Zeit am Meer

Rundgang August 2007. Im Zeichen der G8.

 

Nach dem G8-Gipfel kehrte in Heiligendamm wieder Ruhe ein.

Wir nutzten diese Ruhe für einen Kurzbesuch des Ostseebades.

Im Schlepptau hatten wir meinen schwerkranken Opa, dem ein wenig Abwechslung und gesunde Ostseeluft bestimmt gut tun würde.

Wir parkten auf dem Parkplatz in der Professor-Vogel-Straße, weil wir nicht so viel laufen wollten.

 

In Heiligendamm war meine Oma im Jahre 1945 gelandet.

Als Achtjährige flüchtete sie zusammen mit ihrer Mutter, den Schwestern und einigen ihrer Brüder von Soldin in Pommern nach Westen.

Die Flucht war organisierter, als es bei anderen Flüchtlingen der Fall war. Tod und Verderben in Trecks blieben ihr erspart aber die Übergriffe der Sowjetarmee in Pommern leider nicht. Die Flüchtlinge wurden mit der Bahn nach Rostock gebracht und von dort aus verteilt. Sie kam im linken Flügel der späteren Fachschule in der Kühlungsborner Straße unter. Die Familie hatte ein Zimmer, dessen Beheizung aus einem kleinen Ofen bestand, dessen Rohr zum Fenster hinaus ging. Als Toilette diente ein Eimer, der auf dem Hof ausgeleert wurde. Meine Oma erzählte mir, dass es zu wenig zu essen gab und wenn sie die Felder plünderten, waren sie in Lebensgefahr.

So aßen sie das Kraut der Rüben und Brennesselsuppe. Ihr Bruder wollte die Suppe nicht essen und brachte meine Uroma damit zur Verzweiflung, die darin gipfelte, ihn damit zu bedrohen, dass sie "mit ihm in die Ostsee geht". Ihn also ertränkt. Das tat sie nicht aber sie versuchte, sich selbst im Zimmer mit Rauch zu vergiften. Meine Oma und ihre Schwester bemerkten dies und mit Hilfe eines Nachbarn befreiten sie sie aus dem Zimmer. Schließlich zog die Familie um in die Villa von Witzleben, wo sie länger bleiben konnten. Meine Oma ging in Hohenfelde beim Bauern arbeiten und lernte dort meinen Opa kennen. Ihre Liebe brachte der Familie Lebensmittelkarten ein.

Mein Opa ist gebürtiger Neu-Hohenfelder und arbeitete bei netten Bauern, die von den Karten etwas abgaben. Später zog sie zu ihm nach Neu Hohenfelde und arbeitete dort beim Bauern. Sie zogen innerhalb des Dorfes um und zogen später ins benachbarte Ivendorf, wo sie einen Sohn und eine Tochter (meine Mutter) bekamen.

Sie zogen später zum Sohn, der in Ivendorf ein Bauernhaus gekauft hatte und wohnten dort bis an ihr Lebensende. Meine Oma verstarb recht unerwartet ein Monat vor unserem Rundgang. Mein Opa zwei Monate nach dem Rundgang. Es war der letzte Ausflug, den wir mit ihm unternahmen. Zuerst waren wir bei der Oldtimer-Ausstellung auf der Rennbahn und dann in Heiligendamm, wo er uns ein Eis in Cocos Milchbar im Haus Bischofsstab spendierte.

 

Damit die Bilder für Sie erkennbar bleiben, ist diese Seite und sind die Rundgang-Seiten breiter, als die anderen.

Wenn Ihr Monitor weniger als 1024 Pixel in der Breite darstellt, finden Sie die Navigation, indem Sie den unteren
Scrollbalken nach rechts schieben. Bei Breitbild-Monitoren ab 1024 Pixel Breite passt alles auf den Bildschirm.

 

 

 

19.08.2007 - Kleine Stippvisite

 

 

Wir haben vom Parkplatz aus gleich die Promenade betreten. Es ist zwar ruhiger gegenüber dem G8-Gipfel geworden aber man kann sagen, dass der Gipfel in diesen Tagen noch seine Nachwirkungen zeigt. Heiligendamm ist gut gefüllt und viele sind zum Baden aber noch mehr nur zum Gucken - auch Spazieren genannt - gekommen.

 

 

Auch auf der Ostsee ist ein wenig Leben. Man sieht nicht oft Segler vor Heiligendamm, weil sie meistens von Warnemünde nach Kühlungsborn eine etwas nördlicher gelegene Strömung nutzen. Nun aber ist Heiligendamm bekannter als vorher und da wagt man sich schon einmal bis kurz vor die Badezone und beschert uns ein herrliches Bild.

 

 

Der Pavillon an Stelle der Perle steht noch und wurde kurzerhand in ein Restaurant für asiatische Spezialitäten umgewandelt. Er trägt den sinnigen Namen "Perle Pavillon" und ist offensichtlich sehr gut besucht. Uns war davon gar nichts bekannt geworden.

In der Presse stand davon nichts und auch ließ die ECH nichts derartiges verlauten.

 

 

Auch die Kurhausterrasse ist brechend voll und sogar vor der Burg "Hohenzollern" wird diniert. Das war so bislang noch nicht zu beobachten, außer zur Kaffeezeit. Wir haben auch eine gezoomte Aufnahme hiervon aber anstandshalber nutzen wir diese hier, wo man die Gesichter der Leute nicht erkennt. Das rechts ist übrigens eine Kamera.

 

 

Sogar in die hoteleigenen Strandkörbe ist mal Leben eingekehrt. Bisher waren die Hotelgäste in jedem unserer Sommerrundgänge sehr wasserscheu. Aber es ist mit über 20 °C Wassertemperatur heute auch sehr warm und vor allem angenehm warm. Der Strand ist öffentlich und auch für Tagesgäste zugänglich. Nur die Strandkörbe gehören eben dem Hotel. Aber auch die dürften sich von Tagesgästen zuzüglich der Kurtaxe mieten lassen. Man kann ja auch als Tagesgast im Grand Hotel speisen.

 

 

Wir überlegten, vielleicht im Perle-Pavillon einen Kaffee zu trinken aber für den Preis einer kleinen Tasse Kaffee kriegen wir in der Milchbar einen Pott und im Imbiss zwei Becher Kaffee. Uns fehlte auch das Eis, weshalb wir nicht einkehrten. Ansonsten sind die Preise natürlich für ein Café eines 5-Sterne-Hotels sehr günstig und es wird sich sicherlich nicht um Jacobs-Kaffee handeln, sondern um hochwertige Importprodukte.

Man beachte übrigens die Öffnungszeiten im blauen Feld.

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

2011 -

 

 

 

 

 

 

 

2012 -

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

Neue Seite 1