2002: Inzwischen steht
auch die Finanzierung.
Es ist kaum zu glauben,
dass man ein Projekt auf die Beine stellen kann, ohne Geld in der Tasche
zu haben.
Fonds machen das
möglich. Die Anleger laufen Dank der Berichte in den Medien in Scharen zu
FUNDUS und investieren je 100.000 Euro in den Fonds.
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OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 8. Januar 2002 |
Heiligendamm-Fonds zu 70 Prozent platziert
Silvester 2002 sollen erste Gäste kommen
Heiligendamm/Köln (OZ)
Optimistisch für seine
Bauvorhaben in Berlin, Heiligendamm und Wustrow zeigt sich jetzt in
einer Pressemitteilung Fundus-Chef Anno August Jagdfeld. Fundus habe
im vergangenen Jahr im Fondsvertrieb rund 51 Millionen Euro
Eigenkapital platziert. Das sei angesichts des geschrumpften
Gesamtmarktes in 2001 gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte zufriedenstellend für die Fundus-Geruppe. Sie setze auch künftig auf
Immobilienprojekte im obersten Qualitätssegment.
Wie es heißt, habe das Luxushotel Adlon Berlin im
Jahr 2001 das zweitbeste Ergebnis seit seiner Wiedereröffnung vor fünf
Jahren erreicht. Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr sei mit 6,1
Prozent erheblich moderater ausgefallen, als viele befürchtet hatte.
Mit 34 Millionen Euro habe der Gesamtumsatz des Adlon so hoch wie
niemals sonst–außer im Ausnahmejahr 2000–gelegen.
Fundus erwartet Boom auf Fondsanteile
Auch der Fundus Fonds 34 Grand Hotel Heiligendamm
sei mitten in der Vermarktung. Wenn beim Bau dieser Hotelanlage mit
rund 170 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen weiterhin alles
planmäßig verlaufe, würden die ersten Gäste zur Jahreswende 2002/2003
begrüßt und der Hotelbetrieb könne voll in die Saison 2003 starten.
Wie Jagdfeld mitteilen lässt, sei der Fonds bereits zu 70 Prozent an
Endzeichner ausplatziert. Damit sei er doppelt so stark gezeichnet wie
das Hotel Adlon Berlin zur Zeit des Richtfestes. Jagdfeld hofft jetzt,
dass es mit Baufortschritt und damit der Sicht auf die gesamte
Schönheit und Pracht des Hotels einen Run auf die letzten Fondsanteile
geben werde. Auch beim Adlon habe gerade die letzte Bauphase nochmals
richtigen Schwung in den- Fondsvertrieb gebracht. Dort sei die Hälfte
der Fondsanteile in den letzten sechs Monaten vor Fertigstellung
gezeichnet worden. In Heiligendamm seien aber nur noch ein Drittel der
Anteile zu haben, heißt es.
Keine konkreten Termine für Bauen auf Wustrow
Termine für das Bauen auf der Ostseehalbinsel
Wustrow nennt das Unternehmen nicht. Hier wird von Mittelfristigkeit
gesprochen. Wustrow werde ein bevorzugtes Wohn- und Freizeitgebiet für
bis zu 2300 Menschen werden, davon je zur Hälfte Dauerbewohner und
Feriengäste. Geplant sei auch eine Marina mit 240 Liegeplätzen. Der
27-Loch-Golfplatz werde als Linkscourse mit Meeresbegrenzung sogar von
zwei Seiten eine in Deutschland einmalige Attraktion für diesen immer
beliebter werdenden Sport. Die Projektentwicklung sei in Abstimmung
mit der Gemeinde Rerik 2001 planmäßig voran getrieben worden.
„Da es sich bei unseren großen Entwicklungen
ausnahmslos um außergewöhnliche Immobilien in ersten Lagen mit
höchsten Qualitätsansprüchen handelt, untermauern wir mit diesen
konkreten Vorhaben unsere Fokussierung auf 'Prime Properties'
(Immobilienobjekte im obersten Qualitätssegment, d. R.) als dem
Fundus-Markenzeichen“, erklärt Jagdfeld.
SP.
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Inzwischen ist also
auch Wustrow im Gespräch. Aber die "FUNDUS-Geruppe" (jaja, die lieben
Tasten) schiebt Wustrow im Prinzip schon hier in weite Ferne.
In den folgenden
vier Monaten kamen weitere Details ans Licht,
die die Bürger
verunsicherten:
Wird Heiligendamm eingezäunt? Bleiben die Wege
öffentlich?
Kommt man noch durch den Küstenwald?
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OSTSEE-ZEITUNG |
Mittwoch, 17. April 2002 |
Strand im
Seebad Heiligendamm bleibt öffentlich
Heiligendamm
(OZ) Der Strand in Heiligendamm bleibt öffentlich; Strände an
Deutschlands Küsten stehen dank der Gesetzgebung nicht zum Verkauf.
Das bestätigte Peter Sähn von der Entwicklungs Compagnie Heiligendamm
(ECH) jetzt Mitgliedern und Gästen des Rostocker Marketing Club e. V.
Er verschaffte ihnen Einblick in das bisherige und künftige Geschehen
im rund 165 Millionen Euro schweren Seebadprojekt.
Allerdings werde die Höhe der Kurtaxe–je nach
Geldbeutel–den jeweiligen Abschnitt der Nutzer bestimmen. Was, so die
ECH-Verantwortlichen, spätestens notwendig werde, wenn rund 2000 Gäste
des geplanten Ferienparks in Doberan auch die Vorzüge der Ostsee
nutzen wollen. Demnach sollen auch weitere Parkplätze außerhalb von
Heiligendamm in Richtung Kühlungsborn geschaffen werden, da die Plätze
innerorts weitgehend für Gäste von Kempinski und Co. genutzt werden
sollen. Geplant für die kommenden Jahre ist die Befestigung und
Vergrößerung des Sandstreifens um das Doppelte der bisherigen Breite,
ließ das Amt für Umwelt und Natur verlauten. „Der Einweihungsfeier des
Grand Hotels im Herzstück der weißen Stadt am Jahresende steht“, so Sähn, „bislang nichts im Wege“. Wenn es auch zunächst nicht den
Anschein einer termingerechten Fertigstellung mache. Die Verzögerung
sei der umfangreichen Recherche über das Projekt des Betreibers
Kempinski geschuldet. Nach der Unterzeichnung eines
Management-Vertrages über zehn Jahre konnten die Bauarbeiten
fortgesetzt werden.
Nach der Kempinski-Recherche wünschen die Besucher
von Resorthotels überwiegend Wochenendbesuche in Ruhe und erholsamer
Luft. Urlauber, die sonst nach Frankreich oder in die Schweiz fahren,
sehen in Heiligendamm ihr künftiges Urlaubsziel. 2003 soll mit der
Restaurierung der Ost-West-Häuser begonnen werden, in denen
Eigentumswohnungen entstehen. Eine Verlängerung der Kolonnaden für
Geschäfte des täglichen Bedarfs, Galerien und Parfümerien sind
geplant.
Die Hartel Golfgruppe versicherte dem künftigen
Betreiber des mondänen Seebades bereits eine 40-prozentige Auslastung
des Hotels zu, verriet Sähn.
Es entstehen mit dem Grand Hotel vorerst
rund 150 Arbeitsplätze, die vom künftigen Hotelchef für den
Praxiseinsatz geschult werden sollen; möglichst Mitarbeiter aus der
Region.
Insgesamt sollen in Heiligendamm 450 Arbeitsplätze entstehen.
D.W.
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Die wichtigsten
Aussagen dieses Artikels dürften sein, dass die Hotelgäste ungestört sein
möchten und dass sie auf dem Hotelgelände alles bekommen werden, wofür sie
ihr Geld ausgeben. Weiterhin ist wichtig, dass die Höhe der Kurtaxe regeln
wird, wo sich Hotelgäste und wo Tagestouristen aufhalten und, dass der
Massentourismus seine Mobilität vor den Toren der Weißen Stadt am Meer
ablegen muss. Auch die Sanierung der Perlenkette wird hier noch einmal
zeitlich umrahmt.
Wichtig ist auch die
Aussage, dass Kempinski lange recherchiert hat, bevor es den Vertrag
unterschrieb. Ganz so sicher war man sich im Hause Kempinski also nicht.
Zumindest das mit der
Kurtaxe muss aber falsch verstanden worden sein. Die Kurtaxe ist für alle
Besucher gleich.
Woher soll der Automat
denn auch wissen, wen er da vor sich hat?
Kurz nach diesen
Informationen legt die Ostsee-Zeitung weitere positive Meldungen nach.
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 24. April 2002 |
Strand bleibt Spaziermeile
Keine Verbots-Schilder in Heiligendamm bis Höhe Rettungsturm
Bürger Bad Doberans haben Sorge, einst Betreten-
verboten-Schilder in Heiligendamm zu entdecken. Doch das Seeheilbad
brauche die Öffentlichkeit, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin.
Bad Doberan (OZ) Zum Jahresende werden im Kempinski-Hotel zu
Heiligendamm erstmals Korken vom Champagner knallen. Der Bautenstand
im Seeheilbad lässt kaum Zweifel daran, und die Bauherren von Fundus
und ECH schon gar nicht. Und wer alles flaniert danach durch die neue
alte Weiße Stadt am Meer? Wird es Zäune geben, die dem Spaziergänger
und Radler aus Nah und Fern Wege versperren? Ist der Strand dann noch
zugänglich für jedermann? Wo können Autos geparkt werden? Fragen, die
Doberaner stellen.
Schon in der letzten Woche stand es in der OZ:
Strände sind öffentlich. Das befiehlt das Bundesgesetz. „Es wird aber
so sein, dass Strandabschnitte gepachtet werden, um dort Strandkörbe
aufzustellen“, erklärt Bürgermeister Hartmut Polzin. Das Hotel, die
Median-Klinik, Bad Doberaner, Heiligendammer werden dort gegen ein
Entgelt an die Stadt ihre Strandkörbe hinstellen. „Natürlich bleibt
der Strand als Spazierweg dabei offen“, setzt Polzin noch hinzu.
Kein Radfahren mehr auf der Promenade
Und die Kurtaxe? Die soll nach Strandabschnitten
gestaffelt werden, angepasst an die Geldbeutel? „Unsinn“, sagt der
Bürgermeister.
Kurtaxe zahlt der Millionär genauso viel wie der
Werftarbeiter. Auch der Tagesurlauber muss sie zahlen. „In
Heiligendamm wird viel investiert.
