Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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1999: Heiligendamm im Dornröschenschlaf

 

FUNDUS hat ganz andere Probleme.

 

Drei Jahre sind vergangen, seit FUNDUS Heiligendamm gekauft hat.

In einer Hauruck-Aktion mussten alle Mieter ihre Wohnungen kurz vor Weihnachten 1997 verlassen, damit es mit der Sanierung los gehen kann. Die Mieter sind raus, die Häuser verfallen und von FUNDUS ist bis auf ein paar Schilder mit kühnen Ankündigungen nichts zu sehen. Ebenso wenig von den Ankündigungen selbst. Heiligendamm steht drei Jahre leer - so lange, wie noch nie in seiner Geschichte. Und es verfällt. So stark, wie noch nie in seiner Geschichte.

Aber der Dornröschenschlaf hat einen Grund:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Wochenendausgabe, 3./4. Juli 1999  |  

Heiligendamm-Besitzer Fundus weist Vorwurf des Rechtsbruchs zurück
 

Rostock/Köln (dpa) Die Kölner Fundus-Gruppe hat Vorwürfe des Branchendienstes „kapital-markt intern“ zurückgewiesen, nach denen sie das Ostseebad Heiligendamm Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern angeboten haben soll. „Es gibt kein zentrales Schreiben unserer Firma an diese Klientel“, sagte Fundus-Sprecher Peter Clever. Dem Immobilienunternehmen werde damit Rechtsbruch unterstellt. Dies könne er nur aufs schärfste dementieren.

Im „kapital-markt“ wird Fundus, seit 1997 Besitzer des Seebads, vorgeworfen, seinen Immobilienfonds Grand Hotel Heiligendamm unter Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern anzupreisen. Das Blatt unterstellt der Gruppe, die Auslagen für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer zu übernehmen, die 100 000 Mark in den Fonds plazieren. Nach geltendem Recht ist es diesen Berufsgruppen untersagt, Finanzdienstleistungsprodukte zu vertreiben.
 

 

Das nur am Rande. Jagdfeld bezieht sich später auf diesen Vorfall und damit Sie dann auch wissen, was gemeint ist, füge ich die Artikel hier ein. Ein paar Monate später ist der Vorfall eh abgeschlossen. Für einen kleinen Imageschaden bei FUNDUS und den Fonds hat es aber gereicht.

 


OSTSEE-ZEITUNG | Dienstag, 26. Oktober 1999

Ermittlungen gegen Fundus-Chef Jagdfeld eingestellt

Köln/Rostock (OZ) Entwarnung für Heiligendamm und Wustrow: Die Staatsanwaltschaft Köln hat ihre Ermittlungen gegen Anno August Jagdfeld, den Chef der Fundus-Gruppe, eingestellt. Dies teilte die Behörde gestern auf Anfrage mit.

Der Unternehmensberater Heinz Gerlach hatte Fundus Anfang Oktober wegen Kapitalanlagebetrugs angezeigt. Dabei hatte er behauptet, Fundus habe beim Bau eines Einkaufszentrums 1997 die Anleger getäuscht. In einem Schreiben der Staatsanwaltschaft heißt es jetzt: „Die Stellungnahmen der Fundus-Gruppe entkräften die Vorwürfe völlig.“

„Durch die Vorwürfe ist uns erheblicher Schaden zugefügt worden“, sagte Jagdfeld gestern und kündigte eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe an. Fundus sucht zur Zeit private Anleger, um in Heiligendamm ein Luxus-Hotel zu errichten.
 

 

 

Problem gelöst. Doch die Prinzessin schläft weiter und alle sind skeptisch.

 

Jetzt sind die Probleme gelöst und nun dürfte es ja endlich los gehen mit der Sanierung Heiligendamms.

Doch es tut sich noch immer nichts und langsam kommen Zweifel auf:

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 28. Oktober 1999  |  

Warten auf den alten Glanz

Kölner Fundus-Gruppe fehlt das Geld für Sanierung Heiligendamms


Ein Ort der Reichen und Schönen: Das soll Heiligendamm wieder werden. Seit vier Jahren versucht die Kölner Fundus-Gruppe aus dem ältesten deutschen Seebad eine Luxusanlage zu machen. Getan hat sich seitdem nichts. Die einst Weiße Stadt am Meer gammelt vor sich hin.

Heiligendamm (OZ) Manchmal, sagt Gerhard Butze, wisse er einfach nicht mehr, was er noch antworten soll. Jeden Tag kommen sie zu ihm, die Touristen von überall her. Dass das ja wirklich eine Schande sei, das die großen schönen Häuser so verfallen, erzählen sie ihm. Und anschließend stellen sie ihm alle die gleiche Frage: „Wann passiert denn hier endlich mal was mit den Häusern?“ Gerhard Butze, der Mann in der Imbissbude, zuckt dann meist nur mit den Schultern. „Wo es hingeht“, sagt er, „das weiß doch hier keiner.“

Heiligendamm im Herbst. Von einer Wänden bröckelt der Putz, Farbe blättert von den Säulen am Eingang. Am Weg steht ein Schild. „Dieses Haus wurde 1861 errichtet und wird seine originale Fassade wieder erhalten“, steht darauf. In den leeren Räumen hinter den matten Scheiben löst sich die Tapete.

Die Geschichte des ältesten deutschen Seebads liest sich wie ein Stück des bangen Wartens und der enttäuschten Hoffnungen. 1996 kaufte der Kölner Immobilienhändler Anno August Jagdfeld mit seiner Fundus-Gruppe die 26 baufälligen Seevillen samt dem Gelände für rund 15 Millionen Mark. Zweimal sollten seitdem die Kräne anrücken und das klassizistische Ensemble in eine strahlende Hotelanlage verwandeln. Beide Male warteten die Menschen von Heiligendamm vergeblich. „An die ganzen Pläne“, sagt Gerhard Butze, „glaubt hier niemand mehr“.

Diesmal jedoch, versichert Jagdfeld, soll alles ganz anders werden. Seit dem Frühjahr sucht Fundus wieder Anleger, die dem Projekt Vertrauen schenken. Fundus verlangt als Mindesteinlage 50 000 Mark. Ziel: die Wiederauferstehung des einstigen Nobelbades im Jahr 2001. Damit aus Jagdfelds ehrgeizigem Vorhaben diesmal Realität wird, müssen bis zum Jahresende 250 Millionen Mark zusammenkommen. In gut zwei Monaten also fällt einmal mehr eine Entscheidung über Heiligendamms Zukunft. Skeptisch sind jedoch nicht nur die Menschen in Heiligendamm. Auch Anlageberater melden erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten des Fonds an.

