Zeit am Meer


Bad Doberan und Heiligendamm - Geschichte, Werdegang und Zukunft. Chronik, Foto-Rundgaenge, Gebaeudedatenbank, Oeffentliche Diskussion.
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Forsthaus

 

Bauzeit

 

Bauherr

 

Architekt

 

Baustil

 

 

 

 

Umbauten

 

 

 

 

Nutzungen

 

 

Abriss der Scheune in 2007

 

Namen

 

 

Mecklenburgischer Fachwerkhaus-Stil.

 

Beschreibung

 

Entstehung

 

Das Forsthaus mit der Scheune ist ein ursprüngliches Gebäude Heiligendamms.

Informationen dazu folgen noch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Geschichte Heiligendamms

+ Die Legende vom           

   Heiligen Damm                 

+ Das Badewesen vor der     

   Gründung Heiligendamms 

+ Heiligendamm auf dem   

   Weg zum ersten Seebad

Chronik von Heiligendamm

+ 1793-1913                        

+ 1913-1932                        

+ 1932-1945                        

+ 1945-1989                        

+ 1989-2000                        

+ 2000-heute                       

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Geschichte

 

Fast jedes der in der Gebäudedatenbank vorgestellten Gebäude verfügt über eine mindestens hundertjährige Geschichte. Diese habe ich hier

zusammen getragen. Die Geschichte des Seebades insgesamt finden Sie auf der Startseite. Bitte helfen Sie mir mit Informationen und Bildern,

die Geschichte der Gebäude möglichst zusammen hängend zu dokumentieren. Um Kontakt mit mir aufzunehmen, klicken Sie bitte hier.

 

 

>> Information: Die Architektur Heiligendamms und seine Baumeister.

>> Buch-Tipp: Bäderarchitektur in Doberan-Heiligendamm.

 

1873: Heiligendamm wird verkauft und geht pleite.

 

1873 wurde das Gebäude zusammen mit den anderen an eine Aktiengesellschaft

unter dem Vorstand des Baron Otto von Kahlden auf Iden verkauft, der 1885 alle

Aktien aufkaufte und praktisch Privateigentümer Heiligendamms wurde.

1879 bekam Doberan das Stadtrecht.

Heiligendamm gehörte jedoch nicht dazu und wurde somit als eigenständiger Ort behandelt.

1910 verkaufte Rudolf von Kahlden (der Sohn Otto von Kahldens) das Ensemble an den

Schriftsteller Walter John-Marlitt, der sich verspekulierte und das Unternehmen 1911 in den Ruin trieb.

Die Aktiengesellschaft meldete Konkurs an. Die Gläubiger kauften das Bad für 1.510.000 Mark, um

wenigstens die Hypotheken zu retten und gründen am 21.02.1911 die "Ostseebad Heiligendamm GmbH".

Die vier Gesellschafter sind der Leipziger Großhändler Joachim Hermann Felix Wolf, die Hamburger

Großhändler Julius Lachmann und Hermann Sanders und der Hamburger Rentier Adolf Glüenstein.

Die gezeichneten Aktien hatten eine Stammeinlage von 38,5% und einen Wert von 800.000 Mark,

von denen 350.000 Mark auf Lachmann und je 150.000 Mark auf die anderen Anteilseigener gingen.

 

1919: Die Revolution streift Heiligendamm.

 

Am 14.11.1918 dankte der Großherzog Friedrich Franz IV von Mecklenburg-Schwerin ab.

Die Arbeiter- und Soldatenräte besetzten die Gebäude und ließen sie von den gerade zuvor

abgezogenen Soldaten bewachen. Es entbrannte ein Streit zwischen den verschiedenen

Ämtern über die Finanzierung der Gebäude, welcher letztlich darin endete, dass der

Großherzog seine Gebäude wieder in Besitz nehmen  durfte. Die Besetzung wurde

aufgelöst und die großherzogliche Familie bezog die Gebäude wieder.

Ein Hauch der Revolution hatte das  Seebad gestreift.

 

1920: Ein Baron rettet Heiligendamm.

 

1920 war die Louis Wolff KG aus Lübeck Hauptaktionär der Aktiengesellschaft.

1922 meldete diese Insolvenz an.

1923 zeichnete Oskar von Rosenberg für eine Treuhandvereinbarung Berlin 225.000 Goldmark,

Kurt Kramer in Vertretung für die Berlinsche Bodengesellschaft 150.000 und der Doberaner

Rechtsanwalt Fritz Knaack für die Grunderwerbsgesellschaft Berlin mit 225.000 Goldmark.