Auch die Promenade wird neu
gestaltet. Dort wird dann das Radfahren nicht mehr gestattet“, teilt Polzin mit. Was so viel heißt: Der Europäische Rad- und Wanderweg wird
verlegt. Er führt dann so gut wie um den Ort herum, berührt das Areal
der Seevillen nicht, zweigt vor dem Residenzhotel ab, landet auf der
Straße zum Kinderstrand. „Die exakte Wegeplanung liegt noch nicht
vor“, so Polzin. Man arbeite noch an der genauen Planung. „Wir
gemeinsam. Die Stadt und ECH“, betont der Bürgermeister. Weil die
Stadt es will, sind einige Wegeführungen wieder geöffnet worden,
bleibt der Parkplatz an der L 12. Auch die Erschließungsstraße, die
unweit der Abfahrt nach Vorder Bollhagen entlang führen wird, bekommt
einen Radweg. Diese Straße wird in diesem Jahr noch weitestgehend
fertig; sie entsteht für die Baugebiete B-Plan 18, und 19 und für
Vorder Bollhagen.
Verständlich, dass die Weiße Stadt verkehrsberuhigt
wird. Auch das gehört dazu, will jemand den Seeheilbad-Status. Und
welche Straßen und Wege werden später noch öffentlich sein?
„Heiligendamm ist verkauft worden. Da gelten Privatrechte“, setzt
Polzin erst einmal vornan. „Die Promenade ist aus Richtung Ost bis zur
Höhe Rettungsturm öffentlich, dahinter gilt Privatrecht. Privat ist
das Gebiet bis zur Alexandrinen-Cottage. Der Stadt gehören die
Prof.-Vogel-Straße, die Zufahrt zur Burg Hohenzollern, die
Seedeichstraße, die Promenade, der Weg zwischen Haus Hohenzollern und
Haus Mecklenburg, der Parkplatz am Residenzhotel, Wege vom und zum
Bahnhof und einige durch den Wald. Öffentlich ist natürlich die
Landesstraße, die durch den Ort führt.“
Öffentlichkeit bleibt wichtige Prämisse
Innerorts wird es nur Parkplätze für Hotelgäste
geben. Außerhalb werden Parkflächen für Besucher entstehen.
„Ein hohes
Maß an Öffentlichkeit ist eine der Prämissen, die ein Seeheilbad für
sein Prädikat erfüllen muss“, erklärt Polzin.
Deshalb werde er, Polzin,
sich wehren, würden „bestimmte Dinge“ nicht so kommen.
Dass es beim
Bauen in dieser Dimension auch Streit gebe, sei kein Geheimnis.
INGELINDE SPILLER
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Polzin stellt sich
hinter die Öffentlichkeit für Heiligendamm.
Die Ostsee-Zeitung
klärt auf, dass der Strand öffentlich ist aber verpachtet werden darf.
Nun, wer garantiert, dass die ECH nicht den Strand zwischen Kinderstrand
und Schleuse pachtet? Sicherlich übertrieben. Zumindest darf man aber auch
dann am Wasser entlang laufen, denn es werden keine Zäune bis ins hinein
Wasser gezogen.
Radfahren auf der
Promenade war bisher auch verboten. Allerdings gab es bisher neben der
Promenade einen Radweg, der mit der Sanierung entfallen ist. Es ist damit
zu rechnen, dass das Radfahrverbot im Gegensatz zu früher nun rigoros
durchgesetzt wird.
Polzin macht auch noch
einmal klar, dass es keine Kurtaxen-Staffelung geben kann.
Die Stadt
arbeitet mit der ECH zusammen, lässt sich aber nicht die Butter vom Brot
nehmen.
Sie setzt ihre Interessen anno 2002 noch immer klar durch.
Klar
wird auch, dass es mit dem Küstenwald bald vorbei ist. Aber Polzin
definiert die öffentlichen Wege.
Wir merken uns: Der Weg zwischen Haus
"Mecklenburg" und der Burg ist öffentlich.
Ebenso der Parkplatz am
Residenz-Hotel. Also dort, wo das Thalasso-Zentrum hin soll.
Polzin macht klar,
worum es ihm in Heiligendamm geht: Um den Status als Seeheilbad.
FUNDUS setzt noch
einen drauf und investiert 49 Millionen Euro zusätzlich.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 16. Mai 2002 |
Weiße Stadt am Meer wird noch mondäner
Fundus investiert zusätzlich
Die Fundus-Gruppe will weitere 49 Millionen Euro
im Seebad Heiligendamm investieren. Ein Luxusrestaurant, ein
Konferenzbereich und ein Zentrum für indische Medizin sollen weitere
100 Arbeitsplätze schaffen.
Köln/Schwerin (OZ/kw) Im Januar 2003 werden die ersten Gäste im
170 Millionen Euro teuren Grand Hotel Heiligendamm übernachten können.
Jetzt hat der Chef der Kölner Fundus-Gruppe, Anno August Jagdfeld,
weitere Investitionen angekündigt.
Ein italienisches Restaurant der
Spitzenklasse, ein futuristischer Konferenzsaal mit 500 Plätzen nach
finnischem Vorbild und ein Zentrum für indische Ayurveda-Medizin
sollen als nächste Projekte verwirklicht werden.
Für die Zusatzinvestitionen im Gesamtumfang von 49
Millionen Euro nahm Jagdfeld gestern einen Fördermittelbescheid des
Wirtschaftsministeriums über 14,7 Millionen Euro entgegen.
Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) betrachtet die finanzielle
Beteiligung als Zukunfstsinvestition: „Der Wiederaufbau des Seebades
ist ein einmaliges Projekt, das Mecklenburg-Vorpommern international
bekannt machen wird.“
Mit den zusätzlichen Angeboten verfolgt Jagdfeld ein
ehrgeiziges Ziel: „Heiligendamm hat das Zeug, das Nizza Deutschlands
zu werden.“ Diese Entwicklung geschehe nicht von allein, lasse sich
aber in einem rund zehn Jahre dauernden Prozess verwirklichen. Dazu
seien viele weitere Ideen gefragt, Anstrengungen müssten unternommen
werden.
Das jetzt geplante Konferenzzentrum schaffe
beispielsweise die Voraussetzung, dass europäische Staatschefs und
Regierungsdelegationen in der „Weißen Stadt“ logieren und arbeiten
könnten. Mit dem Angebot der Ayurveda-Medizin in einem neu zu bauenden
indischen Tempel wolle man zu dem bedeutendsten Ayurveda-Zentrum bei
Delhi in Konkurrenz treten. Die personellen Voraussetzungen würden
erfüllt.
Für das Grand Hotel hat bereits der Innenausbau
begonnen. Jagdfeld rechnet damit, dass die Erprobungsphase mit den
ersten Gästen im Januar beginnen kann. Das Hotel in dem einmaligen
weißen Bauensemble wird über knapp 500 Betten der Luxusklasse
verfügen. Dazu kommen ein Reitsportzentrum, acht Tennisplätze,
Golfplatz, Kindergarten, Wellness- und Fitness-Bereich sowie großzügig
gestaltete Parkanlagen. Rund 400 Arbeitskräfte werden sich um die
Gäste kümmern, weitere 100 sollen durch die zusätzlichen Investitionen
Arbeit in Heiligendamm finden.
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Also eigentlich
investiert FUNDUS "nur" 34,3 Millionen Euro zusätzlich. Der Rest sind
Fördermittel.
Das Land Mecklenburg-Vorpommern verspricht sich Vorteile aus
dem Grand Hotel.
Mecklenburg-Vorpommern soll durch das Grand Hotel
international bekannt werden. Wie auch immer.
Der normale Bürger
Mecklenburg-Vorpommerns wird für sich keinen unmittelbaren Vorteil darin
sehen, dass Mecklenburg-Vorpommern international bekannt ist.
Für ihn
zählt eher, dass seine Steuergelder in etwas fließen, das er gar nicht zu
Gesicht bekommt. Wenngleich er das Meiste davon durchaus nutzen darf und
kann.
Die Stadt Bad
Doberan ergreift ein paar Vorsichtsmaßnahmen
Oder wie soll man es
nennen, wenn sie in Heiligendamm Land beansprucht, das sie bisher nie
beanspruchen musste, weil niemand es ihr streitig machen würde? Jeder kann ein
Wassergrundstück erwerben und bevor FUNDUS es tut, kommt die Stadt dem
zuvor. Irgendwo mag da doch ein gewisses Misstrauen mitspielen. Wenn ich ein Grundstück
kaufe, auf dem sich ein Weg befindet, dann gehört auch der Weg mir, sofern
er nicht öffentlich ist. Ich darf ihn dann sperren oder vernichten. Auf dem beantragten
Wassergrundstück steht nichts geringeres, als die Heiligendammer
Seebrücke, die keinen öffentlichen Weg darstellt. Erwirbt jemand dieses
Grundstück, kann er den Zugang zur Seebrücke ab Wasserkante untersagen.
Die Stadt tut also nichts unüberlegtes.
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OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 14. Juni 2002 |
Stadt und Kreis verschieben ihre See-Grenze
Seebrücke bekommt „Grundstück“
Was auf dem Land üblich ist, wünscht sich die
Doberaner Stadtvertretung auch für das Wasser. Sie hat nämlich für die
Seebrücke in Heiligendamm ein Wassergrundstück beantragt.
Bad Doberan (OZ) Die Stadt Bad Doberan will sich flächenmäßig
vergrößern. Dabei denkt sie nicht– wie es gern die benachbarte
Hansestadt Rostock macht –daran, etwa umliegende Gemeinden ins
Stadtgebiet zu holen. Nein, der Blick der Stadtvertreter ruhte dabei,
als die Idee zum Beschluss wurde, auf der See. Sie haben nämlich
beantragt, dass die die Seebrücke Heiligendamm umgebende Wasserfläche
Doberaner Gemeindeland wird.
Und das vor ganz langer Zeit. Per Beschluss vom 9.
November 2000 beantragte die Stadt beim Innenministerium die „Inkommunalisierung“
der gemeindefreien Wasserfläche im Bereich der Seebrücke Heiligendamm.
Das Innenministerium prüfte zusammen mit dem Wirtschaftsministerium
gründlich. Denn schließlich müssten genau 5776 Quadratmeter
Hoheitsgebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern an die Stadt Bad
Doberan abgetreten werden.
Norbert Sass, Chef des Amtes für Stadtentwicklung in
Bad Doberan, sieht den Vorgang völlig unspektakulär: „Wie auch auf dem
Land, geht es uns um eine Zuordnung von Gebäuden oder Objekten zu den
dazugehörigen Grundstücken.
Wir wollen also die Seebrücke, die uns
gehört, einem Wassergrundstück zuordnen.“ Bebauungspläne für die dann
eingemeindete Wasserfläche gibt es nicht.
Der Vorgang ist gewichtig, weil ja nicht nur die
Gemeinde Bad Doberan, sondern auch der Landkreis Bad Doberan betroffen
ist, der ja auch etwas größer werden würde. Und so hat es fast zwei
Jahre gedauert bis die Antragstellung in Bad Doberan quasi in die
Münsterstadt zurückgekehrt ist. Die Abgeordneten des Landkreises
müssen nun auf ihrer Sitzung am 19. Juni entscheiden, ob sie ihr
Kreisgebiet auf das Wasser ausdehnen wollen, der „Inkommunalisierung“
in der Gemarkung Heiligendamm zustimmen.
