Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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Villa "Perle" mit Anbau "Großfürstin Marie" (Maxim-Gorki-Haus)

 

Bauzeit

1855-1857

Bauherr

 

Architekt

 

Baustil

Vorstadthaus-Stil nach Gropius

mit historistischen Elementen.

Umbauten

Vereinfachungen

Grundrissänderungen,

Dachausbau

Nutzungen

Logierhaus (1857-1919)

Pension (1919-1939)

Unterkunft (1939-1945)

Notunterkunft (1945-1947)

Gästehaus (1947-1996)

Keine Nutzung seit 1997

Abriss 2007

Namen

Neues Logierhaus

Villa Perle / Großfürstin Marie,

Maxim-Gorki-Haus

Perle

 

Villa "Perle" von der Promenade aus im Jahr 2005.

 

Entstehung

 

Die Villa "Greif" wurde in den Jahren 1855-1857 gebaut. Es war ein einfacher Kubus von zwei Geschossen Höhe. In der Mitte befand sich seeseitig ein dreigeschossiger Turm mit drei Fensterfronten und von ihm gingen zwei Fensterachsen nach links und vier nach rechts aus.

Die beiden linken und die beiden linken der vier rechten Fenster waren auf beiden Etagen mit Balkonen versehen und das Haus war mit einem flachen Walmdach eingedeckt. Die oberen drei Fenster des Turmes waren mit Rundbögen versehen, während die anderen eckig waren.

Das Haus war im Prinzip ein Kubus mit Aufbau und Verzierungen.

 

1874 heiratete die Tochter des Großherzogs, Marie Alexandrine Elisabeth Eleonore von Mecklenburg-Schwerin den russischen Fürsten und Sohn des Zaren Wladimir Alexandowitsch Romanowa. Vermählungen des mecklenburgischen Hochadels mit der russischen Zarenfamilie waren nicht so ungewöhnlich, wie es heute scheint. Insgesamt sind fünf Mitglieder der schwerinschen Linie Mecklenburgs mit dem russischen Hochadel verheiratet. Auch die Häuser Thüringen, Reuß, Dänemark, Norwegen, Niederlande, Vereinigtes Königreich, Montenegro, Österreich-Ungarn, Anhalt, Hessen-Kassel, Preußen, Sachsen-Altenburg, Sachsen-Hildburghausen, Hessen-Darmstadt, Chartrés, Cambridge, Oldenburg, Sachsen-Gotha-Altenburg, Sachsen-Gotha-Roda, Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Coburg-Saalfeld, Hessen-Homburg, Hessen-Kassel, Württemberg-Oels, Sachsen-Weißenfels, Schleswig-Holstein-Gottorf, Branschweig, Lüneburg, Sachsen und Hannover sind mit dem Mecklenburgischen verwandtschaftlich verbunden. Der Großvater des (Prügel-) Prinzen Ernst August V war Friedrich Franz IV, der letzte Regent Mecklenburgs. Heute leben noch die Töchter des 1996 verstorbenen Christian Ludwig , des Sohnes des letzten Herzogs, Donata und Edwina.

Die Mecklenburg-Strelitzer Linie hat 1994 noch einen männlichen Spross hervorgebracht.

 

Soviel zur Stammtafel Mecklenburgs und damit zurück zur Architektur in Heiligendamm.

Dort nämlich wurde geheiratet und dazu fuhr die russische Schwarzmeerflotte vor Heiligendamm auf und nahm das Paar an Bord. Vorher aber wohnte das junge Paar im Neuen Logierhaus, dem westlichen Glied der Villenreihe. Miechen, wie die Herzogstochter liebevoll genannt wurde, konnte sich nämlich nicht für die Konfession ihres Freundes begeistern und so lebten die beiden zuerst einige Jahre unehelich zusammen, bevor der Zar dann der Hochzeit auch ohne Konversion zustimmte. Da aber eine wilde Ehe damals undenkbar war, mussten getrennte Schlafzimmer her. Und getrennte Bäder, Ruheräume usw. So kam das Logierhaus zu seinem Anbau. Dieser bestand aus einem Würfel mit je drei Achsen, an dem im Norden ein Turm angebaut wurde. Diesen entlieh man dem "Neuen Flügel", der seine Türme seinerseits dem Badehaus entliehen hatte. Der Turm hatte die üblichen 12 Großfenster und war flach eingedeckt. Im Norden und Süden erhielt der Anbau je 2 Fenster auf der östlichen Fassadenseite und jeweils einen halbrunden einstöckigen Anbau nach Westen hin. Weiterhin erhielt der Anbau an die dreistöckige Westfront mit ihren zwölf Fenstern einen säulengelagerten Doppelbalkon. Damit passte der Anbau perfekt zum Kurhaus mit seinen acht großen Säulen. Das Haus bekam nun die umständliche Bezeichnung "Villa Perle mit Anbau Großfürstin Marie". Dieser Abschluss hatte einen optimalen Bezug zum Hauptplatz des Ensembles. Trotzdem war man bei der Planung sehr zurückhaltend und verzichtete auf einem pompösen Abschluss.