Schon einmal versuchte Fundus, Kapital für Heiligendamm zu sammeln. Im Frühjahr 1998 startete der „Grand Hotel Heiligendamm“-Fonds. Ein halbes Jahr später nahm Jagdfeld ihn wieder vom Markt. „Wegen der veränderten Steuergesetzgebung“, wie er behauptete. Der Chefredakteur des Anlage-Informationsdienstes Kapital-Markt intern allerdings, Axel Prümm, vermutet andere Gründe: Damals seien nur 700 000 Mark zusammengekommen. Dass von diesem ersten vergeblichen Anlauf jedoch nichts im Prospekt steht, mit dem Fundus jetzt für den neuen Fonds wirbt, findet Prümm „merkwürdig und bedenklich“. Kapital-Markt intern warnt: „Risikoreiche unternehmerische Beteiligung mit ungewissem Ausgang.“

Stefan Loipfinger, Münchner Fonds-Experte, in dessen Expertisen sich auch die Berater der Deutschen Bank schlau lesen, hält Jagdfeld zu Gute: „Wenn es in Heiligendamm jemand schafft, dann er.“ Dass aber etwa Kempinski, auf dessen guten Namen Fundus setzt, ein Hotel nicht, wie sonst üblich, pachten, sondern nur managen wolle, wertet auch Loipfinger als Zeichen für ein zu hohes Risiko.

Fragezeichen setzen die Experten auch hinter Jagdfelds Prognosen für die Auslastung. Sie soll bereits im ersten Jahr bei 60 Prozent liegen  –  bei Zimmerpreisen ab 323 Mark. Zahlen, die bei Torsten Renzow, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes, Zweifel keimen lassen. Landesweit liegt die Auslastung zur Zeit bei 32 Prozent. Angebote in dieser Preisklasse würden sonst niedriger kalkuliert. „Das wird sehr schwierig“, meint Renzow.

Wird also erneut nichts aus der Rückkehr des alten Glanzes? Die Fundus-Vertreter lassen keine Chance aus, Optimismus zu verbreiten. 100 Millionen Mark, versichert Otmar Braun, Generalbevollmächtigter, habe man bereits zusammen: „Ein sehr gutes Zwischenergebnis.“ Bei der Oberfinanzdirektion (OFD) Rostock, die die Verkaufsverhandlungen führte, fällt der gute Glaube auf fruchtbaren Boden. Auch wenn die Fundus-Gruppe die Sanierung weiter schleifen lasse, stehe nicht fest, ob der Bund ihr das Areal wieder wegnehme, kündigt Walter Hartmann, OFD-Abteilungsleiter der Bundesvermögensverwaltung, an. „Daran denken wir überhaupt nicht.“

Gerhard Butze, der Imbiss-Mann von Heiligendamm, hat für all das wenig Verständnis. Ihm dauert das schon jetzt viel zu lange. „Wenn ich sehe, wie die Häuser verfallen“, sagt er, „könnt' ich heulen.“ Angst vor der noblen Konkurrenz hat er aber nicht: „Pommes und Bratwurst werden die Leute trotzdem essen.“
 

 

Die wichtigsten Aussagen dürften in der Zeit des Wartens diese sein:

 

Zweimal sollten seitdem die Kräne anrücken und das klassizistische Ensemble in eine strahlende Hotelanlage verwandeln.

Beide Male warteten die Menschen von Heiligendamm vergeblich. „An die ganzen Pläne glaubt hier niemand mehr“.

 

Kapital-Markt intern warnt: „Risikoreiche unternehmerische Beteiligung mit ungewissem Ausgang.“

 

Dass aber etwa Kempinski, auf dessen guten Namen Fundus setzt, ein Hotel nicht, wie sonst üblich,

pachten, sondern nur managen wolle, wertet auch Loipfinger als Zeichen für ein zu hohes Risiko.

 

Und was ist damit?:

 

Fragezeichen setzen die Experten auch hinter Jagdfelds Prognosen für die Auslastung.

Sie soll bereits im ersten Jahr bei 60 Prozent liegen  –  bei Zimmerpreisen ab 323 Mark.

Zahlen, die bei Torsten Renzow, Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbandes, Zweifel keimen lassen.

Landesweit liegt die Auslastung zur Zeit bei 32 Prozent. Angebote in dieser Preisklasse würden sonst niedriger kalkuliert.

„Das wird sehr schwierig“, meint Renzow.

 

Heiligendamm ist mit nichts vergleichbar, das es im Land schon gibt.

Heiligendamm soll eine Klientel ansprechen, für die es in Mecklenburg-Vorpommern im Moment keine Angebote gibt.

 

Da ermutigt wenigstens die letzte Aussage:

 

„Wenn es in Heiligendamm jemand schafft, dann er.“

 


Analyse: Sylt vs. Heiligendamm - Verkaufen die Leute ihre Häuser auf Sylt, um nach Heiligendamm zu kommen?

 

In einem Artikel über Heiligendamm und den Investor Anno August Jagdfeld erklärt dieser, dass Heiligendamm ein Ort der Ruhe werden solle und damit klare Vorzüge gegenüber Sylt haben würde. Er ist hoffnungsfroh, dass die Hamburger und Berliner ihre Häuser auf Sylt verkaufen und würde sie nun gern in Heiligendamm sehen.

 

 

Sein Plan? Ein Luxusresort: Das "Grand Hotel Heiligendamm", von Kempinski betrieben. Fünf Sterne, 160 Suiten, Grande cuisine, komplettes Freizeitangebot. Deutschland braucht so etwas, Jagdfeld ist sich da ganz sicher. Kürzlich hat er zu Abend gegessen bei Herrn Bareiss, einem Hotelier, dessen Ferienhotel in Baiersbronn stets zu traumhaften 92 Prozent ausgelastet ist. Der Mann hat Jagdfeld Mut gemacht: "Machen Sie das mal! Der Norden wartet auf so etwas." Außerdem stimmt den Investor hoffnungsfroh, daß immer mehr Berliner und Hamburger ihre Reetdachhäuser auf Sylt verkaufen. Zu überlaufen. Heiligendamm hier hingegen soll für Ruhe und Muße stehen und "ein Kontrapunkt zu den übervollen Urlaubswelten werden".

 

Ein bißchen voller aber darf es doch werden. In einer zweiten Stufe soll das Villenquartier entstehen, eingebettet zwischen dem Golfplatz, dem Gut Vorder Bollhagen und dem Sportzentrum: noch einmal 150 Wohneinheiten in Form von Stadthäusern und Ferienapartments. Aber erst einmal muß das "Grand Hotel" funktionieren.

(Quelle: Die Zeit 36/1998)

 

 

Schauen wir uns doch einmal die Häuser auf Sylt an.
Der Nobel-Ort Nummer eins ist Kampen. Das "St. Tropez Deutschlands" besteht aus reetgedeckten kleinen Villen, mitunter auch zwei aneinandergebaut, Gastronomie, Boutiquen, Juweliere, gehobene Dienstleistungen, In-Treffs usw.. Dazu auch die Häuser der 600 Einwohner, die sich den Ort mit 1.200 Zweitwohnsitz-Bewohnern teilen und die Schule, der Leuchtturm und das alles umgeben von Dünen, Sand und Meer. Das Rote Riff und die Uwe-Düne sind neben dem Leuchtfeuer die beliebtesten Ausflugsziele und die Buhne 16 war in den 80ern bekannt für rauschende Partys, endlose Nächte und Unmengen Alkohol. Jeder weiß, wo die "Whyskistraße" ist aber dass sie eigentlich "Strönwai" heißt, weiß eigentlich niemand. Maler und Verleger waren die ersten, die es nach Sylt zog. Ferdinand Avenarius, Ernst Rowohlt, Siegfried Jacobsohn und Peter Suhrkamp z.B.. Oder auch Max Frisch, der das Nacktbaden anpries. Die FKK-Welle rollte los und die Insel der Schönen und Reichen wurde eine Insel der Hemmungslosigkeit.

