Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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2002: Inzwischen steht auch die Finanzierung.

 

Es ist kaum zu glauben, dass man ein Projekt auf die Beine stellen kann, ohne Geld in der Tasche zu haben.

Fonds machen das möglich. Die Anleger laufen Dank der Berichte in den Medien in Scharen zu FUNDUS und investieren je 100.000 Euro in den Fonds.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 8. Januar 2002  |  

Heiligendamm-Fonds zu 70 Prozent platziert

Silvester 2002 sollen erste Gäste kommen

Heiligendamm/Köln (OZ) Optimistisch für seine Bauvorhaben in Berlin, Heiligendamm und Wustrow zeigt sich jetzt in einer Pressemitteilung Fundus-Chef Anno August Jagdfeld. Fundus habe im vergangenen Jahr im Fondsvertrieb rund 51 Millionen Euro Eigenkapital platziert. Das sei angesichts des geschrumpften Gesamtmarktes in 2001 gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte zufriedenstellend für die Fundus-Geruppe. Sie setze auch künftig auf Immobilienprojekte im obersten Qualitätssegment.

Wie es heißt, habe das Luxushotel Adlon Berlin im Jahr 2001 das zweitbeste Ergebnis seit seiner Wiedereröffnung vor fünf Jahren erreicht. Der Umsatzrückgang gegenüber dem Vorjahr sei mit 6,1 Prozent erheblich moderater ausgefallen, als viele befürchtet hatte. Mit 34 Millionen Euro habe der Gesamtumsatz des Adlon so hoch wie niemals sonst–außer im Ausnahmejahr 2000–gelegen.

Fundus erwartet Boom auf Fondsanteile

Auch der Fundus Fonds 34 Grand Hotel Heiligendamm sei mitten in der Vermarktung. Wenn beim Bau dieser Hotelanlage mit rund 170 Millionen Euro Gesamtinvestitionsvolumen weiterhin alles planmäßig verlaufe, würden die ersten Gäste zur Jahreswende 2002/2003 begrüßt und der Hotelbetrieb könne voll in die Saison 2003 starten. Wie Jagdfeld mitteilen lässt, sei der Fonds bereits zu 70 Prozent an Endzeichner ausplatziert. Damit sei er doppelt so stark gezeichnet wie das Hotel Adlon Berlin zur Zeit des Richtfestes. Jagdfeld hofft jetzt, dass es mit Baufortschritt und damit der Sicht auf die gesamte Schönheit und Pracht des Hotels einen Run auf die letzten Fondsanteile geben werde. Auch beim Adlon habe gerade die letzte Bauphase nochmals richtigen Schwung in den- Fondsvertrieb gebracht. Dort sei die Hälfte der Fondsanteile in den letzten sechs Monaten vor Fertigstellung gezeichnet worden. In Heiligendamm seien aber nur noch ein Drittel der Anteile zu haben, heißt es.

Keine konkreten Termine für Bauen auf Wustrow

Termine für das Bauen auf der Ostseehalbinsel Wustrow nennt das Unternehmen nicht. Hier wird von Mittelfristigkeit gesprochen. Wustrow werde ein bevorzugtes Wohn- und Freizeitgebiet für bis zu 2300 Menschen werden, davon je zur Hälfte Dauerbewohner und Feriengäste. Geplant sei auch eine Marina mit 240 Liegeplätzen. Der 27-Loch-Golfplatz werde als Linkscourse mit Meeresbegrenzung sogar von zwei Seiten eine in Deutschland einmalige Attraktion für diesen immer beliebter werdenden Sport. Die Projektentwicklung sei in Abstimmung mit der Gemeinde Rerik 2001 planmäßig voran getrieben worden.

„Da es sich bei unseren großen Entwicklungen ausnahmslos um außergewöhnliche Immobilien in ersten Lagen mit höchsten Qualitätsansprüchen handelt, untermauern wir mit diesen konkreten Vorhaben unsere Fokussierung auf 'Prime Properties' (Immobilienobjekte im obersten Qualitätssegment, d. R.) als dem Fundus-Markenzeichen“, erklärt Jagdfeld.

SP.
 

 

Inzwischen ist also auch Wustrow im Gespräch. Aber die "FUNDUS-Geruppe" (jaja, die lieben Tasten) schiebt Wustrow im Prinzip schon hier in weite Ferne.

 

In den folgenden vier Monaten kamen weitere Details ans Licht,

die die Bürger verunsicherten:

Wird Heiligendamm eingezäunt? Bleiben die Wege öffentlich?

Kommt man noch durch den Küstenwald?

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 17. April 2002  |  

Strand im Seebad Heiligendamm bleibt öffentlich
 

Heiligendamm (OZ) Der Strand in Heiligendamm bleibt öffentlich; Strände an Deutschlands Küsten stehen dank der Gesetzgebung nicht zum Verkauf. Das bestätigte Peter Sähn von der Entwicklungs Compagnie Heiligendamm (ECH) jetzt Mitgliedern und Gästen des Rostocker Marketing Club e. V. Er verschaffte ihnen Einblick in das bisherige und künftige Geschehen im rund 165 Millionen Euro schweren Seebadprojekt.

Allerdings werde die Höhe der Kurtaxe–je nach Geldbeutel–den jeweiligen Abschnitt der Nutzer bestimmen. Was, so die ECH-Verantwortlichen, spätestens notwendig werde, wenn rund 2000 Gäste des geplanten Ferienparks in Doberan auch die Vorzüge der Ostsee nutzen wollen. Demnach sollen auch weitere Parkplätze außerhalb von Heiligendamm in Richtung Kühlungsborn geschaffen werden, da die Plätze innerorts weitgehend für Gäste von Kempinski und Co. genutzt werden sollen. Geplant für die kommenden Jahre ist die Befestigung und Vergrößerung des Sandstreifens um das Doppelte der bisherigen Breite, ließ das Amt für Umwelt und Natur verlauten. „Der Einweihungsfeier des Grand Hotels im Herzstück der weißen Stadt am Jahresende steht“, so Sähn, „bislang nichts im Wege“. Wenn es auch zunächst nicht den Anschein einer termingerechten Fertigstellung mache. Die Verzögerung sei der umfangreichen Recherche über das Projekt des Betreibers Kempinski geschuldet. Nach der Unterzeichnung eines Management-Vertrages über zehn Jahre konnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

Nach der Kempinski-Recherche wünschen die Besucher von Resorthotels überwiegend Wochenendbesuche in Ruhe und erholsamer Luft. Urlauber, die sonst nach Frankreich oder in die Schweiz fahren, sehen in Heiligendamm ihr künftiges Urlaubsziel. 2003 soll mit der Restaurierung der Ost-West-Häuser begonnen werden, in denen Eigentumswohnungen entstehen. Eine Verlängerung der Kolonnaden für Geschäfte des täglichen Bedarfs, Galerien und Parfümerien sind geplant.

Die Hartel Golfgruppe versicherte dem künftigen Betreiber des mondänen Seebades bereits eine 40-prozentige Auslastung des Hotels zu, verriet Sähn.
Es entstehen mit dem Grand Hotel vorerst rund 150 Arbeitsplätze, die vom künftigen Hotelchef für den Praxiseinsatz geschult werden sollen; möglichst Mitarbeiter aus der Region.
Insgesamt sollen in Heiligendamm 450 Arbeitsplätze entstehen.


D.W.
 

 

Die wichtigsten Aussagen dieses Artikels dürften sein, dass die Hotelgäste ungestört sein möchten und dass sie auf dem Hotelgelände alles bekommen werden, wofür sie ihr Geld ausgeben. Weiterhin ist wichtig, dass die Höhe der Kurtaxe regeln wird, wo sich Hotelgäste und wo Tagestouristen aufhalten und, dass der Massentourismus seine Mobilität vor den Toren der Weißen Stadt am Meer ablegen muss. Auch die Sanierung der Perlenkette wird hier noch einmal zeitlich umrahmt.

 

Wichtig ist auch die Aussage, dass Kempinski lange recherchiert hat, bevor es den Vertrag unterschrieb. Ganz so sicher war man sich im Hause Kempinski also nicht.

 

Zumindest das mit der Kurtaxe muss aber falsch verstanden worden sein. Die Kurtaxe ist für alle Besucher gleich.

Woher soll der Automat denn auch wissen, wen er da vor sich hat?

 

Kurz nach diesen Informationen legt die Ostsee-Zeitung weitere positive Meldungen nach.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 24. April 2002  |  

Strand bleibt Spaziermeile

Keine Verbots-Schilder in Heiligendamm bis Höhe Rettungsturm

Bürger Bad Doberans haben Sorge, einst Betreten- verboten-Schilder in Heiligendamm zu entdecken. Doch das Seeheilbad brauche die Öffentlichkeit, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin.

Bad Doberan (OZ) Zum Jahresende werden im Kempinski-Hotel zu Heiligendamm erstmals Korken vom Champagner knallen. Der Bautenstand im Seeheilbad lässt kaum Zweifel daran, und die Bauherren von Fundus und ECH schon gar nicht. Und wer alles flaniert danach durch die neue alte Weiße Stadt am Meer? Wird es Zäune geben, die dem Spaziergänger und Radler aus Nah und Fern Wege versperren? Ist der Strand dann noch zugänglich für jedermann? Wo können Autos geparkt werden? Fragen, die Doberaner stellen.

Schon in der letzten Woche stand es in der OZ: Strände sind öffentlich. Das befiehlt das Bundesgesetz. „Es wird aber so sein, dass Strandabschnitte gepachtet werden, um dort Strandkörbe aufzustellen“, erklärt Bürgermeister Hartmut Polzin. Das Hotel, die Median-Klinik, Bad Doberaner, Heiligendammer werden dort gegen ein Entgelt an die Stadt ihre Strandkörbe hinstellen. „Natürlich bleibt der Strand als Spazierweg dabei offen“, setzt Polzin noch hinzu.

Kein Radfahren mehr auf der Promenade

Und die Kurtaxe? Die soll nach Strandabschnitten gestaffelt werden, angepasst an die Geldbeutel? „Unsinn“, sagt der Bürgermeister.
Kurtaxe zahlt der Millionär genauso viel wie der Werftarbeiter. Auch der Tagesurlauber muss sie zahlen.
„In Heiligendamm wird viel investiert.
Auch die Promenade wird neu gestaltet. Dort wird dann das Radfahren nicht mehr gestattet“, teilt Polzin mit. Was so viel heißt: Der Europäische Rad- und Wanderweg wird verlegt. Er führt dann so gut wie um den Ort herum, berührt das Areal der Seevillen nicht, zweigt vor dem Residenzhotel ab, landet auf der Straße zum Kinderstrand. „Die exakte Wegeplanung liegt noch nicht vor“, so Polzin. Man arbeite noch an der genauen Planung. „Wir gemeinsam. Die Stadt und ECH“, betont der Bürgermeister. Weil die Stadt es will, sind einige Wegeführungen wieder geöffnet worden, bleibt der Parkplatz an der L 12. Auch die Erschließungsstraße, die unweit der Abfahrt nach Vorder Bollhagen entlang führen wird, bekommt einen Radweg. Diese Straße wird in diesem Jahr noch weitestgehend fertig; sie entsteht für die Baugebiete B-Plan 18, und 19 und für Vorder Bollhagen.

