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Es ist Mittagszeit. Die Sonne wärmt schon
ganz gut, ich habe wohl eine Bronchitis und huste stark und da verbinde
ich die "Pflicht" mit dem Angenehmen und fahre mit Frau und Fotoapparat
nach Heiligendamm. Wir waren im Februar schon einmal für ganz gezielte
Bilder da aber es reichte nicht für einen Foto-Rundgang aber wir wurden
von Bauschildern neugierig gemacht. Nun wollten wir sehen, wie weit die
Bauarbeiten sind und ob sich südlich der Mollischienen auch etwas getan
hat.
Wir beginnen daher in der Gartenstraße,
welche eine interessante Beruhigung erfahren hat, wie wir hier sehen. Es
geht auch freundlich mit Blumen. |
In der Gartenstraße soll ein
Tante-Emma-Laden eröffnet haben. Den wollten wir nun finden aber wir
fanden nur Ferienwohnungen, einen Gravurbetrieb und ein zum Verkauf
stehendes Haus mit Grundstück. Nebenbei bemerkten wir, dass es in der
Gartenstraße ja gar nicht nur die in der DDR gebauten Häuser gibt,
sondern auch nach der Wende entstandene Einfamilienhäuser und sogar
Villengrundstücke.
Da wir von hinten in Heiligendamm hinein
gefahren sind wissen wir, dass sich dort nichts verändert hat und gehen
daher nach rechts Richtung Norden. Hier hat sich etwas verändert: Vor
der Seehospiz an der Straße wurden Sitzmöglichkeiten gebaut.
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Heute haben wir mal beide Mollis auf dem
Bild. Der beste Beweis: DIE (oder DEN) Molli gibt es nicht. Es handelt
sich um einen ganzen Fuhrpark an identischen Dampfloks. Die nächste
macht auch schon in Sachsen Probefahrt und kommt bald. |
Wir gehen weiter nach Norden. Auf der Fläche
der ehemaligen Palette hat sich nichts verändert. Hier entsteht
irgendwann einmal das "Demmler-Palais", ein klassizistischer
Apartment-Park, der zum Hotel gehören soll. |
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ECH-Geschäftsführer Hans Schlag schrieb mir
2007, dass alles nördlich der Bahnschienen oberste Priorität hat und der
Rest nach Bedarf (also nach Marktlage) entwickelt wird. Damit hält die
ECH sich etwas Platz offen, um neue Bedürfnisse durch Neubauten
befriedigen zu können. Er wies darauf hin, dass das auch in die Zeit
unserer Nachkommen fallen kann, bei der Größe des Projekts.
Hier sehen wir das Haus "Magdeburg", also
Villa "Krone". |
Das Kronen-Cottage wurde vor einigen Wochen
an ein Familienmitglied der Gründer und Eigentümer des
Hamburger-OTTO-Versand verkauft. Die Ostsee-Zeitung war zunächst um ein
Haus verrutscht und meinte, "Brahn", wäre verkauft worden, korrigierte
sich aber. Nun gut - besser als Verfall. Hoffen wir, dass die Krone dann
auch sehr bald in neuem Glanz erstrahlt, wie hier das Kurhaus. |
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Der Zaun, der uns von der Straße trennt,
wurde im Einvernehmen mit der Stadt errichtet und von der ECH bezahlt.
Vielleicht sollten wir uns das Design merken: Bleibende Zäune bestehen
aus hochwertigem Material und sind kunstvoll verziert.
Das gibt Hoffnung: Solche Zäune finden sich
zur Seeseite hin nämlich nicht. |
Wer sich schon immer gewundert hat: Das hier
ist ein ehemaliger Eisbunker der Gaststätte "Palette" (da wurde m. W.
das Eis für die Getränke und Speiseeis etc. gelagert) und stellt jetzt
ein Fledermausquartier da. Also bitte keine Briefe in den Schlitz
schieben und auch sonst Finger weg von dieser Behausung!
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Es gibt noch weitere Fledermausquartiere in
Heiligendamm. Der NaBu hatte nach dem Abriss der "Perle" geklagt, weil
da Fledermäuse drin wohnten. Hier nun wohnen dann wieder Menschen. Nur
das "Kempinski" ist aus dem Schriftzug verschwunden. |
Wir befinden uns auf einem kombinierten Fuß-
und Radweg. Und ihr? Das größte Problem für die Fußgänger sind in
Heiligendamm die Radfahrer. Aber anders herum ist es genauso. Die
E9-Radweg-Diskussion ist gerade erst neu entbrannt.