Hemmungslos ausziehen, hemmungslos nackt baden (egal, wie man aussah) und ebenso hemmungslos feiern.
Sylt war, was später Mallorca wurde und die Buhne 16 war der Vorläufer des Ballermann.

Promis ließen sich nieder und wollten hier die Ruhe genießen.

Aber es waren nicht nur solche Prominente, die malten oder dichteten, sondern auch Prominente aus Show und Fernsehen.

Leute, die davon lebten, dass die Welt sie sehen konnte und die es genossen, auf Sylt gesehen zu werden.

 

Mit der Inselbahn ging es nach Kampen und an der Buhne 16 wurde gefeiert. Später dann auch in kleineren Clubs oder Treffs. Einen Golfplatz hat Kampen auch, Pferde kann man sich ausleihen oder man nimmt seine mit und die Einrichtungen für Tennis, Sport und Wellness teilt man sich mit Einheimischen und Gästen. Einen Pool hat ohnehin fast jede Villa und im Sommer war ohnehin FKK in der Nordsee angesagt.

 

Ende der 80er war das vorbei.
Die Neue Deutsche Welle rollte über das Land und mit ihnen kamen neue Stars, neue Promis und neue Interessen.

Plötzlich war das Mittelmeer der Renner.
Die Reichen gingen nach Ibiza und der Rest nach Mallorca. Es wurde ruhiger auf Sylt.

 

Heute gibt es die Inselbahn nicht mehr, Parkplatzwächter Herbert sorgt nicht mehr für Ordnung und Butler John hat sich in den Ruhestand verabschiedet. Noch immer stehen im Juli ein Dutzend Mercedes, ein halbes Dutzend Porsche und  einige Ferraris auf dem Parkplatz der Buhne 16.

 

Noch immer werden Partys gefeiert. Aber längst nicht mehr so rauschend und längst nicht mehr so prominent.

Junge Möchtegern-Promis und immer dabei sein wollende Miet-Porsche-Fahrer werfen ihre lange gesparten Euros raus und die echten Prominenten - die Kampener von damals - verkriechen sich in ihre Villen. Die Zeiten ändern sich.

Vorbei sind die Sixties mit Sex, Drogen und Alkohol, die goldene Zeit von Partykanonen wie Karl Dall.

Die Sixties sind vorbei und die Promis von damals sind heute in Rente und sind ruhiger geworden.

Aus der Insel der Schönen und Reichen wurde eine Insel der Alten und Reichen.

Inzwischen kann man auch in Kampen im Winter für 65 EUR pro Person übernachten.
Das ist nicht so teuer, dass es sich nur Promis leisten könnten. Und so wird Sylt seit einigen Jahren jährlich von 600.000 Touristen überschwemmt.

 

"Tourist" ist auf Sylt ein Schimpfwort für die Bummler am Strand und auf den Promenaden - die "Über-die-Hecken-Gucker" auf der Suche nach prominenten Gesichtern. Die Tuschelnden mit den verstohlenen Blicken rüber zu dieser Villa und zu diesem Geschäft - die dran vorbei gehen, weil sie es sich eh nicht leisten können. Die Hecken wachsen nun höher als damals und wer sich immer noch genervt fühlt, verkauft sein Haus. Sylt gibt sich dem Tagesgast her. Weil er immer noch besser ist, als gar keine Gäste.

 

Und die Insel profitiert dennoch davon, denn der Handel und die Gastronomie haben sich längst auf die normal gefüllten Geldbörsen eingestellt und setzen nun auf Quantität und volksnahe Angebote.

 

Und in Heiligendamm?
Eine Schickeria wie auf Sylt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern so nicht.

Warnemünde kommt dem zwar nahe aber auch nicht so nahe. 
 

Heiligendamm selbst war immer ein Ort, der vom Kurwesen und vom Massentourismus gleichermaßen lebte.

Alles war in dem Maße, wie es nützlich war vorhanden. Alles war dem Zweck geschuldet.

Nicht mehr als drei Imbisse, drei Cafés und zwei Gaststätten, selten mehr als drei Geschäfte und immer so drei Strandabschnitte. Die Leute kamen zum Baden, zum Gucken und zum Spazieren. Sie kamen der Ruhe wegen, die sie hier gegenüber dem überlaufenen Strand in Rostock hatten. Sie kamen, weil hier noch Platz zum Laufen und zum Baden war.

Viele Touristen für den kleinen Ort aber nie so viele, dass man über einen Ausbau des Ortes nachdenken musste oder gar über den Bau von Hotels. Und immer so viele, dass die Gastronomen und Gewerbetreibenden vor Ort genug Einnahmen hatten, ohne im Menschenmeer zu versinken.

 

Heiligendamm war in den letzten 6 Jahrzehnten kein Ort der Reichen und Schönen.
Diese Reichen und weniger Schönen zogen eingezäunte Wohnviertel mitten in grünen Wäldern vor oder sie hatten ein eigenes Haus an der Ostsee oder besuchten das Grand Hotel in Graal Müritz. Wenn es einen Ort der Prominenz gab, dann war das Graal Müritz. Dort konnte man Honecker im knieflachen Ostseewasser planschen sehen oder man traf ihn in der Nossentiner Heide bei der Pirsch.

 

Was sonst noch so an Prominenz an die Ostsee kam, ließ sich in Warnemünde nieder.

Das Hotel Neptun war stets der Anlaufpunkt Nummer eins für Prominente.

Das Hotel ist zeitgemäß eingerichtet, zuweilen vielleicht auch etwas altbacken aber stets in einer Form von Luxus, die bei Jung und Alt gut ankommt. Dezent klassisch und dennoch zeitgemäß modern.

Man sieht, dass es schon 40 Jahre alt ist aber gerade das fühlt sich nicht schlecht an. Gediegen - möchte man sagen.

Und obwohl es ein Hotel für die Werktätigen war, waren die Preise doch für die arbeitende Bevölkerung zu hoch.

Darum kamen Funktionäre und Promis.

 

Das Grand Hotel hingegen ist neu.
Die Häuser sind neu und selbst die 200 Jahre alten Wände strahlen in einem Weiß das verrät,

dass die Gebäude nicht einmal ein Jahrzehnt alt sind.

Kein Fenster, keine Wand, kein Geländer und nicht einmal das Dach ist alt.

Es ist ein schickes neues Hotel mit nagelneuen Retro-Möbeln.

Auf keinem dieser Stühle hat je ein Herzog gesessen und in keinem dieser Zimmer hat je eine Prinzessin geschlafen.

Über keine Treppe ist je ein König gelaufen und keine Wand wurde je von einem Hofbaumeister sanft und mit einem zufriedenen Blick berührt.

 

Keines der Gebäude kann eine Geschichte erzählen, denn mit dem Inneren wurde den Gebäuden auch die Seele ausgeblasen.
Keine energetische Matrix liegt mehr auf den Wänden und nichts würde deren Besitzer heute ein Déjà vu bereiten.