Verständlich, dass die Weiße Stadt verkehrsberuhigt wird. Auch das gehört dazu, will jemand den Seeheilbad-Status. Und welche Straßen und Wege werden später noch öffentlich sein? „Heiligendamm ist verkauft worden. Da gelten Privatrechte“, setzt Polzin erst einmal vornan. „Die Promenade ist aus Richtung Ost bis zur Höhe Rettungsturm öffentlich, dahinter gilt Privatrecht. Privat ist das Gebiet bis zur Alexandrinen-Cottage. Der Stadt gehören die Prof.-Vogel-Straße, die Zufahrt zur Burg Hohenzollern, die Seedeichstraße, die Promenade, der Weg zwischen Haus Hohenzollern und Haus Mecklenburg, der Parkplatz am Residenzhotel, Wege vom und zum Bahnhof und einige durch den Wald. Öffentlich ist natürlich die Landesstraße, die durch den Ort führt.“

Öffentlichkeit bleibt wichtige Prämisse

Innerorts wird es nur Parkplätze für Hotelgäste geben. Außerhalb werden Parkflächen für Besucher entstehen.
„Ein hohes Maß an Öffentlichkeit ist eine der Prämissen, die ein Seeheilbad für sein Prädikat erfüllen muss“, erklärt Polzin.
Deshalb werde er, Polzin, sich wehren, würden „bestimmte Dinge“ nicht so kommen.

Dass es beim Bauen in dieser Dimension auch Streit gebe, sei kein Geheimnis.

INGELINDE SPILLER
 

 

Polzin stellt sich hinter die Öffentlichkeit für Heiligendamm.

Die Ostsee-Zeitung klärt auf, dass der Strand öffentlich ist aber verpachtet werden darf. Nun, wer garantiert, dass die ECH nicht den Strand zwischen Kinderstrand und Schleuse pachtet? Sicherlich übertrieben. Zumindest darf man aber auch dann am Wasser entlang laufen, denn es werden keine Zäune bis ins hinein Wasser gezogen.
 

Radfahren auf der Promenade war bisher auch verboten. Allerdings gab es bisher neben der Promenade einen Radweg, der mit der Sanierung entfallen ist. Es ist damit zu rechnen, dass das Radfahrverbot im Gegensatz zu früher nun rigoros durchgesetzt wird.

 

Polzin macht auch noch einmal klar, dass es keine Kurtaxen-Staffelung geben kann.
Die Stadt arbeitet mit der ECH zusammen, lässt sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen.
Sie setzt ihre Interessen anno 2002 noch immer klar durch.
Klar wird auch, dass es mit dem Küstenwald bald vorbei ist. Aber Polzin definiert die öffentlichen Wege.

Wir merken uns: Der Weg zwischen Haus "Mecklenburg" und der Burg ist öffentlich.
Ebenso der Parkplatz am Residenz-Hotel. Also dort, wo das Thalasso-Zentrum hin soll.

Polzin macht klar, worum es ihm in Heiligendamm geht: Um den Status als Seeheilbad.

 

 

FUNDUS setzt noch einen drauf und investiert 49 Millionen Euro zusätzlich.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 16. Mai 2002  |  

Weiße Stadt am Meer wird noch mondäner

Fundus investiert zusätzlich

Die Fundus-Gruppe will weitere 49 Millionen Euro im Seebad Heiligendamm investieren. Ein Luxusrestaurant, ein Konferenzbereich und ein Zentrum für indische Medizin sollen weitere 100 Arbeitsplätze schaffen.

Köln/Schwerin (OZ/kw) Im Januar 2003 werden die ersten Gäste im 170 Millionen Euro teuren Grand Hotel Heiligendamm übernachten können. Jetzt hat der Chef der Kölner Fundus-Gruppe, Anno August Jagdfeld, weitere Investitionen angekündigt. Ein italienisches Restaurant der Spitzenklasse, ein futuristischer Konferenzsaal mit 500 Plätzen nach finnischem Vorbild und ein Zentrum für indische Ayurveda-Medizin sollen als nächste Projekte verwirklicht werden.

Für die Zusatzinvestitionen im Gesamtumfang von 49 Millionen Euro nahm Jagdfeld gestern einen Fördermittelbescheid des Wirtschaftsministeriums über 14,7 Millionen Euro entgegen. Wirtschaftsminister Otto Ebnet (SPD) betrachtet die finanzielle Beteiligung als Zukunfstsinvestition: „Der Wiederaufbau des Seebades ist ein einmaliges Projekt, das Mecklenburg-Vorpommern international bekannt machen wird.“

Mit den zusätzlichen Angeboten verfolgt Jagdfeld ein ehrgeiziges Ziel: „Heiligendamm hat das Zeug, das Nizza Deutschlands zu werden.“ Diese Entwicklung geschehe nicht von allein, lasse sich aber in einem rund zehn Jahre dauernden Prozess verwirklichen. Dazu seien viele weitere Ideen gefragt, Anstrengungen müssten unternommen werden.

Das jetzt geplante Konferenzzentrum schaffe beispielsweise die Voraussetzung, dass europäische Staatschefs und Regierungsdelegationen in der „Weißen Stadt“ logieren und arbeiten könnten. Mit dem Angebot der Ayurveda-Medizin in einem neu zu bauenden indischen Tempel wolle man zu dem bedeutendsten Ayurveda-Zentrum bei Delhi in Konkurrenz treten. Die personellen Voraussetzungen würden erfüllt.

Für das Grand Hotel hat bereits der Innenausbau begonnen. Jagdfeld rechnet damit, dass die Erprobungsphase mit den ersten Gästen im Januar beginnen kann. Das Hotel in dem einmaligen weißen Bauensemble wird über knapp 500 Betten der Luxusklasse verfügen. Dazu kommen ein Reitsportzentrum, acht Tennisplätze, Golfplatz, Kindergarten, Wellness- und Fitness-Bereich sowie großzügig gestaltete Parkanlagen. Rund 400 Arbeitskräfte werden sich um die Gäste kümmern, weitere 100 sollen durch die zusätzlichen Investitionen Arbeit in Heiligendamm finden.
 

 

Also eigentlich investiert FUNDUS "nur" 34,3 Millionen Euro zusätzlich. Der Rest sind Fördermittel.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern verspricht sich Vorteile aus dem Grand Hotel.

Mecklenburg-Vorpommern soll durch das Grand Hotel international bekannt werden. Wie auch immer.
Der normale Bürger Mecklenburg-Vorpommerns wird für sich keinen unmittelbaren Vorteil darin sehen, dass Mecklenburg-Vorpommern international bekannt ist. Für ihn zählt eher, dass seine Steuergelder in etwas fließen, das er gar nicht zu Gesicht bekommt. Wenngleich er das Meiste davon durchaus nutzen darf und kann.

 

 

Die Stadt Bad Doberan ergreift ein paar Vorsichtsmaßnahmen

 

Oder wie soll man es nennen, wenn sie in Heiligendamm Land beansprucht, das sie bisher nie beanspruchen musste, weil niemand es ihr streitig machen würde? Jeder kann ein Wassergrundstück erwerben und bevor FUNDUS es tut, kommt die Stadt dem zuvor. Irgendwo mag da doch ein gewisses Misstrauen mitspielen. Wenn ich ein Grundstück kaufe, auf dem sich ein Weg befindet, dann gehört auch der Weg mir, sofern er nicht öffentlich ist. Ich darf ihn dann sperren oder vernichten. Auf dem beantragten Wassergrundstück steht nichts geringeres, als die Heiligendammer Seebrücke, die keinen öffentlichen Weg darstellt. Erwirbt jemand dieses Grundstück, kann er den Zugang zur Seebrücke ab Wasserkante untersagen. Die Stadt tut also nichts unüberlegtes.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 14. Juni 2002  |  

Stadt und Kreis verschieben ihre See-Grenze

Seebrücke bekommt „Grundstück“

Was auf dem Land üblich ist, wünscht sich die Doberaner Stadtvertretung auch für das Wasser. Sie hat nämlich für die Seebrücke in Heiligendamm ein Wassergrundstück beantragt.

Bad Doberan (OZ) Die Stadt Bad Doberan will sich flächenmäßig vergrößern. Dabei denkt sie nicht– wie es gern die benachbarte Hansestadt Rostock macht –daran, etwa umliegende Gemeinden ins Stadtgebiet zu holen. Nein, der Blick der Stadtvertreter ruhte dabei, als die Idee zum Beschluss wurde, auf der See. Sie haben nämlich beantragt, dass die die Seebrücke Heiligendamm umgebende Wasserfläche Doberaner Gemeindeland wird.

Und das vor ganz langer Zeit. Per Beschluss vom 9. November 2000 beantragte die Stadt beim Innenministerium die „Inkommunalisierung“ der gemeindefreien Wasserfläche im Bereich der Seebrücke Heiligendamm. Das Innenministerium prüfte zusammen mit dem Wirtschaftsministerium gründlich. Denn schließlich müssten genau 5776 Quadratmeter Hoheitsgebiet des Landes Mecklenburg-Vorpommern an die Stadt Bad Doberan abgetreten werden.

Norbert Sass, Chef des Amtes für Stadtentwicklung in Bad Doberan, sieht den Vorgang völlig unspektakulär: „Wie auch auf dem Land, geht es uns um eine Zuordnung von Gebäuden oder Objekten zu den dazugehörigen Grundstücken.

Wir wollen also die Seebrücke, die uns gehört, einem Wassergrundstück zuordnen.“ Bebauungspläne für die dann eingemeindete Wasserfläche gibt es nicht.

Der Vorgang ist gewichtig, weil ja nicht nur die Gemeinde Bad Doberan, sondern auch der Landkreis Bad Doberan betroffen ist, der ja auch etwas größer werden würde. Und so hat es fast zwei Jahre gedauert bis die Antragstellung in Bad Doberan quasi in die Münsterstadt zurückgekehrt ist. Die Abgeordneten des Landkreises müssen nun auf ihrer Sitzung am 19. Juni entscheiden, ob sie ihr Kreisgebiet auf das Wasser ausdehnen wollen, der „Inkommunalisierung“ in der Gemarkung Heiligendamm zustimmen.