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Auch auf dem Weg zum Bahnhof, den wir hier
kreuzen, wurden hochwertige Bänke aufgestellt. Langsam aber sicher
mausert sich Heiligendamm. Aber immer nur da, wo man sich sicher ist,
dass dieser Fleck auch so und öffentlich bleibt.
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Die Stadt zahlt ja nicht für Dinge, die
später sowieso auf dem Hotelgelände stehen.
Hier hat sie zusammen
mit der ECH eine Stange Geld ausgegeben: Der Kleine Wohld wird zum
Kurpark. Das Schild hatten wir im Februar schon hier gesehen.
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Mal sehen, ob sich das Geld gelohnt hat. Das
ist der Weg, der bisher vom Bahnhof zur Professor-Vogel-Straße führte
und neben den Kolonnaden in sie mündete. |
Der Weg wurde auf das Bürgersteig-Niveau
angehoben. Unsere Befürchtung, dass der Kleine Wohld vertikutiert worden
sein könnte, bestätigt sich zum Glück nicht. |
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Hier endet der Weg später einmal. Wenn Sie
noch einmal nach oben gehen und auf den Plan schauen, entfällt die
direkte Verbindung zur Perlenkette und wird durch Wasserläufe und
vermutlich auch Zäune unüberwindbar gemacht. Das war eine wichtige
Bedingung der ECH. Auch die Professor-Vogel-Straße dient nicht mehr als
Direktverbindung nach Norden. Erst einmal für 5 Jahre - also bis 2010.
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Wir gehen neue Wege. Das ist auch das Motto
des Jahres in unseren Rundgängen.
Das kann man sehen, wie man will. Wir
möchten natürlich wissen, wie der neue Kurpark aussieht und wenden uns
nach rechts. Es geht ja auch nur nach rechts. Hier geht es dann aber
nach rechts und links. Wir entscheiden uns für rechts und sind gespannt,
wohin uns die neuen Wege führen. |
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Zunächst einmal geht es hier schier endlos
geradeaus. Aber so endlos kann es nicht sein, denn irgendwann kommt ja
die Seedeichstraße. Der Weg ist schon mit einem Streifen Rollrasen
eingefasst und bietet eine Vorstellung, wie es mal aussehen wird.
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Hoffen wir, dass die Stadt die Grünflächen
dann auch pflegt. In den letzten Jahren war das hier nur eine
Modderwüste mit Wildwuchs und tiefen Spurrinnen.
Hier wird gerade der Bachlauf aufgestaut, um
dann unter uns hindurch zu fließen. |
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Auf der anderen Seite fließt er weiter und
geht dann nach rechts Richtung Golfteich. |
Aha, der Weg geht nicht nur geradeaus. Hier
gabelt er sich noch einmal. |
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An der Gabelung angekommen entfährt mir ein
"Oh!". Das ist wirklich gut gelungen.
Die Kapelle war ja mitten im Wald verwachsen
und kaum noch zu finden. |
Neben der Kapelle entsteht ein Park mit
Sitz-Rondell, Blumen und viel grün.
Das hier ist jetzt schon ein meditativer und
sehr angenehmer Ort, wie der Rest auch. |
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Das habe ich noch nie getan. Warum, weiß ich
auch nicht. Die Kapelle wurde für 60 Jahre von der ECH gepachtet
und hier sollen Konzerte und Trauungen stattfinden.
Zuvor braucht sie
aber Geld für eine Sanierung und hofft auf Spenden.
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Hinter der Kapelle fließt dann wieder ein
Bach, sodass die Waldkapelle quasi auf einer Insel steht. So wie es
aussieht, soll neben der Kapelle - also hinter uns - ein kleiner Teich
entstehen. Die Senke sieht jedenfalls sehr künstlich aus. |
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Hier reichte das Geld nicht mehr. Nein,
ehrlich gesagt: Keine Ahnung. Vielleicht ist das auch der Untergrund für
den Splitt oder es geht dort wegen des Bodens nicht anders. Nur dieser
kleine Abschnitt wurde mit Hackschnitzeln gemacht.