Nichts von dem was wir heute sehen, hat jemand so als Erinnerung mit nach Hause oder mit ins Grab genommen.

Das Ensemble hat nur noch die Geschichte, die wir erzählen. Es selbst erzählt keine Geschichte mehr.

Jeder Betonklotz an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste ist gesprächiger, als die schweigenden weißen Riesen in Heiligendamm. Geschichten erzählen heute nur noch die traurigen Häuser der Perlenkette, die ihre Geschwister verlieren.

 

Und wenn hier hundert Herzöge waren. Das war vor über 60 Jahren.
Da gibt es keine Filme über flanierende Adelige oder rauschende Bälle.

Da gibt es nur Karten mit Bildern von alten Häusern und unerkennbaren Personen in prächtigen Kleidern.

Da gibt es den Mythos eines Adelsbades.

Aber es gibt niemanden mehr der uns berichten kann von seinem Gespräch im Kurhaus mit dem Herzog oder dem flüchtigen Lächeln der Prinzessin auf der Promenade oder dem Duft, den die Herzogin trug oder das Buch, dass der Fürst gerade las. Niemand kann mehr berichten wie es war, wenn der Hochadel unter sich war.

Außer vielleicht Carola Herbst mit ihrer Godewind-Saga, von der man glauben würde, dass sie damals schon gelebt hätte.

Aber Geschichte beruht nun einmal auf Fakten.

 

Heute kommen Gäste, die sich eine Übernachtung leisten können.
Junge Unternehmer, die dort tagen und dann gleich weiter wollen. Klassikbegeisterte Leute, die das Hotel erleben wollen. Besserverdiener, die sich einmal etwas leisten wollen und vielleicht auch mal ein paar mehr oder weniger prominente, die wenigstens mal da gewesen sein wollen. Nichts Besonderes also. Vielleicht wird es mal dieser oder mal jener Prinz, der seinen Titel nur kraft seiner Herkunft trägt und politisch nichts zu sagen hat. Vielleicht auch mal diese oder jene Person aus Kunst und Kultur, die auch schon früher gekommen wäre, wenn es hier denn ein Hotel gegeben hätte. Vielleicht auch das eine oder andere gekrönte Haupt, weil es eingeladen wurde oder weil ihm Heiligendamm empfohlen wurde und es einfach höflich sein wollte.

Aber der Renner, der Schöne und Reiche anzieht, die in Massen Schampus vergießen, die Hüllen fallen lassen und feiern wollen?
Das tun sie heute nicht einmal mehr am Mittelmeer. Die Zeiten der Sylt-Promis sind vorbei. Von denen kommt keiner mehr nach Heiligendamm. Und wenn, dann nur, um weg von einem Eiland mit einer Überschwemmung an gaffenden Touristen zu kommen.

 

Aber gerade die verursachte ja ein Niederlassen der Prominenz in Kampen. Kommen Promis, kommen Neugierige.

Das hat Sylt gezeigt und das hat auch Mallorca gezeigt. In Kampen gingen letztlich die Prominenten und auf Mallorca griffen die Behörden ein. Beides will eigentlich niemand haben. Luxus und Schickeria passen zu Heiligendamm genauso wenig, wie rauschende Partys und neugierige Touristen.

 

Das scheint Jagdfeld auch insgeheim zu wissen und darum setzt er auf ein Resort, in das niemand anderes hinein kann.

Aber auch das passt nicht zu Heiligendamm, denn einen Mythos wieder auferstehen zu lassen kann ja nicht bedeuten, dass man die gesellschaftlichen Zustände von vor 200 Jahren wieder herstellt. Wenn man die Zeit zurück drehen will, dann könnte man auch genauso gut wieder ein Kurbad für Werktätige daraus machen.

 
Auf Sylt wissen Verleger, dass sie von ihren Lesern leben und Entertainer wissen, dass sie von ihrem Publikum leben und auch Unternehmer wissen, dass sie von ihren Käufern leben. Darum war Öffentlichkeit auf Sylt auch nie ein Problem.

Das war ja gerade der Reiz, beim Brötchenholen einen Fan zu treffen und ihn nur durch die Anwesenheit glücklich zu machen.

Bis irgendwann zu viele Leute gucken wollten. Diese Gäste kommen nicht nach Heiligendamm wenn sie befürchten müssen, bald genauso wie auf Sylt von Touristen umzingelt zu werden. Sie kommen vielleicht als Gast aber das mit dem Zweitwohnsitz werden sie sich überlegen. Andererseits steht Sylt für Freiheit, für Grenzenlosigkeit und für Trends.

Ein eingezäuntes Heiligendamm steht im krassen Gegensatz zu dem mitten in den Dünen liegenden Kampen, wo nicht einmal Zäune, sondern Hecken und bepflanzte Steinwälle die Grundstücke umschließen.

Heiligendamms Grenzenlosigkeit aber würde nach den Plänen Jagdfelds in allen Himmelsrichtungen an Zäunen enden.

Die Sylter Prominenz aber möchte nicht in einem Gehege wohnen und umsorgt werden, wie ein seltenes Tier.

Sie möchte frei sein und Mensch sein und sie möchte die Natur erleben können.

Ohne eine Chipkarte in der Tasche, um Tore zu öffnen.

Und sie möchte Trends setzen. In einem Land, in dem die Welt erst 100 Jahre später untergeht?

Aber es sind nicht nur gut verdienende Leute aus der Wirtschaft, den Medien und der Politik, die Heiligendamm ansprechen soll.
Diese Leute sind nicht so kleinlich, dass sie sich von den paar Tagestouristen gestört fühlen.

Schließlich sind sie eine halbe Million Touristen pro Jahr gewöhnt und dagegen sind die paar Heiligendamm-Touristen ja bestenfalls ein Beweis, dass Heiligendamm noch lebt. Als es dieser Art von Prominenz zu viel wurde, taten sie etwas vernünftiges:
Sie verkauften ihre Häuser und gingen woanders hin. So wie der Bauer seinen Acker auch mal brach liegen lassen soll, so gaben die Promis von Sylt ihrer Insel die Chance, sich zu regenerieren. In Heiligendamm aber geht es um eine optimale Ausnutzung jedes Quadratmeter Raumes für das Hotel. Es geht um Konferenzräume, Betten, Konferenzräume, Betten, Konferenzräume, Betten. Wo immer Platz ist. Und in dieser Stadt der weißen Betten soll der Gast nun eingezäunt und bewacht seine Ruhe finden.

 

Was soll der Hamburger oder der Berliner, der auf Sylt sein Haus verkauft, in Heiligendamm?
Das ist ein 5-Sterne-Resort und das findet er auch vor der Haustür.

Und einen Zweitwohnsitz á la Carte, dessen Haus und Garten nicht seinen Ideen entsprungen ist und dazu noch in einer homogenen Siedlung steht, ist unattraktiv.

 

Gerade das macht es ja in Kampen aus: "Oohhr, schau dir mal das Haus vom Springer an - ist das nicht ne Pracht!".

Undenkbar in einem abgeriegelten Resort.

Prominente untereinander vermeiden es, sich gegenseitig zu bestaunen und sonst ist ja keiner da, der es tun kann.