Die Seebrücke wird auch nach der Fertigstellung des gesamten Fundus-Areals in Heiligendamm die Attraktion für Tagesgäste im Seebad sein.
Sie bleibt vom Strand und der Promenade aus zugänglich.

Die Zuordnung von einer Wasserfläche zu einer Seebrücke ist übrigens im östlichen Landkreis, in Graal-Müritz, schon geschehen.

THOMAS STERNBERG
 

 

 

Und Jagdfeld erklärt die neuen Pläne:

 

Die Erweiterungen anzukündigen, ist das eine. Sie müssen auch gut verkauft werden.

Tatsächlich ist es so, dass das Grand Hotel allein nicht erfolgreich sein kann, solange es den Gästen nichts außergewöhnliches bietet. Um sich von anderen Einrichtungen abzuheben, tut es nicht der Stern allein.

Der Gast würde auch in Hotels mit weniger Sternen einkehren, wenn sie ihm mehr bieten können.

 

Da Heiligendamm schon keine Stadt ist, die als Gesamtheit infrastrukturell etwas bieten könnte, muss das Hotel-Resort diesen Mangel kompensieren. Das war nie ein Problem, denn zuletzt hatte Heiligendamm unter den Herzögen alles zu bieten, was sie begehrten. Vieles davon ist in der Zwischenzeit aber verschwunden und darum muss nun etwas neues her. Tagungen, Sport, Spiel, Freizeit, SPA und Wellness sind genau die richtigen Ansätze und ein Ayurveda-Zentrum, das es so in Deutschland und Europa noch nicht gibt, ist eine gewaltige Attraktion. Für alle, die es sich leisten können - versteht sich. Jagdfeld klärt auf:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 16. Juli 2002  |  

Heiligendamm soll schönstes Seebad werden

Millionen für neue Einrichtungen

Mit 15 Millionen Euro vom Land und eigenen zusätzlichen 46,1 Millionen will die Fundus-Gruppe im künftigen Nobel-Bad Heiligendamm Einrichtungen schaffen , die die Saison verlängern helfen.

Heiligendamm (OZ) Heiligendamm soll noch attraktiver, noch schöner werden. Das schönste und attraktivste unter allen deutschen Seebädern.
Dafür haben die Gesellschafter der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co KG am Wochenende in Köln ein Konzept zum stufenweisen Ausbau des Grand Hotel um weitere saisonverlängernde Einrichtungen beschlossen. Das ließ Fundus-Chef Anno August Jagdfeld gestern in einer Presseerklärung mitteilen.

Aus der Landeskasse Mecklenburg-Vorpommerns werden dafür weitere 15 Millionen Euro fließen, die Gesellschaft erhöht das Eigenkapital um 46,1 Mio Euro.

Besagtes Konzept–es wurde mit dem Betreiber Kempinski Hotels & Resorts und dem externen hotelfachlichen Berater Steigenberger Consulting entwickelt–besteht im Kern aus fünf großen Bausteinen, so Jagdfeld. So sollen im „Fürstenhof“ 35 weitere Hotelzimmer entstehen. Ein großzügiges Konferenzzentrum soll hochrangige Regierungs-, Verbands- und Unternehmenskonferenzen mit bis zu 500 Teilnehmern ermöglichen. Fundus setzt darauf, dass hier auch europäische Staats- und Regierungschefs mit größeren Delegationen konferieren und logieren. Zweiter Baustein wird die Neun-Loch-Golfanlage Wittenbeck, die um weitere 18 Löcher ausgebaut wird. Eine Tennisanlage entsteht. Ein edles italienische Restaurant–Ableger aus dem Berliner ADLON-Palais–soll gastronomischer Anziehungspunkt für die Gäste der Region werden.

Im Baustil eines indischen Palastes soll drittens ein Ayurveda-Zentrum hinzu kommen, das mit den im Severin Palais des Hotels befindlichen Fitness- und Beautyangeboten kombinierbar ist. Viertens entsteht ein Kids-Club, um dem Familienurlaub in Heiligendamm zusätzliche Attraktivität zu verleihen. Baustein Nummer fünf wird laut Jagdfeld eine urige Gartenwirtschaft am Platz des nostalgischen Forsthauses, mit deftiger Küche, Eis, Kuchen, Kaffee, großem Abenteuerspielplatz.

„Das Grand Hotel Heiligendamm, die erstklassige Landmark-Immobilie mit Geschichte und Tradition in nicht wiederholbarer Spitzenlage an der Ostsee hat mit der Gesamtentwicklung des ältesten deutschen Seebades eine große Zukunft. Den Menschen in der Region bringt sie attraktive Arbeitsplätze, den Gästen Erholung und Service in Perfektion und den Investoren sichere und solide Renditen“, stellt der Fundus-Chef zu alldem klar.

Anfang 2003 soll in Heiligendamm mit der Eröffnung des Grand Hotel „der Startschuss für einen gewaltigen Entwicklungsschub“ erfolgen, „den der gesamte Ort in den Folgejahren erfahren wird“, blickt Jagdfeld voraus. Von Jahr zu Jahr werde jeder Gast selbst sehen können, wie sich Heiligendamm Stück für Stück zurückerobert, was es einst war und wieder sein wird: Das schönste deutsche Seebad.

INGELINDE SPILLER
 


"Stück für Stück zurück erobert". Bitte merken.
 

 

...und die neuen Attraktionen:

 

Golf gehört in dieser Klasse einfach dazu. Eigentlich war angedacht, Heiligendamm zu entwickeln und einen einmaligen Golfplatz in die Mitte zu nehmen. Es gab auch noch die Option, den Golfplatz an alter Stelle wieder aufleben zu lassen aber der wäre für heutige Ansprüche zu klein. Die Option, einen Golfpark in Wittenbeck zu errichten, gab es von Anfang an. Dass man sich aber darauf konzentriert und den Golfplatz in Heiligendamm nicht zugleich entwickelt, war nicht vorgesehen. Hier muss man einfach sagen, dass FUNDUS gezwungenermaßen kleinere Brötchen bäckt und erst einmal einen Golfplatz - den in Wittenbeck - etabliert.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 19. Juli 2002  |  

Fundus plant attraktives Dreier-Paket für Golfer

Geschäftsführer Zimmermann stellt Konzeption vor

Wittenbeck (OZ) Es war eine aufregende und kühne Vision, die Geschäftsführer Heiner Zimmermann von der Golf- und Hotel-Resort GmbH im Gespräch mit OZ auf dem Wittenbecker Golfplatz vorstellte. Der Heiligendamm- und Wustrow-Investor Fundus hat den landschaftlich herrlich gelegenen Platz gekauft und will ihn nun in das Gesamtkonzept der laufenden Entwicklung für Heiligendamm und der künftigen Baumaßnahmen auf Wustrow integrieren. „Wittenbeck ist für Golfer ein Standort, der gleichermaßen Natur pur, einen herrlich freien Blick zur Ostsee und durch den ständig wechselnden Wind große sportliche Herausforderungen bietet“, so Hobby-Golfer Zimmermann.

Die Golf- und Hotel-Resort GmbH Wittenbeck, eine neue Fundus-Gesellschaft, plant daher einen großzügigen Ausbau des Platzes.
„Die jetzt vorhandene Neun-Loch-Anlage und die von uns kurzfristig angelegten drei weiteren Übungsbahnen sind für Golfer mit Anspruch natürlich noch kein Anreiz nach Wittenbeck zu kommen. Es wird die bisherige Anlage bestehen bleiben. Zusätzlich entsteht aber auf einer Erweiterungsfläche, die zum Areal gehört, bis 2005 ein 18-Loch-Platz mit internationalem Wettkampf-Niveau“, kündigt der Manager an.
Geplant ist auch die Errichtung eines großen Golf-Clubhauses mit einem gepflegten Restaurant.

Zimmermann ordnet das Wittenbeck-Projekt in größere Zusammenhänge ein. „Golfer sind Nomaden.
Sie ziehen von Platz zu Platz, wollen immer wieder neue Herausforderungen“, weiß er.

In unmittelbaren Umfeld des Grand-Hotels Heiligendamm wird–in Richtung Vorder Bollhagen–ein golfarchitektonisch anspruchsvoller 18-Loch-Platz mit einem künstlichen See entstehen, dazu kommt der in seiner hügeligen Topographie naturnahe Wittenbecker Platz und langfristig die Golfanlage auf Wustrow zwischen Gartenstadt und Tower mit vielen Biotopen–in einer einmaligen Lage zwischen Haff und Meer.

„Golfer sind im gehobenen Hotel-Resort-Segment eine wichtige Klientel. Im deutschen Golf-Mekka in Bad Griesbach in Niederbayern gibt es pro Jahr rund 30 000 Übernachtungen von Golfspielern und eine Golfschule mit 36 Lehrern, dazu sechs 18-Loch-Plätze. Wir arbeiten daran, die Bad Griesbacher Gesellschaft–den unbestrittenen Marktführer in Deutschland–mit seinem umfassenden Know-how auch als Betreiber für unser künftiges Dreier-Paket in Heiligendamm, Wittenbeck und Wustrow zu gewinnen und versprechen uns davon einen großen Zulauf von Golf-Touristen, die in M-V Neues erleben möchte. In Heiligendamm arbeiten wir mit Kempinski als Betreiber zusammen, für die Golfplätze werden wir Bad Griesbach gewinnen. Das entspricht unserer Konzeption: Wir möchten nur die Besten aus der Branche“, blickt Heiner Zimmermann selbstbewusst in die Golf-Zukunft.

L. WERNER
 

 

Die Ostsee-Zeitung darf exklusiv hinter die Kulissen schauen:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 30. Juli 2002  |  

Bald neuer Glanz in Cremeweiß
 

Noch dominiert grauer Putz in der Weißen Stadt am Meer. Doch die Bauarbeiten in Heiligendamm nähern sich sichtlich dem Abschluss.
Die ersten Fassaden und Hotelsuiten sind fertiggestellt. Ab Frühjahr 2003 sind die Gäste willkommen.


Heiligendamm (OZ) „Na, was sagen Sie?“ Mit gönnerhaftem Lächeln öffnet Peter Sähn (65) die Tür zum ersten Hotelzimmer in der Weißen Stadt. „Bitte Schuhe ausziehen“, mahnt der Mann von der Fundus-Gruppe. Der Wunsch ist verständlich: Das Musterzimmer liegt mitten in einer Baustelle. Elektrokabel hängen von der Decke, der graue Betonfußboden ist voller Schmutz.

