Zeit am Meer

Rundgang 22. Juni 2009. Neue Wege.

 

Tuscheln oder Kuscheln?

Wochenlang habe ich recherchiert und Leute befragt, dokumentiert und herum gebastelt und nun ist es schon wieder Sommer.

Ein langer und vielleicht auch harter Sommer könnte es werden. Denn die gerade frisch gewählte Stadtvertretung muss darüber entscheiden, ob sie den inzwischen drei Widersprüchen nachgibt und sich wieder auflöst und Neuwahlen veranlasst oder ob sie sich konstituiert.

 

Damit ist einmal mehr alles offen, den wenn die SVV sich konstituiert, haben wir eine neue Situation durch Sitzverschiebungen und den Einzug der NPD in die SVV und wenn sie Neuwahlen ausruft, müssen die Bad Doberaner noch einmal abstimmen und es müssen noch einmal Stimmen gezählt werden. Wo steht Heiligendamm in fünf Jahren? Diese Frage wurde in den vergangenen Wochen oft gestellt und verschieden beantwortet.

 

Mit dem Wahlkampf stieg die Gereiztheit. Meine Fragen stellte ich öffentlich und manchmal war meine Rhetorik wohl auch dem einen oder anderen zu provokativ. Doch mit jeder Antwort von Herrn Gühler und mit jeder Stellungnahme der ECH wurde zumindest mir einiges klarer.

Doch ich bemerkte selbst schnell, dass es in Bad Doberan nur zwei Meinungen über die ECH gibt: Die gute und die schlechte.

 

So begannen wir unseren Rundgang Nummer zwei in diesem Jahr mit dem Vorsatz, sich nicht pro oder contra zu positionieren.

Da ich aber nicht nur offenen Auges, sondern auch so gut es mein Gehör erlaubt, offenen Ohres durch Heiligendamm gehe, ist mir nicht entgangen, dass die Leute reden. Ich vernahm ein wenig Wohlwollen aber auch sehr viel Kritik. Im Flüsterton - und mit vorsichtig prüfenden Blicken. Als ob die ECH mithören könnte. Man misstraut "den anderen", denn sie könnten ECH-Mitarbeiter, GHH-Angestellte oder Hotelgäste sein. Man redet übereinander. Nur nicht miteinander. Nun denn, ich habe am Donnerstag einen Termin bei der ECH. In Hoffnung auf Klarheit.

 

Wir beginnen unseren Rundgang diesmal wieder in der Gartenstraße. Es ist früher Nachmittag und es ist Montag.

Wir waren am Sonntag auch schon da aber da hatte ich Dussel vergessen, das Akku vorher aufzuladen. So kamen wir nicht weit.

Das war aber nicht schlimm, denn am Sonntag waren die Lichtverhältnisse nicht so schön, wie am Montag und es war auch zu viel los.

Was natürlich schön ist aber da ich möglichst keine Menschen auf den Bildern haben möchte, ist es an den Werktagen immer einfacher für mich. Am Montag ist naturgemäß nicht so viel los. Also begeben wir uns zum 21. Mal auf einen Fotorundgang durch Heiligendamm.

 

Kommen Sie doch mit!

 

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22.06.2009 - Tuscheln oder Kuscheln?

 

Unser kleiner Parkplatz in der Gartenstraße ist leider kein Geheimtipp mehr, nachdem die Stadt dort eine Parkzeitbegrenzung einführte und sich die Anwohner darüber öffentlich beschwerten. Zunächst wurde die Parkzeit auf eine Stunde begrenzt und nach dem Protest auf zwei Stunden erhöht. Die Kleingärtner fordern vier aber die Stadt verweist darauf, dass dies öffentliche Parkplätze sind und die Betreiber der  Kleingartenanlagen selbst für Parkplätze zu sorgen haben. Zwei Stunden reichen für einen normalen Rundgang und eine Eiswaffel. Und mehr haben wir heute nicht vor.

 

 

Unser erstes Bild zeigt das verträumte Häuschen hinter der Villa von Witzleben.