Um es mit Prof. Skerls Worten zu sagen: "Der Abschluss war nicht Zutat, sondern Vollendung."

 

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Geschichte

 

Fast jedes der in der Gebäudedatenbank vorgestellten Gebäude verfügt über eine mindestens hundertjährige Geschichte. Diese habe ich hier

zusammen getragen. Die Geschichte des Seebades insgesamt finden Sie auf der Startseite. Bitte helfen Sie mir mit Informationen und Bildern,

die Geschichte der Gebäude möglichst zusammen hängend zu dokumentieren. Um Kontakt mit mir aufzunehmen, klicken Sie bitte hier.

 

 

>> Information: Die Architektur Heiligendamms und seine Baumeister.

>> Buch-Tipp: Bäderarchitektur in Doberan-Heiligendamm.

 

1873: Heiligendamm wird verkauft und geht pleite.

 

1873 wurde das Gebäude zusammen mit den anderen an eine Aktiengesellschaft unter dem Vorstand des Baron Otto von Kahlden auf Iden verkauft, der 1885 alle Aktien aufkaufte und praktisch Privateigentümer Heiligendamms wurde.

 

1879 bekam Doberan das Stadtrecht. Heiligendamm gehörte jedoch nicht dazu und wurde somit als eigenständiger Ort behandelt.

 

1910 verkaufte Rudolf von Kahlden (der Sohn Otto von Kahldens) das Ensemble an den Schriftsteller Walter John-Marlitt, der sich verspekulierte und das Unternehmen 1911 in den Ruin trieb. Die Aktiengesellschaft meldete Konkurs an. Die Gläubiger kauften das Bad für 1.510.000 Mark, um wenigstens die Hypotheken zu retten und gründen am 21.02.1911 die "Ostseebad Heiligendamm GmbH". Die vier Gesellschafter sind der Leipziger Großhändler Joachim Hermann Felix Wolf, die Hamburger Großhändler Julius Lachmann und Hermann Sanders und der Hamburger Rentier Adolf Glüenstein. Die gezeichneten Aktien hatten eine Stammeinlage von 38,5% und einen Wert von 800.000 Mark, von denen 350.000 Mark auf Lachmann und je 150.000 Mark auf die anderen Anteilseigener gingen.

 

1919: Die Revolution streift Heiligendamm.

 

Am 14.11.1918 dankte der Großherzog Friedrich Franz IV von Mecklenburg-Schwerin ab. Die Arbeiter- und Soldatenräte besetzten die Gebäude und ließen sie von den gerade zuvor abgezogenen Soldaten bewachen. Es entbrannte ein Streit zwischen den verschiedenen Ämtern über die Finanzierung der Gebäude, welcher letztlich darin endete, dass der Großherzog seine Gebäude wieder in Besitz nehmen  durfte. Die Besetzung wurde aufgelöst und die großherzogliche Familie bezog die Gebäude wieder. Ein Hauch der Revolution hatte das  Seebad gestreift.

 

1920: Ein Baron rettet Heiligendamm.

 

1920 war die Louis Wolff KG aus Lübeck Hauptaktionär der Aktiengesellschaft.

1922 meldete diese Insolvenz an.

1923 zeichnete Oskar von Rosenberg für eine Treuhandvereinbarung Berlin 225.000 Goldmark, Kurt Kramer in Vertretung für die Berlinsche Bodengesellschaft 150.000 und der Doberaner Rechtsanwalt Fritz Knaack für die Grunderwerbsgesellschaft Berlin mit 225.000 Goldmark.

Mit 600.000 Goldmark werteten die drei neuen Gesellschafter die GmbH an.

 

Fritz Knaack übernahm 1925 die Geschäftsleitung für die GmbH und bekam eine Schlüsselstellung.