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Am Ende dieses dafür recht angenehm zu
gehenden Weges gelangen wir wieder an einen bekannten Weg. Hier können
wir nach links gehen und kommen wieder auf den Weg, den wir verließen,
als wir zur Kapelle gingen oder wir gehen nach rechts. |
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Wir gehen zunächst nach rechts und stehen in
der Seedeichstraße, sehen dann aber eine Abbiegung nach links und folgen
dieser. Dabei passieren wir diesen ehemaligen Weg zum Hof des
Residenz-Hotel. Der bleibt aber nicht und wie alle Wege die nicht
bleiben, wurde er umgepflügt oder zumindest aufgelockert.
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Der Weg war aber in den letzten Jahren kaum
noch in Benutzung, da er am Ende verwildert war und wohl auch an einem
nachträglich gesetzten Zaun endet. Oder er scheitert am Bachlauf, den
wir vorhin gesehen haben. Wir folgen dem Weg erst einmal in Richtung
Westen - also zurück zum Weg, der zum Bahnhof führt.
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Hier folgt dann ein weiterer Wasserlauf. Zum
einen bedingt die Vegetation hier einen immer feuchten Boden und zum
anderen verhindert das Abkürzungs-Trampelpfade.
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Da sind wir wieder und haben bis auf drei
alle Wege durchschritten.
Die hätten uns zur Kühlungsborner Straße
zurück und zur Seedeichstraße gebracht. |
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In Kürze werden wir entweder dort zur
Kühlungsborner Straße gehen oder dahin umkehren müssen, wo wir diesen
Weganschnitt betreten haben. |
Denn hier wird man vielleicht die Ostsee so
schön wie heute sehen können aber man kommt über diesen Weg nicht hin.
Der Weg verlängert sich um ganze 1,02 km. |
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Aber das ist wohl das kleinere Übel, solange
man überhaupt noch hinter die Perlen gelangt. Denn auch das wird
langfristig nur noch mit Chipkarte möglich sein. Zuvor aber wird dieses
Haus - der stolze Schwan - weichen. Er macht schon mal den Anfang und
wirft mit Steinen um sich. |
Riskant, denn die ECH hindert nicht am
Zugang der Terrasse und weist auch nicht auf Einsturzgefahr hin. Damit
würde sie freilich DAS Fotomotiv schaffen und ganz Heiligendamm würde
nur noch auf dieses tiefgründige Schild reduziert werden.
Hier folgen nun die leer stehenden
Kolonnaden neben der unsanierten Straße. |
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Noch geht es hier lang. Noch können wir die
Öffnung des Ensembles mit eigenen Augen erleben. Hier ist der letzte
Punkt vor der Öffnung.
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Voilá! Es macht immer wieder Spaß, das
Ensemble vor sich öffnen zu sehen.
Haus "Mecklenburg" ist heute malerisch, wie
lange nicht mehr. Traumhaft! |
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Hier sähe man nun eigentlich von hinten
durch die Balkonpfeiler der "Perle" oder genauer gesagt des Anbaus
"Großfürstin Marie", so sie denn da wäre. Was auch immer hier entsteht
und so original es aussehen möge - die Perle ist für immer weg. |
Davon sollte es hingegen mal zwei geben:
Diese Seebrücke hier mit Soda-Funktion (Sie ist "nur so da") und eine
weitere östlich von Heiligendamm. Kann sich aber kein Mensch leisten und
damit war sie dann vom Tisch. Wie wäre es mit Verlängern? |
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Die Ligusterhecke ist inzwischen auch
angewachsen und schirmt die Hotelgäste in ihrem hauseigenen Hotelpark
ab. Der Traum vom Küstenwanderweg durch das Ensemble hat sich damit für
immer ausgeträumt. Dafür wird man jetzt aber nicht angefahren oder aus
dem Weg geklingelt. Radfahrer sollten lieber absteigen und schieben. Sie
machen es nur noch schlimmer und geben noch mehr Sperr-Gründe. |
Die Burg "Hohenzollern" ist ja nur noch von
der Seebrücke aus zu sehen und hierfür musste ich ordentlich zoomen. Der
"Hotelpark" hinter der Mauer ist eigentlich nur ein Rasen mit ein paar
Sandwegen und etwas Pflasterung, Hecken und Strandkörben. Und wildem
Verkehr. Dafür musste man die Promenade einziehen? Was mich bei den
Bildern immer wieder ärgert, sind diese Vogelnest-UFOs mitten im Bild.