Da es erst nach den Perlen entstanden und auch nicht so wie diese der Witterung ausgesetzt ist, kann der Zustand sich noch sehen lassen. Rechts neben diesem Haus befindet sich ein Radweg, auf dem unachtsame Radfahrer, die durch die Gartenstraße rasen, uns beinahe umnieten. Daneben befindet sich der Tante-Emma-Laden, dessen Name eigentlich "Der Laden Nr. 4" ist. Wir kehren erst nach unserem Rundgang dort ein, da er bis 15 Uhr pausiert. Das hier ist die Werbung für den Laden.

 

 

Einfallsreich, wie wir finden. Vielleicht sollte ich mal verhandeln, ob die nicht mein Fahrrad nehmen und ich dafür dieses kriege. Bei meinem geht die Gangschaltung nicht mehr. Wir könnten jetzt neben dem Rad in den Kurpark gehen aber wir gehen erst einmal die Kühlungsborner Straße entlang, da wir zum "Haupteingang" wollen.

 

 

Dabei passieren wir auch diesen Eingang. Die Waldkapelle kommt jetzt erst richtig zur Geltung. Ich kann mich erinnern, dass in meiner Kindheit - also vor der Wende - auch mal ein breiter und gerader Weg zur Kapelle existierte und man von der Molli aus die Kapelle sehen konnte. Verwuchert ist das ganze erst nach der Wende.

 

 

Den zum Ensemble passenden Oldtimer habe ich beim Abdrücken gar nicht bemerkt.

Wie wir sehen, sind die Radfahrer in Heiligendamm ein echtes Problem. Selbst auf diesem engen Weg müssen sie unbedingt fahren. Da es sich um den Hoteleingang handelt, ist das hier entweder ein Hotelgast oder ein Irrfahrer mit Leseschwäche.

 

 

Gegen die Radfahrer hat die ECH diese Durchgänge und die Stadt Hinweisschilder aufgestellt. Leider ohne Erfolg: Viele Radfahrer schwingen sich gleich hinter der Barriere wieder in den Sattel. Wir bekommen Lust, unsere Erwerbsminderungsrenten ein wenig als Aufpasser aufzubessern. Dafür würden wir schon unsere Zeit nutzen.

 

 

Unser Weg führt uns gerade zu auf dieses Rondell. Hier befand sich bisher ja nur eine Wegeskreuzung, die uns geradeaus zur Perlenkette führte. Mit dem Beschluss der Stadtvertreter von 2006 wurde auf diesen Weg verzichtet und erst drei Jahre später hat die ECH den Beschluss umsetzen können, da es immer wieder Gegenstimmen gab.

 

 

Die ECH hat weder Mühe, noch Kosten gescheut, um diesen Angelpunkt des Kurparks trotz des politischen Brennpunktes freundlich zu gestalten. Wenngleich ich wieder die postmodernen Lampen in Deutschlands ältesten Seebad monieren muss. Aber so ist es wenigstens einheitlich mit denen der Promenade und der Straßen.

 

 

Wie man hier sieht, ist die Akzeptanz dieser Sperrung jedoch gering, wohingegen der Schaden an Pflanzen und Rasen groß ist. Die ECH berichtet sogar über eine aus dem Fundament gerissene Bank. Dafür habe ich absolut kein Verständnis.

 

 

Wenngleich ich mich angesichts der Neugierde auch hinter die Bank begebe.

Aber ich gehe eben nicht an den Zaun, sondern benutze den Zoom.

Hinter der Bank befanden sich zumindest auch vorher keine Pflanzen.

 

 

Das ist der alte Weg vom Bahnhof zur Professor-Vogel-Straße. Ich wundere mich allerdings darüber, dass die ECH ihn nur umgepflügt hat. Da sie einen rechtskräftigen Beschluss in der Hand hat, könnte sie auch Büsche und Bäume drauf pflanzen.

 

 

Ich erhöhe den Zoom und wie man sieht, ist auch hinten ein Zaun und zudem eine Hecke. Befürchtet man bei der ECH eine Revidierung des Beschlusses von 2006?

Das wäre mir als Investor egal. Ich würde mir dann jeden Baum bezahlen lassen.

