimeter hohe Fußleisten aus Massivholz, 12,5 Zentimeter dicke Buchenholztüren. Preis für eine 70 Quadratmeter große Vollsuite pro Nacht: ab 480 Euro.

Mitte Mai erwartet die von der Edel-Hotel-Gruppe Kempinski betriebene Anlage zum zweiwöchigen „Soft Opening“ die ersten „Schnuppergäste“. In einer Art Versuchsphase, wo das Doppelzimmer noch für 175 Euro zu bekommen ist, sollen die 200 Bediensteten eine Hotellerie der Superlative unter realen Bedingungen betreiben. Hotel-Direktor Thomas Klippstein (41): „Das Team muss sich einspielen, muss erleben, wie das ist, plötzlich 100 Gäste auf einmal zu bedienen.“

Richtig los geht's dann am 1. Juni zur offiziellen Eröffnung von 225 eleganten Zimmern und Suiten.
Was erwartet die Gäste? Klippstein: „Alles. Zu erst einmal der Luxus der absoluten Ruhe, den Heiligendamm durch seine einmalige Lage am Meer mit viel Wald und gesundem Klima bietet.“ Und dann? Wellness, Beauty, Massagen, Dampfbäder, Sauna, Schwimmbad, Segeln (ab Hafen Kühlungsborn), Golfspielen (in Wittenbeck), klassische Musik im Ballsaal (Festspiele M-V), Tanz in der Lobby-Lounge, uralter Whiskey in der eichenholzfunierten Nelson-Bar. Pagen tragen die Koffer aufs Zimmer und morgens stehen die Schuhe geputzt vor der Tür. Das Leben ist schön. Man muss es sich nur leisten können. Ein Familien-Tages-Szenario: Tochter–Reiten auf dem nahegelegenen Gut Vorder Bollhagen. Papa–Golfspielen. Mama–Wellness, Sohnemann–Amüsieren im Kidsclub bei Piratenschatzsuche, Sandburgen-Wettbewerb oder Eisenbahn-Fahrt (Molli). „Ja, wir machen Entertainment“, sagt Klippstein. Alles, was Gäste wollen, sollen sie haben: Jagen, Segeln, Tauchen . . . Und natürlich Gourmet-Küche. Dafür sorgt Sterne-Koch Tillmann Hahn (33), der in den letzten Jahren diverse Titel für renommierte Restaurants holte und jetzt in der Weißen Stadt am Meer mit kulinarischen Künsten aufwartet. „Ein Zugpferd“, schwärmt Klippstein.

Doch bevor die ersten Köstlichkeiten auf Edelporzellan kredenzt werden, ist noch viel zu tun: In allen Häusern sind Fliesenleger, Elektriker, Treppenbauer, Stuckateure und Innenarchitekten am Werk. 16 Kilometer Stuck wollen verlegt sein. In Spitzenzeiten tummeln sich immer noch 500 Bauleute im Komplex, darunter allein 120 Landschaftsgärtner, die die Außenanlagen mit Rasen, Rabatten, Sträuchern und Bäumen verzieren. Wer in 17 Metern Höhe auf dem 500 Quadratmeter großen Sonnendach des Severin Palais steht, spürt vom Bautumult unten so gut wie nichts mehr, kann den Blick schier endlos weit in Richtung Dänemark übers Wasser schweifen lassen. Und mit etwas Phantasie sieht der Romantiker dann am Horizont Deutschlands ältestes Seebäderschiff, die 1910 erbaute „Kronprinz“ auf die Küste zu steuern, um gut betuchte Gäste an Bord zu nehmen. Noch liegt das Schiff als Wrack in Rostock, doch Peter Sähn versichert: „Es gibt ernsthafte Überlegungen . . .“

JAN EMENDÖRFER
 

 


Analyse: Investor: Heiligendamm soll den zahlenden Gästen Ruhe und Entspannung bieten.

 

Wenn dies das Konzept der Gruppe ist, muss man ihr dieses Konzept lassen. Tatsache ist, dass Heiligendamm durch die andauernden und sich noch einige Jahre hinziehenden Bauarbeiten lauter als jede Stadt Mecklenburg-Vorpommerns ist.
Es ist eine große Dauerbaustelle, an der Dreck und Staub, Matsch und Bauschutt das Bild beherrschen. Hinzu kommt eine gewisse Unruhe für das Auge, die beim Anblick verfallener und unansehnlich gewordener Häuser aufkommen will.

 

Selbstverständlich:
Diese Dinge sind nur vorübergehend und in frühestens 2 Jahren sind alle Arbeiten abgeschlossen und es kehrt Ruhe ein.

Wenn 2 Jahre reichen. (Nachtrag 2009: Reichten nicht - es wird zwar nicht mehr so viel gebaut aber dafür entstand auch seit 2003 nichts neues mehr.)
 

Ayurveda-Zentrum, Thalasso-Zentrum, Apartmentwohnungen, Villenviertel, Umbau des Fürstenhofes, Sanierung der Perlenkette - ziemlich ehrgeizig, das in 2 Jahren fertig haben zu wollen. Man relativiert inzwischen schon. Drei, vier, vielleicht auch sieben Jahre - wenn es denn bis dahin läuft. Bis dahin jedenfalls muss der Gast sich auf der Suche nach der in den Prospekten versprochenen Ruhe mit einer Baustelle vergnügen.

 

(Nachtrag 2009: Für den Masterplan wurde kein Zeitrahmen genannt. Herr Schlag von der ECH schrieb mir in 2007, dass die ECH das Projekt Heiligendamm entwickelt und sich dabei immer am Markt orientiert. Der Masterplan ist also ein Plan der Möglichkeiten, der jederzeit so geändert werden kann, wie es nötig und möglich ist. Er schrieb weiterhin, dass alles nördlich der Molli-Trasse oberste Priorität und selbst hier das Hotel noch einmal oberste Priorität hat. Er stellte in Aussicht, dass einige Dinge südlich der Bahntrasse erst von unseren Kindern und Enkeln entwickelt werden können. Die ECH bleibt demnach Entwickler aber sie entwickelt nicht binnen zwei Jahren den ganzen Ort, sondern nur das Ensemble. Alles andere wird so entwickelt, wie der Markt es gerade benötigt. Das ist enorm wichtig, erwähnt zu werden.)

 

Aber wenn man den Gästen Ruhe und Entspannung bieten will, warum lädt man sich dann 8 Staatschefs mitsamt Gefolge ein und mit ihnen auch hunderttausende Demonstranten, viele Gegner und Unmengen an Polizisten, Soldaten und Wachmannschaften? Warum zieht man das Risiko eines Terroranschlages auf sich, wenn man mit Ruhe (es wird ja sicherlich nicht die ewige Ruhe gemeint sein) wirbt? Und warum nimmt man in Kauf, dass Heiligendamm eingezäunt und hermetisch abgeriegelt werden muss, dass Kriegsgerät auffahren und die Armee in Bereitschaft gehen, Jagdflugzeuge und Hubschrauber über den Ort kreisen und Kriegsschiffe vor der Küste patrouillieren muss? Das passt nicht zusammen und es wird doch wohl nicht so sein, dass diese ersten und vorhandenen Gäste weniger Wert sind, als die durch den G8-Gipfel erhofften neuen Gäste. Offenbar wird hier nach dem Front-Prinzip gearbeitet: Die ersten sind die Opfer. In dieser Branche allerdings ist der Kunde nicht Gefreiter, sondern König und von den Urteilen der ersten Kunden hängt die weitere Auslastung ab. 30% Storno - angeblich ja wegen der Tagesgäste - sind tödlich für das Hotel. Wenn jeder "Storno-Gast" auch nur 2 Personen von seinen Beweggründen erzählt, dann fehlen bereits 60% potenzielle Gäste. Die Tagesgäste indes hat sich Kempinski selbst eingeladen, denn erst mit der Gipfel-Entscheidung ging es richtig los mit dem Besucheransturm. Aber einmal etwas anderes:

 

Wer Ansehen haben will, muss gesehen werden.
Jeder der etwas auf sich hält und es sich leisten kann, hat einen PR-Berater. PR steht für Public Relations und bedeutet nichts anderes als "Öffentlichkeitsberatung". In einem abgeschlossenen Resort gibt es aber keine Öffentlichkeit. Dort gibt es nur Sein und Schein. Man tauscht seine Visitenkarten aus und man redet oberflächlich miteinander. In der High Society geht es darum, zum richtigen Zeitpunkt vor den richtigen Zuhörern das richtige zu sagen.
 

Es geht um Sehen und Gesehen werden. Und gesehen werden wollte schon der mecklenburgische Hochadel.
Er fuhr in Kutschen von Schwerin nach Doberan und in meist offenen Kutschen von Doberan nach Heiligendamm.

Gebadet wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das hatte etwas mit dem damaligen Verständnis von Anstand und Sitte zu tun.

Danach aber wurde gegessen. Wann immer es ging auf der Terrasse und nach dem Essen flanierte man durch Heiligendamm.
Man vergnügte sich beim Pferderennen und trug seine edelsten Kleider auf. Oft ging es in der offenen Kutsche nach Doberan zur Table d'hôte, dem Festschmaus der Großherzoglichen Familie im Palais in Doberan.

 

Das Volk erwartete den Tross bereits und begleitete es.

Unter Jubelrufen wurde der Großherzog empfangen, für ihn wurden spontan Volksfeste gefeiert.
Friedrich Franz I war ein Mann der Nähe zum Volk.

Er spielte in der Spielbank nicht nur mit Adeligen, sondern auch mit Unternehmern.
Wobei auch ein Töpfer mit eigener Manufaktur ein Unternehmer sein konnte oder der Chef eines Fuhrbetriebes.


Der Hochadel war sich durchaus bewusst, dass er nur das "Oben sein" genießen konnte, wenn um ihn herum alle "unten seienden" dafür arbeiten. Er war sich klar, dass nur zu ihm herauf schauen kann, wer "kleiner" ist.

Er wusste, dass der Reichtum mit der arbeitenden Bevölkerung steht und fällt.


Das Wort "Promenade" kommt von "promenieren" und dieses Wort ist auch die Quelle für das Wort "Prominenz".
Promenaden wurde gebaut, um drauf lang zu laufen und gesehen zu werden.

Niemand kann Ansehen erhalten oder Aufsehen erregen, wenn er nicht gesehen wird.
Und Entschuldigung - die Prominenz unter sich sieht nur auf andere, damit sie sich selbst verbessern kann.

Das hat nichts mit Ansehen zu tun, sondern mit einem ständigen Feilen an sich selbst.

 

Ruhe und Entspannung würden die Gäste auch in Groß Daberkow, dem kleinsten Ort des Bundeslandes finden.

Und da gebe es dann auch keine Öffentlichkeit, denn diese 50 Seelen hätten nicht so einen "Aufstand" gemacht.

ABER: Ich distanziere mich von jenen, die bei jeder Gelegenheit das "Friedrich-Franz-Argument" anführen, um damit zu erreichen, dass Hotelgelände öffentlich wird. Meine Ausführungen stehen ausschließlich in dem Kontext, dass Jagdfeld sagt, dass Heiligendamm wieder so werden solle, wie es zu aristokratischen Zeiten war. Nur hier zählt das Geschriebene.

Ich weise darauf hin, dass Friedrich Franz andere Interessen hatte, als die 2000 Anleger des Fonds 34.
Friedrich Franz wollte Geld mit gesellschaftlichen Events und den Badebetrieb einnehmen und dazu musste er die Leute anziehen.
Das Konzept der ECH ist aber ein Ort der Ruhe und Erholung und dazu muss alles weg, was nicht selbst nach Ruhe und Erholung sucht.


Die Kritik richtet sich also eher an Jagdfelds Vision einer Wiederauferstehung Heiligendamms.
Jagdfeld kann den Körper Heiligendamms mit seinem Charakter und Charme wiederauferstehen lassen aber niemals seine Seele von vor 200 Jahren. Die Zeiten haben sich geändert und mit ihnen die Menschen und ihre Bedürfnisse.

Das Heiligendamm der Gegenwart und Zukunft ist eine Fortentwicklung und keine Fortsetzung.

 

Nachtrag 2009: Natürlich muss auch hier erwähnt werden, dass die ECH das Ruhe-Konzept schon 1997 publiziert hat und Stadt, Land und Bund sich darauf eingelassen haben. Sicherlich gibt es Gäste, die einen Ort der Ruhe suchen. Nur war Heiligendamm nie einer und es ist schwierig, ihn ohne Spannungen zu einem zu machen.

 

 

Analyse: Bürger: Heiligendamm war immer öffentlich zugänglich und es war möglich, mit dem Rad durch das Gelände zu fahren.

 

Richtig ist, dass Heiligendamm während der DDR-Zeit öffentlich zugänglich war.

Ein formales Problem ist, dass das Ensemble selbst einer Aktiengesellschaft gehörte, die es 1939 an die Reichsmarine verkaufte, wobei es formaljuristisch durch die Kriegswirren nie zu einer Liquidation gekommen ist. Die SMAD wiederum hat das Ensemble ebenso wenig übernommen, sondern nur besetzt und wieder verlassen. Daraufhin hat die Sozialversicherung Mecklenburg das Ensemble übernommen und wiederaufgebaut.