Die Seebrücke wird auch nach der Fertigstellung des
gesamten Fundus-Areals in Heiligendamm die Attraktion für Tagesgäste
im Seebad sein.
Sie bleibt vom Strand und der Promenade aus
zugänglich.
Die Zuordnung von einer Wasserfläche zu einer
Seebrücke ist übrigens im östlichen Landkreis, in Graal-Müritz, schon
geschehen.
THOMAS STERNBERG
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Und Jagdfeld erklärt
die neuen Pläne:
Die Erweiterungen
anzukündigen, ist das eine. Sie müssen auch gut verkauft werden.
Tatsächlich ist es
so, dass das Grand Hotel allein nicht erfolgreich sein kann, solange es
den Gästen nichts außergewöhnliches bietet. Um sich von anderen
Einrichtungen abzuheben, tut es nicht der Stern allein.
Der Gast würde auch
in Hotels mit weniger Sternen einkehren, wenn sie ihm mehr bieten können.
Da Heiligendamm schon keine Stadt ist, die als Gesamtheit
infrastrukturell etwas bieten könnte, muss das Hotel-Resort diesen Mangel
kompensieren. Das war nie ein Problem, denn zuletzt hatte Heiligendamm
unter den Herzögen alles zu bieten, was sie begehrten. Vieles davon ist in
der Zwischenzeit aber verschwunden und darum muss nun etwas neues her.
Tagungen, Sport, Spiel, Freizeit, SPA und Wellness sind genau die
richtigen Ansätze und ein Ayurveda-Zentrum, das es so in Deutschland und
Europa noch nicht gibt, ist eine gewaltige Attraktion. Für alle, die es
sich leisten können - versteht sich. Jagdfeld klärt auf:
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OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 16. Juli 2002 |
Heiligendamm soll schönstes Seebad werden
Millionen für neue Einrichtungen
Mit 15 Millionen Euro vom Land und eigenen
zusätzlichen 46,1 Millionen will die Fundus-Gruppe im künftigen
Nobel-Bad Heiligendamm Einrichtungen schaffen , die die Saison
verlängern helfen.
Heiligendamm (OZ) Heiligendamm soll noch attraktiver, noch
schöner werden. Das schönste und attraktivste unter allen deutschen
Seebädern.
Dafür haben die Gesellschafter der Grand Hotel Heiligendamm
GmbH & Co KG am Wochenende in Köln ein Konzept zum stufenweisen Ausbau
des Grand Hotel um weitere saisonverlängernde Einrichtungen
beschlossen. Das ließ Fundus-Chef Anno August Jagdfeld gestern in
einer Presseerklärung mitteilen.
Aus der Landeskasse
Mecklenburg-Vorpommerns werden dafür weitere 15 Millionen Euro
fließen, die Gesellschaft erhöht das Eigenkapital um 46,1 Mio Euro.
Besagtes Konzept–es wurde mit dem Betreiber
Kempinski Hotels & Resorts und dem externen hotelfachlichen Berater
Steigenberger Consulting entwickelt–besteht im Kern aus fünf großen
Bausteinen, so Jagdfeld. So sollen im „Fürstenhof“ 35 weitere
Hotelzimmer entstehen. Ein großzügiges Konferenzzentrum soll
hochrangige Regierungs-, Verbands- und Unternehmenskonferenzen mit bis
zu 500 Teilnehmern ermöglichen. Fundus setzt darauf, dass hier auch
europäische Staats- und Regierungschefs mit größeren Delegationen
konferieren und logieren. Zweiter Baustein wird die
Neun-Loch-Golfanlage Wittenbeck, die um weitere 18 Löcher ausgebaut
wird. Eine Tennisanlage entsteht. Ein edles italienische
Restaurant–Ableger aus dem Berliner ADLON-Palais–soll gastronomischer
Anziehungspunkt für die Gäste der Region werden.
Im Baustil eines indischen Palastes soll drittens
ein Ayurveda-Zentrum hinzu kommen, das mit den im Severin Palais des
Hotels befindlichen Fitness- und Beautyangeboten kombinierbar ist.
Viertens entsteht ein Kids-Club, um dem Familienurlaub in Heiligendamm
zusätzliche Attraktivität zu verleihen. Baustein Nummer fünf wird laut
Jagdfeld eine urige Gartenwirtschaft am Platz des nostalgischen
Forsthauses, mit deftiger Küche, Eis, Kuchen, Kaffee, großem
Abenteuerspielplatz.
„Das Grand Hotel Heiligendamm, die erstklassige
Landmark-Immobilie mit Geschichte und Tradition in nicht
wiederholbarer Spitzenlage an der Ostsee hat mit der Gesamtentwicklung
des ältesten deutschen Seebades eine große Zukunft. Den Menschen in
der Region bringt sie attraktive Arbeitsplätze, den Gästen Erholung
und Service in Perfektion und den Investoren sichere und solide
Renditen“, stellt der Fundus-Chef zu alldem klar.
Anfang 2003 soll in Heiligendamm mit der Eröffnung
des Grand Hotel „der Startschuss für einen gewaltigen
Entwicklungsschub“ erfolgen, „den der gesamte Ort in den Folgejahren
erfahren wird“, blickt Jagdfeld voraus. Von Jahr zu Jahr werde jeder
Gast selbst sehen können, wie sich Heiligendamm
Stück für Stück
zurückerobert, was es einst war und wieder sein wird: Das schönste
deutsche Seebad.
INGELINDE SPILLER
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"Stück für Stück zurück erobert". Bitte
merken.
...und die neuen
Attraktionen:
Golf gehört in dieser
Klasse einfach dazu. Eigentlich war angedacht, Heiligendamm zu entwickeln
und einen einmaligen Golfplatz in die Mitte zu nehmen. Es gab auch noch die
Option, den Golfplatz an alter Stelle wieder aufleben zu lassen aber der
wäre für heutige Ansprüche zu klein. Die Option, einen Golfpark in
Wittenbeck zu errichten, gab es von Anfang an. Dass man sich aber darauf
konzentriert und den Golfplatz in Heiligendamm nicht zugleich entwickelt,
war nicht vorgesehen. Hier muss man einfach
sagen, dass FUNDUS gezwungenermaßen kleinere Brötchen bäckt und erst
einmal einen Golfplatz - den in Wittenbeck - etabliert.
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OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 19. Juli 2002 |
Fundus plant attraktives Dreier-Paket für Golfer
Geschäftsführer Zimmermann stellt Konzeption vor
Wittenbeck (OZ) Es war eine aufregende und
kühne Vision, die Geschäftsführer Heiner Zimmermann von der Golf- und
Hotel-Resort GmbH im Gespräch mit OZ auf dem Wittenbecker Golfplatz
vorstellte. Der Heiligendamm- und Wustrow-Investor Fundus hat den
landschaftlich herrlich gelegenen Platz gekauft und will ihn nun in
das Gesamtkonzept der laufenden Entwicklung für Heiligendamm und der
künftigen Baumaßnahmen auf Wustrow integrieren. „Wittenbeck ist für
Golfer ein Standort, der gleichermaßen Natur pur, einen herrlich
freien Blick zur Ostsee und durch den ständig wechselnden Wind große
sportliche Herausforderungen bietet“, so Hobby-Golfer Zimmermann.
Die Golf- und Hotel-Resort GmbH Wittenbeck, eine
neue Fundus-Gesellschaft, plant daher einen großzügigen Ausbau des
Platzes.
„Die jetzt vorhandene Neun-Loch-Anlage und die von uns kurzfristig
angelegten drei weiteren Übungsbahnen sind für Golfer mit Anspruch
natürlich noch kein Anreiz nach Wittenbeck zu kommen. Es wird die
bisherige Anlage bestehen bleiben. Zusätzlich entsteht aber auf einer
Erweiterungsfläche, die zum Areal gehört, bis 2005 ein 18-Loch-Platz
mit internationalem Wettkampf-Niveau“, kündigt der Manager an.
Geplant ist auch die Errichtung eines großen Golf-Clubhauses mit einem
gepflegten Restaurant.
Zimmermann ordnet das Wittenbeck-Projekt in größere
Zusammenhänge ein. „Golfer sind Nomaden.
Sie ziehen von Platz zu
Platz, wollen immer wieder neue Herausforderungen“, weiß er.
In unmittelbaren Umfeld des Grand-Hotels
Heiligendamm wird–in Richtung Vorder Bollhagen–ein golfarchitektonisch
anspruchsvoller 18-Loch-Platz mit einem künstlichen See entstehen,
dazu kommt der in seiner hügeligen Topographie naturnahe Wittenbecker
Platz und langfristig die Golfanlage auf Wustrow zwischen Gartenstadt
und Tower mit vielen Biotopen–in einer einmaligen Lage zwischen Haff
und Meer.
„Golfer sind im gehobenen Hotel-Resort-Segment eine
wichtige Klientel. Im deutschen Golf-Mekka in Bad Griesbach in
Niederbayern gibt es pro Jahr rund 30 000 Übernachtungen von
Golfspielern und eine Golfschule mit 36 Lehrern, dazu sechs
18-Loch-Plätze. Wir arbeiten daran, die Bad Griesbacher
Gesellschaft–den unbestrittenen Marktführer in Deutschland–mit seinem
umfassenden Know-how auch als Betreiber für unser künftiges
Dreier-Paket in Heiligendamm, Wittenbeck und Wustrow zu gewinnen und
versprechen uns davon einen großen Zulauf von Golf-Touristen, die in
M-V Neues erleben möchte. In Heiligendamm arbeiten wir mit Kempinski
als Betreiber zusammen, für die Golfplätze werden wir Bad Griesbach
gewinnen. Das entspricht unserer Konzeption: Wir möchten nur die
Besten aus der Branche“, blickt Heiner Zimmermann selbstbewusst in die
Golf-Zukunft.
L. WERNER
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Die Ostsee-Zeitung darf
exklusiv hinter die Kulissen schauen:
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OSTSEE-ZEITUNG |
Dienstag, 30. Juli 2002 |
Bald
neuer Glanz in Cremeweiß
Noch dominiert
grauer Putz in der Weißen Stadt am Meer. Doch die Bauarbeiten in
Heiligendamm nähern sich sichtlich dem Abschluss.
Die ersten Fassaden
und Hotelsuiten sind fertiggestellt. Ab Frühjahr 2003 sind die Gäste
willkommen.
Heiligendamm (OZ) „Na, was sagen Sie?“ Mit gönnerhaftem Lächeln
öffnet Peter Sähn (65) die Tür zum ersten Hotelzimmer in der Weißen
Stadt. „Bitte Schuhe ausziehen“, mahnt der Mann von der Fundus-Gruppe.