 

 

Aber das haben auch schon andere gemerkt, dass ich in einigen Sachen noch einen Tick radikaler wäre, als die ECH es eigentlich ist. Ich verweise auch noch einmal auf die Diskussionsseite. Apropos "Verweis". Dieser Wegweiser verweist uns nur im Winkel von 90°. Geradeaus und links führen keine Wege hin. Zurück dafür um so mehr. Ans symbolische Zurückgehen denken andere - wir gehen Richtung Strand.

Was mir im Nachhinein auffällt: Dass die Seebrücke nicht mehr ausgeschildert ist.

 

 

Dabei stellen wir fest, dass es tatsächlich Leute gibt, die diesen Zaun vereiteln und ihn einfach umgehen. Dieser Zaun wurde gebaut, eben weil das Ende des Weges ignoriert wurde. Ihn zu umlaufen kann dazu führen, wegen Landesfriedensbruchs verklagt zu werden. Einem sensationslüsternen Fotografen könnte dies jetzt zum Verhängnis werden, denn die Ostsee-Zeitung hat sein Bild genutzt, um gegen den Zaun zu wettern. Um dieses Bild zu machen, musste er hinter den Zaun gelangen.

 

 

Was mir außerdem auffällt ist, dass man die alten Hinweisschilder zur Waldkapelle wieder verwendet und zwei von ihnen um- und vorsichtig an Bäumen befestigt hat.

 

 

Und hier ist die Waldkapelle. Der Rasen wächst, die Blumen blühen und Bänke gibt es inzwischen auch. Aber wir sehen uns das auf dem Rückweg noch genauer an.

 

 

Unsere Kurparkwanderung endet an der Seedeichstraße. Ein Blick zur See lässt uns stutzig werden. Mein erster Gedanke: Ein neues Belvedere? Dianas erster Gedanke: Das Thalassozentrum? Schau mer ma.

 

 

Ein Rettungsturm! Ich erinnere mich: Der zeitgemäße Ersatzneubau für den nun zum Hotel gehörenden Turm am Hotelpark, der in der Ostsee-Zeitung angekündigt wurde.

 

 

Auftraggeber ist die Stadt Bad Doberan und Nutzer die Wasserwacht des DRK.

Ob das mit dem Rettungswagen dahinter so klappt, wie auf dem Bild angegeben, wage ich zumindest derzeit zu bezweifeln. Ich stelle mir (und am Donnerstag auch der ECH) auch die Frage, wie genau denn das Thalasso-Zentrum nachher verlaufen soll. Auf mir vorliegenden Entwürfen würde der Rettungsturm das Gesamtbild stören.

Das Zentrum soll auf der Promenade münden - passt das denn da noch hin?

 

 

In Bad Doberan ist gerade eine Diskussion darüber entbrannt, welches denn das richtige Wappen Bad Doberans ist. Der Wappenexperte sagt, dass der Hirsch gestreckte Vorderläufe haben muss. So findet er sich auch auf offiziellen Dokumenten der Stadt und auch am Rathaus selbst wieder. Gegner - in erster Linie Opfer des Irrtums, wie Verkäufer von Souvenirs - verteidigen den Hirsch mit den gewinkelten Vorderläufen. Wie man sieht, findet auch der sich auf offiziellen Dokumenten.

 

 

So sieht der Rohbau von Osten her aus.

 

 

Und so von Westen.

 

 

Unser Weg führt uns nach Westen. Vor dem Haus "Bischofsstab" weht die Blaue Flagge. Sie ist das Prädikat für beste Wasserqualität - wichtig für Bad Doberan.

 

 

Inzwischen stehen auch die Schilder wieder. Veränderungen erkenne ich keine.

Aber ich glaube, das Hunde- Fahrrad- und Feuerverbot sind neu.

 

 

Jedenfalls soll das nun behindertengerecht sein. Okay, bis zum Strand kommt man mit dem Rollstuhl. Um Rollis geht es ja meistens, wenn man von Behinderungen redet. Naja - wie soll auch ein blinden- oder gehörlosengerechter Strandzugang sein?