Hinter den Kulissen kontrollierte Baron Rosenberg mit seiner O.A. Rosenberg Zürich alle Anteile und verschiedene Gesellschaften und vorgeschobene Gesellschaften. Ihm ist es letztlich zu verdanken, dass das Seebad den Verfall durch Inflation und Krieg entkommt.

Es wurde ein Aufsichtsrat gebildet, in dem auch Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg saß, der später auch Vorsitzender des Rennvereins und des Golfvereins wurde. Der Herzog hatte großen Anteil an der Entwicklung, während der Geldgeber Baron Rosenberg nie in Erscheinung trat und über ihn geschwiegen wurde. Dennoch wurde schnell klar, dass Heiligendamm durch einen sehr reichen jüdischen Österreicher gerettet wurde.

 

1930: Pächter kommen und gehen.

 

1930 wurde gegen den Pächter, Bruno Pagel (Besitzer des Sporthotel Oberwiesenthal) das Konkursverfahren eingeleitet.

Neuer Pächter wurde die Baugenossenschaft des Deutschen evangelischen Volksbundes eGmbH aus Mühlheim an der Ruhr.

 

1931 meldete auch diese Konkurs an und Günter Siegert übernahm die Leitung des Badebetriebes mit 400 Zimmern mit 500 Betten.

 

Am 01.04.1936 wurde Heiligendamm wieder mit Bad Doberan vereinigt.

 

1939 Heiligendamm wird beschlagnahmt.

 

1938 weilten Adolf Hitler und Benito Mussolini in Heiligendamm. Bad Doberan ernannte Adolf Hitler als erste deutsche Stadt zum Ehrenbürger.

Im August 1939 wurde das Ensemble von der Reichsmarine beschlagnahmt und zum Reserve-Lazarett erklärt.

Im August 1941 wurde es von der Ostseebad Heiligendamm GmbH an die Reichsmarine verkauft.

 

1942: Die weiße Stadt am Meer wird grün und voll.

 

1942 erhielt das Gebäude einen dunklen Tarnanstrich.

1943 zogen Kadetten in das Gebäude ein.

 

Durch die schweren Bombardements in Rostock folgten bei ständiger Engerbelegung der Kadetten auch Flüchtlinge.

Am 26.07.1943 gingen bei einem Bombenabwurf im Wald die Fensterscheiben zu Bruch.

 

1944 folgten weitere Flüchtlinge aus Pommern und Schlesien. Das Gebäude wurde voll ausgefüllt.

Die Kadetten und Flüchtlinge kamen in den Genuss der herzoglichen Möbel, auf die sie allerdings gern verzichtet hätten.

 

1945: Heiligendamm soll gesprengt werden.

 

1945 besetzte die Rote Armee das Gebäude. Nach dem Abkommen der Alliierten mussten alle militärischen Einrichtungen in Deutschland gesprengt werden. Nur mit Mühe ließ sich die Sowjetarmee davon überzeugen, dass es sich nicht um eine militärische Einrichtung handelt. Statt der Sprengung folgte der Abbau der Versorgungsleitungen, Heizungen, Sanitär und Elektrik im Auftrag der SMAD durch eine Berliner Firma. Das Innenleben wurde als Reparation abtransportiert und vieles wurde auch durch Anwohner gestohlen.

 

Ende 1945 standen die großen Häuser des Ensembles fensterlos und leer inmitten einer Wüste aus Bauschutt und Grasbüscheln und hallten jeden Schritt geisterhaft wider.

 

1946: Der Herzog will sein Bad zurück.

 

1946 erhob Herzog Christian Ludwig Restitutionsanspruch. Die aufkeimenden kommunistischen Kräfte in der Ostzone nutzten dies für eine Kampagne gegen den Herzog und natürlich auch gegen die Aristokratie und für ihren im Aufbau befindlichen Sozialismus.

Der Herzog musste den Anspruch aufgeben und auf sein Bad verzichten.

 

1947: Heiligendamm wird Volkseigentum.

 

1947 erhielt die Sozialversicherung Mecklenburg-Vorpommern die Gebäude und baute sie zu einem Kurbad aus.