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Bemerkenswert finde
ich ja immer wieder, dass die Mehrzahl der Strandkörbe zum Park hin
ausgerichtet wird. Die Gäste wollen die Ostsee gar nicht sehen.
Warum also hat man
dann die Promenade nicht einfach da gelassen?
Die Touristenströme
würden sich hinter dem Rücken der Gäste ergießen und wenn sie nicht
durch die Sperrung des Kurwaldes (Großer Wohld) gestaut werden würden,
dann würden sie sich auch wieder verteilen. Die Wiese vor der Burg ist
jedenfalls groß genug, um weit ab der Touristenströme in Ruhe und auch
in der Sonne mit dem Rücken zum Meer zu sitzen.
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Während ich so
darüber sinniere und mich ärgere, entfällt mir zunächst das Bild im
Hintergrund. Seit wann sieht man denn das Marien-Cottage? Und Haus
Krone auch!
Mir fehlen noch die
Vorderseiten für die Gebäudedatenbank, weil die beiden bisher wie
Dornröschenschlösser verrankt und verwuchert waren. Hier hat man endlich
einmal die Häuser vom Unrat befreit. Wohl auch vor dem Hintergrund, dass
die Villa "Krone" an das besagte Familienmitglied aus dem Hause OTTO
verkauft wurde und der natürlich auch gern mal aus dem Fenster auf die
Ostsee hinaus schauen möchte. |
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Es sei denn, er steht
da auch nicht drauf. Trotz Wind und Kälte gehen wir weiter auf die
Seebrücke. Schauen Sie mal, wie weit es jetzt in den Kurwald ist: Sie
verlassen die Promenade gleich neben der Seebrücke. Bisher verließen Sie
sie gar nicht, sondern wanderten direkt in den Großen Wohld und später
dann wichen Sie am weißen Rettungsturm in der Bildmitte auf den
Strand aus. Das waren dann 130 Meter durch den Seesand, die Sie vorher
auf der Promenade entlang laufen konnten.
Schade ist
eigentlich, dass das Ensemble auf Bildern hinter der Mauer verschwindet.
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Dann ging und geht es
hier rüber. Von der Seebrücke bis hier sind es etwa 330 Meter.
Wenn Sie die Brücke
passiert haben, waren es noch ca. 630 m bis zum Kinderstrand.
Dort geht es erst
wieder hoch in den Wald. Der Steg ist der Ausgleich für die Sperrung des
Kurwaldes. Die ECH hat damit ihre Schuldigkeit getan. Alles andere haben
die Stadtvertreter verbockt. Nun, die Brücke ist eng und entgegen
kommende Radfahrer haben ein Problem, sie ist bei mäßigem Wellengang gar
nicht zu betreten und behindertengerecht ist sie auch nicht. Aber hier
kommt eh kein Rollstuhl hin. |
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So, ab dem Ende der
Brücke sind es dann noch 630 Meter bis zum Kinderstrand.
Der befindet sich
nämlich am rechten Bildrand in der Krümmung der Küstenlinie.
Dort geht dann eine
Treppe hoch und von dort kommen Sie nach Wittenbeck.
Früher verlief der
Küstenradwanderweg E9 oben auf der Kante entlang und war durchgehend
befahrbar. Nun ist Schieben durch den Sand und Tragen samt
Treppensteigen angesagt. Da tun einem die Radfahrer schon Leid.
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Aber so rüpelhaft,
wie sich einige Radfahrer hier benehmen und bei den Massen an
Fahrrädern, die Heiligendamm täglich passieren, ist zumindest eine
Verlagerung des Radweges nicht so schlecht. Wenngleich das hier wieder
in einem Extrem endete.
Ich hätte die
Radfahrer hinter dem Ensemble lang zum Kinderstrand geführt.
Wer das Ensemble
sehen will, muss eben schieben. Den Radweg an Heiligendamm vorbei zu
führen, ist nicht gerade eine Einladung an den Radwandertourismus.