Aber mit gutem Willen wäre noch mehr drin. Ein Steg bis zum Wasser oder sei es nur eine Betonpiste bis dort. Die müsste zwar immer wieder frei gefegt werden aber das muss die Promenade ja auch. Besonders jetzt wieder - der letzte Sturm hat viel Sand an die Promenade geweht. Aber eben das passt nicht zu Bad Doberan. Behinderte haben hier keine Lobby. So muss das dann reichen.

 

 

Das hier allerdings passt in die Klischeekiste. Dieses Paar kam gerade vom Strand und kletterte über das Packwerk und hat uns nun überholt. Auf den schneeweißen Bademänteln prangt das Spa-Logo des Grand Hotels. Es handelt sich hier also um Gäste jenes Hauses, deren Gäste sich von Touristen in Badesachen und Latschen gestört fühlen. Latschen haben diese beiden nicht einmal an und sie verschwanden tatsächlich im Grand Hotel. Argument entkräftet - in Heiligendamm sind alle Menschen gleich. Tröstlich irgendwie. Ich gönne beiden Parteien Schlabber-Look.

Aber das Betreten der Küstenschutzeinrichtungen ist verboten - auch für Hotelgäste.

 

 

Während wir ein Kugeleis bei Coco essen, erinnern wir uns, irgendwo schon einmal gelesen haben, dass nur die Schirme des Medini's grauer sind, als Haus "Anker".

 

 

Auch der Rasen ist verschiedenartig. Aber das liegt daran, dass die Rasenmäherfrau erst die eine Hälfte macht und dann die andere. Am Ende ist es wieder gleichmäßig.

 

 

Wir haben lange nicht mehr die Villen selbst fotografiert. Weil sie sich bis auf den Verfall ja auch nicht verändern. Außerdem sind es immer so traurige Bilder.

 

 

In seiner zweiten Ausgabe der Zeitung "Zukunft Heiligendamm" hat die ECH die Sanierung der Villa "Greif" genauer beschrieben. Inklusive Bilder. Klicken Sie hier.

 

 

Wir erreichen den Seebrückenplatz. Durch die fehlende Perle fällt die Öffnung des Ensembles weg und man sieht gleich die Häuser "Mecklenburg" und "Kurhaus".

 

 

Die Hecken sind gut gewachsen aber sie werden immer wieder auf diese Höhe gekürzt. Ich fände es schöner, den Zaun hinter der Hecke verschwinden zu lassen.

 

 

Bei der Ligusterhecke hat das ja auch fast geklappt. Viele Touristen sind neugierig und drängen sich in genau diese Ecke, um genau diesen Blick zu erhaschen.

Nun gut - die Verbindung zwischen Ensemble und Burg musste sein und dafür sehe ich den Einzug der Promenade auch ein. Nur dann in der besagten Zeitung zu schreiben, dass die Promenade öffentlich zugänglich ist und ein altes Luftbild zu zeigen, auf dem es den Hotelpark noch nicht gibt, ist etwas unüberlegt.

 

 

Aber die ECH ist bekannt für das Fettnäpchenwetthüpfen und eigentlich ist es auch egal, was sie schreibt: Es wird sowieso öffentlich zerpflückt und dann gegen sie ausgelegt. Dieser Wachturm ist übrigens laut Medien jetzt im Besitz des Hotels, das damit nach gleichen Regeln wie die anderen Wachtürme den Hotelstrand bewacht.

Dieser Hotelstrand befindet sich zwischen Seebrücke und Alexandrinencottage, ist aber nicht besonders gekennzeichnet oder abgesperrt. Was ich auch sehr gut finde.

 

 

Ist Ihnen übrigens aufgefallen, dass die Strandkörbe im Hotelpark schon wieder mit dem Rücken zum Wasser stehen? Jetzt kommt die Sonne definitiv nicht von Süden.

Die Strandkörbe sind aber auch allesamt gar nicht benutzt. Es ist eben wenig los.

 

 

Ich werde von Urlaubern gebeten, doch zwei Fotos von den beiden zu machen.

Die Lieblingsperspektive sind Kurhaus aus Nord und Grand-Hotel aus Nordwest.

Den Gefallen tu ich gern und wünsche einen schönen Urlaub. Wie Er in damals hatte.

