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Gut besucht ist
Heiligendamm eigentlich im Sommer immer. Die Frage ist nicht, wie viele
Touristen da sind, sondern wie viele sich in das Wasser trauen. Heute
sind es wenige aber das liegt auch daran, dass es nicht sehr warm ist.
Gerade warm genug.
Aber es ist Sonntag
und normalerweise kann man hier sonntags nicht treten.
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Am übernächsten Tag -
einem Dienstagvormittag . sieht es schon ganz anders aus.
Inzwischen gibt es
auch wieder Strandkörbe in Heiligendamm. Dennoch dominieren
Strandmuscheln und Windschutzwände. Es sind übrigens auch viele
Einheimische unter den Sonnenanbetern. Es sind ja Ferien in
Mecklenburg-Vorpommern.
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Der Dienstagvormittag
wird zum Dienstagmittag und inzwischen gibt es auch keinen Parkplatz
mehr auf dem Parkplatz in der Professor-Vogel-Straße.
Kaum auszudenken,
wenn der Parkplatz mal nicht mehr ist,
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Irgendwann hat die
Stadtverwaltung eingesehen dass es Käse war, den großen Sandparkplatz
wegzunehmen und keinen Ausgleich für die ca. 100 weggefallenen
Parkplätze in der Seedeichstraße zu schaffen und den Sandparkplatz
wiedereröffnet.
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Natürlich kostet auch
diese Sandwüste Parkgebühren. Aber wie überall im Strandbereich darf
hier von 07-19 Uhr für 0,50 Euro pro Stunde bis zu 4 Stunden geparkt
werden. Danach und davor ist es kostenlos. Wir haben erst einmal Hunger.
Das Bistro am Strand hat sich gut gehalten und hat sogar sein Angebot
erweitert, sich eine Kühlbox und neue Terrassenmöbel zugelegt.
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Man kann sagen,
dass es ein Stück nobler geworden ist. Die Preise sind sehr günstig und
hier finden sich auch Hotelgäste unter den Speisenden. Unser nächster
Besuch erfolgte dann einen Tag später und da war der Strand dann wieder
leerer.
Inzwischen hatten
auch die ersten Quallen nach Heiligendamm gefunden. Aber nur ganz
normale harmlose Ohrenquallen. Von Feuerquallen war hier nichts zu
merken.
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Hier sieht man noch
einmal sehr deutlich den Kontrast der verblichenen Perlenkette gegenüber
dem strahlenden Haus "Mecklenburg" und dem Rest des Ensembles.
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Wieder ein anderer
Tag. Wir baden eigentlich nicht so oft aber die Schwiegermutter macht
bei uns einen reinen Badeurlaub und da kommt man dann auch mal mit raus.
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Nach diesem
Strandbesuch - wir haben erst weit hinter Heiligendamm einen Parkplatz
ergattert - gehen wir zum Auto, um noch etwas zu holen. Dabei bemerke
ich einen eingezäunten Bereich mit Strandkörben mitten im Strandgebiet.
Das Schild verrät, dass es sich um den Privatstrand der MEDIAN-Klinik
handelt.
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Diese steht gut
3 Kilometer von hier entfernt. Aber nur 500 Meter von der Küste.
Da das Hotel den
ganzen Strand westlich der Seebrücke für sich beansprucht hat,
musste die
MEDIAN-Klinik kilometerweit nach Osten ausweichen. Auch die MEDIAN
Patienten dürfen nicht durch das Hotelgelände zum Strand laufen.
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Einen Tag später ist
es vorbei mit Baden. Die Ostsee tobt unter den rauen Winden.
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Wir befinden uns hier
unweit der Jemnitz-Schleuse auf der Packwerk-Promenade,
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Der Sandsturm lässt
die Konturen der Menschen verschwinden.
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Immer wieder fliegen
uns Sandwolken ins Gesicht. Was für ein Schauspiel.
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Man kann schon wegen
des Sturmes kaum gehen und nun muss man noch durch Sand waten. Die Mauer
hält den Seesand gerade noch davon ab, über die Dünen auf die Straße zu
wehen. Dort habe ich ihn früher auch schon oft gesehen.
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Wer nur zwei Wochen
Urlaub und die Ostsee gebucht hat, der will auch baden.
Das Wetter ist ihm
dann egal. Kein Einheimischer würde da ins Wasser gehen.
Die Wellen haben hier
eine Wucht, die selbst Steine an Land spülen kann.
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Noch weit vor
Heiligendamm: Hier beginnt schon die kurtaxenpflichtige Zone.
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Ein paar Mutige haben
sich warm angezogen, um das Schauspiel live zu erleben.
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Die Bilder sind
übrigens alle gezoomt. In Wirklichkeit sind wir noch so weit weg.
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Das ist das höchste,
was ich im Sturm wankend von hier aus zoomen kann.
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Ohne Zoom wird der
Himmel gleich blauer. Blick Richtung Börgerende (Osten)
Man sieht hier keine
Fußspur weit und breit. Nicht einmal Sandburgruinen.
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Auch hinter uns
verschwinden die Spuren im Sand sofort.
Und Quallen im Sand
sehen aus, wie Steine. Beinahe...
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Nächster Tag. Der
Wind ist weg und mit ihm auch die Quallen. Wir nutzen den Abend für eine
kleine Schwiegermutter-Sonderführung durch Heiligendamm.
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Auf dem Rasen vor dem
Kurhaus steht ein Hubschrauber und von irgendwo kommt Musik. Die
Seebrücke ist leer und trägt Werbefahnen. Hm - und ein Schild?
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Aha. Das ist
übermorgen. Was heißt "öffentlicher Besucherverkehr"?
Wir sind leider die
beiden Tage nicht da, um das herauszufinden.
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Dann beim nächsten
Mal. Genießen wir noch einen Blick auf die entstellte Perlenkette ohne
Perle. Genießen wir... den Charme des Morbiden.
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Was ist denn an der
Burg los? Von dort scheint die Musik zu kommen.
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Zoom - ja, da ist
etwas los.
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Noch mehr Zoom. Aha.
Piano, Geige, Stehcafé. Die feine Gesellschaft genießt ein kulturelles
Programm. Und ich sage ohne Neid: Das sieht toll aus. Das gehört hier
her. Das ist das, was Heiligendamm wirklich verdient. Kultur pur. Ich
lausche den Klängen der Musik, die leise zu uns herüber wehen.
Irgendwann geht es dann wieder nach Hause und irgendwann hört man einen
Hubschrauber fliegen.
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Das Ende der Woche
endet mit einem zweisamen Spaziergang zwischen Heiligendamm und
Börgerende, östlich der Schleuse. Wie schön es doch hier ist.
Wie schön doch das
Leben ist. Und wie schön es doch ist dort zu leben, wo andere Urlaub
machen. Ich erinnere mich an den Spruch über der Tür des
Alexandrinen-Cottage und ich verstehe ihn heute mehr denn je: Wo das
Meer das Land berührt.
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