Zeit am Meer

Rundgang 24. Februar 2007. Im Zeichen der G8.

 

Das Jahr 2007 soll etwas Besonderes werden für Heiligendamm.

8 Staatschefs, Tausende Journalisten, Polizisten und Ter... - nein - Demonstranten werden erwartet.

Manche Dinge sind so gefährlich, dass sie hinter Gitter müssen.

 

So ziert ein 13 Kilometer langer und 2,50 Meter hoher Eisenzaun mit NATO-Draht und Betonwall für ein halbes Jahr das mondäne Ostseebad.

Zu Zeiten des Großherzogs war so ein Zaun noch nicht nötig. Nun gut, entweder gab es keine Demonstrationen oder es gab danach keine Demonstranten mehr.

 

Inzwischen leben wir ja in einer Demokratie, in der alles gesagt und getan werden darf und wenn jemand unerwünscht ist, wird er eben eingesperrt. Hm - oder ausgesperrt. Oder ein- und ausgesperrt. In Heiligendamm beruht die Unerwünschtheit wohl auf Gegenseitigkeit.

 

Große Ereignisse bescherte schon der Januar.

Die Villa "Perle" musste einer Pressetribüne weichen und auch die Möwe und der Schwan stehen auf der Abschussliste.

Mit der sinnlosen Ermordung eines Schwanes begann die Geschichte Doberans und über 820 Jahre später holt diese Geschichte die mondäne Tochter der Münsterstadt ein. Der Abriss der Villa Perle - irrtümlich als einstiges Quartier des russischen Zaren tituliert aber fast Sommerresidenz Wladimir Putins geworden - erfolgte unter enormen öffentlichen Interesse.

 

Angeblich durch die Behörden abgesegnet fiel die Perle den Kränen zum Opfer und als sie weg war, meldeten sich zuständige Denkmalschützer zu Wort und zeigten an, übergangen worden zu sein. Der Abriss der Perle war die schlechteste Werbung, die Heiligendamm erfahren konnte. Zeitungen aus aller Welt beschäftigten sich kritisch mit dem Thema.

 

Zuletzt steht Jagdfeld als Zerstörer deutschen Kulturguts dar und hat sich selbst zum bösen Finanzhai aus dem Westen gemacht.

Dabei wollte er doch nur Heiligendamm retten. Relativ unbeachtet von der Vernichtung der Villa Perle fielen im Hinterland auch "Tabea" und der linke Flügel der Fachhochschule den Kränen zum Opfer. Heiligendamm versank zuerst im Meer aus Baufahrzeugen und ein paar Tage nach Jahresbeginn auch noch in einem Meer aus Polizeiautos.

 

In den drei ersten Monaten des Jahres 2007 gab es mehr zu fotografieren, als in den drei Jahren davor zusammen. Ausgerüstet mit einer neuen Kamera machten wir uns jeden Monat bis zu dreimal auf den Weg nach Heiligendamm.

 

Unser Rundgang führt uns ganz speziell zu den Abrissarbeiten in der Kühlungsborner Straße.

 

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24.02.2007 - Die Abrissbagger sind da.

 

 

20 Tage später sind wir wieder da. Dieses Mal parken wir in der Gartenstraße und

machen Bilder von den inzwischen freigeschlagenen Häusern dort.

 

 

Die ersten beiden Bilder zeigen "Krieg's Hotel", ein ehemaliges Klubhaus.

Zu DDR-Zeiten hieß es scheinbar "Mecklenburg". Über das Haus weiß ich wenig.

 

 

Mit beschnittenen Bäumen kommt die Villa der Familie von Witzleben auch

wieder richtig zur Geltung. Der Zustand des bisherigen Kindergartens ist sehr gut.

 

 

Durch die Gartenstraße geht es zum Fürstenhof, hinter dem fleißig gebaut wird.

 

 

Heute haben wir sogar einmal Glück und kriegen den Molli vor die Linse.

 

 

Durch die Gartenstraße geht es zum Fürstenhof, hinter dem fleißig gebaut wird.

 

 

Hier sollen einmal Tennisplätze direkt hinter dem Konferenzzentrum entstehen.

Weil dieses aber noch gar nicht fertig ist und der G8-Gipfel ansteht, hat man

sich kurzfristig entschieden, die Fläche mit provisorischen aber gepflasterten

Parkplätzen zu bebauen. Die sollen dann später den Tennisplätzen weichen.

 

 

Links von uns ist es laut und staubig. Die Firma Werges hat "Tabea" halbiert

und sortiert nun den Bauschutt. Die Bauarbeiten wurden von mehreren

Einwohnern und Gästen mit Interesse beobachtet. Auch etwas autonom

gekleidete junge Erwachsene geisterten auf der Kühlungsborner Straße herum.

 

 

In diesem Moment fällt dann auch das Dach des Hauses dem Bagger zum Opfer.

 

 

Über einen sicheren Bogen war auch ein Bild von Osten aus möglich.