Der Wunsch ist verständlich: Das Musterzimmer liegt mitten in einer
Baustelle. Elektrokabel hängen von der Decke, der graue Betonfußboden
ist voller Schmutz.
Auf Strümpfen betreten wir die Suite. „Aah...“
Beiger Teppichboden, beige Vorhänge. Alles Ton in Ton. Dazu ein Sofa
und zwei Sessel (natürlich beige), eine Ecke weiter das Schlafgemach
mit beiger Bettdecke. Im Bad eine Wanne mit wuchtiger
Graniteinfassung, Eau de Parfum von Bulgari und (beigefarbene)
Badelatschen. Knapp 400 Euro, so Sähn, kostet der Traum in Beige pro
Nacht. Mit oder ohne Frühstück? Sähn überlegt. „Schwierige Frage.“
400 Euro? Fast 800 Mark–eine Menge Geld. Doch
immerhin werde das Grand Hotel Heiligendamm „fünf Sterne plus“ haben,
versichert Sähn. („Ja, plus, das gibt es.“) Dampfbad, Sauna
Schönheitsfarm, erstklassige Küche, all das darf der Gast nutzen.
Alles geführt von der renommierten Kempinski-Gruppe. „Die rekrutieren
jetzt schon das Personal.“ Und „normale“ Doppelzimmer gibt es schon ab
250 Euro.
Im Frühjahr 2003 ist Eröffnung. 150 Angestellte
werden den Gästen dann zur Verfügung stehen, überwiegend stammen sie
aus der Region. Servicekräfte für 250 Zimmer in den sechs Häusern der
Weißen Stadt, die das „Grand Hotel Heiligendamm“ bilden. Alles
denkmalgeschützte Fassaden, bis auf einen Neubau: Das „Palais
Severin“, das sich nahtlos in das klassizistische Ensemble einfügt.
Severin hieß der Architekt der Weißen Stadt an der
See, die im 19. Jahrhundert Inbegriff des Nobeltourismus an der Ostsee
wurde. Selbst der Kaiser pflegte hier zu urlauben. In der „Burg
Hohenzollern“ stieg der Monarch vorzugsweise ab.
Zu DDR-Zeiten büßte das schlossartige Gebäude im
Tudorstil seine Türmchen und Zinnchen ein. Jetzt hat es sie wieder,
dank Fundus. Im Inneren hat Sähn eine zweite Mustersuite zu bieten:
Asia-Chic diesmal, dunkelbraune Möbel, ein blaues Sofa mit
rotgestreiften Kissen. Nur der Teppichboden wieder beige.
„Jedes
Zimmer ist anders“, wirbt Sähn. Die Einrichtung trägt die Handschrift
von Anna Maria Jagdfeld (45), der Ehefrau des Investors Anno August
Jagdfeld (55).
Jagdfeld, Sproß der Inhaber eines Möbelhauses in der
nordrhein-westfälischen Kleinstadt Jülich, hatte das Areal 1996
erworben. Danach geschah zunächst einmal nichts. Im Mai 2000 drehten
sich endlich doch die Kräne. Zunächst wurden die Häuser komplett
entkernt, nur die Fassaden blieben stehen. „Innen war nichts
Erhaltenswertes mehr“, urteilt Sähn.
Was lange währt, wird endlich gut: Die Fassaden,
einschließlich der Fenster und Türen, sind nun denkmalgerecht
wiederhergestellt. Am „Haus Mecklenburg“ ist bereits die weiße
Originalfarbe aufgetragen. Ein bisschen cremig im Farbton präsentiert
sich die „Weiße Stadt“ im neuen Jahrtausend. „Es ist ein gebrochenes
Weiß“, belehrt Sähn.
88 000 Quadratmeter Wand sind noch zu streichen. Und
wenn 2003 die ersten Gäste kommen, erwartet sie auch der versprochene
Golfplatz. „Es ist uns gelungen, den Golfplatz Wittenbeck zu
erwerben“, so Sähn. Das hügelige Naturgelände soll von neun auf 18
Loch aufgestockt werden.
Parallel wird weiter an dem neuen Golfplatz
zwischen Vorder Bollhagen und Heiligendamm gebaut. „Aber da müssen wir
modellieren, um die Landschaft abwechslungsreicher zu gestalten.“
Nicht nur baden und Golf spielen kann man im neuen
Ferienresort Heiligendamm, sondern natürlich auch reiten. Im Gestüt
Vorder Bollhagen stehen bereits 50 Stuten, überwiegend Mecklenburger.
Dazu drei Hengste.
250 Rinder, 150 Schwarzkopf-Schafe und 30 weiße
Seidenziegen dienen ebenfalls dem Wohl der Gäste. „Die sind hübsch
anzusehen und bereichern dann den Speiseplan.“
Wiesen, Häuser, Straßen–zwischen Bad Doberan und
Heiligendamm gehört inzwischen fast alles der Fundus-Gruppe. Eine
eigene Erschließungsstraße für das riesige Areal ist im Bau.
Sie soll
den „nichttouristischen“ Verkehr an Heiligendamm vorbeileiten und so
die berühmte Lindenallee zwischen den beiden Orten entlasten.
Das Gesamt-Investvolumen von rund 150 Millionen Euro
wurde noch aufgestockt: Um 47 Millionen Euro.
Fundus hat auch das
Forsthaus Heiligendamm erworben. „Dort entsteht ein Restaurant mit
Biergarten“, kündigt Sähn erfreut an. Ein daneben liegendes,
ehemaliges Hotel am Ortsausgang wird die Fundus-Gruppe ebenfalls
wieder eröffnen. Im Garten dahinter ist eine moderne Kongresshalle mit
Platz für rund 1000 Gäste geplant.
Bei solch großen Plänen kann man auch mal großzügig
sein. Ein niedriges rotes Haus gegenüber der Einfahrt zum Grand Hotel
gehört Fundus zwar, doch die Firma will sich davon trennen, wie Sähn
verrät. „Das schenken wir einer Naturschutzgruppe. Die kann das dann
abbauen und an einem anderen Standort darin eine Naturschutzstation
einrichten.“
MARCUS STÖCKLIN
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Weitere Details kommen
dazu. FUNDUS hat noch weiter eingekauft. 47 Millionen mehr sollen
investiert werden.
Noch ist das Geld aber
nicht da und mit einer Bankbürgschaft lassen sich keine Rechnungen
bezahlen.
Eine gefährliche
Angelegenheit aber man vertraut FUNDUS und freut sich angesichts der
großen Versprechen.
Was die Ostsee-Zeitung
verschweigt:
Am Golfplatz in Heiligendamm wird überhaupt nicht gebaut. Da
ist nur Ackerland.
Und was sie nicht weiß:
Es ist billiger, Häuser
zu verschenken, als sie abreißen, den Bauschutt sortieren und abfahren zu
lassen.
Die Geste ist großzügig aber sie ist auch ökonomisch, denn nun muss der
Beschenkte alles selbst abreißen und transportieren.
Zwei Jahre nach
Baubeginn: Die Heile Welt bröckelt.
Das Hotel wächst und
die Versprechen werden immer großartiger aber mit den Plänen wächst auch
das Misstrauen.
Einigen Bürgern wird
klar, wo es enden wird: An Zäunen.
Ein Leserbrief in der
Ostsee-Zeitung bringt es auf den Punkt:
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 22.08.2002 |
Keinen
goldenen Käfig mit schimpfenden Zaungästen
Bad Doberan (OZ)
In den nächsten Wochen werden in der Stadtvertretung die Weichen für
die endgültige Entwicklung von Heiligendamm gestellt. Die Stadt hat
den Entwurf eines Grundlagenvertrages mit dem Investor vorgelegt, der
im September verabschiedet werden soll. Die Vereinbarungen werden
erhebliche Konsequenzen für die Bürger Bad Doberans mit sich bringen.
Umso befremdlicher ist es, dass eine öffentliche Diskussion darüber
bisher vermieden wurde.
Zum Beispiel ist beabsichtigt, die Straße (und
damit auch den Parkplatz) zum Kinderstrand zu sperren. Das bedeutet,
dass der Strand ab Haus Weimar einschließlich Kinderstrand nur noch zu
Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein wird. Ersatzweise sollen
Shuttle-Busse eingesetzt werden–wo, wann und zu welchen Bedingungen
ist völlig unklar. Für sogenannte „Massentouristen“ soll Heiligendamm
nicht mehr zur Verfügung stehen, der Radwanderweg um Heiligendamm
herumgeführt werden und das Gelände zwischen Haus Mecklenburg und Haus
Weimar dem Kurgast des Grand Hotels vorbehalten bleiben. Sicherlich
müssen wir froh sein, dass Heiligendamm wieder entsteht. Angesichts
einer öffentlichen Förderung mit Millionen Steuergeldern dürften
jedoch die Belange der breiten Bevölkerung nicht völlig an die Wand
gedrückt werden.
Ein goldener Käfig mit schimpfenden Zaungästen
kann auch nicht im Sinne des Investors sein. Wer Einfluss nehmen will,
sollte sich an die gewählten Stadtvertreter wenden. Wünschenswert
wären öffentliche Informationsveranstaltungen, bevor endgültige
Entscheidungen getroffen werden.
Dieter Rotscheidt, Bad
Doberan
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Was Herr Rotscheidt
nicht weiß: Gegen die Zaungäste gibt es längst ein Konzept. Es nennt sich
"Pufferzonen" und hält die Touristen auf sicherem Abstand von den
Hotelgästen. Zur Not ist man sogar bereit, die Tagesgäste ganz nach Osten
zu verdrängen. Das Schimpfen wird vom Winde verweht. Wie auch Herr
Rotscheidts Meinung.
Die Fertigstellung
verschiebt sich und weitere unliebsame Details werden bekannt:
Für gewöhnlich lädt man
sich Pressevertreter ein und lässt sie schon hinter die Kulissen
schnuppern, wenn man ein Hotel baut. Darum ist es auch nicht
ungewöhnlich, dass die Ostsee-Zeitung einen Blick in die Hotelzimmer
werfen kann.
Solche Mustersuiten
benötigt man ohnehin, weil man ja nur auf dem Papier geplant hat und das
auch live sehen muss.
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OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 24./ 25.08.2002 |
Probebetrieb beginnt drei Monate später
Grand
Hotel hat erste Mustersuiten
Der Baufortschritt im Areal Grand Hotel Heiligendamm ist
unübersehbar.
Jetzt gibt es dort auch die ersten Mustersuiten. Doch
der Start verschiebt sich. Jetzt soll es am 30. März los gehen.
Heiligendamm (OZ) „Man muss in natura sehen, was man nur vom
Papier kennt“, bringt es Hans Schlag auf den Punkt, warum zwei
Mustersuiten für das Grand Hotel gebaut wurden. Raumproportionen,
Farben, Ausstattung, Funktionalität lassen sich nur so richtig prüfen.
