Zeit am Meer

Rundgang 07. Juni 2008. Das Baujahr.

 

Heute laden wir Sie ein zu einem Spektakel der besonderen Art. Das gibt es natürlich nur in Heiligendamm:

Der Großherzog badet an. Er reist mit dem Molli aus Bad Doberan an und mischt sich unter sein Gefolge. Mutig und mit viel Drumherum stürzt er sich in die noch kalten Fluten der Ostsee. Diese Inszenierung, die mit dem Anbaden in Heiligendamm beginnt, über die Table d'hôte im Salon in Bad Doberan führt und schließlich im Plaisir auf dem Kamp zu Doberan endet, versetzt uns zurück in das Jahr 1825 und die Zeit des Gründers und Vaters des ersten deutschen Seebades. Gespielt vom Stadtvertreter Frank Pieplow lebt der Großherzog wieder auf und findet seinen Platz in den Herzen "seiner Untertanen" - wie damals. Wenn Sie das verpasst haben - macht nichts - wir waren mitten drin.

 

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07.06.2008 - Das herzogliche Anbaderitual.

 

 

Heute geht es zu einem ganz besonderen Rundgang nach Heiligendamm.

In alter Manier trifft heute der Großherzog Friedrich Franz I mit seinem Gefolge ein, um die Badesaison 2008 zu eröffnen. Natürlich gespielt, denn Durchläuchting ist ja längst tot. Wir parken wegen voller Parkplätze vor dem MEDIAN-Parkplatz. Daher zeigt unser erstes Bild das Forsthaus, das uns schon bekannt ist.

 

 

Eigentlich war die Rede von einem Biergarten, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich und der ECH damit eine Goldgrube ist. Bis jetzt hat man die Scheune abgerissen und Gras drüber wachsen lassen. Unser zweites Bild zeigt den Anbau an der FAK, in dem irgendwie mit Leitern und Handwerkszeug gearbeitet wird.

 

 

Wir hatten im Mai die Information bekommen, das in der Gartenstraße ein Haus abgerissen werden sollte. Da wir dort nichts derartiges fanden, forschten wir nicht weiter, bis wir erfuhren, dass die Villa "Waldfriede" gemeint war. Zu spät.

 

 

Sie ist weg und das ist von ihr übrig. Bauausführende Firma war auch hier WERGES aus Kröpelin. Das Grundstück hier gehört aber nicht der ECH. Es ist mit einem Bauzaun versehen und es gibt einen Verkaufs-Container und ein Werbeschild.

 

 

Nämlich dieses hier. Endlich mal Perspektiven. Die Ferienwohnungen scheint man im besagten Container kaufen zu können, um schon vor dem Bau eine Ferienwohnung in Heiligendamm sichern zu können. Seeblick gibt es hier allerdings nicht.

 

 

Diese Impression finden wir immer wieder toll. Nicht nur wir - auch eine Frau fotografierte gerade aus dieser Perspektive. Hier soll ja auch noch irgendwann gebaut werden. Ein unterirdisches Parkhaus und darauf ein Appartementkomplex.

 

 

Wir kommen gerade richtig, um uns einen guten Platz zu erhaschen. Da ist seine königliche Majestät, der Großherzog Friedrich Franz I von Mecklenburg-Schwerin. Ruppig in seiner Art aber geschwollen im Ausdruck freut er sich über den großen Empfang der Großherzoglichen Familie in seinem Seebad Heiligendamm.

 

 

Die Dame rechts hinter ihm ist Prinzessin Alexandrine mit dem Erbprinzen Paul Friedrich, dem Sohnemann des Großherzogs. Der Herr mit dem Zylinder ist der Hofmechanikus, der für alle technischen Sachen zuständig ist. So wird dann auch eine große technische Sache für morgen auf dem Kampus zu Doberan angekündigt.

 

 

Dann nämlich findet das Plaisir statt - das herzogliche Vergnügen, dass nach der Table de hôte - dem Feestmahl der Badegesellschaft - stattfindet. Dies hier ist der Bauconducteur Severin mit seiner Gemahlin, wenn ich es richtig verstanden habe.

 

 

Und das ist der Hofmedicus Professor Doktor Gottlieb Samuel Vogel mit seiner Frau Gemahlin. Er ist zweifelsohne eine der Hauptcharaktere des Anbaderituals, denn ohne ihn und seine präzisen Anweisungen darf schon mal gar keiner ins kalte Wasser.

 

 

Es geht durch das Waldstück auf die Kühlungsborner Straße. Busse und Autos müssen halten und erstaunte und begeisterte Gesichter sind durch die Scheiben zu erkennen. Die Badegesellschaft winkt ihnen zu und sie winken freudig zurück.

 

 

Wir hätten gedacht, dass es durch den Wald ginge aber es geht in die teileingezogene Professor-Vogel-Straße und dort tatsächlich nach links auf den Vorplatz des Kempinski Grand Hotel Heiligendamm.

 

 

Dort standen wir nach 2003 noch nie, da es unser Ziel ist, die Rundgänge so zu gestalten, wie sie der Tagesgast und Einheimische erlebt. Dazu gehören eben keine Fotos auf dem Hotelgelände. Dieses ist unser erstes Bild auf dem Gelände seit 2004.

 

 

Und dieses das zweite. Gerade wurde der Blick frei für die Kurhausterrasse.

Man muss diese Kontraste von dunklem Holz und weißem Putz selbst erleben.

Es sieht sehr nobel aus und hat seine fünf Michelinsterne allemal verdient.