 

 

Auch der linke Flügel der FaK ist schon leer geräumt. Der rechte Flügel beherbergt

noch die Polizei und das Büro der ECH und hat deshalb noch Schonfrist.

 

 

Durch den Tunnel an der Kühlungsborner Straße begeben wir uns auf den Hof

der Fachhochschule. Hier scheint sich zur Kunst auch Protest gesellt zu haben.

 

 

Auf dem Hof parken viele Fahrzeuge und einige Polizeiautos. Selbstverständlich

möchten die Polizisten auch wissen, was ich hier mache. So ergab sich ein nettes

Gespräch und die beiden Beamten fuhren in den Feierabend und ließen mich allein

weiter die Gebäude und Baracken fotografieren. Sie haben die Internetadresse.

Und wenn sie das lesen, grüße ich sie hiermit.

 

 

Die folgenden Bilder entstanden eigentlich nicht am 24.02., sondern am folgenden

Wochenende. Tabea ist inzwischen verschwunden und auch der linke Flügel der

Fachhochschule ist halbiert. Ausführende Firma ist - wie schon bei Villa "Perle"

die Firma Weges aus Kröpelin, also ein einheimisches Unternehmen. Damit hat

man in Heiligendamm gegenüber der IGA2003 aus regionale Betriebe gesetzt.

 

 

Vom Nordflügel steht nun nur noch ein kläglicher Rest, an den der Bagger ansetzt.

 

 

Mit einem Wasserstrahl wird der Staub etwas gebunden. Das ist auch bitter nötig.

 

 

Symbolträchtig ist beides: "FEIERABEND" und "END". Das war's, liebe FaK.

Wir gehen noch schnell das Relief an der Verbindungsmauer abfotografieren.

 

 

Der Rest der Heiligendammer "Luftschlösser" ist amtlich versiegelt, wie hier der

noch Gardinen behangende Fürstenhof, das ehemalige Altenpflegeheim.

 

 

Alle Rundgänge:    

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte

 

Die Rundgänge durch Heiligendamm dienen der Veranschaulichung zur Geschichte, Architektur und zum Werdegang Heiligendamms ,

sowie zur öffentlichen Diskussion um Heiligendamm. Die Aussagen spiegeln nur die persönliche Meinung des Autors nach dem

Kenntnisstand vom Tag des jeweiligen Rundgangs wieder und sind ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
Für weitere Informationen lesen Sie bitte das Selbstverständnis dieser Dokumentation.

Bitte beachten Sie auch das Special "Vier Touristen-Fragen", welches die Foto-Rundgänge mit wichtigen Fakten zum besseren Verständnis ergänzt.
Bitte informieren Sie sich auch hier: Die Zukunft Heiligendamms | Öffentliche Diskussion | Historie der Sommerfrische | Geschichte | Architektur | Gebäudedatenbank
 

 

2004 - Bestandsaufnahme. Teil 1.

Wenn Sie selbst kostenloses Bildmaterial von vor 2004 (auch von Bad Doberan) oder Informationen zur Verfügung stellen können, nehmen Sie bitte Kontakt zu mir auf.

2005 - Bestandsaufnahme. Teil 2. 

 

2006 - Das Jahr des Erwachens.

Überraschungen jenseits von Zäunen.

George W. Bush kommt!

Die MS Europa legt an.

 

2007 - Im Zeichen der G8.

30.01. Die Prinzessin ist aufgewacht!

04.02. Die Ruhe vor dem Sturm.

24.02. Die Abrissbagger sind da.

13.03. Irrwege, Umwege u. neue Wege.

24.03. Zäune, Wälle und Wunder.

16.05. Dann zeigen Sie uns doch bitte mal Ihre Ausweise...

09.06. Und sie kommen in Schar'n dorthin, wo die Promis war'n...

19.08. Kleine Stippvisite.

 

2008 - Das Baujahr.

18.03. Dem "Verbrechen" auf der Spur.

30.05. Ein Stück Berlin näher betrachtet.

07.06. Das herzogliche Anbaderitual.

11.08. Sommerfrische in Heiligendamm.

16.08. Test: Öffentlichkeit in Heiligendamm?

25.09. Das war das Baujahr? - Ein Fazit.

 

2009 - Neue Wege.

19.04. Was ist los in Heiligendamm?

22.06. Tuscheln oder Kuscheln?

26.08. Unerkannt durchs Märchenland - Die Hotelführung.

24.11. Der blanke Hans kommt!

 

 

 

2010 - Der zweite Frühling.

26.01. Die weiße Stadt am Meer.

11.03. Leiser Aufschwung.

17.04. Der Countdown läuft.

In Vorbereitung

12.06. Fest der Landleute in Bad Doberan.

03.07. Der erste Spatenstich für Villa Perle

 

2011 -

 

 

 

 

 

 

 

2012 -

 

 

 

 

 

 

 

Lesetipp

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