Auch wenn beide Suiten vom künftigen Glanz künden, gibt es einiges
nachzuarbeiten, sind auch neue Lösungen gefragt.
Haus Mecklenburg verliert zuerst seine Gerüste
Hans Schlag ist einer der beiden Geschäftsführer der
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Er freut sich schon auf den
Tag, wenn das erste Haus seine Gerüste verliert. „Dann wird man
erahnen können, was hier entsteht.“ Das erste Gebäude, das sich im
neuen Glanz präsentiert, wird das Haus „Mecklenburg“ sein.
Doch bis das von der Kempinski-Kette geführte Grand
Hotel mit Direktor Thomas Klippstein die ersten Gäste begrüßen kann,
wird es doch länger als ursprünglich gedacht dauern.
Denn eigentlich
sollte schon zum Jahreswechsel der Probebetrieb beginnen. „Wir haben
uns von der Gesellschafterversammlung die Verlängerung der Bauzeit
abnicken lassen“, bestätigt Hans Schlag. Die hohe Qualität soll nicht
durch Zeitdruck in Gefahr geraten.
Am 30. März beginnt jetzt der Probebetrieb im Grand
Hotel und acht Wochen später soll der reguläre Hotelbetrieb laufen.
„Das Hotel nimmt die Saison voll mit“, bekräftigt Schlag.
Er ist auch
zufrieden, dass jetzt die Baugenehmigung für das Wirtschaftsgebäude
vorliegt. Zu prüfen wird sein, wo die Ausgleichsmaßnahmen von etwa
25 000 Euro für diesen Eingriff in die Natur vorgenommen werden
sollen.
Stadtvertretung prüft Grundlagenvertrag
Zwischen der ECH und der Stadt Doberan gibt es einen
städtebaulichen Grundlagenvertrag von 1997. Da es damals Kempinski für
Heiligendamm noch nicht gab und auch viele Detailplanungen jetzt viel
weiter sind, soll der Vertrag aktualisiert werden. „Wenn die
Verhandlungen mit der ECH erfolgreich zum Abschluss kommen, könnte es
sein, dass wir der Stadtvertretung den Vertrag am 16. September
vorlegen“, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin.
Klar ist, dass Dinge im Außenbereich nur gemeinsam
gehen. Das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) baut wohl im
Herbst vor den Seevillen eine (versenkte) Sturmschutzwand.
Die
Promenade und weitere städtische Anlagen werden später in Angriff
genommen. „Eine geschlossene Gestaltung der Außenanlagen geht nur
gemeinsam“, betont Hartmut Polzin.
Dass die ECH auch gern städtische
Wege, die durch ihr Privatgelände führen, übernehmen würde, ist kein
Geheimnis. Doch auch hier haben die Stadtvertreter das letzte Wort.
THOMAS STERNBERG
|
Ausschlaggendend dürfte
der letzte Satz sein:
"Dass die ECH
auch gern städtische Wege, die durch ihr Privatgelände führen, übernehmen
würde, ist kein Geheimnis."
Es gibt in Heiligendamm
ja nicht allzu viele öffentliche Wege.
Schon die Übernahme auch nur einer
kompletten Straße würde Heiligendamm undurchlässig machen:
Ohne die Kühlungsborner
Straße geht es nicht mehr durch den Ort, ohne Seedeichstraße geht es nicht
mehr zum Strand und ohne Professor-Dr.-Vogel-Straße geht es nicht mehr von
Nord nach Süd und anders herum.
Die Diskussion nimmt
ihren Lauf
Spätestens jetzt ist
es vorbei mit der großen Akzeptanz.
Schon vor der
Eröffnung des Hotels gibt es Knatsch in Heiligendamm.
Es geht um Wege und
Wegerecht, um Gewohnheiten und Gewohnheitsrecht aber auch um ganz einfache
Bedürfnisse, die hier in Gefahr geraten.
|
OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 29.08.2002 |
Nicht nur an die Reichen und Schönen denken
Shuttlebusse sind keine Lösung
Bad Doberan (OZ) Aus einem Leserbrief in der
OSTSEE-ZEITUNG letzte Woche ging hervor, dass die Zufahrt zum
Kinderstrand Heiligendamm und der Parkplatz nach der Fertigstellung
der Umgehungsstraße gesperrt werden sollen und man eventuell
Shuttlebusse einsetzen will.
Entspricht das den Planungen? Wenn ja, dann möchte
ich energisch Einspruch dagegen erheben. Der Kinderstrand Heiligendamm
ist seit vielen Jahrzehnten die Badestelle für eine große Gruppe der
Doberaner Bevölkerung. Wer Urlaub hat bleibt den ganzen Tag, manche
nur am Nachmittag und etliche kommen auch bei schlechterem Wetter.
Gerade weil man so schnell und unkompliziert mit dem Auto direkt
hinfahren kann, ist die Stelle so beliebt. Eine Umgehung des Ortes
Heiligendamm und eine Zufahrt von der anderen Seite halte ich für
zumutbar, Shuttlebusse nicht.
Ich bitte die Stadtverordneten und die Planer der
Fundus-Gruppe bei weiteren Arbeiten darauf zu achten, dass alle
Gruppen zu ihrem Recht kommen und nicht nur die zu erwartenden
„Reichen und Schönen“.
C. Fick, Bad Doberan
|
Die Shuttlebusse
entsprechen nicht den Planungen. Es war zwar von Parkplätzen in Randlage
die Rede aber die waren nicht so weit weg geplant, dass das einen
motorisierten Verbindungsverkehr rechtfertigen würde. Maximal hinter dem
Golfteich und am Forsthof sollten die Außenparkplätze entstehen und kein
Zwang sein - man kann auch in Heiligendamm parken. Nur eben zu
schlechteren Konditionen und mit weniger Angeboten. Die Touristische
Erschließungsstraße soll Heiligendamm nicht zwangsumgehen, sondern
entlasten. Eigentlich heißt es auch "Entlastungsstrecke" und nicht
"Umgehungsstraße". Sinn dieser Straße ist es, den Durchgangsverkehr auf
der Verbindung Bad Doberan - Kühlungsborn aus dem Ort zu verbannen.
Dennoch darf und kann jeder durch Heiligendamm fahren.
Der letzte Satz ist
besonders schön:
Welche Rechte haben wir Bad Doberaner Bürger denn in
Heiligendamm? Welche hatten wir je gehabt?
|
Analyse: Die
Einheimischen haben etwas gegen Reiche und halten an ihren
"Gewohnheitsrechten" fest.
In den Lokal-Medien liest
es sich eher so, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nichts gegen
Reiche und auch gar nichts gegen das Grand Hotel haben. Die Einheimischen im
Landkreis sind größtenteils sogar aufgeschlossen und nicht selten sogar
stolz auf Heiligendamm.
Es gibt einige
Menschen, die in den alten Tagen verhaftet sind und keine Änderungen in
Heiligendamm akzeptieren. Es gibt welche, die um jeden Baum und jeden Weg
kämpfen, auch wenn der Baum tot und der Weg nur ein matschiger Trampelpfad
ist. Diese Menschen gibt es überall.
Die Mehrheit der
Einheimischen jedoch musste bis 1996 davon ausgehen, dass das Land das
Ensemble an einen Investor verkauft, der es als Kurbetrieb weiterführen würde. Nach 1996 gingen
die Bürger davon aus, dass der Grundlagenvertrag zwischen der Stadt Bad
Doberan und der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm auch eingehalten wird
und es weiterhin ein offenes und erlebbares Heiligendamm geben würde. Wobei
ihre Vorstellung diese war, dass alle bis dahin offen zugänglichen Wege
offen bleiben würden.
Bis 2003 gingen die Bürger davon
aus,
dass sie über einen Stichweg durch
das bis 2005 voll restaurierte Ensemble zwischen Seebrücke und Bahnhof
flanieren können.
Nach 2003 gingen die Bürger davon
aus,
dass sie auch weiterhin durch die
Professor-Vogel-Straße flanieren können und dass die Perlenkette bald
saniert werden würde.
Nach 2004 gingen die Bürger davon aus,
dass die Bauarbeiten in
Heiligendamm endlich weitergehen und die Perlenkette endlich saniert werden
würde.
Nach 2005 gingen die Bürger davon aus,
dass sich Lösungen für den
abgesperrten Küstenwald und die vielen Zäune finden ließen und die
Perlenkette endlich saniert wird.
Nach 2006 gingen die Bürger davon aus,
dass zum G8-Gipfel
endlich alles wieder so erstrahlt, wie in alten Zeiten und dass der Investor
sich an seine Zusagen halten würde (und könnte).
Im Jahr 2007 nun werden drei Häuser der Perlenkette
abgerissen, Heiligendamm wird umzäunt und zum Hochsicherheitstrakt und im
Juli kommen Leute und reden drei Tage lang hinter verschlossenen Zäunen über die
Weltpolitik. Zugleich macht die ECH klar, dass es keine Freizügigkeit in
Heiligendamm mehr geben wird und dass sie im Einvernehmen mit den Stadtvertretern
einige Vereinbarungen aus dem Grundlagenvertrag streichen wird
und dass der "normale Bürger" ein Störfaktor in einer Erfolgsstatistik sei.
Es wird wörtlich gesagt, dass der zahlende Gast sich von der Anwesenheit der
Einheimischen und Tagesgäste gestört fühlt.
Da fragt sich, wer etwas
gegen wen hat.
Es geht nicht um Gewohnheitsrechte, sondern um Enttäuschungen, Anfeindungen,
Ignoranz und Unfähigkeit.
Der eigentliche Zorn
der Bürger richtet sich nicht auf die Gäste und auch nicht auf das Hotel,
sondern auf den Investor und besonders auf die Lokalpolitiker, von denen
sich die Wähler im Stich gelassen und verraten fühlen.
Fakt ist, dass Bilder aus vergangenen
Tagen Adelige und Wohlhabende in teuren Kleidern auf der Promenade und vor
dem Kurhaus zeigen.
Fakt ist auch, dass man auf diesen Bilder sieht, dass die
Straße von Bad Doberan direkt vor dem Kurhaus endet.
Da ist kein Zaun, keine
Hecke und keine Absperrung. Die Menschen wollten gesehen werden, denn das Wort
"Ansehen" kommt von "Sehen" und wer nicht gesehen wird, kann auch kein
Ansehen haben. Und um Prominenz mit Vergnügen zu verbinden, wurde eine Spielbank
geschaffen, wo sich Wohlhabende beim Glücksspiel versuchen konnten.
Oder sie
fuhren zur Galopprennbahn und setzten dort auf Pferde.
Noch heute wird es gern
gesehen, dass man die Renntage zumindest mit vornehmer, am Liebsten mit
traditioneller Kleidung besucht.
Und die ECH beteiligt sich an den kulturellen
Veranstaltungen, wie z.B. "Aqua Nostra", die "Wassertage" in Bad Doberan und
Heiligendamm.