Auf Strümpfen betreten wir die Suite. „Aah...“ Beiger Teppichboden, beige Vorhänge. Alles Ton in Ton. Dazu ein Sofa und zwei Sessel (natürlich beige), eine Ecke weiter das Schlafgemach mit beiger Bettdecke. Im Bad eine Wanne mit wuchtiger Graniteinfassung, Eau de Parfum von Bulgari und (beigefarbene) Badelatschen. Knapp 400 Euro, so Sähn, kostet der Traum in Beige pro Nacht. Mit oder ohne Frühstück? Sähn überlegt. „Schwierige Frage.“

400 Euro? Fast 800 Mark–eine Menge Geld. Doch immerhin werde das Grand Hotel Heiligendamm „fünf Sterne plus“ haben, versichert Sähn. („Ja, plus, das gibt es.“) Dampfbad, Sauna Schönheitsfarm, erstklassige Küche, all das darf der Gast nutzen. Alles geführt von der renommierten Kempinski-Gruppe. „Die rekrutieren jetzt schon das Personal.“ Und „normale“ Doppelzimmer gibt es schon ab 250 Euro.

Im Frühjahr 2003 ist Eröffnung. 150 Angestellte werden den Gästen dann zur Verfügung stehen, überwiegend stammen sie aus der Region. Servicekräfte für 250 Zimmer in den sechs Häusern der Weißen Stadt, die das „Grand Hotel Heiligendamm“ bilden. Alles denkmalgeschützte Fassaden, bis auf einen Neubau: Das „Palais Severin“, das sich nahtlos in das klassizistische Ensemble einfügt.

Severin hieß der Architekt der Weißen Stadt an der See, die im 19. Jahrhundert Inbegriff des Nobeltourismus an der Ostsee wurde. Selbst der Kaiser pflegte hier zu urlauben. In der „Burg Hohenzollern“ stieg der Monarch vorzugsweise ab.

Zu DDR-Zeiten büßte das schlossartige Gebäude im Tudorstil seine Türmchen und Zinnchen ein. Jetzt hat es sie wieder, dank Fundus. Im Inneren hat Sähn eine zweite Mustersuite zu bieten: Asia-Chic diesmal, dunkelbraune Möbel, ein blaues Sofa mit rotgestreiften Kissen. Nur der Teppichboden wieder beige.
 „Jedes Zimmer ist anders“, wirbt Sähn. Die Einrichtung trägt die Handschrift von Anna Maria Jagdfeld (45), der Ehefrau des Investors Anno August Jagdfeld (55).

Jagdfeld, Sproß der Inhaber eines Möbelhauses in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt Jülich, hatte das Areal 1996 erworben. Danach geschah zunächst einmal nichts. Im Mai 2000 drehten sich endlich doch die Kräne. Zunächst wurden die Häuser komplett entkernt, nur die Fassaden blieben stehen. „Innen war nichts Erhaltenswertes mehr“, urteilt Sähn.

Was lange währt, wird endlich gut: Die Fassaden, einschließlich der Fenster und Türen, sind nun denkmalgerecht wiederhergestellt. Am „Haus Mecklenburg“ ist bereits die weiße Originalfarbe aufgetragen. Ein bisschen cremig im Farbton präsentiert sich die „Weiße Stadt“ im neuen Jahrtausend. „Es ist ein gebrochenes Weiß“, belehrt Sähn.

88 000 Quadratmeter Wand sind noch zu streichen. Und wenn 2003 die ersten Gäste kommen, erwartet sie auch der versprochene Golfplatz. „Es ist uns gelungen, den Golfplatz Wittenbeck zu erwerben“, so Sähn. Das hügelige Naturgelände soll von neun auf 18 Loch aufgestockt werden.
Parallel wird weiter an dem neuen Golfplatz zwischen Vorder Bollhagen und Heiligendamm gebaut. „Aber da müssen wir modellieren, um die Landschaft abwechslungsreicher zu gestalten.“

Nicht nur baden und Golf spielen kann man im neuen Ferienresort Heiligendamm, sondern natürlich auch reiten. Im Gestüt Vorder Bollhagen stehen bereits 50 Stuten, überwiegend Mecklenburger. Dazu drei Hengste.

250 Rinder, 150 Schwarzkopf-Schafe und 30 weiße Seidenziegen dienen ebenfalls dem Wohl der Gäste. „Die sind hübsch anzusehen und bereichern dann den Speiseplan.“

Wiesen, Häuser, Straßen–zwischen Bad Doberan und Heiligendamm gehört inzwischen fast alles der Fundus-Gruppe. Eine eigene Erschließungsstraße für das riesige Areal ist im Bau.
Sie soll den „nichttouristischen“ Verkehr an Heiligendamm vorbeileiten und so die berühmte Lindenallee zwischen den beiden Orten entlasten.

Das Gesamt-Investvolumen von rund 150 Millionen Euro wurde noch aufgestockt: Um 47 Millionen Euro.
Fundus hat auch das Forsthaus Heiligendamm erworben. „Dort entsteht ein Restaurant mit Biergarten“, kündigt Sähn erfreut an. Ein daneben liegendes, ehemaliges Hotel am Ortsausgang wird die Fundus-Gruppe ebenfalls wieder eröffnen. Im Garten dahinter ist eine moderne Kongresshalle mit Platz für rund 1000 Gäste geplant.

Bei solch großen Plänen kann man auch mal großzügig sein. Ein niedriges rotes Haus gegenüber der Einfahrt zum Grand Hotel gehört Fundus zwar, doch die Firma will sich davon trennen, wie Sähn verrät. „Das schenken wir einer Naturschutzgruppe. Die kann das dann abbauen und an einem anderen Standort darin eine Naturschutzstation einrichten.“

MARCUS STÖCKLIN
 

 

Weitere Details kommen dazu. FUNDUS hat noch weiter eingekauft. 47 Millionen mehr sollen investiert werden.

Noch ist das Geld aber nicht da und mit einer Bankbürgschaft lassen sich keine Rechnungen bezahlen.

Eine gefährliche Angelegenheit aber man vertraut FUNDUS und freut sich angesichts der großen Versprechen.

 

Was die Ostsee-Zeitung verschweigt:
Am Golfplatz in Heiligendamm wird überhaupt nicht gebaut. Da ist nur Ackerland.

Und was sie nicht weiß:

Es ist billiger, Häuser zu verschenken, als sie abreißen, den Bauschutt sortieren und abfahren zu lassen.
Die Geste ist großzügig aber sie ist auch ökonomisch, denn nun muss der Beschenkte alles selbst abreißen und transportieren.

 

 

Zwei Jahre nach Baubeginn: Die Heile Welt bröckelt.

 

Das Hotel wächst und die Versprechen werden immer großartiger aber mit den Plänen wächst auch das Misstrauen.

Einigen Bürgern wird klar, wo es enden wird: An Zäunen.

 

Ein Leserbrief in der Ostsee-Zeitung bringt es auf den Punkt:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 22.08.2002  |  

Keinen goldenen Käfig mit schimpfenden Zaungästen
 

Bad Doberan (OZ) In den nächsten Wochen werden in der Stadtvertretung die Weichen für die endgültige Entwicklung von Heiligendamm gestellt. Die Stadt hat den Entwurf eines Grundlagenvertrages mit dem Investor vorgelegt, der im September verabschiedet werden soll. Die Vereinbarungen werden erhebliche Konsequenzen für die Bürger Bad Doberans mit sich bringen. Umso befremdlicher ist es, dass eine öffentliche Diskussion darüber bisher vermieden wurde.

 Zum Beispiel ist beabsichtigt, die Straße (und damit auch den Parkplatz) zum Kinderstrand zu sperren. Das bedeutet, dass der Strand ab Haus Weimar einschließlich Kinderstrand nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar sein wird. Ersatzweise sollen Shuttle-Busse eingesetzt werden–wo, wann und zu welchen Bedingungen ist völlig unklar. Für sogenannte „Massentouristen“ soll Heiligendamm nicht mehr zur Verfügung stehen, der Radwanderweg um Heiligendamm herumgeführt werden und das Gelände zwischen Haus Mecklenburg und Haus Weimar dem Kurgast des Grand Hotels vorbehalten bleiben. Sicherlich müssen wir froh sein, dass Heiligendamm wieder entsteht. Angesichts einer öffentlichen Förderung mit Millionen Steuergeldern dürften jedoch die Belange der breiten Bevölkerung nicht völlig an die Wand gedrückt werden.

 Ein goldener Käfig mit schimpfenden Zaungästen kann auch nicht im Sinne des Investors sein. Wer Einfluss nehmen will, sollte sich an die gewählten Stadtvertreter wenden. Wünschenswert wären öffentliche Informationsveranstaltungen, bevor endgültige Entscheidungen getroffen werden.

Dieter Rotscheidt, Bad Doberan
 

 

Was Herr Rotscheidt nicht weiß: Gegen die Zaungäste gibt es längst ein Konzept. Es nennt sich "Pufferzonen" und hält die Touristen auf sicherem Abstand von den Hotelgästen. Zur Not ist man sogar bereit, die Tagesgäste ganz nach Osten zu verdrängen. Das Schimpfen wird vom Winde verweht. Wie auch Herr Rotscheidts Meinung.

 

 

Die Fertigstellung verschiebt sich und weitere unliebsame Details werden bekannt:

 

Für gewöhnlich lädt man sich Pressevertreter ein und lässt sie schon hinter die Kulissen schnuppern, wenn man ein Hotel baut. Darum ist es auch nicht ungewöhnlich, dass die Ostsee-Zeitung einen Blick in die Hotelzimmer werfen kann.

Solche Mustersuiten benötigt man ohnehin, weil man ja nur auf dem Papier geplant hat und das auch live sehen muss.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 24./ 25.08.2002  |  

Probebetrieb beginnt drei Monate später

Grand Hotel hat erste Mustersuiten

Der Baufortschritt im Areal Grand Hotel Heiligendamm ist unübersehbar.
Jetzt gibt es dort auch die ersten Mustersuiten. Doch der Start verschiebt sich. Jetzt soll es am 30. März los gehen.


Heiligendamm (OZ) „Man muss in natura sehen, was man nur vom Papier kennt“, bringt es Hans Schlag auf den Punkt, warum zwei Mustersuiten für das Grand Hotel gebaut wurden. Raumproportionen, Farben, Ausstattung, Funktionalität lassen sich nur so richtig prüfen. Auch wenn beide Suiten vom künftigen Glanz künden, gibt es einiges nachzuarbeiten, sind auch neue Lösungen gefragt.