 

 

Türkiser Himmel, wolkenarm und mit blauen Meer... Traumhaft schön.

Allerdings noch nicht die optimale Badetemperatur: 14°C Wasser und 19°C Luft.

 

 

Da die Ensemble-Öffnung von der Promenade aus derzeit nicht funktioniert, zeige ich sie Ihnen noch einmal von der Professor-Vogel-Straße aus. Punkt 1: Das Badehaus.

 

 

Punkt 2: Das Grand Hotel kommt ins Blickfeld, die Arkaden am Kurhaus auch.

 

 

Punkt 3: Das Kurhaus wird sichtbar und die Burgtürme deuten sich an.

 

 

Hier noch ein Schnappschuss mit Zoom vom Kurhaus.

 

 

Und schließlich kommt das ganze Kurhaus und die Fassade des Grand Hotels.

 

 

Und schließlich steht man dann vor der prächtigen Festhalle.

Auf der Terrasse sitzen Leute. Nicht viele aber für Montagnachmittag geht das klar.

 

 

Auf zur Professor-Vogel-Straße. Neben dem Severin-Palais sonnen sich Gäste auf der Liegewiese. Die Anlage hat ihr gärtnerisches Konzept nun auch voll entfaltet.

 

 

Mir ist es bisher nicht eingefallen, auch das mal zu tun: Eingangstüren fotografieren.

Der Greif hat einen kleinen Vorbau und zeigt als einziges Haus seine Tür nach Osten.

 

 

Die Möwe hingegen zeigt im gleichen Stil nach Süden. Nur wurde hier mehr randaliert.

Während ich da so hinein gehe, kommt mir Uringeruch entgegen. Lieber aufpassen.

 

 

Als ich aus dem stinkenden Vorgarten komme, wartet Diana auf dem Holzbalken sitzend vor den Kolonnaden auf mich. Ich setze mich dazu und prompt entsteht dieses herrliche Foto: Die Möwe über der Möwe. Diana fällt auf, dass nur hier die Möwen drüber kreisen und über die anderen Villen nicht so sehr.

 

 

Der weiße Vogel ist ja aber zum Glück ein gutes Omen. Er wird aber auch nicht verhindern können, dass sein ungefiederter Steinkumpan dem Erdboden gleich gemacht wird. An Stelle der Möwe soll ein gleichnamiger originalgetreuer Neubau entstehen. Wieder mit den beiden Türmchen und Fachwerk - wie anno dazumal.

 

 

Hier würde sich jetzt ein Pleitegeier ganz gut machen: Die Kolonnaden sind nicht mehr ganz dicht. Sie haben einen Dachschaden. Wieder ein Tut-mir-Leid-Bild.

 

 

Die Tür des Seesterns muss ich suchen. Hinter diesem freien Stück Hecke finde ich schon einmal den Rundbogen. Ob ich dahinter noch Dornröschen finde?

 

 

Also erst einmal muss ich verdammt aufpassen, um nicht umzuknicken.

Hier liegen Dachpappefetzen, Holzbalken und allerhand Müll und Unrat herum.

 

 

Kein schöner Anblick, wo Seesterne doch so schön anzusehen sind.

Aber zumindest darf dieser Seestern bleiben. Fehlt nur eine politische Entscheidung.

 

 

Ohne die Tiefgarage wird die ECH nämlich nicht bauen. Die zukünftigen Eigentümer der Wohnungen wollen eine Tiefgarage und kommt die nicht, kommen die nicht.

Die Stadtvertreter haben der Beschlussvorlage für die Tiefgarage aber mit 12:12 Stimmen (ein Vertreter war nicht anwesend) nicht die nötige Majorität geben können.

Danach entfachte die öffentliche Diskussion erneut. Die einen triumphierten und die anderen schimpften. Den Villen nützt das nichts. Der Schwan stirbt so oder so.

 

 

Danach versuchten Herbert Baor und Frank Pieplow, die Beschlussvorlage erneut auf die Tagesordnung zu setzen aber 14 Stadtvertreter lehnten dies ab, sodass die BV wieder von der Tagesordnung flog und die ECH zum Warten verdammt wurde. Beide Parteien stehen sich gegenüber aber keiner macht den ersten Schritt. Der da wäre, entweder als SSV die Beschlussvorlage ein drittes (eigentlich viertes) Mal einzubringen oder als ECH die Pläne teuer zu ändern und neu zu beantragen.