Hier geht es um Wasser und seine Bedeutung und Teil des Programms ist das
Eintreffen der herzoglichen Familie - natürlich nicht original - mit
Pferdekutschen vor dem Kamp in Bad Doberan. Smoking und Zylinder gehören zur Grundausstattung und wer
am gemeinsamen Festschmaus "Table d'hôte" teilnehmen möchte, sollte schon
mindestens einen Anzug im Schrank haben und 60 Euro in der Tasche. Für die
arbeitende Bevölkerung in dieser Region ist das viel Geld und so fragt sich
dann auch, ob die ECH wirklich alte Traditionen wieder aufleben lassen will oder ob mit der
Aktion deutlich gemacht werden soll, wer "Untertan" ist - wer draußen
bleiben und staunend zusehen muss.
Wer sich mit einem Rolls Royce schmückt, tut das wohl
weniger der Technik und des Design wegen sondern, weil er gesehen werden
möchte.
Doch gerade dieses Privileg soll nun in Heiligendamm abgeschafft werden. Wenn es
nach Anno August Jagdfeld ginge, würde Heiligendamm eher ein Rückzugsgebiet
für menschenscheue Neureiche. Gewöhnt jedoch ist man
ein Heiligendamm ohne Zäune und Sperreinrichtungen - ein Heiligendamm der
Freizügigkeit und Öffentlichkeit.
Und das nicht erst seit 60 Jahren, sondern
- wie gesagt - seit Friedrich Franz I das erste Badehaus bauen ließ. Damals schon war der
Flecken DAS Ausflugsziel.
Man muss sich auch zu den
hohen Gästen die geschichtlichen Daten ansehen.
Klicken Sie ruhig neben
der Chronik rechts in
der Spalte mit der Besucherliste auf die Namen.
Nehmen wir ruhig einmal
das Jahr 1806.
Da kam Prinz Christian
von Dänemark nach Heiligendamm. Im selben Jahr besetzt Frankreich
Mecklenburg.
Der Prinz als Verbündeter
Napoleons war ganz bestimmt nicht in Heiligendamm, um dort mitten im Krieg
Urlaub zu machen.
Genauso verhält es sich zum Zeitpunkt des Todes der
Großherzogs, als ein großer Teil des europäischen Adels in Heiligendamm
weilte oder während des Manövers auf der Ostsee, als viele militärische Größen zu Gast waren.
Diese Leute kamen mit klaren Zielen und diese lauteten nicht "Urlaub" oder
"Wellness", sondern "Politik" und "Macht".
Sie waren eingeladen in das "Sommerhaus" des Herzogs
und sie kamen.
Nicht Heiligendamm wegen, sondern wegen politischen,
wirtschaftlichen oder militärischen Ereignissen.
Da mit der
Anziehungskraft Heiligendamms auf Adlige und Reiche zu werben, ist verfehlt.
Hätte der Herzog sie nach Althof eingeladen, wären sie eben nach Althof gekommen.
Und
jetzt? Niemand lädt mehr ein.
Heiligendamm war für jedermann zugänglich und
dass dieses "jedermann" an der Unterschicht vorbei ging, lag gewiss nicht an
willkürlichen Akten
der Aristokraten oder an Zäunen, sondern allein an den
Preisen.
Vorbeilaufen konnte damals jeder. Nur rein ging nur, wer es sich auch
leisten konnte.
Und das würde heute genauso funktionieren.
Nur stören sich
heute im Unterschied zu damals die zahlenden Gäste an den Vorbeigehenden.
Heiligendamm war nie ein Ort der Ruhe, sondern ein Ort des Vergnügens.
Rauschende Feste, Bälle, Konzerte, Gelage, internationale Events, Pionierleistungen
in der Technik
und jeden Sonntag Feuerwerk - nein, man wollte hier keine
Ruhe, sondern Party wie heute am Ballermann.
Und nicht genug:
Der Herzog hatte
die Rangfolge aufgehoben.
Er saß mit Handwerksmeistern aus dem einfachen
Volke zusammen beim Roulette und verspielte mit ihnen zusammen sein Geld.
Eine Anekdote erzählt, dass er aufstand und zum Handwerksmeister neben ihn
gewandt auf hochdeutsch übersetzt fragte:
"Und was machen wir jetzt?" und dieser antwortete: "Ich gehe nach Hause und
arbeite und Sie gehen nach Hause und erhöhen ein paar Steuern". Dieses Miteinander des
18. Jahrhunderts - einer streng aristokratischen Zeit - wird vom Investor
(und den Gästen) entweder ignoriert oder mit Füßen getreten.
Es finden sich im
Wortschatz der Bürger - nicht nur Mecklenburg-Vorpommerns - in der Tat für
die Investoren Bezeichnungen wie "Betrüger, Nepper, Schlepper, Bauernfänger oder windige
Spekulanten" oder Adjektive wie "skrupellos, scheinheilig, erpresserisch,
geldgeil, verschwenderisch, dünkelhaft, rücksichtslos und unsensibel.
Das aber bezieht sich auf
den Investor selbst.
Der Gast ist nur den normalen Vorurteilen ausgesetzt
und diese werden momentan durch einige Gegner des G8-Gipfels noch etwas hoch gepuscht,
um Stimmung gegen den Gipfel zu machen. Andererseits muss der Gast auch
wissen, dass es als Unterstützung von "Betrügern, Neppern, Schleppern, Bauernfängern
und windigen Spekulanten" angesehen wird, wenn er das Hotel mit Geld
unterstützt.
Jedoch - das ist mir
bei der Korrespondenz mit dem Kempinski Grand Hotel Heiligendamm
bewusst geworden - hat das Hotel selbst am wenigsten mit den Schikanen zu tun.
Sämtliche Anfragen, die nicht direkt den Hotelbetrieb - also Buchungen,
Arrangements und Ausstattung betreffen - werden an die ECH verwiesen.
Kempinski möchte einfach
nur erfolgreich das Hotel bewirtschaften und das vertraglich vereinbarte
Management ausüben.
(Nachtrag 2009: Kempinski ist ausgestiegen.)
Eigentümer des Hotels sind die vielen Anleger des Fonds 34 und auch die
sind nur Geldgeber.
Letztlich bleibt unweigerlich alles beim Investor hängen
und wenn man wütend sein will, dann auf ihn.
Die Gäste kommen nicht, um die
Normalverdiener zu ärgern, das ist denen auch bewusst.
Der Gast sollte aber
wissen, dass er sich Hohn aussetzt, wenn er über eine Dauerbaustelle
flaniert und an verfallenen Häusern vorbeizieht oder mit der MS Europa vor Heiligendamm anlegt und
in ein Boot steigt, das ihn dann zur Seebrücke bringt, die er dann auch erst
einmal erklimmen muss. Die Doberaner haben allerdings nichts zu lachen, denn sie haben
die zweistellige Millionensumme bezahlt für eine Seebrücke, an die kein
Schiff anlegen kann, weil sie in den Sand (einer Sandbank) gesetzt wurde.
Link:
Die MS Europa legt in Heiligendamm
an.
Analyse: Die
Einheimischen sind zusammen mit allen "normalen Bürgern" unerwünscht.
Dem entgegen steht die
Einladung der ECH in ihrem Arbeitspapier:
|
Entgegen den immer wieder zu hörenden
Gerüchten stellen wir richtig, dass jeder Einwohner von Bad Doberan und
der Region die gastronomischen Einrichtungen des Kempinski Grand Hotel Heiligendamm
nutzen kann. Das Hotel steht für jeden Gast offen und wir freuen uns
darüber,
dass in zunehmendem Maße die Bürger der Stadt Bad Doberan davon Gebrauch machen.
|
Ich habe die Probe
aufs Exempel gemacht und mich direkt beim Kempinski Grand Hotel
Heiligendamm erkundigt.
Ich wollte wissen, ob
eine Nutzung der Gastronomie und der Wellness- und
SPA-Angebote auch ohne Buchung eines Hotelzimmers möglich ist und ob man
diese einzeln per Gutschein an Tagesgäste verschenken kann.
Die Antwort kam schon am
nächsten Werktag und dürfte nun auch den letzten Zweifler überzeugen, dass
jedermann in Heiligendamm essen, trinken und entspannen kann:
Wie Sie richtig erfahren haben ist es möglich, sowohl Übernachtungsleistungen als auch Restaurant-,
Bar- und SPA-Besuche einzeln oder frei miteinander kombiniert
als Gutschein zu verschenken. Bei einer regulären Übernachtung sind Frühstück und Zutritt zum SPA inklusive.
Oder Sie profitieren von unseren speziellen Arrangements,
die Sie auf unserer Homepage finden können:
http://www.kempinski-heiligendamm.com (Nachtrag 2009: Nicht mehr vorhanden - jetzt http://www.grandhotelheiligendamm.de)
Das Dinner-Arrangement kann separat gebucht werden.
Ohne Übernachtung kostet ein Tag im SPA € 45,00 und bei Buchung einer Anwendung nur € 25,00.
SPA-Anwendungen sollten unter der Durchwahl 038203 740 2900 im Voraus gebucht werden,
da unser SPA sehr gut gebucht ist.
Tischreservierungen für unsere Restaurants *Medini's", *Friedrich Franz" und *Kurhaus"
nehmen wir gerne unter der Telefonnummer 038203 740 6210 entgegen.
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Um alle Missverständnisse
zu vermeiden habe ich mich noch einmal erkundigt, was in den 45 EUR
inbegriffen ist und ob man dann das ganze Gelände auch betreten kann und ob man etwas
bekommt, um die Tore passieren zu können und ob man überhaupt zwischendurch
auch mal den SPA-Bereich verlassen kann, ohne beim Wiedereintritt neu
bezahlen zu müssen.
Die Antwort kam nach
weniger als 10 Stunden und hat meine Erwartungen erfüllt aber mich auch
überrascht:
In der Tageskarte im Wert von 45 € ist der Poolbereich (mit Whirlpool), die komplette Saunawelt und auch der Fitnessraum enthalten.
Natürlich haben Sie die Möglichkeit den Hotelkomplex mit ihrer Tageskarte zu verlassen oder unser Restaurant bzw. die Bar zu besuchen
und im Laufe des Tages wieder einzutreffen. Über eine kurze Mitteilung an der Spa-Rezeption währen wir sehr dankbar.
Sie bekommen von uns eine Torkarte, die für einen Tag gültig ist und
mit der Sie durch alle Türen und Tore auf dem Hotelgelände gelangen, um sich frei bewegen zu können.
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Dass ein Verlassen und
eine Benutzung des restlichen Hotelgeländes möglich sein würde, hatte ich
erwartet.