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Ich möchte von der
Treppe des Hoteleingangs aus ein paar Bilder von den nun ja gut zu
sehenden Cottages "Marie" und "Krone" machen und gehe durch den Sand.
Zwei uralte
musikalische Ohrwürmer begleiten mich:
"Brennend heißer
Wüstensand..." und "Immer an der Wand lang...".
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Da ist auch schon die
Treppe. Offen? Ich schaue mich um und sehe nur entspannte oder
beschäftigte Leute. Gehe ich da jetzt rein? Das Tor schließt eigentlich
automatisch und wenn es das tut, wenn ich drin bin - komme ich dann
wieder raus?
Raus kommt man immer.
Ich wage es und bin ganz leise und stehe nicht im Weg.
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Ein Bild von der Villa "Krone" oder auch
"Haus Magdeburg".
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Und hier Villa "Marie" oder "Haus Dresden".
Sieht bemitleidenswert aus.
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Aus der (Postkarten-)Perspektive
habe ich die Burg noch gar nicht.
Inzwischen hat man
Kurwald und Hotelgelände vereint und die Zäune entfernt.
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Noch das Haus
"Mecklenburg" samt UFO und den Strandkörben. Ein Argument gibt es:
Vormittags kommt die Sonne von Süden. Aber die Körbe stehen fast immer
so.
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Wieder an der Wand
lang - Frau wartet am Ende des Ganges.
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Dann ein Blick auf
die glanzlose Kette mit der verlorenen Perle.
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Träumen darf man ja.
Da Jagdfeld die Alexandrine schon hat, würden wir den Schwan nehmen. Hat
alles, was man braucht: Erker, Wintergarten, Balkon, Terrasse... und
wird abgerissen. Leider. Die ECH will übrigens die Häuser zwar optisch
wieder so herstellen, wie sie ursprünglich waren aber die Maße fallen
größer aus, weil pro Haus 6 Wohnungen realisiert werden sollen. Macht
bei 7 Perlen 42 Wohnungen
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Das
rechtfertigt schon den Bedarf an einer Tiefgarage. Nur kann die ja auch
hinter die Perlenkette unter die Straße oder unter das Thalasso-Zentrum
und außerdem lebt das Hotel ja nicht von den Wohnungen allein und sollte
daher lieber etwas dafür tun, dass die eigenen Hotelgäste länger
bleiben. Dazu muss der Ort attraktiver werden.
Hier das
Residenz-Hotel an der Doppelspitze der Perlenkette.
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Ich wollte mal
schauen, ob das Residenz-Hotel gut läuft und fand es dann unter "Akzent
Residenz-Hotel Heiligendamm". Allerdings fand ich keine eigene
Internetseite und wollte darum mal anrufen. Ich bekam immer nur ein
schnelles Besetztzeichen.
Es standen aber Autos
auf dem Parkplatz und auch die Schilder waren alle noch vorhanden.
Meines Wissens handelt es sich um einen Familienbetrieb und es ist
denkbar, dass der neue Name bedeutet, dass es einen neuen Eigentümer
gibt.
Und vielleicht eine
neue Telefonnummer und Internetseite. Ich bleibe dran.
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Die Tage zuvor hatte
ich einen regen Gedankenaustausch mit einem Herrn aus Berlin, der die
Qualität und das Aussehen des Bistros, sowie fehlende
behindertengerechte Strandzugänge bemängelte. Auch die Hygiene des
öffentlichen Toilette und deren veralteter Standard sprach er an. Ich
habe ihm versprochen, beim nächsten Rundgang mal ein Auge drauf zu
werfen. Dieses Gebäude hier war einmal Bistro, Wasserwacht und
Öffentliche Toilette in einem. Bis auf die Öffentliche Toilette ist
alles noch da und eben auch alles noch auf dem alten Stand, bis auf die
Bistro-Ausstattung.
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Bevor wir uns jedoch
dem Bistro zuwenden, prüfen wir die Sache mit der
Behindertenfreundlichkeit. An der Seebrücke haben wir auf der Tafel
gesehen, dass Strandaufgang Nr. 2 ein Rollstuhl-Symbol hat. Das hier ist
Nummer 1. Ohne Tafel.