 

 

Wir wissen nicht, wie es weiter geht. "Jetzt ist alles offen" formulierte es Hans Schlag. Und was viele als Drohung auffassten, erklärte Horst Gühler treffend:

Ohne Zustimmung der SSV keine Baugenehmigung und ohne Baugenehmigung kein Baubeginn. Der Ball liegt im Feld der Stadtvertreterversammlung.

So viel dazu. Wie erreichen den ehemaligen Weg zum Bahnhof.

 

 

 Wie man deutlich sieht, gibt es einen Trampelpfad zwischen dem ehemaligen Weg und dem Holzzaun, hinter dem ich gerade stehe. Dieser Pfad war vorher nicht da. Wozu auch? Es waren ja nur 10 Meter bis zum Ende des Weges und es war bequemer, die 10 Meter zu laufen, als einen Zaun überwinden zu müssen.

Hier ist der Weg nun zu Ende. Ein hoher Zaun und eine Hecke sorgen dafür.

 

 

So sieht es hinter dem Zaun aus.

Die Ostsee-Zeitung berichtete im Mai scheinbar überrascht davon, dass der alte Weg umgepflügt wurde und die Wegeführung des im Bau befindlichen Kurparks die Vermutung zulässt, dass dieser Weg verschwindet. Das veranlasste mich bereits im Mai dazu, diese "Überraschung" auf der Diskussionsseite zu kommentieren.

Als Regionalmedium Nummer eins hätte die Ostsee-Zeitung längst wissen müssen, was ich schon beim letzten Rundgang im April wusste. Da ich ohnehin die öffentliche Diskussion von 1996 an aufgearbeitet und mich dazu der Ostsee-Zeitung bedient hatte, kam auch mir schon der Gedanke, dass das Medium nicht immer so neutral ist, wie es zu sein vorgibt.

 

Laut Aussage der ECH in der Ostsee-Zeitung vom 23.06.2009 hat die Zeitung im Lokalteil indirekt durch den Abdruck eines Leserbriefes zu zivilem Ungehorsam aufgerufen. Laut ECH wurde dem Folge geleistet, was erst diesen Zaun zur Folge hatte. Er wurde demnach errichtet, weil der andere Zaun am Wegrondell einfach umgangen wurde. Auch wenn sich die Redaktion im Nachhinein entschuldigen sollte, wirkt doch das Gefühl nach, dass es sich um absichtliche "Patzer" handeln könnte.

Wenn die Wirkung erst einmal entfaltet ist, dann ist jede Entschuldigung nur billig.

In dem Fall sogar sehr billig, denn offenbar hatte die ECH mit enormen Sachschaden zu kämpfen.

 

Am Ende schaden solche Aktionen immer der Stadt und seinen Bürgern denn erstens sind Fördermittel aus Steuergeldern geflossen und zweitens stehen Arbeitsplätze zur Disposition oder gar auf der Kippe und drittens schädigen solche Aktionen das Image der Stadt und seiner Bürger.

 

Der Fotograf Söllner hat von der anderen Seite des Zaunes zwei Touristen fotografiert, die wie eingesperrt an die Gitterstäbe fassen. Da er sich dazu hinter dem Zaun befunden haben muss, kündigt die ECH rechtliche Konsequenzen wegen Landesfriedensbruchs an.

 

Also bitte: Gehen Sie vor dem Zaun entlang - tuscheln Sie sich wie der alte Herr neben mir den Ärger über die "einfach so aufgestellte Sperre gegen Touristen" von der Seele aber halten Sie sich an Gesetz und Ordnung!

 

 

Hier die Stellungnahme der ECH, von Pressesprecherin Kirsten Brasche-Sallinger:

 

„In der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung haben Sie einmal mehr einen einseitigen Bericht zum Thema Kurwald mit einem propagandistisch aufgemachten Foto abgedruckt, das wir so nicht stehen lassen möchten.