 

Das war 1947 und da gab es noch keine DDR. Besagte Sozialversicherung wurde nach der Gründung der DDR umgewandelt und das Ensemble wurde genutzt. Der Einzige, der noch Anrecht auf das Ensemble hatte, war Herzog Christian Ludwig und dem verweigerte man dies. Das Ensemble wurde mit der Auflösung der DDR-Organe Eigentum des Bundes und erstaunlicherweise meldete sich kein Nachfahre des Herzogs mehr zu Wort. Die Bundeswehr wäre rechtmäßiger Nachfolger der Reichsmarine aber die hat ja formaljuristisch nie das Ensemble besessen. Bliebe höchstens noch die AG, deren Verkauf nicht zu Stande kam.

 

Nachtrag 11.06.2007: Die Jewish Claim Conference prüft, ob sich aus dem Erbe Baron Rosenbergs Ansprüche ergeben.

 

Die Welt am Sonntag berichtete am 03.06.2007 in ihrem Artikel "Die heikle Geschichte Heiligendamms - Wem gehört das berühmte Bad an der Ostsee?" darüber, dass die Jewish Claim, Conference prüft, ob sich Ansprüche aus dem Erbe des Baron Rosenberg ergeben. Dabei wird es auch um die Frage gehen, ob die Reichsmarine jemals rechtlich richtig Eigentümer Heiligendamms geworden ist. Sollte dies nicht der Fall sein, war evtl. auch die DDR nie rechtlich richtiger Eigentümer und damit wären die Erben Rosenbergs von der BRD zu entschädigen, weil die DDR sie enteignet hätte. Der Verkehrswert Heiligendamms lag damals bei etwa 500 Mio. Mark und die Bundesvermögensverwaltung verkaufte es an FUNDUS für gerade einmal 18 Mio. DM. Die Entschädigung müsste aber der Bund leisten und nicht die FUNDUS-Gruppe.

Sie werden auf dem Laufenden gehalten.

 

Link: Wem gehört Heiligendamm (Die Welt am Sonntag, 03.06.2007)

 

Das nur am Rande.

Die Sache ist auch die, dass die in der DDR aufgewachsenen Bürger den Begriff "Volkseigentum" kennen und darunter verstehen durften, dass alles, was niemanden direkt gehörte allen gehörte. Zu DDR-Zeiten konnten Wiesen, Wald und Felder frei betreten werden und wenn das nicht so sein sollte, war ein Zaun drum und wenn es absolut nicht sein sollte, war ein Hochsicherheitszaun drum. Nun ist aber Bundeseigentum nicht mit Volkseigentum gleichzusetzen. Das Volk ist nicht gleich der Bund und der Bund nicht gleich das Volk. Der Bund darf also mit seinen Flächen so ziemlich machen, was er will und was den Gesetzen entspricht, auch wenn es das Volk in zumutbarer Weise beeinträchtigt. Andererseits war auch die DDR-Regierung so frei, Wälder für NVA-Objekte abzuholzen und einzuzäunen.

 

Fakt ist aber, dass jeder nach Herzenslust über das Gelände des Sanatoriums spazieren konnte, durch die Fenster schauen, auch mal ins Innere gehen, Bekannte besuchen und über die Promenade schlendern konnte.

Diese war zweigeteilt und ein Teil war als Radweg nutzbar und der andere sollte für Fußgänger sein.
Es war nicht erlaubt, mit dem Rad zwischen den Häusern hindurch über das Gelände zu fahren aber es wurde auch nicht sonderlich kontrolliert.


Vorgesehen war, mit dem Rad die Seedeichstraße und die Promenade zu nutzen und durch den Küstenwald zu fahren.

Auch die Prof.-Vogel-Straße konnte durch Radfahrer benutzt werden. Die Gebäude selbst aber waren Einrichtungen des Sanatoriums. Man brauchte eine Einweisung, um dort eine Kur oder eine Heilbehandlung mitmachen zu können und man brauchte zumindest jemanden, den man dort besuchen konnte, um ohne Einweisung hinein zu kommen. Nicht davon betroffen waren die westlichen Cottages und alles, was nicht als Unterbringung für Patienten diente, also Behandlungsräume, Praxen und bestimmte Bereiche, in denen sich Hautkranke aufhielten. Dazu gehörte auch ein Stück Strand, der mit einem Sichtschutz umgeben war, um allen Beteiligten den Anblick schlimmer Hauterkrankungen zu ersparen. Man konnte weiterhin als Besucher und als Gast die Gastronomie nutzen und die gewerblichen Angebote. Nur die Kantine war natürlich den Patienten und Mitarbeitern vorbehalten.

 

Mit dem Rad darf heutzutage auf keiner Promenade mehr gefahren werden und wenn, dann nur zu festgelegten Zeiten.

Die Strafen für Zuwiderhandlungen sind relativ hoch und es werden teilweise eigens dafür Überwachungsposten eingesetzt.

 

Eine Einfriedung eines vorgegebenen Hotelgeländes ist gutes Recht des Betreibers, allerdings muss er sich in diesem Fall an Vorgaben durch die Stadt halten. Eine Einfriedung mit Hecken ist sogar sinnvoll, um den Rasen vor Austrocknung und Versandung zu schützen.

 

Dass man in den Gebäuden nicht ein- und ausgehen kann, ist selbstverständlich.

Selbst wenn aus dem Ensemble ein Museum geworden wäre, hätte man dafür Eintrittsgelder verlangt.

Ausnahmen bilden eben Gebäude, die der Öffentlichkeit wegen der Art ihrer Nutzung zur Verfügung stehen, wie Gastronomie- und Gewerbebetriebe.

 

Auch die Reduzierung der Durchgangswege ist nachvollziehbar, gerade im Bereich des Hoteleinganges und neben dem Kurhaus.
 

 


Die Weiße Stadt ist wieder schön.

Von Konzepten ist nicht viel zu sehen - das Meiste sind Versprechen. Dennoch resümiert die Ostsee-Zeitung zu Recht:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 14. Mai 2003  |  

Weiße Stadt am Meer ist wieder schön
 

Heiligendamm (OZ) Ununterbrochen schlendern Menschen zur Seebrücke und zurück. Sie genießen den Blick aufs Meer und auf das strahlend weiße Areal an Land: Heiligendamm ist wieder vorzeigbar. Das Grand Hotel lässt den Glanz des historischen Seebades wieder erstrahlen.

Am 1. Juni ist die offizielle Eröffnung, und am 25. Mai können Interessierte bei einem Tag der offenen Tür das Luxus-Resort besuchen. Nicht jeder wie er will–aber jeder kann sich einer Gruppe anschließen, denn Mitarbeiter des Hotels führen von 10 bis 18 Uhr durch die Anlage und stellen den Besuchern das neue Hotel vor. Heiligendamm selbst wird an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrt sein. Ab Parkplatz Ostsee-Rennbahn richtet das Grand Hotel einen kostenlosen Zubringer ein. Empfohlen wird jedoch, bereits in Bad Doberan das Auto stehen zu lassen und mit dem Molli bis vor die Tür des Kempinski Grand Hotels zu fahren.

T. S.

 

 

Rechtzeitig zum Tag der Offenen Tür ist auch die Ortsumgehung fertig:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 17./ 18. Mai 2003  |  

Umgehung entlastet Ostseebad

Neue Straße – Gewinn für touristische Infrastruktur in Bad Doberan

Millionen Euro hat die neue Erschließungsstraße für das touristische Entwicklungsgebiet um Heiligendamm gekostet. Mit ihr gibt es seit gestern eine Umgehung für das alte neue Seebad.

Bad Doberan (OZ) Großer Bahnhof in Bad Doberan. Eine Straße wurde übergeben. Nicht irgendeine, sondern die Erschließungsstraße für das B-Plan-Gebiet 19.
Die Kosten für diese Straße ist die höchste Investition in Bad Doberan nach der Wende. „Es ist für unseren Ort, besonders aber für Vorder Bollhagen und für Heiligendamm, eine ganz wichtige Erschließungsstraße“, sagte gestern Bürgermeister Hartmut Polzin, bevor er gemeinsam mit Staatssekretär Reinhard Meyer aus dem Wirtschaftsministerium Schwerin die Straße freigab.

Die Straße wird nicht nur ein touristisches Gewerbegebiet mit einer geplanten 18-Loch-Golfanlage, Golfschule und Hotel erschließen. Sie ist auch gleichzeitig die Umgehungsstraße für Heiligendamm. Insgesamt 3,3 Kilometer lang, über sechs Meter breit, und auf der südlichen Seite wurde gleich ein Radweg mitgebaut.

Die Straße wurde von Merkel Ingenieur Consult (Projektleitung) und von Alpen Bau Mecklenburg und der Firma Anton Müsing in Rekordzeit gebaut. Doberans Bauamtsleiter Norbert Sass erinnerte daran, dass am 2. Juli 2002 die Auftragsvergabe und schon am 15. August dann der Baubeginn waren. Seit gestern– vier Wochen vorfristig –rollt schon der Verkehr auf dem Millionenobjekt.

Das Gute für Bad Doberan: Die Stadt hat nicht einen Pfennig dazu bezahlt. 80 Prozent der Investitionssumme flossen als Fördergelder aus dem Wirtschaftsministerium; es zahlte für Straße und dazugehörigen Radweg 8,6 Millionen Euro. Die restlichen 20 Prozent finanzierte die Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH). Wie wichtig für ECH und das Kempinski Grand Hotel und Investor Kölner Fundus-Gruppe diese Umgehung und Erschließung ist, zeigte sich auch daran, dass Fundus-Chef Anno August Jagdfeld zur Einweihung gekommen war. Ihre erste Feuertaufe wird die Straße am 25. Mai bestehen müssen, wenn eine Flut von Schaulustigen zum Tag der offenen Tür im Grand Hotel Heiligendamm erwartet wird. Die offizielle Hoteleröffnung am 1. Juni „können wir alle kaum noch abwarten“, so Staatssekretär Reinhard Meyer.

Für die Autofahrer, die von Bad Doberan aus nach Kühlungsborn fahren, ist die Strecke durch die Umgehung Heiligendamms deutlich angenehmer geworden. Wer Heiligendamm direkt ansteuern will, fährt kurz auf die Umgehungsstraße, um dann wieder auf die alte Chaussee zurückzufahren.

THOMAS STERNBERG
 

 

Eigentlich ist es ja eine Erschließungsstraße und keine Umgehungsstraße.
Der Wortgebrauch zeigt, was die Verfasser von ihr halten. Später wird man sie ohnehin nur noch Umgehungsstraße nennen, weil das besser passt. Korrekt ist aber: Touristische Erschließungsstraße. Denn ihr Zweck ist, Heiligendamm vom Durchgangsverkehr zu befreien und von Süden und Osten her separat anzubinden (zu erschließen). Durch diese Straße wird es möglich sein, die Straßen innerhalb des Ortes beliebig zu verlegen. Hauptsache ist, dass sie wieder an den Kreiseln in die Erschließungsstraße münden. Hier sieht man allerdings auch, dass vom "Golfplatz im Bau" nicht die Rede sein kann.

 

 

Ein paar Tage später öffnete das Grand Hotel für die Öffentlichkeit

 

Zum Tag der offenen Tür, versteht sich.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 26. Mai 2003  |  

Grand Hotel besticht mit Flair
20 000 Gäste statteten der Weißen Stadt am Meer Besuch ab


Das Kempinski Grand Hotel als Gesamtensemble in der Weißen Stadt am Meer lud zum Tag der offenen Tür ein. 20 000 Besucher kamen, um hinter die Kulissen der Nobelherbergen zu blicken.

Heiligendamm (OZ) Tausende Besucher strömten gestern nach Heiligendamm, um das Kempinski Grand Hotel zu besichtigen. Bis 13 Uhr zählte die Hotelleitung bereits 10 000 Besucher, am Ende waren es gar 20 000, die sich von dem beeindruckenden Ambiente verzaubern ließen. Die Schaulustigen kamen von überall her. Vor allem Einheimische nutzten die Chance, um hinter die Kulissen der 1886 erbauten und in neuem Glanz erstrahlten Nobelherberge zu blicken. Das Grand Hotel mit seinen 50 Zimmern und Suiten, Terrasse, Nelson Bar, Bibliothek, Bridge-Salon und Lobby Lounge besticht mit gediegener Eleganz. Davon war auch das Ehepaar Rose aus Ahrensburg bei Hamburg hin und her gerissen. Michael Rose (31), gebürtiger Reriker, nutzte eigens die Stippvisite bei Verwandten, um in der Weißen Stadt vorbeizuschauen. „Als ich meiner Frau 1994 Heiligendamm zeigte, wie es mehr und mehr verfiel, das stimmte schon traurig. Umso mehr imponiert jetzt das Ergebnis. Dass die Preise für Kost und Logis entsprechend hoch liegen, war zu erwarten. Trotzdem werden wir bei unseren nächsten Tour hierher, einen Kaffee auf der Kurhaus-Terrasse trinken.“

Hoteldirektor Thomas Klippstein, der mit seiner Crew der offiziellen Eröffnung am 1. Juni entgegen fiebert, unterstreicht dieses Ansinnen: „Wir freuen uns über jeden Gast, der bei uns ein paar schöne Stunden genießen, sich kulinarisch verwöhnen lassen möchte.“ Ausdrücklich lobte er die große Unterstützung von Stadt, Feuerwehr und Polizei bei der Vorbereitung und Gestaltung des gestrigen Tages.