Die Gebäude der Perlenkette wurden zu Gästehäusern für Kurgäste. Das Grand Hotel wurde zum Hauptgebäude des Kurbades und enthielt klinische Einrichtungen, die Kantine, Logistik, Verwaltung und Mehrbettzimmer. Die Kolonnaden wurden im Obergeschoss zu Wohnungen und im Erdgeschoss zu Geschäften und einem Café ausgebaut, das Prinzessin-Reuß-Palais (Residenz-Hotel) und das Haus "Bischofsstab" wurden vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) übernommen und zu Ferienheimen umfunktioniert. Die drei westlichen Cottages (Krone, Mariencottage, Alexandrinencottage) wurden zu Spezialkliniken für Hautkrankheiten, TBC und Atemwegserkrankungen, die Burg wurde zum Erholungsheim für Bergleute. Die Häuser an der Seedeichstraße wurden Wohnhäuser und an der Kühlungsborner Straße wurden die

Häuser "Tabea" und "Waldfriede" zu Wohnhäusern und ein weiteres Haus daneben wurde mit dem Kinderheim baulich vereint und diente nun als Fachschule für angewandte Kunst (FaK) mit Wohnheim. In der Gartenstraße wurde aus der Villa der Familie von Witzleben ein Kindergarten und das gegenüber liegende Ferienheim wurde wieder zum Ferienheim. Die Orangerie und das Fachwerkhaus gegenüber wurden zu Gewerbeflächen.

 

1953 wurde das Gebäude in "Maxim-Gorki-Haus" umbenannt und ging 1957 in den Besitz des Nachfolgers der SV-MV über.

Diese war die Sozialversicherung der DDR.

 

>> Informationen zum "Namensgeber" des Hauses

 

Die Gebäude des Ensembles erhielten alle 2 Jahre einen weißen Anstrich. Eine Brigade von 8 Mann kümmerte sich täglich um die Gebäude und die Einrichtungen und besserte aus, verputzte neu, überweißte oder ersetzte. Der Putz war wegen des Alters sehr anfällig und Verputzungen des Stucks waren sehr aufwändig. So wurde oftmals der Stuck einfach entfernt. Baulich wurden viele Vereinfachungen vorgenommen und für die Nutzung unnötige oder störende Elemente, wie Türme, Erker, Zwerchhäuser oder Gauben wurden entfernt, die Dachgeschosse teilweise ausgebaut und mit Gauben erweitert und marode Fenster wurden durch Massenartikel ersetzt, was auch einige Anpassungen des Mauerwerkes nötig machte. Balkone und besonders Zierrat wurden entfernt und Terrassen angebaut. Die Villa "Greif" erhielt eine Dachgaube, während man die Türme an den Villen "Möwe", "Schwan" und "Perle" entfernte und die Grundrisse änderte.

 

Heiligendamm wuchs durch die Erschließung des Gebietes südlich der Kühlungsborner Straße.

Dort entstanden Eigenheime und eine Gartenanlage. Jeder Hausbauer baute so, dass er irgendwo noch ein paar Zimmer zusätzlich hatte, in denen er gegen gute Bezahlung Kurgäste unterbringen konnte. Jede Möglichkeit wurde für die Unterbringung von Kurgästen genutzt aber auch die Anzahl der Mitarbeiter wuchs ständig an, sodass Wohnungsbau nötig wurde. Zwischen dem Fürstenhof (Altersheim) und dem Forsthaus wurde ein Wohngebiet mit zwei Wohnblöcken in industrieller Bauweise angelegt. Die Straße wurde nach dem Badearzt Professor Adolf Kortüm, Prof. Vogels Nachfolger, benannt. Die Fachschule wurde während der Sommerferien als Unterkunft für Ferienkinder, vornehmlich aus Berlin, Sachsen, Sorben und der Tschechoslowakei genutzt.

 

1992: (K)einer will Heiligendamm.

 

1990 wurde die "Ostseeklinik GmbH" gegründet und der Kurbetrieb weitergeführt. 1992 wurde das Gebäude als Bestandteil des Ensembles ausgeschrieben. Es meldeten sich einige Interessenten, von denen aber nur das Angebot das Angebot der Dr.-Marx-Gruppe für die Nutzung einer Kurklinik mit Neubau neben dem Ensemble in Frage kam. Dieser Investor sprang nach hitzigen Diskussionen wegen des Neubaus ab und so wurde das Ensemble nebst eines gewaltigen Flächenpotenzials innerhalb des Ortes 1996 an die FUNDUS-Gruppe aus Köln mit ihrer Tochter "Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm GmbH" (ECH) verkauft. Die Sanierung sollte im Jahr 1997 beginnen aber zuerst musste Geld gesammelt, geplant und genehmigt werden. Der Klinik-Neubau der Dr.-Marx-Gruppe kam trotzdem: 1996 in Form der MEDIAN-Klinik.

 

1997: Alles muss raus.