 

 

Es geht am Findling vorbei in Richtung Seebrücke, wo es laut zu werden scheint.

 

 

Wir genießen noch einmal diese schöne Impression vom Haus "Mecklenburg".

 

 

Und dann verlangsamt sich der Zug. Es ist voll in Heiligendamm und es ist heiß.

Aber zum Glück sind wir recht luftig gekleidet. Schwarze Hose, weißes Hemd und das Basecap mit der Werbung für Zeit-am-Meer.de. Reichte für einen Gruß des Herzogs.

 

 

Wir stehen innerhalb der Absperrungen und alle gucken zu. Was für ein Gefühl.

Beim nächsten Mal denke ich darüber nach, mich auch zeitgemäß zu kleiden.

Alles bei Seite, der Großherzog kommt mit seiner Familie.

 

 

Und da kommt er. Was für ein fantastischer Anblick. Schade, dass in Heiligendamm nur noch Wohlhabende aber kaum Adelige einkehren. So wie es hier ist, könnte es bleiben. Das würde Pluspunkte geben. Aber immerhin war Genscher gerade hier.

 

 

Hinter Alexandrine kommt auch ein Diener mit. Der Herzog mochte es in der Tat schon etwas orientalisch. Alexandrine und Paul Friedrich ließen sich später in Heiligendamm nieder. Ihm ist der Ausbau im Westen und Osten des Ensembles zu verdanken.

 

 

Am Ende des Gefolges folgt der Hofmedicus Professor Vogel mit seinem Diener.

 

 

Eine gigantische Kulisse: Der Herzog, sein Reisemarschall und sein Hofmedicus.

 

 

Der Herzog begrüßt sein Volk, das ihn immer wieder dreimal hochleben lässt und mit in die Lobeshymne einstimmt, die der Reisemarschall und der Leibarzt einstimmten. Während letzterer die Baderegeln verliest, gehen wir schon einmal näher zum Strand.

 

 

Was gar nicht so einfach ist, bei den vielen Menschen. Aber es gelingt mir, einen Übergang zu finden. Inzwischen wächst hier nämlich Strandhafer, damit der Strand nicht auf die Promenade überwechselt. Habe ich ja schon lange vorgeschlagen.

 

 

Die Remise fällt etwas kleiner aus, als es damals der Fall war. Mit Pferdegespannen und Wagen, Badekarren und Schildhäusern wäre die Kulisse perfekt aber es wäre zu voll geworden und wohl auch nicht finanzierbar. In dem Zelt wird sich umgezogen.

 

 

Nein, nicht ausgezogen. Das gab es damals nicht. Es wurde in Badeanzüge geschlüpft, welche eigentlich farblich für Herren und Damen verschieden waren. Auf Grund eines Herrenüberschusses wurde hier improvisiert.

 

 

Man beachte die Menschenmengen. Die Badegesellschaft wärmt sich mit leichten Turnübungen auf. Eigentlich macht man so etwas ja heutzutage nicht mehr.

 

 

Der Pöbel wird vorgeschickt. Professor Vogel gibt Anweisungen. Nur ein paar Schritte rein und schon laufen. Das nennt sich auch "Wassertreten". Der Herzog steht bereit.

 

 

Bis zuletzt mit seinem Helm. Leider konnte ich kein Bild davon machen. Er ging schnell hinein, stürzte sich ins Wasser, schwamm eine Minute und ging wieder hinaus um zu verkünden, dass die Badesaison hiermit eröffnet sei.

 

 

Danach stürzte sich der Rest der Gesellschaft in die kühlen und angenehmen Fluten der Ostsee. Vom direkten Gefolge ging aber nur Severin baden, während der Erbprinz, die Prinzessin, der Badearzt und der Reisemarschall draußen blieben.

 

 

Wir machen noch einmal ein Bild von der Perlenkette und gehen dann zurück zum Auto. Das Anbaden dauert nur eine halbe Stunde und dann geht es zum Bahnhof.

 

 

Wir gehen eher und können so noch ungestört ein paar Bilder machen. Zum Beispiel von der MEDIAN-Klinik, die wir noch nie in der ganzen Länge fotografiert haben.

 

 

Hier noch eine Impression von der ehemaligen Fachschule für angewandte Kunst.

 

 

Hinter dem Fürstenhof befindet sich nunmehr ein Parkplatz.

 

 

Allerdings stehen nirgendwo Automaten. Zumindest noch außerhalb des Parkplatzes und rauf kommt man nur mit einer Chipkarte, die die Schranke öffnet. Sicherlich bekommt man als Hotelgast eine Karte, mit der man den Parkplatz dann nutzen kann.

Ist allerdings auch ein Stück zu laufen - vielleicht sind es auch Mitarbeiterparkplätze?

 

 

In der ehemaligen Fachschule sitzen die Entwicklungscompagnie Heiligendamm (ECH), die Entwicklungscompagnie Wustrow (ECW) und das Ostsee Golf Ressort Wittenbeck - alles Tochterfirmen der FUNDUS-Gruppe. Wenigstens bleibt uns die FAK so noch ein Weilchen erhalten.

 

 

Dort hätten wir auch wohnen können aber Platte ist Platte und in Heiligendamm gibt es nicht einmal einen Bäcker. Dafür sind die Mieten aber sehr günstig

 

 

Hier wurden wir vor fast einem Jahr von der Polizei angehalten und kontrolliert.

Es flitzt gerade ein Reh auf das Gelände des Heizkraftwerkes. Schluss für heute.

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

2011 -

 

 

 

 

 

 

 

2012 -

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

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