Den gut organisierten Shuttle-Service vom Parkplatz an der Ostsee-Rennbahn nahmen viele in Anspruch, denn Heiligendamm war gestern für den Autoverkehr gesperrt. Punkt 9 Uhr startete der erste Bus, dem viele folgten. Angekommen im ältesten deutschen Seebad, dass 1793 von Herzog Friedrich Franz I. zu Mecklenburg-Schwerin begründet wurde, konnten sich Jung und Alt vom einzigartigen Flair überzeugen. Man ließ sich in die Zeit zurück versetzen, als Heiligendamm zum gesellschaftlichen Mittelpunkt avancierte. Die Prominenz ging hier ein und aus, unter ihnen solche Persönlichkeiten wie Zar Nikolaus I. oder Dichter Rainer Maria Rilke.

Begeistert waren die Gäste heute und wie damals vom Kurhaus, erbaut 1816 mit Restaurant und Säulenterrasse, Ballsaal und jetzt neun Räumen für Konferenzen, Empfänge und Bankette. In gehobenem Stil präsentiert sich auch Haus Mecklenburg, 1796 als Badehaus erbaut, vollendet 1870, mit 52 Zimmern, Suiten, Baltic Bar und Terrassen. Im Hintergrund befinden sich die Orangerie und Burg Hohenzollern, erbaut 1845 bis 1848 als Residenz der herzoglichen Familie.

Der einzige Neubau des Ensembles ist das Severin Palais mit 75 Zimmern und Suiten, Schwimmbad, Lounge, Sonnendachterrasse mit Panorama-Blick, das sich neben dem Grand Hotel befindet.

Nach dem Rundgang verweilten viele Gäste bei herrlichem Sonnenwetter auf der Seepromenade. Rosemarie Bauch (68) und Erika Westendorff (86) aus Bad Doberan zeigten sich von der Erhabenheit und Schlichtheit des wieder erstandenen Ensembles erfreut. „Nichts ist übertüncht, man hat sich innen wie außen sehr am Original gehalten. Das gefällt uns.“

ANETT JONUSCHAT
 

 

Die 20.000 Besucher sorgten für einen Zusammenbruch der Heiligendammer Infrastruktur.

Ich war auch dabei und kann Ihnen daher genau sagen, wie die Besichtigung ablief:

Zuerst hieß es warten in der Kühlungsborner Straße hinter einem Bauzaun. Dieser wurde dann geöffnet und in Bahnen, welche durch Absperrbänder vorgegeben waren, ging es in das Foyer des Grand Hotel (also ehem. Haus "Berlin). Dort ging es dann gleich nach links durch eine große Tür. Man konnte nur zu zweit nebeneinander gehen, denn auch im Gebäude wurde die Absperrung - hier aber mit hauseigenen Bändern - fortgesetzt. Angestellte flankierten beidseitig den Weg und achteten darauf, dass man nichts anfässt. Die Vorhänge waren noch eingepackt und man lief auf einem extra aufgelegten Teppich. Durch die Bar ging es nach draußen und gerade rüber zum Kurhaus, wo dann der Saal in einer ebenso festgelegten Route besichtigt werden konnte.

An den Arkaden ging es dann nach draußen, sodass man zu seiner linken die Burg und Orangerie sehen aber - wie auch das Severin-Palais - nicht erreichen konnte. Der festgelegte Weg führte schnurstracks auf die Promenade, wo sich die endlose Schlange dann verteilte.

 

Durch das Tempo wurde man innerhalb von 10 Minuten durch die Route gedrückt und erhielt nur einen Einblick in glänzende Nüchternheit.

 

Noch etwas: Zar Nikolaus I hat nie einen Fuß auf Heiligendammer Boden gesetzt.

Das Märchen wird nicht wahrer, nur weil es oft wiederholt wird.

 

 

Der Hotelbetrieb beginnt.

 

Unbeachtet von den Medien beginnt einige Tage nach dem Tag der Offenen Tür der Hotelbetrieb im Grand Hotel.

Die Ostsee-Zeitung interessiert sich eher für Hintergrundinformationen, denn diese sind gefragter, als Schlagzeilen.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 26. Juni 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Vorder Bollhagen beliefert auch die anspruchsvolle Küche von Kempinski
Gut ist ein Pferde-Hotel

Vorder Bollhagen (OZ) Das Gut Vorder Bollhagen, seit vier Jahren im Besitz der Kölner Fundus-Gruppe, wird auch in diesem Jahr Gastgeber der schnellen Rennpferde der nunmehr 10. Doberaner Renntage sein. 85 feste sowie 150 fliegende Boxen stehen in gewohnter Qualität zur Verfügung. Und das, obwohl es auf dem 950 Hektar großen Gut nahe der „weißen Stadt am Meer" seit der Eröffnung des Kempinski Hotels in Heiligendamm weit lebhafter als in den vergangenen Jahren zugeht.

Unter Federführung von Horst Schüssler wird gegenwärtig eine Warmblutzucht aufgebaut, um genügend Reitpferde für die Kempinski-Gäste in Heiligendamm zu haben. Auch an die jüngsten Heiligendammer Gäste ist bereits gedacht. Eigens für sie werden im Gut Vorder Bollhagen bereits Shetlandponys gezüchtet. Neben den traditionellen Doberaner Renntagen soll es ab 2004 nahe des Heiligendammer Strandes ein internationales Reitturnier geben.

In Vorder Bollhagen kümmert man sich auch um Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pekingenten, Gänse und Kaninchen. Sie gedeihen alle prächtig in dem einst fast vergessenen Bad Doberaner Ortsteil. Mit diesen Köstlichkeiten beliefert man auf kürzestem Weg die anspruchsvollen Gäste im Kempinski-Hotel.

J. MÜLLER
 

 

 

Die Geister, die ich rief... Heiligendamm kommt nicht zur Ruhe.

 

So ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die Leute mehr sehen wollen. Die Investoren und die Medien hatten die Botschaft in die Welt hinaus getragen und nun strömen die Touristen aus eben dieser in den kleinen Badeort und überrennen ihn förmlich. Aus ist es mit der Ruhe, die Kempinski in der Weißen Stadt am Meer zu finden verspricht.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 4. Juli 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Touristenströme nerven Hotelgäste im Kempinski
Hecken und Tore sorgen für mehr Ruhe im Luxusresort

 

Das Grand Hotel Kempinski hat einen tollen Start hingelegt. Doch manchem Gast ist es zu unruhig im Luxusresort Heiligendamm . Darum werden jetzt die Touristenströme umgelenkt.

Heiligendamm (OZ) Das Kempinski Grand Hotel in Heiligendamm gehört nicht nur zu den elegantesten Hotelanlagen in Deutschland, ohne Frage ist es eine der schönsten. Viele haben lange gezweifelt, ob denn das Wunder von Heiligendamm, die Wiedergeburt der Weißen Stadt am Meer, gelingen würde.

„Wir haben zurzeit eine Auslastung von etwa 60 Prozent und die Nachfrage ist ungebrochen“, ist Direktor Thomas Klippstein mit dem Start zufrieden. Die Sorgen drücken an anderer Stelle, wie Heiner Zimmermann, Geschäftsführer der Entwicklungs Compagnie Heiligendamm und Anno August Jagdfeld, Geschäftsführer der Fundus-Gruppe, die Investor im gesamten Areal ist, gestern an Beispielen belegten. Die Flut von Tagesgästen, die nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern nach Heiligendamm kommen, um dort das Luxusareal zu bestaunen, stört die Ruhe der Hotelgäste und Restaurantbesucher. Busunternehmen werben deutschlandweit mit Tagesausflügen nach Heiligendamm. Die Schaulustigen bringen Unruhe.

„Ein Hotel ist eine Oase der Ruhe und kein Museum. So wie wir ursprünglich den Betrieb vorgesehen hatten, funktioniert er nicht“, fasst Heiner Zimmermann zusammen. Die Konsequenz:
Mit Hecken, Absperrungen und kleinen Toren sollen die Touristenströme um das Herz der Anlage herum geführt werden. Dies geschieht in Absprache mit der Doberaner Stadtverwaltung, denn Bürgermeister Hartmut Polzin betont, dass die Stadt prinzipiell daran interessiert sei, in der ganzen Ortslage, speziell aber auf der Promenade, den öffentlichen Wegen und im Strandbereich mehr Ordnung durchzusetzen.

„Es werden viele Regeln missachtet“, weiß Hartmut Polzin, nennt Radler und Kradfahrer auf der Promenade, Hunde am Strand, das Baden von der Seebrücke aus, illegale Feuerstellen. Da die Stadt keinen privaten Sicherheitsdienst beauftragen wird, stellt sie zwei zusätzliche Mitarbeiter im Ordnungsamt ein, die am Strand und auf der Promenade aktiv sein werden. Polzin bestätigt, dass es natürlich ein Radfahrverbot im Bereich der Hotelanlage und auf der Promenade gibt. Einschränkungen auf öffentlich gewidmeten Wegen, wie zurzeit noch per Schild eingangs der Prof.-Vogel-Straße angezeigt, aber nicht vorgesehen sind.

THOMAS STERNBERG
 

 

Natürlich waren nicht die Leute Schuld, die ohne Konzept die ganzen Menschen anziehen, sondern die Menschen selbst.

 

Radler konnten die Promenade zu DDR-Zeiten benutzen, da sie extra dafür zweigeteilt war.

Sie kamen mit den Fußgängern nur an den Strandaufgängen in Berührung.

 

Nach der Wende wurde die Teilung aufgehoben aber es wurde nicht überwacht, ob die Radfahrer absteigen.

Der Radwanderweg führte die Promenade entlang - man hätte also auch kaum Argumente gehabt.

Nun erweist sich diese Nachlässigkeit als Problem, das jetzt Kosten verursacht.

 

Bevor man jetzt aber auf die Hotelgäste schimpft, muss man auch klar stellen, dass die Wege 2003 quer über das Gelände verlaufen. Man kommt zwischen den Häusern "Severin-Palais" und "Grand Hotel" hindurch zur Seebrücke und auch zwischen dem Grand Hotel und dem Kurhaus und ebenso zwischen dem Kurhaus und der Burg. Darüber hinaus dann noch durch den Wald und die Seedeichstraße. Auch die Professor-Vogel-Straße und der Küstenwald sind frei zugänglich.

 

Es ist nicht bewiesen aber es ist denkbar, dass einige Besucher ihre Nasen an die Fensterscheiben drückten, um einen Blick ins Innere zu erhaschen.

 

 

Es kracht: Polzin hat sich verplappert.

 

"Bad Doberan ist nicht vom Tourismus abhängig." - Wirklich nicht?

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 17. Juli 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Will die Stadt Bad Doberan überhaupt Tourismus?

 

Bad Doberan (OZ) Auf der vergangenen Sitzung des CDU-Ortsverbandes Bad Doberan begrüßten die Mitglieder und Freunde der Union den Kustos des Doberaner Münsters, Martin Heider. Er berichtete über die weiteren Aktivitäten, die es in der nächsten Zeit gilt, in Angriff zu nehmen, um die positive Entwicklung bezüglich der Besucherzahlen beizubehalten. Davon profitiert die Stadt. Dabei schilderte Heider den Anwesenden, dass bei der Einrichtung von weiteren Beschilderungen für das Münster bzw. die Molli-Bäderbahn zwar Anträge an das Wirtschaftsministerium gestellt worden seien, jedoch der öffentliche Eigenanteil von beiden selbst getragen werden müssten. Auf Grund der Haushaltssituation könne die Stadt dafür nicht aufkommen. „Es zeigt sich mal wieder, dass die Stadt keine klaren Prioritäten setzt und den wesentlichen Bereich Tourismus stark vernachlässigt", so Andreas Unterfranz, stellvertretender Ortsverbandsvorsitzender. Das sei sogar an Aussagen des Bürgermeisters belegbar, so Caroline Brandt, die auf ein Fernsehinterview des Bürgermeisters bei der Eröffnung des Grand-Hotels in Heiligendamm hinwies.
Polzin habe darin von der Unabhängigkeit Doberans vom Tourismus gesprochen.


D.P.
 

 

Vielleicht meinte Polzin, dass die Stadtverwaltung nicht von den Touristikanbietern abhängig ist und wollte damit dokumentieren, dass man sich von der ECH nichts vorschreiben lässt. Vielleicht sollte das auch heißen, dass die Stadtvertreter sich nicht von der Kritik der Touristen in Heiligendamm beirren lassen will. Vielleicht hatte er auch vergessen, dass auch Hotelgäste Touristen sind und meinte, dass man mit dem Grand Hotel vor der Tür nun auf alle Standard-Touristen verzichten könne.

 

Was auch immer er damit sagen wollte - er trat ins Fettnäpfchen.

Die Stadtverwaltung hatte sich in den letzten Jahren sehr auf Heiligendamm konzentriert und die Touristenattraktionen in Bad Doberan selbst vernachlässigt. Prompt bringen diese sich in Erinnerung. Und der Schwarze Peter geht an den Bürgermeister.

 

 

Es kracht noch mehr: Kempinski macht sich Feinde.