Haus Mecklenburg verliert zuerst seine Gerüste

Hans Schlag ist einer der beiden Geschäftsführer der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH). Er freut sich schon auf den Tag, wenn das erste Haus seine Gerüste verliert. „Dann wird man erahnen können, was hier entsteht.“ Das erste Gebäude, das sich im neuen Glanz präsentiert, wird das Haus „Mecklenburg“ sein.

Doch bis das von der Kempinski-Kette geführte Grand Hotel mit Direktor Thomas Klippstein die ersten Gäste begrüßen kann, wird es doch länger als ursprünglich gedacht dauern.
Denn eigentlich sollte schon zum Jahreswechsel der Probebetrieb beginnen. „Wir haben uns von der Gesellschafterversammlung die Verlängerung der Bauzeit abnicken lassen“, bestätigt Hans Schlag. Die hohe Qualität soll nicht durch Zeitdruck in Gefahr geraten.

Am 30. März beginnt jetzt der Probebetrieb im Grand Hotel und acht Wochen später soll der reguläre Hotelbetrieb laufen. „Das Hotel nimmt die Saison voll mit“, bekräftigt Schlag.  
Er ist auch zufrieden, dass jetzt die Baugenehmigung für das Wirtschaftsgebäude vorliegt. Zu prüfen wird sein, wo die Ausgleichsmaßnahmen von etwa 25 000 Euro für diesen Eingriff in die Natur vorgenommen werden sollen.

Stadtvertretung prüft Grundlagenvertrag

Zwischen der ECH und der Stadt Doberan gibt es einen städtebaulichen Grundlagenvertrag von 1997. Da es damals Kempinski für Heiligendamm noch nicht gab und auch viele Detailplanungen jetzt viel weiter sind, soll der Vertrag aktualisiert werden. „Wenn die Verhandlungen mit der ECH erfolgreich zum Abschluss kommen, könnte es sein, dass wir der Stadtvertretung den Vertrag am 16. September vorlegen“, sagt Bürgermeister Hartmut Polzin.

Klar ist, dass Dinge im Außenbereich nur gemeinsam gehen. Das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) baut wohl im Herbst vor den Seevillen eine (versenkte) Sturmschutzwand.
Die Promenade und weitere städtische Anlagen werden später in Angriff genommen. „Eine geschlossene Gestaltung der Außenanlagen geht nur gemeinsam“, betont Hartmut Polzin.
Dass die ECH auch gern städtische Wege, die durch ihr Privatgelände führen, übernehmen würde, ist kein Geheimnis. Doch auch hier haben die Stadtvertreter das letzte Wort.

THOMAS STERNBERG
 

 

Ausschlaggendend dürfte der letzte Satz sein:

 

"Dass die ECH auch gern städtische Wege, die durch ihr Privatgelände führen, übernehmen würde, ist kein Geheimnis."

 

Es gibt in Heiligendamm ja nicht allzu viele öffentliche Wege.
Schon die Übernahme auch nur einer kompletten Straße würde Heiligendamm undurchlässig machen:

Ohne die Kühlungsborner Straße geht es nicht mehr durch den Ort, ohne Seedeichstraße geht es nicht mehr zum Strand und ohne Professor-Dr.-Vogel-Straße geht es nicht mehr von Nord nach Süd und anders herum.

 

 

Die Diskussion nimmt ihren Lauf

 

Spätestens jetzt ist es vorbei mit der großen Akzeptanz.

Schon vor der Eröffnung des Hotels gibt es Knatsch in Heiligendamm.

Es geht um Wege und Wegerecht, um Gewohnheiten und Gewohnheitsrecht aber auch um ganz einfache Bedürfnisse, die hier in Gefahr geraten.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 29.08.2002  |  

Nicht nur an die Reichen und Schönen denken

Shuttlebusse sind keine Lösung

Bad Doberan (OZ) Aus einem Leserbrief in der OSTSEE-ZEITUNG letzte Woche ging hervor, dass die Zufahrt zum Kinderstrand Heiligendamm und der Parkplatz nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße gesperrt werden sollen und man eventuell Shuttlebusse einsetzen will.

Entspricht das den Planungen? Wenn ja, dann möchte ich energisch Einspruch dagegen erheben. Der Kinderstrand Heiligendamm ist seit vielen Jahrzehnten die Badestelle für eine große Gruppe der Doberaner Bevölkerung. Wer Urlaub hat bleibt den ganzen Tag, manche nur am Nachmittag und etliche kommen auch bei schlechterem Wetter. Gerade weil man so schnell und unkompliziert mit dem Auto direkt hinfahren kann, ist die Stelle so beliebt. Eine Umgehung des Ortes Heiligendamm und eine Zufahrt von der anderen Seite halte ich für zumutbar, Shuttlebusse nicht.

Ich bitte die Stadtverordneten und die Planer der Fundus-Gruppe bei weiteren Arbeiten darauf zu achten, dass alle Gruppen zu ihrem Recht kommen und nicht nur die zu erwartenden „Reichen und Schönen“.

C. Fick, Bad Doberan
 

 

Die Shuttlebusse entsprechen nicht den Planungen. Es war zwar von Parkplätzen in Randlage die Rede aber die waren nicht so weit weg geplant, dass das einen motorisierten Verbindungsverkehr rechtfertigen würde. Maximal hinter dem Golfteich und am Forsthof sollten die Außenparkplätze entstehen und kein Zwang sein - man kann auch in Heiligendamm parken. Nur eben zu schlechteren Konditionen und mit weniger Angeboten. Die Touristische Erschließungsstraße soll Heiligendamm nicht zwangsumgehen, sondern entlasten. Eigentlich heißt es auch "Entlastungsstrecke" und nicht "Umgehungsstraße". Sinn dieser Straße ist es, den Durchgangsverkehr auf der Verbindung Bad Doberan - Kühlungsborn aus dem Ort zu verbannen. Dennoch darf und kann jeder durch Heiligendamm fahren.

 

Der letzte Satz ist besonders schön:
Welche Rechte haben wir Bad Doberaner Bürger denn in Heiligendamm? Welche hatten wir je gehabt?
 

 


Analyse: Die Einheimischen haben etwas gegen Reiche und halten an ihren "Gewohnheitsrechten" fest.

 

In den Lokal-Medien liest es sich eher so, dass die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nichts gegen Reiche und auch gar nichts gegen das Grand Hotel haben. Die Einheimischen im Landkreis sind größtenteils sogar aufgeschlossen und nicht selten sogar stolz auf Heiligendamm.

Es gibt einige Menschen, die in den alten Tagen verhaftet sind und keine Änderungen in Heiligendamm akzeptieren. Es gibt welche, die um jeden Baum und jeden Weg kämpfen, auch wenn der Baum tot und der Weg nur ein matschiger Trampelpfad ist. Diese Menschen gibt es überall.

 

Die Mehrheit der Einheimischen jedoch musste bis 1996 davon ausgehen, dass das Land das Ensemble an einen Investor verkauft, der es als Kurbetrieb weiterführen würde. Nach 1996 gingen die Bürger davon aus, dass der Grundlagenvertrag zwischen der Stadt Bad Doberan und der EntwicklungsCompagnie Heiligendamm auch eingehalten wird und es weiterhin ein offenes und erlebbares Heiligendamm geben würde. Wobei ihre Vorstellung diese war, dass alle bis dahin offen zugänglichen Wege offen bleiben würden.

 

Bis 2003 gingen die Bürger davon aus,

dass sie über einen Stichweg durch das bis 2005 voll restaurierte Ensemble zwischen Seebrücke und Bahnhof flanieren können.

Nach 2003 gingen die Bürger davon aus,

dass sie auch weiterhin durch die Professor-Vogel-Straße flanieren können und dass die Perlenkette bald saniert werden würde.

Nach 2004 gingen die Bürger davon aus,

dass die Bauarbeiten in Heiligendamm endlich weitergehen und die Perlenkette endlich saniert werden würde.
Nach 2005 gingen die Bürger davon aus,

dass sich Lösungen für den abgesperrten Küstenwald und die vielen Zäune finden ließen und die Perlenkette endlich saniert wird.

Nach 2006 gingen die Bürger davon aus,

dass zum G8-Gipfel endlich alles wieder so erstrahlt, wie in alten Zeiten und dass der Investor sich an seine Zusagen halten würde (und könnte).


Im Jahr 2007 nun werden drei Häuser der Perlenkette abgerissen, Heiligendamm wird umzäunt und zum Hochsicherheitstrakt und im Juli kommen Leute und reden drei Tage lang hinter verschlossenen Zäunen über die Weltpolitik. Zugleich macht die ECH klar, dass es keine Freizügigkeit in Heiligendamm mehr geben wird und dass sie im Einvernehmen mit den Stadtvertretern einige Vereinbarungen aus dem Grundlagenvertrag streichen wird und dass der "normale Bürger" ein Störfaktor in einer Erfolgsstatistik sei. Es wird wörtlich gesagt, dass der zahlende Gast sich von der Anwesenheit der Einheimischen und Tagesgäste gestört fühlt.

 

Da fragt sich, wer etwas gegen wen hat.
Es geht nicht um Gewohnheitsrechte, sondern um Enttäuschungen, Anfeindungen, Ignoranz und Unfähigkeit.

Der eigentliche Zorn der Bürger richtet sich nicht auf die Gäste und auch nicht auf das Hotel, sondern auf den Investor und besonders auf die Lokalpolitiker, von denen sich die Wähler im Stich gelassen und verraten fühlen.

 

Fakt ist, dass Bilder aus vergangenen Tagen Adelige und Wohlhabende in teuren Kleidern auf der Promenade und vor dem Kurhaus zeigen. Fakt ist auch, dass man auf diesen Bilder sieht, dass die Straße von Bad Doberan direkt vor dem Kurhaus endet.

Da ist kein Zaun, keine Hecke und keine Absperrung. Die Menschen wollten gesehen werden, denn das Wort "Ansehen" kommt von "Sehen" und wer nicht gesehen wird, kann auch kein Ansehen haben. Und um Prominenz mit Vergnügen zu verbinden, wurde eine Spielbank geschaffen, wo sich Wohlhabende beim Glücksspiel versuchen konnten.

Oder sie fuhren zur Galopprennbahn und setzten dort auf Pferde.