Mit 600.000 Goldmark werteten die drei neuen Gesellschafter die GmbH an.

Fritz Knaack übernahm 1925 die Geschäftsleitung für die GmbH und bekam eine Schlüsselstellung.

Hinter den Kulissen kontrollierte Baron Rosenberg mit seiner O.A. Rosenberg Zürich alle Anteile

und verschiedene Gesellschaften und vorgeschobene Gesellschaften. Ihm ist es letztlich zu verdanken,

dass das Seebad den Verfall durch Inflation und Krieg entkommt. Es wurde ein Aufsichtsrat gebildet,

in dem auch Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg saß, der später auch Vorsitzender des Rennvereins

und des Golfvereins wurde. Der Herzog hatte großen Anteil an der Entwicklung, während der Geldgeber

Baron Rosenberg nie in Erscheinung trat und über ihn geschwiegen wurde. Dennoch wurde schnell klar,

dass Heiligendamm durch einen sehr reichen jüdischen Österreicher gerettet wurde.

 

1930: Pächter kommen und gehen.

 

1930 wurde gegen den Pächter, Bruno Pagel (Besitzer des Sporthotel Oberwiesenthal)

das Konkursverfahren eingeleitet. Neuer Pächter wurde die Baugenossenschaft des

Deutschen evangelischen Volksbundes eGmbH aus Mühlheim an der Ruhr.

1931 meldete auch diese Konkurs an und Günter Siegert übernahm

die Leitung des Badebetriebes mit 400 Zimmern mit 500 Betten.

Am 01.04.1936 wurde Heiligendamm wieder mit Bad Doberan vereinigt.

 

1939 Heiligendamm wird beschlagnahmt.

 

1938 weilten Adolf Hitler und Benito Mussolini in Heiligendamm.

Bad Doberan ernannte Adolf Hitler als erste deutsche Stadt zum Ehrenbürger.

Im August 1939 wurde das Ensemble von der Reichsmarine beschlagnahmt und zum Reserve-Lazarett erklärt.

Im August 1941 wurde es von der Ostseebad Heiligendamm GmbH an die Reichsmarine verkauft.

 

1942: Die weiße Stadt am Meer wird grün und voll.

 

1942 erhielt das Gebäude einen dunklen Tarnanstrich.

1943 zogen Kadetten in das Gebäude ein.

Durch die schweren Bombardements in Rostock folgten bei ständiger Engerbelegung der Kadetten auch Flüchtlinge.

Am 26.07.1943 gingen bei einem Bombenabwurf im Wald die Fensterscheiben zu Bruch.

1944 folgten weitere Flüchtlinge aus Pommern und Schlesien. Das Gebäude wurde voll ausgefüllt.

Die Kadetten und Flüchtlinge kamen in den Genuss der herzoglichen Möbel, auf die sie allerdings gern verzichtet hätten.

 

1945: Heiligendamm soll gesprengt werden.

 

1945 besetzte die Rote Armee das Gebäude. Nach dem Abkommen der Alliierten mussten alle militärischen

Einrichtungen in Deutschland gesprengt werden. Nur mit Mühe ließ sich die Sowjetarmee davon überzeugen,

dass es sich nicht um eine militärische Einrichtung handelt. Statt der Sprengung folgte der Abbau der

Versorgungsleitungen, Heizungen, Sanitär und Elektrik im Auftrag der SMAD durch eine Berliner Firma.

Das Innenleben wurde als Reparation abtransportiert und vieles wurde auch durch Anwohner gestohlen.

Ende 1945 standen die großen Häuser des Ensembles fensterlos und leer inmitten einer Wüste aus

Bauschutt und Grasbüscheln und hallten jeden Schritt geisterhaft wider.

 

1946: Der Herzog will sein Bad zurück.

 

1946 erhob Herzog Christian Ludwig Restitutionsanspruch. Die aufkeimenden kommunistischen

Kräfte in der Ostzone nutzten dies für eine Kampagne gegen den Herzog und natürlich auch

gegen die Aristokratie und für ihren im Aufbau befindlichen Sozialismus.

Der Herzog musste den Anspruch aufgeben und auf sein Bad verzichten.

 

1947: Heiligendamm wird Volkseigentum.

 

1947 erhielt die Sozialversicherung Mecklenburg-Vorpommern die Gebäude und baute sie zu einem Kurbad aus.