 

Gesperrte Wege, nächtliche Feuerwerke, Wachen, Mafiamethoden und Busladungen mit Touristen - Heiligendamm versinkt im Chaos.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 24. Juli 2003  |  

 

Zoff in der Weißen Stadt

 

Gesperrte Wege, nächtliche Feuerwerke, Bodyguards: Einheimische sind sauer auf das Grand Hotel Heiligendamm. Gäste dagegen fühlen sich durch Gaffer genervt.

Heiligendamm (OZ) So hatten sich die zahlungskräftigen Gäste des noblen Grand Hotels Heiligendamm ihren Urlaub nicht vorgestellt: Busladungen von Schaulustigen, die sich die Nase an den Scheiben plattdrücken. . .

„Reiseunternehmen werben deutschlandweit für Tagesausflüge nach Heiligendamm“, stellte Fundus-Chef Anno August Jagdfeld jetzt beunruhigt fest.
„Die Flut von Tagesgästen stört die Ruhe der Hotelgäste und Restaurantbesucher.“ Fast wie im Zoo gehe es zu, schrieb Urlaubsgast Marcus Terbach aus Bochum in einem Leserbrief an die OSTSEE-ZEITUNG.

„Es stimmt, man fühlt sich beglotzt“, urteilt ein Chirurg aus Berlin, der sich mit seiner Frau für drei Tage in Heiligendamm erholen will. „Im Moment ist das hier wohl eine Attraktion“, meint Hotelgast Silke Hofmann (34), Steuerberaterin aus Erlangen, achselzuckend.

Das Hotel reagierte–sehr zur Unzufriedenheit der Neugierigen. „Da werden nette kleine Schilder und sonnenbebrillte Bodyguards zur Abschreckung positioniert“, ereifert sich OZ-Leser Harry Klink aus Bad Doberan. „Man wird angesprochen, dass man doch außen herum gehen sollte.“ Mit derlei „Ungehobeltheiten“ mache das Kempinski sich Feinde.

„Ja, wir haben die Wachleute engagiert“, bestätigt Pressesprecherin Beatrice Schwarz vom Grand Hotel. „Sie sollen dafür sorgen, dass kleine Kinder und ältere Leute nicht von Radlern umgefahren werden.“

Die Emotionen kochen hoch in der Weißen Stadt. Auch die Radler sind sauer. Grund: Der Ostseeküsten-Radwanderweg führt laut Karte mitten durch das Hotelensemble. Jetzt aber kommen die Radler nicht mehr durch. Schilder versperren ihnen den Weg: Radfahren verboten. Auf der Strandpromenade, und vor dem Kurhaus sowieso.

Die Stadt ist mit der derzeitigen Situation nicht zufrieden. Klaus Fricke vom Ordnungsamt der Stadt Bad Doberan: „Im Moment ist es einfach so, dass der Rad-Wanderweg unterbrochen ist.
Wir arbeiten mit dem Investor an einer Lösung.“

In Absprache mit der Stadt werde man den Radweg verlegen, führt Peter Sähn, Pressesprecher der Entwicklungscompanie Heiligendamm (ECH) aus. Vermutlich auf die andere Seite des Ortes.

Radfahrer also raus aus der Weißen Stadt? „Das Seebad Heiligendamm bleibt in seiner einzigartigen Ensemblewirkung für die Öffentlichkeit erlebbar“, zitiert OZ-Leser Hannes Meyer aus Bad Doberan die Präambel des zwischen Stadt und Investor geschlossenen Vertrages. „Die Realität sieht anders aus“, so Meyer. „Bauzäune, Verbotsschilder, Erdwälle.“

Doch der Volkszorn köchelt noch an anderer Stelle: Bei den Stammgästen des Schwanencafés, das sich in einem der noch unrestaurierten Gebäude abseits des Grand Hotels befindet. „Was die mit mir machen, ist nicht in Ordnung“, klagt Café-Betreiber Bernd Walter. Schon zu DDR-Zeiten führte er das Schwanencafé, damals ein HO-Betrieb. Er hat einen Pachtvertrag bis 2010. Noch. „Die wollen mich hier raushaben“, glaubt der Wirt.

Da ist die Bretterwand, die Fundus als neuer Hauseigentümer um den Schwanen-Pavillon gezogen hat. Vor einigen Tagen nun schraubten Fundus-Leute auch ihm die Firmenschilder aus DDR-Zeiten von der Wand. „Selbst die Bierwerbung auf den Lampen haben sie entfernt.“ Frustriert stellt der Pächter fest: „Von außen sieht es jetzt aus, als ob hier nichts mehr ist.“

„Mafiamethoden“, meinen seine Gäste. Fundus und die ECH schweigen. Walter: „Ich habe mir einen Rechtsanwalt genommen.“

Damit nicht genug. Lärmempfindliche Anwohner fühlen sich durch nächtliche Feuerwerke gestört. Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen kommen von der Strandpromenade nicht mehr in den Kurpark, der jetzt Privateigentum von Fundus-Chef Jagdfeld ist.

Der Fußweg führt nun auf den Strand, und dort über eine kleine Brücke. „Nicht behindertengerecht“, tadelt Nicole Bergeest aus Oldendorf. „Ein Problem, dessen Lösung bevorsteht“, so ECH-Sprecher Sähn. Viele Einheimische sind noch aus anderem Grund sauer. „Wanderer mit Hunden, Schulklassen, Radfahrer und viele andere“, vergällen Kurt Schwarz aus Heiligendamm das Badevergnügen an der Brücke. „Mit Ruhe und Erholung ist es vorbei.“

20 Einwohner von Heiligendamm und Bad Doberan gründeten inzwischen eine Bürgerinitiative. Das Vorgehen der Fundusgruppe sei „rechtlich zu beanstanden“, meint die Doberaner Architektin Heike Ohde. „Die können nicht einfach öffentliche Wege sperren.“ „Die haben Häuser gekauft, aber keinen Ort.“

Edgar Schmidt, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Bad Doberan, spricht von einem Interessenkonflikt. „Es besteht Klärungsbedarf. Möglich, dass wir den Grundlagenvertrag mit Fundus in einigen Monaten noch einmal überdenken müssen.“ Unterdessen mahnt das Vize-Stadtoberhaupt zu gegenseitiger Rücksichtnahme.

Das aber scheint nicht so einfach. „Ich finde das alles so kleinkariert“, gibt sich ein Rentner in Badehose souverän. Um gleich darauf kopfschüttelnd einem jungen Paar mit Hund hinterherzublicken. „Sie da! Hunde müssen hier angeleint werden!“ Seine Gelassenheit ist dahin. „Unerhört so was. Wo sind wir denn hier?“

MARCUS STÖCKLIN
 

 

Der Artikel ist selbstredend.

Die Stadt hätte die Touristenströme nutzen können, wenn all das was 1997 festgeschrieben wurde schon erfüllt wäre.

Mit einer separaten Strandversorgung im Osten Heiligendamms hätte man viel Geld in die Kassen Bad Doberan spülen können.

Die Stadt hat diese Chance vertan.

 

Die Berichterstattung zum Thema "Kleiner Wohld beginnt im August 2003 - ein paar Monate nach der Eröffnung des Grand Hotel, mit der auch die Sperrung des Küstenwaldes durch einen weißen Lattenzaun erfolgte. Zunächst glaubte man an ein Provisorium bis zur Eröffnung des Hotels aber als de Zaun Monate nach der Eröffnung noch immer dort stand, entfachte dies eine Diskussion unter den Einheimischen und zunehmend - da inzwischen die Saison begann - auch unter den Gästen von außerhalb.

 

Die Ostsee-Zeitung wollte es wissen und fragte in Schwerin nach:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 14. August 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Kleiner Wohld in Heiligendamm bleibt öffentlich

 

Verkauf ist noch nicht entschieden

Der eventuelle Verkauf von Randflächen in der Ortslage Heiligendamm des Kleinen Wohldes sorgt für Diskussionen über den öffentlichen Charakter dieses Waldbereiches.

Heiligendamm „Ja, es gibt Anfragen über den Verkauf von Waldflächen bei Heiligendamm“, bestätigte gestern Iris Uellendahl, Pressesprecherin im Landwirtschaftministerium. Noch gibt es keine Ergebnisse. „Die Gespräche laufen noch.“
 

 Nicht nur diese Flächen sondern den gesamten Landeswald „Kleiner Wohld“ in Heiligendamm verwaltet das Forstamt Bad Doberan. Dort ist man sich der komplizierten Aufgabe bewusst, den Wald zu pflegen, ihn für die Öffentlichkeit zugänglich zu lassen und gleichzeitig den veränderten Verhältnissen in und um Heiligendamm anzupassen. Dieser Wald grenzt eben an ein Privatgrundstück.


 „Vom Wald aus gibt es keinen Zugang mehr nach Heiligendamm“, stellt Forstamtsleiter Harald Runze klar. Um dort keine umherirrenden Leute zu haben, wird versucht, den Publikumsverkehr zu lenken, ihn erst gar nicht in eine Sackgasse laufen zu lassen. „Wir wollen verhindern, dass unnötig Wald zertreten wird“, sagt Harald Runze. Er betont, dass es in diesem Bereich auch nie offiziell gewidmete Wege gegeben hat. „Es sind alles getretene Wege, die auch von Radfahrern benutzt wurden, doch es gibt keinen offiziellen Rad- oder Wanderweg im Wald östlich der Strandoase“, so Runze. Der führt nämlich über die Straße vom Kinderstrand nach Heiligendamm.


Grundlage aller Veränderungen regelt der Städtebauliche Vertrag zwischen Investor und Stadt. Maßnahmen der Forst werden mit der Stadt abgestimmt. So wurden eingangs des früheren getretenen Weges in Richtung Heiligendamm Heckenrosen und Sanddorn gepflanzt, um die Besucher „rechtzeitig auf nutzbare Wege hinzuweisen“, sie so nicht in eine Sackgasse zu schicken. Harald Runze stellt klar, dass der Wald natürlich nach wie vor öffentlich ist: „Jeder, der will, kann dort seine Pilze sammeln. Das öffentliche Betretungsrecht bleibt.“


Das sei im Waldgesetz des Landes klar geregelt, unterstreicht auch Iris Uellendahl. Auch ein eventueller Verkauf würde daran nichts ändern.

Harald Runze ist klar, dass in Heiligendamm für die Waldnutzung, die Wegeführung neue Strategien gefragt sind. Dabei werde man aber stets das öffentliche Interesse berücksichtigen.

THOMAS STERNBERG
 

 

Hier wird zunächst einmal klar gestellt, dass es Interessenten gibt, die in Heiligendamm Wald kaufen möchten.

Auch wenn kein Name genannt wird ist klar, dass es sich dabei um die ECH handelt, die damit das Hotelgelände mit einem Waldstück bereichern möchte. Verständlich, da das ganze Hotelgelände nur aus Rasenflächen besteht und eine Aufforstung nirgendwo in Frage kommt.

 

Hier wäre nun die Stadt gefragt, dem Kauf der ganzen Waldfläche durch den Kauf eines Streifens zuvor zu kommen, um eine stadteigene Fläche für einen Wanderweg zu sichern. So geschehen in Rerik, wo die Stadt 10 Meter ab der Küstenkante kaufte und dort einen Wanderweg errichtete. Rerik hatte den besonderen Reiz der Steilküste für den Tourismus entdeckt und wollte sich die Gäste nicht entgehen lassen. In Bad Doberan dachte man daran nicht.

 

Es ist völlig richtig, dass es im ganzen Wald nur einen befestigten Weg zum Kinderstrand gab und einen, der hinter der Median-Klinik zu den Cottages führte. Alle anderen Wege wurden getrampelt, was dann zweifellos auch zu Beschädigungen des Wurzelwerks geführt hat. In den vergangenen Jahren gab es viele Entwurzelungen durch Stürme, die wiederum Einstürze der Steilküste verursachten. Das war ein allgemeines Problem der intensiv besuchten Steilküsten der Ostsee und führte im Laufe der Jahrzehnte dazu, dass die Ostsee irgendwann bis kurz vor das Alexandrinen-Cottage reichte und dieses zu unterspülen drohte.

Das Haus der Großherzogin stand stets hinter einem Küstenvorsprung, von dem ein Weg parallel zur Küste zum Strand herunter führte. Durch die ständigen Abbrüche sah man sich gezwungen, zum Schutz des Cottages eine Mauer zu errichten und dieser ein Packwerk als Wellenbrecher vorzulagern. Das geschah im Prinzip im letzten Moment.

 

  

Bevor wir zur eigentlichen Diskussion um diesen Wald kommen, sollten wir uns daher in der Geschichte des Waldes umsehen.


An Hand alter Bilder können wir uns ein Bild von der Entwicklung des Kleinen Wohld machen.

Der war nämlich nicht immer so, wie jetzt.


 


Auf dem linken Bild wird deutlich, dass es sich beim Kleinen Wohld um einen Park handelt.
Der Wald begann erst westlich der Cottages. (rechtes Bild)
 

Später entstand dann unter Herzog Paul Friedrich ein Park mit meditativem Charakter.
Der Park hatte keinen klaren Anfangspunkt. Schon ab dem Haus "Mecklenburg" gab es Sandwege und Rasenflächen, welche nach Westen führten. Es erfolgte nicht einfach eine Aufforstung, sondern es wurde ein Park angelegt. Was wir heute als große Buchen wahrnehmen, waren damals Bäumchen.