Noch heute wird es gern gesehen, dass man die Renntage zumindest mit vornehmer, am Liebsten mit traditioneller Kleidung besucht. Und die ECH beteiligt sich an den kulturellen Veranstaltungen, wie z.B. "Aqua Nostra", die "Wassertage" in Bad Doberan und Heiligendamm. Hier geht es um Wasser und seine Bedeutung und Teil des Programms ist das Eintreffen der herzoglichen Familie - natürlich nicht original - mit Pferdekutschen vor dem Kamp in Bad Doberan. Smoking und Zylinder gehören zur Grundausstattung und wer am gemeinsamen Festschmaus "Table d'hôte" teilnehmen möchte, sollte schon mindestens einen Anzug im Schrank haben und 60 Euro in der Tasche. Für die arbeitende Bevölkerung in dieser Region ist das viel Geld und so fragt sich dann auch, ob die ECH wirklich alte Traditionen wieder aufleben lassen will oder ob mit der Aktion deutlich gemacht werden soll, wer "Untertan" ist - wer draußen bleiben und staunend zusehen muss.

Wer sich mit einem Rolls Royce schmückt, tut das wohl weniger der Technik und des Design wegen sondern, weil er gesehen werden möchte. Doch gerade dieses Privileg soll nun in Heiligendamm abgeschafft werden. Wenn es nach Anno August Jagdfeld ginge, würde Heiligendamm eher ein Rückzugsgebiet für menschenscheue Neureiche. Gewöhnt jedoch ist man ein Heiligendamm ohne Zäune und Sperreinrichtungen - ein Heiligendamm der Freizügigkeit und Öffentlichkeit. Und das nicht erst seit 60 Jahren, sondern - wie gesagt - seit Friedrich Franz I das erste Badehaus bauen ließ. Damals schon war der Flecken DAS Ausflugsziel.

 

Man muss sich auch zu den hohen Gästen die geschichtlichen Daten ansehen.
Klicken Sie ruhig neben der Chronik rechts in der Spalte mit der Besucherliste auf die Namen.
 

Nehmen wir ruhig einmal das Jahr 1806.

Da kam Prinz Christian von Dänemark nach Heiligendamm. Im selben Jahr besetzt Frankreich Mecklenburg.

Der Prinz als Verbündeter Napoleons war ganz bestimmt nicht in Heiligendamm, um dort mitten im Krieg Urlaub zu machen.
 

Genauso verhält es sich zum Zeitpunkt des Todes der Großherzogs, als ein großer Teil des europäischen Adels in Heiligendamm weilte oder während des Manövers auf der Ostsee, als viele militärische Größen zu Gast waren.

Diese Leute kamen mit klaren Zielen und diese lauteten nicht "Urlaub" oder "Wellness", sondern "Politik" und "Macht".
 

Sie waren eingeladen in das "Sommerhaus" des Herzogs und sie kamen.

Nicht Heiligendamm wegen, sondern wegen politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Ereignissen.

Da mit der Anziehungskraft Heiligendamms auf Adlige und Reiche zu werben, ist verfehlt.

Hätte der Herzog sie nach Althof eingeladen, wären sie eben nach Althof gekommen.

Und jetzt? Niemand lädt mehr ein.
Heiligendamm war für jedermann zugänglich und dass dieses "jedermann" an der Unterschicht vorbei ging, lag gewiss nicht an willkürlichen Akten der Aristokraten oder an Zäunen, sondern allein an den Preisen.

Vorbeilaufen konnte damals jeder. Nur rein ging nur, wer es sich auch leisten konnte.

Und das würde heute genauso funktionieren.

Nur stören sich heute im Unterschied zu damals die zahlenden Gäste an den Vorbeigehenden.

Heiligendamm war nie ein Ort der Ruhe, sondern ein Ort des Vergnügens.
Rauschende Feste, Bälle, Konzerte, Gelage, internationale Events, Pionierleistungen in der Technik
und jeden Sonntag Feuerwerk - nein, man wollte hier keine Ruhe, sondern Party wie heute am Ballermann.


Und nicht genug:
Der Herzog hatte die Rangfolge aufgehoben.

Er saß mit Handwerksmeistern aus dem einfachen Volke zusammen beim Roulette und verspielte mit ihnen zusammen sein Geld. Eine Anekdote erzählt, dass er aufstand und zum Handwerksmeister neben ihn gewandt auf hochdeutsch übersetzt fragte:

"Und was machen wir jetzt?" und dieser antwortete: "Ich gehe nach Hause und arbeite und Sie gehen nach Hause und erhöhen ein paar Steuern". Dieses Miteinander des 18. Jahrhunderts - einer streng aristokratischen Zeit - wird vom Investor (und den Gästen) entweder ignoriert oder mit Füßen getreten.

 

Es finden sich im Wortschatz der Bürger - nicht nur Mecklenburg-Vorpommerns - in der Tat für die Investoren Bezeichnungen wie "Betrüger, Nepper, Schlepper, Bauernfänger oder windige Spekulanten" oder Adjektive wie "skrupellos, scheinheilig, erpresserisch, geldgeil, verschwenderisch, dünkelhaft, rücksichtslos und unsensibel.
 

Das aber bezieht sich auf den Investor selbst.
Der Gast ist nur den normalen Vorurteilen ausgesetzt und diese werden momentan durch einige Gegner des G8-Gipfels noch etwas hoch gepuscht, um Stimmung gegen den Gipfel zu machen. Andererseits muss der Gast auch wissen, dass es als Unterstützung von "Betrügern, Neppern, Schleppern, Bauernfängern und windigen Spekulanten" angesehen wird, wenn er das Hotel mit Geld unterstützt.

 

Jedoch - das ist mir bei der Korrespondenz mit dem Kempinski Grand Hotel Heiligendamm bewusst geworden - hat das Hotel selbst am wenigsten mit den  Schikanen zu tun. Sämtliche Anfragen, die nicht direkt den Hotelbetrieb - also Buchungen, Arrangements und Ausstattung betreffen - werden an die ECH verwiesen.

 

Kempinski möchte einfach nur erfolgreich das Hotel bewirtschaften und das vertraglich vereinbarte Management ausüben.

(Nachtrag 2009: Kempinski ist ausgestiegen.)
 

Eigentümer des Hotels sind die vielen Anleger des Fonds 34 und auch die sind nur Geldgeber.
Letztlich bleibt unweigerlich alles beim Investor hängen und wenn man wütend sein will, dann auf ihn.
Die Gäste kommen nicht, um die Normalverdiener zu ärgern, das ist denen auch bewusst.

 

Der Gast sollte aber wissen, dass er sich Hohn aussetzt, wenn er über eine Dauerbaustelle flaniert und an verfallenen Häusern vorbeizieht oder mit der MS Europa vor Heiligendamm anlegt und in ein Boot steigt, das ihn dann zur Seebrücke bringt, die er dann auch erst einmal erklimmen muss. Die Doberaner haben allerdings nichts zu lachen, denn sie haben die zweistellige Millionensumme bezahlt für eine Seebrücke, an die kein Schiff anlegen kann, weil sie in den Sand (einer Sandbank) gesetzt wurde.

 

Link: Die MS Europa legt in Heiligendamm an.

 

 

Analyse: Die Einheimischen sind zusammen mit allen "normalen Bürgern" unerwünscht.

 

Dem entgegen steht die Einladung der ECH in ihrem Arbeitspapier:

 

 

Entgegen den immer wieder zu hörenden Gerüchten stellen wir richtig, dass jeder Einwohner von Bad Doberan und der Region die gastronomischen Einrichtungen des Kempinski Grand Hotel Heiligendamm nutzen kann. Das Hotel steht für jeden Gast offen und wir freuen uns darüber,

dass in zunehmendem Maße die Bürger der Stadt Bad Doberan davon Gebrauch machen.

 

 

Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und mich direkt beim Kempinski Grand Hotel Heiligendamm erkundigt.

Ich wollte wissen, ob eine Nutzung der Gastronomie und der Wellness- und SPA-Angebote auch ohne Buchung eines Hotelzimmers möglich ist und ob man diese einzeln per Gutschein an Tagesgäste verschenken kann.

 

Die Antwort kam schon am nächsten Werktag und dürfte nun auch den letzten Zweifler überzeugen, dass jedermann in Heiligendamm essen, trinken und entspannen kann:

 

 

Wie Sie richtig erfahren haben ist es möglich, sowohl Übernachtungsleistungen als auch Restaurant-, 
Bar- und SPA-Besuche einzeln oder frei miteinander kombiniert 
als Gutschein zu verschenken. Bei einer regulären Übernachtung sind Frühstück und Zutritt zum SPA inklusive. 
Oder Sie profitieren von unseren speziellen Arrangements, 
die Sie auf unserer Homepage finden können: 
 
http://www.kempinski-heiligendamm.com (Nachtrag 2009: Nicht mehr vorhanden - jetzt http://www.grandhotelheiligendamm.de)
 
Das Dinner-Arrangement kann separat gebucht werden. 
Ohne Übernachtung kostet ein Tag im SPA  € 45,00 und bei Buchung einer Anwendung nur € 25,00. 
SPA-Anwendungen sollten unter der Durchwahl 038203 740 2900 im Voraus gebucht werden, 
da unser SPA sehr gut gebucht ist.
 
Tischreservierungen für unsere Restaurants *Medini's", *Friedrich Franz" und *Kurhaus" 
nehmen wir gerne unter der Telefonnummer 038203 740 6210 entgegen.
 

 

Um alle Missverständnisse zu vermeiden habe ich mich noch einmal erkundigt, was in den 45 EUR inbegriffen ist und ob man dann das ganze Gelände auch betreten kann und ob man etwas bekommt, um die Tore passieren zu können und ob man überhaupt zwischendurch auch mal den SPA-Bereich verlassen kann, ohne beim Wiedereintritt neu bezahlen zu müssen.

Die Antwort kam nach weniger als 10 Stunden und hat meine Erwartungen erfüllt aber mich auch überrascht:

 

 

In der Tageskarte im Wert von 45 € ist der Poolbereich (mit Whirlpool), die komplette Saunawelt und auch der Fitnessraum enthalten. 
Natürlich haben Sie die Möglichkeit den Hotelkomplex mit ihrer Tageskarte zu verlassen oder unser Restaurant bzw. die Bar zu besuchen 
und im Laufe des Tages wieder einzutreffen. Über eine kurze Mitteilung an der Spa-Rezeption währen wir sehr dankbar. 
Sie bekommen von uns eine Torkarte, die für einen Tag gültig ist und 
mit der Sie durch alle Türen und Tore auf dem Hotelgelände gelangen, um sich frei bewegen zu können.
 

 

Dass ein Verlassen und eine Benutzung des restlichen Hotelgeländes möglich sein würde, hatte ich erwartet.