Es ist kein Anreiz da, etwas schön zu machen.


Als ich vor Axel Springers Haus stand, erzählte mir meine damalige Freundin - eine Westerländerin - dass drinnen goldene Wasserhähne sein sein sollen.
Genau das erzählte man sich auch in Heiligendamm, als Wladimir Putin die "Perle" kaufen wollte. Wie gesagt: Kommen Promis, kommen Neugierige.

 

Heiligendamm vs. Sylt - das sind Apfel vs. Birne.

 

 

Noch mehr Äpfel und Birnen - vergleichen wir Unvergleichliches?

 

Bleiben wir aber bei den Vergleichen.

Nicht nur Jagdfeld vergleicht Heiligendamm gern mit anderen Orten, sondern auch die Gäste tun das immer wieder. Die Sache hat nur einen Haken: Heiligendamm ist einmalig. Und einmaliges kann man nicht vergleichen.

Ich zeige es Ihnen an Hand von Kühlungsborn, Rerik, Warnemünde, Graal Müritz, Nienhagen, Wittenbeck und Börgerende.

 

Fangen wir an mit Kühlungsborn.
Da haben wir in der Geschichte zunächst drei kleine Dörfer, die von allem leben, wovon man an der Ostsee so lebt.

Nur nicht vom Tourismus. Fulgen war von den dreien der erste Ort, der eine Pension eröffnete.
Es folgten weitere Pensionen aber die Stadt im Bäderstil entstand erst weit nach Heiligendamm.
In Fulgen, Brunshaupten und Ahrendsee lebten Leute, die es verstanden, vom Tourismus zu profitieren.
Zu jeder Wohnung gehörten auch Fremdenzimmer und bald entstanden Hotels und Apartmenthäuser.
Die Leute der drei Orte profitierten vom Massentourismus und die günstigen Preise ließen die Zahlen nach oben schnellen.

9.000 Übernachtungen zählte Ahrendsee anno 1910 und Brunshaupten sogar 14.000.

In Heiligendamm übernachteten nur 2.418 Gäste.

 

Der Grund ist ganz simpel:
Heiligendamm bestand aus einem Luxushotel und ein paar Pensionen (Hotel garni).

Die Preise waren hoch, die Bettenzahl begrenzt und der Ort war exquisit.

Hier machte der europäische Hochadel Urlaub, hier verbrachten Größen aus Politik und Wirtschaft ihre Sommerfrische an der Ostsee. Heiligendamm war nicht für den kleinen Mann gemacht, sondern exklusiv für Leute, die es sich leisten konnten. Heiligendamm wuchs zwar auch aber immer im Kontext des Luxus-Tourismus, nie mit dem Ziel des Massentourismus.

Alles was zu bürgerlich war, entstand nur am Rande des Ensembles - Kriegs Hotel in der Gartenstraße, die Pensionen Mellendorf und Fürstenhof im Bollhäger Weg (Kühlungsborner Straße). Zunächst war Heiligendamm nur eine Ferienresidenz der Herzoglichen Familie, später konnten dann auch enge Freunde und weitläufige Familienmitglieder dort übernachten. Es kamen Gäste von nah und fern aber die kamen nach Bad Doberan und waren nur zum Baden in Heiligendamm. Erst als die Herzöge nacheinander die drei wichtigsten Häuser des Ensembles in der jetzigen Form errichten ließen und eine Burg bauten und als sie sich in ihre Cottages zurück zogen und das Ensemble für die Gäste öffneten, stiegen die Besucherzahlen spürbar an.

Erst jetzt war ja auch Platz für die Leute vorhanden. Heiligendamm war gut ausgebucht.

 

Das Bild änderte sich ab 1936.

Heiligendamm ist KdF-Bad und die Zahl der Übernachtungen steigt auf 12.780 Gäste und 1937 sogar auf 15.000 Gäste.

Aber erstens hinkt es damit noch immer hinter Kühlungsborn hinterher, deren Einzelorte diese Zahl ja schon 20 Jahre zuvor locker erreichte und zweitens haben diese 15.000 Gäste nicht etwa mehr Platz zur Verfügung gehabt, sondern hielten sich nur kürzer in Heiligendamm auf.

Wo 3.000 Gäste vier Wochen lang Urlaub machen, kriegt man natürlich auch 12.000 Gäste mit je einer Woche Urlaub unter.

Es wurde nicht erwogen, das Bad zu vergrößern. Entsprechende Pläne von 1872 wurden nie umgesetzt.

 

1938 wurde das Ensemble zum Reserve-Lazarett und der Badebetrieb und damit auch Gästebetrieb waren zu Ende.

1945 wurde das Ensemble zur Kurklinik und blieb dies bis 1996.

Heiligendamm sollte zwar zwischenzeitlich wachsen aber alles was gebaut werden sollte, war für den Kurbetrieb vorgesehen.

Es entstanden zwei Wohnblöcke und einige Einfamilienhäuser aber diese wurden mehrheitlich von Leuten bewohnt, die in Heiligendamm arbeiteten. Wo immer es ging, wurden Fremdenzimmer eingerichtet, die von der Kurklinik bezahlt wurden.

 

Seit 1997 haben wir nun die Situation eines Hotel-Resorts.

Es gibt an der ganzen Ostseeküste keine Anlage vergleichbarer Art.

 

Wenn man Kühlungsborn mit dem Heiligendamm von heute vergleichen will, vergleicht man eine Stadt mit einem Hotel. Heiligendamm ist in seiner Vollendung eine in sich geschlossene Hotelanlage mit allen erdenklichen Angeboten an Erholung, Fitness, Gastronomie, Handel und Dienstleistungen. Der Unterschied zu einem richtigen Resort liegt allein darin, dass all diese Angebote in Heiligendamm für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollen. Das schafft aber keine Gemeinsamkeiten mit Kühlungsborn, wo eine Menge Menschen dauerhaft leben und arbeiten.

 

Die jetzige Situation in Heiligendamm ist mit keiner anderen Stadt vergleichbar und die Zukunft Heiligendamms ist - wenn sie so umgesetzt wird - einmalig in seiner Art und Qualität. Heiligendamm dient als Feldversuch für Resorthotelerie in Deutschland.

Alle zukünftigen Resorthotels an der Ost- und Nordsee werden sich in Zukunft Heiligendamm als Maß nehmen müssen, wie es die Seebäder nach 1793 auch schon tun mussten. Vorausgesetzt, FUNDUS schafft es, seine Pläne wie gedacht umzusetzen.

 

Damit fallen alle anderen Vergleiche auch nicht mehr schwer.
Man kann auch Rerik, Warnemünde, Graal Müritz, Nienhagen, Wittenbeck und Börgerende nicht mit einem Hotel vergleichen.
Keiner dieser Orte ist das, was ein Hotel-Resort darstellt.
Trotzdem möchte ich auf die Besonderheiten dieser Orte eingehen, denn gerade sie machen den Unterschied.

 

Rerik zum Beispiel ist eine ganz normale mecklenburgische Kleinstadt, die durch ihre Lage am Salzhaff und der Ostsee vom Tourismus profitiert. Auch hier möchte FUNDUS ein Resort entwickeln aber dieses soll sich neben der Stadt befinden.