Kein geringerer als der Landschaftsarchitekt Lenné, der auch den Schweriner Schlossgarten und Parks in Berlin und Potsdam entwickelte, schuf in Heiligendamm den Kleinen Wohld. Ein Wald war das aber zunächst gar nicht. Lenné schuf einen Pavillon, um den er Linden anpflanzen ließ. Diese Linden bildeten ein Rondell - das Lindenrondell. Von diesem Rondell aus verliefen strahlenförmig Baumreihen in alle Himmelsrichtungen.

 

Die Wege waren so angeordnet, dass man durch die Baumreihen hindurch zum Meer und zu den Bauwerken blicken konnte.
Das nennt sich "Sichtachsen" und ist heute noch eine beliebte Komponente moderner Landschaftsarchitektur.
Diese Sichtachsen finden Sie in jedem Park.
 


     In der DDR-Zeit wurde der Parkcharakter noch deutlicher hervor gehoben.
     Allerdings erfolgte das nicht im Sinne der Idee Lennés:

     Man holzte  ein ganzes Stück Bäume und Büsche einfach ab und schuf eine Wiese mit Blumenrabatten.
     Dadurch verschwanden die Sichtachsen und die beiden Häuser "Magdeburg" und "Dresden" hatten Meerblick.   

Ausschlaggebend dürfte aber gewesen sein, dass das Haus "Weimar" besser zur Geltung kommen sollte und durch die Freifläche in einer traumhaften hellen und sanften Umgebung zwischen Wald und Meer in Szene gesetzt werden sollte.
Die bunten Blumen trugen ihren Teil dazu bei.

 


Es war fast 5 vor 12, als man sich entschied, das Haus "Weimar" vor dem sicheren Absturz zu retten. Eine Flutschutzmauer und ein Packwerk wurden errichtet und das sich ergebende Plateau wurde für Touristen attraktiv gestaltet. Wenn man in Heiligendamm war, war dieses Plateau ein Muss. Erst seit 1996 die Seebrücke konnte dem Plateau den Rang ablaufen. 

Wie man sieht, war der Tourismus auf dem Gelände des Sanatoriums kein Problem. Das Kurbad der Werktätigen war eine Errungenschaft des Sozialismus und wie jede sozialistische Errungenschaft, wurde auch diese öffentlich herum gezeigt. Sehen und über den Sozialismus staunen - das war die Devise. Darum gab es hier stets Öffentlichkeit.

 

 

Auf dem linken Bild sehen wir das Alexandrinencottage nach 1990.
Inzwischen gab es die einrichtungseigenen Landschaftspfleger nicht mehr und der Eigentümer war für die Grünpflege verantwortlich. Genau genommen war das die TLG und die pflegte das Gelände mehr schlecht als recht.
Erst durch die Nichtnutzung kam es zur Verwilderung.


Das zweite Bild muss auch sein, wenn man über den Küstenwald spricht.
Wo Häuser waren, waren auch Autos und so findet sich hier eben auch ein Trabi am Cottage.

Haus "Weimar" beherbergte zuletzt Studenten der FAK.
Ganze 17 Mietverträge gab es im Alexandrinen-Cottage.
Also wohnten hier mindestens 17 Studenten.
 


 

Das letzte Bild zeigt den Zaun, von dem in der Diskussion seit 2003 die Rede ist. Das Tor lässt sich nur vom Wachpersonal des Grand Hotels öffnen.


Eine rechtliche Grundlage für die Absperrung gab es wohl nicht aber sie erfolgte im Einvernehmen mit dem Forstamt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Polzin sagt, wo es für die Öffentlichkeit in Heiligendamm lang geht.

 

Der Bürgermeister sieht sich zu Erklärungen verpflichtet, um die Diskussion um die Öffentlichkeit und den Privatbesitz in Heiligendamm einzudämmen. Er sagt, was Fakt ist und appelliert an den Respekt der Bürger vor Eigentum und Verfügungen.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 22. August 2003  |  Titelseite Bad Doberan
 

Öffentliche Wege sind klar definiert

Heiligendamm Immer wieder fragen Urlauber, Tagesgäste und auch Doberaner, welche Wege nach den umfangreichen Verkäufen von Grundstücken und Immobilien in Heiligendamm an einen privaten Investor, die Kölner Fundus-Gruppe, denn noch öffentlich sind.

Die öffentlichen Wege und auch die Wege, die nach Verkauf von Grundstücken öffentlich gewidmet geblieben sind, werden im „Grundlagenvertrag über die städtebauliche Entwicklung der Ortsteile Heiligendamm und Vorder Bollhagen“ zwischen der Stadt Bad Doberan und der ECH, Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm, klar definiert. Dieser Vertrag war die Basis für die Stadtverwaltung, das öffentliche Wegenetz in Heiligendamm auf einer Übersichtskarte darzustellen und der OSTSEE-ZEITUNG zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Wobei Bürgermeister Hartmut Polzin unterstreicht, dass es aus seiner Sicht selbstverständlich ist, dass auch alle Nutzer öffentlicher Wege „alle dort geltenden Ge- und Verbote beachten müssen“.
Und dort, wo es eben Privatwege gibt, ist dies ebenso zu respektieren.


T. S.
 

 

Diese Meldung ist wichtig, damit Sie später verstehen, was mit den Begriffen "Kammerhof-Pleite" und "Kammerhof-Debakel" gemeint ist. Auf dem Kammerhof sollen nämlich 320 Ferienhäuser für die "normalen" Touristen entstehen, damit auch diese mal länger in Bad Doberan verweilen. Es gibt einen Investor und ein Konzept aber Bad Doberan hat mit Investoren und Konzepten nicht immer Glück... Wir machen aber weiter mit der ECH und dem Küstenwald.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 22. August 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Doberan will am Tourismusboom teilhaben

Bettenkapazität ist ausbaufähig

 

Im Vergleich zu seiner Einwohnerzahl hat Bad Doberan eine relativ geringe Bettenkapazität. Der geplante Ferienpark soll speziell die Zielgruppe Familie ansprechen.

Bad Doberan Eva Schürmann, Leiterin der Doberaner Tourist-Information ist froh, dass ihre Stadt so gefragt ist, denn es ist schwer in diesen Tagen noch sein freies Wunschbett zu bekommen, andererseits würde sie auch gern mehr Betten anbieten. Besonders eng wird es in der Münsterstadt zu den großen Ereignissen wie dem Ostsee-Meeting auf der Galopprennbahn, zur Zappanale oder auch jetzt zur IGA-Zeit. Braucht Doberan eigentlich eine höhere Bettenkapazität?

Da ist eine Frage, die letztlich der Markt entscheiden wird, meint Bad Doberans Bürgermeister Hartmut Polzin. Er betont, dass die Erweiterung touristischer Angebote Zielstellung städtischer Wirtschaftsförderung ist. „Auch, weil es in unserer Stadt 18 Prozent Arbeitslose gibt“, sagt Polzin. Doch die Entwicklung muss aus seiner Sicht klar zielgruppenorientiert sein. Und genau das ist der geplante Ferienpark zwischen Bad Doberan und Heiligendamm. Er sei auf die Zielgruppe Familie ausgerichtet. Der Bau von den 320 geplanten Ferienhäusern wird genau so Arbeitsplätze schaffen oder erhalten wie die Bewirtschaftung des Areals.

Verglichen mit den großen Ostseebädern ist die Bettenzahl in Bad Doberan doch eher gering. Die Stadt hat 13 000 Einwohner und verfügt über knapp 2000 Gästebetten. Dazu gehören aber schon die 500 Betten der Kurkliniken und die 225 Zimmer des Kempinski Grand Hotel Heiligendamm. Im Vergleich dazu gibt es in Kühlungsborn bei 7400 Einwohnern 13 500 (!) Urlauberbetten. Mit Blick auf die Bettenexplosionen rund um Bad Doberan meint Hartmut Polzin: „Bad Doberan sollte an dieser Entwicklung partizipieren.“

Auch darum stehen die Stadtverwaltung und die Stadtvertretung ohne wenn und aber zu dem Projekt des Ferienparkes. Der Investor ist zurzeit dabei, die Finanzierung für sein Vorhaben abzusichern. Was allerdings länger dauert, als einige bei Planungsbeginn dachten.

THOMAS STERNBERG
 

 

 

Ein Hotel ist nicht genug.

 

JagdfeldFundusECH kleckert nicht, sondern klotzt. Das ist spätestens seit dem Kauf des Forsthofes klar.

Wustrow sollte es noch sein, in Heiligendamm noch dieses und jenes Haus und schließlich sogar ein Schiff.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 13./14. September 2003  |  Titelseite

Vergangenheit und Vision

In den Tagen nach dem 18. August 1922 (Poststempel) erhält ein Frl. Hete in der Berliner Firma Heinrich eine Ansichtskarte. „Viele Grüße von Heiligendamm“ übermittelt ein Herr Heinrich. Vorn erblickt sie die damalige Heiligendammer Seebrücke. Ein Fahrgastschiff hat angelegt. Der Schiffsname ist nicht zu erkennen. „Mit größter Wahrscheinlichkeit die \'Kronprinz\', spätere \'Undine\'“, meint der Philatelie-Sammler Josef Buresch (69) aus Rostock. Die Karte befindet sich heute in seinem Besitz.   

Die hölzerne Seebrücke hat die Zeiten nicht überstanden; die „Kronprinz“ nur schwer angeschlagen. Ausgeschlachtet rostet sie auf der Rostocker Neptun-Werft vor sich hin (OZ berichtete). Ein Förderverein müht sich bis jetzt vergeblich um ihre Restaurierung als ein Denkmal an Land, wie Roland Methling vom beteiligten Verein Hanse Sail versichert.

Doch die „Kronprinz“ könnte auf einem anderen Wege wieder auferstehen. August Jagdfeld, Chef der Fundus-Gruppe, die Heiligendamm wiedererstehen lässt, hat diese Vision. Und sie nimmt in Bauzeichnungen bereits Gestalt an: Nachbau des ältesten Fahrgastschiffes von Mecklenburg-Vorpommern. 60 Meter lang, statt früher 35, aber die Silhouette schmuck wie einst. Bis zu zehn Kabinen im noblen Schiffsinneren. Tauglich für Touren bis Dänemark. „Vielleicht in zwei Jahren“, hofft Jagdfeld, der sein Faible für die alte Lady freimütig gesteht.

GERD RICHARDT
 

 

 

Wenn die Wege bleiben, wie sie jetzt sind, reicht das, um alles zu zeigen.

 

In Heiligendamm gibt es auch offizielle Touristenführer.

Diese stehen vor dem Problem, keinerlei Sonderbehandlung zu erfahren.

Doch das stört sie nicht all zu sehr:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 15. September 2003  |  Titelseite Bad Doberan

Ganz nah dran an Heiligendamm

Hermann Köhler führt seit vier Jahren durch die Weiße Stadt

Heiligendamm „Auch wenn vieles nicht so schnell geht, wie wir es uns wünschen–ohne Fundus wäre das, was bis jetzt passiert ist, nicht möglich gewesen“, sagt Hermann Köhler den etwa 20 Touristen, die ihn auf seiner Stadtführung durch Heiligendamm begleiten. „Teilen Sie die Meinung, dass bald kein normaler Mensch mehr hier durchkommt?“, fragt eine Zuhörerin. Diplomatisch antwortet der Stadtführer der Tourist-Information: „Sehen Sie die Radfahrer, die da zwischen den Häusern fahren? Morgens stehen hier oft schon zwei, drei Busse. Ich weiß nicht, ob so was in anderen Hotels möglich wäre. Diese Touristen werden wohl herausgenommen müssen.“

Der 79-Jährige wird direkt mit allem konfrontiert, was in der „Weißen Stadt“ passiert und was die Medien darüber berichten. „Die Leute stellen oft verzwickte Fragen. Ich versuche, alles zu beantworten, kann aber manchmal nur meine Meinung sagen“, so der Einheimische. Vor vier Jahren begann er mit Führungen im 14-Tage-Rhythmus. „Ich sah, dass die Leute mit den Schildern vor den Villen nicht viel anfangen konnten.“ Seit zwei Jahren führen er und ein Kollege abwechselnd jeden Sonntag durch Heiligendamm.

Gern würde Köhler auch Führungen durchs Hotel anbieten. Dass dies mit Rücksicht auf die Gäste in der Hochsaison nicht geht, dafür hat er Verständnis. „Vielleicht wäre das im Winter möglich . . .“ Auch mehr Bilder als die, die er aus Zeitungen ausgeschnitten hat, würde er gern präsentieren. „Wenn man zeigen könnte, wie es innen aussieht, würde das manchem vielleicht die Neugier auf das Innere des Hotels nehmen“, sagt er.

Das, was er weiß, gibt er gerne weiter: Er schwärmt von dem Schwimmbad im Severin-Palais, das er von Fernsehaufnahmen kennt. Dass man eine 150 Quadratmeter große Suite inklusive Butler mieten kann. Auch die Frage nach Zimmerpreisen beantwortet er. Er erzählt auch, dass die Ehefrau des Fundus-Chefs für einen Großteil der Innenarchitektur des Hotels verantwortlich sei. Woher er die Informationen hat? „Hierher“, sagt er und holt einen Stapel bedruckter Blätter aus seiner Umhängetasche. Darauf ist der Inhalt verschiedener Bücher über Heiligendamm zusammengefasst, eins davon von Fundus selbst herausgegeben. „Und ich sammle alle Zeitungsartikel“, ergänzt Köhler.