Aber dass man für 45 EUR einen ganzen Tag lang die Pools, Saunen und Fitnessräume nach Lust und Laune nutzen kann, hat mich dann doch überrascht. Im Aquadrom in Graal-Müritz zahlt man für eine Tageskarte für Fitness, inklusive Zugang zu den Saunen und dem Wellnessbereich 19 EUR und in der Bodden-Therme in Ribnitz-Damgarten gibt es nur Wellness und Sauna für 14,50 EUR am Tag. Beide sind allerdings etwas kleiner und sind ja auch sternemäßig nicht mit einem Grand Hotel zu vergleichen. Exklusivität kostet immer extra. Darum hier auch noch einmal ein fairer Vergleich mit dem Hotel Neptun in Warnemünde, welches auch 5 Sterne hat, ebenfalls ein Strandhotel ist und auch einen anerkannten SPA-Bereich hat:

 

Angebote Wellness im Kempinski Grand Hotel Heiligendamm

SPA á la Carte im Hotel Neptun SPA in Warnemünde

 

Die Neptun-Schwimmhalle in Rostock bietet z.B. nur Schwimmen an und als Erwachsener bezahlt man 3,50 EUR für die erste und 1,75 EUR für jede weitere Stunde.

 

Abschließend kann man also sagen, dass das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm eine gute Ergänzung des Wellness- und SPA-Angebotes in Mecklenburg-Vorpommern ist, ohne dabei die bestehenden Angebote zu verdrängen. Die Anbieter mit Fixpunkt auf Familien und Normalverdiener werden von einem 5-Sterne-SPA-Angebot gar nicht berührt und die großen Hotels passen sich schnell an, wie der dreimonatige Umbau des Hotel Neptun zwecks "Marktanpassungsmaßnahmen" eindrucksvoll zeigt.

Die bestehenden Hotels werden durch den Neuankömmling dazu bewegt, ihr SPA-Konzept auf den neuesten Stand zu bringen.

 

Übrigens: Wenn Sie einen kostenlosen Blick ins Innere des Hotels werfen möchten

und auf das Anfassen verzichten können, schauen Sie einmal hier rein.

 

Und wenn Sie lieber auf neuen alten Stühlen sitzen und das Flair

eines über tausend Tage alten Hauses genießen möchten, dann klicken Sie eben hier.

 

 

 

Wege sollen gesperrt werden und der Stichweg kommt in die Diskussion:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Mittwoch, 18. September 2002  |  

Neue Wegeführung verlangt Kompromisse

Stadtvertreter diskutieren über Heiligendamm

 

Um Rahmenbedingungen für die städtebauliche Entwicklung in Heiligendamm zu schaffen, wird der Grundlagenvertrag zwischen Bad Doberan und dem Investor jetzt erneuert.

Bad Doberan (OZ) Am Montag, wenn alle Wahlschlachten geschlagen sind und wieder die Zeit der Sacharbeit beginnt, treffen sich die Stadtvertreter von Bad Doberan zu einer außerplanmäßigen Sitzung. Einziger Tagesordnungspunkt: Der „Grundlagenvertrag über die städtebauliche Entwicklung der Ortsteile Heiligendamm und Vorder Bollhagen“ zwischen der Stadt Bad Doberan und der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH).

Die Entwürfe, die zur jetzt vorliegenden Fassung geführt haben, sind von den Doberanern leidenschaftlich und kontrovers– auch in zahlreichen Leserbriefen –diskutiert worden. Die zentrale Frage: Bleibt Heiligendamm als Ortsteil von Bad Doberan weiterhin für alle begeh- und so erlebbar?

„Eine kurze fußläufige Verbindung zur Seebrücke wird es weiter geben“, sagt ohne Wenn und Aber Birgit Mersjann. Sie gehört für die SPD-Fraktion der Stadtvertretung zusammen mit den anderen Fraktionschefs, Bürgermeister und weiteren Mitgliedern zum Redaktionsteam für den Vertragstext. Ihr ist dabei völlig klar, dass es ein „Spannungsfeld zwischen den Interessen eines sehr exklusiven Seeheilbades und den Interessen der Doberaner gibt“. Und dass dies nur durch „vernünftige Kompromisse“ aufgelöst werden kann. Ein solcher Kompromiss ist eben, dass doch traditionelle Wegeverbindungen aufgehoben werden, weil sie zum Privatareal des Grand Hotels gehören oder führen, aber doch eine kurze fußläufige Verbindung zwischen der Kühlungsborner Straße und der Seebrücke bestehen bleibt.

Und Birgit Mersjann unterstreicht, dass sich jedermann weiterhin frei am Strand von Heiligendamm bewegen kann. Zwar wird der europäische Radwanderweg künftig um Heiligendamm herumführen (Paragraph 1, 2., g), aber am Strand kann man weiterhin von Börgerende nach Kühlungsborn wandern. Im Vertragstext (Paragraph 4, 3.) heißt es: „Das Parkgelände zwischen Alexandrinen-Cottage, Burg Hohenzollern und Steilufer bleibt dem Hotelgast des Grand Hotels vorbehalten. Dafür wird der Vorhabensträger auf seine Kosten über die Blockpackungen am Strand einen Ersatzweg anlegen, der das ungehinderte Wandern am Strand gewährleistet.“

Da naturgemäß eine Fülle von Einzelfragen besprochen werden müssen, haben die Stadtvertreter auch nur das Thema Grundlagenvertrag auf der Tagesordnung. Und Stadtvorsteher Christian Berner fordert ausdrücklich die Doberaner auf, diese wichtige öffentliche Sitzung zu besuchen.

THOMAS STERNBERG
 

 

Wir merken uns: Eine kurze fußläufige Verbindung zur Seebrücke bleibt bestehen.

 

 

Was morgen schon fertig sein soll: Die ECH nennt Zeiten und begeht damit einen schweren Fehler.

 

Die ECH ist in einer ständigen Zwickmühle:

Sie muss Heiligendamm entwickeln und am Markt etablieren und somit den Wünschen der Gäste stets gerecht werden.

Sie muss aber auch stets diese Entwicklungen an die Anleger verkaufen können, denn von dort kommt das Geld für die Investitionen. Sie muss darüber hinaus Heiligendamm so entwickeln, dass sie noch erhobenen Hauptes durch den Ort gehen kann, ohne beschimpft zu werden.

 

Nun vertragen sich die Bedürfnisse der Hotelgäste nicht unbedingt mit denen der Tagesgäste und der Bürger.

Hier muss die ECH einem vor den Kopf stoßen und das wird nie der sein, der das Geld bringt und damit die Rendite und damit mehr Anleger und Geld für Investitionen.Die ECH wird also denen vor den Kopf stoßen, an denen sie am wenigsten verdient und das sind in zweiter Linie die Tagesgäste und in erster Linie die Einwohner.

 

Die ECH hat noch ein weiteres Problem: Sie muss mit Fakten aufwarten können. Die Anleger wollen ihr Geld gut investiert wissen und wollen sehen, dass es nicht einfach nur herum liegt, sondern möglichst gewinnbringend investiert wird. Neben dem Reiz sind es nämlich die Rendite, die zählen und diese steigen mit der Belegungszahl und diese steigt mit der Bettenzahl und diese steigt mit der Nachfrage und diese steigt mit den Angeboten im Resort. Darum müssen diese Angebote als erstes geschaffen werden und dann kommen die Betten. Da bleiben dann schon einmal Gebäude ungenutzt stehen, während rings herum Sport- und Spielplätze gebaut werden. Hinzu kommt noch, dass die Anleger nicht nur wissen wollen, dass sie Rendite bekommen, sondern auch WANN. Und für dieses Wann muss die ECH Termine nennen. Das tut sie hiermit:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Freitag, 1. November 2002  |  

Einmaliges Bauprojekt in Deutschland


Informationen über Heiligendamm
 

Die Fundus-Gruppe hatte zu einem gut besuchten Themenabend über den aktuellen Stand des Heiligendamm-Projektes eingeladen.

Heiligendamm (OZ) Das Interesse war groß , als die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) zum Themenabend Baugeschehen in Heiligendamm in das Residenzhotel eingeladen hatte. Etwa 100 Doberaner Bürger erwarteten aus berufenem Munde Antworten auf viele ihrer Fragen und sie wurden nicht enttäuscht. Einleitend charakterisierten die Geschäftsführer Hans Schlag und Heiner Zimmermann noch einmal das Vorhaben der Fundus-Gruppe, das kein Sanierungsobjekt im herkömmlichen Sinne darstellt, sondern eine umfassende Projektentwicklung beinhaltet und unter dem Aspekt einer mehr als 200-jährigen Geschichte gesehen und realisiert wird. Das Grand-Hotel ist dazu der erste Schritt, und es wird in der Qualität einzigartig werden. Gegenwärtig laufen die Erschließungsarbeiten für die Umgehungsstraße, und für das noch in schlechtem Zustand befindliche Gut Vorder Bollhagen wird zusammen mit der Stadt ein Entwicklungskonzept erarbeitet, das den Ausbau des Gestüts mit gegenwärtig 50 Pferden zu einem Reitsportzentrum der Spitzenklasse zum Inhalt hat. Als unumgänglich hat sich die Errichtung eines komplexen Wirtschaftsgebäudes herausgestellt, das hinter der Orangerie seinen Platz finden wird. Dieser Komplex hat zentrale Funktionen für die Hotellerie in Heiligendamm.

 Das alte Forsthaus an der Straße nach Kühlungsborn wird in den nächsten Monaten zu einem Biergarten mit separater Gastronomie umgewandelt. In unmittelbarer Nähe, hinter dem Fürstenhof, wird das dringend benötigte Konferenzzentrum für 500 Teilnehmer seinen Platz finden. Der Fürstenhof selbst wird als Hotel mit 35 Zimmern viele Annehmlichkeiten bieten. Geschäftsführer Heiner Zimmermann betonte, Heiligendamm könne nicht nur von See- und Sommergästen leben, sondern dass ein modernes Konferenzzentrum für Seminare, Kongresse, Theateraufführungen und Konzerte saisonverlängernden Charakter hätte. Es gibt bisher kein vergleichbares Objekt am Meer, das historisches Ambiente, Service der Spitzenklasse und bezaubernde Natur so miteinander verbindet. Gedacht wird auch an die Kinder der Gäste. Neben der Burg Hohenzollern und der Orangerie liegt das Haus Brahn, das ehemalige Pförtnerhaus im Jugendstil. Nach sorgfältiger äußerer Restaurierung und innerer Modernisierung entsteht hier für die Kinder und Jugendlichen ein Club mit vielen Attraktionen.