 

In Ihrer Zeitung haben Sie vor nur wenigen Wochen, nach Fertigstellung des Kurwaldes, durch den Abdruck eines Leserbriefes indirekt zum zivilen Ungehorsam durch Nichtbeachtung der neuen Wegeführung im Kurwald aufgerufen. Diesem wurde stark Folge geleistet. Täglich wurden Pflanzen zertreten und ausgerissen und sogar eine neu aufgestellte Bank aus dem Fundament gerissen, so dass ein beachtlicher Sachschaden entstanden ist. Darüber haben Sie indes leider nicht berichtet.

 

Die einzige Möglichkeit, diese Schäden in der Zukunft zu vermeiden, war die Errichtung des Zaunes, über den Sie berichten und dessen Aufstellung mit der Stadt sehr wohl abgestimmt ist. Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass es sich hier nicht um eine willkürliche neue Wegeführung unsererseits handelt, sondern Wege so geschaffen wurden, wie sie durch die SVV von Bad Doberan festgelegt wurden. Überdies gibt es die Verordnung über den „Kur- und Erholungswald Heiligendamm“
des Landes MV, die in § 4 u. a. gesetzlich regelt, dass es verboten ist, die gekennzeichneten Wege zu verlassen.

 

Ihr Fotograf, Herr Söllner, hat für diese Aufnahme Landfriedensbruch begangen, wozu wir uns rechtliche Schritte vorbehalten. Um eine solche Perspektive zu erzielen, muss man sich schon sehr anstrengen, denn der Zaun ist nur wenige Meter breit und keine zwei Meter hoch. Ein Tourist, der durch die Prof-Vogel-Straße radelt, bemerkt den Zaun kaum, da muss ihm schon genaue Anweisung gegeben werden, wo er sich hinstellen soll. Dass jemand daran rüttelt oder wie im Gefängnis durchschaut, ist auf schlimme Art von Ihrer Seite konstruiert. Nach wie vor ist mir unverständlich, warum Sie mit allen Mitteln diese Anti-ECH-Stimmung im Doberaner Teil Ihrer Zeitung aufbauen. Warum berichten Sie nicht aus beiden Sichtweisen und kontaktieren uns/mich vor einer solchen Geschichte, damit auch unsere Sicht der Dinge in einem Beitrag zur Sprache kommt?“

 

 

Am Ende wird der ECH vielleicht nichts anderes übrig bleiben, als dieses Leitsystem durch einen zwei Meter hohen Zaun bis an die Kolonnaden heran zu ersetzen.

 

 

Aber eher noch wird uns auch diese Perspektive verloren gehen, da die Straftaten auf dem uneingezäunten Gelände Argumente für noch mehr Zäune liefern. Danke auch!

 

 

Beim letzten Rundgang habe ich mich gewundert, dass ich keine Internetseite vom Residenz-Hotel gefunden habe. Daran hat sich nichts geändert: Keine Internetseite und die Telefonnummer ist dauerbesetzt. Aber der Parkplatz ist voller Autos und aus der Tür kommt eine Frau. Nur der Wintergarten ist menschenleer. 

 

 

Ich muss mal sehen, wo ich da noch Informationen her bekommen kann.

Dieses schöne Heideland ist beinahe schon wieder zu schade, einer Schwimmhalle zu weichen. Die Professor-Vogel-Straße, auf der wir gerade stehen, soll in Zukunft am Waldrand entlang führen und neben dem Residenz-Hotel an die alte Route anknüpfen.

 

 

Wir gehen noch einmal am Bistro vorbei zur Promenade.

 

 

Für dieses Bild. Die Flagge wird bei Kriterienerfüllung jedes Jahr neu vergeben.

 

 

Auf dem Rückweg noch einmal zwei Bilder, die möglicherweise so in Zukunft nicht mehr zu machen sind. Einmal das Akzent Residenz Hotel von Südosten aus.

 

 

Und das Haus "Bischofsstab" aus gleicher Perspektive. Zumindest dieses Haus wird vom Thalasso-Tempel verdeckt werden, wenn dieser endlich genehmigt wird.