 

1997 wurden die Mieter der verkauften Gebäude gekündigt, da mit der Sanierung begonnen werden sollte.

Das Haus "Bischofsstab" und das Prinzessin-Reuß-Palais wurden saniert und zu Hotels umgebaut, wobei das "Bischofsstab" auch Gastronomie beherbergte. Das Prinzessin-Reuß-Palais wurde zunächst in "Adlon am Meer" geführt, musste aber auf Grund einer Intervention des Adlon in Berlin in "Residenz-Hotel" umbenannt werden. Das Golfhaus wurde zum Café und ein Sanitärhaus wurde an der Promenade errichtet. Vier Jahre zuvor bekam Heiligendamm wieder eine Seebrücke, die aber keine Landungsbrücke ist.

 

2003: Es kehrt Leben ein.

 

Nach drei Jahren Planungs- und Genehmigungsphase - und dem Umstand, dass die FUNDUS-Gruppe seit 1997 erst Geld sammeln musste - wurde im Jahre 2000 mit der Entkernung der Häuser "Mecklenburg", "Grand Hotel", "Hohenzollernburg", des Kurhauses  und der Orangerie begonnen. Das Haus "Brahn" wurde zügig zu einem Kinderclub umgebaut und neben dem Grand Hotel wurde ein Neubau hochgezogen.

Nach drei Jahren sahen die Häuser "Mecklenburg", "Grand Hotel", "Orangerie", "Kurhaus" und "Burg Hohenzollern" wieder fast so aus, wie nach ihrer ersten Fertigstellung und das "Severin-Palais", der "Kids Club" und der Anbau an der Orangerie passten sich dem an.

 

Nicht saniert wurden die Häuser "Perle", "Greif", "Seestern", "Möwe", "Schwan", "Hirsch", "Anker", Eikboom", "Seeadler", "Krone", sowie die Kolonnaden, das Marien-Cottage und das Alexandrinen-Cottage. Unbenutzt und leer blieben der Fürstenhof, die Villa der Familie von Witzleben, Krieg's Hotel, die Häuser "Waldfriede", "Tabea" und die Fachschule, die im Jahr 2000 geräumt wurde, die Palette, das Fachwerkhaus

und die Scheune dazwischen.

 

Im Mai 2003 konnten sich die Bürger und die Medien an einem Tag der offenen Tür auf einer festgelegten Route Räume des Grand Hotels, des Kurhauses und des Hauses "Mecklenburg" ansehen. Die Hohenzollern-Burg, das Severin-Palais und die Orangerie blieben geschlossen.

 

Am 1. Juni 2003 eröffnete das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm

und wurde prompt zum schönsten Hotel Deutschlands gekürt.

 

2007: Das große Aber.

 

Im Jahr 2005 hieß es, Russlands Präsident Wladimir Putin wolle das Haus kaufen. Dazu kam es nicht aber zu einer Sanierung kam es auch nicht. Das Haus, welches sich in der Sichtachse von Grand Hotel und Severin-Palais befand, wurde unter Protest der Öffentlichkeit und unter regem internationalen Medieninteresse abgerissen.

 

War der Zar da?

 

FUNDUS brüstet sich gern damit, dass der russische Zar in diesem Haus Urlaub gemacht hätte.

Es hat aber kein russischer Zar je den Boden Heiligendamms betreten.

Lediglich der Sohn des Zaren, Wladimir Romanow, war in diesem Haus zu Gast, weil die Besitzerin des Hauses, Marie von Mecklenburg-Schwerin, bekannt als Maria Pawlowa, ihn ehelichte. Auch die Tochter des Zaren, Maria Romanowa, weilte anlässlich der Hochzeit ihres Bruders zu Gast in diesem Haus. Der von Marie und Wladimir gezeugte Sohn Kyrill wurde auch niemals Zar.

 

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Historische Bilder

 

Heiligendamm war schon immer ein beliebtes Motiv für Künstler und Fotografen. Zum Glück, denn so fanden sich viele Postkarten, Fotos, Bilder und Kartenausschnitte.

Diese können Sie hier ansehen. Bitte kopieren Sie die Bilder nicht auf Datenträger und verwenden Sie sie nicht weiter, da sie urheberrechtlich geschützt sein könnten.

Da ich die Scans immer nur von Vorderseiten bekomme, kann ich den Urheber nicht mehr ausfindig machen. Bekannte Urheber sind u.a. die Verlage Bild und Heimat,

Laban, Thiel, "Lederbogen-Verlag und im Falle des Kunstbildes von 1880 der Godewind-Verlag. Urheber sind auch das Fotohaus Hanns Eggers und die "Erhard Neubert KG.