Von der Promenade zum
Wasser ist er inzwischen - das war voriges Jahr noch nicht so glatt oder
es war versandet - rollstuhltauglich. Allerdings nur bis hinter die
Düne. Mehr bieten die meisten anderen Strände aber auch nicht. Ich kenne
Holzstege bis kurz vor das Wasser nur von Warnemünde und die sind nicht
explizit für Rollstuhlfahrer und auch ziemlich eng und teilweise nur
über eine Treppe zugänglich. Gesehen hat Heiligendamm so einen Steg auch
schon: Zum G8-Gipfel.
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Auf der Landseite
sieht das Ganze allerdings anders aus.
Hier ist aus der
einst geraden und glatten Sandrampe schon nach wenigen Monaten eine
Schotterpiste geworden, die von den Besuchern auch noch nach links
niedergetreten wird. Mit dem Rollstuhl ist das eine Zumutung aber das
ist ja auch nicht der Rollstuhlfahrerzugang. Was es auch nicht besser
macht:
Da hier die Toiletten
sind, sollte hier der Rollstuhlzugang sein, denn der andere Weg ist
länger und dazu noch schlechter. Hier befindet sich auch der
Schotterparkplatz mit Behindertenparkplätzen aber mit dem Rollstuhl vom
Auto zur Promenade selbst zu fahren, ist fast unmöglich.
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Das Sanitärgebäude
selbst stand ja auch in der Kritik. Das ist ein Standard-Haus, wie es
nach 1990 in den meisten Ostseebädern gebaut wurde, Abwechselnd weiß
verputzt oder rot geklinkert findet es sich auch in den Ostseebädern
Kühlungsborn, Wustrow, und Graal Müritz. Und auch in anderen Orten, wo
ich halt noch nicht die Toiletten benutzt habe. Knackpunkt ist wohl eher
die Reinigung. Einige sind sauber und andere nicht. Das hier kostet dem
Nutzer keinen Cent und der Stadt viele tausend Euro an Strom, Wasser,
Hygieneartikeln, Reinigungsmitteln und Personal.
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Ich habe beobachtet,
dass kostenpflichtige Toilettenhäuschen meistens sauberer sind. Aber das
sollte ich nicht zu laut sagen, sonst erkennt die Stadt hier noch
versteckte Potenziale. Allerdings steht das Toilettenhäuschen ohnehin
dem Thalasso-Zentrum im Weg und daher wird man weder in den Imbiss, noch
in den Strandaufgang und erst recht nicht in das Toilettenhäuschen
investieren. Es kommt eh alles weg und muss woanders neu gebaut werden.
Kurzsichtig aber nachvollziehbar.
So, da ist
Strandaufgang Nr. 2.
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Irgend etwas läuft
da. Auch hier fehlt das Schild. Ich behalte das mal im Auge.
Die Flutschutzmauer
lässt sich an den Durchlässen schließen. Mit dem Bau der Tiefgarage
würde Heiligendamm eine feste Mauer vor der Perlenkette bekommen. sodass
die Füße auf der Promenade trotzdem nass werden. Die mobile Mauer, die
300.000 Euro gekostet hat, würde dann nach vielleicht an die Elbe
wandern.
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Man sollte nicht
denken, dass man keine Kurtaxe zahlen muss, wenn man vor dieser Schleuse
bleibt. Die Promenade ist kostenfrei aber der Strand kostet bis kurz vor
der Schleuse Kurtaxe. Man kann auch beim Strandvogt nachlösen - wird 10
Ct. teurer.
Ich habe mich
vorsichtshalber erkundigt: Für uns beide reicht der Personalausweis.
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Mit etwas Zoom
erhalten wir noch einmal eine schöne und vor allem lebendige
Heiligendamm-Impression. Ich achte immer darauf, dass Menschen nicht zu
erkennen oder nur von hinten zu sehen sind. Auffällig ist auch hier
wieder das störende Grau zwischen dem strahlenden Weiß der Weißen Stadt
am Meer.
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An dieser Stelle
würde der Versorgungspavillon entstehen und dahinter das
Ayurveda-Zentrum. Ich habe aber letzteres auf Plänen und Modellen stets
mit einem Platz gesehen, der keinen Hinweis darauf enthält, dass hier
eine Strandversorgung entsteht. Vielleicht meint man auch den Platz
links neben dem Golfteich - also dahinter?