Rerik hat im Gegensatz zu Heiligendamm ein Stadtzentrum mit Wohnungen, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen.

Es ist viel Gastronomie vorhanden und es gibt kulturelle und freizeitliche Einrichtungen. Rerik lebt von den Einnahmen durch Steuern und Kurabgaben und ist nicht auf das geplante Hotel-Resort auf Wustrow angewiesen. Der Zorn der Bürger und Stadtvertreter richtet sich nicht gegen die Pläne der ECW, sondern eigentlich nur darauf, dass sie nicht umgesetzt werden und dass Wustrow gesperrt wurde und verfällt.

 

Warnemünde ist auf dem ersten Blick als der Stadt Rostock vorgelagerter Ortsteil Heiligendamm sehr ähnlich aber auch hier funktioniert der Vergleich nicht.

Warnemünde ist wie Rerik ein Fischerdorf, das zum Badeort avanciert ist.

Es gibt wie in Rerik ein reichhaltiges Angebot und darüber hinaus noch Spitzenhotellerie.
Aber es gibt kein Resort, denn auch die Yachthafenresidenz versteht sich als Residenz und nicht als Resort.

Das Neptun-Hotel ist eine in sich geschlossene Anlage, die aber wie das Grand Hotel dennoch öffentlich zugänglich und nutzbar ist. Nur vereint das Neptun auf wenigen hundert Quadratmetern Grundfläche das, was in Heiligendamm einige Quadratkilometer einnehmen wird. Würde man das Hotel Neptun Etage um Etage abtragen und das Ganze nebeneinander legen, würde auch fast die Hälfte Warnemündes darin verschwinden.

 

Graal-Müritz ist Kühlungsborn sehr ähnlich. Es handelt sich um zwei Einzelorte - Graal und Müritz - die zunächst unabhängig voneinander mit dem Tourismus wuchsen und sich dann ihrer Symbiose bewusst wurden und sich auch administrativ vereinigten. Beide Orte haben städtischen Charakter mit allem, was eine Stadt zu bieten hat.

Das alles ist in vielen Jahrzehnten entstanden. Heiligendamm sollte und soll nie eine Stadt werden.

Alles was hier entstanden ist und entstehen wird, dient dem Ensemble selbst. Es dient nicht einmal Bad Doberan.

Heiligendamm ist nur aus purem Eigennutz entstanden - aus dem Wunsch heraus, gesund und fit zu sein.

Aus dem Eigennutz des Großherzogs wurde dann ein örtlicher Eigennutz.

 

Graal Müritz verfügt mit dem IFA Grand Hotel auch über ein Hotelresort aber dieses ist öffentlich zugänglich und darf sogar gegen Entgelt von Nicht-Hotelgästen beparkt werden. Das Grand Hotel ist durch die DDR-Politgrößen entstanden und diente wie das Heiligendammer Ensemble der Erholung einer ganz bestimmten Klientel. Nur entstand dieses Hotel in Einzellage am Waldrand am Wasser, während die Stadt sich ringsherum eigenständig und vor allem unbeeinflusst durch das Hotel entwickelte.

Auch das darf nicht vergessen werden: In Heiligendamm hatten immer die das Sagen, denen das Ensemble gerade gehörte.

Und diese konnten - wenn auch mit der Zeit immer weniger - ganz genau bestimmen, was wo gebaut werden durfte und wie es ungefähr auszusehen hatte.

 

Die nächsten drei beliebten Vergleichskandidaten sind Dörfer.

 

Nienhagen lebt zwar vom Tourismus und erzielt auch gute Einnahmen aber es ist ein Ort des Wohnens und kein mit Hotels und Pensionen voll gestopfter Ort. Das kann sich in so einer aufstrebenden Gemeinde durch das große Potenzial ändern aber das macht das Dorf dann eher Graal-Müritz ähnlich, als Heiligendamm.

 

Wittenbeck ist ein bekannter Camping-Ort und genau davon lebt er auch.

Im Winter schließen sogar einige Gasthäuser mangels Besuchern.

Der Ort ist bekannt für den Golfplatz und kann sich danach ausrichten.

Die Gemeinde lebt von den Einnahmen aus Steuern und da sie nicht groß ist, sind nötige Anschaffungen und Arbeiten durch den Haushalt plus Fördermittel ganz gut zu bewerkstelligen.

 

Dasselbe gilt für Börgerende.

Das Dorf lebt schon lange nicht mehr vom Hotel "Waterkant" und den Investor, der das Hotel sanieren wollte, hat die Gemeinde Börgerende-Rethwisch den Laufpass gegeben, als klar wurde, dass dieser auf Zeit spielt und gar nicht sanieren kann.

Börgerende lebt von Campern und Tagesgästen und zunehmend auch von Urlaubern.

Die Nachfrage bestimmt das Angebot und so entstehen immer mehr Ferienwohnungen und Apartmenthäuser.

Aber auch die Nachfrage nach dauerhaftem Wohnen ist in Börgerende ungebrochen.

Man traut Börgerende sogar eine Seebrücke zu, was aber angesichts der Kosten in zweistelliger Millionenhöhe dann schon private Investoren aufbringen müssten.

 

Und hier kommen wir zu einem wichtigen Punkt:

In allen genannten Orten gibt es Menschen und Unternehmen, die Bedürfnisse erkennen, Ideen entwickeln, Pläne entwerfen und Projekte entwickeln. Es entstehen Hotels, Apartmenthäuser, Freizeiteinrichtungen, Sportparks, Yachthäfen, Parkhäuser etc..

Was man aber nicht übersehen darf ist, dass dies nur durch die Masse an Investoren möglich ist.

Der eine baut dies und der andere das und die Kommunen (also die Stadt- oder Gemeindeverwaltungen, Ämter und Behörden) stimmen darüber ab. Die Kommunen selbst müssen nur die Auflagen erfüllen, die sie von den Ämtern und Gesetzgebern bekommen. Handelt es sich um Seebäder, müssen bestimmte Kriterien erfüllt und immer wieder überprüft werden.

 

 
Die Anerkennung als Seebad ist Teil der Kur- und Erholungsort-Gesetzgebung, die dem Länderrecht unterliegt.
In Mecklenburg-Vorpommern gilt das Gesetz über die Anerkennung als Kur- und Erholungsort (Kurortgesetz).
Die Anerkennung erlischt nach 30 Jahren. Sie kann auf Antrag verlängert werden.