Möglicherweise sind einige Bilder den Büchern "Bad Doberan-Heiligendamm in alten Bildern" und "Bad Doberan-Heiligendamm" von Friedrich Rochow und Klaus Havemann

oder der Sammlung von Dr. Frank Mohr entnommen worden. Wenn Sie der Urheber eines Bildes oder Bildausschnittes sind, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.

Weiteres Bildmaterial finden Sie auf proheiligendamm.de, holiday-check.de sehladen.de, bruehn.de und heiligendamm-urlaubserfahrungen.de.

 

1860-1880

1880-1900

1900-1910

1910-1920

1920-1930

1930-1940

1950-1960

1960-1970

1970-1980

1980-1990

1993

2002

2003

2004

 

Aktuelle Bilder

 

Die Villa "Perle" von der Promenade aus: Westen (07/2005), Nordwesten (07/2005).

Die Villa "Perle" von der Promenade aus: Nordosten (07/2005), Prof.-Vogel-Str.: Südosten (07/2005)

 

 

Weitere Bilder gibt es bei den Rundgängen.

Wenn Sie Bilder kaufen möchten, klicken Sie bitte hier.

Und wenn Sie auch so gute Bilder machen möchten, klicken Sie auf die Kamera.

   
   

 

Letzte Bilder

 

 

 

Der Abriss in Bildern

 

Hier sehen Sie nun den Abriss der Villa "Perle" in seiner Endphase Ende Januar 2007. Abrissunternehmer ist die Firma Werges aus Kröpelin. Der Bauschutt wird getrennt

und der Steinschutt zerkleinert und für den Bau von Baustraßen benutzt. Entgegen der Aussagen der Medien kann dieser Schutt nicht für den öffentlichen Straßenbau

benutzt werden, weil er zu grob ist. Er wird überall dort eingesetzt, wo schweres Gerät über Gehwege oder Plätze zu Baustellen bewegt werden muss. Dazu wird eine

Matte ausgelegt, auf der das Splitt ausgebreitet wird. Nach Abschluss der Bauarbeiten wird die Matte mitsamt dem Splitt entfernt und wiederverwertet.

 

Den Bauarbeitern und dem Vorarbeiter zu Folge war die Bausubstanz sehr schlecht. Jedoch war dieselbe Firma auch bei der Entkernung der Häuser "Mecklenburg",

"Glück auf", "Orangerie" und "Grand Hotel" beteiligt und befanden deren Bausubstanz als nicht besser als die der "Perle". Und diese Häuser wurden allesamt saniert

und restauriert und mussten dazu nur entkernt werden und nicht erst abgetragen. Bedeutend schlechter war die Bausubstanz des ebenfalls abgerissenen Hauses "Tabea".

 

 

Nach dem Abriss

 

Statt der Perle als Kopfteil und Anführungsgebäude ziert nun bedrückende Leere die Perlenkette, welche ihren Namen erst durch die Perle erlangte. Das Haus "Greif"

im Hintergrund kann die Perle nicht ersetzen. Es ist nicht annähernd so gut gestaltet, wie die Perle. Auf die Sandfläche wurde einen Monat später Mutterboden

aufgetragen und es wurde ein Zaun um das Grundstück gezogen (siehe Rundgang 2007). Der Pfahl ist der Telefonanschluss. Dieser wurde inzwischen auch entfernt.

 

 

Zukunftsperspektiven

 

Liebend gern würde ich Ihnen hier einige Perspektiven für die Zukunft der Villa "Perle" aufzeigen.

Doch außer einer Grünfläche mit Pressetribüne gibt es für die ehrwürdige Perle derzeit keine Perspektiven.

Gemäß den Bestimmungen des Denkmalschutzes muss die Perle wieder in ihrem Originalzustand aufgebaut werden.

Nur wann das zu geschehen hat, steht dort nicht geschrieben und ob der Investor dann noch genügend Mittel für einen Wiederaufbau hat, steht in den Sternen.

Trotzdem: Jeder Nachbau ist ein Plagiat. Die Perle ist für immer und für alle Zeit unersetzlich und unwiderruflich verloren.

Mehr zum Thema "Abriss der Perle" gibt es auf der Startseite.

Seit Ende April 2007 ist die Leerfläche erst einmal eingezäunt (Bilder vom 16.05.2007):

 

 

Resultate

 

 

   
   

 

Lesetipp

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