Die Gebäude der Perlenkette wurden zu Gästehäusern für Kurgäste. Das Grand Hotel wurde zum Hauptgebäude

des Kurbades und enthielt klinische Einrichtungen, die Kantine, Logistik, Verwaltung und Mehrbettzimmer.

Die Kolonnaden wurden im Obergeschoss zu Wohnungen und im Erdgeschoss zu Geschäften und einem

Café ausgebaut, das Prinzessin-Reuß-Palais (Residenz-Hotel) und das Haus "Bischofsstab" wurden vom

Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) übernommen und zu Ferienheimen umfunktioniert.

Die drei westlichen Cottages (Krone, Mariencottage, Alexandrinencottage) wurden zu Spezialkliniken

für Hautkrankheiten, TBC und Atemwegserkrankungen, die Burg wurde zum Erholungsheim für Bergleute.

Die Häuser an der Seedeichstraße wurden Wohnhäuser und an der Kühlungsborner Straße wurden die

Häuser "Tabea" und "Waldfriede" zu Wohnhäusern und ein weiteres Haus daneben wurde mit dem

Kinderheim baulich vereint und diente nun als Fachschule für angewandte Kunst (FaK) mit Wohnheim.

In der Gartenstraße wurde aus der Villa der Familie von Witzleben ein Kindergarten und das gegenüber

liegende Ferienheim wurde wieder zum Ferienheim. Die Orangerie und das Fachwerkhaus gegenüber

wurden zu Gewerbeflächen.

 

Die Gebäude des Ensembles erhielten alle 2 Jahre einen weißen Anstrich. Eine Brigade von 8 Mann kümmerte

sich täglich um die Gebäude und die Einrichtungen und besserte aus, verputzte neu, überweißte oder ersetzte.

Der Putz war wegen des Alters sehr anfällig und Verputzungen des Stucks waren sehr aufwändig. So wurde

oftmals der Stuck einfach entfernt. Baulich wurden viele Vereinfachungen vorgenommen und für die Nutzung

unnötige oder störende Elemente, wie Türme, Erker, Zwerchhäuser oder Gauben wurden entfernt,

die Dachgeschosse teilweise ausgebaut und mit Gauben erweitert und marode Fenster wurden durch

Massenartikel ersetzt, was auch einige Anpassungen des Mauerwerkes nötig machte. Balkone und besonders

Zierrat wurden entfernt und Terrassen angebaut. Die Villa "Greif" erhielt eine Dachgaube, während man die Türme

an den Villen "Möwe", "Schwan" und "Perle" entfernte und die Grundrisse änderte.

 

Heiligendamm wuchs durch die Erschließung des Gebietes südlich der Kühlungsborner Straße.

Dort entstanden Eigenheime und eine Gartenanlage. Jeder Hausbauer baute so, dass er irgendwo

noch ein paar Zimmer zusätzlich hatte, in denen er gegen gute Bezahlung Kurgäste unterbringen konnte.

Jede Möglichkeit wurde für die Unterbringung von Kurgästen genutzt aber auch die Anzahl der Mitarbeiter

wuchs ständig an, sodass Wohnungsbau nötig wurde. Zwischen dem Fürstenhof (Altersheim) und dem

Forsthaus wurde ein Wohngebiet mit zwei Wohnblöcken in industrieller Bauweise angelegt. Die Straße

wurde nach dem Badearzt Professor Adolf Kortüm, Prof. Vogels Nachfolger, benannt. Die Fachschule

wurde während der Sommerferien als Unterkunft für Ferienkinder, vornehmlich aus Berlin, Sachsen,

Sorben und der Tschechoslowakei genutzt.

 

1992: (K)einer will Heiligendamm.

 

1990 wurde die "Ostseeklinik GmbH" gegründet und der Kurbetrieb weitergeführt. 1992 wurde das Gebäude

als Bestandteil des Ensembles ausgeschrieben. Es meldeten sich einige Interessenten, von denen aber nur

das Angebot das Angebot der Dr.-Marx-Gruppe für die Nutzung einer Kurklinik mit Neubau neben dem Ensemble

in Frage kam. Dieser Investor sprang nach hitzigen Diskussionen wegen des Neubaus ab und so wurde das

Ensemble nebst eines gewaltigen Flächenpotenzials innerhalb des Ortes 1996 an die FUNDUS-Gruppe aus

Köln mit ihrer Tochter "Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm GmbH" (ECH) verkauft.