Gesetzliche Voraussetzungen für ein Seebad in Mecklenburg-Vorpommern:

  • Lage an der Meeresküste; die Ortsmitte darf grundsätzlich nicht mehr als zwei Kilometer von der Küstenlinie entfernt sein

  • klimatische Eigenschaften und eine Luftqualität, die überwacht werden und die die Gesundungs- und Erholungsmöglichkeiten unterstützen

  • mindestens eine Arztpraxis

  • einwandfreie Badewasserqualität an einem gepflegten und bewachten Badestrand, die überwacht wird

  • Strandpromenaden, vom Straßenverkehr hinreichend ungestörte Parkanlagen sowie Strand- oder Landschaftswege, Möglichkeiten für Spiel und Sport

Die Voraussetzung für ein Seeheilbad sind wie folgt festgelegt:

  • Lage an der Meeresküste; die Ortsmitte darf grundsätzlich nicht mehr als zwei Kilometer von der Küstenlinie entfernt sein

  • wissenschaftlich anerkanntes und durch Erfahrung kurmäßig bewährtes, therapeutisch anwendbares Klima und eine entsprechende Luftqualität, die überwacht werden

  • mindestens eine Praxis eines Badearztes

  • Einrichtungen zur Abgabe und Anwendung der Kurmittel

  • einwandfreie Badewasserqualität an einem gepflegten und bewachten Badestrand, die überwacht wird

  • Strandpromenaden, vom Straßenverkehr hinreichend ungestörte Parkanlagen sowie Strand- oder Landschaftswege Möglichkeiten für Spiel und Sport

  • während der Kurzeit Diätberatung; in Krankenhäusern und Diätküchenbetrieben Beschäftigung mindestens eines Diätassistenten

  • Kommunikations- und Informationseinrichtung

 

Man sieht also, dass die Gemeinden investieren müssen, denn während das Lage immer da ist, hat nicht jeder Ort Parkanlagen und Einrichtungen für Spiel und Sport..


Nur Kühlungsborn, Rerik, Graal-Müritz, Warnemünde, Nienhagen und Heiligendamm sind Ostseebäder - also Seeheilbäder.

Alles andere sind nicht einmal Kurorte - auch wenn sich im Internet oft die falsche Bezeichnung "Seebad Börgerende" findet.

Das alles bedeutet aber auch, dass die betreffenden Städte zusätzliche Ausgaben haben, denn die Promenaden und Parks müssen erhalten und die sanitären Einrichtungen gepflegt werden. Die Anerkennung läuft zwar erst nach 30 Jahren aus und kann dann verlängert werden aber sie kann auch vorher entzogen werden, wenn die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind.

Wenn man also vergleicht, dann darf man nur die Seeheilbäder untereinander vergleichen.
Wenn Börgerende oder Wittenbeck öffentliche Toiletten aufstellen oder einen Park bauen, dann können sie das tun.

Alle anderen Orte müssen es tun.

 

Nun ist man schnell der Versuchung erlegen, bei den Vergleichen auch Bad Doberan mit einzubeziehen.

Bad Doberan aber liegt nicht einmal am Wasser.

 

Bad Doberan ist Bad, weil es 1921 diese Regelung gab.

Aber Bad Doberan ist kein Ostseeheilbad, sondern einfach ein staatlich anerkanntes Heilbad.

So etwas gibt es auch nicht so oft in Deutschland - in Mecklenburg-Vorpommern ist nur Bad Sülze noch ein Nur-Heilbad.

Die beiden Orte sind also vergleichbar.

 

Und während man den Vergleich anstellt, findet man viele Gemeinsamkeiten: Median-Klinik, Kurpark, enge Innenstadt und endlose  Wiesen und Wälder. Was in Bad Doberan Molli Münster und Moorbad machen, muss in Bad Sülze das Salzmuseum schaffen. Natürlich gelingt das nicht so gut, wie in Bad Doberan.

 

Der Unterschied Bad Doberans zu Bad Sülze ist nämlich, dass Bad Doberan vom mecklenburgischen Hochadel geplant angelegt und ausgebaut wurde und mit vielen Extras ausgestattet wurde. Auch ist Bad Doberan größer, als Bad Sülze, zwischen Rostock und Wismar zentraler und bedeutender gelegen, als Bad Sülze mit den nicht so großen Nachbarstädten Ribnitz-Damgarten und Tribsees und nicht zuletzt ist Bad Doberan Amtssitz der umliegenden Gemeinden und Kreisstadt. Jeder Ort hat seinen eigenen Reiz aber vergleicht man Bad Doberan und Bad Sülze nach rein statistischen Gesichtspunkten, geht Bad Doberan als Sieger des Vergleichs hervor.

 

Auch wenn die Geschichte Heiligendamms nicht von der Bad Doberan zu trennen ist, so ist Heiligendamm doch grundlegend anders als Bad Doberan.Das war immer so und wird auch immer so bleiben. Heiligendamm war bereits lange Zeit so autark, dass es eine eigene Kommune darstellte.

 

Heute ist es ein Ortsteil Bad Doberans, auch wenn das Ortseingangsschild andere Rückschlüsse zulassen würde.

Ab einer bestimmten Entfernung stellt man statt der grünen Schilder wieder richtige Ortseingangsschilder auf.

Das können Sie auch in Warnemünde beobachten und auf dem Autobahnzubringer in Ivendorf, welches zwar ein eigenes Ortsschild hat aber zu Hohenfelde gehört.
 

 

 

Unsicherheit macht sich breit.

 

War der Verkauf ein Reinfall?

Ist man nach Leuna Bitterfeld und einigen anderen ostdeutschen Nachwendepleiten in Heiligendamm auch einem Finanzhai aufgesessen? Droht dem ersten deutschen Seebad endgültig das Aus? Der Schaden wäre enorm und immens. Die Angst geht um und Unsicherheit macht sich breit in dieser Zeit. Die es eingebrockt haben, sollen es jetzt richten: Schwerin ist gefragt. Doch was kann das Land tun? FUNDUS Heiligendamm wieder weg nehmen?

 


OSTSEE-ZEITUNG | Donnerstag, 18. November 1999  |  

Löttge: Politik in Heiligendamm gefordert

Heiligendamm (dpa) Der Bäderverband M-V hat die schleppenden Aktivitäten der Fundusgruppe im Ostseebad Heiligendamm kritisiert. Angesichts des schon Jahre währenden Zerfalls des ältesten Seebades Deutschlands seit Übernahme durch die Kölner Immobiliengruppe müsse sich die Landesregierung fragen lassen, ob sie weiter untätig bleiben wolle, sagte Präsident Mathias Löttge. Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) müsse Heiligendamm zur Chefsache machen. Das Kurwesen habe in Heiligendamm seinen Anfang genommen, sagte Löttge.
Es bestehe nun die Gefahr, dass der Ort zum schlechten Pseudonym für die wirtschaftliche und touristische Entwicklung des Landes werde. Der Gedanke an ein Staatsbad sollte nicht von vornherein verworfen werden.

 

 


Analyse: Der Investor hat die Mietverträge der Mieter 1997 gekündigt und die Gebäude dann einfach leer stehen lassen.    

 

Richtig ist nur, dass er die Gebäude leer stehen lassen hat. Die Mieter wurden jedoch nicht vom Investor, sondern von der Treuhand-Liegenschaftengesellschaft (TLG) im Auftrag der Oberfinanzdirektion und auf Anweisung des Bundes als Eigentümer der Liegenschaft gekündigt. Das wusste die Abgeordnete der SPD, die für die Stadt Bad Doberan als Wahlkreis zuständig ist offenbar auch, als sie am 08.10.1996 eine Kleine Anfrage an die Landesministerin stellte, die die Finanzministerin beantwortete:

 


LANDTAG MECKLENBURG-VORPOMMERN Drucksache 2/1968 2. Wahlperiode 14.10.96

ANTWORT

der Landesregierung

auf die Kleine Anfrage

der Abgeordneten Beate Mahr, Fraktion der SPD

Kündigung von Mietverträgen durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, vertreten durch den Oberfinanzpräsidenten der Oberfinanzdirektion

 

Vorbemerkung

Eigentümer des überwiegenden Teils von Heiligendamm ist der Bund, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Rostock - Bundesvermögensabteilung.

