Zeit am Meer

Rundgang Winter 2010 - Der zweite Frühling.

 

Die Weiße Stadt am Meer.

So legendär, wie der Name Heiligendamms ist, so wenig trifft er derzeit auf den ganzen Ort zu. Einmal im Jahr - mit etwas Glück - wird Heiligendamm wieder weiß.
In all den Jahren haben wir das irgendwie verpasst oder verpennt. Diesmal war der Winter lang genug, um uns wenigstens einen kleinen Einblick zu gewähren.
Unser Rundgang ist diesmal zweiteilig. Der erste Rundgang erfolgte am 26. Januar 2010 während eines kurzen Winterspaziergangs und der zweite erfolgte am 11. März während eines Treffens mit einer Regisseurin aus Berlin, der ich Teile des Ortes zeigen durfte. Während wir den Winter in Heiligendamm erleben, läuft der Countdown für den vollständigen Wiederaufbau der Weißen Stadt am Meer. Der Frühling in Heiligendamm soll zum zweiten Frühling für Heiligendamm werden. Mit der Perle geht es los.
Aber erst unser Winterspaziergang...  

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26.01.2010 - Die Weiße Stadt am Meer.

 

Wir haben uns spontan entschlossen, den Dienstag für einen Spaziergang durch das verschneite Heiligendamm zu nutzen. Wir sind neugierig auf die Ostsee und uns fiel auf, dass wir noch keine Winterbilder von Heiligendamm haben. Das soll sich heute ändern. Wir parken vis á vis des Prinzessin-von-Reuß-Palais, das die ECH nutzt.

 

 

Das Sommerhaus der mecklenburgischen Herzogin - geboren zu Reuß - war später ein Ferienheim des FDGB und schließlich zweimal ein Hotel - "Residenz-Hotel" und "Akzent Residenz Hotel". Heute nutzen es Mitarbeiter des Hotels und der ECH. Gegenüber strahlen das Haus "Bischofstab" und der blaue Himmel um die Wette.

 

 

Wie immer geht es zuerst auf die Promenade. Winterdienst gibt es hier wohl nicht.

 

 

Zugefroren ist die Ostsee leider nicht. Aber dennoch sehr interessant.

 

 

Was weiß ist, strahlt heute und der Himmel tut es auch.

 

 

Die See hat eine Sandbank aufgetürmt, die prompt eingefroren ist.

 

 

Normalerweise würden wir hier schon bis zum Bauch im Wasser stehen.

 

 

Die tiefen Temperaturen (ca. -10°C) haben das Wasser in der Bewegung gefroren.

 

 

Die Buhnen sind vereist und auch wir stehen auf blankem Eis.

 

 

Hier ist eine Eisscholle abgebrochen.

 

 

Die Ostsee selbst ist weitgehend eisfrei. Die Strömung ist zu warm.

 

 

Die grauen Perlen wirken mit weißen Dächern gleich gar nicht mehr so grau.

 

 

Wenn das Grand Hotel nicht so einen Kontrast setzen würde.

 

 

Perlenkette, Grand Hotel, Kurhaus, Burg, Haus Mecklenburg - alles im Bilde.

 

 

Um dort hin zu kommen heißt es aber: Unterhaken und vorsichtig Schritt für Schritt.

 

 

Wie im Märchen erhebt sich die Kulisse der Weißen Stadt am Meer vor uns.

 

 

Blick zurück: Der Strand ist versandet und vereist.

 

 

Rote Algen werden später für Blutflecken gehalten. Die Ostsee-Zeitung klärt auf.

 

 

Die Perlenkette steht symbolisch im Schatten der Weißen Stadt am Meer.

 

 

Schnee bedeckt das einst saftige grün. Stille. Nachdenken. Gedenken.

 

 

Hier reichten wohl Lust, Zeit oder Fähigkeiten nicht für einen Schneemann.

 

 

Die Werbung des Grand Hotels (Winter-Träume) passt zum Märchenschloss.

 

 

Auf dem Weg zurück stellen wir in der Professor-Vogel-Straße fest, dass die Zaunkletterer es sich inzwischen bequemer gemacht und randaliert haben.

 

 

Aber offenbar nicht nur da. Das hier passiert auch nicht durch Frost und Kälte, sondern bedarf eines Steines und einer Hand, die ihn aufhebt und wirft.

 

 

Zurück geht es zum Palais der Prinzessin von Reuß.