Die Sanierung sollte im Jahr 1997 beginnen aber zuerst musste Geld gesammelt, geplant und genehmigt werden.

Der Klinik-Neubau der Dr.-Marx-Gruppe kam trotzdem: 1996 in Form der MEDIAN-Klinik.

 

1997: Alles muss raus.

 

1997 wurden die Mieter der verkauften Gebäude gekündigt, da mit der Sanierung begonnen werden sollte.

Das Haus "Bischofsstab" und das Prinzessin-Reuß-Palais wurden saniert und zu Hotels umgebaut,

wobei das "Bischofsstab" auch Gastronomie beherbergte. Das Prinzessin-Reuß-Palais wurde zunächst

in "Adlon am Meer" geführt, musste aber auf Grund einer Intervention des Adlon in Berlin in "Residenz-Hotel"

umbenannt werden. Das Golfhaus wurde zum Café und ein Sanitärhaus wurde an der Promenade errichtet.

Vier Jahre zuvor bekam Heiligendamm wieder eine Seebrücke, die aber keine Landungsbrücke ist.

 

2003: Es kehrt Leben ein.

 

Nach drei Jahren Planungs- und Genehmigungsphase - und dem Umstand, dass die FUNDUS-Gruppe seit

1997 erst Geld sammeln musste - wurde im Jahre 2000 mit der Entkernung der Häuser "Mecklenburg",

"Grand Hotel", "Hohenzollernburg", des Kurhauses  und der Orangerie begonnen. Das Haus "Brahn"

wurde zügig zu einem Kinderclub umgebaut und neben dem Grand Hotel wurde ein Neubau

hochgezogen. Nach drei Jahren sahen die Häuser "Mecklenburg", "Grand Hotel", "Orangerie",

"Kurhaus" und "Burg Hohenzollern" wieder fast so aus, wie nach ihrer ersten Fertigstellung

und das "Severin-Palais", der "Kids Club" und der Anbau an der Orangerie passten sich dem an.

Nicht saniert wurden die Häuser "Perle", "Greif", "Seestern", "Möwe", "Schwan", "Hirsch", "Anker",

Eikboom", "Seeadler", "Krone", sowie die Kolonnaden, das Marien-Cottage und das Alexandrinen-Cottage.

Unbenutzt und leer blieben der Fürstenhof, die Villa der Familie von Witzleben, Krieg's Hotel, die Häuser

"Waldfriede", "Tabea" und die Fachschule, die im Jahr 2000 geräumt wurde, die Palette, das Fachwerkhaus

und die Scheune dazwischen. Im Mai 2003 konnten sich die Bürger und die Medien an einem Tag der offenen

Tür auf einer festgelegten Route Räume des Grand Hotels, des Kurhauses und des Hauses "Mecklenburg"

ansehen. Die Hohenzollern-Burg, das Severin-Palais und die Orangerie blieben geschlossen.

Am 1. Juni 2003 eröffnete das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm

und wurde prompt zum schönsten Hotel Deutschlands gekürt.

 

2007: Das große Aber.

 

Die Scheune des Forsthauses befindet sich im Umbau. Die ECH plant einen Biergarten und eine Festscheune,

die auch für die Öffentlichkeit zugängig sein sollen. Mangels Geld wird sich aber erst einmal nicht viel tun.

 

 

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Historische Bilder

 

 

 

 

 

Aktuelle Bilder

 

Das Forsthaus von der Kühlungsborner Straße aus: Norden (07/2004), Nordwesten (01/2007).

 

 

Weitere Bilder gibt es bei den Rundgängen und in den Impressionen.

Wenn Sie Bilder kaufen möchten, klicken Sie bitte hier.

Und wenn Sie auch so gute Bilder machen möchten, klicken Sie auf die Kamera.

 

Am 16.05.2007 sah die Scheune des Forsthauses dann wie folgt aus.

Da das Grundstück nicht betreten werden durfte, konnte ich vorher das Forsthaus selbst nicht fotografieren. Das konnte ich nun nachholen.

Der Plan für den Forsthof lautet nach wie vor "Biergarten mit Festscheune" und die Fundamentabdeckung hinterlässt durchaus den Eindruck, dass hier wieder etwas gebaut werden soll. Die Perspektive ist dieselbe, wie oben.

 

Nach dem Abriss

 

 

   
   

 

Zukunftsperspektiven

 

 

 

 

Resultate

 

 

   
   

 

Lesetipp

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