Aber dass man für 45 EUR einen ganzen Tag lang die Pools, Saunen und Fitnessräume
nach Lust und Laune nutzen kann, hat mich dann doch überrascht. Im Aquadrom
in Graal-Müritz zahlt man für eine Tageskarte für Fitness, inklusive Zugang zu den
Saunen und dem Wellnessbereich 19 EUR und in der Bodden-Therme in
Ribnitz-Damgarten gibt es nur Wellness und Sauna für 14,50 EUR am Tag. Beide sind allerdings
etwas kleiner und sind ja auch sternemäßig nicht mit einem Grand Hotel zu
vergleichen. Exklusivität kostet immer extra. Darum hier auch noch einmal ein fairer
Vergleich mit dem Hotel Neptun in Warnemünde, welches auch 5 Sterne hat,
ebenfalls ein Strandhotel ist und auch einen anerkannten SPA-Bereich hat:
Angebote Wellness im Kempinski Grand Hotel Heiligendamm
SPA á la Carte im Hotel Neptun SPA in Warnemünde
Die Neptun-Schwimmhalle
in Rostock bietet z.B. nur Schwimmen an und als Erwachsener bezahlt man 3,50
EUR für die erste und 1,75 EUR für jede weitere Stunde.
Abschließend kann man
also sagen, dass das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm eine gute Ergänzung
des Wellness- und SPA-Angebotes in Mecklenburg-Vorpommern
ist, ohne dabei die bestehenden Angebote zu verdrängen. Die Anbieter mit
Fixpunkt auf Familien und Normalverdiener werden von einem 5-Sterne-SPA-Angebot gar
nicht berührt und die großen Hotels passen sich schnell an, wie der
dreimonatige Umbau des Hotel Neptun zwecks "Marktanpassungsmaßnahmen" eindrucksvoll
zeigt.
Die bestehenden Hotels werden durch den Neuankömmling dazu bewegt,
ihr SPA-Konzept auf den neuesten Stand zu bringen.
Übrigens: Wenn Sie einen kostenlosen Blick ins
Innere des Hotels werfen möchten
und auf das Anfassen verzichten können, schauen Sie
einmal hier rein.
Und wenn Sie lieber auf neuen alten Stühlen sitzen
und das Flair
eines über tausend Tage alten Hauses genießen
möchten, dann klicken Sie eben hier.
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Wege sollen gesperrt
werden und der Stichweg kommt in die Diskussion:
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OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 18. September 2002 |
Neue
Wegeführung verlangt Kompromisse
Stadtvertreter diskutieren über Heiligendamm
Um Rahmenbedingungen
für die städtebauliche Entwicklung in Heiligendamm zu schaffen, wird
der Grundlagenvertrag zwischen Bad Doberan und dem Investor jetzt
erneuert.
Bad Doberan (OZ) Am Montag, wenn alle Wahlschlachten geschlagen
sind und wieder die Zeit der Sacharbeit beginnt, treffen sich die
Stadtvertreter von Bad Doberan zu einer außerplanmäßigen Sitzung.
Einziger Tagesordnungspunkt: Der „Grundlagenvertrag über die
städtebauliche Entwicklung der Ortsteile Heiligendamm und Vorder
Bollhagen“ zwischen der Stadt Bad Doberan und der
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH).
Die Entwürfe, die zur jetzt vorliegenden Fassung
geführt haben, sind von den Doberanern leidenschaftlich und
kontrovers– auch in zahlreichen Leserbriefen –diskutiert worden. Die
zentrale Frage: Bleibt Heiligendamm als Ortsteil von Bad Doberan
weiterhin für alle begeh- und so erlebbar?
„Eine kurze fußläufige Verbindung zur Seebrücke wird
es weiter geben“, sagt ohne Wenn und Aber Birgit Mersjann. Sie gehört
für die SPD-Fraktion der Stadtvertretung zusammen mit den anderen
Fraktionschefs, Bürgermeister und weiteren Mitgliedern zum
Redaktionsteam für den Vertragstext. Ihr ist dabei völlig klar, dass
es ein „Spannungsfeld zwischen den Interessen eines sehr exklusiven
Seeheilbades und den Interessen der Doberaner gibt“. Und dass dies nur
durch „vernünftige Kompromisse“ aufgelöst werden kann.
Ein solcher
Kompromiss ist eben, dass doch traditionelle Wegeverbindungen
aufgehoben werden, weil sie zum Privatareal des Grand Hotels gehören
oder führen, aber doch eine kurze fußläufige Verbindung zwischen der
Kühlungsborner Straße und der Seebrücke bestehen bleibt.
Und Birgit Mersjann unterstreicht, dass sich
jedermann weiterhin frei am Strand von Heiligendamm bewegen kann. Zwar
wird der europäische Radwanderweg künftig um Heiligendamm herumführen
(Paragraph 1, 2., g), aber am Strand kann man weiterhin von Börgerende
nach Kühlungsborn wandern. Im Vertragstext (Paragraph 4, 3.) heißt es:
„Das Parkgelände zwischen Alexandrinen-Cottage, Burg Hohenzollern und
Steilufer bleibt dem Hotelgast des Grand Hotels vorbehalten. Dafür
wird der Vorhabensträger auf seine Kosten über die Blockpackungen am
Strand einen Ersatzweg anlegen, der das ungehinderte Wandern am Strand
gewährleistet.“
Da naturgemäß eine Fülle von Einzelfragen besprochen
werden müssen, haben die Stadtvertreter auch nur das Thema
Grundlagenvertrag auf der Tagesordnung. Und Stadtvorsteher Christian
Berner fordert ausdrücklich die Doberaner auf, diese wichtige
öffentliche Sitzung zu besuchen.
THOMAS STERNBERG
|
Wir merken uns:
Eine kurze fußläufige Verbindung zur Seebrücke bleibt bestehen.
Was morgen schon fertig sein
soll: Die ECH nennt Zeiten und begeht damit einen schweren Fehler.
Die ECH ist in einer
ständigen Zwickmühle:
Sie muss Heiligendamm
entwickeln und am Markt etablieren und somit den Wünschen der Gäste stets
gerecht werden.
Sie muss aber auch
stets diese Entwicklungen an die Anleger verkaufen können, denn von dort
kommt das Geld für die Investitionen. Sie muss darüber hinaus
Heiligendamm so entwickeln, dass sie noch erhobenen Hauptes durch den Ort
gehen kann, ohne beschimpft zu werden.
Nun vertragen sich die
Bedürfnisse der Hotelgäste nicht unbedingt mit denen der Tagesgäste und
der Bürger.
Hier muss die ECH einem
vor den Kopf stoßen und das wird nie der sein, der das Geld bringt und
damit die Rendite und damit mehr Anleger und Geld für Investitionen.Die ECH wird also denen
vor den Kopf stoßen, an denen sie am wenigsten verdient und das sind in
zweiter Linie die Tagesgäste und in erster Linie die Einwohner.
Die ECH hat noch ein
weiteres Problem: Sie muss mit Fakten aufwarten können. Die Anleger wollen
ihr Geld gut investiert wissen und wollen sehen, dass es nicht einfach nur
herum liegt, sondern möglichst gewinnbringend investiert wird. Neben dem
Reiz sind es nämlich die Rendite, die zählen und diese steigen mit der
Belegungszahl und diese steigt mit der Bettenzahl und diese steigt mit der
Nachfrage und diese steigt mit den Angeboten im Resort. Darum müssen diese
Angebote als erstes geschaffen werden und dann kommen die Betten. Da
bleiben dann schon einmal Gebäude ungenutzt stehen, während rings herum
Sport- und Spielplätze gebaut werden. Hinzu kommt noch, dass die Anleger
nicht nur wissen wollen, dass sie Rendite bekommen, sondern auch WANN. Und
für dieses Wann muss die ECH Termine nennen. Das tut sie hiermit:
|
OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 1. November 2002 |
Einmaliges Bauprojekt in Deutschland
Informationen über Heiligendamm
Die Fundus-Gruppe
hatte zu einem gut besuchten Themenabend über den aktuellen Stand des
Heiligendamm-Projektes eingeladen.
Heiligendamm (OZ) Das Interesse war groß , als die
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) zum Themenabend Baugeschehen
in Heiligendamm in das Residenzhotel eingeladen hatte. Etwa 100
Doberaner Bürger erwarteten aus berufenem Munde Antworten auf viele
ihrer Fragen und sie wurden nicht enttäuscht. Einleitend
charakterisierten die Geschäftsführer Hans Schlag und Heiner
Zimmermann noch einmal das Vorhaben der Fundus-Gruppe, das kein
Sanierungsobjekt im herkömmlichen Sinne darstellt, sondern eine
umfassende Projektentwicklung beinhaltet und unter dem Aspekt einer
mehr als 200-jährigen Geschichte gesehen und realisiert wird. Das
Grand-Hotel ist dazu der erste Schritt, und es wird in der Qualität
einzigartig werden. Gegenwärtig laufen die Erschließungsarbeiten für
die Umgehungsstraße, und für das noch in schlechtem Zustand
befindliche Gut Vorder Bollhagen wird zusammen mit der Stadt ein
Entwicklungskonzept erarbeitet, das den Ausbau des Gestüts mit
gegenwärtig 50 Pferden zu einem Reitsportzentrum der Spitzenklasse zum
Inhalt hat. Als unumgänglich hat sich die Errichtung eines komplexen
Wirtschaftsgebäudes herausgestellt, das hinter der Orangerie seinen
Platz finden wird. Dieser Komplex hat zentrale Funktionen für die
Hotellerie in Heiligendamm.
Das alte Forsthaus an der Straße nach
Kühlungsborn wird in den nächsten Monaten zu einem Biergarten mit
separater Gastronomie umgewandelt. In unmittelbarer Nähe, hinter dem
Fürstenhof, wird das dringend benötigte Konferenzzentrum für 500
Teilnehmer seinen Platz finden. Der Fürstenhof selbst wird als Hotel
mit 35 Zimmern viele Annehmlichkeiten bieten. Geschäftsführer Heiner
Zimmermann betonte, Heiligendamm könne nicht nur von See- und
Sommergästen leben, sondern dass ein modernes Konferenzzentrum für
Seminare, Kongresse, Theateraufführungen und Konzerte saisonverlängernden Charakter hätte. Es gibt bisher kein
vergleichbares Objekt am Meer, das historisches Ambiente, Service der
Spitzenklasse und bezaubernde Natur so miteinander verbindet. Gedacht
wird auch an die Kinder der Gäste. Neben der Burg Hohenzollern und der
Orangerie liegt das Haus Brahn, das ehemalige Pförtnerhaus im
Jugendstil. Nach sorgfältiger äußerer Restaurierung und innerer
Modernisierung entsteht hier für die Kinder und Jugendlichen ein Club
mit vielen Attraktionen.