 Was aus den sieben Logiervillen und der ehemaligen Fachschule für Kunst werden soll, steht noch nicht endgültig fest. Für die Villen am Strand sind zwei Lösungen denkbar, als Ferienwohnungen oder Hotelkomplex. Die Bürger wollten auch wissen: Was kann der normale Besucher noch in Heiligendamm sehen, welche Wege benutzen? Eine Strandsperrung wird es nicht geben, wohl aber gewisse Einschränkungen. Der nach großherzoglichen Vorbildern angelegte Hotelpark, etwa ab Haus Mecklenburg, wird Privatpark und entsprechend ausgeschildert, ohne ihn allerdings abzuriegeln. Die Fundus-Gruppe will daher das zur Zeit kaum begehbare Packwerk vor dem Haus Alexandrine mit einem Weg versehen, so dass der Strandspaziergang von Börgerende bis Kühlungsborn ohne Unterbrechung möglich ist.

PETER GERDS
 

 


Analyse: Der Forsthof soll 2003 zum Biergarten werden.

Der Forsthof am südlichen Rand Heiligendamms ist auch im Besitz der FUNDUS-Gruppe.

Sie hat ihn erst später für relativ wenig Geld dazu gekauft und die Idee geäußert, dort einen Biergarten zu entwickeln. Der Hauptgrund dürfte aber sein, dass dieser Hof einen weißen Fleck inmitten der ECH-Eigentums-Landkarte war und damit eine Insel mitten im Resort. Man konnte nicht wissen, was passieren würde, wenn jemand anderes den Hof kauft und was er dort aufbauen würde. Insofern ist der Kauf vielleicht auch eine Verhinderung aller Risiken. Denn darum hat die ECH ja gerade die Randbebauungen Heiligendamms auch erworben. Man will so verhindern, dass irgend ein "Fremdkörper" am Wachstum hindert. Solange die neuen Besitztümer dann auch sinnvoll genutzt werden, spricht nichts gegen diese Taktik.

Im Falle des Forstofes jedoch waren die Versprechen größer, als die Erfüllungen.
Für 2003 hatte die ECH hier einen Biergarten versprochen. Die Realität sieht ganz anders aus:

 


2004
 



Anno 2004 ist vom Forsthof nur die Scheune zu sehen.
Der Rest ist verwuchert und da wo man etwas sehen könnte, ist das Betreten verboten.
Daran halte ich mich auch.
 


2007

 



In 2007 - vier Jahre nachdem der Forsthof längst ein Biergarten sein sollte-
wird kurz vor dem G-8-Gipfel das Gelände gesäubert und die Scheune abgerissen.
 


2008
 



Der Abriss dauerte nur ein paar Tage und war vor dem Gipfel erledigt.
Neben diesem Areal landeten die Hubschrauber.
Vielleicht wollte man mit dem Abriss nur dem Zerfall durch die aufgewirbelte Luft zuvor kommen.
So blieb die Fläche jedenfalls auch 2008.
 


2xxx...
 

?

Auch 2009 sieht es hier nicht anders aus.
Mit einem großen Fragezeichen dahinter fragen wir uns,
wann aus dem nun schon sieben Jahre alten Versprechen der ECH,
hier einen Biergarten zu errichten, etwas wird.
Wenn, dann gibt es hier ein neues Bild.
 


 

Und immer wieder werfen Schlagzeilen ein schlechtes Licht auf FUNDUS:

 

Wir erinnern uns daran, dass die Heiligendamm-Story mit einem Betrugsskandal begann. Das konnte ausgeräumt werden.

Doch nun droht ein neuer Skandal aus den eigenen Reihen. Für die Anleger ist es eine Katastrophe, denn es ist ihr Geld, das da veruntreut wurde.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 14. November 2002  |  
 

Betrugsskandal um Heiligendamm

Razzia bei früheren Fundus-Planern

Düsseldorf/Rostock (OZ) Razzia im Rheinland wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit dem millionenschweren Bauprojekt in Heiligendamm.

Die Staatsanwaltschaft Rostock wirft den früheren Generalplanern der Kölner Fundus-Gruppe–das Architekturbüro KSH in Düsseldorf–Betrug, Bestechung, Untreue und Steuerhinterziehung in Höhe von acht Millionen Euro vor. Gestern durchsuchte das Landeskriminalamt Schwerin Wohn- und Geschäftsräume von rund 20 Beschuldigten in Düsseldorf, berichtet der „Express“.

Haftbefehle, so das Blatt weiter, wurden laut Staatsanwältin Kerstin Grimm nicht vollstreckt. Die Beamten beschlagnahmten jedoch Gemälde und Grafiken in großer Anzahl. Offensichtlich dient die Einziehung der Kunstgegenstände der so genannten Gewinnabschöpfung. Damit werden Beschuldigten Vorteile aus vermuteten betrügerischen Handlungen entzogen.

In Heiligendamm investiert die Kölner Fundus-Gruppe mittels eines Fonds in dreistelliger Millionenhöhe in die Sanierung der alten Villen am Meer sowie geplante Neubauten. Fundus-Sprecher Peter Clever sagte gestern gegenüber OZ: „Die Staatsanwälte richten ihre Vorwürfe sicher an die richtige Adresse.“ Laut Clever arbeitet Fundus seit 1998 nicht mehr mit KSH zusammen. „Wir sind von dem Architekturbüro extrem enttäuscht worden und nicht im Frieden voneinander geschieden.“ Zu den genauen Gründen für die Trennung von KSH wollte der Fundus-Sprecher keine Angaben machen.
 

 

Einen Monat lang hörte man nichts mehr von FUNDUS.

 

 

In gewohnter Manier folgen zum Jahresende Positiv-Schlagzeilen:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 19. Dezember 2002  |  
 

Erster Glanz schon erkennbar

Weiße Stadt am Meer bekommt eine neue Ortsdurchfahrt

Das Luxusresort Grand Hotel nimmt allmählich Glanz an: Von den ersten Häusern sind die Gerüste gefallen und überall wird der Innenausbau forciert. Doch der Zeitdruck wird immer größer.

Heiligendamm (OZ) „Der Innenausbau macht uns zurzeit eigentlich keine Sorgen“, deutet Hans Schlag, Geschäftsführer der Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH), an, dass der Schuh eher im Außenbereich drückt. Durch den Frost sind die restlichen Putzarbeiten ins Stocken geraten. So geht es auch bei den Terrassen und Wegen nicht voran. Doch alle Gewerke arbeiten mit Hochdruck.

Etwa 400 Bauleute wirken jetzt in Heiligendamm, und Hans Schlag geht davon aus, dass dies in den nächsten Wochen auch so bleiben wird. Etwa 75 Prozent von ihnen kommen aus der unmittelbaren Region.

Die ersten Gewerke haben ihre Arbeit beendet, neue kommen laufend hinzu. Jetzt werden die Schreiner auf der Baustelle erwartet. Allein 1200 Türen müssen angepasst und 1,5 laufende Kilometer (!) Wandschränke eingebaut werden.

In den Häusern ist schon zu erkennen, was dort die Gäste in ein paar Wochen erwartet. An den Bädern, der großen Hotelküche, dem Pool und an Klima und Entlüftung wird gerade gearbeitet. So überlegt die Bauleitung vor den Hauseingängen „Sauberlaufzonen“ einzurichten, denn wenn es taut, wird es auf dem Areal mächtig moddrig.

Auch wenn der Zeitdruck groß ist, werde nichts mit der „heißen Nadel“ hingewerkelt. „Wir wollen überall Qualität haben“, betont Schlag. Die Eröffnung ist zum 1. April geplant.

Der ECH gehören weit mehr Immobilien als die, an denen gearbeitet wird. So auch die frühere Kunstschule. Was aus dem Komplex werden soll, sei noch offen. Demnächst wird ein Studentenwettbewerb ausgeschrieben. Durch ihn erhofft sich die Kölner Fundus-Gruppe gute Ideen, wie das Gebäudeensemble im Eingangsbereich von Heiligendamm (aus Richtung Kühlungsborn) städtebaulich gestaltet werden kann.

Was aber sehr schnell saniert wird, ist die L 12, die Durchgangsstraße durch Heiligendamm. Sie wird schmaler, bekommt eine neue Asphaltdecke, einen breiteren Bürgersteig und wird von der Seedeichstraße bis zu den Mollischranken Tempo 30 fordern. „Wir rechnen mit einer sechswöchigen Bauzeit, wollen möglichst im März oder April fertig sein. Es wird in dieser Zeit zu etlichen Behinderungen kommen“, bittet Schlag um Nachsicht, dass die Ortsdurchfahrt während der Sanierung problematisch sein wird. Betroffen sind auch die Baufirmen, die jetzt schon oft ein Zufahrts- und Parkproblem haben. Die ECH übernimmt in Abstimmung mit dem Straßenbauamt Güstrow die Sanierung der Straße.

Für die Tagesbesucher des Ostseebades und für die Hotelgäste entstehen zahlreiche Parkmöglichkeiten. Die ECH will für die Gäste des Grand Hotels bis 2004 eine Parkpalette beim Heizhaus bauen.

Seeseitig wird die Strandpromenade bis zum Saisonauftakt fertig sein. Auf beiden Seiten der Seebrücke entstehen breite und repräsentative Strandtreppen, die auch zum Sitzen einladen sollen. Der Rostocker Landschaftsarchitekt Andreas Webersinke–seine Handschrift trägt der neu gestaltete Alte Strom in Warnemünde–arbeitet an einer optimalen Treppenlösung mit.

THOMAS STERNBERG
 

 

Bauarbeiter und Handwerker berichten übrigens, dass nur die jeweiligen Gewerke koordiniert werden, nicht aber die gesamte Mannschaft. So kommen oft Handwerker und finden unfertige Einrichtungen vor, an denen sie nicht arbeiten können, weil die Vorarbeit fehlt. Man steht sich gegenseitig im Weg und abgestimmt ist wenig. Auch das hält auf aber das weiß man nicht aus der Zeitung, sondern nur von den Betroffenen auf der Baustelle.

 

Aus der Zeitung wird aber wieder einmal deutlich, dass die ECH keinen absoluten Plan hat, sondern die gekauften Immobilien marktorientiert entwickelt.Vielleicht fällt Ihnen auf, was die ECH noch alles übernimmt: Parkpalette, Straßensanierung und Wegebau. Das sind fast alles kommunale Angelegenheiten.Die Stadt spart so jede Menge Geld aber sie gibt damit auch Argumente aus der Hand, denn nun kann FUNDUS sagen "Schaut her, wir haben..."

 


Fazit 2002: Erste Ergebnisse und erste Zweifel.

 

Die Baustelle lichtet sich. Doch das Licht wirft Schatten: Es wird nicht alles öffentlich bleiben.

Das Hotel ist noch nicht eröffnet aber die Diskussion beginnt...



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 2003: Neues Jahr. Neue Meldungen Und endlich Eröffnung.