 

 

Der frühe Vogel lässt hoffen: Es wird Frühling in Heiligendamm. Ein zweiter.

 

11.03.2010 - Leiser Aufschwung.

 

Eine Regisseurin einer Berliner Filmagentur wünschte ein Treffen mit mir und darum bin ich heute allein unterwegs nach Heiligendamm. Weil sich der Termin um eine halbe Stunde verzögert, nutze ich die freien Minuten für ein paar Bilder.

 

 

Während ich an der Median-Klinik vorbei latsche stelle ich kurz dahinter fest, dass da irgend etwas anders war. Ein Gerüst. Und nicht nur das: Ein Dachaufbau. Von Herrn Paap erfuhr ich im Dezember, dass die Klinik aufgestockt wird. Nun geht es also los.

 

 

Zugleich wird in der Villa "Krone" fleißig gewerkelt. Ein Mitglied der Hamburger Familie Otto des gleichnamigen Versandhauses hat die Villa gekauft und lässt den Keller vertiefen und die Villa zum Sommerhaus ausbauen. Eines von mehreren.

 

 

Mein Ziel ist aber das Grand Hotel, wo ich mich mit der Regisseurin treffen werde, um sie ein wenig durch den Ort zu führen und ihre Fragen zu beantworten, die spontan sein werden. Zwei große hauseigene Landrover stehen heute für die Gäste bereit.

 

 

Es ist diesig und nicht gerade gemütlich aber das hält die quirlige Berlinerin nicht auf, Fragen zu stellen, zu fotografieren, telefonieren, zu notieren und ein Panorama anzufertigen. Während ich ihrer Linse ausweiche, mache ich ein paar Fotos.

 

 

Wobei ich wohl nicht der einzige bin. Gerade die verfallenen Perlen reizen viele Besucher zu Fotomotiven. Vielleicht ist es der Charme - ich hoffe es - vielleicht aber auch nur ein Motiv zum Herumzeigen und darüber lachen - ich hoffe es nicht.
 

 

Noch liegt Schnee aber das Weiß von den Dächern ist inzwischen verschwunden.

 

 

Das diesige Wetter dramatisiert das Bild zusätzlich.

 

 

Aber das ist auch eine gute Perspektive auf die Villen - das werde ich mir merken.

 

 

Am Ende dann noch eine sonst nicht so sichtbare Impression.

 

 

Vorbei geht es an der immer noch heraus hängenden Lüftung.

 

 

Inzwischen hat die ECH hochoffiziell das Zaunfeld entfernt - bis zum Baubeginn.

 

 

Ich zeige der Frau den Rest des Ortes und bringe sie zu Herrn Paap.
Wieder am Grand Hotel angekommen trennen sich unsere Wege und ihr
"Wenn Sie sich noch ein wenig umsehen möchten..." nehme ich prompt an
und gehe in den Hotelpark, der zugegebenermaßen heute etwas öde aussieht.

 

 

Am Alexandrinen-Cottage stehen Autos? Drinnen brennt Licht, gemütliche rote Farben dringen nach außen. Hans Steinbichler dreht hier "Das Blaue vom Himmel" mit Hannelore Elsner, Karoline Herfurth, Juliane Köhler, David Kross, Niklas Kohrt, Rüdiger Vogler, Matthias Brandt und Victoria Trauttmansdorff.

 

 

Die Geschichte spielt eigentlich in Riga aber da die Deutsche Filmförderung nur im Inland gedreht Filme fördert, wurde ein Location Scout beauftragt, eine für Lettland typische Räumlichkeit zu suchen. In Heiligendamm wurde er fündig und nun drehen Uli Aselmann mit der "die film gmbh", unter Beteiligung von WDR, ARD Degeto, BR und Arte. Gefördert wird die Produktion vom DFFF, der Filmstiftung NRW, dem FFF Bayern, Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB), FFA und der wirtschaftlichen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern den Kinofilm "Das Blaue vom Himmel.
Der Film soll 2011 in die Kinos kommen. Gerdreht wird auch in München, Berlin, Wuppertal und Riga. Auch im Cottage selbst und im Buchenwald wird gerdreht.