Auch mit unschönen Erlebnissen hält er nicht hinterm Berg: „Eines Tages stand ich mit einer Gruppe vor einem Tor mit Posten, das Tags zuvor nicht dagewesen war.“ Das Problem der Wegesperrungen sei inzwischen geregelt worden. „Wenn die Wege bleiben, wie sie jetzt sind, reicht das, um alles zu zeigen.“

RENATE SCHUMANN
 

 

 

Und immer wieder: Nichts tut sich auf Wustrow.

 

Wir erinnern uns, dass FUNDUS 1997 auch die Halbinsel Wustrow vor den Toren Reriks gekauft hatte. Die letzte Meldung war, dass auf Wustrow etwas entstehen soll aber das erst, wenn Heiligendamm gut entwickelt ist. Die Stadt Rerik will sich nicht damit zufrieden geben, denn während FUNDUS wartet, verfällt Wustrow und die Stadt kann den Wustrower Hals nicht planen, obwohl dieser touristisch wunderbar entwickelt werden könnte.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 23. September 2003  |  Blickpunkt

Tauziehen um Wustrow

Während in Heiligendamm eine weiße Welt neu entsteht, bewegt sich auf Wustrow nichts.
Dabei wurde das Areal bei Rerik auch von der Kölner Fundus-Gruppe mit anspruchsvollen Plänen gekauft.
Jetzt eskaliert ein jahrelanger Streit zwischen Investor und Rerik: Die Stadt macht die Zufahrt zur Halbinsel dicht.


Rerik (OZ) Hinter Rerik ist noch immer die Welt zu Ende. Hoffnungen der Wende, dass sich die Halbinsel Wustrow endlich öffnet, sind vor Ort längst zerstoben. Seit 1933 wurde die Halbinsel militärisch genutzt–erst von der Wehrmacht, danach von der Roten Armee. Auch nachdem die Soldaten 1993 abzogen, blieb das Tor nach Wustrow verschlossen. Bis heute.

Dass die Kölner Fundus-Gruppe, bekannt durch ihr Engagement im 20 Kilometer östlich gelegenen Heiligendamm, die bebaubare Fläche Wustrows 1998 kaufte, hat den Status der Halbinsel nicht geändert. Grund: Um die 300 Meter breite Landzunge, die Rerik und Wustrow verbindet, tobt ein erbitterter Kleinkrieg zwischen Investor und Stadt.

Im April beschloss die Stadtvertretung, die einzige Zufahrt zur Halbinsel für den „motorisierten Individualverkehr“ zu sperren. Als Alternative schlägt sie vor, dass die Fundus-Tochter Entwicklungs-Compagnie-Wustrow (ECW) eine Fähre übers sensible Salzhaff einrichten könne. Alle Pläne des Investors, der ohnehin schon drei Jahre in Verzug ist, liegen nun auf Eis.

ECW will auf 99 Hektar der 967 Hektar großen Halbinsel mit 150 Millionen Euro einen Sommertraum für den pensionierten Beamten aus Süddeutschland schaffen: Wohnen im Landhausstil, Tennisanlagen, Reitstall, Golfplatz und Marina.

„Wir wachsen schon jetzt ohne Bebauung Wustrows in der Saison um das Drei- bis Vierfache unserer Einwohnerzahl von 2100“, stöhnt Reriks Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD).
„In Spitzenzeiten geht hier mit dem Auto gar nichts mehr.“ Prognosen sprechen sogar davon, dass sich in der Hochsaison bei freier Fahrt über den so genannten Wustrower Hals künftig alle zwölf Sekunden zwei Autos an der Seebrücke begegnen.

Hier finden Besucher ostseeseitig den attraktiven Strand. Gegenüber, am Haff, locken Läden, Imbiss und Cafès. In Spitzenzeiten machen Parkplatzsucher die Überquerung der Straße zwischen Haff und Ostsee zum Abenteuer. Ärgerlicher ist der Zustand jedoch für Anwohner der beiden Straßen Reriks, die Richtung Wustrow führen: Zugeparkte Einfahrten, Lärm und Abgase vergällen Einheimischen wie Gästen in Pensionen den Urlaub.

„Der Verkehr überschreitet gesetzlich festgelegte Grenzen, wir mussten jetzt einfach handeln“, unterstützt Andreas Herrmann den Beschluss der Stadtvertreter. Herrmann ist nicht nur Pensionsbesitzer in Rerik, er steht auch dem Tourismusausschuss vor. „Die Gäste beschweren sich über den Verkehr. Wenn die nicht wiederkommen, steht die Existenz manches Privatanbieters auf dem Spiel.“

Nicht alle Reriker sehen die Sache so. Und ausgerechnet die PDS–in Rerik mit der CDU in Minderheitsposition–sorgt sich um die wirtschaftlichen Folgen, wenn die Stadt den Investor Fundus vergrätzt. „Rerik braucht Wustrow zwar nicht“, meint PDS-Mann Werner Blume, „als Tourismusmagnet wird Rerik aber in gehörigem Maße von der Halbinsel profitieren.“ Blume fordert, den „unseligen Sperr-Beschluss“ zu kippen. Ewald Krumbholz, der im extra eingerichteten Arbeitskreis Verkehr der Stadt zusammen mit Experten und ECW-Leuten saß, glaubt, es gebe „intelligentere Lösungen als die rigorose Schließung“. Der Parteilose meint, jetzt jedenfalls halte Rerik den Schwarzen Peter in der Hand.

Beim Investor ist man bockig. Alle Kontaktgesuche der Stadt werden mit eisigem Schweigen quittiert. ECW-Geschäftsführer Heiner Zimmermann spricht vom „Gipfel der Tätigkeit des Bürgermeisters in Rerik“. Mit der Straßensperre hätten die Stadtvertreter „die Geburtsschnur der Planungen“ zerschnitten, erregt sich Zimmermann. Immerhin: Wenn die Kommune den Beschluss wieder kippe, lockt er, „sitzen wir am nächsten Tag sofort wieder am Tisch“.

Dass der Compagnie der Planungsstopp in Rerik wegen Problemen in Heiligendamm entgegenkomme, wie kolportiert wird, bestreitet Zimmermann heftig. „Wir arbeiten an dem Projekt auf Wustrow mit der selben Leidenschaft.“ Rerik trage die Verantwortung dafür, dass sich seit vier Jahren nichts auf Wustrow bewege. Der Streit vergiftet die Atmosphäre im Städtchen. Gerüchte machen die Runde. Welche SPD-Stadtvertreter Vorteile aus dem Beschluss zögen, dass hier alte Rechnungen mit Fundus beglichen würden, wer wen unter Druck setze und dass es hier wohl schon um die Kommunalwahlen nächstes Jahr ginge.

Bürgermeister Gulbis räumt zwar ein, „ein schwieriges Verhältnis zum Investor zu haben“. Er verweist aber darauf, dass ECW seit 1999 vertraglich in der Bringepflicht für ein Verkehrkonzept sei. „Was bis jetzt kam, verdient diesen Namen nicht und verursacht ausschließlich kommunale Kosten.“ ECW verlange sogar, dass die Stadt künftig Tagestouristen von Wustrow fernhalte. Gulbis verärgert: „Ich spiel hier doch nicht den Gästekontrolleur für ECW.“

Während die Kontrahenten schmollen, hat Horst Göpfert schon das erste ernst zu nehmende Problem. Noch, sagt der Vereinschef des SV Steilküste Rerik, laufe die erste Männermannschaft in der Bezirksklasse mit den ECW-Initialen auf der Brust auf. Doch aus Verstimmung hat die Fundus-Tochter den abgelaufenen Sponsorenvertrag bislang nicht verlängert.

Aufgeben mag Göpfert die Hoffung noch nicht. „Vor jedem Spiel ziehen wir die ECW-Fahnen hoch.“

THORALF CLEVEN
 

 


Der Kurwald bleibt öffentlich und wird nicht an die ECH verkauft.

 

Einige Monate später war dann über die Verkaufsanfragen in Heiligendamm entschieden und es fiel auch der Name des Interessenten für den Kurwald.

Wie vermutet, handelte es sich um die ECH:

 


OSTSEE-ZEITUNG |
Freitag, 7. November 2003  |  OSTSEE-ZEITUNG  |  Titelseite

Kleiner Wohld bleibt als Kurpark öffentlich

Heiligendamm Der Kleine Wohld westlich des Grand Hotels in Heiligendamm wird nicht an die Entwicklungs- Compagnie Heiligendamm (ECH) verkauft. Wie Iris Uellendahl, Sprecherin im Schweriner Landwirtschaftsministerium, gestern erklärte, soll der Küstenwald im kommenden Jahr als Kur- und Erholungspark für die Öffentlichkeit erschlossen werden. Geplant sei unter anderem eine Neuordnung der Wege. So soll der historische Wanderweg, der bisher direkt am Steilufer entlang führte, vom Bereich Haus Weimar ins Hinterland verlegt werden. Uellendahl: „Der Weg wird eine Schleife machen und wieder auf der alten Route münden.“ Keinen Zweifel ließ die Ministeriumssprecherin daran, dass die Bürger an der Diskussion um die Gestaltung des Kurwaldes einbezogen werden. Sie sollen, wenn die Planungen beginnen, zu Wort kommen können. Angela Schulze und Heike Ohde, beide Mitglied der Bürgerinitiative „Öffentlichkeit in Heiligendamm“, begrüßen die Entscheidung des Landes, den Wald zu behalten. „Der Zaun um den Kleinen Wohld muss sofort weg, die Wanderwege müssen endlich wieder zugänglich gemacht werden. So wie es der Grundlagenvertrag zwischen Stadt und ECH vorsieht“, fordert Schulze. „Wenn Heiligendamm zu erleben bleiben soll, kann es nicht sein, dass um die Hotels eine Pufferzone angelegt wird“, meint die 42-jährige Doberanerin. Nach Eröffnung des Grand Hotels war der Kleine Wohld gesperrt worden. Auf Schildern am Holzzaun warb das Forstamt mit Hinweis auf geplante Anpflanzungen bei Radlern und Spaziergängern um Verständnis. Kritik gab es trotzdem. Denn außer einigen Sanddornsträuchern und Hecken – quer über die alten Wege – ist im Buchenwald bislang nichts angepflanzt worden.

CHRISTIAN LÜSCH
 

 

Schwerin ist weit weg. Das mussten auch die Bürger Bad Doberans und vor allem der Investor feststellen.

Die ECH hatte das Alexandrinen-Cottage zusammen mit den anderen Gebäuden des Ensembles erworben.

Der einzige Zugang zum Alexandrinen-Cottage - womit ein fahrzeugtaulicher Zugang gemeint ist - führte von Osten her zum Gebäude. Die ECH musste davon ausgehen, dass das auch so bleibt.

 

Auch wenn Jagdfeld drei Jahre nach dem Kauf des Ensembles sagte, dass er das Cottage als Sommerhaus nutzen wird, war das 1997 noch nicht die vorgesehene Zweckbestimmung. Es hätte also genauso gut ein Gebäude des Hotels werden können und da ist es schon fraglich, dieses vom Hotelgelände abzuschneiden und dann auch noch einen öffentlichen Weg hindurch zu führen. Wenngleich rechtlich nichts dagegen spricht: Wegerecht hat der Waldeigentümer.

 

Die Verantwortlichen in Schwerin konnten das nicht wissen, denn sie hatten kein Bild davon.

Es gibt ja nicht einmal Wegekarten, da es offiziell gar keine Wege gibt.

 

Nun entschieden Sie also, den Kleinen Wohld als Kurwald öffentlich zu machen - ungeachtet der Tatsache, dass dies das Alexandrinen-Cottage vom Hotel abschneidet.

 

Zumindest kehrte damit erst einmal Ruhe ein. Die Zäune blieben trotzdem.

Denn diese waren ja mit dem Forstamt abgestimmt und als Verwalter des Waldes durfte dieses darüber verfügen, dass der Wald geschont werden müsse. Die Pflanzungen quer über die Wege haben auch ihren Sinn. Sie sollen verhindern, dass die Fußgänger Wege benutzen, die in einer Sackgasse enden. Durch die Beplanzungen direkt am Anfang der alten Wege kommen die Leute gar nicht erst auf diese Wege.

Möglicherweise hat aber auch die Ostsee-Zeitung die Beschlüsse missverstanden und Schwerin plant eine Erschließung um das Hotelgelände herum - also ausschließlich den Cottages und dem Park. Dafür spricht der Schlenker, den der neue Wanderweg nehmen soll. Das würde dann bedeuten, dass der Wanderweg von der Kühlungsborner Straße über die Straße zum Kinderstrand läuft, dann in den Wald abbiegt und somit das Hotelgelände inklusive Park und Cottages großzügig umläuft und das Hotelareal nicht tangiert.

 

 

Die Bebauungspläne 25 und 26 werden abgelehnt.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag,21.November 2003  |  Blickpunkt


Golfteich-Areal soll wieder erlebbar sein

Bebauungspläne noch umstritten

 

Die Bebauungspläne 25 und 26 für Heiligendamm wurden von zwei Ausschüssen in der existierenden Form nicht zum Beschluss empfohlen.