Diese hat die bundeseigene Treuhandliegenschaftsgesellschaft(TLG) mit dem Verkauf beauftragt. Um den Erhalt und den Zusammenhalt des einzigartigen

Gesamtensembles von Heiligendamm zu sichern, hat das Land Mecklenburg-Vorpommern die TLG mit der Verwertung auch der landeseigenen Liegenschaften

in Heiligendamm betraut. Um sicherzustellen, daß bei der Vergabeentscheidung auch die Belange der Bürger vor Ort berücksichtigt werden, sind durch die TLG

Vertreter der Stadt und des Landkreises Bad Doberan in den Vergabeausschuß berufen worden. Die Umsetzung des von allen Beteiligten im Vertragsentwurf

favorisierten Entwicklungskonzeptes schließt eine Wohnnutzung in den denkmalgeschützten Gebäuden aus, unabhängig davon, daß eine grundlegende Sanierung

den Freizug erfordert. Den betroffenen Mietern ist daher mit Vollmacht des Oberfinanzpräsidenten durch ein vom Erwerber beauftragtes Anwaltsbüro gekündigt worden.

Dieses vorausgeschickt wird die Kleine Anfrage wie folgt beantwortet:

 

1. Trifft es zu, daß in Heiligendamm im Zuge des Verkaufs der Immobilien an die Fundus-Gruppe ca. 50 Kündigungen ausgesprochen wurden?

Dies soll sowohl die Mieter der Wohnungsbau- und Investitionsgesellschaft mbH, im Auftrag der Oberfinanzdirektion (OFD), als auch die Mietverhältnisse

direkt mit der OFD betreffen. Wenn ja, wurden die Kündigungsfristen eingehalten?

2. Ist der Landesregierung bekannt, daß diese Kündigungen ca. 25 % der Einwohner betreffen?

 

Die Fragen 1 und 2 werden zusammenhängend beantwortet:

 

Es trifft zu, daß Kündigungen ausgesprochen wurden. Dies erfolgte unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen.

Ein großer Teil der „Beendigung von Mietverhältnissen“ betrifft allerdings ohnehin befristete, auslaufende Mietverträge mit Studenten der ehemaligen Fachhochschule

für angewandte Kunst (allein 17 Mietverträge im Haus „Weimar“). Insofern ist es schwierig, eine konkrete Prozentzahl der von Kündigungen betroffenen Einwohner

Heiligendamms zu benennen. Die Landesregierung ist sich der mit den Kündigungen verbundenen Problematik bewußt.

Hilfen für die betroffenen Bürger werden zusammen mit dem Investor angeboten (siehe Antwort zu den Fragen 3 bis 6).

 

3. Ist der Landesregierung weiterhin bekannt, daß die OFD der Fundus-Gruppe Köln (Käufer der Objekte) zugesichert hat, diese leerstehend zu übergeben?

Wenn ja, wie verträgt sich dies mit dem Kündigungs/Mieterschutz lt. Einigungsvertrag, zumal mehrere Mietverhältnisse seit mehr als 50 Jahren bestehen?

4. Wurden die entsprechenden rechtlichen Vorschriften bei den Kündigungsfristen eingehalten?

5. Sind der Landesregierung bzw. der OFD die Tragweite und die soziale Brisanz dieser Kündigungen bewußt?

6. Wohin sollen die Mieter ziehen, wenn es in der Umgebung keinen ausreichenden Wohnraum gibt?

 

Die Fragen 3 bis 6 werden zusammenhängend beantwortet:

Eine Zusicherung, die Kaufobjekte leerstehend zu übergeben, hat es nicht gegeben. Der Käufer tritt entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen in die Rechte

und Pflichten des Verkäufers mit Hinblick auf die Mietverträge ein. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Kündigungsfristen und des geplanten Sanierungsbeginns

im September 1997 wurden im Namen der Verkäufer die Kündigungen bereits ausgesprochen. Sämtliche Kündigungen erfolgten fristgerecht unter Einhaltung der

Mieterschutzbestimmungen. Der Investor hat bzw. wird mit sämtlichen Mietern Einzelgespräche führen. Es werden 28 durch das Land geförderte Sozialwohnungen

in Bad Doberan bereitgestellt. In besonderen Härtefällen (z. B. ältere Menschen, die ihr soziales Umfeld nicht mehr wechseln möchten) wird Fundus auch in

Heiligendamm Ausweichwohnungen anbieten. Außerdem werden von Fundes finanzielle Hilfen bei Umzug und Maklerkosten angeboten.

 

 

Die Mietverträge wurden gekündigt, weil der Investor im September 1998 mit der Sanierung der Bauten beginnen wollte. Die Rede ist hier auch von der Perlenkette und dem Haus "Weimar" (Alexandrinen-Cottage). Beides ist auch im Jahr 2007 noch in dem bzw. einem inzwischen schlechteren Zustand, wie es 1997 verlassen wurde.

 

Es ist - für normal informierte Bürger - völlig unverständlich, dass die Häuser verlassen werden mussten.

Zumal eine weitere Nutzung ihren Zustand nicht so verschlechtert hätte, wie die Nichtnutzung der letzten 10 Jahre.

 

Allerdings gibt es "gute" Gründe, warum die Perlenkette dann doch nicht saniert wurde.

FUNDUS musste das ganze Ensemble komplett und "wie gesehen" kaufen. FUNDUS hatte keine Vorstellung davon, in welchem baulichen Zustand sich die einzelnen Gebäude genau befinden, wie die Häuser aufgeteilt sind und vor allem hatte FUNDUS überhaupt keine Ahnung, was in Sachen Denkmalschutz auf sie zukommt.
Die Gebäude wurden 200 Jahre lang ständig verändert und FUNDUS soll nun alles wieder so herrichten, wie es vor 200 Jahren war.
Was die DDR in 40 Jahren und die BRD in 7 Jahren nicht geschafft hat, sollte nun ein einzelner Investor in möglichst 10 Jahren schaffen.

 

Unsere Denkmalschutzgesetze sind insofern alles andere als investorenfreundlich. Andererseits hat FUNDUS mit dem Leerzug einen Leerzug gemacht und die Gebäude nun einmal verfallen lassen, während sie in der DDR und nach der Wende wenigstens baulich in Schuss gehalten wurden. Dieses Versäumnis muss sich FUNDUS nun einmal ankreiden lassen.
 



Fazit 1999: Wieder eine Pleite?

 

Ist Heiligendamm der zweite Kammerhof, das zweite Leuna?
Zweifel keimen auf und Putz bröckelt. Stillstand in Heiligendamm.

Die Prinzessin schläft. Wird der Prinz sie küssen? Wird es ein Happy End geben?


(gefunden mit Picsearch - Urheber unbekannt)


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 2000: Es kann losgehen.