 

 

Aus dem Pressetext: "Steinbichler geht dabei auf eine Zeitreise in die 1930er und 1990er Jahre und verwebt die Familiengeschichte von Marga - gespielt von Hannelore Elsner sowie Karoline Herfurth. Marga ist gerade dabei, ihr Gedächtnis und damit sich selbst zu verlieren – nur die Erinnerungen an alte Zeiten blitzen hin und wieder klar und deutlich auf und bringen eine Marga zum Vorschein, die ganz anders ist als die, die sie ihr Leben lang zu sein schien. Der anderen, Sofia, ermöglicht gerade erst dies, die Wahrheit über ihre eigene Vergangenheit und damit sich selbst zu finden."

 

 

Ich werde beobachtet und will nicht weiter stören, sodass ich umkehre und mich dem Ostteil des Hotelparks zu wende. Alte Bilder zeigen genau dieses Motiv baumlos.

 

 

Auch das hier ist ein Postkartenmotiv. Freilich - dazu ist heute weder das Wetter, noch die Landschaft geeignet. Aber in dem Zustand sehen wir sie bald nicht mehr.

 

 

Mein eigentliches Interesse gilt diesem kleinen pavillonähnlichen Häuschen.

 

 

So sieht es von der Nordseite aus. Drinnen surrt ein Gerät leise vor sich hin.

 

 

Hier ist eigentlich ein Wasserspiel. Ob immer weiß ich nicht aber zumindest heute ist es ausgeschaltet. Der Pavillon taucht auch schon auf alten Bildern auf, ist so aber vermutlich erst zu DDR-Zeiten entstanden. Oder aber er wurde umfunktioniert.

 

 

Ich setze mich einfach mal auf den Beckenrand und sehe mich um. Der Pavillon steht nämlich genau in den alten Sichtachsen, die Lenné beim Parkaufbau anlegen ließ.
Zur rechten haben wir das Marien-Cottage und die Villa "Krone".

 

 

Das hier ist das Marien-Cottage, Wohnhaus der herzoglichen Familie und später Spezialklinik des Sanatoriums und der Ostsee-Klinik. Die ECH will es sanieren aber noch nicht ausgestalten und hofft durch den prominenten Nachbarn auf einen Käufer.

 

 

Hier saniert jener prominente Nachbar gerade das Kronen-Cottage. Ich sprach auf den Diskussions-Seiten vom "Udo-Lindenberg-Effekt", den das Atlantic im Hamburg hat und den Heiligendamm auch gebrauchen könnte. Das ist das, worauf man hier hofft.

 

 

Wenn man geradeaus schaut, sieht man Haus "Mecklenburg und die Anbauten des Kurhauses, sowie die Verbindungsbauten der beiden klassizistischen Bauwerke.

 

 

Ich gehe zurück. Nur von hier kriege ich mit der Kamera das Ensemble von seiner Westseite ganz auf das Bild. Wobei die Burg ja auch dazu gehören würde.

 

 

Dieser Weg soll auch neu gemacht werden. Der ganze Park wird unter Berücksichtigung der bestehenden Flora und Gebäude neu angelegt.

 

 

Nicht nur von vorn - auch von der Seite ist das Ensemble imposant. Eines überragt das andere und insgesamt überragt das Ensemble alles in Heiligendamm.

 

 

Severins Kurhaus und Demmlers Badehaus werden durch einen Arkadengang verbunden, der später geschlossen wurde und heute die hellsten und sonnigsten Salons beherbergt: Den Salon "Alexandrine" z.B. in dem wir gerade hinein blicken.

 

 

 Von der Parkseite sieht man erst, wie imposant die Burg "Hohenzollern" eigentlich ist. Die quadratische Schauseite täuscht ungemein - die Burg ist viel viel länger, als sie breit ist.

 

 

Auch ist die Gliederung hier viel reicher, als auf der Schauseite.

 

 

Aber das hat Sinn und Zweck: Die Schauseite ist die Wetterseite.

 

 

Lange hat es sich nicht ergeben. Hier ist der in den ersten Jahren oft geschossene Blick von der ehemaligen Promenade an der Ecke des Hauses "Mecklenburg" Richtung Perlenkette. Bald wird hier wieder die Perle die Nummer eins sein.
 

 

Doch bis dahin sind es noch zwei Monate. Im Mai sollen die Bagger rollen und ein Jahr später soll die Perle samt ihrem Anbau "Großfürstin Marie" fertig sein. Für mich endet mein Rundgang heute. Im April schau ich noch einmal vorbei.

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

2011 -

 

 

 

 

 

 

 

2012 -

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

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