Thalasso-Zentrum und Parkplätze sind umstritten.
 

Es wurde viel diskutiert – immer noch und schon wieder um die geplanten Bauvorhaben in Heiligendamm. Die B-Pläne 25 und 26 standen in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Wirtschaftsförderung und Tourismus sowie Stadtentwicklung auf der Tagesordnung.

Der Rostocker Architekt Dr. Frank Mohr erklärte Vorhaben und Standorte. Das Thalasso-Zentrum, das ungefähr an der Stelle des einstigen gebührenpflichtigen Parkplatzes entstehen soll, wird nun um zehn Prozent reduziert gebaut. Die Prof.-Vogel-Straße bleibt öffentlich, wird aber verkehrsberuhigt. 200 Plätze für Pkw sollen angelegt werden – dort, wo jetzt der unbefestigte Platz ist und in Richtung Börgerende auf einer kleineren Fläche. Außerdem entstehen unterhalb des Thalasso-Zentrums Parkflächen. Doch 200 Stellflächen dürften damit aber immer noch nicht geschaffen werden. Der Golfteich soll erhalten bleiben. Mehr noch. Er soll wieder stärker in das Blickfeld gerückt werden. Zwischen den beiden öffentlichen Parkplätzen  ist an ein Servicezentrum gedacht, mit Strandversorgung und Toiletten. Der Bebauungsplan 26 umfasst eine kleinere Fläche mit vier Nutzungen. Die neue Gaststätte wird integriert, eine zweigeschossige Klinik für Plastische Chirurgie soll entstehen. Das Areal wird verkehrsberuhigt. Eine Sackgasse mit Wendefläche ist vorgesehen. Der Plan 26 umfasst ein kleines Gebiet rechts neben der Straße von der Chaussee in Richtung Ostsee. Die Mitglieder der Ausschüsse vertraten in der teilweise heftigen Diskussion unterschiedliche Auffassungen. Hannes Meyer beispielsweise nannte die Vorhaben zu sehr nach Investoren ausgerichtet. Franz Berndt sah wertvolle Grünflächen in Gefahr. Karin Fourmont wünschte sich, dass in der Planung die Gebäudeensembles und nicht die Parkplätze Vorrang erhalten, obwohl diese notwendig seien. Kritisiert wurde der Standort für das Thalasso-Zentrum. Doch Prof. Joachim Skerl begründete, dass eine Thalasso-Einrichtung der See zugewandt sein müsse. Als besonders wertvoll bezeichnete Architektin Sabine Webersinke den Golfteich. Den Doberanern solle dieses Areal erschlossen werden. Uwe Schenk sprach den Tourismus-Experten im Raum aus dem Herzen.

Wenn für Doberaner und ihre Gäste nur ein bisschen Strand übrig bleibe, würden Touristen in der Münsterstadt bald ausbleiben.

Doberaner und Gäste brauchten genügend Strand und Parkplätze. Beide Bebauungspläne wurden in dieser Form von den Mitgliedern beider Ausschüsse mehrheitlich abgelehnt.
 

 


Golfteich, Thalasso und Ayurveda: Die Pläne der ECH.

 

Zu den saisonverlängernden Maßnahmen der EntwicklungsCompagnie gehört der Aufbau von Einrichtungen, die nicht von Sonne und hohen Temperaturen abhängig sind. Der hauseigene SPA (Sanum per Aqua) Bereich ist dafür nur bedingt geeignet, da er gegenüber anderen Hotels nichts besonderes ist.

Ein SPA-Bereich ist Ausstattungsstandard ab 4 Michelin-Sternen. Das hat auch das Hotel "Neptun" in Warnemünde erkannt und einen großen SPA-Bereich nachgerüstet. Gerade deshalb - weil es in der Nachbarschaft ähnliche SPA-Angebote gibt - muss sich die ECH für Heiligendamm etwas einfallen lassen, das einerseits besonders ist und andererseits auch exklusiv, da es sich ja um ein 5-Sterne-Hotel handelt. Zugleich müssen diese Einrichtungen aber auch rentabel sein, sodass man sie nicht den Hotelgästen vorenthalten kann, sondern sie auch den Tagesgästen und Einwohnern anbieten muss. Preise regeln die Nachfrage aber das Angebot muss auf jeden Fall da sein.

In Heiligendamm gibt es nun zwei Konzepte für saisonverlängernde Maßnahmen: Ein Thalasso-Zentrum und ein Ayurveda-Zentrum mit einer Klinik für Plastische Chirurgie. Diese beiden Projekte schauen wir uns einmal an:

 


Auf dieser Fläche wird das Thalasso-Zentrum entstehen.

Es flankiert das Residenz-Hotel und Haus "Bischofsstab und steht parallel dazu.

Die Professor-Vogel-Straße wird nach Süden verlegt und Privatweg des Hotels.

 


So soll das Thalassozentrum aussehen.
Unter der öffentlichen Meeresschwimmhalle befindet sich ein öffentliches Parkhaus.
Dem Meer zugewandt ist ein beheiztes Außenbecken mit umlaufenden Arkaden.
 


An dieser Stelle wird das Ayurveda-Zentrum entstehen.
Der Parkplatz wird durch einen Waldparkplatz südöstlich des Ayurveda-Zentrums ersetzt.
Weitere öffentliche Parkplätze gibt es dann im Thalasso-Zentrum in der Tiefgarage.

Das Café im Golfhaus bleibt öffentlich erreichbar.

 


So soll das Ayurveda-Zentrum aussehen.
Das Hauptgebäude kommt in Form eines indischen Tempels daher,
während das vorgelagerte Gebäude im klassizistischen Stil gehalten wird.
Die beiden bestehenden Villen "Sporn" und "Seeadler" werden als Teil
der Plastischen Chirurgie in das Gelände  des Ayurvedakomplexes integriert.
 


Bis jetzt sieht die Fläche zwischen Golfhaus und Golfteich jedoch so aus.

Die Pläne sehen vor, die Halbinsel und die Westkante des Golfteiches wieder zugänglich
zu machen und in das Hotelgelände (den Ayurvedakomplex) zu integrieren.

 

 

Dies ist die Südkante des Golfteiches.
Obwohl er sehr verdreckt ist, hat er auch jetzt noch seinen Reiz. Wir sehen hier nur eine Bucht.
Der Teich zieht sich links entlang und bildet in seiner Mitte eine Halbinsel, die vor 1945 über einen Weg zugänglich war.
 



Thalasso und Ayurveda sind nicht einfach nur Anwendungen, sondern auch Philosophien.

Thalasso ist das Baden im Meerwasser. Will man dieses außerhalb des Meeres realisieren, muss man das Gebäude in die Nähe des Wassers bauen, um das Wasser ohne lange Wege in das Gebäude pumpen zu können.

Hinzu kommt der philosophische Aspekt des Badens im Meerwasser:

Ein Thalasso-Zentrum muss mit so vielen Beckenrändern wie möglich dem Meer zugewandt sein.

 

 

So sieht z.B. das ArkonaSPA im Neptun-Hotel Warnemünde aus.
Vom Becken aus sieht man nur den Himmel und die Ostsee und hat daher das Gefühl, im Meer zu baden.
In Heiligendamm geht man noch einen Schritt weiter und baut ein Außenbecken mit Meerblick, sodass man auch die frische Meeresluft noch mit dazu hat.
Das Wasser im Außenbecken wird konstant auf einer bestimmten Temperatur gehalten.

Bildquelle: Wellness Hotels Deutschland

 


Genauso verhält es sich beim Ayurveda. Die indische Lehre der Medizin ist zugleich auch eine Philosophie.
Die Veden sind uralte überlieferte Schriften und Ayur Veda ist nur eine der Veden.
Sie lehrt die Gesunderhaltung und Heilung des Körpers, der in Indien auch immer im Einklang mit Geist und Seele stehen muss.
Ayurveda-Zentren befinden sich stets in Parkanlagen, sind lichtdurchflutet und umgeben von viel Grün.
Darum gibt es kaum Alternativen zum Golfteich-Areal für den Bau eines solchen Zentrums.
 

 

 

Was wir hier sehen, ist das Aman Resort in Neu Dehli. Genau danach richtet sich das Ayurveda-Zentrum in Heiligendamm.
Schon die Architektur ist frappierend ähnlich. Heiligendamms Ayurveda-Zentrum wird ein "Aman-Light", also eine abgespeckte Version des indischen Vorbildes.
Wenn Sie mal einen Blick ins Innere dieses Ayurveda-Mutterkomplexes werfen möchten, klicken Sie hier.

Bildquelle: Aman Resorts

 


Übrigens: Diese beiden Projekte sind auslastungsabhängig. Erst wenn der SPA-Bereich nicht mehr ausreicht, wird das Thalasso-Zentrum gebaut und erst wenn dieses gut besucht ist, baut die ECH das Ayurveda-Zentrum. Es macht ja keinen Sinn, so einen Palast zu bauen, 20 Leute dort hinein zu setzen und diese dann warten zu lassen, bis jemand kommt.

 

Bedingung, um dann aber bei Bedarf diese Gebäude zu errichten, ist ein abgesegneter Bebauungsplan.

Die Bebauungspläne 25 und 26 umfassen nicht nur das Areal zwischen Golfteich und Perlenkette, sondern auch die Perlenkette selbst. Das bedeutet, dass die Summe beider Bebauungspläne mehr als drei Viertel des FUNDUS-Eigentums umfasst. Da ist es schon logisch, dass sich die Pläne am Investor ausrichten, denn drei Viertel der bebauenden Fläche soll er ja entwickeln. Das restliche Viertel bleibt zwar öffentlich aber es muss dennoch so entwickelt werden, das sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt. Die Standardtouristen möchten ja nicht in einem offensichtlichen Ghetto urlauben.

 

Die öffentliche Diskussion geht nun - auch gelenkt durch Leute wie Hannes Meyer - dahin, dass Heiligendamm um das Hotelgelände herum eigenständig entwickelt werden soll. Das würde eine Spaltung bedeuten: Luxus-Touristen westlich der Seedeichstraße und Standard-Touristen östlich von ihr. Andererseits sagen dieselben Leute, dass sie genau das nicht wollen, sondern Heiligendamm auch westlich der Seedeichstraße erlebbar bleiben soll. Die Pläne der ECH sind zu groß, um als ganzes verstanden zu werden. Die Bürger verstehen nur den kleinen Teil nördlich der Mollischienen.

 
 

Jagdfeld erkennt das Problem und versucht es auf seine Weise:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag,15.Dezember 2003  |  Blickpunkt
 

„Heiligendamm soll eine Erfolgsstory werden“


Die Fundus-Gruppe hat große Pläne in Heiligendamm.
250 Millionen Euro sollen nochmals investiert werden.
Es geht um gehobenen Tourismus übers ganze Jahr.


Heiligendamm (OZ) Ende Mai wurde der aus sechs Häusern bestehende Komplex Grand Hotel Heiligendamm eröffnet. Die von der Kempinski-Kette gemanagte Nobel-Anlage im klassizistischen Stil hat ihre erste Saison hinter sich. Über die Bilanz und darüber, wie sich Deutschlands ältestes Seebad (1793 gegründet) weiter entwickeln soll, sprach OZ mit Anno August Jagdfeld (56), Chef der Kölner Fundus-Gruppe. Das Unternehmen ist seit 1997 Eigentümer von allen prägenden Immobilien in Heiligendamm und hat bislang rund 232 Millionen Euro in Restaurierung und Wiederaufbau investiert. 200 Arbeitsplätze sind entstanden.

OZ: Wieviele Gäste haben das Grand Hotel in der ersten Saison besucht und sind Sie mit den Zahlen zufrieden?

Jagdfeld: Es liegt noch keine endgültige Bilanz vor. Aber der Start war auf jeden Fall erfolgversprechend. Dennoch, es könnten 30 Prozent mehr Gäste sein, wenn Heiligendamm nach der grandiosen Wiedereröffnung nicht negativ in die Schlagzeilen gekommen wäre. Presseberichte über gaffende Tagesausflügler haben viele potenzielle Hotelgäste verschreckt.

OZ: Waren die Probleme nicht auch Ihrem schlechten Situationsmanagement geschuldet, mit plötzlich eingezäunten Waldabschnitten und abgesperrten Wegen?

Jagdfeld: Sicher macht man bei einer so einzigartigen Projektentwicklung auch Fehler. Aber die Unzufriedenheit der Gäste ist davon unabhängig. Ich hatte geglaubt, dass man die Hotelanlage mit einem völlig offenen Gastbereich erfolgreich führen könnte. Aber im Sommer haben täglich bis zu 5000 Besucher–davon übrigens höchstens zwei Prozent aus Doberan und Umgebung–im Ort Station gemacht. 5000 Ausflügler täglich hinterlassen Spuren, die nicht zu verkraften sind.

OZ: Sie wollen also doch ein geschlossenes Areal, wie es von Kritikern befürchtet wird?

Jagdfeld: Das Gesamtensemble Heiligendamm soll für jedermann künftig erlebbar bleiben–von der Promenade aus, von der Hauptstraße aus. Aber eben nicht jedes einzelne Haus der Hotel-Anlage. Nicht jedes Gästezimmer muss durch die Scheibe von Neugierigen besichtigt werden können. Da muss sich etwas ändern. Wir brauchen Einfriedungen.