 

 

Hier wird die Professor-Dr.-Vogel-Straße in Zukunft beginnen. Und das ist eigentlich gar nicht so neu: Diese Wegeführung gab es ganz früher schon einmal.

 

 

Der Seeadler ist das erste, was der Gast sieht, wenn er zur Promenade will.

Egal, von wo er kommt. Nur Hotelgästen bleibt dies fürs erste erspart,

 

 

Das war vielleicht etwas ungeschickt, denn nun tuscheln sie alle. Wie zum Beispiel die betagte aber rüstige Anführerin einer Touristengruppe, die da ungefähr sagt: "Schaut euch das bloß an, wie das hier aussieht. Alles verfallen und keiner kümmert sich drum." Ich verspüre Ärger und würde am Liebsten umdrehen und ihr die Wahrheit sagen. Doch dann fällt mir ein, dass ich auch noch nicht die ganze Wahrheit kenne.

Also gehe ich weiter und ärgere mich über was anderes: Zivilen Ungehorsam.

Wenn die Leute es nicht anders begreifen, wird mit jedem Trampelpfad ein neues Argument für wieder und wieder einen Zaun geliefert.

 

 

Ich hätte Lust, mich mal da einen Tag hinzustellen und zu schauen, wem wir so etwas zu verdanken haben: Touristen oder Einheimischen - Fußgängern oder Radlern? Letztere sah ich einfach daran vorbei radeln und dann auch noch unverschämt Fußgänger aus dem Weg klingeln. Auch die kombinierten Fuß- Radwege beanspruchen sie für sich. Möglichst nebeneinander. Ich könnte schon wieder. Doch diese nett anzusehende und akkurat aufgestellte weiße Bank, die mich an den Klostergarten, den Markt, die Innenstadt und den Kamp erinnert, holt mich wieder herunter. Und der Rasen kommt auch schon.

 

 

Noch schöner finde ich das Sitzrondell mit Blick auf die Waldkapelle.

 

 

Da müssen wir ja lang. Wir nehmen den Weg aber über die Wiese wäre auch erlaubt.

 

 

Der Platz ist ruhig und meditativ. Aber irgend etwas fehlt hier noch. Sozusagen der Kick - das Sahnehäubchen. Meine Idee wäre ein Teich mit Wasserspiel.

 

Aber das müsste die Stadt dann pflegen und mit Rücksicht darauf hat die ECH auf einen Teich verzichtet. Der sollte nämlich hier entstehen.

 

Nur wird er das trotzdem, wenn die Senke nicht zugeschüttet wird. Am Rande der Senke befindet sich dieser neue Gedenkstein, der an die Weihe der katholischen Kirche anno 1889 erinnert. Gemeint ist damit natürlich die Waldkapelle. Der evangelische Pendant am Kleinen Wohld an den Molli-Schienen entstand erst später.

 

Wolf Karge weiß zu berichten, dass bei der Gründung der Waldkapelle kräftig gefeiert wurde. Nach dem Festakt gab es einen großen Festschmaus, der wohl ein Fressgelage gewesen sein muss: Am Abend sollte es im Kurhaus noch einen Ball geben aber die Herrschaften waren vom Essen so müde und von den Spirituosen so untüchtig, dass sie nicht mehr zum Tanzen in der Lage waren und der Ball ausfiel.

 

 

Die hier. aus dieser Perspektive einfach wunderbar anzusehen. Wie der ganze Park.

Was die ECH machen durfte, das ist gut geworden. Hier wird nicht gekleckert, hier wird geklotzt. Denn das gehört zu Heiligendamm. Hier wurde nie gekleckert und immer schon geklotzt. Hier hingen Herzen dran und doch arbeitete man mit Verstand. Hier hatte man stets die Freiheit, alles tun zu dürfen, was dem Seebad und Kurort nützt und das Ensemble erhält.

 

Die Grenzen dazu hat man sich stets selbst gesetzt: Als Herzog, als Baron, als Diktator und als Politfunktionär. Heute werden die Grenzen von anderen gesetzt. Heute ist Stillstand. Stellen wir fest und gehen zum Auto. Bis zum nächsten Mal! 

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

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Lesetipp

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