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Noch ist nicht einmal
abzusehen, wann der indische Tempel kommt und Vorrang hat wohl auch die
Thalasso-Schwimmhalle, Die würden wir jetzt in ihrer ganzen Länge vor
uns sehen - womit das Residenz-Hotel dahinter verschwinden würde.
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Dieses Grundstück und
das Café dahinter würde ausgespart und somit öffentlich bleiben. Und
fällt gerade auf, dass wir hier noch nie eingekehrt sind. Wir haben wie
schon beim Kapellenfoto keine Ahnung, warum.
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Da wir aber gerade in
Cocos Milchbar ein Eisbecher gegessen haben, entscheiden wir uns,
zunächst mal auf die Karte zu gucken. Hinter uns die
Perlen-Doppelspitze.
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Hier gibt es nicht
nur Kaffee und Kuchen, sondern auch Eis, Toasts und kleine Gerichte zum
günstigen Preis. Wir beschließen, beim nächsten Mal einzukehren.
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Damit einen schönen
Gruß nach Berlin - Einfach hier einkehren, Kaffee trinken, Wald-See-Luft
genießen, Toilette besuchen und nicht mehr über die Versäumnisse der
Stadt (und vielleicht hier und da der ECH) ärgern. Das Beste für sich
daraus machen.
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Vorbei an Eikboom und
Seeadler passieren wir auch die beiden Einmündungen des Kurparks und
gelangen zur Gartenstraße. Fotoapparat hochkant -
Wieder diese schönen
Blumen am... Das Fenster ist offen? Wohnt da jemand?
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Ich gehe durch einen
sauberen Vorgarten zur Haupteingangstür und tatsächlich:
Hier wohnt jemand.
"Hupen, anrufen, danach etwas warten." Okay, hupen geht nicht,
Telefonnummer haben wir nicht (steht aber im Telefonbuch) und stören
wollen wir auch nicht. Aber bei Gelegenheit würde ich die Frau B. schon
gern mal sprechen. Sie wohnt da, wo meine Oma zuletzt gewohnt hat und
vielleicht weiß sie ja noch etwas...
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Inzwischen weiß ich
auch etwas. Nämlich, dass ich manchmal echt blind durch die Gegend
laufe. Wir parken quasi neben dem Laden. Hier ist der Laden, der doch
nicht "Tante-Emma-Laden,", sondern einfach nur "Der Laden" heißt. Heute
ist ja Sonntag und damit geschlossen aber beim nächsten Mal geht es hier
her.
Für heute war es das
- nur einmal gehustet, ein wenig gefroren aber glücklich. |
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Auf dem Weg zum Auto
gehen mir noch einige Gedanken durch den Kopf. Erinnerungen an die
Eröffnung des Grand Hotels 2003 und den viel zu kurzen Rundgang. Ich
muss das auch mal so sagen: Ich bin jedes Mal dankbar, wenn sich eine
Möglichkeit ergibt, auf das Hotelgelände zu kommen und "meine" geliebten
alten Häuser zu fotografieren. Ich habe Respekt vor dem Ruhebedürfnis
der Gäste, die schließlich viel Geld dafür zahlen und ich achte auch die
Arbeit jener, die den Gästen den größtmöglichen Komfort zu bieten
versuchen. Darum bin ich still, mache meine Bilder, bleibe auf den
Wegen, vermeide es, im Weg zu stehen und fotografiere möglichst keine
Menschen und gaffe sie auch nicht an.
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Ich hoffe, so ein
wenig Verständnis für meine Arbeit an der Dokumentation zu erhalten und
vielleicht auch mal Bilder an Orten in Heiligendamm machen zu können, wo
ich eigentlich viel Geld für bezahlen müsste. Vom Dach des Hauses
"Mecklenburg oder aus Obergeschossen oder sogar in den unsanierten und
sanierten Gebäuden.
Mir geht es um die
Häuser. Es ist mir nicht egal, was mit ihnen geschieht aber statt zu
meckern, würde ich lieber zeigen, wie sie aussehen könnten, wenn sie
saniert werden könnten. Ich wünsche mir nichts mehr, als dass wir alle
zusammen eine Lösung finden, um in Heiligendamm den Erstversuch
"Resort-Hotel" mit diesen besonderen Bedingungen der Öffentlichkeit des
Ortes erfolgreich abzuschließen.
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