Was aus den sieben Logiervillen und der
ehemaligen Fachschule für Kunst werden soll, steht noch nicht
endgültig fest. Für die Villen am Strand sind zwei Lösungen denkbar,
als Ferienwohnungen oder Hotelkomplex. Die Bürger wollten auch wissen:
Was kann der normale Besucher noch in Heiligendamm sehen, welche Wege
benutzen? Eine Strandsperrung wird es nicht geben, wohl aber gewisse
Einschränkungen. Der nach großherzoglichen Vorbildern angelegte
Hotelpark, etwa ab Haus Mecklenburg, wird Privatpark und entsprechend
ausgeschildert, ohne ihn allerdings abzuriegeln. Die Fundus-Gruppe
will daher das zur Zeit kaum begehbare Packwerk vor dem Haus
Alexandrine mit einem Weg versehen, so dass der Strandspaziergang von
Börgerende bis Kühlungsborn ohne Unterbrechung möglich ist.
PETER GERDS
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Analyse: Der Forsthof soll 2003 zum Biergarten werden.
Der Forsthof am südlichen Rand
Heiligendamms ist auch im Besitz der FUNDUS-Gruppe.
Sie hat ihn erst
später für relativ wenig Geld dazu gekauft und die Idee geäußert, dort
einen Biergarten zu entwickeln. Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass
dieser Hof einen weißen Fleck inmitten der ECH-Eigentums-Landkarte war
und damit eine Insel mitten im Resort. Man konnte nicht wissen, was
passieren würde, wenn jemand anderes den Hof kauft und was er dort
aufbauen würde. Insofern ist der Kauf vielleicht auch eine
Verhinderung aller Risiken. Denn darum hat die ECH ja gerade die
Randbebauungen Heiligendamms auch erworben. Man will so verhindern,
dass irgend ein "Fremdkörper" am Wachstum hindert. Solange die neuen
Besitztümer dann auch sinnvoll genutzt werden, spricht nichts gegen
diese Taktik.
Im Falle des Forstofes jedoch waren die Versprechen größer, als die
Erfüllungen.
Für 2003 hatte die ECH hier einen Biergarten versprochen. Die Realität
sieht ganz anders aus:
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2004
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Anno 2004 ist vom Forsthof nur die Scheune zu sehen.
Der Rest ist
verwuchert und da wo man etwas sehen könnte, ist das Betreten
verboten.
Daran halte ich mich auch.
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2007
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In 2007 - vier Jahre nachdem der Forsthof längst ein Biergarten
sein sollte-
wird kurz vor dem G-8-Gipfel das Gelände gesäubert
und die Scheune abgerissen.
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2008
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Der Abriss dauerte nur ein paar Tage und war vor dem Gipfel
erledigt.
Neben diesem Areal landeten die Hubschrauber.
Vielleicht
wollte man mit dem Abriss nur dem Zerfall durch die aufgewirbelte
Luft zuvor kommen.
So blieb die Fläche jedenfalls auch 2008.
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2xxx...
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Auch 2009 sieht es hier nicht anders
aus.
Mit einem großen Fragezeichen dahinter fragen wir uns,
wann
aus dem nun schon sieben Jahre alten Versprechen der ECH,
hier
einen Biergarten zu errichten, etwas wird.
Wenn, dann gibt es hier
ein neues Bild.
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Und immer wieder
werfen Schlagzeilen ein schlechtes Licht auf FUNDUS:
Wir erinnern uns daran,
dass die Heiligendamm-Story mit einem Betrugsskandal begann. Das konnte
ausgeräumt werden.
Doch nun droht ein
neuer Skandal aus den eigenen Reihen. Für die Anleger ist es eine
Katastrophe, denn es ist ihr Geld, das da veruntreut wurde.
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 14. November 2002 |
Betrugsskandal um Heiligendamm
Razzia bei früheren Fundus-Planern
Düsseldorf/Rostock (OZ) Razzia im Rheinland
wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit dem millionenschweren
Bauprojekt in Heiligendamm.
Die Staatsanwaltschaft Rostock wirft den früheren
Generalplanern der Kölner Fundus-Gruppe–das Architekturbüro KSH in
Düsseldorf–Betrug, Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung in Höhe
von acht Millionen Euro vor. Gestern durchsuchte das Landeskriminalamt
Schwerin Wohn- und Geschäftsräume von rund 20 Beschuldigten in
Düsseldorf, berichtet der „Express“.
Haftbefehle, so das Blatt weiter, wurden laut
Staatsanwältin Kerstin Grimm nicht vollstreckt. Die Beamten
beschlagnahmten jedoch Gemälde und Grafiken in großer Anzahl.
Offensichtlich dient die Einziehung der Kunstgegenstände der so
genannten Gewinnabschöpfung. Damit werden Beschuldigten Vorteile aus
vermuteten betrügerischen Handlungen entzogen.
In Heiligendamm investiert die Kölner Fundus-Gruppe
mittels eines Fonds in dreistelliger Millionenhöhe in die Sanierung
der alten Villen am Meer sowie geplante Neubauten. Fundus-Sprecher
Peter Clever sagte gestern gegenüber OZ: „Die Staatsanwälte richten
ihre Vorwürfe sicher an die richtige Adresse.“
Laut Clever arbeitet
Fundus seit 1998 nicht mehr mit KSH zusammen. „Wir sind von dem
Architekturbüro extrem enttäuscht worden und nicht im Frieden
voneinander geschieden.“ Zu den genauen Gründen für die Trennung von KSH wollte der Fundus-Sprecher keine Angaben machen.
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Einen Monat lang hörte
man nichts mehr von FUNDUS.
In gewohnter Manier
folgen zum Jahresende Positiv-Schlagzeilen:
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OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 19. Dezember 2002 |
Erster Glanz schon erkennbar
Weiße Stadt am Meer bekommt eine neue Ortsdurchfahrt
Das Luxusresort Grand Hotel nimmt allmählich
Glanz an: Von den ersten Häusern sind die Gerüste gefallen und überall
wird der Innenausbau forciert. Doch der Zeitdruck wird immer größer.
Heiligendamm (OZ) „Der Innenausbau macht uns zurzeit eigentlich
keine Sorgen“, deutet Hans Schlag, Geschäftsführer der
Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), an, dass der Schuh eher im
Außenbereich drückt. Durch den Frost sind die restlichen Putzarbeiten
ins Stocken geraten. So geht es auch bei den Terrassen und Wegen nicht
voran. Doch alle Gewerke arbeiten mit Hochdruck.
Etwa 400 Bauleute wirken jetzt in Heiligendamm, und
Hans Schlag geht davon aus, dass dies in den nächsten Wochen auch so
bleiben wird. Etwa 75 Prozent von ihnen kommen aus der unmittelbaren
Region.
Die ersten Gewerke haben ihre Arbeit beendet, neue
kommen laufend hinzu. Jetzt werden die Schreiner auf der Baustelle
erwartet. Allein 1200 Türen müssen angepasst und 1,5 laufende
Kilometer (!) Wandschränke eingebaut werden.
In den Häusern ist schon zu erkennen, was dort die
Gäste in ein paar Wochen erwartet. An den Bädern, der großen
Hotelküche, dem Pool und an Klima und Entlüftung wird gerade
gearbeitet. So überlegt die Bauleitung vor den Hauseingängen
„Sauberlaufzonen“ einzurichten, denn wenn es taut, wird es auf dem
Areal mächtig moddrig.
Auch wenn der Zeitdruck groß ist, werde nichts mit
der „heißen Nadel“ hingewerkelt. „Wir wollen überall Qualität haben“,
betont Schlag. Die Eröffnung ist zum 1. April geplant.
Der ECH gehören weit mehr Immobilien als die, an
denen gearbeitet wird. So auch die frühere Kunstschule. Was aus dem
Komplex werden soll, sei noch offen. Demnächst wird ein
Studentenwettbewerb ausgeschrieben. Durch ihn erhofft sich die Kölner
Fundus-Gruppe gute Ideen, wie das Gebäudeensemble im Eingangsbereich
von Heiligendamm (aus Richtung Kühlungsborn) städtebaulich gestaltet
werden kann.
Was aber sehr schnell saniert wird, ist die L 12,
die Durchgangsstraße durch Heiligendamm. Sie wird schmaler, bekommt
eine neue Asphaltdecke, einen breiteren Bürgersteig und wird von der
Seedeichstraße bis zu den Mollischranken Tempo 30 fordern. „Wir
rechnen mit einer sechswöchigen Bauzeit, wollen möglichst im März oder
April fertig sein. Es wird in dieser Zeit zu etlichen Behinderungen
kommen“, bittet Schlag um Nachsicht, dass die Ortsdurchfahrt während
der Sanierung problematisch sein wird. Betroffen sind auch die
Baufirmen, die jetzt schon oft ein Zufahrts- und Parkproblem haben.
Die ECH übernimmt in Abstimmung mit dem Straßenbauamt Güstrow die
Sanierung der Straße.
Für die Tagesbesucher des Ostseebades und für die
Hotelgäste entstehen zahlreiche Parkmöglichkeiten. Die ECH will für
die Gäste des Grand Hotels bis 2004 eine Parkpalette beim Heizhaus
bauen.
Seeseitig wird die Strandpromenade bis zum
Saisonauftakt fertig sein. Auf beiden Seiten der Seebrücke entstehen
breite und repräsentative Strandtreppen, die auch zum Sitzen einladen
sollen. Der Rostocker Landschaftsarchitekt Andreas Webersinke–seine
Handschrift trägt der neu gestaltete Alte Strom in Warnemünde–arbeitet
an einer optimalen Treppenlösung mit.
THOMAS STERNBERG
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Bauarbeiter und
Handwerker berichten übrigens, dass nur die jeweiligen Gewerke koordiniert
werden, nicht aber die gesamte Mannschaft. So kommen oft Handwerker und
finden unfertige Einrichtungen vor, an denen sie nicht arbeiten können,
weil die Vorarbeit fehlt. Man steht sich gegenseitig im Weg und abgestimmt
ist wenig. Auch das hält auf aber das weiß man nicht aus der Zeitung,
sondern nur von den Betroffenen auf der Baustelle.
Aus der Zeitung wird
aber wieder einmal deutlich, dass die ECH keinen absoluten Plan hat,
sondern die gekauften Immobilien marktorientiert entwickelt.Vielleicht fällt Ihnen
auf, was die ECH noch alles übernimmt: Parkpalette, Straßensanierung und
Wegebau. Das sind fast alles kommunale Angelegenheiten.Die Stadt spart so jede
Menge Geld aber sie gibt damit auch Argumente aus der Hand, denn nun kann
FUNDUS sagen "Schaut her, wir haben..."
Fazit 2002:
Erste Ergebnisse und erste Zweifel.
Die Baustelle lichtet sich. Doch das
Licht wirft Schatten: Es wird nicht alles öffentlich bleiben.
Das Hotel ist noch nicht eröffnet aber
die Diskussion beginnt...

Hier geht es weiter:
2003: Neues Jahr. Neue Meldungen Und endlich Eröffnung.
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