OZ: Von dem historischen Villenbestand im Ort ist noch mehr als ein halbes Dutzend in sehr schlechtem Zustand. Wann beginnt die Sanierung?

Jagdfeld: Wir wollen die Perlenkette an der Promenade zur Hotelanlage „Adlon am Meer“ entwickeln. Mit einem neu zu bauenden Thalasso- und einem Ayurveda-Zentrum sowie einer Klinik für plastische Chirurgie. Dazu gibt es Entwürfe für zwei Bebauungspläne.

OZ: Warum muss die Sanierung der alten Villen an den Bau zweier riesiger Neubaukomplexe gebunden werden?

Jagdfeld: Die sind nicht riesig, und sie passen sich sehr gut in das Gesamtensemble ein. Die Größe folgt der notwendigen Funktion. Wir stehen im europäischen Wettbewerb. Standorte am Mittelmeer haben uns klimatisch im Winter etwas voraus. Da müssen wir ausgleichen. Ohne Thalasso und Ayurveda wird auch das Grand Hotel nicht erfolgreich sein. Wir müssen auch in der kalten Jahreszeit Gäste hierher locken. Solche Kur-Zentren können nur als Neubauten entstehen, sind in die alten Häuser nicht integrierbar. Gleichwohl soll deren Sanierung parallel erfolgen. Dafür kann das Bad Doberaner Stadtparlament auf seiner heutigen Sitzung die Weichen stellen.

OZ: Es geht um die Erweiterung eines historisch einmaligen Kerns durch Neubauten. Das will gut abgewogen sein.

Jagdfeld: Am Grand Hotel kann doch jeder sehen, wie wir mit dem Juwel Heiligendamm umgehen. Wir werden am Strand keine Betonburgen bauen. Wir setzen auf Stil und guten Geschmack, das sind wir Heiligendamm und seinen Gästen schuldig. Für das Ayurveda-Zentrum haben wir eine Architektur im Stile eines indischen Palastes vorgesehen. Auch früher schon wurden in Parks Funktionsgebäude besonders hervorgehoben, indem man sie als indische oder chinesische Bauwerke konzipierte. Gerade Doberan ist dafür ein markantes Beispiel mit seinen beiden chinesischen Pavillons am Kamp.

OZ: Abgeordnete beklagen dennoch, dass Sie zu viel Druck erzeugen, dass alles viel zu schnell geht...

Jagdfeld: Zu schnell? Unsere Pläne sind seit Mai bekannt. Außerdem geht es heute zunächst um die Genehmigung eines Vorentwurfs für zwei Bebauungs-Pläne, die dann bis zur Beschlussfassung noch drei Monate lang öffentlich diskutiert werden können. Ich möchte aber daran erinnern, das es um weitere Investitionen von 250 Millionen Euro geht, um weitere 300 Arbeitsplätze in Heiligendamm und 200 in der Umgebung!

OZ: Wenn jetzt alles nach Ihren Plänen liefe–wann könnte Baubeginn sein?

Jagdfeld: Wenn jetzt zügig entschieden wird, könnte es im Frühjahr 2005 losgehen. Wir rechnen mit drei Jahren Bauzeit und 300 Jobs in hiesigen Handwerksbetrieben durch unsere Aufträge. Für mich sind jetzt klare politische Signale wichtig, weil wir auch auf eine Kofinanzierung durch EU-Mittel angewiesen sind. Die müssen wir spätestens im Frühjahr 2004 auf Basis einer soliden Planung beantragen. Mit dem Beitritt Polens zur EU im Mai wächst die Gefahr, dass mehr Geld aus Brüssel in den Aufbau der dortigen Küstenregion fließt. Ich möchte, dass Heiligendamm eine Erfolgsstory wird, deshalb muss es jetzt hier weitergehen.

Interview: JAN EMENDÖRFER
 

 

Wenn ich sage, dass Jagdfeld das Problem auf die ihm eigene Weise lösen will, ist das nicht abwertend gemeint.

Jagdfeld hat das Erfolgsgeheimnis verstanden und nur darum ist er auch so erfolgreich.

Eine wichtige Regel aller Menschen, die es im Leben zu Reichtum gebracht haben ist, sich vorzustellen, schon am Ziel zu sein.

Wenn Jagdfeld rein äußerlich den Menschen etwas vorschwärmt - man möchte sagen: Luftschlösser baut - dann tut er das im festen Glauben daran, es auch zu erreichen.

 

Jagdfeld verdient am Fonds nur, wenn das Projekt läuft.

Mit Träumerei und leeren Versprechen verdient kein Mensch etwas.

Er hat also keinen Grund, den Menschen etwas vorzumachen.

 

Es gibt Unternehmen, die ihre Daseinsberechtigung darin haben, Fördergelder abzuschöpfen und sich dann aufzulösen.

2003 hat FUNDUS aber bereits so viel Geld investiert, dass die Fördergelder nicht einmal dagegen gestellt werden können.

 

Schauen wir uns seine Aussagen einmal genau an:

 

Aussage 1: Wir wissen nicht, wie viele Gäste da waren aber es könnten 30% mehr sein. (?!)

Aussage 2: Wir wissen nicht, wie viele Gäste da waren aber die Gaffer sind Schuld, dass es zu wenig sind. (?!)

Aussage 3: Die Bad Doberaner sind gar nicht so sehr das Problem. Die Störung kommt von außerhalb.

(Womit sie nicht greifbar ist.)

Aussage 4: Heiligendamm bleibt erlebbar - von der Promenade (die verkürzt werden soll) und der Hauptstraße aus

(Wobei die ja in ferner Zukunft für Hotelgäste sein soll)

Aussage 5: Wir bestimmen das Tempo und weitere Investitionen hängen von den Stadtvertretern ab.

(Will er nun Heiligendamm entwickeln oder nicht?)

Aussage 6: Überlegt nicht zu lange - vertraut uns.

 

Nicht beantwortet sind die wichtigsten Fragen:

Wann wird die Perlenkette saniert?

 (Die Antwort war: Wenn..., dann..., wenn nicht, dann mal sehen)

 

und

Warum muss die Sanierung der Perlenkette an die Neubauten gebunden werden?

(Die Frage umschifft er geschickt und lässt sie unbeantwortet.)

 

Ansonsten sind seine Aussagen natürlich nachvollziehbar.

Man muss ja davon ausgehen, dass das Konzept professionell entwickelt wird - auch wenn man nicht alles versteht.

 

 

Die Stadtvertreter jedenfalls verstehen das Konzept nicht:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch,17.Dezember 2003  |  Titelseite Bad Doberan
 

Doberaner Stadtvertreter tagten


Heiligendamm: B-Plan-Entwürfe bestätigt


Vier Bauanfragen der Heiligendammer Investoren passierten jetzt die Bad Doberaner Stadtvertretersitzung.
Zum größten B-Plan-Gebiet wurde ein Werkstattverfahren beschlossen.


Bad Doberan Viermal Ja antwortete die Mehrheit der Bad Doberaner Stadtvertreter auf vier Bauvoranfragen der Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH)–einige von ihnen mit Bauchschmerzen und trotz 200 Unterschriften für ein Zurückstellen dieser Beschlüsse, die die Bürgerinitiative beim Cityfest gesammelt hatte.

„Wir befinden uns in dem Dilemma, ein Vorhaben in drei- und mehrstelliger Millionenhöhe ehrenamtlich zu begleiten“, brachte Christoph Brandt (CDU) das Problem auf den Punkt. Er hätte sich gewünscht, dass Fachleute vom Schweriner Ministerium das Vorhaben begleiten. Zumindest den Bebauungsplan 25, der zwischen Grandhotel, Promenade, Parkplatz am Golfteich, Seedeichstraße und Landstraße gilt, wird künftig ein Expertenteam begleiten: Die Abgeordneten beschlossen dafür ein Werkstattverfahren.

„Bei einer moderierten Planungswerkstatt arbeiten mehrere Stadtplaner und Architekten unter Leitung eines externen Moderators zusammen, der Architekt oder Stadtplaner mit Erfahrungen in Verwaltung und Politik sein sollte“, erklärte Architekturprofessor Joachim Andreas Joedicke aus Schwerin. Unter Beteiligung der „Planungsbetroffenen“ sollen sie parallel zum B-Plan-Verfahren Vorschläge aller Beteiligten einarbeiten und Alternativen zum B-Plan-Entwurf entwickeln, so Konflikte zwischen Investoren und Betroffenen entschärfen. Funktioniert habe das zum Beispiel bei der Gestaltung des neuen Stralsunder Meeresmuseums und des Kurgebiets von Lübeck-Travemünde.

Für Anke Bitter (PDS) und Frank Pieplow ist unklar, warum ein solches Verfahren nur für den B-Plan 25 helfen soll. „Wir brauchen für ganz Heiligendamm ein Gesamtkonzept, auf dessen Grundlage wir auch über alle künftigen Bauvorhaben entscheiden können.“ Frau Bitters Antrag, auch den Entwurf des B-Plans 26 inklusive Ayurveda-Zentrum an ein Werkstattverfahren zu koppeln, wurde abgelehnt. Dem Entwurf des Plans stimmte die Mehrheit ebenso zu wie den Bauvoranfragen zu Demmlerpark und -palais, einem Komplex aus Wohngebäuden, der sich von der ehemaligen Gaststätte „Palette“ entlang der Kühlungsborner Straße bis etwa Höhe Orangerie erstrecken soll.

Der B-Plan 25 enthält laut Stadtplanungs-Chef Norbert Sass das größte Konfliktpotenzial in Heiligendamm. Er beeinflusst etwa die Gestaltung von Thalassozentrum, Prof.-Dr.-Vogel-Straße, den Villen der „Perlenkette“, Kurpark und der Wege zwischen den einzelnen Häusern. Sass geht davon aus, dass mit der Werkstatt im Februar begonnen werden könnte. Joedicke schätzt die Dauer eines solchen Verfahrens auf zwei bis drei Monate, die Kosten auf 50 000 Euro. Woher die kommen sollen, prüft die Stadt nun.

Die beiden B-Plan-Entwürfe müssen öffentlich ausgelegt werden. Für Demmlerpark und -palais kann der Investor als nächstes Bauanträge stellen, zu deren Beantwortung der Landkreis nur noch die Träger öffentlicher Belange, nicht die Einwohner, anhören muss. Die B-Plan-Entwürfe werden demnächst öffentlich vorgestellt.

RENATE SCHUMANN
 

 

Das Werkstattverfahren ist das Vernünftigste, was die Stadt in der Situation tun kann.

Auch dass nur der B-Plan 25 im Werkstattverfahren bearbeitet wird, ist nachvollziehbar.

Wenngleich hier wahrscheinlich die hohen Kosten eher das Argument sein dürften.

Im Klartext bedeutet diese Verfahrensweise aber, dass die Stadt Geld ausgeben muss, um sich eine Sache von Dritten erklären zu lassen. Sie könnte sich auch die Pläne von der ECH erklären lassen und darauf vertrauen, dass die Experten dort wissen, was sie tun.

 

 

In alter Manier: Positivschlagzeilen zum Jahresende.

 

Wenn man so täglich seine Ostsee-Zeitung liest, fällt das gar nicht so auf.

Wenn man aber die Artikel auf einer Seite zusammen trägt, bemerkt man,

dass die Ostsee-Zeitung zum Jahresende stets für gute Stimmung zu sorgen versucht.

Vielleicht hängt das damit zusammen, dass so die Menschen zur OZ-Spendenaktion animiert werden (mit guter Laune spendet es sich besser) aber vielleicht liegt es auch einfach nur am Zauber von Weihnachten.

Hier ist wieder die alljahresendliche Positivschlagzeile aus Heiligendamm:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Montag, 29. Dezember 2003  |  Mecklenburg-Vorpommern
 

Erwartungen für Kempinski Heiligendamm mehr als erfüllt

Heiligendamm (dpa) Die Erwartungen für das erste Halbjahr im Kempinski Grand Hotel Heiligendamm sind laut Direktor Thomas Klippstein mehr als erfüllt worden. „In der Sommersaison hatten wir eine Auslastung von 70 Prozent, im Juli und August waren wir nahezu ausgebucht“, sagte Klippstein. Durchschnittlich blieben die Gäste sechs Tage, zehn Prozent seien mehrfach zu Gast gewesen.

Das Grand Hotel war Ende Mai nach der Sanierung eröffnet worden. Die Kölner Fundus-Gruppe investierte in zwei Jahren 232 Millionen Euro. Im Herbst seien im Schnitt 50 Prozent der Zimmer belegt gewesen. „Unsere Gäste kamen vor allem aus Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Gäste aus Bayern nutzten häufig die Fluglinie München-Rostock-Laage“, meinte Klippstein. Der Anteil ausländischer Gäste lag bei sieben Prozent. Die Hälfte von ihnen kam aus der Schweiz.
 

 


Fazit 2003: Alles wird gut (?).

 

Das Bauvorhaben ist gelungen, das Hotel ist eröffnet, die Zweifel sind verflogen.

Dennoch ist man sich nicht ganz grün. Die Frage des Jahres 2003 ist daher: Quo vadis, Heiligendamm?



Hier geht es weiter:
 2004:Neues Jahr. Neue Wege?